Friedens betrieben und in Glück und Zufriedenheit geschafft haben, sind dem Leben entrissen, siechen als Kranke oder Krüppel dahin oder dämmern in Elend und Verzweiflung. Die Hoffnungen, die die Menschheit vor wenigen Jahren er— füllten, als sie die Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts überschritt, scheinen vergessen zu sein. In Haß und Erbitte— rung getaucht ist ihr Sinnen nur auf Vernichtung gerichtet, auf rücksichtsloses Zertrümmern alles dessen, was ihr noch gestern als heilige Attribute einer fortgeschrittenen Zeit er⸗ schienen ist.
Und dennoch! Mitten durch diese blutige Finsternis zieht sich ein leichter Schimmer, ein leises Hoffen, der noch verschwommene Gedanke, daß ein Tag erscheinen wird, wo all dieser Jammer beendet, wo die Vernunft wieder zur Herr⸗ schaft, die Menschheit wieder zum Bewußtsein ihrer selbst gelangt sein wird.
Wir wissen heute noch nicht, wann dieser Tag kommen wird. Aber, daß er kommen muß, das wissen wir.
Den Gedanken an diesen Tag wachzuhalten ist heute in noch höherem Sinne Menschlichkeit, als das Heilen der ge⸗ schlagenen Wunden. Ihn vorzubereiten ist die heiligste Pflicht, die Menschen obliegt.
Und euch, ihr Männer des Wissens und des Könnens, ihr geistigen Führer der Menschheit, die ihr berufen seid, die Fahne der Kultur hochzuhalten und sie, wie es eure Vor— gänger getan, auch in den finstersten Zeiten rein zu halten, euch obliegt diese Pflicht! Diese heilige, diese unendlich be— deutungsvolle Pflicht, die in solcher Schwere höchstens in Jahrhunderten einmal auferlegt wird.
Nicht, daß es eures Amtes wäre, für die Beendigung des Krieges einzutreten, zum Frieden zu mahnen. Das liegt nicht in eurer Gewalt. Es liegt in der Macht der Menschheit, Kriege zu vermeiden; aber den einmal entfesselten Krieg vorzeitig abzukürzen, liegt jenseits ihrer Kraft. Euch bleibt nichts anderes übrig, als euch rein zu halten von den Schlacken des Hasses. Ihr sollt heute nicht rechten und hadern, nicht anklagen und beschuldigen. Wenn euer Herz noch so voll davon ist, schweigt! Wollt ihr aber reden, so müßt ihr die Gedanken der Gemeinschaft vertreten, in der ihr gelebt habt und in der eure Arbeit, eure Wissenschaft, eure Kunst groß geworden ist. Der Tag muß ja kommen, an dem diese Ge⸗ meinschaft wieder aufgenommen wird.
Krieg und Versammlungsleben.
Das Stellvertretende Generalkommando für das 12. sächsische Armeekorps hat am Freitag folgende Verord⸗ nung erlassen: Von jetzt ab bedürfen nicht nur Vorträge rein militärischen Inhalts der polizeilichen Genehmigung, sondern überhaupt alle Vorträge, die sich in irgend einer Beziehung mit dem Krieg befassen, sei es in politischer, wirtschaftlicher. technischer oder sonst einer anderen Hinsicht. Von allen genehmigungspflichtigen Vorträgen sind vollständige Manuskripte mindestens acht Tage vor der geplanten Ab—⸗ haltung bei der zuständigen Behörde einzureichen.
Die Verordnung bezieht sich demnach nicht nur auf öffent⸗ liche, sondern auf alle Vorträge bezw. Versammlungen.
Maßnahmen gegen schlechtzahlende Militär⸗ lieferanten.
Vielfach haben Militärlieseranten, die bekanntlich ihre Waren im allgemeinen sehr gut bezahlt erhalten, ihre Arbeiter völlig un⸗ genügend entlohnt. Die öffentlichen Pvoteste gegen solche„patrio⸗ tische“ Unternehmer haben nun dahin geführt, daß die Firmen zur Erlangung von Heereslieferungen ein Zuverlässigkeitszeugnis der Handelskammer beibringen müssen, das aber jetzt, nach einer neuen Verfligung des Handelsministers, verweigert werden soll, wenn er⸗ wiesen ist, daß sie für die von ihnen ausgegebenen Arbeiten tatsäch⸗
lich nicht die ortsüblichen Löhne gewährt haben. Diese Praxis, zu⸗
erst von einer Handelskammer eingeführt, hat nach einer Mit⸗ teilung der Köln. Zig. die völlige Billigung des preußischen Han⸗
delsministers gefunden, der die ortsüblichen Kammern entsprechend
verständigt hat. 15 Milliarden⸗Anleihe des Fein des.
Laut Berl. Tagebl. meldet das Scho de Paris, die
Finanzminister der Ententemächte würden demnächst in Paris
zusammenkommen.
der Zusammenkunft eine gemeinsame Anleihe der drei Mächte
Wie der Gaulois schreibt, sei das Ziel
in Höhe von 15 Milliarden. Die Deutsche Tageszeitung meint, da sowohl in Frankreich wie erst recht in Rußland für die Unterbringung größerer Anleihen nur geringe Aussicht bestände, so werde England wohhallein diese An⸗ leihe aufzubringen haben. Aber wenn England die ganze finanzielle Last des Krieges bei dem Dreiverband zu tragen habe, so würden ihm die letzten 100 Millionen Pfund, von denen Lloyd George sagte, wer sie zur Verfügung habe, werde in diesem Kriege Sieger sein, bald von seinen Bundes⸗ genossen aus der Tasche gezogen worden sein.
Englands„fürchterliche Lege“. Die Morning Post legt dar, daß England in einer fürch⸗ terlichen Lage sich befinde, falls es dem Feinde gelingen sollte, die Zufuhr von Lebensmitteln durch Untersee⸗ boote zu unterbinden. Während des Krimkrieges habe die Zahl der im Felde Stehenden nur ein Zehntel des gegenwärtigen Bestandes betragen und trotzdem sei der Preis von Weizen auf 75 Shilling der Scheffel hinaufgegangen. Ein solcher Preis sei für die unbemittelte Bevölkerung gleich⸗ bedeutend mit Hungersnot. Großbritannien nehme bei⸗ nahe 37 Prozent der Gesamtausfuhr an Getreide sämtlicher Getreide liefernder Länder auf. Das englische Volk müsse unbedingt darauf verwiesen werden, mehr Kar toffeln zu essen und die Regierung müsse g esetzlich die Land⸗ wirte zwingen, mehr Kartoffeln auf dem Boden zu ziehen, der zurzeit zur Anbauung von Hopfen verwandt werde. Englischer Dampfer vermißt.
Mailand, 23. Jan.(TU.) Der am 28. Dezember mit einer Ladung Kohlen von Neweastle abgefahrene englische Dampfer „Glenmorven“, der am 7. oder 8. Hanuar in Livorno eintreffen sollte, ist bisher nicht eingetroffen. Man befürchtet, daß er ent⸗ weder eine Havarie erlitten oder einem deutschen Unter⸗ seeboot zum Opfer gefallen ist.
In Warschau.
Die Warschauer Berichterstatter der Zeitungen neutraler Länder haben, wie die Vossische Zeitung meldet, auf Ver⸗ anlassung der Militärbehörde Warschau verlassen müssen. Von der Bevölkerung sei bis jetzt der dritte Teil aus Warschau entfernt worden.
Russische Pulver⸗Magazine in die Luft geflogen.
Rotterdam, 23. Jan.(T. U.) Aus Malmö wird gemeldet daß in Brest Litowsk(Rußland) mehrere Patronenmagazine in die Luft flogen. Man glaubt, daß man es mit revolutionären Um⸗ trieben zu tun hat.
Die österreichisch⸗ungarische KHriegs⸗Anleihe.
Wien, 23. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Nach den end⸗ gültigen Feststellungen betragen die Zeichnungen auf die Kriegsanleihe 8306 Millionen Kronen, wovon auf Oesterreich 2136 Millionen Kronen und auf Ungarn 1170 Millionen Kronen entfallen.
Von der Nordpol Expedition.
Kristiania, 22. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Frau Sperdrup erhielt, wie Aftenposten meldet, gestern abend folgendes Tele⸗ gramm aus Petersburg: Sverdrup telegraphiert über Jugor⸗ Straße, er überwintere im Meerbusen 92 Grad östlicher Länge von Greenwich. Alles sei wohl.
Partei⸗Nachrichten. Erklärung.
In der ausländischen Presse, auch in einem Parkeiblatt, findet sich die Nachricht, daß Liebknecht den Führern der Internationale Mitteilungen gemacht habe über eine veränderte Stellung der Parteiorganisationen zur Fraktionshaltung. Wie wir festgestellt haben, hat er eine solche Mitteilung an die Führer der Internatio⸗ nale nicht ergehen lassen.
Im übrigen bemerken wir: Noch kürzlich hat die nach dem Or⸗ ganisationsstatut berufene zentrale Parteikörperschaft. der Ver⸗ treler aus dem ganzen Reiche angehören, keinen Zweisel gelassen, daß sie auch jetzt, wie in der Sitzung vom September 1914, die Hal⸗ tung der Reichstags⸗Froktion billigt.
Trotz unserer Erklärung im Vorwärts vom 19. Januar sind wieder in einigen ausländischen Parteiblättern Mitteilungen, sogar solche vertraulicher Art über Vorgänge im inneren Organisations⸗ leben der Partei gebracht worden. Dieses parteischädigende Ver⸗ halten muß auf bas entschiedenste verurteilt werden.
d. Res. Georg Wißner, Lauter, low.
In dieser
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ernsten Zeit, namentlich auch im Hinblick auf den Belag er zustand, müssen wir von allen Parteigenossen dringend fortern allen Aeußcrungen sich der großen Verantworklichkeit gegenüber Partei bewußt zu sein.
Berlin, 22. Januar 1915.
Gießen und Umgebung. Aus den Verlustlisten.
Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116. Wlowlawee am 3, CEmiszew vom 6. bis 11. und andere Gefechte vom 12. bis 22. 12. 1914..
(Von Verwundeten und Vermißten sind nur die aus Obevhessen und Nachbargebieten aufgeführt.) 1
2. Bataillon. 214 1 Utsfz. Karl Roth, Obbornhofen, gef. Utffz. Heinrich Nagel, Gießen, gef.— Utffz. Konrad Henrich, Gelz haar, verm.— Utffz. Karl Gerlach, Heldendergen. schyw.— Utffz. Jakob Schneider, Steinbach, vorm.— Ultffz. Karl Böcher, Atzenhain, low.— Wehrmann Heinrich Bayer, Obbornhofen, verm.— Res. Heinrich Schmidt, Burkhardsfelden, verm.— Res. Friedrich Hof⸗ mann, Heuchelheim, verm.— Res. Friedrich Schaubach, Nieder⸗Flor⸗ stadt, low.— Res. Christ. J., Großen⸗Linden, low.— Anton Arnold, Burkhardsfelden, verm.— Res. Johannes Klinge hösser, Mainzlar, verm.— Res. Wilhelm Medenbach, Daubrin low.— Res. Georg Flach, Düdelsheim, low.— Res. Wilh. Stang Londorf, low.— Res. Philipp Wirth, Oberschmitten, low.— Res. Karl Schulz, Wolf, low.— Ros. Moldhaupt, gef. Res. Heinrich Wahl, Alsfeld, gef.— Res. Hch. Eckstein, Hopfgarten. low.— R. K. Rullmann, Gedern, low.— Res. Karl Hof, Gedern, low— Ref. Karl Schmidt, Nösberts, gef.— Res. Drymeier, ge f.— Res. A ig. Döring, Frischborn, low.— Gesr. Skeinhaus, verm.— Gefr. Mas tes verm.— Res. Ernst Jäger, Gelnhaar, low.— Res. Heinrich Politsch, Usenborn, low.— Res. Aloysius Heinrich Bodenröder Rockenberg, gef.— Res. Franz Vogt, Gießen, IDow.— Res. Wilh. Margolf, Rüddingshausen, low.— Res. Heinrich Hofmann, Fa der⸗ bach, low.— Res. Heinrich Lift, Frischborn, schow.— Res. Witkewitz gef.— Gefr. Joh. Marburger, Vilbel, schow.— Res. Christ. Lein⸗ berger, Wünschenmoos, gef.— Res. Friedrich Weisel, Laubach, low. — Res. Rudolf Wingeseld, Eckartsborn, low.— Res. Heinrich Gröh, Geilshausen, low.— Res. Franz Merget, Zellhausen, low.— Res. Ludwig Phil. Geis, Usenborn, schöw.— Res. Heinrich Müller, Maul⸗ bach, low.— Res. Joh. Barzewski, Bentschen, low.— Res. Bär, low.— Res. Andreas Karl, Ober⸗Moos, schow.— Nes. Hoffmann, gef.— Res. Peter Hoffmann Confeld, gef.— Res. Peter Felters, Fell, gef.— Res. Wilhelm Mohn, Himbach, low.— Res. Wilhelm
Rühl, Feldkrücken, low. 1 i ellv. Gustav Kaestner⸗Nordhausen,
5. Kompagnie:
u, schow.— Sgt. Heinrich Pribbernow, gef.— Utffz ach, gef.— U
⸗Crumib gg. Funes itffz. d. Res. Friedrich Weller, Klein⸗ Heil, Ober⸗Mi a
Lais, low.— Faulstich, Res. O 15 s. Aug.
Georg Eifert, Schwarz — Res. Franz Batalony, Schwarz, gef.— Res. L Karl Momberger, Wohnfeld, l
felden, gef.— Tamb. Heinrich Wi
Moritz Ackermann. Nieder⸗Wöllstadt, low. Gießen, gef.— Ref. August Reinemer, Gl Pinow, gef.— Kriegsfreiw. Werner Schi Res. Heinrich Schmidt, Treismitnoe Krankheit: Res. Karl Kistner, Fechenheim am Main.
— Anschaffung von Fleisch⸗Dauerware. Zu der Auf forderung verschiedener Regierungsbehörden an das Publi⸗ kum, sich Fleisch-Dauerware anzuschaffen, wird noch ge⸗ schrieben: 1
Eee n 0
A 1
Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge.
Der jähe Tod Björnarnes, Olafs und der armen Gula hatte ihn aufs äußerste erschüttert. Er dachte an Hanna und Ilda, an Helgestads Leid und Schande und an den unglück⸗ lichen Greis, der in die Hände erbarmungsloser Feinde ge— fallen war. Was sollte aus ihm werden? Was hatten sie mit ihm vor?!— Auf mehr als hundert Meilen gab es keine Macht, die ihrer Grausamkeit Einhalt tun konnte. Er fürch⸗ tete nicht das Aergste, aber doch Arges und Schreckliches genug, und was konnte er dagegen ausrichten? Sein einziger Freund, der einzige Schützer des unglücklichen Afraja, war Klaus Hornemann. Wo war dieser jetzt? Warum war er nicht hier?— War er krank, war er tot? Wer wußte es! Doch daß er kommen würde, wenn er lebte, war gewiß, und dieser Gedanke blieb die einzige Hoffnung, die ihren trösten— den Strahl in sein wirres, verdüstertes Denken schickte.
Als der Vogt mit seinen Begleitern hereintrat, wandte er sich vor dem roten, lasterhaften Gesicht unwillig fort.
„Stehen Sie auf, Herr,“ sagte Paulsen mit voller Amts— strenge.
„Mit welchem Rechte bin ich mißhandelt und gefangen worden?“ fragte er dagegen.
8„Das werden Sie in Tromsö erfahren,“ entgegnete der Vogt,„wo Ihr Prozeß betrieben werden soll.“
„Ich verlange mein Verbrechen zu wissen.“
„Sie haben es gehört, Sie sind des Hochverrats ange— klagt.“
„Wenn das ist,“ rief der Gefangene,„wenn man wirklich so toll ist, mich so schwer zu beschuldigen, so kann niemand hier mein Richter sein. Ich bin ein Edelmann des Reichs und gehöre vor das Reichsgericht. Ich bin Offizier, und schon als solcher muß der Spruch dem Gouverneur von Norwegen verbleiben.“
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und sind ansässig in den Finnmarken, die ihren eigenen höch⸗ sten Gerichtshof über Leben und Tod haben. Davon ist niemand ausgenommen, auch kein Edelmann. Das Gericht in Tromsö ergänzt sich in besonders schweren Fällen durch sechs Beisitzer aus den achtbarsten Männern im Lande, und gegen seinen Spruch ist keine Berufung zulässig.“
Die Bestürzung in Marstrands Gesicht rief ein triumphierendes Grinsen des Vogts hervor.—„Ich habe Be⸗ fehl gegeben, Sie nach Tromsö zu bringen,“ fuhr er fort. „Sie waren Edelmann und Offizier, auch ich habe den Degen getragen. Ich will Sie nach Ihrem ehemaligen Stande be— handeln, wenn Sie mir Ihr Wort geben wollen, sich geduldig zu fügen und keinen Fluchtversuch zu machen.“
„Und wenn ich das nicht tue?“
„Dann muß ich alle Mittel ergreifen, Ihr Entkommen zu hindern. Alle Ihre Mitschuldigen liegen gebunden im Schiffsraum.“
„Bei Gott!“ schrie der Junker auf, indem er die Faust ballte, aber er ließ seinen Arm schnell sinken und sagte ge— lassen:„Ich werde mich geduldig in alles fügen, was Sie bestimmen, glauben Sie aber nicht, daß, was Sie tun, ohne Richter und Rächer bleibt.“
„Schweigen Sie!“ sagte der Vogt,„das sind unnütze Worte, Ihnen wird nichts geschehen, was Sie nicht verdienen. Wir haben einen Gerichtshof und haben Gesetze. Was diese nach Gewissen und Buchstaben über Sie verhängen, müssen Sie tragen. Niemand, und wäre es der König selbst, kann darüber mit uns rechten.“
In seiner Erklärung lag eine fürchterliche Wahrheit, deren Bedeutung Marstrand vollkommen erkannte. Nicht durch einen Willkürstreich, sondern durch ein legales Rechts— verfahren sollte er vernichtet werden, und sobald es gelang, nur einige Beweisgründe gegen ihn zu sammeln, war er verloren.
„Folgen Sie mir,“ sagte der Vogt.— Er ging voran. zu beiden Seiten des Gefangenen stellten sich Bewaffnete;
„Sie irren in allem,“ antwortete der Vogt.„Sie leben
ein ernstes, betrübtes Gesicht zu machen, das Marstrand mit einem Blick der Verachtung lohnte. 2 „Wie geht es mit Helgestad?“ fragte er den Vogt. „Er liegt von Sinnen,“ antwortete Paulsen,„Sie habet schweres Unheil über ihn gebracht.“ 4 14 „Nicht ich!— O, nicht ich! Andere haben dies get die es verantworten müssen.“. Der Vogt erwiderte nichts darauf, denn auf dem P wurde der Zug von Geschrei, Flüchen und Verwünschungen empfangen. Die Garden des Schreibers drängten sich mit den finstersten, feindlichsten Gesichtern um den Gefangenen, ihn vor denen zu schützen, die den falschen Dänen aus ihren Reihen reißen und Rache an ihm nehmen wollten. Die wilde Masse halbtrunkener, roher Menschen, denen Afraja und sein Leidensgenossen entgangen waren, hatte sich zu einem 4 von Wut erhitzt, daß Marstrand den Augenblick kommen wo ein Messer oder ein wohlgezielter Stein ihn erreichen und niederstrecken würde. Er zitterte nicht vor einem solchen Ende, ruhig blickte er in den tobenden Haufen, aber eine Ent⸗ mutigung kam doch über ihn. Da war mehr als einer, dem er Gutes getan hatte; er sah sich mit Schimpf und Schande überschüttet, und keine Stimme erhob sich für ihn, keine Hand regte sich. Ja, es kam ihm vor, als hätten manche der Gaard⸗ herren und Kaufleute nicht übel Lust, ihn den wüten Duänern und Inselleuten hinzuwerfen. Plötzlich aber stand Paul Petersen vor ihm, denn der Vogt kam mit seiner heiseren Stimme nicht mehr durch, und offenbar wurde sein Ansehen mißachtet. Petersen legte se Hand auf die Schulter des Gefangenen, seine Rechte hol hoch auf und rief mit voller Gewalt:„Gehorcht und laßt oder es soll Euch gereuen! Dieser Mann ist dem Gesetz! fallen, das Gesetz wird über ihn richten. Seiner Straf er nicht entgehen. Auf offenem Gerichtstag in Troms er von seinen Richtern sein Urteil empfangen. Ihr aber Euch fort, wenn Ihr nicht festgenommen und hart be sein wollt.“ a 8 g 1 M
Paul Petersen sah ihn vorübergehen und bestrebte sich,
(Fortsetzung folgt.)


