Auswärtige Amt bei der Adaniritäl die Austellung von Geleit⸗ scheinen für die in Gibraltar festgesetzten deutschen Reser⸗ visten nachgesucht. Auch sonst sind Bemühungen im Gange, um auf eine möglichste Erleichterung der Heimkehr diefer Ge⸗ fangenen hinzuwirken.
Kriegsgefangene in Afrika.
Nach der Frankf. Ztg. vorliegenden Berichten führen die Franzosen die kriegs gefangenen Deutschen in wachsender Zahl nach Afrika. Am 10. Oktober ging bereits ein großer Transport nach Casablanca ab, am 26. November folgten wieder 400 bis 500, unter denen sich hauptsächlich ge⸗ heilte Verwundete befanden. Es scheint fast, als ob die Franzosen die Kriegsgefangenen dadurch der neutralen Kontrolle zu entziehen versuchen, da in entlegenen Gegenden Afrikas der Besuch eines Gefangenenlagers durch einen Konsul wenig zu erwarten ist. Uebrigens haben die Franzosen auch schon 1870/71 deutsche Gefangene nach Afrika verschleppt.
Amerikanische Kriegslieferun en. Unter diesem Titel schreibt die Nordd. Allg. Ztg.:
„Wie über London bekannt wird, hat in einer Sitzung des Komitees des amerikanischen Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten der Vorsitzende Flobd unter Berufung auf eine Denkschrift der Deutschen Regierung den Eindruck erweckt, als habe
sich Deutschland mit den amerikanischen Lieferungen von Kriegs⸗⸗
konterbande an seine Gegner abgefunden. Dies ist ein großes Miß⸗ verständnis Die von Herrn Flood angeführte Denkschrift räumt nur ein, daß nach den geltenden Grundsätzen des Völkerrechts Deutschland gegen Kriegslieserungen neutraler Privatpersonen au seine Feinde keine Handhabe zu einem rechtsförmlichen Einspruch besitzt, sodaß, wie es am Schluß der Denkschrift heißt, die Ver⸗ einigten Staaten zur Duldung solcher Lieferungen„an sich befugt“ sind. Selbstverständlich sind aber die Vereinigten Staaten nach pölkerrechtlichen Grundsätzen gleichermaßen befugt, den ganzen Konterbandehandel mit allen kriegführenden Ländern durch Erlaß eines Waffenausfuhrverbots zu unterdrücken, zumal der inter⸗ national unerlaubte Waffenhandel mit England und Frankreich einen Umfang angenommen hat, der die Neutralität zwar nicht der Amerikanischen Regierung, wohl aber des amerikanischen Volkes tatsächlich in Frage stellt. Eine solche Maßnahme läge um so näher, als England nicht einmal den international erlaubten Handel Amerikas mit Deutschland zuläßt, vielmehr auch die für die Volks⸗ wirtschaft Deutschlands bestimmten Waren in der rücksichtslosesten Weise beschlagnahmt, so daß der ganze Handel Amerikas mit den Kriegführenden auf eine einseitige Begünstigung unserer Gegner hinausläuft. Ferner— und dies wiegt für uns am schwersten— wird die Versorgung unserer Gegner mit amerikanischen Waffen zu einer der stärksten Ursachen für die Verlängerung des Krieges: sie steht deshalb im Widerspruch mit den wiederholten Versicherungen der Vereinigten Staaten, daß sie eine baldige Wiederherstellung des Friedens wünschen und dazu mitwirken wollen.“
Die Behandlung Internierter.
Die Zeugnisse über die Roheiten, die in Frankreich gegen internjerte Deutsche, Oesterreicher und Ungarn begangen werden, mehren sich. Und wenn man sich auch vor Verall⸗ gemeinerungen hüten muß, so ist ihre Zahl doch groß genug, um die moralische Erhabenheit, womit die französische Regierung jetzt ihre „Dokumente“ über die„dentschen Greuel“ der Welt vorlegt, gründ⸗ lich zu kompromittieven.
Einen neuen Beweis für die barbarische Behandlung Inter⸗ nierter finden wir in einem Briefe, den die Pariser Humanits vom 5. Janmar abdruckt. Der Brief ist an nicht weniger als sechs Stellen zensuriert, aber was geblieben ist, ist schlimm genug und läßt ahnen, wie arg die Dinge sein müssen, deren Mitteilung ver⸗ boten worden ist.
Die Schreiberin ist eine Handelsangestellte, die in Paris ge⸗
boren ist. Ihre Mutter ist eine Französin, die durch ihre Ver⸗ echelichung Deutsche geworden ist. Der Vater lebt seit dreiund⸗ fünfzig Jahren ununterbrochen in Frankreich. Die Famtlie wurde in den ersten Augusttagen aus Paris ausgewiesen. Der Vater, ein kranker Greis, ist in einem Hospital, seine Angehörigen wissen nicht wo. Ueber die Schicksale der Mutter, einer 73jährigen Greisin, und der Tochter erfahren wir aus den Bruchstücken des Brieses folgendes:
„Sie fragten mich, wie wir umsere Zeit in Z. verbringen. Ich habe ausreichend geantwortet, weil wir nicht die Freiheit haben, zu schreiben oder Briese zu empfangen. Was die an uns gerich⸗ teten betrifft, gibt man uns verspätet einen von sechsen; von denen,
die wir schreiben, geht der größte Teil nicht ab, obzwar sie keine Enthüllung über unser tiefes Elend enthalten. Ich hoffe, daß Sie diese Zeilen, auf dem indirekten Wege erhalten. Alle die Unglück⸗
lichen, die hier gefangen sind, trachten danach, ihre traurige Lage
nach außen bekanntzugeben. Der amerikanische Bot⸗ schafter allein könnte etwas für uns tun, aber niemand
kann ihm schreiben, denn nicht nur passiert unsere Kor⸗
respondenz die Präfettur, sondern ein auf der Sradtpost aufge⸗ gebener Brief würde sicher schon wegen der Adresse aufgefangen werden. Ich will nicht erst lange über unsrere Fahrt von N. lerster Internierungsort) nach Z. sprechen. Freitag morgen um 7 Uhr fuhren wir ab und blieben bis Sonntag abend 9 Uhr mit einem einzigen Stück Brot und ohne einen Tropfen Wasser. Es war verboten, unsere Viehwagen zu verlassen. Ich spreche nicht von den unterwegs erlittenen Beschimpfungen. Hier in 3 bekam jeder eine Strohgarbe statt des Bettes. Die Stärksten, die Faustschläge austeilen konnten, erlangten mehr als ihr Teil. Für uns blieben ein paar Hände voll. Als Nahrung zwei Wassersuppen und ein Stück hartes Brot, so daß wir von 6 Uhr abends bis nächsten Mittag nichts bekamen. Seit einem Mo⸗ nat gibt man uns am Morgen eine dritte Wassersuppe (Zenfurstrich..) a.
Die Gesellschaft, in der wir leben, ist dementsprechend. In M. waren es nur ehrenhafte Leute. Hier sind wir in eine Kolonie ge⸗ vaten, die sich aus Frauen von Saint⸗Lazare(dem Pariser Frauengefängnis) und bei nächtlichen Polizeistreifungen Verbaf⸗ teten zusammensetzt. Es gibt auch Diebinnen unter uns. Man hat uns nicht nur einen Teil unseres Gepäcks gestohlen, sondern auch Kleider, die an uns gesendet wurden, sind nie angekommen. (Sollten die Diebe da nicht anderswo zu suchen sein als unter den Internierten selbst? D. Red.) 2
Und was soll man von der Verwaltung sagen? Einigen, die sich Geld schicken ließen, hat man einen Teil konfis⸗ zfert: 50 Frank von 100, 20 von 50 usw. Man muß im Elend bleiben...(Zensurstrich)
Man gewährt ihnen(man kann wohl erraten, wer„sie“ sind und womit sie sich die Vergünstigungen verschaffen. D. Red.) alle kleinen Vergünstigungen, die man uns versagt: zum Beispiel am Donnerstag und Sonntag Obst zu kaufen. Und doch sind alle Kinder bei uns.
Ich habe noch nicht von unsern Ausgängen gesprochen. Wir haben zwischen dem Hause der Männer und dem der Frauen einen kleinen Hof mit ein paar Bäumen. Die Hälfte des Hofes dient uns zum Spaziergang, wenn schönes Wetter ist; sonst bleibt das 10 dort und macht den Ort unzugänglich...(Zensur⸗ .
Der Speisesaal hat keine Lampe. Man nimmt das Abend⸗ essen auf dem Lagerstroh.
Dies isk in kurzem unsere Lage. Und das wird, wenn nie⸗ mand eingreift, bis zum Ende so bleiben. Man stirbt hier. Neulich war es, in unserm Saal, ein unschuldiges einjähriges Kind, am Tage darauf...(Zensurstrich)
Es ist viel leichter, die Leute sterben zu lassen, als sie zu pflegen. Wir haben hier als Arzneimittel eine große Flasche Jodtinktur, Kamillen⸗ und Lindenblütentee. Das dient für alles In unserm Saal allein waren wir 140 Frauen und Kinder: natürlich ohne Luft und mit zwei schlechten kleinen Petroleumlampen. Jetzt haben alle Kinder Keuchhusten. Die armen Kleinen, zusammen mit den Neugeborenen machen uns jeden Schlaf unmöglich.“
Die Briesschreiberin hebt zum Schluß ihre französische Ge⸗ innung hervor. Die persönlichen Umstände mögen in shrem Falle ihr Schicksal noch weniger erklärlich machen, eine Nichtswürdigkeit bleibt die von ihr geschilderte Behandlung auch, wenn sie Frauen trifft, die weder französische Abstammung noch Gesinnung haben. Genosse Dunois bemertt in der Humanité zu diesem Bviefe: „Diese Skandale können nicht länger dauern. Die französische Republik muß sich endlich gerecht und menschlich zeigen.“ Hoffentlich wird die Veröffentlichung in der Humanité den amerikanischen Botschafter veranlassen, dem Appell an das Gewissen und den Idealismus der Machthaber kräftig nach⸗
zuhelfen. Der„Fall Lonsdale“.
Der englische Gefangene Lonsdale, der von einem deut⸗ schen Kriegsgerichte zum Tode verurteilt wurde, soll nach englischen Blättermeldungen zu einer jährigen Gefängnis⸗ strafe begnadigt worden sein. Gegen die Ausführung des Urteils hat sich bekanntlich besonders der Abgeordnete Genosse David in der Presse gewendet. Hiervon nimmt das englische Arbeiterblatt mit großer Genugtuung Notiz und erklärt, daß die englischen Genossen in ähnlichen Umständen genau so handeln würden.
Faft am selben Tage brachte das Blatt einen Auszug aus einem Artikel des Genossen Robert Schmidt über die deutsche Kultur, in dem es von den deutschen Sozialisten— von„unseren früheren Genossen“ spricht. Das klingt aller⸗ dings nicht sehr solidarisch.
Eine österreichischer Ausblick.
Der ehemalige österreichische Finanzminister und einstige libe⸗ rale Führer Dr. Freiherr von Plener eröffnete jüngst die Jahres⸗ versammlung der Gesellschaft der Volkswirte mit einer Ansprache,
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in der er sagte, der Krieg habe die Volkswirtschaft nicht so tief schüttert, als man vielfach erwartet habe. Jufolge des bew rungswürdigen Opfermutes der Bevölkerung, des Heldenmut der Ausdauer der Armee könne ein ehren voller Frieder erhofft werden. Der internationale Handel werde allerdings zu⸗ nüchst geringer sein, nur mit dem Deutschen Reiche werde eine handelspolitische Annäherung in irgend einer Form gefunden werden. 8 5 Fronzösische Verwaltung im Sundgan(Ober⸗Elf Aus den Ortschaftent Balschweiler⸗Ueberkümen sind der O elsässischen Landeszeitung folgende bemerkenswerte Mittefluf über die fvangösische Herrschaft im südwestlichen Zipfel des O elsaß zugegangen: Unsere Gemeinden wurden bekanntlich von Franzosen befetzt. Die Spezereiwaren müssen per Achse in Delle geholt werden, wobei außerordentlich hohe Preise gelten. Petro⸗ leum kostet 36 Pfennige das Liter, Zucker 56 Pfennige das Pf Billig sind bloß der Wein und die Zeitungen, die beide in groß Massen den Leuten angeboten werden. Ersterer ft Pfennig das Liter. Der Schulunterricht ist bereits in französis Sprache eingeführt, die Bücher auf dem Standesamt werde frangösischen Eintragungen verschen.
bürger französischer Nationalität eingetragen ist. fä Gemeinden des besetzten Gebietes ist der frangösische Schulu⸗ richt aufgenommen und wird teilweise von französischen Leh in Unteroffiziersuniform erteilt. Die deutschen Lehrer jüngeren Geistlichen wurden sämtlich abgeführt. f Der Wechsel im Kriegsministerium. Der preußische Kriegsminister und Chef des Gene stabes, Generalleutnant v. Falkenhayn, ist auf sein Ansu⸗ von der Stellung des Kriegsministers enthoben worden. Nachfolger ist der Generalleutnant Wild von Hohenborn, der bisher dem Kriegsministerium als Direktor des Allgemei Kriegsdepartements angehörte. 5 Nur kurze Zeit hat Herr v. Falkenhayn die Aer Moltkes und Roons in einer einzigen Hand vereinigt.( war vorauszusehen, daß diese Vereinigung nicht von lang Dauer sein konnte, da das Amt eines Chefs des Generalstab im Kriege selbstverständlich die ganze Arbeitskraft eines Maznes erfordert. Herr v. Falkenhayn ist damit aus dem Gebiet der Politik in seine rein militärische Sphäre zurück, gekehrt, in der er eine der höchsten und sicher die allerverant⸗
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wortlichste Stellung einnimmt. Seine Tätigkeit als Kriegs⸗ minister bleibt in seinem Lebenslauf nur eine Episode, seinen Leistungen als Chef des Generalstabs wird ihn die Ge. schichte beurteilen. 0 1 Nach dem Reichstag, in dem er als Redner bei der Be · handlung der Zabernaffäre in der bekannten Weise hervor. ragend mitwirkte, wird Herr v. Falkenhayn also nicht mehr zurückkehren. Menschlich wäre es interessant gewesen, fest⸗ stellen zu können, wie die großen weltgeschichtlichen Ereignisse auf die Anschauungen des ehemaligen Kriegsministers ein⸗ gewirkt haben, politisch wird aber durch die Trennung für beide Teile manches erleichtert. 1 5 Die Ernennung des Generalleutnants Wild von Hohen. born zum Kriegsminister kann als ein Systemwechsel nicht angesprochen werden. Herr Wild von Hohenborn wirkte als 5 Untergebener des Herrn v. Falkenhayn in dessen Sinne, wie sich besonders in der stachligen Angelegenheit des ne Generalstabsgebäudes in der Berliner Viktoriastraße g hat. Ob aber durch den Krieg ein Systemwechsel ein wird ja durch andere Umstände als durch reine Perso fragen entschieden werden. 29 Scharfes Vorgehen gegen den Lebens mitteltwucher. Energische Maßnahmen gegen die Lebensmittelwucherer droht das Bezirksamt in Freiburg i. B. an. Unter Bekanutgabe der vom Bundesrat für Verkäufer und Käufer festgesetzten Höchst⸗ preise warnt es das Publikum dringend, sich, um auf alle Lebensmittel zu erhalten, auf Preisübertreibungen eingulassen. Da die Kartoffelhändler sich weigern, zu den sestgesetzten Höchst⸗ preisen zu verkaufen und die Landwirte keine Kartoffeln mehr auf den Markt bringen, so hat das Bezirksamt zunächst das Zwan verfahren gegen die Händler beschlossen. Die Händler 0 unter Androhung von Strafen aufgefordert, ihren Vorrat an Kor⸗ toffeln zu dem für die Stadt festgesetzten Höchstpreise auf den Markt zu bringen; tun sie es nicht, dann nehme das Bezirksamt dei zwangsweisen Verkauf vor. An die Landwirt wird die dringend Mahnung erteilt, die Speisekarloffeln auf den Markt zu bringen,
Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge.
„Und jetzt,“ sagte Paul, als die erste Verwirrung vor⸗ über war,„jetzt Herr Marstrand, wende ich mich zu Ihnen. Ich verhafte Sie als einen Mitschuldigen dieses Verbrechers.“
„Mich verhaften Sie?“ antwortete Johann.„Aus welchen Gründen? Aus welchen Ursachen?“
„Als Hochverräter!“ rief der Schreiber.„Ihr Prozeß wird es beweisen. Sie haben diesem Lappen bedeutende Quantitäten Pulver und Blei verkauft; Sie haben um seine verräterischen Anschläge gewußt, gemeine Sache mit ihm ge— macht.“ g „Ich hoffe,“ sagte Marstrand, indem er ruhig umher⸗ blickte,„daß niemand diesen Unsinn glaubt.“
Aber seine Augen trafen auf finstere Gesichter; drohende Worte erreichten sein Ohr.—„Recht, Sorenskriver Petersen!“ tobten viele Stimmen durcheinander.—„Räumt das ganze Nest aus!— Er hat es mit dem Lappen gehalten!— Er hat ihnen immer das Wort geredet!— Fort mit dem Landläufer! Fort mit dem Dänen! Schlagt ihn nieder, den Hund, den Verräter!“
„Wollen Sie gehorchen?“ fragte Paul.
„Hier bin ich ein einzelner Mann, der keine Macht hat,“ sagte Fohann.„Tun Sie, was Sie mögen, aber ich mache Sie verantwortlich für alles, was hier geschieht.“
Die ganze Sippschaft der jungen Leute, die der Schreiber aufgeboten hatte, war mit Büchsen und Messern bewaffnet auf dem Platze. Es mochten vierzig oder fünfzig sein, die jetzt teils Afraja niederrissen und banden, teils den Junker bei Brust und Armen faßten und gewaltsam fortführten; größtenteils aber warfen sie sich in den Haufen der Lappen und ergriffen die, welche bewaffnet waren.
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Afrajas Hausgesinde wurde zunächst zu Boden geschlagen.
Die großen, starken Männer fanden geringen Widerstand bei dem schwächlichen Geschlecht, das in wilder Flucht auseinander
Schüssen und mit Stöcken und Stangen verfolgt wurde.— Die Quäner, Bölappen und Fischer fielen über die zurück⸗ gelassenen Vorräte her, schleppten sie fort und verteilten sie, mit schallendem Hallo ging die Jagd über die Felsen hinter dem Kirchplatze fort bis zu dem hohen Fjelde hinauf, das sich dahinter ausdehnt.
Paul Petersen tat inzwischen so viel, daß er die Ge— fangenen vor Angriffen schützte und sie sämtlich in die Vor⸗ halle der Kirche bringen ließ, wohin auch Marstrand geführt worden war. Nach und nach kamen noch einige dazu, die auf der Flucht ergriffen waren, und zum Teil hatte man sie arg geschlagen. Zitternd standen und lagen die armen Geschöpfe in den Winkeln, und in Todesangst drängten sie sich zusam⸗ men, wenn draußen der Lärm wilder wurde und tobende Stimmen fordetten, daß man diese Diebe und Mörder sämt— lich ohne lange Weitläufigkeiten in den Fjord stürzen müsse.
Der einzige Lappe auf dem Platze war ein Toter, der mit offenen Augen und freier Stirn allem Ungemach zu— schaute, ohne zu bangen. Mortuno lag noch auf der ver— lassenen, zertrümmerten Bahre, ein Gegenstand des Hohns und der Verspottung. Die ihn einst gefürchtet, stießen ihn jetzt mit Füßen, schrieen ihm freche Schimpfworte zu und lachten, wenn er getreten wurde. Was sollte man mit ihm beginnen? Niemand war da, der sich seiner sterblichen Ueber— reste erbarmt hätte, und hier auf dem Friedhofe im Schatten einer christlichen Kirche wollte ihm auch keiner eine Ruhe⸗ stätte gönnen. Es dauerte daher nicht lange, so hatten ein paar grimmige Quäner ihm Stricke um Beine und Hals geschlungen, tüchtige Steine daran befestigt, und eben als Vogt und Sorenskriver samt mehreren der angesehensten Männer von einer Beratung zurückkehrten, kollerte der Körper des unglücklichen Mortuno von einem steilen Klippen⸗ rand ins Meer.
„Das ist wahrlich das Beste, das geschehen konnte,“ sagte Paul für sich.„Die Grundhaje werden da unten bald mit ihm fertig sein, und wir sind ihn für immer los.“
Laut tadelte er jedoch die äbereilte Handlung, befahl.
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im anderen Falle auch hier weitere Maßnahmen ergriffen 00 entflohenen Lappen berühren solle, ein Befehl, der freilich. 11 spät kam, denn was zu haben war, hatte schon allerlei Herren asgkeit gefunden. Dann ließ der Vogt die Kirchentür öffnen und bee trat mit seinen Begleitern herein. Einige dreißig Gefangene füt an
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waren dort verwahrt, von denen die meisten auf ihren Kn lagen und um Gnade heulten, als sie die strengen, finstet Gesichter sahen. Afraja saß an der Mauer. Seine 5 waren ihm gebunden, die Hände auf dem Rücken zusam
geschnürt. Der Vogt blickte ihn an und schüttelte den Ar gerechte gegen ihn. 3 em „Du alter Vösewicht sollst diesmal der Gerechtigkeit u, eingelegt entgehen,“ sagte er.„Seit vielen Jahren hast du dein Heß 10 Hus und Zauberwesen getrieben, endlich haben wir dich. Alle 1910 Unheil auf deinen Kopf! Du sollst keinen Schaden mehr 0 fg, richten, nicht mehr schmähen und spotten und an Aufruhr ur menden Verbrechen denken.— Was Euch aber betrifft,“ fuhr er sort, ungünstit „so will ich Euch schonen, wenn Ihr die Wahrheit bekennt 9190 Die Wahrheit will ich aus Euren spigbübischen Köpfen Emel herausbringen, dessen seid gewiß. Denkt darüber nach 15 5 Ihr in Tromsö seid. Dahin müßt Ihr, sollt dort Zeugt gate ablegen. Vorwärts mit Euch! und wer einen Laut tut, Fi einen Versuch zum Entwischen macht, der soll es bi konnte ft Nehmt das alte Tier auf und schleppt es forl.“ J sind den Vom Entwischen war keine Rede. Die Hände Autre ihnen allen gebunden; einigen wurden diese jetzt gel i h!. n g den; einigen 15 de letze g g bauten Afraja auf den Kutter des Vogts zu tragen, der eben derdag Segel fertig machte. Der greise Mann sprach kei: kräften 1 kein Zug in seinem Gesichte drückte Unruhe oder ittlu aus, obwohl er unmenschlich behandelt und mit gra dene 5 75 1 Nößerer Gewalt zusammengeschnürt war. Das 09 Vogt Paulsen ging nun in die Kirche, wo Marsti Austg. einem Stuhl saß, man hatte ihn von den Lappen abge eine Nef und an der Tür stand ein Bewassncter, der verhindern f i Auf daß er mit Afraja spräche.— Schwermütig nachsinnend ha Weben 2 er Zeit gehabt, sein Schicksal zu bedenken, doch was ihn selbst und ain betraf, hielt er für weit geringer, als was er um sich her dete n geschehen sah. 17 5 ee erh s(Fortsetzung folgt.) dedgen


