Anwesen ein, das infolgedessen abbrannze.— Uebermäßig solsd
scheint die Bauart der Scheuer allerdings nicht gewesen zu sein,
sonst hätte sie der Wind nicht umwerfen können. 5 eis Wenar
h. Handelskammerweisheit. Um die wichtigste Frage in dieser ernsten Zeit, die der Volksernährung, richtig zu lösen, hatte bekannt⸗ lich die Stuttgarter Handelskammer wie auch andere Organi⸗ sationen den Vorschlag gemacht, die Getreide⸗ und Mehlvorräte im Inlande durch das Reich zu übernehmen und gerecht wieder nach Bedarf zu verteilen. Die hiesige Handelskammer um ihr Gutachten darüber befragt, erkennt ä einmütig die— Zwecklosigkeit dieser Vorschläge an und will demgemäß an den Deutschen Handelstag berichten. Na, den Herren scheint ihr Brotbedarf noch gesichert.
Vesterwald und Unterlahn.
Neue Eisenbahn. Die ersten Arbeiten für die Ulmbach⸗ talbahn Veilstein⸗Stockhausen welche die Strecke Gießen-Lahn⸗ stein mit der Linie Herborn⸗Westerburg verbinden und die Gegend am Ulmbach mit ihren bedeutenden Eisenstein⸗ und Tongruben, sowie umfangreichen Besaltlagern dem Verkehr erschließen wird, sind jetzt ausgeschrieben worden.
k. Explosion in einer Dynamitfabrik. Am Samstag vormittag ereignete sich in der Dynamitfabrik Würgendorf(Sieg) eine furchtbare Explosion, wobei ein Gebäude in die Luft gesprengt wurde. Zwei Arbeiter fanden dabei den To d.— In dieser Fabrik kamen schon öfter Explosionen vor.
Von Nah und Fern.
Die Erdbeben⸗Katastrophe in Mittel⸗Italien soll nach Mit⸗ teilungen römischer Blätter etwa 30000 Opfer gefordert haben. Furchtbare Schilderungen geben Reisende von der Unzulänglichkeit der Hilfsaktson. Die ersten Truppen wurden statt mit Säcken, Schaufeln und anderen Werkzeugen, feldmarschmäßig mit Torutster, Gewehr und Bajonett abgeschickt. Die sanitäre Hilfe war unge⸗ niigend, Scharen Verwundeter verfielen, weil die ärztliche Hilse zu lange ausblieb, dem Starrkrampf. Auch Zelte und Decken gegen die eisige Kälte kamen zu spät an.
Ein Mord in Mainz. Unter dem Verdacht, den Arbeiter Kätzner aus Bretzenheim bei Mainz ermordet zu haben, wurde der 36 Jahre alte Georg Lampe aus Bretzenheim verhaftet. Lampe saß mit dem Kätzner an dem Mordabend bis nach 10 Uhr in einer Wirtschaft am Aliceplatz und geriet mit ihm in Streit. Kurz nachdem Kätzner die Wirtschaft verließ, ging ihm Lampe nach. Der Verhaftete leugnet entschieden.
Telegramme. Aasesbericht des Großen Hauptquartiers.
Schützengrabenkämpfe in der Westfront. Russischer Vorstoß abgeschlagen. W. B. Großes Hauptquartier, 18. Jan., vorm.(Amtlich.) 0 Westlicher Kriegsschauplatz:
In Gegend Nieuport nur Artilleriekämpfe. Feind⸗ liche Angriffsbewegungen sind in den letzten Tagen nicht wahrgenommen worden. An der Küste wurden an mehreten Stellen Minen angeschwemmt.
Bei La Boisselle, nordöstlich Albert, warfen unsere Truppen im Bajonettangriff Franzosen, die sich im Kirchhofe und im Gehöft südwestlich davon festgesetzt hatten, heraus und machten 3 Offiziere und 100 Mann zu Gefangenen. Im Argonnenwalde wurden mehrere französische Schützengräben erobert, die französischen Besatzungen fast aufgerieben.
Eein Angriff der Franzosen auf unsere Stellungen nord⸗ westlich Pont⸗a⸗Mousson führte auf einer Höhe 2 Kilo⸗ meter südlich Vileey bis in unsere Stellung. Der Kampf dauert noch an.
In den Vogesen und im Ober⸗Elsaß herrschte starkes Schneetreiben und Nebel, die die Gefechtstätigkeit be⸗ hinderten.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
In Ostpreußen ist die Lage unverändert.
Im nördlichen Polen versuchten die Russen über den Wkra⸗Abschnitt bei Radzanow vorzustoßen, wurden aber zurückgewiesen.
In Polen westlich der Weichsel hat sich nichts
e
8
9
Hindenburg's Absi chte. London, 18. Jan.(T. U.) Die Daily News meldet aus Petersburg: Die hier herrschende Meinung der Militän Fachkreise ist die, daß Feldmarschall von Hindenburg tat sächlich seine Offensive in Polen gegen Warschau fortsetzen wird, trotz der großen Hindernisse, die sich ihm entgegenstellen und daß er gleichzeitig beabsichtigen wird, mit Hilfe der Oesterreicher in Westgalizien vorzudringen. Basel, 18. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Laut Nat.⸗Ztg. schreibt der militärische Mitarbeiter der Nowoje Wremja: Die bekanntgewordenen Truppenverschiebungen hinter der deutschen Front beweisen alles andere als einen Rückzug des Feindes. Wir müssen vielmehr eine neue Schlacht auf der ganzen Linie erwarten, vielleicht in einem ganz unerwarteten Moment.
Russische Offensive gegen Ostpreußen?
London, 18. Jan.(Ctr. Frkft.) Daily Telegraph meldet aus Petersburg: Die Russen beginnen wichtige Operationen gegen Ostpreußen, wo drei russische Heere auf einer Front bon 150 Kilometer vorrücken. Das beweise, daß der General⸗ stab über das Schicksal Warschaus beruhigt sei.(2)— Man könnte daraus auch die entgegengesetzte Meinung ableiten.
Was die Frauzosen glauben.
Daß der deutsche Tages bericht, wie der Name sagt, täg⸗ lich erscheint, dürfte man nachgerade auch in Frankreich wissen. Das verhindert indessen die Guerre Sociale Gustav Hervs's, in deren Spalten manchmal eine Lanze für die Wahrheit gebrochen wird, nicht, ihre Leser unter dem Titel Unruhen in Berlin“ mit der folgenden„Nachricht“ zu ergötzen.„Da die Tagesberichte seit Neujahr kürzer und seltener() wurden, rottete sich vor dem Palast des Großen Generalstabs eine enorme Menge zusammen; man rief: Wir wollen Nachrichten haben! An dem großen Eingangstor wurde hierauf eine Verkündigung ange⸗ schlagen, daß es erst am nächsten Tag wieder einen Bericht geben werde. Die Menge ließ sich aber dadurch nicht beruhigen, so⸗ daß eine starke Polizeiabteilung eingreifen mußte, um der Kund⸗ gebung ein Ende zu machen.“
Belgisches.
Wie dem Berliner Lokalanzeiger aus Rosendaal gemeldet wird, haben belgische Soldaten an ihre dort lebenden Ange⸗ hörigen berichtet, daß Staatsminister Vandervelde kürzlich an verschiedene Truppenteile Ansprachen richtete, in denen er folgendes erklärt:
„Wir denken nicht daran, Frankreich und England auf ihrem Eroberungszuge nach Deutschlamd zu folgen und das Nach⸗ barreich niederzukämpfen, wie es in der Absicht un⸗ serer Verbündeten liegt Für uns Belgier gibt es nur ein einziges Ziel: Brüssel und Lüttich wieder zu erreichen. Sobald das geschehen, können wir die ö niederlegen und das Ende des Kampfes abwarten. Unser Belgien wollen wir wiederhaben— das ift das Ziel unserer Anstrengungenm“ 5
Vandervelde empfahl den Soldaten, sich jeder drauf⸗ gängerischen Handlungsweise zu enthalten und sich strengster Pflichterfüllung zu befleißigen.
Ein belgischer Unteroffizier schrieb:„Unsere neuen Soldaten sehen nicht sehr vertrauenerweckend aus; es gibt darunter viele Schwächlinge, stark Kurzsichtige und sogar Bucklige. Einige erzählten, daß sie von der französischen Militärbehörde eingezogen wurden.“
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht
Wien, 18. Jan.(WB.) Amtlich wird verlautbart: 18. Januar 1915, mitiags. Nördlich der Weichsel keine wesentlichen Ereignisse. Auf den Höhen östlich Zakliczyn zwang unsere Artillerie durch lonzentrisches Feuer die Russen zum Verlassen einiger vorderster Schützenlinien. Die rückgängige Bewegung übertrug sich bei dem Feinde auch auf andere Teile der Front, sodaß schließ⸗ lich in einer Ausdehnung von sechs Kilometern der Gegner seine vorbderste Stellung räumte und in unserem wirkungs⸗ vollsten Artillerie⸗ und Maschinengewehrfeuer in Unordnung auf die nächsten Höhenlinien zurückging, hierbei zahlreiche Gewehre und viel Munition in der früheren Stellung zursicklassend.
0 15 der übrigen Front und in Westgalizien nur Geschütz⸗ ampf. 2 In den Karpathen nur unbedeutende Patrouillengesechte.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
on en
Alles wird eingestellt!? 1 Der Chef des russischen Sanitätswesens ordnete an, daß folgende körperliche Gebrechen nicht mehr d ie Befre ung vom Militärdienst nach sich ziehen: Das Fehlen pon über 10 Zähnen in einem und von über 14 Zähnen in beiden Kiefern, das Fehlen des Daumens und des Zeige⸗ fingers, das Fehlen von über zwei Fingern, Steifheit der Finger, Zusammenwuchs des Daumens und des Zeigefingers,
Ruffisizierungsversuche. Ueber eifrige Russifizierung Ostgaliziens und der Bukowina berichtet die Russische Telegraphenagentur aus Lemberg, daß im Laufe des Monats zehn Elementarmusterschulen mit rufsischer Vortragssprache in Ostgalizien und der Bukowina eröffnet werden. Fünf dieser Schulen werden auf dem Lande und fünf in Städten, nämlich in Lemberg, Sambor, Tarnopol, Stanis⸗
lau und Czernowitz errichtet. In denselben Städten werden auch 12 zweimonatliche pädagogische Kurse eingerichtet, um Lehrer und N f Lehrerinnen in russischer Sprache auszubilden. De Der gegenwärtig in Kronstadt weilende Bezirkshauptmann von Giete Szuczawa erzählt, daß die Russen während ihres jetzigen Aufent⸗ 0 U 6 haltes in der Bukowina noch vandalischer hausen als das— erste Mal. Die Besitzungen von Rumänen und Juden wur⸗ J in mehreren Ortschaften bis auf den Grund niederge brannt, 9 nachdem sie zuvor vollständig aus gerau bit worden waren..
Der Krieg im Orient.
Die russisch⸗türkischen Kämpfe. Konstantinopel, 18. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Unsere kaukas ische n Trupp en verteidigen hartnäckig ihre Stellungen gegen die Russen, die
mit überlegenen Kräften angreifen. Ein feindlicher 1 Versuch, den Flügel eines unserer Korps zu umfassen, N K ist gescheitert.— Nach einem Gefecht zwischen unserer 7 0 und russischer Kavallerie westlich Choi floh 2 der Feind unter Zurücklassung von Toten und Ver⸗ 1 a wundeten. 1 1655 Eine russische Stimme. be Die Nowofe Wremja meldet sber die Kämpfe im Kaukasus: Die maßen Schlacht bei Karaurgam hält seit dem 10. Januar ununterbrochen an 1 dieses und es liegen bisher noch keine Angeichen dafür vor, daß ihr Aus⸗ lein gang nahe bevorsteht. Im Gegenteil scheinen die Kämpfe noch an Vese. Heftigkeit und Ausdehmung zuzunehmen, da die Türken fortwä 5 Theod Verstärkungen erhalten. Die Stärke der türkischen Truppen dürfte eiche sich jetzt auf 150 000 Mann belaufen. Die Türten kämpfen fehr 14 Eozial mutig und unter ziemlich günstigen Bedingungen. Das Wetter ißt alles, besser geworden, die Temperatur etwas gestiegen. Außerdem haben den Kt sich die Türkew ihrer Verpflegungsbasis genähert und leiden wede lei Er Lebensmittel⸗ noch Mumitionsmangel. Der Ausgang der Künwfe diesem ist daher noch durchaus unsicher. 1 15 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. perteid Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 4 unters Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. W N 8„ unnserr Vereinskalender. ae
Mittwoch, 20. Januar.
Wetzlar. Gewerkschaftskartell. Abends 878 nnn
1 *
2
Reichswollwoche.. In der Zeit vom 18. bis 24. dieses Monats findet im Deutschen wird Reich eine Neichswollwoche statt. Ihr Zweck besteht darin, die inn unkter den 8 9 1 warmen Sachen und und.
tragenen Kleidungsstücke zu sammn unsere 1 Felde stehenden Truppen Ueberziehwesten, Unterjacken, Beinkleider 412 und vor allem Decken anzufertigen. a icerge Mit der Durchführung in der Stadt Gießen beauftragt, bitte ind je
ich die hiesige Bürgerschaft, hierfür geeignete noch gut erhaltene Sachen(Anzüge, Ueberzüge, Umhänge, Unterhosen, Unterjackenn, Umschlagtücher, Decken, Teppiche, Läufer, Portieren usw.) zu stiften und den noch zu bezeichnenden Sammelstellen zuzuführen. 5 Diejenigen Familien, in denen ansteckende Krankheiten herr⸗ schen, bitte ich, sich im Interesse der Allgemeinheit an dem Liebes werk auf diese Weise nicht zu beteiligen. 5 Gießen, den 16. Januar 1915. Der Oberbürgermeister: Keller.
0 Verstorbene. Johannes Schäfer 6., Sparkassen rechner in Watzenborn, 73 Jahre alt.— Frau Marie Häuser Witwe, geb.
1
Wesentliches ereignet. Oberste Heersleitung.
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Gerhard, in Lich, 65 Jahre alt.
Visits Glanz Mark 1.80 matt 4.00
Andere Formate Familien- und Gruppen- Bilder nc cochend billig
Zu jeder Aufnahme
Phot. A
Bahnhofstrasse 64 eine Vergrösserung 3036 im Karton
telier Gebr. Strauss i
18 fun Rabinetts 5 Clanz Mark 4.80 N 0 matt„ 3.0 en
— 70 10
Sonntags den RNIs Meschenk ganzen Tag geöffnet
Nationaler Frauendienst Allg. Deutscher Frauenverein
Ortsgruppe Gößen. Das Verpacken, Schreiben und Adresfieren von Feldpostsendungen besorgt bereitwilligst und unent eltlich Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags
Frau Prof ssor Kalbfleisch
Südanlage Nr. 4, 2. St.
zern und unentgeltlich in ihrer Sprechstunde die
Frauenrechtsschutzstelle Gießen
Mittwoch nachmittags von 6% bis 8 Uhr im alten Rathaus.
nehmen die glänzend bewährten
Petrim- Tabletten
Name gesetzlich geschützt nerkannt bestes Mittel, da vollständig unschädlich Inne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend.
Zu haben in allen Apt. eken. NB. Palienten Wird Rat und Hilfe erteilt Moltkestr. 7. 11. mittags 3—5 Uhr.
Morgens
Montags, Mittwochs und
Außerdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe 5
EE ·wQmmAAA 00 ᷑ s. 5 Rheumatismus-, Ischias- und Gichtfeidende
Tafel⸗ Zuckerhonig
garantiert rein. ausserordent- lich wohlschmeckend und be- kömmlich durch grossen Absatz
*(sert lig. 2
5 Kilo-Postkolli gegen Nach- 1 nahme Mk. 3.25.
Lachen
Giessen
Bahnhofstrasse 34 Telephon 2077
60
Man verlange Preisliste.
Tuckeriabrik ur.-Gerau
(nessen).
und modernstes Lichtspiel-Theater am Platze.
FE
15
Zu der am 23. Januar, abends 9 Ahr, im Café Amend stattfindenden
Versammlung
werden alle Altersgenossen herzlichst ein⸗
geladen. Der vorbereitende Ansschuß. Ne eee eee ed ede eee
Jaal-Tbeater i880
80
Dienstag, den 19. Januar 1915 abends 8 Uhr (9. Dienstag Abonn.⸗Vorstellung.
Johannisfenet. Schauspiel in 4 Atten von Hermann Sudermann.
Ende nach 10%½ Uhr.
eden Mitwoch u. Samstag Programmwechsel.
Direttion: Hermann Steingoetter
Martin Krug, Gießen Schulstra e 5 1 Zigarren Spezial; Geschäft seine aus rein überseeischen e Fabrikate bestens 5.
Zigaretten u. Zigarillos, Rauch⸗, Kau⸗ u. Schupftabult.
„
0
U


