Ausgabe 
30.1.1915
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes

der Provinz Ohe hessen und der Nachbargebiete.

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Die Oberbessische Bolksgettune erscheint eden Werktag Abend in Gießen Der Ahonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 0 Wi cmschl. Bringerlohn Durch die Vost besogen vierteljäbrl. 180 ME

Redaktion und Ervedition Gießen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwengasse, Televbon 2008.

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Gießen, Samstag, den 30. Januar 1915

10. Jahrgang

Italien und

Was sagt Italien?

Ein italienischer Genosse schreibt der Parteipresse:

1 5 Deutschland und Oesterreich sieht man in jüngster Zeit mit einer offenen oder doch kaum verhehlten Besorgnis nach Italien hin und befürchtet allerhand Uebles, das sich dort vorbereiten soll. Und wenn man nur die Stimmen aus dem Corriere della Sera, dem Secolo, der Gazetta di Venezia und vielen anderen ähnlich gearteten Blättern zu trauen hätte, wenn diese wirklich die wahre Stimmung unseres Landes wiedergeben würden, dann so schreibt man der Münchener Post aus Italien hätte man allerdings Grund, uns nicht über den Weg zu trauen. Aber weder Poeten, wie d'Annunzio, der hofft, durch die Sonne des Chauvinismus seinen welken Lorbeer neu erblühen zu sehen, noch eitle, durch französische Schmeicheleien gewonnene Pro⸗ fessoren, noch das radikale Freimaurertum, das jedes sozialen Gedankens unfähig ist und unter der Führung Exnesto Nathans

einen Tiefstand wie nie zuvor erreicht hat, noch endlich die von Herrn Barrsre ausgehaltenen Journale sind Italien. Auf diese verschiedenen Gruppen von Schreiern, Hetzern und

Lärmern trifft das gute Wort Tittonis zu, das er am 28. Juni 1909 in der Deputiertenkammer sprach, als wir uns in einem an⸗ scheinend belangvollen Konflikt mit Oesterreich besanden. Tittoni, damals Minister des Aeußern, ließ sich also aus:

In allen Ländern ist die Presse und die öffentliche Mei⸗ nung oft kriegerischer gestimmt als die betreffenden Regierungen. Wenn öffentliche Meinung und Presse sich in Aus⸗ brüchen plötzlicher Erregung gefallen, so ist es die Aufgabe der Staatsmänner ihre Ruhe zu bewahren und sich der Suggestion, die die plötzliche Unruhe auf sie ausüben kann, zu entziehen.

Paßt dies Wort schon auf eine wirkliche Aufregung im Volke, so noch viel mehr dann, wenn nur ein gewisser kleiner Kreis, der leider viele große Blätter zur Verfügung hat, eine künstliche Erregung mimt, um die Nation für seine eigenen Zwecke mobil zu machen. Tittoni, der heute unser Land in Frankreich vertritt, wird zweffellos daher der Sentenz zufolge handeln, die er vor sechs Jahren als richtig verkündete, und die Machthaber der Re⸗ publik warnen, Barreres Berichten zu trauen und sich auf eine Hllfe Italiens in ihren Nöten zu verlassen. Ebenso werden Sonnino und Salandra kaum geneigt sein, sich die Rezepte ihrer Politik auf der französischen Botschaft schreiben zu lassen. Jeden⸗ falls ist der bedeutendste Politiker Italtens, Giolitti, hierzu nicht geneigt, und wenn die einflußreiche Stampa in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Schwenkung machte, so dürfte dies auf seinen Einfluß sich zurückführen lassen. Man muß ferner bedenken, daß fast die ganze süditalienische Presse, nicht etwa nur die von Parla⸗ menghi Erispi und seinen Freunden inspirierte, durchaus für die Einhaltung der Neutralität eintritt und das wüste Geschrei der nord⸗ und mittelitalienischen oft in sehr scharfer Weise geißelt.

Leider hat das Geschrei auf die deutsche Kolonie in Rom gewirkt, unter dieser eine Art Panik erzeugt, und aufgeregte Be⸗ richterstatter und Künstler fabeln in ihren Privathriesen, die sie nach ihrer Heimat senden, von einer großen Erregung des italieni⸗ schen Volkes, wie deutsche Nachrichten melden.

Denn das eigentliche Italien will wirklich nichts von einem Kriege wissen, zu einer Zeit, wo kaum die wirt⸗ schaftlichen Wunden des Tripolis⸗Krieges zu vernarben beginnen, und es meint, durch Bewahrung einer strikten Neutralität werde es am Friedensschluß leichter und sicherer auf seine Kosten kommen,

als wenn es sich in das Abenteuer eines neuen Kampfes stürzt,

dessen Ausgang recht zweifelhaft erscheint 5 Dieses wahre Italien ist in erster Linie in den Werk⸗

stätten der Industrie zu suchen Wenn sich französische

und englische Blätter den Anschein geben, als hätte die Partei der Reformsozialisten einen bestimmenden Einfluß auf die italienische Arbeiterschaft, so täuschen sie bewußt ihr Publikum Mag die Presse der Reformsozialisten noch so chauvinistisch sich gebärden, mag der Asino, dessen Name immer mehr zu einer Selbstironie wird, noch so frech die Zunge gegen Deutschland hoxausstrecken, ein derartiges Treiben bleibt ohne sede Wirkung auf die über⸗ wältigende Mehrheit der italienischen Arbeiterschaft Diese wil! und fordert die Einhaltung strikter Neutralität; sie hat dies öffentlich in nicht mißzuverstehender Weise bekundet und sie besitzt die Macht, ihren Willen im gegebenen Falle sehr wirkungs⸗ voll zum Ausdruck zu bringen Die italienische Soi al⸗ demokrat ke, also die italienische Arbesterschaft, rückt mit Ver⸗ achtung von den frevelhaften Schreiern und Wühlern, fort. Aber auch die Katholiken Italiens beginnen die gleiche Haltung einzunehmen. Man braucht nichts weniger als gläubig zu sein und kann doch Benedikt 15. zugestehen, daß er in der großen Krise, in der wir uns befinden, eine würdige, einem Priester wohl⸗ anstehende Haltung einnimmt. ö 1 145 Der Papst wünscht, daß die Katholiken Italiens in keiner Weise sich den Kriegshetzern anschließen, sondern sich für die Aus⸗ rechterhaltung der Neutralität einsetzen. Und der Wille des Napstes ist eine Potenz, deren Kraft zu unterschätzen, hieße, nur die eigene Unkenntnis beweisen. 7 4 Was König Viktor Emmanuel anbetrifft, so weiß man genau, und sch trete für meine Worte ein, daß er einen Krieg gegen seine bisherigen Verbündeten verabscheut. Und wenn der Klopffechter Barréres ihm deshalb sehr deutlich mit der Absetzung der Dynastie Savoyen droht, so darf er diese Drohung wirklich verachten. die Errichtung einer Republik, in der Ernesto Nathan, in der Ge⸗ schäftsspekulanten, Chauvinisten und ähnliche Gesellen am Ruder sind, wird kein italsenischer Arbeiter auch nur einen Finger rühren, und die italienischen Katholiken würden sie, trotz des Gegensatzes zwischen Vatikan und Quirinal, auf das hestiaste bekämpfen. Wie der König, so denkt auch der größte Teil des Offizterkorps, der es vom Ehrenpunkt aus verurteilt, einen Krieg gegen Deutschland und Oesterreich zu führen, so denken die meisten wirklich gebildeten Politiker. Denn diese wissen,

daß

Italien durch den augenblicklichen Anschluß an den Dreiverband in

Zukunft schweren Schaden zu gewärtigen hätte. Es würde sich selbst b ü n dnisun hig machen, denn keine Macht könnte mehr das Risiko auf sich nehmen, mit einem so unzuverlässigen

Partner sich zu verbünden. Dann aber erkennen sie, wie gefährlich die Lage unseres Landes sein müßte, wenn England, Frankreich und Rußland die Herren des Mittelmeers und der Levante sind. Je mehr unverbrauchte Kraft Italien besitzt, wenn die Friedens⸗ verhandlungen unter den Kriegführenden beginnen, desto stärker kann es seine berechtigten Wünsche fördern und durchsetzen. Daher bedarf es des Friedens und nicht des Krieges.

Man soll also jenseits der Alpen das wüste Lärmen der ge⸗ wissen Preßmeute richtig einschätzen, dann wird man sich durch es nicht erschrecken lassen, sondern mit dem großen Deutschen, der zu⸗ gleich der beste Freund Italiens war, mit Goethe lächelnd sagen:

Wanderer, gegen solche Not Wolltest du dich sträuben? Wirbelwind und trocknen Kot,

Laß sie drehn und treiben. 895 Doch ist es notwendig, daß man auch in Deutschland und Oesterreich endlich beginnt Italien gerechter zu beurteilen. Man

hat dies nicht immer seit dem Beginn des Krieges getan, trat es auch nicht in der Presse aus leicht erklärlichen Gründen zutage, so wußten wir doch, wie hart die öffentliche Meinung in beiden Ländern über uns urteilte. Das war aber ungerecht.

Zunächst muß man nicht vergessen, daß die östexreichische Politik sowohl während des Tripoliskriegs auch auch während der albanischen Frage durchaus nicht uns wohlgesinnt war. Seit der Zusammenkunft San Giulianos und Berchtolds, die im ver⸗ gangenen Frühling in Abbazia stattfand, waren zwar alle Differenzen glücklich behoben, aber noch nicht ganz das Mißtrauen in der italienischen Volksseele. Und das erklärte die Haltung mancher sonst sehr friedlich gesinnter Männer, als der Krieg aus⸗ brach. Sie wollten keinen Kampf gegen die Zentralmächte, sie wollten aber auch kein Eintreten für sie, und sie betonten vielleicht das tetztere stärkex als das erstere.

Dann aber war es uns wohl bekannt, wie man in Deutsch⸗ land und Oesterreich in weiten Kreisen das Neutralbleiben des Bundesgenossen auf das schärfste glossterte und verurteilte. Das war nicht nur unpolitisch gehandelt, sondern es zeigte auch eine völlige Unkenntnis der Entstehungsgeschichte des Drei⸗ bundes. Ebenso wie man inesterreich es vergessen hat, daß schon 1877 Disraeli und Bismarck Italien die Annexion von Albanien, und zwar von ganz Albanien angetragen hatten, daß also Italiens Wunsch nach Albanien schon vor 37 Jahren als berechtigt anerkannt wurde nur die Franzosenfre ichkeit des damaligen Minister⸗ präsidenten Cairoli ließ den scheitern ebenso erinnert man sich in Deutschland und daß

die

Interpretation zu ihm gegeben ward, nur in dem Falle könne Italien aktiv seinen Genossen im Kriege helfen, wenn Euglan 8 nicht auf der Gegenselte stände. Auch 1887, als Crispi und Robilant den Bund erneuerten, betonten sie diesen ihren Standpunkt, der von Bismarck wie von seinem österreichischen Kollegen als durchaus richtig anerkannt wurde.

Italien trat in den Bund, weil die aggressive fran⸗

1 Oesterreich nicht mehr daran, sowohl 1883, als Crispi den ersten Dreibundvertrag abschloß

zösische Politik hierzu zwang. Es mußte mit seinen langen, ungeschützten Küsten Freunde haben, die auf dem Lande * 5

die Macht schlagen kannte. die damals die zweitstärkste Flotte der Welt besaß und daher für Italten ein sehr zu fürchtender Gegner war. England stand zu jener Zeit dem Dreibund so nahe, daß die größten englischen Blätter schrieben, ein binbender Vertrag mit den Staaten des Dreibundes sei nicht nötig, man gehöre ihm auch ohne diesen an, und daß noch lange Jahre hindurch das Stichwort in London galt: Ihr zu Land, wir zu Wasser!

Heute, wo England auf der Gegenseite Deutschlands der Fall eingetreten, an den Erispi und seine Nachfolger e haben. Daher kann Italiens Losung, getreu der authentischen Interpretation des Dreibundvertrags nur lauten:Kein C

mischen in den Krieg, sondern Aufrechterhaltr strikter Reutralität. *** i 5 3281 Ru che Berichte. Der Korrespondent der Birshewija Wj domosti telegra⸗

phiert, das Hauptaugenmerk konzentriere sich derzeit auf den Raum um die Mlawa, wo erbitterte K ämpfe im Gange seien. Obgleich die Lage für die Russen günstig soi, sei es ihnen noch nicht gelungen, die ostpreußische Grenze zu überschreiten.

Die Kriegsberichterstatter berichten von furch tbaren Sturmangriffen der Verbündeten östlich der Bzura und Rawka, die die Russennicht überall hätten ab? schlagen können, zumal da die Deut schen neuerdings ganz bedeutende Verst ärkungen erhalten hätten. An der Rawka, Nida und bei Pinczow seien die O ffensiv⸗ stößse der Verbündeten überhaupt seit einigen Tagen vehement. Ein Beweis dafür sei, daß die Deutschen auf einer Front von kaum 3 Kilometer nicht weniger als 15 000 bis 18 000 Mann massierten.

Der Petersburger Korrespondent der Daily News be⸗ hauptet dagegen, daß die Deu tschen beträchtliche Streitkräfte von ihrer Front in Polen zwischen den Bzura und der Rawka weggenommen hätten. Die Deutschen zerschießen das Eis in beiden Flüssen, um don Russen den Uebergang unmöglich zu machen. Die au Polen verschwundenen Truppen würden wahr-

ünienn.

schließen,

scheinlich nach dem Süden geschickt, helfen. 0 Sehr charakteristisch ist die Nachricht, daß eine Depu⸗ dation russischer Berichterstatter beim russischen Kriegsminister Suchomlinow erschien und ihn ersuchte, do man von zwar langsamen, jedoch sicher fort⸗ schreitenden Erfolgen der Russen rede, die Meldungen des Großfürsten Nikolaus aber mit Hinweis auf die aus⸗ gebreitete deutsche Spionage so karg seien, ihnen doch einige Aufklärungen zu geben, denn allzu langes Stillschweigen der offiziellen Kreise wirke beunruhigend auf die Bevölkerung. Der russische Kriegsminister lehnte die Erfüllung dieser Bitte ab und erklärte, im jetzigen Zeitpunkte, da alles vortrefflich stehe(2), sei größte Geheimhaltung doppelt ge⸗

um Oesterreich zu

tehe boten. Ein französisches Torpedoboot gesunken. er Lokalanzeiger meldet aus dem Haag vom 27. Jauuar: Aus einer Erklärung, die der sranzösische Maxineminister dem Korrespondenten der Times in Paris über die Verluste der fran⸗ zösischen Marine seit dem Anfang des Krieges machte, geht als bis jetzt unbekannte Tatsache hervor, daß in der vorigen Woche bei Nieuport ein französisches Torpedoboot unterging. Von den 40 Mann der Besatzung ertranken 5. Im adriatischen Meer wurde ein großer französischer Kreuzer torpediert. Er hat keinen Verkust an Menschenleben erlitten. Der Schaden war in 6 Wochen repariert. 2 e Holland und die Schließung des Snezkanals. Amslerdam, 28. Jan.(tr. Frkft.) Pie Schließung des Suezkanals komunt in Holland vollständig über raschend und erweckt naturgemäß große Beunruhigung, da Holland hierdurch von seinen Kolonien abgeschnitten ist. Der Telegraafs, der den Direktor der großen Schiffahrts⸗GesellschaftNederland befragt hat, erhielt zur Antwort, daß man dort noch keine Kennt⸗ nis von dem Ereignis habe. Wenn es aber soweit gekommen sei, daß der Suezkanal geschlossen werde, dann müsse man unent⸗ behrliche Produkte, die sonst aus Indien eingeführt wer⸗ den, solange die Schließung dauere, aus anderen Ländern, z. B aus. Australien oder Amerika(San Francisco) kommen lassen, deun der alte Weg um das Kap der guten Hoffnung herum bringe zu viele Schwierigkeiten für die Kohlenversorgung. Die Angelegen⸗ heit käme so überraschend, daß man sich noch nicht vorbereitet habe. Außer ö jahre in normalen Zeiten jede W i Ned und sechs Schiffe des

tNederland durch den Suezkanal, im ganzen Jahre

St Rotterdamschen Lloyd

etwa 300 Schiffe. Jetzt sei diefer Verkehr sehr herabgegangen in Anbetracht der Lage.

Das Handelsblad sch Der Beschluß ist Folge der Angriffe der Türken auf den Suezkanal bei Kantara und anderen in der Nähe des Suegkanals gelegenen och nur vorübergehend Kanal vorläufig ge⸗

natürlich ei ne

0

f da die Kanalgesellschatf kein antwortlich gemacht werden könn Aber da der Kanal einen me Gründungsakte der Kang die engli en Charakter denn hierdurch al fahrenden S

len Charakter habe, ft ausgesprochen ist, sei es un⸗ 1 zu übergehen könne, dem theben und den Kanal zu ine Benachteiligung der durch hervorrufen. An anderer Stelle sagt kische Heer, das sich dein Kanal nähere 1 öune, da die Türken schon allzu große Aufgaben sich genommen hätten. scheine daher nich! die Gefahr am Suezkanal sehr groß iglischen Truppen

möglich, daß neutral 8 1

f Es se

daß u est Am wahrscheinlichsten sei es, daß die ö zu militärischen Zwecken nötig haben. e Truppen an der Ostseite des Kanals. Die Haupt⸗ scheine nach den wenigen Berichten die hier⸗ urden. an der Westseite zu liegen. Für eine eng⸗ i daher der Kanal notwendig. Viellescht war o 1 lätit t zu schla oder Schiffsbrücken zu legen, durch 455 die die Schiffahrt behindert wird. Möglicher weise, sagt das Hau⸗ delsblad, irren wir uns, aber wir glauben dennoch, daß kein Grund für eine große Beunruhigung vorliegt und daß wir befürch⸗ ten müssen, daß der Schiffahrtsverkohr mit unseren Kolonien lange Zeit gesperrt werde. Die Engländer haben ein großes, Heer ni Aegypten. Natürlich weiß man nicht, welche Absichten die Türken in der syrischen Wüste haben.. 5 1 72 9 9 10 9 England und die belgische Neutralität. Eine neue Erklärung der deutschen Regierung. Berlin, 28. Jan.(W. B. Amtlich.) Das Londoner Preßburcau veröffentlicht eine lange Erklärung, die sich gegen die vom Reichskanzler dem hiesigen Vertreter der Associated Preß gewährte Unterredung wendet. Das amtliche Londoner Bureau bestreitet, daß England im Jahre 191¹ entschlossen war, ohne Zustimmung Belgiens Druppen nach Belgien zu werfen. Diese Auffassung berußze wahrscheinlich auf micht offiziellen Besprechungen * 5 2 2 8 8 zwischen britischen und belgischen Offizieren aus den Jahren

der

1906 bis 19141, die Vorkehrungen gegen eine etwaige Ve letzung der Ne ät durch Deutschland trefses wollten, ö sprechungen stattfauden, wurde vont