Eine ausführlichere Meldung lautet:Die Admiralität berichtet, daß heute Morgen ein englisches Patrouillen geschwader, bestehend aus Schlachtschiffen und leichten Kreuzern, unter Befehl des Vizeadmirals Beatty, und ein Geschwader von Torpedojägern unter Befehl des Komman

danten Tyrwhitt vier deutsche Schlachtkreuzer, verschiedene leichte Kreuzer und eine Anzahl Torpedojäger beobachtet die in westlicher Richtung dampften und sich offenbar nach der englischen Küste begeben wollten. Sobald der Feind unsere Schiffe gesehen hatte, wendete er sofort und dampfte in großer Eile wieder zurück. Wir begannen ihn

sofort zu verfolgen, und gegen 10 Uhr wurde das Gefecht eröffnet zwischen den SchlachtkreuzernLion,Tiger N Princeß Royal, New Sealand undIndomitable auf englischer Seite undDerfflingerSeydlitz,Moltke und Blücher auf Seite der Gegenpartei. Ein heftiger Kampf folgte, und kurz vor 1 Uhr gingBlücher, der sich be reits vorher aus dem Feuer zurückgezogen hatte, unter. Zwei andere deutsche Kreuzer wurden schwer beschä digt, aber sie konnten trotzdem die Flucht fortsetzen und ein Gebiet erreichen, wo die Gefahr durch Anwesenheit deutscher Untersecboote und Minen zu groß war, um eine Weiterver

folgung zuzulassen. Alle englischen Schiffe sin 9 wohlbehalten und der Verlust an Menschenleben wird als gering angegeben. DieLion, die in der vordersten Linie war, hatte nur elf Verwundete und überhaupt keine Toten. Von der Mannschaft desBlücher, die 885 Köpfe stark war, sind 123 gerettet worden.

Bericht eines neutralen Augenzeugen. Der FischerdampferErica, der von dem Seegefecht überrascht worden ist, lief heute Jmuiden an. Der Kapitän erzählte einem Berichterstatter des Handelsblad folgendes: Wir waren am Sonntag morgen gegen 10 Uhr 120 Meilen südwestlich von Helgoland mit Fischen beschäftigt, als plötz⸗ lich der Steuermann ansagte, daß geschossen werde. Kaum waren wir an Deck gekommen, als wir auch schon die deutsche Flotte, die aus einer Anzahl von Kreuzern und etwa 20 Torpedobooten bestand, vor uns auftauchen sahen. Es g dauerte nicht lange und es kamen von der gegenüberl iegenden Seite vier englische Kreuzer und ebenfalls eine Anzahl Torpedojäger mit Volldampf angefahren. Plötzlich regnere⸗ es Granaten und Kugeln von der Seite der Engländer; sie gingen über unser Schiff hin. Die Deutschen antworteten. Ein englischer Kreuzer bohrte ein großes Schiff des Feindes in Grund. Während die deutsche Flotte stets mehr aus dem Gesichtskreise verschwand, sahen wir noch, daß auch zwei englische Schiffe getroffen waren, das eine Panzerschiff an seinem Achterteil, das andere mittschiffs. Wir waren etwa 3000 Meter von beiden Flotten entfernt, als das

Geefecht begann, konnten jedoch den Verlauf gut beob- achten. Auch zwei andere Fischerdampfer aus Ymuiden 1 waren in der Nähe, ebenso ein Kauffahrteischiff. Riesenhafte

das Wasser schlugen. Es war ein phantastischer Anblick, den

7 Mückzug und das Sinken des deutschen Kreuzers anzusehen.

110 Wir fuhren dann nach Ymuiden, um einen Bericht über unsee 0. zu erstatten.

0 Die Widerlegung des englischen Berichts. Die Frankf. Ztg. schreibt: Mitteilungen, die uns von Aunterrichteter Stelle zugehen, erweisen, daß wir recht daran

laten, dem Bericht der englischen Admiralität, nach dem sämt liche an dem Seetreffen beteiligten englischen Schiffe 15 zurückgekehrt sein sollten, den Ausdruck stärkste

Zweifels n Die Augabe der am lihen 7 deutsch en Meldung, daß das englische Geschwader einen 1 Schlachtschiffkreuzer eingebüßt habe, ist nun

165 mehr durch bestimmte Ermittlungen gegen jede Anzweiflung sichergestellt. Ein deutsches

Torpedoboot hat das englische Schiff, das Münter dem

feindlichen Geschützfeuer schon erheblich gelitten hatte und

14 bereits aufder Seite lag, durchzwei Torpedo⸗

0 treffer zum Sinken gebracht. Außerdem wird

165 mit zie alicher Sicherheit angenommen, daß auch zwei

englische Torpedoboots

10

1

1 Wasserstrahlen sprangen in die Höhe, wo die Granaten in 1

N

4

10

1 5 1 1

zerstörer in den Fluten

schen 2 See len kann nur dem unlösbar erscheinen, der an den früheren Beweisstücken dieses Krieges noch nicht erkannt hat, daß die britische Admiralität bei Schlägen, die ihre Streitkräfte treffen, Diskretion u ding als Ehrensache betrachtet, sofern nicht der Hergang Vertuschungsversuche von vornherein gänzlich aussichtslos erscheinen läßt. DerAudacious ist bis auf den heutigen Tag offiziell noch nicht untergegangen, und die englischen Schiffe, deren Uebermacht unser helden⸗ mütiges Kreuzergeschwader bei den Falklands⸗Juseln mit japanischer Hilfe bezwang, sind unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zur Reparatur ihrer Beschädigungen ins Dock ßgaugen! Diesmal ist das Bemühen, die Wahr⸗

heit zu verschleiern, freilich ganz besonders dreist, denn zu den Besatzun gen der deutschen 8 Schiffe gesellt sich als Augen⸗

zeugin die Beman nung eines Lenkballons,, die den Untergang des Schlachtkreuzers deut lich beobachtet und darüber hinaus Beschädigungen der übrigen

schiffe des e h

ausgiebige Groß kampf r hat.

Ein ans Opfer unserer U-Boote?

Aus Mailand wird dem Berl. Lokalanz. berichtet: Der am 26. Dezember mit einer Ladung Kohlen von Now Castle abgegangene englische DampferGlenmorgan, der am 7. oder 8. Januar in Livorno eintreffen sollte, ist bisher nicht eingetroffen, und man befürchtet, daß er entweder Havarie erlitten hat, oder einem deutschen Unterseeboot zum Opfer gefallen ist.

Russische ee eee

Wien, 25. Jan.(T. U.) Der stets gut unterrichtete militärische Mitarbeiter der Grazer Tagespost schreibt: Seit einigen Tagen ist eine starke Südwärtsverschiebung auf russischer Seite zu bemerken. Die Russen haben Streitkräfte aus Mittel- und Nordpolen über die Weichsel zurückgezogen, um sie mittelst der Eisenbahn auf andere Operationsplätze zu schaffen, nämlich nach Galizien und nach der Karpathen⸗ gegend. Meldungen von der Räumung einiger ostgalizischer Städte durch die Russen sind wohl so zu verstehen, daß die Russen die dort stehenden A n in südlicher und öst⸗ licher Richtung in Marsch gesetzt haben, um die in den Karpathen kämpfenden Truppen zu verstärken. Auch in diesen militärischen Maßnahmen zeigt sich der russische Zug

nach dem Süden. Ob diese bemerkenswerten Truppenver schiebungen offensive Tendenzen haben, oder ob sie der

Räumung der besetzten Gebiete gelten, läßt sich noch nicht

sagen.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht z

Wien, 25. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 25. Januar. In Polen und Galizien keine wesentlichen Er⸗ eignisse, nur an der Nida. hat lebhafter statigefunden. Die zur Wiedergewinnung der von uns eroberten Stellungen im oberen Ungtale und bei Wezerszaslas fene en russischen Gegenangriffe wurden blutig abgewiese Ein Versuch des Gegners, bei Napailowo durchzudringen, miflant voll⸗ lommen. Der Feind og sich über Zielonaw zurück. Die Kämpfe⸗ der letzten zwei Tage brachten uns in den Karpathen 1050 Ge⸗ fangene ein.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

* Wien, 25. Jan.(Etr. Frkft.) Aus dem Kriegspresse quartier berichten die Blätter übereinstimmend, daß das artilleristische gewicht der Russe Rae

ie russische Offensive in der Buko⸗ 0 Aappe von Jakobeny eingestellt

sch wunden sei. wina sei nach der worden.

Beschlagnahn i der Getktidcvarrüte⸗

Berlin, 25. Jan.(W. B. Amtlich.) Der Bundesrat hat heute Verordnungen über die

1 DK Scl

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Geschütz kam v

Mehl, sowie über die Sicherstellung von Flei ch

tritt Veschlagnahme der Vorräte von Weizen und Noggen sowie von Weizen⸗, Noggen⸗, Hafer⸗ und Gerstenmehl ein; zur Durchführung der Beschlagnahme ist Anzeigepflicht vorge⸗ sehen. Für die Regelung des Verbrauches 11 eine Reichsverteilungsstelle errichtet. Die Ab⸗ 5 gabe von Weizenmehl, Noggenmehl, Fuser mehl und Gerstenmehl im geschäftlichen Verkehr

Bezüglich der F

auferlegt, Vorrat von Dauerware zu beschaffen.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 5 Verlag* Abendblatt, G. m. b. H.Offenbach a. M.

Druck: ND. 8 Seeber, eee ere Verstorbene. Frau Susanne Schwan Witwe, geb. Koch, in Gießen. Frau Magd alene Neidhardt, geb. Klein, in Gießen, 81 Jahre alt. Frau Marie Weißenbach, geb. Weber, in Gießen, 79 Jahre alt. Frau Emma Sch midt, geb. Heuß, in

Großen⸗ Buseck, 58 Jahre alt. Frau Marie Langsdorf Witwe, geb. Jung, in Klein⸗Lind n, 65 Jahre alt. Frau Wen er Witwe, geb. Wallenfels, 76 Jahre alt.

n Asun⸗Verein Gießen n. 105.

Atz unsere Mitglieder.

5 Die fortgesetzten Mehlpreissteigerungen 180 eine 5 85 N erreich, die uns zwingen, die Bbobreise Ane 31ů erhöhen Von heute Pienstag, den

2 uns genötigt, das

34 Pfund⸗Brot zu 70 816 5 2 Pfund ⸗Brot zu 35 Pfg.

1 verlaufen. Die bundesrätlichen Verfügungen unlesß 190 jede Herstellung von Weißbroten⸗ Um nun unseren kranken zl und magenleidenden Mitgliedern nach Möglichkeit ent⸗ ee werden wir von jetzt ab ein sogenauntes n 1 9 8 6 T. zontchpatt Grahambrot(Weizenschretbrot) . backen, das nach den ärztlichen Gukachten sehr leicht verdaulich Das Grahambrot wird jedoch nur auf besondere

sein soll. 2 enedng gebacken und sind die Bestellungen rechtzeitig in den Verteilungsstellen abzugeben.

26. Januar ehen wir

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vorräten beschlossen. Mit Beginn des 1. Februar 8

ist vom 26. Januar bis 31. Januar verboten. Fleischvorräte wird den Städten und größeren Langemeinden die Verpflichtung

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