Das Merkblatt des 1 a 0 steriums über die Herstel ang von Seen fte Balewoe hat nur für die Volksschichte old Bolksse ichten Zweck, welche die Mittel zur 1 0 von Fleisch und Speck haben. An sich ist der 1 80 an eLandwirtschaftsministeriums beachtenswert, 5 e n auf die bereits der Altmeister Auf N Fleischer Innung. Herr Burg hingewiesen hat.

5 1. weitere. Folgen mag hier noch verwiesen werden:

ei der heutigen Futter- bezw. Mastmethode(Kunst⸗ futter) eignet sich nicht jedes Schweinefleisch zu Dutch

und Dauerwurst. Das Gleiche muß vom Speck. 255 den. Nur der Fachmann wird beurteilen können, welches Fleisch sich zur Dauerware eignet. Ob jeder Verkäufer 5 Fleisch genügend Sachkenntnis und auch Aufrichtigkeit de⸗ sitzt, muß erfahrungsgemäß bezweifelt werden. Also schon beim Einkauf kann man sichverkaufen und das Geld wird dann weggeworfen sein. Außerdem können aber auch die Folgen Fleisch⸗ oder Wurstvergiftungen sein, deren Gefähr⸗ lichkeit leider noch nicht jedermann bekannt sind. Schließlich ist die Art der Aufbewahrung der fertigen Ware von Bedeu⸗ tung. Große Verluste entestehen durch das Eintrocknen; bei Dauerwurst bis zu 30 Prozent. Ein gefährlicher Feind sind außerdem die Fliegen; selbst der beste Speck ist vor der Brut der Fliegen(Maden) nicht sicher. Jedes Stück Ware, das also bei unsachlicher Behandlung verdirbt, erhöht die Fleischnot, schädigt also nicht nur den einzelnen, sondern auch die Gesamt⸗ heit. Bei alledem dürfte es das Ratsamste sein, die Fabri⸗ kation der Dauerware dem Fachmann zu überlassen. Will man den Armen in der Zeit der Not Schutz bieten, so setze man Höchstpreise fest und mögen Staat und Kommunen die Wurst⸗ fabrikation, Schinken und Specksalzerei und die Fleischkon⸗ servenfabrikation in eigene Regie übernehmen und zur ge⸗ gebenen Zeit die Waren zum Selbstkostenpreise abgeben. 9

Diese von Fachmännern kommenden Darlegungen zeigen, daß die Sache am besten von den Gemeinden in die Hand genommen wird, wie das auch in mehreren Städten bereits geschah. Nur so kann alles zweckmäßig eingerichtet werden und ist eine Versorgung der Bevölkerung mit Dauer⸗ ware zu erreichen, von der die Volksernährung wirklich einen Vorteil hat. Ein in Berlin gebildeterKriegsausschuß für Konsumenteninteressen hat eine Eingabe an den Reichskanz⸗ ler und verschiedene Ministerien gerichtet. Darin wird ge⸗ fordert, Maßnahmen zu ergreifen, zur Verhinderung eines wegen der Futtermittelknappheit demnächst zu erwartenden übergroßen Auftriebes auf den städtischen Märkten, infolgedessen zu stark fallenden Preises und der daraus resul⸗ tierenden Gefahr einer Verschwendung. Dafür sollen die Gemeinden, Konsumgenossenschaften, Fleischverarbei⸗ tungs⸗Unternehmungen und sonstige geeignete Körperschaften, unter Ausnutzung des verringerten Preises, in großen Men⸗ gen frisches Fleisch aufkaufen und in Kühlhallen aufbe⸗ wahren, sowie zu Räucher⸗, Pökel⸗ und sonstigen Dauerwaren verarbeiten und aufspeichern. Die Viehzüchter sollen veran⸗ laßt werden, angesichts der beschränkten Herstellungsmöglich⸗ keiten von Dauerware in Industrie und städtischen Haushal⸗ tungen, das Vieh, über ihren eigenen Bedarf hinaus, einzu⸗ schlachten und erst allmählich auf den städtischen Markt zu bringen. Der Kriegsausschuß glaubt auf diese Weise ein katastrophenartiges Fleischangebot und späteren Fleischmangel im Interesse von Produzenten und Konsumenten hintanhalten zu können.

Teures Brot. Wie wir hören, soll von morgen ab ein allgemeiner Brotaufschlag in Gießen erfolgen. Die Bäcker⸗ innung habe beschlossen, den Preis des 4 Pfundlaibes(Kriegs- brot) auf 72 Pfg. festzusetzen. Für kinderreiche und minder⸗ bemittelte Familien ist das sehr bitter. Man wird mehr Kartoffeln und Gemüse essen müssen.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Leut⸗ nant d. L. Theodor Spitznagel Lehramtsassessor aus Gießen, Ersatzbataillon Nr. 49. Unteroffizier Otto Bo pf aus Langgöns, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116(starb in franz. Gefangen schaft). Hauptmann Bodo v. Box aus Niederofleiden, Brig.⸗Ersatz⸗Bataillon Nr. 49. Gustav Koebke aus Als

feld, Inf.⸗Reg. 168. Heinrich Gilbert aus Dutenhofen.

Abgerückt. Der Rekruten⸗Ersatz des Infanterie-Regi⸗ ments 116 hat heute unsere Stadt verlassen. Bei ihm befin⸗ den sich eine Anzahl bekannter Persönlichkeiten als Frei⸗ willige, z. B. Prof. Vogt, der öfter für die fortschrittliche Volkspartei agitatorisch auftrat, ferner Dr. Hepding, Biblio⸗ thekar an der Universitäts⸗Bibliothek und noch andere Aka

demiker. Mögen sie alle gesund wiederkehren! Der Waffenstillstand der Soldaten. Unser englisches Parteiorgan, der Labour Leader, widmet seinen Leitartikel dem

in Frankreich

Waffenstillstand, den sich die Soldaten an der Front 0 haben. Es

und Flandern zu Weihnachten eigenmächtig genommen spricht u. a.:

Die von so vielen Seiten kommenden Berichte von dem Weihnachtswaffenstillstand sind ein genügender Beweis für die Freundschaftlichkeit, mit der jede Armee ihren Gegner betrachtet. Sie kämpfen nicht, weil sie einen Streit, miteinander haben, sie töten nicht, weil sie morden wollen; sie kämpfen und töten, weil sie in den Mittelpunkt einer Weltbewegung gerissen wurden Für kurze Zeit haben sich jedoch die Geflühle der Kamexadschaft und des Wohlwollens zu stark geltend gemacht, um unterdrückt werden zu können. Am Weihnachtstage wollten diese Männer ihr grau⸗ siges Todesspiel nicht weiter treiben. Die Regierungen der kriegführenden Nationen hatten die Anregung des Papstes zu einem Wesihnachtswaffenstillstand abgewiesen, aber die Soldaten an der Front machten.. auf eigene Initiative einen Waffen⸗

Labour Leader gibt dann eine Reihe von Schilderungen

i ö us Feldbriefen wieder, die in der eng⸗ enen Sie drücken alle Verwunder⸗

Ein Offizier der königlichen Feld⸗ im Daily Telegraph abgedruckten Briefe See een tlich.... Einer(der Soldaten) war ein Kellner im Hotel Bitz lin London) gewesen und wollte nach London heim⸗ lehren. Sie sagen, sie seten unsere und wollen nicht schießen, bis wir es tun! dann wird es noch einen dauernden Frieden geben... Der Star druckt einen von drungenen Brief eines Schiltzen William Eve, aus deu 1 1 lon der Queen's Westminsters, ab, 158 40 solgt schließt: 1 anzen Morgen riefen uns die deu hen Ehristmas Teal Weihnachten) und verschtedene andere Wünsche, die sie lenglisch) kannten, zu. Es ist gottlos, daß wir

an sillch Vater u. a.:

hier aufeinander schi f. ig wol n w 177 85 hießen sollen, wo sie doch ebenso wenig kämpfen

Der Labour fügt die folgenden Bemerkungen hinzu: Soldatenbriese zeigen zur Geniige den Geist ber Waube fiche 15 noch in den Hergen der Menschen lebendig ist, vielleicht mehr noch 15 jenen, die mitten in diesem Todesringen stehen, als in denen, die zu Hause sitzen und mit Gier all die entstellten Geschichten von deutschen Greueltaten lesen, die die Zeitungen Englands entehren. Die Vorkommnisse dieses Weihnachtstages werfen einen Licht⸗ trahl durch die Finsternis dieser Zeiten und zeigen uns eine schlleg jenes N i 1 die Völker aller Länder... be⸗

0 zen werden, in Eintr. Fre schaf itei 0 di leben acht und Freundschaft miteinander

Auch der Daily Eitizen, das Tageblatt der Arbeiterpartei, in dessen Haltung, wie uns dünken will, sich neuerdings gleichfalls eine erfreuliche, Wandlung anbahnt, behandelt denWeihnachts⸗ waffenstillstand in einem Leitartikel. Es heißt darin:Wenn aller Zorn und alle Grausamkeit des Krieges die menschlichen Ge⸗ fühle nicht ertöten konnten, dann wird auch der Erlaß eines Ar⸗ meebefehls(gegen dasFraternisieren) dazu nicht imstande sein. Das Gefühl der Internationalität war nicht stark genug, nicht ge⸗ nügend organistert, um den Krieg zu verhindern, aber es war trotzdem stärker als je zupor in der Weltgeschichte. Es wird noch triumphieren trotz dieses furchtbaren Rlickschlages. Daß Soldaten

innehalten, um einander die Hand der Freundschaft entgegen- zustrecken, ist, sicherlich ein Zeichen und Symbol von nicht geringer Bedeutung...

, Telephon⸗Gebühren. Die Ober⸗Postdirektion in Darm⸗ stadt gibt bekannt: Für Anschllsse an das Ortsfernsprechnetz in Gießen, die nicht weiter als 5 Kilomtr. von der Vermitt⸗ lungsstelle entfernt sind, werden vom 1. April 1915 ab erhoben:

entweder Pauschgebühren in Höhe pon 160 Mk.,

oder eine Grundgebühr von 75 Mk. und eine Gesprächsgebühr

von 5 Pfg. für 1 Gespräch, mindestens 20 Mk. jährlich. Die Teilnehmer, welche anstelle der seitherigen Pauschgeblhr dle Grundgebühr und Gesprächsgebühren zahlen wollen, müssen dies dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Gießen bis Ende Februar schriftlich mitellen. Sie erhalten dann zum 1. April andere An⸗ schlußnummern. Die Teilnehmer sind auch berechtigt, ihre An⸗ schlüsse zum 1. April zu kündigen. Die Kündigung ist bis Ende Februar schriftlich bei dem genannten Telegraphenamt anzu⸗ bringen.

Die Sonntagsarbeit in den Bäckerelen. Das Großh. Mini⸗ sterium des Innern hat folgende Bekanntmachung ergehen lassen: Mit Rücksicht auf die von dem Slollvertreter des Reichskanzlers iber die Bereitung von Backwaren getroffenen Bestimmungen(Be⸗ kanntmachung vom 5. Januar 1915, abgedrurkt in der Darmstädter Zeitung Nr. 11 vom 14. Januar l. 33.) werden die Kreisämter hiermit ermächtigt, die Beschäftigung von Arbeitern in Bäckeresen an Sonn⸗ und Festtagen vorbehältlich der Bestimmungen in 8 9 der genannten Bekanntmachung und fiir deren Dauer bis 12 Uhr mittags auf grund des 8 105e der Reichsgewerbeordnung zu ge⸗ statten. Jedem Arbeiter ist mindestens an jedem dritten Sonn⸗ 1 zum Besuche des Gottesdienstes erforderliche Zeit frei⸗ zugeben.

Nutzen der Bolksfürsorge. Von der gewerkschaftlich⸗ genossenschaftlichen VersicherungVol sfürsorge wurden in der letzten Zeit u. a. folgende Fälle erledigt: Der Kupferschmied St. in Lehe versicherte am 15. November 1913 seine Frau nach Tarif II mit einer Halbmonatsprämie von 1 Mark für eine bei dem Tode, spätestens aber nach 20 Jahren fällige Versicherungssumme von 390 Mark. Die Versicherte starb am 13. Dezember 1914, und erhielt der Ehemann die bedingungsgemäße Summe von 368 Mark ausbezahlt. An Prämien waren 26 Mark gezahlt. Der 35 Jahre alte Polsterer A. L. in Essen versicherte sich am 1. Oktober 1913 nach Tarif II bei einer Halbmonatsprämie von 1 Mark für eine spätestens nach 30 Jahren auszuzahlende Versicherungssumme von 530 Mark. Am 9. Dezember 1914 starb der Versicherte und erhielt seine Witwe die bedingungsgemäße Summe von 511 Mark ausge⸗ zahlt. An Prämien wurden 29 Mark gezahlt. Der 27 Jahre alte Bergmann K W. in Hamborn(Rhein) versicherte sich am 15. Mai 1914 nach Tarif IV bei einer Halbmonatsprämie von 1 Mark für eine spätestens nach 15 Jahren fällige Versicherungssumme von 290 Mark. W. starb am 29. November 1914 an einem bei einem Betriebsunfall erlittenen Schädelbruch, worauf die Witwe die fällige Versicherungssumme von 279 Mark ausbezahlt erhielt. An Prämien wurden 13 Mark gezahlt. Anträge nimmt entgegen FJ. Meyer Gießen, Walltorstraße 8.

Heimarbeit. Eine Warnung den Tageszeitungen Anzeigen, worin unter

Oefters erscheinen in dem Versprechen

dauernder und gutlohnender Arbeit Heimarbeiterinnen. gesucht werden. Meldungen werden unter Beilage von 40 Pfg. in Brief⸗

erhalten die Einsender ein gesticktes Musterblümchen und die Aufforderung, sich eine Stickeinrichtung zu bestellen. Diese Einrichtung, meistFJee des Hauses genannt, at einen Wert von höchstens 7 Mark, soll aber 20 Maxk kosten. Mit ihr sollen die Musterblümchen angefertsat werden. Die ferti⸗ gen Arbeiten sollen eingesandt und mit 10 Pfg. das Stück entlohnt werden. Den Firmen, die solche Heimarbeit anbieten, kommt es nur auf den Vertrieb ihrer Stickeinrichtungen zu verhältnismäßig hohen Preisen an. Da sie für die Musterblümchen, die ihnen von ihren Opfern in großer Menge zugehen, nicht die entsprechende Verwertung haben, so suchen sie mit allen möglichen Schikanen ihren Opfern die Arbeit zu verleiten. Nie erregen die Arbeiten das Wohlgefallen der Firmen. Stets ist noch etwas zu tadesn, so daß es die meisten Heimarbeiterinnen baldigst vorziehen, diese Ar⸗ beit aufzugeben. Bevor man mit den Firmen der oben geschilder⸗ ten Art feste Vereinbarungen trifft, erk digt man sich über ihren Ruf bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwindel⸗ firmen in Lübeck, Parade 1.

Menschlichkeit im Kriege. genden Brief eines Landsturmmannes, m 2 0 Abdruck:Am ersten Weihnachtstag haben wir einen Ausflug ge⸗ macht in die Umgegend von L. Die Gegend ist sebr schön. Wir waren bis A.... einem großen Dorf mit herrlicher Kirche im Barockstil, gekommen. Hier hat die Schlacht arg getobt, Schwer beschädiat sind die Kirche und die Häuser des Oberdorfes. Hier trafen wir eine Familie mit neun lebenden Kindern an. Der Mann ist im Krieg. Zwei Tage vor der Schlacht gebar die Frau ihr zehntes Kind. Im Keller verbrachte die Aermste ihr Wochenbett. Das kleinste Kind verstarb alsbald an Krämpfen. Heute leiden diese Armen noch bittere Not. Nachdem ich mir noch mancherlei erzählen ließ. schrieb ich der Frau meine Adresse auf, damit sie sich eine Weihnachtsgabe holen könnte. Als wir um 1 Uhr zur Baracke zurückkamen, habe ich unter den Kameraden eine Sammlung von Lebensmitteln veranstaltet. Ge⸗ sammelt habe ich sechs Brote, etwa 60 Suppenwürfel, drei Pfund

marken erbeten. Hierfür

Der Steinarbeiter bringt fol⸗ der im Westen steht, zum

Kakao, Butter, Speck, Schmalz, Zigarren, Hemden, Taschentlicher, Kerzen und eine Menge Slißigkeiten aller Art. Einige andere Kameraden stifteten noch Reis, Kaffee und Konserven. Als die Frau wie verabredet. mit einem Manne zu uns kam und den Haufen der Sachen sah, die ich gesammelt hatte, weinte ie

bitterlich. Gar manchem wetterhaxten Landsturmmann, der zusah, rollte eine Träne in den Bart. Pie im Leben werde ich diese Szene vergessen. Es war für mich und die Kameraden ein Werk der Nächstenliehe, ein Ersatz für dassenige, was wir am Weihnachtsfeste entbehren mußten. Für unsere Lieben zu Hause sonnten wir nichts tun, so haben wir es denn hier getan in Fein⸗ desland. Es hat uns allen wohlaetan, diesen Armen über die bitterste Not hinwegoeholsen zu haben. Am anderen Tage sind wir nach einem anderen Dorse V... geganden. Auch hier haben wir Schofolade, Tabak und Ztaarren verteilt. Die Einwohner waren sehr liebenswürdig und dankbar.

Ein Zimmerbrand war gestern vormittag in der Löwen⸗ gasse entstanden. Im Zimmer war Wäsche aufgehängt, von der jedensalls ein Stiick auf den Ofen gefallen und in Brand geraten war, während die Frau Besorgungen machte. Es befanden sich Kinder im Zimmer, durch deren Geschrei ein Mitbewohner des

Haufes ausmerksam wurde Er stleg durch ein Feuster ein und Uchte das brennende Mäschestiick ab. Dadurch wurde größeres Unhell verhütet, das leicht hätte auftreten können.

Wieseck. In der am Freitag abgehaltenen Sitzung des Gemein derats wurde zunächst die nachträgliche Vornahme einiger kleiner Arbeiten beschlossen. Dem Gesuch des Ober⸗ lehrers Weyl wogen Aufstellung eines neuen Ofens in der Schul⸗ wohnung wird stattgegeben. Von der Bauinspektion wird ange⸗ regt, den nach dem Philosophenwald führenden Hannweg herzu⸗ stellen, weil jetzt billige Arbeitskräfte(Gefangene) zu haben wären/ die sich auf nur 10 Pfg. die Stunde und pro Mann stellen. In der Dlekusston wird darauf hingewlesen, daß die Feldbereinigung bevorstehe, mit der zugleich der Weg gemacht werden milsse, weil man nicht wisse, wie man ihm zu führen haben werde. Luh äußerte Bedenken wegen der Konkurrenz, die den Arbeitern mit der Be⸗ schäftigung von Gefangenen gemacht werde. Es wird schließlich be⸗ schlossen, die Herscellung des Weges bis zur Feldbereinianm zu⸗ rückzustellen. Für ahlung des von Katz u. ad er⸗ worbenen Straßengeländes soll eine Anleihe aufgenommen werden. . Da die Amzahl der im Orte gehaltenen Ziegen stark abgenom⸗ men hat, wird beschlossen, von den fünf Gemeinde⸗Ziegenböcken zwei Poe Dem Vorsitzenden wird überlassen, ste freihändig a verkaufen.

Von Nah und Fern.

Hamburg, 23. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Sch wur⸗ gericht verurteilte den Dienstknecht Meißner aus Dommatsch, der am 3. November 1914 die Hufnerehefrau Steffens und das Dienstmädchen Schuhr in Neuengamme ermordete und dann be⸗ raubte, zum Tode. Der Raubmörder benahm sich während der Verhandlung beispiellos roh und dreist und forderte die Fällung eines Todesurteils ohne Vernehmung von Zeugen und ohne, weitere Verhandlung, da er ja in allen Schuldfragen geständig ei.

Die Erdbeben in Italien. Aus Rom wird vom Donners⸗ tag berichtet: Zahlreiche Einwohner haben heute nachmittag 1 Uhr 30 Minuten einen leichten Erdstoß wahrgenommen. In der Tat verzeichneten im geodynamischen Institut die Erdbebenmesser um 1 Uhr 30 Min. einen ziemlich starken Erdstoß. Man schäzt die

Zahl der aus den von dem Erdbeben heimgesuchten Gegenden hierher gekommenen Flüchtlinge auf 8000. Alle werden sorgfältig

in ein Verzeichnis eingetragen. Die Ankunft von Verletzten und Flüchtlingen dauert an. Aus Avezzano wird berichtet, daß dort ebenfalls um 1 Uhr 30 Minuten ein Erdstoß wahrgenommen wurde. Dabei seien einige Mauern eingestürzt. Später wurden aus den Trümmern, die von dem letzten Erdbeben herrühren, zwei Frauen und ein Kind geborgen, die sich bei guter Gefundheit befanden und unverletzt waren.

Telegramme.

Die deutsche und eng ische Flotte im Kampf.

Berlin, 24. Jan.(W. B. Amtlich.) Bei einem Vorstoß S. M. PanzerkreuzerSeydlitz,Derff⸗ linger,Moltke undBlücher in Begleitung von vier kleinen Kreuzern und zwei Torpedo⸗ bootsflottillen in der Nordsee, kam es heute Vormittag zu einem Gefecht mit englischen Streitkräften in der Stärke von fünf Schlacht⸗ kreuzern, mehreren kleinen Kreuzern und 26 Torpedobootszerstörern. Der Gegner brach nach drei Stunden 70 Seemeilen West⸗Nordwest von Helgoland das Gefecht ab und zog sich zurück. Nach bisheriger Meldung ist auf englischer Seite ein Schlachtkreuzer, von unseren Schiffen der PanzerkreuzerBlücher gesunken. Alle übrigen deutschen Streitkräfte sind in die Häfen zurück⸗ gekehrt. i i

Der stellvertretende Chef de⸗ Admiralstabes:

(gez.) Behncke.

*

Der PanzerkreuzerBlücher ist 1908 vom Stapel gelaufen, er hatte 15 800 Tonne Wasserverdrängung und war bestückt mit 12 Geschützen von 21 Zentimeter, 8 von 15 Zenti⸗ meter und 16 von 8,8 Zentimeter Kaliber. Die Besatzung betrug 888 Mann.

Der gesunkene englische Schlachtkreuzer, über den nichts Näheres mitgeteilt wird, gehört anscheinen zu einem der größ ten Typs. Die Tatsache, daß die eng⸗ lische Flotte trotz ihrer numerischen Uebermacht das Gefecht abgebrochen und sich zurückgezogen hat, läßt darauf schließen, daß die englische Flotte sehr starke Bes chädi⸗ gungen erlitten hat und weitere Verluste befürchten mußte. Die deutsche Marine hat von neuem gezeigt, daß sie den Kampf mit der englischen Flotte auch in offener Seeschlacht als ebenbürtiger Gegner aufnehmen.

Ugeberihte des Grufen Hauptgunktiers

Lebhafte Kämpfe an der Westsront. Ru sishhe Angriffe abgeschlagen. W. B. Großes Hauptquartier, 23. Jan., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Feindliche Flieger warfen gestern ohne Erfolg Bomben auf Gent und Seebrügge. 8 4 b Zwischen Souani und Perthes, nördlich des Lager von Chalons griff der Feind gestern nachmittag an. Der Angriff brach in unserem Feuer. Der Feind flüch⸗ tete in seine Gräben zurück. Im Argonnenwa lde eroberten unsere Truppen westlich Fontanie⸗la Mitte eine feindliche Stellung, machten 3 Offiziere, 245 Mann zu Gefangenen und erbeute⸗

ten 4 Maschinengewehre. 8 Nordwestlich 01 ont a Mousson wurden zwei fran⸗ zösische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind ab⸗ geschlagen. Bei den Kämpfen zur Zurückgewinnung unserer Gräben wurden dem Feinde seit dem 21. Januar 7 Geschätze

und 1 Maschinengewehr abgenommen.