Ausgabe 
7.7.1915
 
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der Unternehmungen gezeigt hat, daß die einzig wirkungs⸗ volle Schutzmaßnahme gegen die Unterseeboote die Zurück⸗ ziehung aller großen Schiffseinheiten sei. Eine öftere Wie⸗ derholung dieser Taktik vor den Dardanellen würde aber nach Ansicht von Fachleuten für die verbündete Landarmee auf Gallipoli ein katastrophales Ende bedeuten.

Cin französisches Truppentrans portschiff

torpediert und vernichtet. a T. U. Konstantinopel, 6. Juli. Ein französisches Trans⸗ porischif, wurde gestern vor den Dardanellen von einem deutschen Unterseeboot torpediert. Es war ein großes Schiff, welches etwa 1500 Mann an Bord hatte. Wieviel davon ge rettet wurden, konnte bisher nicht festgestellt werden. An⸗ scheinend sind viele Menschenleben verloren gegangen, da das Schiff schuell sank.

Beschießung des dentschen Konsulats in Alexandrette.

Konstantinopel, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der französische PanzerkreuzerJeanne d Arc, der gestern in den Hafen von Alexandrette einfuhr, sandte durch einen jungen Schiffer, den er an der syrischen Küste gefangen hatte, einen Brief an den Vize⸗ gouverneur mit der Aufforderung, die Flagge des deutschen Konsulats niederzuholen. Nachdem die Behörden sich weigerten, bombardierte der Kreuzer das Konsulat, indem er 15 Gra⸗ naten abfeuerte. Das Fahnentuch wurde unversehrt in Sicherheit gebracht. Der Mast blieb aufgepflanzt. DerJeanne d'Are ent⸗ fernte sich hierauf. Es ist dies nun das zweite Mal, daß ein solcher Versuch unternommen worden ist.

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Maiseille, 6. Juli.(Ctr. Frkft.) Havas. Der DampferAn⸗ mam ist von den Dardanellen am Montag nach Marseille zurück⸗ gekehrt. In den ersten Tagen des Mai lag derAnnam bei Kap Helles vor Anker und löschte eine Ladung, als eine türkische Batterie das Feuer auf ihn eröffnete. Vier Granaten trafen das Schiff. Das erste Geschoß demolierte die Kommando⸗ brücke, zwei andere fielen in den Schiffsraum, und das vierte spaltete das Deck des Schiffes unterhalb der Wasserlinie. Doch konnte das Leck abgedichtet werden. DerAnnam lichtete die Anker und fuhr

außer Schußweite, worauf seine Havarie repariert wurde. Von der

Besatzung wurde niemand verwundet.

Die Arbeit der U-Boote.

Paris, 6. Juli. Amtliche Mitteilung des ministers: Der französische DampferCarthage wurde am Sonntag bei Cap Helles von einem Unterseebvot torpediert und versenkt. 66 Mann wurden gerettet, 6 sind ver schollen. Die Havas⸗Nachricht aus Marseille von der Torpedie⸗ rung desCarthage durch ein deutsches Unterseeboot rief hier große Erregung hervor. Das Schiff gehörte der Mittel meerflotte derCompanie transatlantiqe an und war vom

ir den Transport von Truppen und Material für

Marine⸗

2 zeditionskorks in der Levante requiriert. 2. arseille am 24. Juni mit der Ladung verlassen. einer g betrug 96 Mann.

% Juli. Reuter meldet aus Pouillac: Hier ist das ö sschiffJuan mit 7 Mann des SchvonersGiron⸗ uimmen, der auf der Fahrt nach England mit einer

dein ssant in den Grund gebohrt worden ist. W. B. Nichtamtlich.) Die Besatzung des von t versenkten DampfersCraigara ist ndet.

Besorgnisse um Riga.

Kopenhagen, 4. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Unsicherheit der russischen Behörden über das Schicksal der Stadt Riga be⸗ weist die Mitteilung der Rigaschen Zeitung, daß in den letzten Tagen sämtliche Gefängnisse geräumt worden sind. Aus den temporären Gefängnissen für Zwangssträflinge wurden 223 Sträflinge nach Pfkow befördert. Eine Abteilung von 65 Ver⸗ brechern wurde aus dem Zentralgefängnis nach Petersburg und weitere 150 Häftlinge wurden nach Rybinsk geschickt. Geräumt sind auch das Gouvernementsgefängnis in der Zitadelle und das Gou vernementsgefängnis in der Kalugaschen Straße. Die meisten dieser Sträflinge werden nach dem Innern transportiert. Die Rigaschen Zeitungen berichten ferner, daß eine Kontrolle der Passa giere, die in Riga ankommen, gestern auch auf dem Hauptbahn⸗ hof begonnen hat. Die mit den Zügen in Riga eintreffenden Passagiere werden in den unteren Räumen des Bahnhofs auf ihre Legitimationen und Dokumente hin kontrolliert. Die Prüfung wird von der Gendarmerie vorgenommen. Die Bahnhöfe in Thorens⸗

berg und Sassenhof sind eingezäunt worden, so daß die Passagiere,

die in Riga eintreffen, und auf diesen Bahnhöfen aussteigen, zu ihrer Kontrolle nur die Ausgänge durch die Schranke benutzen können. Zur Ausfahrt von Riga erhält das Publikum Be⸗ scheinigungen ohne Stempelgebühr der Gouvernementskanzlei. Die englischen Dampfer, die sich seit Ausbruch des Krieges im Rigaschen Hafen aufhalten, verlassen demnächst Riga und begeben sich nach Petersburg. Vier Rigasche Hafenkutter werden von Riga nach Archangelsk abgesandt werden.

g Portugal soll helfen.

Aus Kopenhagen wird berichtet, daß aufs neue über die Mög⸗ 55 eines Eingreifens Portugals in den Krieg zwischen Frank⸗ reich und England Verhandlungen geführt werden. England ver⸗ langte bekanntlich bereits in einem Memorandum vom 10. Oktober von Portugal den Anschluß an die Alliierten; England wünschte da⸗ mals von Portugal namentlich Artillerieverstärkungen und die Ent⸗ sendung einer Division Truppen aller Waffenarten.

Die Fleischversorgung Londons.

London, 6. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Fleischver sorgung Londons ist in dem am 30. Juni abgelaufenen Jahre um 25 000 Tonnen oder um 11,8 Prozent hinter dem Vorjahre zurück geblieben.

Spaltung in der südafrikauischen Arbeiterpartei

London, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die Mor ning Post meldet aus Kapstadt: Der Rücktritt des Vertreters von Kimberley(Arbeiterpartei) wegen einer unpatriotischen Rede des Parteiführers Andrews deutet auf eine Spaltung hin. Die Arbeitervertreter des Randgebietes stellen den Klassenkampf allen anderen Rücksichten voran. Die anderen Mitglieder der Arbeiterpartei haben sich bis jetzt nicht ge

äußert. Schiffszusammenstoß. Stockholm, 6. Juli.(T. U.) Die hiesige Reederei des Ozean⸗ DampfersOskar II erhielt vom Kapitän dieses Dampfers ein Telegvamm aus Stornoway, worin mitgeteilt wird, daßOskar II,

der sich auf der Rückreise von Südamerika befand und mit Baum⸗ wolle, Kaffee und Extrakte befrachtet war, 180 Seemeilen westlich! von der nördlichen Küste der Hebriden einen Zusammenstoß hatte. Nach dem Aftonbladed war es ein englisches Kriegsschiff, das das Fahrzeug angerammt hätte. Der Wert des Dampfers mit Ladung beträgt etwa eine Million Kronen. Sowohl die Dampfkessel wie der Feuerraum war mit Wasser überfüllt, als die Besatzung das sinkende Schiff verließ. Der Anschlag gegen Morgan.

Newyork, 5. Juli. Holt, der Morgan schwer verwun⸗ dete und die Bombe in die Senatsräume zu Washington legte, ist ein extremer Friedensschwärmer, der die Aufmerk⸗ samkeit der Amerikaner auf die Sündhaftigkeit der Waffen⸗ ausfuhr lenken und den allgemeinen Frieden herbeizuführen bezweckte. Die Presse hält ihn für irrsinnig, indessen betonen einige Blätter, die deutsche Propaganda hier habe Holt den Kopf verdreht; die Grundursache sei aber der Krieg, welcher sogenanteCranks dutzendweise auftreten läßt. Beispiels⸗ weise wurden gestern zwei Personen wegen Drohbriefen an Wilson verhaftet, auch Graf Bernstorff erhält Hunderte.

g(Frankf. Ztg.)

Newyork, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Gestern kurz vor Mitternacht machte Holt, der den Anschlag auf Morgan verübte, einen Selbstmordversuch, indem er sich die linke Schlag⸗ ader zu öffnen versuchte.

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Brotmarken⸗Ausgabe.

Die Ausgabe der für die Zeit vom 12. Juli bis 25. Juli 1915 gültigen Brotmarkenhefte findet statt: Samstag, den 10. Juli d. Js., von 812 und 26 Uhr. Ausweiskarte, die Umschläge der alten Markenhefte und etwa nicht verbrauchte Brotmarken sind mitzubringen. 1 Gießen, den 7. Juli 1915. 1 F Der Oberbürgermeister. Keller. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

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