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stadt. gef. Mud. Wilh. Balser, Gießen, gef. Musk. Wilh Alban, Thale a. Harz, gef. Musk. Heinrich Walter, Gießen ge. 55 1 5 7 2 11 e gef. 1951 Musk. Heinz Köhler, 2 dt, H. gef. Musk. Karl Herzer, Alssele 5. Peter Schaub, Bermoll, Wetzlar, gef. 5 Musk. Selur ieh Londorf gef. Musk. Friedrich Kuhlmann, Wetzlar gef 85 Musk. Peter Fleck, Wißmar, gef. Gefr. Wilh. Rupp, Gießen vw a Musk. Wilh. Karp, Frledrichshitte. Schotten, pw. Musk. Wilh. Kaiser, Langenhain, vw. Musk. Otto Kunkel, Grünber 0 vw. Musk. Wilh. Kling, Wiefeck, Gießen, vw. Musk Georg Christ, Butzbach, vw. Musk. Oskar Derbeck, Wetzlar vw 5 Mus. Heinr. Dern, Gr⸗Linden, vw. Musk. Erhard Tröde, Wet lar, 9 Musk. Heinr. Gerhardt, Nieder⸗-Ohmen, vw. Musk. Otto Häuser, Steinberg, Gießen, vw. Musk. Martin Höll, Wieseck, dw. Musk. Heinr. Loth, Rüddingshausen, vw. Musk. Hermann Lohn, Wetzlar, vw. Musk. Friedr. Müller, Leun, Wetzlar, vw.. Musk. Otto Neeb, Heimertsgausen, Alsfeld, vw. Musk. Karl Reitz, Nieder⸗Ohmen, vw. Musk. Johs Rühl, Petterweil, vw. Musk. Otto Schäfer, Leshgeßern vw. Musk. Herm. Scheel, Nup⸗ vertsburg, vw. Musk. Wilh. Seibert, Birklar, vw. Musk Peter Sturm, Nieder⸗Kleen, vw. Musk. Otto Wacker, Wieseck, vw. Musk. Karl Gerlach, Krofdorf, vw. Musk. Georg Müller, Eudorf, vw. Musk. Wilh. Wießner, Elimbach, vw g

2. Kompagnie: Ltn. d. R. Heinrich Schättler, Gr. Linden, gestorben an seinen Wunden. Utffz. Georg Volland, Heubach, e. Musk. Leonhard Denner, Heppenheim, gef. Musk. Alb. Reinh. Kring, Steinbach, Dillkreis, gef. Musk. Hrch. Orth, Ehringshausen, Alsfeld, gef. Gefr. Karl Ad. Lenhardt, Nieder⸗Wöllstadt gef. Musk. Joh. Gg. Hirschhorn, Wetzlar, gef. 5 Musk. Rudolf Hennrich, Modenbach, Dillkreis, gef. Musk. Gustav Wirth Ober⸗Schmitten, gef. Musk. Otto Jäger, Eichels⸗ dorf, vw. Musk. Konrad Seth, Trais a. d. L., vw. Musk. Otto Trapp, Gießen, vw. Musk. Heinr. Theis, Hoeingen(2), Alsfeld, Wen

3. K o m pa gnie: Off.⸗Stellv. Rudolf Schlosser, Gießen, vw. Vzfw. Wilh. Euler, Trais, Gießen, vw. Utffz. Willy Lahr, Gießen, vw. Gefr. Karl Zöller, Watzenborn, gef. Gefr. Rob. Busch, Bergebersbach, gef. Musk. Wilh. Morkel, Gedern, gef. Musk. Walter Harnisch, Freiburg a. U., gef. Musk. Josef Bach, Ickingen. E, ge f. Musk. Adolf Häuser, Burg, Dillkreis, gef. Musk. Wilh. Schulte, Ehringshausen, Altena i. W., ge f. Musk. Joh. Aug. Loh, Dutenhofen, Wetzlar, gef. Musk. Wilh. Schnorr, Schwalbach, Wetzlar, gef. Gefr. Karl Pfannstiel, Hain⸗ bach, Alsfeld, vw. Gefr. Helmuth Köhler, Bramsche, gestorben an seinen Wunden. Musk. Wilhelm Müller I., Langgöns, Gießen, vw. Musk. Fritz Freudt, Oberndorf, Wetzlar, vw. Musk. Rein⸗ hard Schulte I., Engelrod, Lauterbach, vw. Musk. Heinr. Burger, Wotzenborn, vw. Musk. Karl Rausch, Maar, Lauterbach, vw. Gefr. Anton Rohrer, Gießen, vw. Musk. Karl Keipp, Wallen rod, Lauterbach, vw. Musk. Otto Schmidt VII., Berns feld, Alsfeld, vw Musk. Heinr. Balser, Albach, gestorben an seinen Wunden. Musk. Karl Schmitt III., Waldgirmes, vw. Musk. Otto Will, Wetzlar, vw. Musk. Wilh. Deibel, Staufenberg, Gießen, vw. Musk. Aug. Albert, Ruppertsburg, an seinen Wunden gestorben. Musk. Karl Renkel, Ober⸗Lais, Schotten, vw. Musk. Johs. Döring, Sandlofs, Lauterbach, vw. Musk. Ludw. Schäser 12 Gießen, vw. Musk. Ludwig Schön, Beuern, vw. Musk. Georg Reitz, Merlau, Alsfeld, vw. Musk. Josef Schad, Herbstein, Lauter⸗ bach, vw. Musk. Johs Hainstadt, Oppershofen, Friedberg, vw. Musk. Heinr. Schäfer 11., Sandlofs, vw Musk. Wilh. Schin⸗ del, Ebersgöns, Wetzlar, vw. Musk. Reinhard Schienbein, Berns⸗ hausen, vw. Musk. Ludwig Vogt, Oberrosbach, vw. Gefr. Lud⸗ wig Rinn, Gießen, vw. Musk. Wilh. Beckel, Selters, Büdingen. vw. Musk. Johs. Berger, Oppershofen, vw. Musk. Friedrich Gerhardt, Dutenhofen, Wetzlar, vw. Musk. Heinr. Biedenkopf, Gießen, gestorben an seinen Wunden., Musk. Friedrich Volkert, Klein⸗Linden, Gießen, vw. Musk. Adolf Claudy, Nauborn, Wetz⸗ Jar, vermißt.

4. Kompagnie: Utffz. Hans Heister, Wolfenbüttel, gef. Utffz. Wilh Kern, Mainzlar, gestorben an seinen Wunden. Musk. Auguft Eifert, Vilbel, Friedberg, o w. Musk. Alfred Roth, Oehningen, Konstanz, gef. Musk. Marx Steinhorst, Kl. Tuchen, Bsttow, gef. Musk. Heinrich Graß, Wetzlar, vw. Musk. Lud⸗ wig Gilbert, Heuchelheim vw. Musk. Hermann Zugchor, Frauk⸗ furt a. M., gestorben an seinen Wunden.

6. Kompagnie: Utffz. Wilhelm Bode, Gießen, vw. Gefr Heinr. Müller, Eberstadt, Darmstadt gef. Gefr. August Benner, Löhnberg, Oberlahnkreis, gef. Gefr. Franz Aßbauer, Erlings⸗ haufen, Brilon, gef. Erf.⸗Res. August Kimmel, Caub a. Rh. ge 7 Ers.⸗Res. Karl Wilh. Schnug, Hilgert, Unterwesterwald, gef.

Erf.⸗Res. Herm. Schelper, Gießen, gef. Kriegsfr. Wilh. Brand⸗

stätter, Wetzlar, gef. Ers.⸗Res. Hugo Brodersen, Flensburg, Schleswig⸗Holstein, gef. Erf.⸗Res. Adolf Kraft, Ruppershausen,

gef. Ers.⸗Res. Wilhelm Back, Hol⸗hausen, gef. Ers.⸗Res. Karl

Steiner, Maxein, gef. Ers.⸗Nes. Peter Partenheimer, Waldböckel⸗ heim, gef. Kriegsfr. Kurt Schwabe, Stumpertenrod, vw. Kriegsfr. Karl Lier, Ellkirch, Erfurt, gef. Ers.⸗Ref. Bernhard Pahle, Arborn, Schweig, gef. Kriegsfr. Johann Brety, Fürfeld, gef. Musk. Edmund Farny, Niederbrück, Thann, gef. Kriegsfr. Paul Stratmann, Niederbergheim, Arnsberg, gef. Musk. Eugen Daller, Mausbach, gef.

12. Kompagnie. Feldw.⸗Ltn. Max Matthäus, Schwenmig Nimptsch, gef. Utssz. Karl Schuchert, Höchst a. M., gef. Mask. Auguͤft Schuhmann, Hassenbach, Unterfranken, gef. Musk. Joh. Spälh, Dittelsheim, Worms, gef. Musk. Ernst Bernshausen. Fendingen, gef. Musk. August Grimm, Storkenauen, Thann, gef. Musk. Hubert Dierstein, Storkenauen, gef. Musk. Wilh. Paulus, Schweinscheid, Meifenheim, gefallen.

Verkauf von Mehl untersagt. Das Kreisamt Gießen gibt auf Grund der Bundesrats⸗Verordnung bekannt, daß allen in Stadt und Land mit Mehl Handel Treibenden ver⸗ boten ist, bis zum 1. Februar Weizen⸗, Roggen-, Haser⸗ und Gerstenmehl an Privathaushaltungen zu veräußern oder sonstwie abzugeben. Wer trotzdem Mehl verkauft, verfällt in Strafe..

Die Steigerung der Lebens mittelpreise und die Für⸗ sorge für die Kriegerfamilien. Vom Vorstand des Gewerk⸗

schaftskartells Gießen wird uns geschrieben: Seit Kriegsbeginn haben die Lebensmittelpreise eine derartige

Steigerung erfahren, daß es sich wohl rechtfertigt zu unter⸗ suchen, ob es einer Kriegerfamilie zur Zeit noch möglich ist, sich so zu ernähren, wie es die Volksgesundheit erfordert. Der Anstoß zu einer derartigen Untersuchung liegt nicht nur auf dem Gebiet der zu befürchtenden größeren Kindersterblichkeit und der Schäden, die der Volkskraft daraus entwachsen. Es läßt sich an Hand der von den einzelnen Gemeinden gezahl⸗ ten Zuschüsse sehr leicht feststellen, in welchem Umfang diese ihren Pflichten nachkommen. Aus einer von der General⸗ kommission der Gewerkschaften gemachten Zusammenstellung geht hervor, daß es große Städte gibt, die nur ganz minimale Zuschüsse gewähren, während eine Reihe kleinerer Gemein⸗ den den Ernst der Lage voll erfaßten. Im Nachstehenden sei ein Vergleich mit Gemeinden aller Größenklassen mit den Zuschüssen, wie sie bier in Gießen gezahlt werden, erlaubt. Bei den Zuschüssen ist die Reichsunterstützung, nicht inbe. griffen. Es werden nur die Unterstützungen für die Frauen der Kriegsteilnehmer angeführt und es bedeuten die Zahlen in Klammern immer die Zahl der Einwohner nach der Volks⸗ zählung im Jahre%. Die für Kinder gezahlten Summen

kommen hier außer Betracht. Es zahlt monatlich Bremen 40 Mark Zuschuß(246 827), Hannover 21 Mark(302 384), Nürnberg 18 Mark(332 651), Hamburg 26 Mark(932 078), Harburg a. Elbe 21 Mark(67 024), Lübeck 27 Mark(98 620), Zwickau i. S. 19,50 Mark(73 152), Kottbus 12 Mark(48 644), Krimmitschau 12 Mark(28 804), Düren i. Ahld. 12 Mare (32 460), Gera, Thüringen 18 Mark(49 283), Glauchau 19,50. Mark(25 194), Hohensalza 12 Mark(25 695), Jena 12 Mark (38 487), Konstanz 18 Mk.(27 582), Reichenbach i. V. 18,33 Mk. (29,681), Zittau 12 Mark(37 084), Gießen) 6 Mark 31 047), Altena i. W. 12 Mark(14579), Aumund 13 Mark (zirka 6000), Cleve 13 Mark(18 048), Cuxhaven 26 Mark (14 624), Emden 20 Mark(24034), Grimma 13,35 Mark (11 441), Merseburg 12 bis 16 Mark(21 231), Niederplanitz 16 Mark(zirka 10 000), Ronsdorf i. Rhld. 19,50 Mar? (15 376), Velbert 15 Mark(23 127), Zuffenhausen 24 Mark 42 752). Von den nachfolgenden Gemeinden mit 210 000 Einwohnern zahlt Altenesch i. O. 27 Mark, Crossen i. S. 30 Mark, Dorsten 12 Mark, Geesthacht 39 Mark, Lindenthal i. S, 28,50 Mark, Meuselwitz 19 Mark, Pinneberg 20 Mark, Vege⸗ sack 16 Mark, Walsrode 16 Mark. Das ist eine Reihe Städte, von denen viele sich nicht mit der Universitätsstädt Gießen messen können, und trotzdem leisten sie mehr als Gießen. Es mag zwar zugegeben werden, daß es auch viele Orte gibt, in denen die Zuschüsse noch unter dem Gießener Satz stehen, aber diese braucht man sich nicht als Muster dienen zu lassen. Es steht statistisch fest, daß der Aufwand für Lebensmittel und Miete in Gießen bedeutend höher ist als in einer Reihe Großstädte. Es ist bezeichnend, daß 3. B. die Inderziffern für Lebensmittel(das ist der Betrag, den durchschnittlich eine Familie für Lebensunterhalt Nahrungsmittel auf⸗ wenden muß) in Gießen höher sind, als in Frankfurt g. M. Gerade aber die Lebensmittelpreise sind es, die ganz beson⸗ ders unsere Kriegerfamilien am meisten drücken. Weil dem so ist, ist es vornehmste Aufgabe der in Frage kommenden Stellen, sofort in die Prüfung darüber einzutreten, ob die in Gießen gezahlten Zuschüsse durch das Emporschnellen der Lebensmittelpreise noch angemessen sind. In den nächsten Tagen wollen wir an dieser Stelle einmal die Bewegung der Lebensmittelpreise einer Beleuchtung unterziehen und nach⸗ weisen, daß die hier gezahlte Barunterstützung nicht mehr zu⸗ reicht, mindestens seit den ersten Kriegsmonaten das Verhält⸗ nis fich zu ungunsten der Kriegerfamilien verschlechtert hat. Je eher eine Besserung eintritt, desto besser, denn bereits dies Jahr spricht der Standesamtsbericht eine deutliche Sprache, die wir um des Burgfriedens willen hier nicht behandeln wollen.

5) Außerdem können 3 Mk. aus Kreismitteln gezahlt werden.

Wer mit dem Brote spart, erwirbt sich :: ein Verdienst vor dem Vaterland::

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Leutnant der Reserve Otto Geisel aus Alsfeld, 5. bayr. Infanterie⸗Regiment. Wehrmann Otto Weil aus Ermenrod, Reserve⸗Infanterie⸗Kegiment 116. Kriegs- freiwilliger Werner Schulte, stud. theol. aus Großen⸗ Linden, Reserve⸗Infanterie⸗Regiment 222. Musketier Wilhelm Spaar aus Reiskirchen, Infanterie⸗Regiment 168. Einjährig⸗Freiwilliger Karl Roth aus Nidda, Infanterie⸗ Regiment 80. Seesoldat Jakob Mignon aus Wetzlar, 2. Marine⸗Infanterie-Regiment. Ulan Karl Kern aus Werdorf bei Wetzlar, Ulanen⸗Reaiment 6.

Wahlverein Gießen. Im Wahlverein sprach Genosse Vetters am Montag abend über Jean Jaureès, der bekanntlich am 31. Juli am Tage vor Kriegsausbruch, durch Mörderhand fiel. Als am 1. August die Tat bekannt wurde, sei wohl jeder Partei⸗ genosfe schmerzlich ergriffen worden. Daß dieser bedeutende Kämpfer für den internationalen Sozialismus im besten Mannes⸗ alter fallen mußte, wirkte auch innerhalb der deutschen Partei fast erschütternder als der Tod Bebeis, don dem man wußte, daß seine Tage gezählt waren. Redner gab in kurzen Umrissen ein Bild über den Entwicklungsgang Jaureès', der im Jahre 1859 in Castres in Südfrankreich geboren, aus einer wohlhabenden und einfluß⸗ reichen Beamtenfamilie stammte. Er war ni geneigt, sich der Beamtenlaufbahn zu widmen, sondern wandte sich den Wissen⸗ schoften, besonders dem Studium der Philosophie zu, wobei er die beutschen Philosophen bevorzugte. Im Jahre 1885 nahm er zum ersten Male ein Deputiertenmandat an, das er bis 1889 behielt. Er hatte sich einer gemäßigt republikanischen Gruppe an⸗ geschlossen und trat im Parlament als Redner wenig hervor. 1893 wurde er wiedergewäßlt, doch fetzt hatte er sich bereits dem Sozia⸗ lismus zugewandt, als dessen eifrigster, wissenschaftlich hochstehen⸗ der Verbechter er nunmehr im Parlamente wie außerhalb des⸗ selben auftrat. Dabei kam ihm feine ganz außergewöhnliche Rednergabe zu statten, man durfte ihn als den besten Reduer Europas be⸗eichnen. Ihm gelang, es selbst in aufgeregtesten De⸗ batten, die Hörer und auch seine Gegner zur Ruhe zu zwingen und alle hörten ihm mit Interesse zu. Das war auch bei den heftigen Debatten auf dem internationalen Kongreß in London(1896) der Fall, wo er mit den damaligen Genossen Millerand und Viviani als Vertreter der französischen sogialistischen Kammerfraktion er⸗ schien. Die Mandate der drei(Vivianf ist bekanntlich fetzt Mi⸗ nisterpräsident. Millerand Kriegsminister) wurden damals von den französischen Gewerkschaften und Anarchisten beftig bestritten, ven Kongreß aber anerkannt. Jairres hat sich große Verdienste um die Einigung der französischen Sogialisten erworben, die sich früher in eine ganze Anzahl von Richtungen spalteten. Er hat die Einsaung bewirkt und der Partei auch ein täglich erscheinendes Blatt l Humanité(Menschlichkeit) geschaffen, das erfreulichsten Auf⸗ schwung nahm. Seine ganze Kraft widmete er den Friedensbe⸗ strebungen und namentlich wirkte er unablässig für eine Verständi⸗ gung zwischen Frankreich und Deutschland. Er konnte es wagen. auf der Tribüne der französischen Kammer für den Verzicht auf Elfaß⸗Lothringen einzutreten. was vor ihm keiner getan. Hätte ihn nicht die Kugel des Mörders niedergestveckt, vielleicht wäre s seinem Einflusse sogar möglich gewesen den Ausbruch des Krieges zu verhindern, wenigstens zwischen Deutschland und Frankreich. Unter allen Vorkämpfern des Sozialismus wird Jaurés sdets einen hervorragenden Platz einnehmen. Nach dem Vortrag er⸗ ledigte die Versammlung einige geschäftliche Angelegenheiten.

Was die Neichswollwoche ergeben hat. Wenn auch die Ergeb⸗ nisse der Reichswollwoche noch nicht genau übersehen werden können, so ist doch schon deutlich zu erkennen, daß die Teilnahme der Bevöl⸗ kerung au dieser Veranstaltung zum Wohle unserer Krieger im ganzen Reiche eine alle Erwartungen übersteigende gewesen ist. Der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung macht jetzt alle mit ihm in Verbindung stehenden Stellen darauf aufmerk- sam, daß gut erhaltene Kleidungsstücke unter keinen Umständen zer⸗ schnitten werden, fondern zum Beispiel zugunsten der notleidenden ostpreußischen und elsaß⸗lothringischen Bevölkerung verwendet wer⸗

den sollen. Im florrgen ist die Herstellung von Decken fur tzen⸗ gräben überall, wo ein besonders gutes Ergebnis der

vorliegt, das Allerdringendste. Die vom Krieg⸗ministerium für die, Abnahme der Decken gestellte Frist läuft am 28. Februar ab. An diesem Tage müssen die Decken an der zuständigen Abnahmestelle für freiwillige Gaben im Bezirk jedes Armeekorps eingellefert sein. Deshalb ist eine gewisse Eile in dieser Beziehung geboten. ES empfiehlt sich auch mit diesen Stellen schon vorher in Verbindung zu treten und schon bei der Herstellung der Decken durch= ständige(Schneldermeister usw.) dafür Vorsorge zu treffen, daß die fertiggestellten Gegenstände den Anforderungen der Militärbehö rden eutsprechend beschafsen sind.

Bezüge der im Krieg befindlichen Beamten. Kürzlich gingen Artikel durch die Presse, in denen das Einkommen der Be⸗ amten, die sich im Kriege befinden, erörtert wurde. Es befanden sich darin aber einige Unrichtigkeiten. Ueber bie Sache teilte vor kurzem das Kriegsministerium dem Reichstagsabgeordneten Kuckhoff auf Anfrage folgendes mit:Die Festsetzungen über die Gehaltsbezüge der Beamten, die zum Heeresdienst herangezogen werden, gründen sich auf 8 66 des Reichs militärgesetzes vom 2, Mai 1874 und 6, Mai 1880 und auf den darauf ergangenen Staatsministerialbeschluß vom 1. Juni 1888. 5 66 bes Reichs⸗ militärgesetzes lautet:Reichs⸗, Staats⸗ und Kom⸗ munalbeamte sollen durch ihre Einberufung zum Militär⸗ dienst in ihren bürgerlichen Dienstverhältnissen keinen Nachteil er⸗ leiden. Ihre Stellen, ihr persönliches Diensteinkommen aus dem⸗ selben und ihre Anclennität sowie alle sich daraus ergebenden An⸗ sprüche bleiben ihnen in der Zeit der Einberufung zum Militär⸗ bienste gewahrt. Erhalten dieselben Offiziersbesold⸗ ungen, so kann ihnen der reine Betrag derselben auf dle Zivilbesoldung angerechnet werden. Der Staatsministerial⸗ beschluß bestimmt hierzu:Erhält der Beamte die Besoldung eines Offiziers oder oberen Beamten der Militärverwaltung, so wird der reine Betrag derselben, als welcher sieben Zehntel der Kriegsbesoldung angesehen werden, auf das Diensteinkommen ge⸗ rechnet. Hiernach werden sieben Zehntel nicht drei Zehntel der Kriegsbesoldung denjenigen Beamten vom Zivileinkommen ab⸗ gezogen, die die Besoldung eines Offiziers oder oberen Beamten

erhalten. Feldwebelleutnants gehören zu den zieren im Range der Leutnants und erhalten auch die Gebührnisse des Leutnants. Offiziersstellvertreter, Vizeseldwebel und Unter⸗

offiziere gehören zu den Mannschaften. Für sie ist ein Abzug nicht vorgeschrieben. Sie erhalten daher neben ihren Kriegs⸗ bebürfnissen das Zivildiensteinkommen un verkürzt weiter.

Gegen Lebensmittelwucher droht das Bezirksamt Frei⸗ burg 1. B. energische Maßnahmen an. Unter Bekanntgabe der vom Bundesrat für Verkäufer und Käufer festgesetzten Höchstpreise warntes das Publikum dringend, sich, um auf alle Fälle Lebensmittel zu erhalten, auf Preisübertreibungen ein⸗ zulassen. Da die Kartoffelhändler sich weigern, zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, und die Landwirte keine Kartoffeln mehr auf den Markt bringen, so hat das Bezirksamt zunächst das Zwangsverfahren gegen die Händler beschlossen. Die Händler werden unter Androhung von Strafen aufgefordert, ihren Vorrat an Kartoffeln be dem für die Stadt festgesetzten Höchstpreise auf den Markt zu bringen: tun sie es nicht, dann nehme das Bezirks⸗ amt den zwangsweisen Verkauf vor. An die Landwirte wird die dringende Mahnung erteilt, die Speisekartoffeln auf den Markt zu bringen, im andern Falle auch hier weitere Maßnahmen ergrissen werden. So muß es schon gemacht werden.

Die Kaninchenzucht in Hessen. Im Großherzogtum Hessen werden nach dem eben erschienenen wirtschaftlich⸗statistischen Jahresbericht im ganzen 150 670 Stallhasen gehalten. Für die Kriegszeit ist die Zucht von Kaninchen äußerst wichtig. Sie erhöht mit den geringsten Mitteln auf mühelose Weise den Fleischbestand Deutschlands. Möglichst allgemein sollten von jeder einzelnen Fa⸗ milie Kaninchen gezüchtet werden. Es ist eine kleine Mühe und das Futter ist leicht zu beschaffen. Die Zucht rentiert sich vor⸗

trefflich. N

Die Landsturmpflicht dauert bis zum vollendeten 45. Lebens⸗ jahre. Nach Erlaß des Aufrufs bis zur Auflösung des Land⸗ sturms findet ein Ausscheiden aus dem Landsturm nicht statt. Der Erlaß des Aufrufes für das preußische Kontingent ist erfolgt: in den Bezirken des 1., 2., 5, 6., 8., 9., 10., 14., 15., 16, 17% 18 20. und 21. Armeekorps für den ausgebildeten und unausgebilbeten am 1. August 1914, in den übrigen preußischen Korpsbezirken 1. für den ausgebildeten Landsturm am 15. August 1914, 2, für den nicht ausgebildeten Landsturm am 4. Dezember 1914. Alle Landsturmpflichtigen, die an diesen Tagen ihr 45. Lebensjahr no nicht vollendet hatten, d. h. alle am 2. 8., 16. 8. und 5. 17 oder später Geborenen sind also nicht ausgeschieden, sondern bis zur Auflösung des Landsturms wehrpflichtig. Die Auflösung wird vom Kaiser angeordnet.

Vom Frankfurter Getreidemarkt. Auf dem Markte am Mon⸗ tag war das Geschäft ruhig. Der Handel war durch behördliche Beschlaanahmen beeinflußt. Das Angebot war gexing, die Nach⸗ frage groß. Gerste wurde nur wenig gehandelt, Hafer war still, Mehl, besonder« Roggenmehl, sehr sest. Futtermittel zogen an. Es notierten: Weizen 27,80 Mk., Noacen 20.80 Mk., Hafer 23,30 Mark ab Station zuzüglich der zuläfstoen Proviston, Weizenmehl 4850 Mk., Roggenmehl 4042 Mk., Kleie 15 Mark.

eis Merlar

Ein feines Geschäft. In der Generglversamm beg Kölner Metzger⸗Innung kam u. a, auch die Preistrei 5 für Leder zur Sprache. Dabei wurde mitgeteilt, daß Kölner Knochen⸗ und. Dumpenhändler kürzlich nach, Brüssel fuhr und dort für 8000 Mark Häute kaufte. Innerhalb 10 Minuten habe er diese Häute an die Heeresverwaltung für 68 900 Mark weiterver⸗ kauft. In der gleichen Versammlung beschlossen die Metzger, einen Antrag an die maßgebenden Stellen zu richten, wonach diefe das Leder, das nicht zu militärischen Zwecken gebraucht wende, zur Deckung des Zivilbedarfs zu normalen Preisen abgeben solle.

Non Nan und Fern.

Mordversuch von einem Dienstmädchen. Am Montag machte in Langen das 19fährig⸗ Dienstmädchen Margar. Schmidt des dort wohnenden 81säbrigen Rechners Fäller auf diesen einen Mordversuch, der glücklicherweise nur mit einer leichteren Verwun⸗ dung Fällers endete. Fäller hatte am Montag morgen Dienstmädchen Vorhaltungen gemacht weil dieses in seiner Kammer einen Burschen empfangen hat f dem alten Herrn auf d'e Vorwürfe umverschämte Antworten gab, ließ dieser sich dazu hinreißen, dem Mädchen eine Ohrfeige zu geben. Das Mädchen lieh sich nun, um sich zu rächen. angeblich von einem haber einen Revolver und gab auf den Dienstherrn zwei Schlisse ab, bis es entwaffnet werden konnte. Eine Kugel hatte den alten Herrn am Gesicht gestreift. e Die Schmidt wurde sofort der Polizei übergeben und ins nis überführt. Die Unterfuchung soll sich auch auf den Liebhaber der Berhafteten erstrecken, ob dieser die Schmidt zur Tat verau⸗ laßt halte.

der erei ein

Telegramme. f Aagesbericht des Großen Hauptguartiers.

Eine Schlappe der Engländer. Lebhafte Kämpfe in Oftpreußen. W. B. Großes Hauptquartier, 26. Jan., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz: Der Feind nahm gestern wie gewöhnlich Mittel-

Keerke und Westende Bad unter Artilleriefeuer. Eine