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Ein Notschrei der sozialistischen Jud en Rußlands.
W. B. Paris, 18. Jau. Humanits verö sentlicht ei
der sozialdemokratischen re n 5 917 Proletariats Rußlands„Der Bund“ an die 3 vilisierte Welk. Dieser Aufruf erhebt Protest gegen die unerhörten Juden verfolgungen und Pogrome in der russischen Armeezone, in Polen und sogar in Lodz, zur Zeit, als es wieder in russischen Händen war. Unter geringfügigen Vor⸗ wänden wurden die Juden vor Kriegsgerichtegestellt und zum Tode oder zu lebens länglicher Zwangsarbeit 3 rteilt! Der Aufruf schließt mit einer Aufforderung an die 15 listerten Völker, den Zarismus daran zu erinnern, daß sie auch 5 diesen Kriegszeiten fülr solche Greuel noch schärsste Worte der . haben.— Die Humanité fügt hinzu, daß der Aufruf
n schlagendes Dementi für die Meldungen von der den Juden in Rußland gewährten Gleichberechtigung und ein Beweis dafür sei, daß die innere Politik Rußlands seit Kriegsausbruch sich nicht geändert habe.— Und trotzdem bleibt die Humanité die wärmste Verteidigerin des Bündnisses des französischen Volkes mit dem so gebrandmarkten Zarismus!
Wie man in Amerika den Russen hilft!
Newyork, 18. Jan.(W. B.) Meldung des Reuter⸗ Burcaus: Morgan und andere Bankiers akzeptierten als Syndikat 25 Millionen russischer Schatzscheine.
Zur Wahrung der Neutralität Italiens. Zürich, 18. Jan.(TU.) In Rom soll nächstens eine Tages⸗ zeitung erscheinen, die der Partei Giolittis angehört und mit einem Kapital von 2 Millionen Lire ausgestattet werden soll. Der Haupt⸗ teilhaber ist der Senator Romlerini. Das Blatt stellt sich die Auf⸗ gabe, für die Neutralität Italiens einzutreten.
In Mailand fanden gestern Demonstrationen zugunsten der Neutralität statt. Die Kundgebungen, die von den Sozia⸗ listen veranstaltet wurden, gingen von den Räumen des Avanti aus und setzten sich in der Galleria Vittoria Emmanuele fort, wobei fortgesetzt Flugblätter verteilt wurden. Schließlich sah sich die Polizei gezwungen, einzuschreiten, worauf sich bald die Menge auf⸗
löste. g Der Heilige Krieg.
Mailand, 18. Jan.(T. U.) Die Unione meldet aus Konstantinopel: Der Emir von Afghanistan hat 35 000 Mann Hilfstruppen für das Hilfsheer aufgeboten, dessen Einrücken in Persien bevorsteht.
Aus den Burenstaaten.
Haag, 18. Jan.(T. U.) Den in Holland aus Südafrika ein⸗ getroffenen Nachrichten zufolge ist durch die Zwangsaus⸗ hebungen eine sehr gefährliche Stimmung unter der südafrikanischen Bevölkerung eingetreten. Mehrere Kommandos holländischer Bürger, die gegen Deutsch⸗Südwest gesandt werden
sollten, rebellierten und weigerten sich, außerhalb der
Grenzen des eigenen Landes zu kämpfen. Die Anführer der Wider⸗ spenstigen sollen zur Zwangsarbeit im Minendistrikt Ver⸗ wendung finden, was die Erbitterung weiter Kreise natürlich ver⸗ stärkt hat. Die Nachrichten stimmen überein mit einem aus Süd⸗ afrika an englische Blätter gerichteten Briefe, den diese nicht ver⸗ öffentlichten, von dem aber der Nieuwe Courant im Haag eine Abschrift erhalten hat. Der Brief sagt, daß das Ergebnis der Provinzialwahlen in Transvaal beweise, daß das Mini⸗ sterilum Bothas nicht mehr das Vertrauen des Landes besitze und
ß es fallen müsse, wenn die Regierung den Mut hätte, all⸗ gemeine Wahlen auszuschreiben. Der Brief hesagt ferner, General Smuts habe das Parlament durch falsche Berichte zur Billigung der Regierungspolitik veranlaßt. Aber die Wahrheit Freche sich Bahn. Die sich der Regierung widersetzen, würden zum Wahnfinn und zur Rebellion getrieben. Die Regierung säe Mißtrauen, Brudermord und Rassenhaß, wodurch die Zukunft Südafrikas sehr dunkel würde.
Der Zwischenfall von Hodeida.
Rom, 18. Jan.(TU.) Die Pforte hat nunmehr angeordnet, daß der im itallenischen Konsulat in Hodeida verhaftete englische Konsul und der verwundete Kawas sofort und unabhängig von der Unter⸗ suchung freigelassen werden. Mithin gilt der Zwischenfall als er⸗ ledigt.
Hessen und Nach bargebiete.
Sießen und Umgebung. Verbraucht mehr Zucker!
Garnicht genug kann darauf hingewiesen werden, welch wertvolles, kalorienreiches Nahrungsmittel wir in dem bei uns ja in großer Menge vorhandenen Zucker besitzen. Zucker, ein reines Kohlehydrat, ist in hohem Grade geeignet, für den jetzt bei uns herrschenden resp. drohenden Mangel an Fetten einen Ersatz zu bieten, da es etwa die gleiche Heizkraft wie dieses besitzt. Gegenüber Kartoffeln besitzt Zucker etwa den fünffachen Nährwert. Allerdings muß bei seiner Verwendung immer berücksichtigt werden, daß es absolut kein Eiweiß be⸗ sitzt. Es ist also in der übrigen Nahrung für das Vorhanden⸗
sein des nötigen Eiweißes, z. B. in Form von Milch, Quark,
Käse, Fisch, Fleisch usw. zu sorgen. 0 Leider steht einem gesteigerten Zuckerverbrauch, wie er infolge des Ausfuhrverbots möglich wäre, bei uns die ganz unverständliche Maßnahme der Regierung gegenüber, die drei Viertel unserer Zuckervorräte unter Sperre genommen hat, um so einem starken Sinken der Zuckerpreise vorzu⸗ beugen. Außerdem wurde ein Grundpreis für Rohzucker festgelegt, der etwa den Verhälktnissen vor Ausbruch des Krieges entspricht. Um die Interessen der Zuckerrüben bauenden Landwirtschaft und der Zuckerindustrie nicht zu schädigen, setzt man lieber die so unendlich viel wichtigeren Interessen der deutschen Volksernährung während des Krieges aufs Spiel. 1 1 06 auch in landwirtschaftlichen Kreisen selbst die Ein⸗ sicht für das, was jetzt vor allem nottut, nicht ganz mangelt. beweist ein Vortrag, den Geh. Rat Prof. Dr. Zu nt kürzlich im Klub der Landwirte in Berlin gehalten hat. In diesem Vortrag bezeichnete es der Herr Professor als„nahezu ein Verbrechen, daß man jetzt, nachdem das Ausfuhrverbot für Zucker doch besteht, den Zucker einsperrt, um die breise auf ihrer relativen Höhe zu lassen und nicht den Konsum 0 steigern.“ Nachdem in Deutschland der Zucker nur 5—6 Prozent des Nahrungsmittelverbrauches ausmache, in 79 55 land(das faft ganz von unserer Zuckerzufuhr lebt). a 1 11 Prozent und in Amerika 12 Prozent, könnten wir 6* gut unseren Konsum jetzt auf das Doppelte steigern. Eine
falsche Nahrungsmittelpolitik sei es auch, die jetzt vorhandenen
Zuckervorräte auf zwei Jahre auszudehnen, um für die nächst⸗ jährige Ernte den Bau an Zuckerrüben einschränken und die so frei werdenden Felder für die Getreideproduktion ver— wenden zu können. Tatsächlich liefert das Zuckerrübenfeld etwa siebenmal so viel Kalorien wie das Getreidefeld und— in den als Futter verwendbaren Rückständen der Zucker⸗ produktion— auch mehr Eiweiß als jenes. Im ähnlichen Sinne äußerte sich ja auch vor einiger Zeit Geh. Reg.⸗Rat Prof. Dr. A. Frank im Berliner Tageblatt. Hoffen wir also, daß die Regierung möglichst bald von ihrer wenig zweck— mäßigen Zuckerpolitik Abstand nehmen möge.
— Wahlverein Gießen. Die nächste Mitgliederversamm⸗ lung ist auf Montag, 25. Januar, abends 9 Uhr, anberaumt.
e. Aus den Gießener Gewerkschaften. Am Sonntag fand im Gewerkschaftshaus eine außerordentlich zahlreich besuchte Generalversammlung des Tabakarbeiter⸗ Verbandes statt. Aus dem Jahresbericht ist besonders hervorzuheben, wie außerordentlich segensreich der Tabak⸗ arbeiter⸗Verband auf seine Mitglieder, besonders kurz nach Kriegsausbruch, wo mit einemmal etwa 60 Proz. arbeitslos wurden, eingewirkt hat. In den beiden ersten Kriegsmonaten wurde zehnmal mehr Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt, als sonst das ganze Jahr. Die Zahl der Arbeitslosentage be⸗ trug 5507. Es war ja etwas selbstverständliches, daß infolge dieser umfangreichen Arbeitslosigkeit und der damit be⸗ dingten hohen Ausgabe, es unmöglich war, auch die übrigen Unterstützungen zunächst aufrecht zu erhalten; genau so wie dieses bei allen anderen Verbänden auch nicht der Fall war. Keine Organisation war auf den Krieg vorbereitet, und so galt es denn, rasch zu handeln und zunächst denen am ersten zu helfen, welche durch den Krieg am meisten in Mitleiden⸗ schaft gezogen waren und dieses sind in erster Linie die Ar⸗ beitslosen. Leider ist man ja in Gießen und den umliegen⸗ den Gemeinden noch nicht so weit, daß man der Arbeitslosen⸗ unterstützung durch die Gemeinden einmal ernstlich näher ge⸗ treten wäre. Hoffen wir, daß dieses bald nachgeholt wird. Wir können nicht behaupten, daß der Geschäftsgang in der Tabakindustrie dauernd ein solch guter bleiben wird, wie dieses gegenwärtig der Fall ist, und deshalb gilt es, auch in den Gemeinden jetzt schon die nötige Vorsorge zu treffen. Andererseits gilt es aber auch für die Tabakarbeiter, die Augen offen zu halten und vor allen Dingen treu zu ihrer Organisation zu stehen, gerade in dieser Zeit ist der Zu⸗ sammenschluß um so notwendiger.— Die Tabakarbeiter ha⸗ ben ja das Vergnügen gehabt, besonders in den letzten Mo⸗ naten sich fast krumm und lahm arbeiten zu müssen; ein Tabakfabrikant ließ sogar Tag und Nacht schaffen. Fragen wir uns aber, ob sich die Lage derselben dadurch vielleicht gebessert hat, so muß das verneint werden; teilweise ist sogar sestgestellt, daß trotz der Ueberstunden fast nicht mehr ver⸗ dient wird, als bei regulärer Arbeitszeit. Das ist einesteils auf das schlechte Material, andererseits aber auch auf die Schwächung und Ermüdung des Körpers, infolge der täglich vielzuviel verbrauchten Arbeitskraft zurückzuführen. Gerade bei den Tabakarbeitern wirkt eine lange Arbeitszeit durch die viele Staub⸗ und Nikotineinwirkung außerordentlich gesund⸗ heitsschädigend. Aus dem Bericht sei ferner noch hervorzu⸗ heben, daß es trotz der Kriegswirren bis jetzt möglich war, den Tabakarbeiter⸗Verband in hiesiger Gegend aufrecht zu erhalten und die Mitgliederzahl fast die gleiche geblieben ist. — Wir dürfen nun aber trotzdem die Hände nicht in den Schoß legen; gerade jetzt gilt es, die Zeit auszunützen. Jedes Mitglied muß zum Agitator werden, die Zeiten lehren es uns!— Die Wahl der Ortsverwaltung ergab die ein⸗ stimmige Wiederwahl der bisherigen.— Ferner sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß am 1. Februar sämtlich. im Verbandsstatut vorgesehenen Unterstützungsrechte wieder in Kraft treten, mit der Einschränkung, daß bis auf weiteres bei Arbeitslosigkeit und Krankheit nur 75 Proz. der im Statut vorgesehenen Unterstützungssätze gezahlt werden. Diese Erweiterung der Unterstützungsrechte wird sicherlich in Mitgliederkreisen freudig begrüßt werden.
— Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. In der„Arbeitsgemeinschaft im Baugewerbe“ an die Stadtver⸗ waltung gerichtete Eingabe, die in der letzten Stadtver⸗ ordneten⸗Sitzung erwähnt wurde, heißt es: Die unterzeich⸗ neten Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Baugewerbes und der Baunebengewerbe haben am 18. No⸗ vember v. J. eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die danach streben soll, zur Erhaltung der Volkskraft während des Krieges mit tunlicher Beschleunigung für das darnieder⸗ liegende Baugewerbe Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Unter allen Berufsgruppen steht das Baugewerbe der Zahl nach mit an erster Stelle; bleibt es zu einem großen Teil ohne Be⸗ schäftigung und ohne Verdienst, so bedeutet dies nicht nur eine schwere Schädigung der Baustoffindustrie und des Transportgewerbes, sondern auch aller Geschäftsleute, die auf Lieferung von Nahrung und Kleidung für die Bevölkerung angewiesen sind. Wir wenden uns deshalb zur Förderung unserer Bestrebungen an die geehrte Stadtverwaltung mit der dringenden Bitte, beschließen zu wollen, daß die durch den Haushaltsplan schon genehmigten Bauten mit großer Be⸗ schleunigung ausgeführt und umgehend Mittel für weitere Bauten bereitgestellt werden. Wie aus amtlichen Mitteil⸗ ungen hervorgeht, sind bereits Schritte getan, auch in Aus⸗ sicht gestellt, daß für das Stadtgebiet Gießen schon umfang⸗ reiche Bauarbeiten vorgesehen sejen. Nähere Angaben über Beginn, Art und Umfang der einzelnen Arbeiten sind aber unseres Wissens noch nicht bekannt gegeben worden. Es wülrde von uns mit besonderer Genugtuung begrüßt werden, wenn eine amtliche Zusammenstellung der in Angriff zu nehmenden Arbeiten baldigst veröffentlicht oder für uns aus⸗ gefertigt würde. Wir würden dann vielleicht in die Lage kommen, geeignete Anregungen zu weiteren Arbeiten geben zu können und damit eine weitere Einschränkung der Ar⸗ bitslosigkeit zu ermöglichen. Wir erklären uns bereit, zu etwa für nötig erachteten Aussprachen die unterzeichneten Vertreter aus den einzelnen Vereinigungen des Baugewerbes
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und der Baunebengewerbe zu entsenden. An die Bitte um baldige Vergebng von umfangreichen Bauarbeiten schließen wir die weitere an, daß bei Uebertragung der Arbeiten unter Zurückstellung rein kommunaler Bedenken die Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Möglichkeit gewahrt werden. Wir bitten zur Beseitigung der schlimmsten Miß⸗ stände im Verdingungswesen, um die gründlichste Veran⸗ schlagung aller im Anschlag auszuführenden Arbeiten, eventl. um die Heranziehung von geeigneten Vertretern aus den Kreisen der unterzeichneten Verbände zur gutachtlichen Aeußerung. Wir ersuchen ganz besonders berücksi wollen, daß einerseits die z. Zt. höheren Gestellungskosten und der von den Arbeitgebern für den Unfollschutz zu leistenden Beiträge Beachtung finden, andererseits um die Verpflichtung der Arbeitgeber zur Einhaltung der tarif⸗ vertraglichen und im Gewerbe ortsüblichen Arbeits⸗ bedingungen.— Unterzeichnet ist die Eingabe von der Hand⸗ werkerzentrale, dem Gewerkschaftskartell und noch einer An⸗ zahl Arbeitgeber⸗Vereinigungen und Gewerkschaften Gießens. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ober⸗ leutnant d. R. Ludwig Emmelius, Fabrikant aus Gießen, Feldartillerie-Regiment 47.— Gefreiter Ludwig Wilhelm Ranft aus Beuern, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Ersatz⸗Reservist Heinrich Balser aus Albach, Res.⸗Inf.⸗Reg. 222.— Wehr⸗ mann Valentin Schäfer II. aus Bernshausen, Res.⸗Inf.⸗ Reg. 80.— Wehrmann Heinrich Scha d, Res.Inf-Reg. 80.
— Was für Hinterbliebene von Gefallenen wichtig ist. Wir er⸗ halten noch sehr oft Anfragen von Hinterbliebenen gefallener Krieger wegen der Ansprüche, die sie auf Unterstützung geltend nvachen könmen. Es sei deshalb hier nochmals das Wichtigste wieder⸗ holt. Wenn das hier Gesagte von don Intevessenton beachtet wird — man schneidet am besten den Artikel aus und bewahrt ihn auf— so können sie sich manche Lauferejen ersparen.
1. Nachdem der Tod des Angehörigen bestimmmt seststeht, lasse man sich zunächst vom Standesamt eine Sterbeurkunde aushändigen. Ist ein Familienbuch vorhanden, genügt der Eintrag in das Familienstammbuch..
2. Die Angehörigen haben Anspruch auf Gnadengobührnisse (Gnadenlöhnung). Der Anspruch hierauf äst bei der stellvertretenden Intendantur des Armeekorps geltend zu machen, dem der Ver⸗ storbene angehört hat..
8. Witwen erhalten das Kriegswitwengeld. Dieses beträgt für die Witwe eines Gemeinen jähvlich 400 Mk. Waisen erhalten das Kriegswaisengeld. Dieses beträgt für jedes vaterlose Kind einer Militärperson der Unterklassem jährlich 168 Mk., für fodes elternlose Kind einer Miljtärperson der Unterklassen höchstens 240 Mk. Eltern und Großeltern können das sogenannte Kriegs⸗ eltemgeld erhalten, unter der Voraussetzung, daß der Verstorbene vor Eintritt in das Feldhoer oder nach seiner Entlassunng aus dem Feldheer zur Zeit seines Todes oder bis zu seiner letzten Krankheit ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. Dieses Kriegselterngeld beträgt für jede in Frage kommende P jähr⸗ lich 250 Mk. Wegen des Anspruchs auf diese Renten muß man sich an das Bezirkskommando wenden, in dessen Bezirk man sich aufhält.
4. Neben dom Anspruch auf Renten auf Grund des Militär⸗ hinterbliebenengesetzes besteht der Anspruch auf Renten aus der Invaliden⸗ und Hinterbliebenenwersicherung. Ist der Verstorbene verheiratet gewesen und hat er Kinder hinterlassen, so haben An⸗ spruch: die Witwe auf Witwenrente, wenn sie invalid ist: die hinterbliebenen Kinder auf Waisenrente bis zum vollendeten 15. Lebensjahre. Hat neben dem Vater die Mutter der Inwalidenversicherung angehört, die Wartezeit erfüllt und die An⸗ wwartschaft aufrechterhalten, so fällt der Anspruch der Witwe auf Witwenrente weg, sie erhält eine eimmalige Abfindung, das soge⸗ naumte Witwengeld, ausgezahlt, das ist der 12fache Monatsbetvag der Witwenvente. Die Kinder erhalten die Wassenrente, daneben aber noch die Waisenaussteuer, das ist der Ssache Monaßs betrag der Waisenrente. Diese Waisenaussteuer wird aber erst bei Vollendung des 15. Lebensjahres gezahlt. Die Höbe der Renten richtet sich nach den seit 1. Janmar 1912 entrichteten Wochenbeiträgen.
Der Antuag auf diese Ansprüche ist beim Versicherungsamt an⸗ zumelden, in dessen Bezirk der Verstorbene gewohnt hat, oder be⸗ schäftigt gewesen ist. Die Ausrechnungsbescheinigungen und die letzte Quittungskarte müssen beigefügt werden. 5
Bei all diesen Antnägen müssen die Nachweise für die Angaben beigebracht werden. Für den eingetretenen Tod die Sterbeurkunde. für die geschlossene Che die Heiratsurkunde, sür die Geburt von Kindern die Geburtsurkunden.
— Stadttheater. Für die Aufführung von 0 8 „Johannssfeuer“ in der Dienstag⸗Abonnementsvorstellung gibt sich kebhaftes Intevesse kund. Die Vorstellung, die unter der Spiel⸗ leitung des Herrn Obevrregisseurs Dworkowski steht, bringt in Haupt⸗ rollen die Damen Stettner, Jüngling, Frenzel, Wengerdt sowie die Herren Steinhofer, Rotteck und Schubert.— Am nächsten Samstag wachmitbag findet als Schülervorstellung eine letzte Aufführung von „Wallensteins Tod“ statt. Die Vorstellung wird bei Volks⸗ preisen gegeben und es mag darauf hingewiesen sein, daß die Auf⸗ führung seiner Zeit als Festvorstellung zu Großherzogs Geburtstag bei Presse und Publikum lebhafte Anerkennung gefunden hat. l
Frankfurter Fruchtmarkt. Die Situation ist die gleiche, wie in der vorigen Woche. Weizen und Roggen unverändert. Mangeln⸗ des Angebot und Knappheit der Waren hindern das Geschäft. Gerste ruhig und fest, Hafer glatt angeboten, Mehl sehr fest, Futter⸗ mittel sehr fest, Weizen 27,80, Roggen(biesiger) 23,80, Hafer 22,30, Weizenmehl 48—49, Brotmehl 47,50, Roggenmehl 3839, Futter⸗ mittel Höchstpreise.
Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.
Musterung im Kreise Alsfeld. Das Aushebungsgeschäft 1915 findet am 22., 23. und 25. Januar in Alsfeld im Gasthaus „Zum deutschen Haus“ statt und zwar: ö 2
Freitag den 22. Januar 1915, vormittags 8½% Uhr, für die Militärpflichtigen aus den Gemeinden Alsfeld, Altenburg, Angen⸗ rod, Arnshain, Atzenhain, Bernsburg, Bieben, Billertshausen, Brauerschwend, Ehringshausen, Eifa, Elbenrod, Elpenrod, Ermen⸗ rod, Eudorf, Eulersdorf, Fischbach, Flenfungen. Grebenau, Groß⸗ Felda, Hainbach, Heidelbach. Heimertshausen, Heygersdorf, Hopf⸗ garten, Ilsdorf und Kestrich. N
Samstag, den 23. Januar 1915, vormittags 85% Uhr, für die Militärpflichligen auss den Gemeinden Kirtorf, Lehnheim, Leusel, Liederbach, Merlau, Kirschgarten, Münch⸗Leusel, Nieder⸗Breden⸗ boch, Nieder⸗ Gemünden. Nieder⸗Ohmen, Ober⸗ Breidenbach, Ober⸗ Gleen, Ober⸗Ohmen, Ober⸗Sorg, Ohmes, Otterbach, Rainrod, Rejbertenrod, Roimenrod, Renzendorf, Romrod. Rülsen rod, Ruhl⸗ kirchen, Ruppertenrod, Schwabenrod, Schwarz, Seibelsdorf, Storn⸗ dorf, Strebendorf, Udenhausen, Untor⸗Sorg. Vadenrod, Vocken rode, Wahlen, Wallersdorf, Wettsaasen. Windhausen, Zeilbach und Zell.
Montag den 25. Januar 1915, vormittags 8:8 Uhr, für die Militärpflichtigen aus den Gemeinden des Aushebungsbezirks Hom⸗ berg. Zu obengenannten Terminen haben zu erscheinen: alle Militärpflichtigen, die 1895 oder früher geboren sind, die bis jetzt aber eine endgültige Entscheidung über ihr Milftärverhältnis moch nicht erhalten haben. 3
J. Aus dem Schlitzer Lande. Im Tale der Schlitz herrschte aut Freitag und Samstag voriger Woche ein furchtharer Sturm, der verschiedentlich Schaden anvichtete. In Bernshausen riß der Sturm die neuerbaute Scheuer des Bürgermeisters Ritz nieder, die voll⸗ ständig zusammenstilrzte. Da Stallungen sich in der Scheuer be⸗ finden, wurde das darin untergebrachte Vieh, 12 Schweine umd
1 Fohlen, verschüttet. Es vewursachte große Mühe, die Tie ve an beiten. b in vergangenen Sonnmer schlug ber lie in das
Suder mamas!


