Ausgabe 
30.1.1915
 
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britischer Seite ausdrücklich sestgelegt, daß die Erörterung militärischer Möglichkeiten darauf zu beschränken wäre, wie der britische Beistand Belgien zur Verteidigung seiner Neu⸗ tralität am wirksamsten gewährt werden könnte. Von belgi⸗ scher Seite wurde erklärt, daß ein britischer Einmarsch in Belgien nur nach der Verletzung der Neutralität durch Deutschland stattfinden solle.

Die veröffentlichten belgischen Dokument! widerlegen diese Versicherungen des englischen Pressebureaus auf das bündigste. Es steht fest, daß Eng⸗ land im Jahre 1911 im Falle eines Kriegsausbruches zwischen Deutschland und Frankreich entschlossen war, unmittelbar mit oder ohne Zustimmung Belgiens und auch ohne daß die belgische Regierung Hilfe verlangt hätte, in Belgien Truppen zu landen. Dafür liegen die Erklärungen des Oberstleutnants Bridges gegenüber dem belgischen

Generalstabschef vor und dafür spricht auch die von Lord

Roberts abgegebene Erklärung(British Review, Heft vom August 1913), daß im August 1911 die Heimatflotte und ein Expeditionskorps für einen Einfall in Flandern in Bereitschaft waren, um das Gleichgewicht der Mächte aufrechtzuerhalten. Bemerkenswert ist aber ferner, daß die englische Regierung jetzt die Fiktion fallen

läßt, als ob es sich 1906 und 1911 nur um eine akademische

militärische Diskussion gehandelt hätte für den Fall, daß die Nationalität Belgiensvon einem seiner Nachbarn verletzt würde. Dieakademischen Besprechungen sind jetzt zu nichtoffiziellen Besprechungen geworden, für die aber vorher ausdrücklich Grundsätze also doch wohl offizielle? festgelegt worden sind. Zugege ben wird jetzt auch, daß die Besprechungen allein gegen Deutschland, also nur den einen der Nachbarn Belgiens gerichtet waren. Darin gerade liegt die Preisgabe der belgischen Neutralität. Die englische Re⸗ gierung vermag durch keine Sophistik die Tatsache aus der Welt zu schaffen, daß sie das durch den Neutralitätsvertrag gegenüber allen Mächten gleichmäßig gebundene Belgien zu Verhandlungen und Abmachungen gegenüber einem dieser Garanten, nämlich Deutschland, ver⸗ lockt, auf die Seite der Triple⸗Entente gezogen und schließlich in den Krieg hineingestoßen hat. Die weiteren Ausführungen der Erklärung laufen darauf hinaus, die Schuld an dem Scheitern der Friedensbemühungen der deutschen Regierung zuzuschreiben und England von der Mitschuld an dem Ausbruch des Krieges zu entlasten. Dem⸗ gegenüber bleibt der dokumentarische Tatbestand bestehen, dessen Ergebnis Helfferich mit den Worten bezeichnet hat: Rußland ist als Brandstifter, Frankreich und England sind als Mitschuldige erwiesen.

Hinrichtung eines Burenführers.

In einem Leitartikel schreibt der Telegraaf in Amsterdam: FJast ein Monat ist vergangen, seit ein lakonisches Reuter⸗Tele⸗ gramm das Todesurteil gegen den südafrikanischen Kommandanten Fourke meldete. Da telegraphische Be⸗ richte über Ssidafrika fast ausschließlich über England kommen und sehr parteiisch sind, warteten wir die Ankunft der afrikanischen Zeitungen ab. Diese ist fetzt erfolgt. Aus den Blättern geht her⸗ vor, daß das Todesurteil gegen Fourie bei dem holländischen Ele⸗ ment Südafrikas den Gnadenstoß für das Regime Bothas bedeutete. Alle Milde gegen Dewet und andere Auf⸗ ständische kann das nicht wieder gutmachen. Der Heldentod Fouries hat einem Lande und dem holländischen Element mehr geholfen als der hartnäckigste Widerstand gegen die Botha⸗Politik.

Die Vollstreckung des Todesurteils war auf Sonntag morgen 5 Uhr festgesetzt. Der Beamte, der dem Kommandanten die Mit⸗ teilung füberbrachte, traf ihn schlafend an. Er weckte ihn und sagte:Joseph Fourie, Sie sollen morgen bei Tagesanbruch er⸗ schossen werden. In der Nacht äußerte Fourie zu einem Be⸗ awten:Nun werde ich sterben, weil ich dem Lande treu blieb, in dem ich geboren bin, und für das ich immer kämpfte. Keine Gnade wird mir erwiesen, obwohl ich eufällig der Junge war, der mit der weißen Fahne losging, um Jameson (dem ehemaligen Premierminister der Kapkolonie und Urheber des Handstreichs gegen Transvaal) die Uebergabe anzubieten. Jetzt ist er Sir, und ich werde totgeschossen.

Als die Zeit zur Hinrichtung gekommen war, machte sich Fourie ruhig auf den Weg. Eine ihm angebotene Medizin lehnte er ah Er bat on eins on st äGudjoe Reerd fauna

nicht in mein Gesicht 5 erherz, da ist Platz genug. Dann setzte er sich auf einen Baumstumpf, verband sich mit

3 e ö 7 ener, lauter und kräftiger Stimme:Als wWy de doodsvallet betreen, laat ons elk aardse Friend alleen.(Wenn wir das Todestal betreten, läßt uns jeder irische Freund allein.) Bei dem letzten Wort fielen die Schüsse, der Held war tot. 0

Die Teuerung in England.

In englischen Arbeiterkreisen nimmt die Entrüstung wegen der Nahrungsmittelteuerung außerordentlich zu. Da nun auch eine Teuerung der Milchpreise angekündigt wird, wendet das Arbeiterblatt Daily Citizen das von Windston Churchill für die Deutschen erfundene WortKindermörder in ihrem Artikel an die englischen Landwirte, Schiffseigen⸗ tümer usw. an.

Der Streik in Norkitzire und die Kohlennot.

London, 28. Jan.(Ctr. Frkft.) Die Abstimmung über den Streik der Kohlenbergarbeiter in Norkshire hat 26 676 Stimmen flir den Streik und 7214 gegen den Streik ergeben. e ist die Arbeiterschaft entschlossen, in den Streik einzutreten. Die Arbeiter verübeln es den Bergwerksbesitzern fehr, daß sie, trotzdem es sich nur um eine Lohndifferenz von 4 Pence pro Tag handelt, ihren Patriotismus vollständig vergessen und es auf den Streik ankommen lassen, der die Kohlenkalamität noch stark erhöhen wird. Die reaktionäre Strömung findet gegen⸗ über der Arbeiterbewegung neue Kräftigung und die Morning Post geht sogar soweit, daß sie der Regierung vorschlägt den Acht⸗ stundentag für die Kohlenarbeiter abzu schaffen. Es liegt ein derartiges Ersuchen der Handelskammer von Glasgow vor. Die Morning Post schreibt:Es kann kein Zweifel darüber sein, daß dieses Ersuchen infolge der Umstände sehr berechtigt ist, denn die Kohlenausfuhr ist um 20 bis 30 Prozent herunterge⸗ gangen. Der Kohlenbedarf ist sehr dringend, vor allen Dingen in den Distrikten, wie Clyde, Tyne und in den mittleren Grafschaften, die Krieosmunition und andere für die Marine und das Heer nötigen Dinge in enormen Quantitäten mit größer Schnelligkeit herstellen müssen. Man kann dem Mangel in zweierlei Weise ab⸗ helfen; entweder, indem man die Arbeiter, die zum Heere ge⸗ gangen sind, wieder zurückruft, oder indem man die Koh⸗ lenausfuhr verbietet. In echt egoistischer Weise sagt jedoch die Morning Post: Wenn man die zweite Maßregel, also das Kohlenausfuhrverbot, anwenden wolle, so würde man den be⸗ rechtigten Handel in vollständig ungerechtfertigter Weise treffen. Großbritannien liefere keine Kohle für die feindlichen Länder, und es wäre eine bedeutende Beschränkung eines wichtigen Industrie⸗ zweiges und infolgedessen auch ein außerordentlicher Verlust für das nationale Einkommen zu einer Zeit, wo doch so außerordentlich große Ansprüche an die Mittel des Landes gestellt werden, die noch beständig größer werden.

Gescheiterte Austauschverhandlun en.

Die durch eine neutrale Macht geführten Austausch⸗ verhandlungen in bezug auf die bei Kriegsausbruch in Rußland und Deutschland internierten Zivilpersonen sind gescheitert. Deutschland wollte in erster Stelle seine in Rußland tätigen Konsuln befreit wissen. Die russische Re⸗ gierung lehnte aber die Freilassung derjenigen Konsuln ab, die ihren Konsulatsbezirk im Bereich von Festungen hatten.

Die russischen Kriegsläuse.

Bekanntlich werden unsere Feldgrauen von der Ungeziefer⸗ plage in Rußland arg gequält. Immerhin mag dies noch erträg⸗ lich sein, im Vergleich zu den Qualen, die die napoleonischen Armee im Jahre 1812 durch die russischen Läuse auszustehen hatte. Ein württembergischer Leutnant v. Suckow unter anderen beschreibt die Not in ausführlicher Weise: das Elend, das hierdurch verursacht wurde, war einfach unerträglich. Der Schlaf am Wachtfeuer wurde zur Schimäre. Ein Offizier entdeckte, daß sein ganzer Körper von Läusen angefressen war. Ein französischer Oberst riß sich beim Kratzen ein Stück Fleisch aus dem Nacken, da der durch die Wunde verursachte Schmerz ihm ein Gefühl der Erleichterung zu sein schien! Unter den Umständen, welche den russischen Feld⸗ zug charakterisierten, namentlich die Unmöglichkeit der körperlichen Reinigung, entwickelte sich das Ungeziefer in einer Weise, die jeder Beschreibung spottete. Niemand entging der Plage; nach Constant, dem Diener Napoleons, hatte selbst der Kaiser sein Teil.

5 Auffallend ist, daß, wie die Deutsche Medizinische Presse schreibt, die Läuseplage in den medizinischen Kriegsgeschichten kaum je erwähnt wird, obwohl jeder, der im Felde gewesen, damit vertraut wird. Wenland empfiehlt ein Mittel, das er in dem Feldzug 1870/71 bewährt gefunden. Sobald die Verwundeten auf⸗ genommen waren, war das erste, sie vollständig in einem eigens dazu bestimmten Raume zu entkleiden, gehörig zu reinigen oder ihnen je nach den Umständen ein warmes Bad verabreichen zu la it neuem Leibgerät in die für ste h

und meinte zu den Soldaten:Ihr müßt

d 52 Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 171

öNein! sprach sie, indem sie aufstand,mein Elend wird immer bei mir sein.

Wie leid tut es mir, daß ich es vermehren muß, fiel er ein,wie bedauerlich wäre es, wenn dein zärtlich geliebter Freund morgen mit dem Zauberer, seinem Spießgesellen, in Flammen zum Himmel führe.

Itlda hob ihre Arme flehend auf, aber hinter ihr an der Türe sagte eine andere Stimme:Das wird er nicht; leicht aber könnte es sein, daß der Teufel dir selbst näher ist, wie du denkst.

Allerliebst! rief Paul.Dachte ich es doch, daß die Komödie noch einen Akt hätte. Nur näher, Hanna Fandrem, du darfst nirgends fehlen, wo ich Spott und Schande zu tragen habe.

Ich hoffe dabei zu sein, wo dir all' dein Heucheln nichts mehr hilft, sagte Hanna, indem sie neben Ilda trat.Zu ihrem Schutze bin ich hier und will in meiner Weise ein Wort mit dir reden, da ich besser verstehe, dein Herz zu rühren.

Des grausame, betörte Volk will sein Opfer haben.

a Schlachtet den alten Mann, wenn Ihr es wagt, die Rache

wird nicht auf sich warten lassen. Viele Lappen werden nach Schweden hinüberziehen oder an das Eismeer, um sich von Eurer Grausamkeit zu befreien; der Handel wird sich ver ringern, die Märkte werden abnehmen, aber auch die Re gierung wird Euch das Henkerhandwerk legen. Tue darin, was du für klug hältst, doch unklug bist du, wenn du in deinem Hasse nicht sehen willst, was geschieht, wenn du Marstrand zu opfern denkst. Zu eines Edelmannes Tod wird die Re gierung nimmer schweigen. Du wirst Rechenschaft geben müssen, das Schwert wird über deinem eigenen Haupte hängen. f

aDa wollen wir es hängen lassen, sagte er,bis du ein⸗ mal eine Stecknadel brauchst und es abschneidest.

heute noch wollte ich meine Hand gegen dich aufheben, aber es wird kommen ohne mich. Wahre dich, du falscher Mann, ich denke, deine Tage sind gezählt. Zeugen werden gegen dich aufstehen, die dir beweisen, daß du all dies Unheil verschuldet hast. Krümme dich, wie du willst, du sollst es büßen. Du, der an nichts glaubt, du, der Gott jeden Tag verspottet, du willst einen armen Greis verdammen, weil er kein Christ ist und Zauberkünste treibt? Verständest du dergleichen, dann wehe allen guten Menschen auf Erden! Aber Klaus Horne mann wird kommen und gegen dich aufstehen, und wenn es niemand tut, so will ich es tun. Mache Johann Marstrand frei, oder morgen sollst du mich hören. In den Gerichtskreis will ich treten und laut ausrufen: Dieser da hat Björnarne gemordet, dieser da hat meinen Bräutigam verlockt und ver führt, seine Leidenschaft zu Gula, dem Lappenmädchen, bis zur Tollheit angeblasen, damit er verflucht, enterbt und ver stoßen würde. Daß du es weißt, du gieriger Mann, dreißig⸗ tausend Taler sollst du mir dann zahlen, die Helgestad als Reuegeld gelobt hat, wenn Björnarne mich verschmähte, und verschmäht hat er mich mit Hilfe deiner List und Ränke. Gib den Herrn Marstrand los und gib ihm den Balsfjord zurück, den du ihm stehlen willst, so kann es sein, daß du davon kommst, bis Gott dich findet. Mühe dich um den Schuldlosen, diene ihm, vielleicht schweigt er um Ildas willen und was zu ihr gehört, um den Graus, der aufgeweckt würde. und überläßt die Rache dem allmächtigen Herrn. Und jetzt ist's genug mit dir, jetzt laß uns gehen, Ilda. Laß ihn zeigen, ob er Klugheit genug besitzt, sich aus seinen eigenen Schlingen zu retten.

Petersen hatte mit Verachtung zugehört. Die Arme ge⸗ kreuzt und Spott auf seinen Lippen saß er da und ließ sie sprechen und gehen. Erst nach einiger Zeit stand er auf, kehrte in sein Zimmer zurück und strich dort behaglich durch sein langfallendes Haar.

Ihr seid nicht die,

von denen ich zu fürchten habe,

Infolgedessen.

ergerichteten

er dies losgemacht hatte, trat er hinein.

Betten in den Krankensaal gebracht wurden. Die sän Kleider wurden der Luft ausgesetzt. Um seinen Plan N führen, ließ er 5 Fuß hohe und ebenso breite hölzerne Kisten fertigen, mit einem Deckel verschließen und innen mit f blauem Papier, das mit Stärkekleister angeklebt war, luftdicht machen. Dann schüttelte er etwas Benzin Boden der Kiste und ließ danach die Kiste mit Kleidu belegen, nachdem jede Schicht mit einer mäßigen Quantität B übergossen war. War dann eine Kiste mit den Effekten bi angefüllt, so wurde der Deckel fest zugeschlagen und der dadurch ziemlich hermetisch abgeschlossen.

Nach zwei⸗ bis dreimal 24 Stunden wurde der Deckel sernt, die Kleider wurden herausgenommen, und da sah man Erstaunen und Grauen die Bälge der toten Läuse herabfallen, in einer Menge, von welcher man vorher keine Ahnung hatte 2 Benzin verflüchtete sich nämlich während dieser Zeit, durchd die Effekten und tötete alle diese Parasiten, weil das Leben aller ähnlichen Tierbildungen in einer mit Benzin geschwänge Atmosphäre erlöschen muß. 0 2

Bulgarien und die Neutralilät.

Nach einem Telegramm der Köln. Ztg. aus Sofia klärt die halbamtliche Narodny Prawa, es sei unbekannt, manche neutralen Staaten geneigt seien, sich in den einzulassen. Das bulgarische Volk wünsche keinen ne Krieg, doch werde niemand in Bulgarien die gegen sein Vaterland verübte Ungerechtigkeit vergessen. i 9

Eine offenbar inspirierte Notiz des regierungsfreu lichen Blattes Dnewnik besagt:Wir sind zu der Erkläru ermächtigt, daß Bulgarien an der bekundeten streng loya Neutralität festhält. Die Regierung ist bestrebt, Bulgar 5 auf friedlichem Wege jene Gebietserrungenschaften, die ihm zustehen, zu sichern. N

Rumäniens Neutralität. a

Konstantinopel, 28. Jan.(T. U.) Der hiesige rumänisck Militärattachee hat dem deutschen Botschafter anläßlich des Kaisers Geburtstages gestern einen Besuch abgestattet bei dieser Gelegenheit die aufrichtige Sympathie der rumän schen Armee für den Kaiser und das deutsche Heer ausg eprochen. Der Vorgang hat in hiesigen politischen Kref lebhaften Eindruck gemacht. 5

Carp über die Lage Rumäniens.

Budapest, 28. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Der ungan Journalist Nikolaus Vacsei berichtet im Pester Lloyd über Unterredung, die ihm der rumänische Staatsmann Carp gew hat. Carp sagte: Es ist derzeit sehr schwer, über Fragen internationalen Politik sich zu äußern. Besonders schwierig ist die Lage Rumäniens, das bekanntlich sich für die Neutralität entschieden hat. Wie lange diese Neutraliät sich wird behaupten lassen, hängt von mancherlei Umständen ab. Hier in Bukaref wird die Lage durch zwei Strömungen gekennzeichnet: Auf d einen Seite die verhetzte Straße, die von Siebenbürg träumt, auf der anderen ein Lager von ernsten Männern, der, Wille auf Bessarabien gerichtet ist, auf ein Land, das un⸗ serem Körper vor hundert Jahren entrissen wurde und von Millionen Rumänen bevölkert ist. Ich selbst gehöre der zweite N Gruppe an, denn nach meiner Ansicht ist die serbung Bessarabiens das erste Interesse Rumäniens. Selbsty 0 haben einzig die beiden Zentralmächte Aussicht auf Erfolg. 2 insbesondere die Deutschen betrifft, so stehen sie auf beid Seiten sehr gut, sie entfalten eine imponierende Kraft, und ist mein fester Glaube, daß der entscheidende Erfolg unbedin ihnen zufällt. Ueber die Straßen kundgebungen Bukarest befragt, meinte Carp: Die Haltung der Straße ke nicht entscheidend sein. Die verantwortlichen Staatsmänner ha einzig das Interesse des Landes vor Auden. Auswärtige flüsse können die Entschlüsse der maßgebenden Faktoren in k Weise bestimmen.

Zur Sicherung der deutschen Volksernährung.

Kopenhagen, 28. Jan.(Ctr. Frkft.) Politiken schreibt in einem Leitartikel, die Frage, ob Deutschland die Folgen des englischen Handels⸗ und Hungerkrieges aushalten könne, werde durch die jetzt erfolgte Beschlagnahme der Korn⸗ und Mehlvorräte aktuell. Die Eng länder sähen in dieser Maßnahme ein Zeichen für den Anfang eines Notstandes und meinten, bald werde der Hunger Deutschland in die Kniee zwingen. Solche weitgehende Schlußfolgerungen seien aber unberecht igt. Man dürfe vorläufig nur sagen, daß die deutsche Regierung vorsichtig gehandelt und alle Möglichkeiten in Betracht gezogen habe. Es gelte eben bei Zeiten wirtschaftlich mit den Lebens⸗

. eee sprach er.Tretet auf, wenn ihr wollt, tausend Stimmen werden euch zum Schweigen bringen. Aber geschehen muß, was geschehen soll, und wer weiß, ob ich die heißen Wünsche dieser verliebten Närrin nicht erfülle, weil ich will. 1

Er nahm ein Licht, nahm Schlüssel aus einem Wand⸗ spind und trat auf den Flur hinaus. In einer Seitenkammer saß ein Gerichtsdiener, die Arme auf den Tisch gestützt, Kopf in die Hände. Als der strenge Landrichter eintra sprang er auf. 1

Oeffne die Tür, sagte Petersen, und der Mann sche die schweren Riegel zurück und ließ seinen Vorgesetzten einen Gang treten, zu welchem ein halbes Dutzend Stuft hinabführten. Das Amtshaus war ein Balkengebäude alle hier; aber es ruhte auf mächtigen Felsenbruchstücken, die ein festes Gewölbe bildeten. Der Sorenskriver ging den Ga hinab, links und rechts waren Verschläge von dicken Bohlen Einer derselben war mit einem großen Schlosse verwahrt;

Da saß ein gespenstisches Wesen in dem engen, niedri Raume, in welchem Paul sich nicht aufrichten konnte. hielt das Licht hoch und ließ dessen Schein auf den unför lichen Klumpen in der Ecke fallen, der sich nicht regte großer Stein lag dort, eine Kette war in der Wand be und hing an einem Eisenring, der den Hals des unglück Gefangenen umschloß, dessen Kopf und Gesicht unter langen abgemagerten Händen und wilden strehnigen Haaren be borgen war.

Der Sorenfkriver setzte sich auf einen anderen Stein an der Türe, stellte die Leuchte vor sich an den Boden und sa dann in mildem Tone:Das ist ein schlechter Aufenthalt, Afraja, für einen Mann, der in der frischen Luft der Gamt alt geworden ist. Morgen ist Gerichtstag, und Gott erbarme sich deiner! Du hast bis jetzt jede Antwort verweigert, hall hartnäckig alle Ermahnungen verachtet, ich komme letzten Male zu dir, um zu fragen, ob du bereust und demi bist? b 91

(Fortsetzung folgt.) J 1 5