eigenen Kräften zu bestveiten, fordert die Generalversammlung die Bereitstellung von Mitteln durch das Reich. f Albert Stuber, Eßlingen. Karl Severing, Bieleseld. Dieser Resolution soll als Zusatz angefügt werden:„Aus an⸗
deren Kassen gewährte Unterstützungen dürfen auf die Arbeitslosen,
unterstützung aus städtischen Mitteln nicht angerechnet werden.“ 9 0 einem Antrage zugestimmt, der fordert, daß die gesetz⸗ lichen Schutzbestummungen für Frauen und Mädchen wieder in Kraft
setzt werden. 5 N neber den nächsten Internationalen Metallarbei⸗
terkongreß, der für 1916 mach Wien geplant ist, sprach kurz Schlicke. Er hält es für notwendig, Delegierte für diese Tagung zu bestimmen. Der Vorstand halte es für seine Pflicht, die Inter⸗ nationale unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Die General⸗ versammlung stimmte diesem zu und wählte 10 Delegierte zu dem Internationalen Kongreß. 5
Die Verhandlungen wurden hierauf vertagt.
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
— Stadtverordnetenversammlung. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde endlich der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1915/16 unter Dach gebracht, nach⸗ dem bereits ein volles Viertel des Jahres verstrichen ist. Man darf wohl sagen, daß in der Gießener Stadtvertretung selten ein Voranschlag so gründlich durchgearbeitet wurde, als dieser. Die Steuererhöhung wurde nach dem Antrage des Sberbürgermeisters beschlossen; der Antrag der 2. Kommis—⸗ sion, die beantragt hatte, die Einkommensteuer auf 155 Pro- zent und die Steuer auf Vermögenswerte auf 24 Pfg. für je 100 Mk. festzusetzen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 12 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Ebenfalls der Ablehnung verfielen die Anträge unserer Genossen betreffend die Be— seitigung des Oktrois auf Brennmaterial und Freilassung der Einkommen unter 900 Mk. Dafür stimmten nur Krumm, Orbig und Vetters. Für die Steuerzahler ergibt sich das Unangenehme, daß in diesem Monat, sobald die Steuerzettel herauskommen, zwei Ziele Steuern auf einmal bezahlt wer⸗ den müssen. 4
In der Sitzung waren anwesend: Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Huhn, Jann, Krumm, Leib, Orbig, Petri, Plank, Schaffstädt, Simon, Professor Sommer, Vetters, Professor Wimmenauer, Winn. Der Oberbürgermeister teilt den Antrag der 2. Kommission mit, der dahin geht, daß 1. bei verschiedenen Titeln des Voranschlags Streichungen von insgesamt 27 000 Mk. vorgenommen werden pollen; 2. die notwendigen Gemeindesteuern so zu verteilen, daß 155 Prozent Zuschlag zur staatlichen Einkommenstener und 24 Pfg. für je 100 Mk. Vermögenssteuerwerte erhoben wer⸗ den sollen. Der Oberbürgermeister weist auf die rechtliche Wirkung hin, die der Antrag im Falle seiner Annahme habe; nicht nur das Ministerium des Innern, sondern auch das Finanzministerium müsse dazu die Genehmigung erteilen. Redner lehnt den Antrag ab und die Verantwortung im Falle seiner Annahme. Man könne z. B. nicht die Straßen in schlechtem Zustande lassen. In Gießen wurden bisher die Vermögen mehr geschont, als in anderen hessischen Städten. Man solle das bisherige Verhältnis beibehalten; sonst würde mit Recht Unzufriedenheit Platz greifen, wenn das Vermögen geschont und die Arbeitseinkommen mehr belastet würden. Beigeordneter Grünewald wünscht, daß die Kommission ein Referat erstatten solle. Das geschieht durch Stadtv. Petri, der erklärt, daß die Kommission die Notwendigkeit erkannt habe, den Hausbesitz zu schonen. Auch das Bau— gewerbe liege darnieder, was eine Folge der hohen Grund— steuer sei. Die gerechteste Steuer sei die auf das Einkom⸗ men, deshalb habe die Kommission die mitgeteilten Anträge beschlossen und ersuche die Versammlung, diesem Beschluß beizutreten.— Vetters legt seine von der Mehrheit der Kommission abweichende Ansicht dar. Die erwähnten Ab⸗ striche seien so gering, daß sie beim Steuerausschlag nicht wesentlich ins Gewicht fallen, deshalb habe er dagegen ge⸗ stimmt. Außerdem komme in Betracht, daß die Streichung bei der Straßenbeleuchtung auch bei der Einnahme des Elektrizitätswerkes wieder abgesetzt werden müsse und somit habe man nichts gewonnen. Er müsse sich auch gegen die ven der Kommission beantragte Verteilung der Steuer er— klären, die tatsächlich eine Begünstigung der Vermögen dar— stelle. Verschiedenc Kollegen weisen nur immer auf den ver⸗ schuldeten Hausbesitzer hin; es kommen aber doch noch andere Steuerzahler in Betracht, sehr vermögende Personen und ferner juristische Personen, Aktiengesellschaften usw., bei denen die Steuer gar nicht ins Gewicht falle.— Simon führt die Steuerziffern mehrerer Gießener Grundbesitzer an, die auf 15 bis 5 Mk. Einkommen schon 1 Mk. an Steuer zu entrichten hätten. Die Hausbesitzer müßten am meisten bluten; sie seien infolgedessen zum Teil nicht in der Lage, die Häyser instand zu halten.— Schaffstädt meint, der Oberbürgermeister solle nicht immer die Verantwortung gleich eblehnen, wenn mal nicht in seinem Sinne beschlossen würde.— Hierauf wird zur Abstimmung geschritten und es wird zunächst über die Anträge von Krumm, Orbig und Vetters betr. Aufhebung des Oktroi auf Brennmaterial und Freilassung der Einkommen unter 900 Mk. abgestimmt. Beide Anträge werden gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt.— Die Abstimmung über den Antrag der 2. Kommission ist auf Antrag Krumms eine namentliche. Er wird mit 12 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen: Faber, Huhn, Jann, Petri, Plank, Schaffstädt, Simon, Winn. Dagegen: Dr. Ebel, Eichenauer, Krumm, Leib, Orbig, Prof. Sommer, Vetters, Prof. Wimmenauer, Oberbürgermeister Keller, Beigeordnete Emmelius, Grüne— wald.— Der Antrag der 1. Kommission wird darauf mit 13 gegen 7 Stimmen angenommen.— Auf eine Anfrage Vetters wegen der Teuerungszulage für die städtischen Arbeiter erwidert der Oberbürgermeister, daß er in der nächsten Sitzung darüber Vorlage machen werde.
— Wahlverein Gießen. Nächsten Montag, 12. Juli, hält der Wahlverein seine regelmäßige Mitgliederversamm— lung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag von
Parteisekretr Neumann Offenbach über die politische Lage. Es darf wohl erwartet werden, daß die Versammlung, die wie gewöhnlich um 9 Uhr beginnt, zahlreich besucht wird.
— Brotmarken⸗Ausgabe. Kommenden Samstag findet in den bisher üblichen Stunden— vormittags 8—12 und nachmittags 2—6 Uhr— die Ausgabe der für die Zeit vom 12. bis 25. Juli gültigen Brotmarken an den bekannten Aus⸗ gabestellen statt. Umschläge der Hefte sind mitzubringen.
— Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wilhelm Stroh aus Dannenrod, Kr. Alsfeld.— Mus⸗ ketier Heinrich Diehl aus Otterbach, Kr. Alsfeld, Inf. Regt. 223.
— Signale ber Feuersirenen. Bei Fliegerangriffen und bei Großfeuer werden nach einer Bekanntmachung des Polizeiamts Gießen folgende Signale durch die Feuersirenen gegeben:
1. Wenn das Herannahen eines feindlichen Fliegers gemeldet wird: Signal: zweimaliges Ertönen der Feuer⸗ sirenen je 15 Sekunden lang.
2. Wenn gemeldet wird, daß die Gefahr vorüber ist: Signal; einmaliges Ertönen der Feuersirenen 15 Sekunden lang. Bei Ausbruch von Großfeuer ist das Signal: zwei⸗
maliges Ertönen der Feuersirenen je drei Minuten lang.
9275 e werden nach Ablauf von 5 und 10 Minuten wie⸗
erholt.
„Daß feindliche Flieger bis nach Gießen kommen, um es anzu⸗ greifen, ist nicht sehr wahrscheinlich.
— Den schlechten Geschmack alter Kartoffeln zu beseitigen, soll folgendes Verfahren ermöglichen: Man wasche die ungeschälten Kartoffeln mittels einer Bürste rein vom anhaftenden Staub der Erde, entferne auch die vorhandenen Wurzeltriebe. Dann setze man die Kartoffeln mit kaltem Wasser auf den Herd. Sobald sie an⸗ fangen zu sieden, gieße man das heiße Wasser weg und statt des⸗ selben kaltes an die Kartoffeln, die nun in diesem gar gekocht wer⸗ den. Sie verlieren dabei den Geruch und schmecken rein und gut.— Ja, das Rezept mag vielleicht gut sein, aber dabei muß das Wasser zweimal gekocht werden und es kostet daher erheblich mehr Brenn⸗ material.
— Die Gemälde⸗Sammlung, die von Herrn Bock-Berlin der Stadt Gießen gestiftet wurde, gelangt bereits jetzt zur Ausstellung und zwar im Saale des Kunstvereins im Turmhause am Brand. Morgen wird die Sammlung von den Stadtverordneten besichtigt und 5 dann voraussichtlich dem Zutritt des Publikums frei⸗ gegeben.
— Oeffentliche Bücherhalle. Im Juni wurden 2054 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1116, Zeitschriften 14m, Jugendschriften 230, Gedichte und Dramen 35, Literaturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 33, Geschichte und Biographien 135, Kunstgeschichte 24, Natur⸗ wissenschaft und Technologie 85, Heer⸗ und Seewesen 26, Haus⸗ und Landwirtschaft 17, Gesundheitslehre 10, Religion und Philosophie 43, Staatswissenschaft 38, Sprachwissenschaft 19, Fremdsprachliches 36 Bände. Nach auswärts kamen 75 Bände.
Kreis Wetzlar.
n Verstorbener Parteigenosse. Vorige Woche verstarb im Re⸗ servelazarett in Wetzlar der Landsturmmann Theodor Gaup. Er befand sich erst seit wenigen Wochen im Felde, mußte aber wegen einer schweren Erkrankung in das Lazarett gebracht werden, wo er der Krankheit erlag. Gaup war in Leipzig ansässig und dort Gauleiter des Malerverbandes. Durch seinen Tod erleidet der Malerverband einen schweren Verlust. In den neunziger Jahren war er Geschäftsführer der Filiale Leipzig und wurde später zur Leitung des 5. Bezirks berufen. Er ist nur 42 Jahre alt 1 Am Montag nachmittag erfolgte die Beerdigung in
etzlar.
Vom Barfußlaufen. Der preußische Kultusminister gibt be⸗ kannt:„Es ist zu meiner Kenntnis gekommen, daß kürzlich Kindern einer Landschule von ihrem Lehrer verboten worden ist, barfuß zur Schule zu kommen. Ein derartiges Verbot mag in Friedenszeiten in Fällen, in denen eine besondere Veranlassung dazu vorliegt, ge⸗ rechtfertigt sein. Während der Kriegszeit ist— zumal auf dem Lande und in ländlichen Verhältnissen— von einem solchen Verbot schon deshalb abzusehen, weil es den Eltern wegen der gesteigerten Preise nicht immer leicht fallen wird, ihre Kinder mit dem not⸗ wendigen Schuhwerk zu versorgen.“
„ Eisenbahner⸗Tod. Gestern vormittag ereignete sich im Bahn⸗ hofe Burgsolms ein tödlicher Unglücksfall. Der Schrankenwärter Friedr. Heinz aus Burgsolms wollte ein Päck⸗ chen abnehmen, das aus einem in der Abfahrt befindlichen Zuge herausgereicht wurde. Als er zu dem Zwecke die Gleise überschritt, wurde er von einem herankommenden Triebwagen überfahren und sofort getötet. Heinz stand schon viele Jahre im Bahndienst.
Vermischtes.
Ein Reichstagsabgeordneter vermißt.
Nach einer Blättermeldung wird der Zentrumsabgeordnete Imbusch, der als Unteroffizier der Landwehr gegen die Russen ge⸗ kämpft hat, seit längerer Zeit vermißt. Man weiß nur, daß er in einem Gefecht am 7. Dezember v. Is. verwundet worden ist. Seit⸗ dem ist nichts mehr von ihm bekannt geworden.
Großfeuer in den ostelbischen Spritwerken.
Durch Blitzschlag geriet dem Berl. Tagbl. zufolge ein Tank des ostelbischen Spritwerkes in Brand. Oobwohl die Feuerwehr mit 14 Rohrleitungen tätig war, war bisher ein Ablöschen nicht möglich. Rund 1000 Liter Spiritus werden ausbrennen.
Zugabsturz von einer Brücke.
Reuter meldet aus Tacome(Washington): Sämtliche Wagen eines Zuges der Chieago-Milwaukee and St. Paul⸗Eisenbahn, mit Ausnahme eines einzigen Wagens, sind von einer Brücke bei Ramier herabgestürzt. Wie verlautet, sind viele Menschen getötet und ver⸗
wundet worden. 700 000 faule Eier.
Bei der schweizerischen Eisenbahnstation Egnach am Bodensee dient gegenwärtig das seit Jahren unbenützt und leer stehende Fabrikgebäude der ehemaligen Milchstederei als Stapelplatz für Lebensmittel und andere Güter der Bundesbahnen. Letzter Tage waren dort auch zwei seit Wochen unterwegs gewesene Waggons mit bulgarischen Eiern angelangt, die rund 360 Doppelzentuer Eier enthielten, von denen aber nach der Untersuchung infolge des langen Transports sich 80 Prozent als faul erwiesen. So mußten zirka 300 Zentner oder rund 700 000 Eier vernichtet werden. Sie wur⸗ den den Bauern zur Jauchebereitung übergeben; ein Landwirt führte mit einer einzigen Fuhre vierzig Doppelzentner heim.— Muß das ein feiner Geruch gewesen sein!
Schotten, 4. Juli. Ein Teil des Oberwaldes zwischen dem Taufstein und Herchenhain steht in Flammen. Infolge der herr⸗ schenden Trockenheit liefert das in großer Menge vorhandene dürre Unterholz dem Brande immer neue Nahrung. Die Feuerwehren der umliegenden Orte wurden alarmiert. Die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt unbekannt. a
Aus dem Vogelsberg, 5. Juli. Das ist der Krieg! Wie tief der Völkerkrieg in das Leben jeder Familie einschnoidet, davon wer⸗ den wieder zwei erschütternde Beispiele bekannt. In Schlierba ch verlor eine junge Frau ihven Gatten und die drei Brüder auf dem Schlachtfelde. Aus Schmerz über diese Verluste machte sie jetzt auch ihrem Leben durch Vergiftung ein Ende.— Von zehn Söhnen, die der Taglöhner Adam Wahl aus dem Dörfchen Vonhausen ins Feld ziehen sehen mußte, starben bis jetzt vier. Grauenvolle Zeit!
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Telegramme.
Lagtsberict des Hrofen Haupttuurtierz
Französische Angriffe abgeschlagen. Eine russische Waldbefestigung erstürmt. W. B. Großes Hauptquartier, 6. Juli, vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz.
Nachts wurden zwei französische Angriffe auf Le Eparges abgewiesen.
Die Beute des Erfolges im Priesterwalde hat sich um 1 Feldgeschütz und 3 Maschinengewehre erhöht. Außerden fiel ein Pionierpark mit zahlreichem Material in unsere Hand.
Unsere Flieger griffen den Flugplatz Corcie ux östlich von Epinal und ein französisches Lager am Breitschild östlich von Krüt in den Vogesen an.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heute am frühen Morgen wurde der stark befestigte Wald südlich Biale-Bloto(westlich der Strecke Su walk i Kalwarja) erstürmt. Dabei nahmen wir etwa 500 Russen gefangen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung.
0 55**** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Vier italieuische Korps zurückgeschlagen. Furchtbare Verluste des Feindes. Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Kämpfe im Görzischen, die in den letzten Tagen immer größeren Umfang angenommen hatten, entwickelten sich gesterr durch den allgemeinen Angriff der italienischen 3. Armee zur Schlacht. Etwa vier feindliche Korps gingen unter mächtiger Artillerieunterstützung gegen unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meere vor. Sie wurden voll⸗ ständig zurückgeschlagen und erlitten furchtbare Verluste. Dank der öber alles Lob erhabenen Haltung unserer vortrefflichen kriegsgewandten Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben alle unsere Stellungen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an der Südwestgrenze der Mo⸗ narchie starke und treue Wacht gegen die Ueberzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres Vaterlandes und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armeen sicher sein.
Am mittleren Jsonzo, im Krngebiet und an den übriger Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet.
Die Verfolgungskämpfe bei Kras nik. Bisher 11500 Gefangene.
Wien, 6. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut⸗
bart: 6. Juli 1915, mittags. Nussischer Kriegsschauplatz.
Durch die Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand in der
zweiten Schlacht bei Krasnik geworfen, ziehen sich die Russen i
nördlicher und nordöstlicher Richtung zurück. Die Armee des
5 5 auf 41 Offiziere, 11 500 Mann 1er Aas 300 Franzosen erhöht. ö Am Bug und in Ostgalizien ist die eiten
ändert. jesterwalde) An der Zlota⸗Lipa und am Dnjestr herrscht Ruhe. ⸗zengriff 1
—
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
von Höfer, Feldmarschalleutnant.
Die beunruhigten Russen.
Kopenhagen, 6. Juli. Die Beunruhigung des russischen Volkes über die wahre Kriegslage, von der nur ein Teil von der Presse veröffentlicht werden darf, greift immer mehr um sich. Dem Rußki Invalid gingen zahlreiche anonyme Drohbriefe zu, worin verlangt wird, daß die Heimlichtuerei jetzt ein Ende habe, und die Kriegs⸗ lage wie sie tatsächlich sei, geschildert werden müsse. Zu dieser Be⸗ unruhigung trägt noch die Bekanntmachung des Gouverneurs von Lublin bei, wonach alle Männer für den Fall, daß das russische Heer geschlagen wird, von der Behörde gezwungen werden, ins Innere Rußlands abzureisen. Sie werden aufgefordert, der Anordnung des Gouverneurs streng zu folgen, damit sie nicht in die Hände der Feinde fallen und diesen zur Ergänzung seiner Truppen dienen.
Der türkische Bericht.
Konstankinopel, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:
An der KLaukasusfront verfolgen wir die von un serm rechten Flügel zurückgeschlagene feindliche Kavallerie. An der Dardanellenfront versenkte am 4. Juli nachmittags ein deutsches Unterseebbot vor Sedd⸗ül⸗Bahr einen großen französischen Trausportdampfer mit zwei Schornsteinen. Der Dampfer ging nach drei Mi⸗ nuten unter. An der Nordgruppe wollte der Feind in der Nacht zum 4. Juli nach lebhaftem Gewehrfeuer gegen unseren rechien Flügel starke Aufklärungsabteilungen vor⸗ rücken lassen, die wir zurückwarfen. Bei der Südgruppe sprengte unsere Artillerie am 4. Juli ein feindliches Munitionsklager in die Luft und rief in den feindlichen Batterien einen Brand hervor. Die Explosion dezimierte die feindlichen Soldaten, die herbeieilten, um das Feuer zu läschen.
An der Iralfront gegen Bassorah wurde eine feind⸗ liche Truppenabteilung, die mit der Euphratbahn befördert wurde, von unseren Truppen und Freiwilligen in die Flucht geschlagen. Der Feind ließ über 60 Tote zurück, darunter einen Major und zwei andere Offiziere. Auf der Flucht führte der Feind auch zwei mit seinen Verwündeten gefüllte Fahrzeuge weg. Wir erbeuteten eine Menge Gewehre und Munition. Auf diese Weise haben wir die englische Un⸗ ternehmung in dieser Gegend in einen Rückzug ver⸗ wandelt, der unter dem Schutze der auf dem Flußlaufe be. findlichen englischen Kanonenboote ausgeführt wurde.
Auf den ubrigen Fronten nichts von Bedeutung.
Deutsche uUnterseeboote im Aegäischen Meer. T. U. Athen, 6. Juli. Nachrichten über das Erscheinen von sieben deutschen Unterseebooten großen Typs im Aegä⸗ ischen Meer rusen große Befürchtungen in den Kreisen der dorthin geschickten Marinestreitkräfte hervor, da sich im Laufe
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