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eine aventeuerliche“. utk treiben lassen, insofern, als es keineswegs gewillt ist dem„Druck“ Englands solgend, japanische Truppen für Englands alleinigen Vorteil in Europa kämpfen zu lassen.„Was haben wir in aller Welt in Europa zu suchen“, äußerte kürzlich ein hoher japanischer Diplomat mir gegen⸗ über.„Ostafsen ist unser Feld. Dahin gehören unsere In⸗ teressen und, falls es nötig ist, unsere Truppen. Die Mehrheit des japanischen Volles wird nimmermehr eine Polltik mitmachen, die für uns lediglich eine Zersplitterung der Kräfte und Unglück bedeutet. Bedenken Sie“, fuhr er sort,„was schon allein der Transport einer kriegsstarken japanischen Division von Japan nach Europa kosten würde und gar eines Armeekorps! Nein, wir gehen weder nach Europa, noch nach Indien. Nur nach dem Nützlichen geht unser Verlangen, und das führen wir auch durch.“„Und wenn nun ein gewisses Land eifer s ü ch⸗ tig auf das energische Vorgehen Japans in China und dem sernen Osten wird?“, wandte ich fragend ein.„Dann warten wir ab, ob es wagt, uns anzugreifen.“„Und wenn es angreift?“„Dann setzen wir uns zur Wehr, bis der Sieg auf unserer Seite ist.“ „Und werden Ihre Verbündeten, insbesondere England und Frank⸗ reich, das zulassen?“„Wo die Macht ist, bleibt die Macht“, erwiderte der Diplomat etwas dunkel, was er aber meinte, ist nicht mißzuverstehen. So sieht es fast aus, als ob Tsingtaus Ka⸗ nonen dem japanisch⸗britischen Zusammengehen das Grablied gesungen und gleichzeitig dem japanischen Imperialismus einen ehr⸗ geizigen Ansporn zu einer vorwärtsdrängenden Politik gegeben haben, bei der es ein Zurück nicht mehr gibt. Was wird das Ende
sein?“ Entlarvte Lügner.
Das Petit Journal und die Times schilderten ihren Lesern Mitte Dezember 1914 unerhörte Plünderungen und Räubereien der Deutschen in Valenciennes; die Keller würden geräumt, der Wein würde durch besonder?
Leute verpackt und weggeschickt; ganze Eisenbahnzüge voll Möbel seien nach Deutschland fortgeschafft worden. Die so⸗ fort von der deutschen Regierung angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß es sich wieder um einen jener niedrigen Verleumdungen handelt, mit denen gewisse französische uno
englische Blätter fast täglich ihre Leser zu unterhalten pflegen; man höre, wie sich der Bürgermeister von Valenciennes über die Angelegenheit äußert:
„Ich erkläre als Bürgermeister von Valencfennes, daß es nicht wahr ist, daß Eilenbahnzüge, beladen mit Möbeln, nach Deutschland geschickt worden find, wie es in einzelnen fransösischen und englischen Zeitungen geheißen hat. Ferner ist es nicht wahr, daß Häuser und Weinkeller systematisch geplündert wer⸗ den. Der Wein wird für den Bedarf der Truppen orönungsgemäß requiriert. Es ist drittens nicht wahr, daß alle Artikel von Wert nach Deutschland geschafft werden, sondern es werden nur solche Waren mit Beschlag belegt, die für den Krieg nutzbar ge⸗ macht werden können. Für alle Lebensmittel und Waren wird den Besitzern ein Gutschein ausgestellt, der mit der Unter⸗ schrift eines Offiziers versehen it.
Valenciennes, den 30. Dezember 1914.
Siegel. Unterschrift. Bürgermeister von Valenciennes.“
Die französische Partei und die Kriegslieferanten. Wie wir schon kurz berichteten, befaßte sich in einer ihrer letzten Sitzungen die sozialistische Fraktion der französischen Deputiertenkammer mit den Kriegslieferanten. Der Fraktion lagen, wie die Humanite mitteilt, Tatsachen vor, die darauf schließen ließen, daß, während die Nation für die Verteidi⸗ gung des Vaterlandes Gut und Blut opfere, die Herren Kriegslieferanten, und besonders die Zwischenhändler, die Gelegenheit zu ihrer Bereicherung ausnutzten. Man war der Ansicht, 3 es nur ein Mittel gäbe, solchen skandalösen Spekulationen vorzubeugen: sie in das vollste Licht der Oeffentlichkeit zu stellen. Plötzliche und unrechtmäßige Be⸗ reicherung zu Kriegszeiten habe es immer gegeben, aber die Gegenwart unterscheide sich denn doch zu ihrem Vorteil von den vergangenen Zeiten, insofern heute solche Fälle nicht mehr im Dunkeln liegen, sondern durch die Organe der öffentlichen Meinung kritisiert und verdammt werden könnten. Vor allen Dingen sei die Erfüllung dieser eminent patriotischen Pflicht die Aufgabe der sozialistischen Partei. Die Fraktion beschloß deshalb einmütig, durch ihren Sekretär, den Gen. HGubert Rouger, folgendes Schreiben an den Kriegsminister Millerand zu richten:
„Herr Kriegsminister! Der sozialistischen Kammerfraktion wurde in ihrer heutigen Sitzung eine Anzahl Tatsachen über Heereslieserungen vorgelegt, durch die die Fraktion peinlich über⸗ rascht wurde. Diese Vorkommnisse sollen der Heereskommission
durch deren sozialistische Mitglieder unterbreitet werden.
Die Fraktion hat einstimmig beschlossen, an Sie das Ersuchen zu richten, im Staatsanzeiger(Journal Offteiel) die vollständige Liste der Kriegslieferanten zu veröffentlichen mit genauer An⸗ gabe der Adressen, des Berufs der Lieferanten, dem Nachweis der beteiligten Fabriken, Werkstätten usw., sowle mit einer Uebersicht über Art und Umfang der dem Einzelnen anvertrauten Liefe⸗ rungen.
Ich wäre Ihnen verbunden, Herr Minister, wenn Sie mich benachrichtigen wollten, welche Folgen Sie diesem Ersuchen geben wollten. Hochachtungsvoll
Hubert Rouger, Sekretär. Jetzt habe, schließt die Humanits ihre Mitteilung, Herr Millerand, der Kriegsminister das Wort.
Die Ermordung Jaurès. In der Humanits schreibt der Abgeordnete Vaillant: „Es wird mitgeteilt, daß der Untersuchungsrichter in dem Verfahren gegen Jaures Mörder von dem ärztlichen Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten Kenntnis ge⸗ nommen und hierauf die Untersuchung siür geschlossen erklärt hat. Das haben wir vorausgesehen und gefürchtet. Die Aerzte sollen erklärt haben, daß der Mörder ein Degenerierter ist und das hat dem Richter genügt, die Untersuchung zu schließen. Da aber die Verbrecher fast ausnahmslos Degenerierte find, so ist es nichts besonderes, daß auch dieser Mörder ein Degenerierter ist. Diese Frage hätte daher erst der Ausgangspunkt des zur Untersuchung stehenden Problems sein dürfen. Vor der öffentlichen Meinung war das Problem klar formuliert. Es handelte sich darum, wie und unter welchen Umständen in jenem konfusen und leicht zu beeinflussenden Kopf der Gedanke des Verbrechens entstanden war: aus welchen Kreisen und auf welche Art die verbrecherischen Einflüsse oder Suggestlonen gekommen waren. Der allgemeine Verdacht hatte sich nach zwei Richtungen bewegt. Ein Verdacht hat zwar noch keine Beweiskraft, ist aber immerhin, zumal wenn er so allgemein ist, ein Fingerzeig, dem die Untersuchung Rech⸗ nung tragen muß, wenn sie nicht auf das Hindernis des Pseudo⸗ patriotismus oder des Antisozialtsmus stößt, das ihr den Weg versperrt. Man kann nicht verstehen, wie ein solches Verfahren geschlossen werden kann, ohne untersucht zu haben, ob der Ver⸗ brecher nicht von den politischen Feinden Jaures' ange⸗ stiftet war, oder von den änßeren Feinden unseres Landes, die dadurch etwa am Vorabend des Kriegs Unruhen hervor⸗ rufen wollten.“ Genosse Vaillant scheint zu glauben, die Deutschen hätten Jaures ermorden lassen, um den Krieg mit Frank⸗ reich um so sicherer herbeizuführen?
Die Schattenseite.
In der Berliner Abendpost plaudert der bekannte Schrist⸗ steller Feder von Zobeltitz über einen Befuch bei Generalfeld⸗ marschall von Hindenburg, bei dem er auf einer Reise in Polen zu Tische geladen war.
Er erzählte da auch einiges über die Schattenseiten der Popularität, die der ruhmvolle Russenbesieger nun auch schon kemten gelernt hat.„Die Neufahrsgrüße für Generalseld⸗ marschall von Hindenburg“, so schreibt er,„mußten in Waschkörben entleert werden. Kinderbriefe zuhauf, die meisten diktiert von elteln Müttern und hysterischen Gouvernanten. Und dann diese Reimereien!„Hindenburg“ und„hinten durch“ ist gewöhn⸗ lich der Endreim.„Es ist fürchterlich“ sagt ein abgehetzter Adju⸗ tant. Ich kann es mir denken. Auch die tatkräftigsten Adjutanten, Leute voll Unerschrockenheit, Alefbiadesse, können Anflüge von
Mittagszeit und in stiller Abendstunde Mauern von Papier um fie türmen, die beiseitegeschafft werden wollen. Wenn nur Humor hinter all dem Geschreibsel steckte! Doch der sickert nur vereingelt. Die Gelehrten des Kladde radatsch haben Hindenburg, um nicht hinter den Universitäten zurftckzustehen, feier⸗ lich zum„Doktor Kladd“ ernannt. Das hat ihn gefreut. Aber nun streiten sich schon die Städte um seinen Namen. Auf Torten träuselt Schokoladecreme sein Monogramm. Sein bärtiges Geficht wird in Vanille⸗Eis gegossen, auf die Bauchbinden der Zi⸗ garren wird sein Porträt gedruckt. Fettheringe werden durch ihn geabelt, Pfefferkuchen tragen sein Wappenschild, Marzipan, wollen Unterjacken, Federhalter, Tabakspfeifen— alles will plötzlich Hindenburg heißen und fragt vorher gehorsamst bei ihm an, ob man es auch dürfe. Der Marschall lächelt gutmütig.„Na— mal wird der Rummel ja abflauen,“ meint er...“
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Die Getreid e⸗Verfügung des Bundesrats.
Prehstimmen. Zu den staatlichen Vorkehrungen gegen die Brot- und Fleischnot sagt das Berliner Tageblatt: Prüft man die Frage, ob so einschneidende Bestimmungen notwendig waren, so muß man zu
erst mit kleinen Maßnahmen abgab und dadurch kostbare Werte und kostbare Zeit vergeudete.
o zahlreich, daß das jetzige schnelle Eingreifen der Regierung
Geisteskrankheit bekommen, wenn sich in jeder Morgenruhe, zur 5
einer Bejahung kommen. Denn gleichviel, ob unsere Vorräte relativ groß oder klein sind, eine weitgehende Vorsorge für die Zukunft war notwendig. Es ist nur zu bedauern, daß man sich
IJn der Vossischen Zeitung wird von Georg
hard geschrieben: Da die Vernunft viel zu vieler versagt h kein anderes Mittel, als der Zwang. Daß der Zwang sch ausgellbt wird, ist gu t. Deun noch sind unsere Vorräte i
die tröstliche Gewißheit zu bieten vermag, daß wir wirkls mit unferen Beständen bis zur nächsten Ernte aus reichen. Nicht nur die Gemeinden, sondern auch die wirtschaftlichen Verbände des Handels, der Inbustrie, der Landwirtschaft und der Arbeiterschaft werden sicherlich ihr möglichstes tun, um die Pflichten zu erfüllen, die augenblicklich im Interesse der Allgemein⸗ heit liegen. An der glänzend durchgeführten Organisation aller Stände und Berufe wird der Plan unserer Feinde zu schanden werden, Deutschland, das durch Kanonen und Flinten nicht zu besiegen ist, auf die Knie zu swingen durch den Hunger.
Die Flucht der englischen Küsten⸗ Bevölkerung. Die Tägliche Rundschau meldet aus Kopenhagen: Nach Londoner Meldungen treffen immer noch überfüllte Eisenbahnzüge aus dem englischen ang a
ar
London ein. Zwei Drittel der Zivilbevölkerung hat mouth bereits verlassen. Der Gemeinderat von Yarmou hat sich außerstande erklärt, für die Sicherheit der Bewohne fernerhin einzutreten, falls die Regierung keine energisch Maßnahmen gegenüber feindlichen Angriffen zu treffen i 1 der Lage sei. 8
Die dentschen Unterseeboote an der Arbeit.
(Holland in Leith(Schottland) angekommenen Dampfers berichte
daß er während seiner e
Unterseeboot bedroht worden sei. Er habe sein Schiff durch Kurs⸗ änderung retten können, während das Unter seeboot unter tauchte. Rücktransport nach Paris. 5 Von der holländischen Grenze, 26. Jan.(III.) Daily Chroniele erfährt aus Genf, daß 2 Milliarden Francs in Effekten 0 Wechseln, welche die Pariser Banken zu jener Zeit, als die Haupt⸗ stabt bedroht war, bef ihren Genfer Zweigstellen in Sicherheit ge⸗ bracht hatten, am Freitag unter starkem Geleit nach Paris zurüc⸗ gebracht worden find.
Das Vorrücken der Verbündeten. ö Krakau, 26. Jan.(T. U.) Naprzod meldet: Die auf der Linie Czenstochau⸗Plostowno⸗Kielce operierende Armer der Verbündeten ist nunmehr in Kielce eingerückt,
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Der Stillstand der russischen Operationen im Kaukasus. N Rotterdam, 26. Jan.(T. U.) Eine Petersburger De⸗ pesche der Morning Post gibt in süßsaurer Weise zu, daß die Russen ihren Marsch nach Erzerum haben aufgeben müfsen. Es ist, so wird weiter gemeldet, unwahrscheinlich daß die Russen vorläufig weiter in der Richtung nach Erzerum vorgehen werden. 0 Die Ermordung des Emirs von Afghanistan? Hamburg, 26. Jan.(TI.) Nach einem Kopenhagener Tele⸗ gramm der Hamburger Nachrichten macht das russische Blatt Tjetsch die folgende der Bestätiaung bedürsende Mitteilung: Nach einer in etersburg eingetroffenen Meldung ist auf der Linie Afghanistan⸗ Habib⸗Ullah⸗Ahan ein Mordanschlag verübt worden. Der Emir ist
getötet, der Thronfolger verwundet worden. Nach einer Meldung soll der Morder der jüngere Sohn des Emirs, nach einer anderen Meldung ein Türke sein.
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
Aus den Verlustlisten.
Neserve⸗Jnfanterie⸗Regiment Nr. 222, 1 Le Mesnil am 13., 15., 16. und 21., Aubers am 19., Fromelles am 22., Ruda am 30. 11. und vom 1. bis 3. 12. Iwangorod vom 1. bis 3., Mierszonla⸗Male⸗Duze am 3. und Srock am 12. 12. 14. N (Von Verwundeten und Vermißten sind nur die aus Oberhessen und Nachbargebieten aufgeführt)) 1 1. Kompagnie: Vifw. Karl Dienstbach, Weilburg, Ober⸗ lahnkreis, gef.— Utffz. Jakob Gerhardt, Steinbach, Gießen, vm — Gefr. Heinrich Stier, Darmstabt, gef.— Gefr. Rudolf Günther, Bleichenbach, ge.— Musk. Karl Krein, Wattenheim, Pfalz ge. — Musk. Gottfried Seriba, Nieder⸗Moos, gef.— Musk. Heinrich Schnabel, Nieder⸗Ohmen, gef. Musk. Wilh. n, Langsdorff, ge f.— Musk. Adolf Lindenstruth, gef.— Musk. Emi“ Eck, Obersinn, Gemünden, gef.— Musk. Friedrich Holte, Alten bochum, gef.— Musk. August Gorr, Gießen gef.— Musk. Wil Hennich, Herborn, Dillkreis, gef.— Musk. Wilh. Essel, Ober ö
Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. 168
Endlich wurde die Tür geöffnet, und als er umblickte
stand sein Oheim vor ihm. Der Vogt hatte noch die Reise⸗
mütze auf dem Kopfe und seinen Mantel auf den Schultern.
„Friede und Glück mit dir, Paul,“ sagte er.„Sie sind
alle hier. Komme vom Lyngenfjord mit Helgestad, Ilda und
Hanna. Aber wie siehst du aus,“ fuhr er besorgt fort, und
kopfschüttelnd fügte er dann hinzu:„Siehst übel aus, Paul,
hast glühend heiße Hände und ein seltsam verzerrtes Gesicht. Was ist es?“
„Nichts,“ antwortete Petersen lachend. gearbeitet, dazu die größte Plage mit den Schuften. geht es Helgestad?“
„Leidlich gut,“ meinte der Vogt.„Er spricht mit Ruh über Björnarnes Tod. Sie haben den Körper im Kaagsund aufgefunden, aber so fest umklammert mit der Dirne, daß die Narren sie nicht trennen mochten. Haben sie beide in ein Grab gelegt.
„Also auf ewig vereint,“ sagte Paul spottend. steht's mit Ilda?“
„Alles wohl. Das ist keine, die weint und klagt.“
„Nun, rief der Schreiber,„warum soll sie weinen? Biörnarne, wäre er nicht ertrunken, würde ihr Gram genug gemacht haben, denn von der schwarzäugigen Hexe hätte er nie gelassen. Jetzt ist er hin, und sie hat das Erbe allein.“
„Und wenn die nächste Woche kommt?“ nickte der Vogt.
„Jawohl,“ sagte Paul.„Der Pastor hat die Hochzeit schon angekündigt. Wie sich alles gut fügt, Onkel!“
Onkel und Neffe sahen sich leise lachend an.—„Bewahre dich nur, daß du munter bleibst,“ flüsterte der Vogt.„Denke euch, Helgestad wird's nicht ewig mehr treiben. Wie er war,
„Ich habe viel Wie
„Wie
wenig. Das Sprechen wird ihm auch sauer, ist ein Schlag gewefen, von dem er sich nicht erholt. Es kann nicht lange dauern, so muß er dir alles lassen.“
sich
Paul hörte gleichgültig zu.—„Wie Afraja?“ fragte sein Onkel. N
„Es ist kein Wort aus ihm herauszubringen,“ sagte Paul. „Aber was habt Ihr am Balsfjord gefunden?“
„Nichts. Keinerlei Schrift oder was uns dienen könnte. Nur die Urkunde über den Besitz und ein paar Säcke mit Geld.“
„Die können doch als ein Beweis gelten“, murmelte der Schreiber.„Der stolze Junker verweigerte jede Antwort: wir wollen ihm zeigen, daß wir die nicht brauchen. Gebt die Urkunde her, Oheim.„So“,— er legte seine Hand darauf, be⸗ trachtete sie, und seine Augen glänzten voll Hohn und Lust. „Bei Gott! Der Narr soll sie niemals wiederbekommen.“
„Denke, nein!“ sagte der Vogt leise,„aber was willst du mit ihm machen?“
Panl sah vor sich hin, bis er nach einiger Zeit antwortete: „Am besten wäre es gewesen, ich hätte mich an der Lyngen⸗ kirche nicht eingemischt, als die Quäner und Fischer ihre Messer aus den Scheiden zogen. Indes, wer weiß, was sich noch mit ihm machen läßt.
„Und der Zauberer?“ flüsterte der Vogt.
„Still!“ sagte der Schreiber,„ich höre sprechen. hinüber zu unsern Gästen, Oheim, ich komme nach.“
Als der Vogt fort war, stand er auf, nahm das Licht und stellte sich vor den Spiegel. Sein Gesicht war hohl, und ob⸗ wohl mehr gerötet als sonst, sah es verzerrt und krank aus.— „Meine Schönheit vermehrt sich nicht“, rief er sich selbst ver⸗ spottend,„aber um so besser werde ich ihr gefallen.“ Er warf seinen Rock ab und entblößte seine Seite, wo er die Wunde erhalten hatte. Diese war nicht geheilt, sondern ge— schwollen, dunkel entzündet und bot einen widerlichen Anblick
benimmt
Geht
wird er nimmer mehr. Er sitzt und sinnt, grübelt und spricht
„Verdammt!“ murmelte er,„ich muß etwas tun. Jah leide Schmerzen und mag mich doch niemandem vertrauen — Er strich eine Salbe darauf, wickelte eine Binde um und kleidete sich mit möglichster Sorgfalt an, 1
Als er in das Gastzimmer trat, saß Helgestad in den großen Stuhl am Feuer. Die beiden Mädchen am Tische und der Vogt zwischen beiden. Helgestad hielt ein Glas in einen Fingern, aber er war nicht wie sonst lustig dabei, um es unter N allerhand Kalkulationen zu leeren. Vorgebeugt starrte er auf N das dampfende Getränk, hob langsam dann den Kopf in die Höhe, als er des Schreibers Stimme hörte und streckte sein sehnige, magere Hand aus. Sein ganzer Körper und sein Kopf schienen ins Schwinden gekommen zu sein. Die mäck⸗ tigen Knochen traten überall hervor, und die gelbe, harle Haut legte sich wie Pergament daran fest.
„Herzlich willkommen“, sagte Paul,„und dir, meine ge⸗ liebte Ilda, meinen besonderen Gruß.“ 1
Ilda sprach ein paar Worte, dann wurde über die Hen reise verhandelt, über Helgestads Krankheit und Gesundhei! aber es klang alles eintönig und abgebrochen, sie betrachteten N sich gegenseitig und dachten über die Veränderung naß,
Auch Ilda sah anders aus. Das große, starke Mädchen war freilich nicht abgefallen, aber der tiefe Ernst ihres Wesern hatte sich vermehrt. Sonst lachte sie wohl einmal, und dan wurde ihr Gesicht wunderbar hell und schön, nun aber hatten sich ihre Lippen dicht geschlossen, ihre Hautfarbe war durch sichtig geworden und der Blick ihrer Augen war so starr, daß Paul ihn nicht aushalten konnte. Er bemühte sich froh zr sein und strengte alle Kraft an, um seine alte, gewandte G1 selligkeit zu zeigen, doch es wollte ihm auf die Dauer nie glücken. Er sah recht gut, wie alle ihn betrachteten, und Hels stad schüttelte den Kopf und sagte mit seiner schweren Zung „War anders, Paul, wie Björnarne noch lebte. wieder, wird dir auch wohl tun.“
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dar.
(Fortsetzung folgt.)


