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dcheitert, was übrigens auch die amtlichen russischen Mitteilungen der letzten Tage beweisen. In den letzten Tagen zogen sich die Russen vor einem Teil unserer Front zurück. Sie mußten ihre Stellungen befestigen und konnten sie halten. Während sich diese Kämpfe im Kaukasus ab⸗ spielten, errangen unsere in der Provinz Aserbeidschan operierenden Truppen überall Erfolge, ausgenommen bei Khoi, in dessen unmittelbarer Umgebung die Kämpfe an⸗ dauern. Die Russen wurden aus allen bedeutenden Orten vyn Aserbeidschan, Täbris einbegriffen, vertrieben. Das Balkanproblem.
Mailand, 26. Jan.(Etr. Frlft.) Der römische Korrespondent des Matin will von Genadlew folgende Erklärungen erhalten haben: Die Verhandlungen mit Rumänien wegen Wiederabtretung eines Teiles des nach dem zweiten Balkankrieg erwoubenen Gebietes sind fast beendet. Die rumänische Regierung bereitet die Oeffentlichkei: auf diese Abtretung vor. Serbien schlug Griechenland vor, den Bulgaren in Mazedonien Genugtuung zu geben, was Griechenland zubilligte in der Hoffnung, in der Gegend von Monastir von Serbien neue Konzessionen zu bekommen. Thrazien sei ohne Kon⸗ stantinopel für Bulgarien wertlos und Konstantinopel fei das Ziel der russischen Politik.(Frankf. Ztg.)
Die bulgarischen Sozialdemokraten
für Deutschland.
Prag, 26. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die sozialdemo⸗ kratische Prava veröffentlicht einen telegraphischen Bericht aus Sofia vom 24. Januar, nach dem dort unter dem Vor⸗ sitz Kirkows eine große Volksversamlung stattge⸗ funden habe, an der über 5000 Personen teilnahmen. Be⸗ geistert begrüßt, sprach der deutsche sozialdemo⸗ kratische Publizist Parvus gegen den Zarismus. Die Versammlung war vollkommen mit dem Stand⸗ punkt der deutschen Sozialdemokratie ein⸗ verstanden. Die von den Rednern zum Ausdruck ge⸗ brachte Anschauung, womit sich die Versammlung einver⸗ standen erklärte, ging dahin, daß Deutschland für die europäische und sozialdemokratische Sache kämpfe und daß ein deutscher Sieg die einzige Garantie für die Selbständigkeit und nationale Entwicklung der Balkanstaaten sei. Die Versammlung sprach sich weiter für den Anschluß der Balkanstaaten an die Zentralmächte sowie für die Selbständigkeit und Freiheit der Ukrainer, Polen und Bewohner des Kaukasus aus.
Englische Kohlennot.
Amsterdam, 28. Jan.(T. U.) Die Transportschwierig⸗ keiten in England haben zu einer Kohlennot in den großen Städten und Industriezentren geführt. Die Vorräte der Großhändler nehmen schnell ab. Gas⸗ und Elektrizitätsgesell⸗ schaften und öffentliche Anstalten sehen mit Besorgnis der nächsten Zeit entgegen. Im Durchschnitt sind die Preise für die Tonne im Vergleich zu den bereits hohen Sommerpreisen um 6 Shilling gestiegen. Dazu kommt die Ungewißheit über die Abstimmung der Bergarbeiter von Porkshire.
Amerikanische Sorgen.
Die Amerikaner sind in Sorge wegen des Schicksals des amerikanischen Dampfschiffes„Wilhelmina“, das von Newyork nach Hamburg mit einer Ladung Nahrungs⸗ mittel im Werte von 4000 Pfund abgefahren ist. Das Schiff ist gechartert von W. T. Green u. Co. in St. Louis und die Ladung ist an die Filiale der Firma in Hamburg adressiert. Die Gesellschaft hat sich durch ihren Rechtsvertreter in Berlin eine Garantie kommen lassen, daß die Fracht nur für Nichtkämpfer bestimmt ist. Nichtdestoweniger besteht die Befürchtung, daß Großbritannien Konterbande in der Fracht vermuten könnte und das Schiff mit Beschlag belegt. In diesem Falle würden die deutschen Propagandisten in Amerika einen großen Sturm verursachen, weil Großbritannien die Aushunge⸗ tung von Nichtkämpfern beabsichtigt. Die Schiffs⸗ ankaufsvorlage ist in der letzten Zeit zu einem Partei programm von den Demokraten des Senats gemacht
zu einem Jahre strafbar.
zu leisten.
worden, trotzdem das Gesetz einige Aenderungen erfahren hat. Diese Handlung geschah trotz der Opposition und der Nervofität der konservativen Politiker und der Geschäfts⸗ leute. Einer der größten Eisenbahnmagnaten und eine Autorität bezüglich der Gebräuche des internationalen Handels, Senator Lodge, führendes republikanisches Mit⸗ glied der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, hat bereits vor dem Ankauf deutscher Schiffe ge⸗ warnt und die Verwicklungen dargelegt, die ein solcher An⸗ kauf hervorbringen könne.
Merkwürdige amerikanische Neutralität.
Die Vereinigten Staaten, die der Entente dauernd Waffen und Munition liefern, lassen nach Bostoner Meldungen französischer Blätter alle für Deutschland be⸗ stimmten Baumwollballen mit Röntgenstrahlen durchleuchten, um zu verhindern, daß Kriegskonterbande ausgeführt werde. Dieser Untersuchung wohne der englische Konsul mit ameri⸗ kanischen Zollbeamten bei.
Mit dieser Gewissenhaftigkeit steht in lebhaftem Gegen⸗ satz die Tatsache, daß Amerika nach den Feststellungen der Newyorker Handelszeitung bereits am 20. November 1914 an unsere Gegner Kriegsmaterial im Werte von 900 Mil⸗ lionen Mark geliefert hatte.
Der Briefverkehr mit in Rußland internierten dentschen Zivilgefangenen ist nach einer Erklärung der russischen Regierung nunmehr durch Vermittlung des Kriegsgefangenenbureaus beim eussischen Roten Kreuz in Petersburg gestattet. Es empfiehlt sich, Briefe für interniette Deutsche in Rußland unter fol⸗ gender Adtesse zur Poft zu geben„à la Société de la Croix russe(Bureau central de renseignements sur les prisonniers de guerre) à Petrograd für den deutschen Zivilgefangenen... in(möglichst genaue Adresse)“. Diese Bestimmungen beziehen sich nicht auf die Korrespondenz mit den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland, für die die bekannten besonderen Bestimmungen bestehen.
Scharfe Maßnahmen gegen die aus landischen Arbeiter.
Der stellvertretende kommandierende General des 17. Armee⸗ korps erläßt eine Bekanntmachung, in der es heißt:
In letzter Zeit haben sich die Fälle von Unbotmäßigkeit der russischen Schnitter, Fluchtversuchen derselben und Unge⸗ horsam gegen die Befehle, den Ortsbezirk nicht zu verlassen, ver⸗ mehrt Sämtliche Behörden haben mit der größten Energie gegen jede Verfehlung dieser zwangsweise im Lande zurückgehaltenen Nussen einzuschreiten. Daher bestimmt der stellvertretende kom⸗ mandierende General im Interesse der öffentlichen Sicherheit:
1. a) Russische Arbeiter, die sich einer Unbotmäßigkeit oder einer Widersetzlichkeit gegen die Arbeitgeber oder deren Vertreter schuldig machen,
b) all Personen, welche sich der Aufwiegelnug oder Aufhetzung russischer Arbeiter zum Zuwiderhandeln gegen ein obrigkeitliches Gebot oder gegen eine Anordnung der Arbeitgeber schuldig machen, desgleichen wer in aufrührerischer oder aufhetzerischer Weise Miß⸗ vergnügen und Unzufriedenheit in bezug auf die gegenwärtige oder zukünftige Regelung. des Arbeitsdienstes oder über die aus Anlaß des gegenwärtigen Krieges getroffenen obrigkeitlichen Anord⸗ nungen zu erregen sucht, werden festigenommen und gemäß 8 9 des Gesetzes betr. den Belagerungszuftand vom 4. Juni 1851 mit Ge⸗ fängnis bis zu einem Jahre bestraft.
2. Der Verkauf von Alkohol in Gestalt von Branntwein, Likören, Rum, Arrak, Kognak, sowie Südwein an russische Arbeiter ist verboten. Zuwiderhandlungen hiergegen werden gemäß 8b des Gesetzes betr. den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 mit Gefäng⸗ nis bis zu einem Jahre bestraft.
Der stellvertretende kommandierende General des 1. Armee⸗ korps hat angeordnet, daß die russischen Saisonarbeiter bis zum 14 März weder in Kraukenkassen zu versichern, noch Invalidenver⸗ sicherungsbeiträge für sie zu zahlen sind. In Krankheitsfällen hat der Arbeitgeber Arzt und Apotheker unentgeltlich zu stellen. Der den russischen Arbeitern zuzahlende Tagelohn wird bis 14. März auf 0,50 Mk. für Männer und 0,40 Mk. für Frauen, Mädchen und Burschen nebst freier Wohnung, Heizung und dem üblichen Kar⸗ toffel⸗, Milch⸗ und Brotdeputat festgesetzt. Die vorbeseichneten Arbeiter und Arbeiterinnnen haben die Arbeit gegen diese Ent⸗ schädigung aufzunehmen und die Arbeitgeber diese Entschädigung Zuwiderhandlungen hiergegen sind mit Gefängnis bis
N Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 169
„Wollte Gott! ich könnte es“, antwortete der Schreiber, „allein ich kann nichts, als die strafen, die an dem Unheil schuld sind. Ich hätte Euch gern in Eurer Ruhe gelassen, doch kann es nötig sein, daß Ihr selbst vor dem Gericht Aussage macht. Stärkt Euch daher dazu bis morgen und nehmt Eure Gedanken zusammen.“
„Will's tun!“ murmelte Helgestad,„wäre aber doch besser, Björnarne wäre hier.“
„Spricht er immer so?“ fragte Paul, der sich zu Hanna wandte, mit welcher er überhaupt zumeist redete.
„Zuweilen scheint sein Gedächtnis zu leiden“, sagte diese, „aber oft ist alles klar und fest, und er fieht weiter, als es früher der Fall war.“
Paul dachte nach und blickte sie forschend an.„Du wirst nach dem, was hier geschehen, wohl sobald wie möglich nach Bergen zurückkehren wollen?“ fragte er.
„Vor der Hand werde ich bleiben, bis mein Vater darüber entscheidet“, war ihre Antwort.
„Meine füße Ilda kann keine schönere Brautjungfer be⸗ kommen.“
„Wie?“ sagte sie,„mitten in der Trauer denkst du daran, Hochzeit zu halten?“
„Ich muß es tun. Ilda bedarf einer Stütze, der alte Mann dort verlangt Ersatz für seinen Sohn. Frage Ilda selbst, sie ist zu verständig, um nicht einzusehen, daß ich in diesem Unglück als ihr Gatte neben ihr stehen muß.“
„Lustig! Lustig!“ rief der Vogt.„Was hilft es, über Dinge zu seufzen, die nicht zu ändern sind. Trinke dein Clas aus, Helgestad, ich gebe dir einen anderen guten Sohn und bekomme dafür ein feines Töchterchen. Sieh nach dem Tische,
Die französischen Fliegerpfeile deutsches Fabrika Ein Besucher der Präparandenanstalt Reichenbach O. ist im Besitz eines Fliegerpfeiles, wie sie die franzö Flieger als Waffe gegen unsere Truppen verwenden. Pfeil trägt die merkwürdige Inschrift:„Inven Francais“(französische Erfindung) und cation Allemagne“(deutsches Fabrikat). scheinen die französischen Fliegerpfeile, die jetzt gegen uns als Waffe verwandt werden, in Deutschland hergestellt zu sein
Dotumente der Mensch ichleit.
„Feindliche“ Verwundete in Deutschland.
Die im Verdener Reservelazarett liegenden verwun Belgier und Franzosen haben an den leitenden Arzt und Schwestern ein Neujahrsschreiben gerichtet, dessen Inhalt auch u Leser interessieren wird. Das Schreiben ehrt nicht nur die A und das Pflegepersonal, sondern auch die Gefangenen. Es ha genden Wortlaut: 225
„Sehr geehrter Herr Doktor! Sehr geehrte Schwestern!*
Wir belgischen und französischen Soldaten, die im Hof Verden verpflegt werden, wollen den Anfang des neuen 2 nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen unsere Wünsche darzu⸗ bringen.
Eine wahre Erleichterung für uns war es, bei unfrer An. hier in Verden die Korrektheit und Liebenswürdigkeit der Mit⸗ glieder des Roten Kreuzes zu n. Im Hospital wurden angenehm berührt durch die vollkommene Hygiene und Sauberkei der zu unfrer Aufnahme bestimmten Räume. Wir danken Ihnen, Herr Doktor, und Ihnen, verehrte Schwestern, für die liebevolle Pflege, die Sie uns bis jetzt gewidmet haben, und die auch nicht einen Tag sich gemindert hat. Wir erwarten nicht weniger von der großen deutschen Nation, die stets einen hervorrragenden Platz in den Fragen der Hugiene und der Medizin eingenomm en hat. Wir bedauern nur, daß der zwischen unsern Ländern herr⸗ schende Krleg uns in unserm Danke zu einer zwingt, die Ihnen verständlich sein wird.*
Beim Jahreswechsel bitten wir Sie, geehrter Herr Di und auch Sie, verehrte Schwestern, unfre aufrichtigsten Wün für Ihre Wohlergehen anzune In unsre Wünsche schliehen wir die Mitglieder Ihrer Familien und alle diefenigen ein, die Ihnen lieb und teuer sind. Wir hoffen, daß beim Eintritt Friedens Sie alle die Ihrigen wiederfinden werden und daß 6 im Laufe diefes furchtbaren Kampfes vor schmerzlichen Berlusten bewahrt worden find. 8 1 Wir bitten Sie, Herr Doktor, dem Herrn Kommandanten unsre ehrsurchtsvollen Wünsche übermitteln zu wollen. 9 diefes Andenken, das wir Ihnen, geehrte Schweftern, heute dar⸗ bringen, Ihnen der Beweis unfrer Dankbarkeit sein: möge es Sle daran erinnern, daß überall und in allen Lagen Soldaten Ver⸗ dienst und Aufopferung dankbar anerkennen. Wir zweifeln nicht. daß Ihre Aufgabe nicht fehr dankbar ist: zweifellos würden Sie lieber Ihren Landsleuten Ihre liebende Sorgfalt gewidmet hahen. Denken Sie aber daran, daß es auch belgische und französsche Frauen gibt, welche glücklich find, Ihren Landsleuten, die in ähn⸗ licher Lage sind, wie wir, nüglich zu sein, und das Gute, was Se hier an uns tun, Ihnen anderswo vergolten wird einst. 1
Möge das beginnende Jahr bald das Ende dieses furcht⸗ baren Kampfes sehen, der die zivilisierten Völker Eur fleischt. Möge diefer gewaltige Streit der Waffen die Völker srei⸗
machen von der Reizbarkeit und Empfindlichkeit, die sie zu Feinden wacht. Möge ein ehrenvoller und allen genehmer Friede dem Kriege bald ein Ende machen, damit die Völker, sich nun 3 kennend, sich einander mehr achten und in Zukunft 5 Eintracht an dem Glück und dem Gedeihen der großen Famile arbeiten, der wir alle angehören: der Menschheit. Verwirklst sich dieser letzte Wunsch, so sind die Opfer, die von allen gebt worden sind, nicht umsonst gewesen.“ g
Wir können uns dem Wunsche der Gefangenen nur aus voll Herzen anschließen. 5
Ein englisches Lob der deutschen Lazarette.
Ein, wenn auch widerwillig erteiltes Lob findet sich jetzt in der Londoner Daily Mail. Dieses berüchtigte englische Hetzblatt hat einen„neutralen Sonderberichterstatter“ nach Deutschland gesandt und schildert nun feine Eindrücke von„Deutschland von innen“ in einer Reihe von Aufsätzen, auf die bereits hingewiesen wurde. Der neunte Bericht ist ein einziges Loblied auf die deutschen Lazarette. Der Verfasser hebt die große Anzahl von Krankenhäusern hervor, die zur Pflege der Verwundeten eingerichtet wurden, und fährt dann 9 fort:„Neben der Allgegenwart dieser Kriegslazarette muß man die nicht zu übertreffende Vorzüglichkeit der meisten von ihnen bewundern. In Ostpreußen besuchte ich ein Krankenhaus, das bls zum Dach mit verwundeten deutschen und russischen Soldaten gestllt war und das als vorbildliches Muster für jede Stadt der Welt gelten kann. Noch im Sommer war es ein Schulgebäude. Nach Ausbruch des Krieges war es in ein Lazarett umgewandelt worden, das 9
fort,„wir werden im Glücke unserer Kinder leben und das Leid vergessen. Wenn der Gerichtstag vorbei ist, fahren wir alle an den Lyngenfjord und feiern ganz in der Stille Pauls und Ildas Verbindung.“
„Ist richtig“, sagte Helgestad,„erst muß der Gerichtstag vorbei sein. Habt den Afraja doch fest, daß er nicht los kann?“
„Sei ohne Sorge, der sitzt hier unten im festen Keller. Er ist zwar ein Hexenmeister, aber heraus kommt er doch nicht eher, bis die Knechte ihn holen.“
„Und wo ist Johann Marstrand?“ fragte Hanna—
„Fein säuberlich unter dem Dach,“ antwortete der Vogt. „Ein Junker muß immer oben sein. Wir haben dort auch ein paar feste Kämmerchen für Standesperfonen.“
„Oben und unten Graus und wir in der Mitte in Braus,“ lachte Hanna.„Was wird man mit den beiden Sündern machen?“
„Der Lappe wird einen guten Teil Holzkohlen kosten,“ lachte der Vogt.„Lovmann Exrichsen hat schon daran gedacht und den Teer besorgt. Hat der Junker Unglück, kann er leicht mit hinaufsteigen.“
Bei diesen fürchterlichen Worten richtete sich Ilda starr von ihrem Stuhle auf. Sie war noch bleicher geworden. aber Paul öffnete eben die Stubentür und sagte freundlich: „Komm, me nie Herzens⸗Ilda. Sitze zum ersten Male an deinem Ties in deinem Hause und laß uns froh sein, so viel wir es ver gen.“
Wie sonte»ver Frohsinn an diesem Mahle teilnehmen? Helgestad war munterer geworden, der Genuß starker Ge⸗ tränke b. achte sein Blut in Bewegung und riß ihn aus seiner Sckwetgsamteit. Es war natürlich, daß der bevorstehende Tag den neisten Stoff zu den Gesprächen bot, und manche besondere Unestände kamen zur Sprache.
Es war Nachricht an den Lyngenfjord gekommen, daß
Paul, bist Herr hier im Hause. Kopf in die Höhe, Niels, bist! K us Fornemann am Alten krank darnieder läge, und der Nogt mei. 4e spottend, daß dies von Gottes Hand so gefügt
dein Leben lang ein stolzer Mann gewesen, sei es auch jetzt.“ Er schlug Helgestad auf die Schulter, daß dieser auf⸗ schreckte.—„Wird alles noch gut werden, Freund,“ fuhr er
„ wel orst ber Priester nicht ermangelt haben würde, sich ein zumis her
„Ich beklage es dennoch,“ antwortete Paul,„und wünsche, er wäre zugegen, damit er selbst sich überzeugen könnte, dag alles, was geschieht, nach Gesetz und Recht verläuft. Er haf auch einen Brief an mich geschrieben, wo er Aufschub u Bericht an den Gouverneur vorschlägt. Leider bin ich nich imstande, darauf einzugehen, wie gern ich es auch möchte.“
„Und warum bist du es nicht im stande?“ fragte Ildg
„Frage meinen Oheim,“ sagte er.„Das ganze Lan fordert Gerechtigkeit, jeder weiß, um was es sich hande Die Finnmarken haben ihren Gerichtshof, eine Appellati an den Gouverneur würde überall verdammt und vernei werden. Die Aufregung ist so groß, daß man uns als Ver räter an des Landes Rechten und Sache betrachten würde.
„Aber wie kann ein gerechtes Urteil da gefällt werden,“ rief Hanna,„wo, wie du sagst, die Aufregung so groß und die Erbitterung so allgemein ist?“
Paul zuckte die Achseln.„Ich würde es aufrichtig dauern,“ sagte er,„wenn ich glauben könnte, daß ein ung rechtes Urteil zum Vorschein käme. Afrajas Verbrechen fin jedoch so überwiesen klar, daß kein Gericht in der Welt bezweifeln könnte.“ 4
„Verrat, Aufruhr, Mordanfälle und dabei Hexerei und heidnische Greuel!“ rief der Vogt. 4
Helgestad riß seine Augen auf und grinste, wie in frühe⸗ ren Zeiten.„Nuh!“ sagte er,„kommt besonders darauf an. daß der Höllenkerl bekennt, wo seine Schätze sind. Kom darauf an, aus ihm herauszupressen, was wir wissen wollen. Denke, du weißt, Paul, was wir ausmachten. Kalkuliere, wird mein Trost sein für alles Weh, das die Schelme mir angetan.“ 8
Dem Schreiber war diese Eröffnung unlieb. Er winkte Helgestad zu schweigen und sagte zugleich:„Wenn er wirkli Schätze besitzt, so wird er bekennen müssen, damit sein Eige tum Ersatz für den Schaden leistet. Von seinem Genosse ist ohnehin nichts zu bekommen.“ 5 a
(JFortsetzung folgt.)
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