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1 Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und umgebung.
Hessische Vermißten⸗Ermi i istten⸗Ermittelung.(Ein Aufruf an Gramgebeugte.) Die Braunschweiger Landeszeitung f vom
2 Write daß dort auf Anregung eines Real— 0 ie Angehörigen der im Herzogtum als vermißt gemeldeten Krieger sich zusammengeschlossen haben, um e. meinsame Schritte zur Auffindung der Vermißten zu 1 nehmen. Da nun, wie im ganzen Vaterlande, auch bei uns in Hessen die bange Sorge um das Schicksal zahlreicher ver⸗ mißten Vaterlandsverteidiger schwer auf vielen Familien lastet, soll hier der gute Gedanke ebenfalls verwirklicht und der Weg des Zusammenschlusses eingeschlagen werden. Dies ist umsomehr geboten, als die seitherigen Bemühungen der zuständigen Stellen sehr oft erfolglos waren. Gerade in letzter Zeit ist nun so mancher Brief eines bisher Vermißten eingetroffen, über den vorher in Berlin, Basel, Genf Bordeaux usw. nicht das geringste in Erfahrung zu bringen war, trotzdem die Absender sich seit Monaten in Gefangen⸗ schaft befinden. Um zunächst einen Ueberblick über die zu leistende Arbeit zu gewinnen, werden alle betroffenen Familien im Großherzogtum hiermit gebeten, uns ihre Adresse und die Feldpostadresse des Vermißten, sowie Zeit und Ort des Vermißtseins(Gefecht bei„„„?) schriftlich auf Postkarte miteilen zu wollen.— Der vorbereitende Ausschuß: J. A. Schupp, Rechnungsrat a. D., Darmstadt.
Der Deutsche Städtetag zur Petroleumnot. Der Vor- stand des Deutschen Städtetages hat an das Reichsamt des Innern eine Eingabe gerichtet, worin er wiederholt um die Einführung des Deklarationszwanges für das in Deutsch⸗ land vorhandene Petroleum bittet. Nur durch genaue Fest⸗ stellung aller vorhandenen Bestände könne eine sachgemäße Verteilung des im Inlande vorhandenen Petroleums sicher⸗ gestellt werden.— Von sachkundiger Seite wird behauptet, daß ganz enorme Petroleumvorräte vorhanden sind, die mit Absicht vom Markte ferngehalten werden.
1 Faule Kartoffeln. Aus der Wetterau wird berichtet, daß dort die Kartoffelfäule in erheblichem Maße auftritt, weil die warme und feuchte Witterung die Verbreitung des Fäulnispilzes begünstige. Man sei damit beschäftigt, die Kartoffeln auszulesen und Vorkehrungen gegen das weiters Umsichgreifen der Fäulnis zu treffen.— Wenn Nahrungs: mittei zu grunde gehen, so ist das das stets zu bedauern, noch mehr in der jetzigen Zeit. Denkt man aber an den Herbst zurück, wo viele Bauern nicht zu bewegen waren, die Kar⸗ toffeln auf den Markt zu bringen, um dadurch die Preise auf eine unerhörte Höhe zu treiben, so löst es beinahe Genug— tuung aus, wenn sie jetzt für ihre Habgier bestraft werden. Hätten die Kartoffelzüchter sich damals mit einem Preise be⸗ gnügt, der recht und billig war, so wären sie besser damit gefahren, als wenn ihnen jetzt die Hälfte verfaulen und sie noch viel Arbeit damit haben.— Das beste wäre ja gewesen. wenn alle Vorräte beschlagnahmt worden wären, dadurch wären sie vielleicht der Gesamtheit erhalten geblieben. Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Karl Bernhardt aus Waldgirmes, Res.⸗Inf.⸗
Regt. Nr. 83.— Wehrmann Wilhelm Steinbach aus Burgsolms, 1. Garde⸗Feld⸗Art.⸗Reg.— Freiw. Wilhelm Neeb aus Dorlar, Inf.⸗Regt. Nr. 135.— Gefr. Otto Klaus, Jägerbataillon Nr. 11; Res. Otto Dickert, Inf. Regt. Nr. 116, beide aus Unterschmitten.— Musk. Ferdinand
Michel aus Mittel⸗Seemen, Inf.⸗Regt. Nr. 168.— Wehr⸗ mann Wilhelm Hildebrandt aus Wölfersheim, Res.⸗ Inf.⸗Regt. Nr. 116.
— Turkos und Deutsche im Schützengraben. Der stimme schreibt ein Genosse:„Friede auf Erden!“ Wort, nach dessen Erfüllung die Sehnsucht hier groß
Borg. Arbeiter⸗ Das ist das ist! Wir haben
es gestern(am ersten Weihnachtstage) nachmitt doch so weit ge⸗ bracht, daß wir bier mit dem feind ichen Graben einen Waffen⸗ Gestern morgen haben uns die
stillstand machen konnten. länder noch mit Minen und Granaten beworfen. nachmittags h
Die Sger, die rechts von ums liegen en wollten, konnten sich, als die Gegner en und Zeichen soweit mit den Schützer dig Feuer eingestellt wurde. Es sprach sich schnell durch unsere Kompagnie, und bald wurde auch hier micht mehr geschossen. kam so weit, daß wir uns den Gegnern näherten und ihnen die Hände reichten. Unser Unteroffizier, ich und einer von Velbert b en uns oben 9 die Deckung, winkten mit der Mütze und kamen so bis an die heran
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rotzdem diese mit ungs noch Angst zu Wir teilten ihnen von
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haben, kamen uns aber unseren Zigarven, unserem sie uns mit einem guten Kog Leu gutgenähr eas mit ihren schönen braunen Gesichtern, a1 schrecklich vor Kälte, trotzdem sie dicke Mäntel trugen. Dagegen liefen die Unsrigen ohne Kopfbedeckung und in Unterjacken. Als wir auch diesen Leuten mit freundlichen Mienen entgegengingen und ihnen Liebesgaben ze gten, nahmen sie diese mit großer Freude an und drückten uns die Hä de wie Brüder. Die armen Teufel batten meist nur ungesalzenen Kakes als Nahrung. Vor unseren Geschossen schbenen sie Augst zu haben. Sie gaben zu verstehen, wir sollten in die Luft sch ehen, sie würden dasselbe tum. Wir kamen später nicht mehr zum Schießen. Die rkos schossen. och in die Lust. Vei den Turkos waren nur e rige englische Offiziere, die den Besehl zum Schiessen gaben. Syäter sind wir mit den Turkos noch zwischen den Gräben auf und abgegangen und haben mit der Ziehharmonika Weihnachtsmusik gemacht. Das Gold im Strumpfe. Tragt das Gold 5 1 Reichsbank! Die Minderbemittelten solgten diesem Rufe de Vaterlandes und brachten das Gol ein, das sich in ibwe Ka 0 verirrt hatte, zur Sammoelstelle des Ne iches. Die Belüörden wiss ö aber wohl, daß noch mancher große Geldsack gefüllt ist, sie haben aber keine Mittel, d'esen Goldl'ebhabern zwangsweise ein wenig, 11 7 0 bürgerliches Pflichtgefüßl beizubringen. Und manchmal wersteckt 1 Habfucht und Geldgier hinter dem Mantel den Fame ane Armut! Am 4. Januar starb in München der Kurat 5 1975 ae ner. Er auntierte als katholischer Geistlicher an der 8 Na und galt allgemein als ein Mann, der in ärmlichen e lebte. Nach seinem Tode fand mau in seiner Woßungg ein 3 15 mögen von 110 000 Mark, darunter 50 000 Mark in Gold! 5 5 90 15 „glaubensstarke“ Presse brachte die Aufforderung, 5 ee 1 zur Reichsbank! Kurat Hfitiner war offenbar Leser 8 1 aber er scheint ihrem Inhalte nicht geglaubt zu halben, 100 l hätte er doch ihrer Mahnung Folge geleistet.— Die Reichs bau ba 58 ihr Gold. Jetzt wird sich wohl auch noch der Staat rühren und die Steuerverhältnisse des Verstorbenen nachsehen lassen. 1 5 — Musterpatrioten. Im Frankfurter Parteiblatt lesen 5 Sehr oft wöbvend dieses Krieges konnte man die Beobach ung
worauf Die Leute, alles dicke, zitterten
wak erfreuten.
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machen, daß gerade in soschen Orten, wo der Patriotismus im Friedenszeiten Purzelbäume schlug, jetzt vielsach das Gegenteil da⸗ von zu beobachten ist. Ein treffendes Veispiel hierfür bietet eine Notiz aus Melbach im Oberh. Angeiger(das Amtsblatt des Kreises Friedberg), sie lautet: Melbach.„Vaterlanbsliebe“. Ein hiesiges Miaglied vom Flottenverein, nebenbei bemerkt ein reicher Mann, weigert sich, seinen Jahresbeitvag von sage und schreibe ganzen 2 Mark zu bezahlen, da sein Sohn im Felde steht. Man muß wissen, daß Melbach nie eine sozialdemokratische Ver⸗ sammlung gesehen hat, weil dort kein Lokal zu haben ist, und den⸗ noch, vielleicht auch deshalb, ein solches Vorkommnis. Handelt es sich etwa um denselben veichen Bauer, von dem erzählt wird, daß er seiner Frau, als diese an den Sammler des„Roten Kreuzes“ 50 Pfennig geben wollte, gesagt habe:„Geab näit so väll, zwanzig Fennig seih aach genunk, wann woas iwrig bleibt, versäuft dersch!“ Sollte ez sich aber um einen anderen handeln, dann ist der Fall um so bezeichnender.
— Für einen besseren und edleren Kampf als das ge enseitige Abschlachten im Kriege tritt das Zentwalorgan umserer italienischen Parteigenossen, der Avanti(Vorwärts), ein. Es schreibt, wie der
Frbft. Itg. telegraphiert würd, zu der furchtbaren Erdbeben⸗Kata⸗ strophe in Mittel⸗ Italien:„Dieses schveckliche Unheil, das—
während noch die Provinzen Eaglabrien und Sizilien von den ihnen vor sechs Jahren geschlagenen Wunden nicht genesen sind— auf den, armseligen Teil Italiens hereingebrochen ist und nach Hunderten und Tausenden seine Opfer unerbittlich und plötzlich niedermäht, ruft die Menschen in Italten zur Wirklichbeit zurück, rüttelt sie aus ihrem bösen Traum, löscht ihre verhängnisvollen Leidenschaften und ihre mörderischen Gelüste aus. Jetzt ist ein anderer Krieg zu kämpfen. Es sind feindliche Kräfte der Natur vorhanden, die umsere Existenz gefährden und unsere Zukunft bedrohon. Gegen diese Kräfte ist der Kampf schön und heldenhaft. Gedanken und Taten der ziwili⸗ sierten Menschhot müssen sich diefem Kampfe zuwenden. Flüsse sind zu kanalisteren. Berge aufzuforsten, endlos brachliegendes Gelände fruchtbar zu machen, aume Dörfer, die eine übermenschläche, unbe⸗ kannte Kraft dann und wann erschüttert und zu Boden wirft, sind mit den Vorkehrungen zu versehen, die die Wissenschaft anrüt: das ist die odolste und höchste Aktion, die Italien zu vollziehen hat. Hier sind die köchsten Opfer notwendig, hier kann das heiligste Helden⸗ tum gezeitigt werden. In der houtigen Katastvophe ist eine große Lehre enthalten. l
Zurückhaltung in den Gesuchen gegen Kriegsmaßregeln. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schretbt:„Es ist unvermeidlich, daß Maßregeln, die im Interesse unserer Kriegsführung getroffen werden, für den einzelnen in vielen Fällen Unbequemlichkeiten, ja Härten mit sich bringen. Infolge davon werden die zivilen und le flitärischen Zentralbehörden in dieser Zeit mit einer Flut von Gesuchen um Durchbrechung jener Maßregeln überschwemmt. So⸗ weit sie von Ausländern ausgehen, die ohne ihre Schuld und ohne sich am Kriege beteiligen zu können, in Deutschland festgesetzt wer⸗ den mußten oder sich einer scharsen Polizeiaufsicht unterworfen haben, sind die Gesuche noch am ehesten zu verstehen; von den Aus⸗ ländern kann eine freiwillige freudige Uebernahme von Opfern für unser Vaterland nicht erwartet werden und soweit ihre Eingaben sich mit den eigenen Interessen der Deutschen verbinden, werden sie guch nach Möglichkeft berücksichtigt. Indessen ist auch in solchen Fälken Vorsicht und Zurückhaltung geboten. Denn seit dem Be⸗ kanntwerden einzelner Bewilligungen bemühen sich fast alle Gesuche in manchmal recht weit hergeholter Weise darzutun, welche be⸗ deutenden deutschen Interessen preisgegeben würden, wenn zum Beispiel in England eine Serie angekündigter Konzerte nicht sbatt⸗ finden könne. Solange die Eingaben von Ausländern kommen, die nebenbei bemerkt, früher meist Deutsche waren und aus rein ge⸗ schäftlichen Interessen ihre Staatsangehörigkeit preisgaben, ist es leicht, sie einheitlich einer zweckentsprechenden Entscheidung zuzu⸗ führen. Manchmal werden sie auch Gutmütigkeit, Gefälligkeit oder aus geschäftlichen Gründen aber auch von Deutschen unterstützt und die Entscheidung fällt dann um so schwerer, als es fast nie möglich ist. die Wahrheit der gemachten Angaben nachzuprüfen. Zweifellos wird dabei sehr viel übertrieben dargestellt, aber oft mag auch die berechtigte Sorge um die spätere Existenz bei dem Gesuchsteller die Feder führen. Am schwersten verständlich in unserer ernsten Zeit ind diejenigen Gesuche, die aus bloßer Unüberlegtheit oder in dem Gefühl eingereicht werden, daß am Ende jetzt nicht alles so streng nachgeprüft werden könne und daß man mit seinen Wünschen viel⸗ leicht doch durchdringen könne. Beispielsweise bitten manche Frauen um die Exlaubnis zum Besuche ihrer Männer in dem Operations- oder Etappengebiet, wobei gewöhnlich die Besprechung wichtiger Familienangelegenheiten als Beweggrund angeführt wird. Die Sehnsucht nach ihren Lieben im Felde teilen die Gesuchstelle⸗ rinnen mit allen deutschen Frauen. Die meisten machen sich aber nicht klar, daß Besuche au der Form in großem Stil ein Ding der Unmöglichkit ist, daß sie den Lauf der Heeresmaschine zu hemmen imstande sind, und daß die deutsche Frau nicht auf den Kriegsschau⸗ platz gehört, es sei denn als Pflegerin. Viel zu stolz müssen unsere deutschen Frauen sein, um in dieser Zeit des allgemeinen Opfer⸗ bringens für sich Bevorzugungen und Vergünstigungen zu erstreben, an die ärmere Schicksalsgefährtinnen überhaupt nicht denken können. Also Zurückhaltung in allen an Behörden gerichteten Gesuchen, die nur unnötige Mehrarbeit verursachen und dem ganzen dadurch schaden! Kopf hoch, Stolz in die Brust und das Bewußtsein ins Herz, daß es heißt,„Opfer bringen“ zum Wohle des Ganzen, nicht aber die eigenen Wünsche erfüllen! Je höher man steht, desto mehr Kraft muß man haben zu entsagen und unserem Volke hierin ebenso Führer zu fein, wie unsere tapferen Offiziere im Felde ihren Mannschaften gegenüber es sind.“
Die Anmeldung zur Stammrolle hat nach der Wehrordnung jeder militärpflichtige Deutsche zu erfüllen. Ausreden, daß man dienstuntauglich aus irgend welchen Gründen sei, können erst vor⸗ gebracht werden, wenn wirklich eine Einberufung erfolgt. So hatte sich ein Dienstknecht vor der Darmstädter Strafkammer zu verant⸗ worten, der vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von vier Mark verurteilt worden war, weil er der wiederholten Aufforderung, sich trotz seiner 38 Jahren zur Stammrolle seines Ortes zu melden; nicht nachgekommen war. Er war s. Zt. vorläufig zurückgestellt worden, und mußte sich jetzt melden. Obwohl er sich auch jetzt auf seine angebliche Erkrankung seines rechten Armes berief, mußte die Berufung kostenfällig verworfen werden, da die Anmeldung mit der eigentlichen Einberufung nichts zu tun hat. Nun hat er auch noch die Kosten der zweiten Instanz zu tragen,
Die nächste Pfundbrief⸗Woche. Feldpostbriese nach dem Feld⸗ heer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm werden für die Zeit vom 1. bis einschließlich 7. Februar unter den bekannten Be⸗ dingungen von neuem zugelassen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg.
Abhilfe gegen die Nickelknappheit, über die zur Zeit im Geld⸗ verkehr geklagt wird, ist leicht geschaffen. Während das Gold zur Deckung der Reichsanleihen in der Reichsbank zusammengehalten wird, dient das Nickelgeld keinen Deckungszwecken, wird daher auch von keiner amtlichen Stelle zurückgehalten. Dagegen liegen Mil- lionen von Zehnpfennigstücken in den Automaten, in den Sammel- büchsen des Roten Kreuzes usw. begraben. Die Befolgung der Aufforderung, die Gas⸗ und anderen Automaten, sowie die er⸗ wähnten Sparbüchsen häufiger, als es bisher geschieht, zu leeren, und die Unmengen von Nickelmünzen dem Verkehr wieder zuzu⸗ führen, wird der Kalamität im Handumdrehen ein Ende machen.
— Die Auszahlung der Familienunterstützungen. für 16. bis Ende Januar an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufe⸗ nen findet noch Dienstag, den 19. Janwar umd Mittwoch. den 20. Fanuar, vormittags von 8—1 Uhr im Stadthaus Zimmer Nr. 16 statt.
— Die„Fünfziger“. Bekanntlich pflegen in Gießen die Alters⸗ genossen, die im laufenden Jahre 50 Jahre alt werden, dieses Er⸗ eignis gemeinsaum zu seiern. Dieser schönen Sitte will man auch in diesem Jahre treu bleiben, wenm auch die Veranstaltungen, den Zeit⸗ verhältnisson entsprechend, sich in bescheideneren Rahmen bewegen sollen als in früheren Jahrem. Um das Erforderliche vorzubereiten,
kamen am 9. Januar die Altersgenossen im Cafe Amend zufommen, wobei der vorbereitende Ausschuß gewählt wurde. Als Vorsitzender wurde Herr Kaufmann Fr. Jondan bestimmt. Ferner wurde schlossen, am 23. Jammar im gleichen Lokale eine weitere Versamm⸗ lung abzuhalten, in der weiteres beschlossen werden soll.
— Was ein Wetter! Ununterbrochen gehen die Neqenschauer nieder. Jeden Tag dasselbe! Die Wieseck ist infolge des Nogens bereits wieder erheblich gestzegen. An verschiedenen Sträuchern hne man die Knospen bereits hervorbrechen.
— Der frühere Direktor des Gießener Gas⸗ und Wasserwerks, Otto Bergen, ist am Freitag im Alter von 75 Jahren ge st ov⸗ ben. Er befand sich seit einer Reihe von Jahren im Ruhestande.
Stadttheater Gießen. Spielplan. Dienstag, den 19. Jamuar, abends 8 Uhr, 9. Dienstag⸗Abonnements⸗Vorstellung:„Johammis⸗ feuer“, Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende nach 10% Uhr. Gewöhnliche Preise(er t).— Freitag, den 22. Januar, abends 8 Uhr, 8. Freitag⸗Abonnements⸗Vorstellung: „Weh dem, der lügt“, Luftspiol in 5 Aufzügen von Franz Grill⸗ parzer. Ende gegen 11 Uhr. Gewöhnliche Preise(ermäß et).— Samstag, den 23. Januar, m gs 3 /, Schüler⸗Vorstellung: „Wallensteins Tod“, ein dramitisches gedicht in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Ende nach 6 Uhr. Volkspreise.— Sonntag, den 24. Januar nachmittags 3% Uhr:„Als ich noch im Flügolkleide“, ein fröhliches Spiel in 4 Aufzügen von Albert Kehm und Martin Frehse. Ende nach 6 Uhr. Kleime Preise. Abends 7% Uhr: „Johanmisseuer“ Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende mach 10 Uhr. Kleine Preise. Kreis Wehlar.
. Die erste Sitzung der Wetzlarer Stadtverordneten in diesem Jahre eröffnete Bürgermeister Dr. Kühn mit einer Ansprache, in der er auf verschiedene Ereignisse des ver⸗ flossenen Jahres hinwies. Er gedachte der Bürgermeister⸗ wahl und versprach aufs neue, seine besten Kräfte für die Entwicklung der Stadt einsetzen zu wollen. Dem früheren Bürgermeister v. Zengen wünschte er baldige Genesung und einen heiteren Lebensabend. Er begrüßte sodann die neu⸗ gewählten Stadtverordneten, deren Verpflichtung im An⸗ schluß daran erfolgte. Dem 1. Beigeordneten Hie pe, der ein Jahr lang die Geschäfte der Bürgermeisterei führte, dankte der Bürgermeister und überreichte ihm als Geschenk ein großes Bild, daß die Begrüßung der Unteroffizierschule in Wetzlar darstellt.— Im Laufe der weiteren Verhand⸗ lungen wurden zwei Anträge der Bürgermeisterei erörtert; der eine auf Errichtung einer Kr iegsdarlehnskasse, der andere forderte einen Kredit für Aufkauf von Dauer⸗Fleischwaren. Beide Anträge wurden vom Bürgermeister begründet und hierauf dem Finanzausschuß überwiesen.— Es folgte eine Debatte über die Einguar⸗ tierung, wobei der Bürgermeister auf eine Anfrage des Stadtv. Jansen über die Schritte berichtet, die er in dieser Angelegenheit getan hat. Die Bürgerschaft führt nämlich lebhaft Klage über die Lasten der Einquartierung. Im Laufe der Debatte machte Kreisarzt Stadtv. Dr. Braun auf die Typhusgefahr im Wetzlarer Ge⸗ fangenenlager aufmerksam. Der Typhus trete sehr bösartig auf, 7 Fälle seien bereits festgestellt, ein Erkrankter sei(am Freitag) ge storben. Trotz der ergriffenen Vor⸗ sichtsmaßregeln müßten die Wachmannschaften vom Verkehr mit der Bürgerschaft möglichst abgeschlossen werden.
n. Plötzlicher Tod. Am Donnerstag Abend erlitt zm A tz bach der Maurer Friedrich Zecher, als er auf dem Nachhausewege von seiner Arbeitsstelle begriffen war, den Tod. Der so schnell Verstor⸗ bene erfreute sich allgemeinen Anfehens.
Westerwald und Unterlahn.
Opfer der Arbeit. Auf Grube„Füssebeng“ bei Daaden im Kreise Altenkirchen verungl ückten zwei Bergarbeiter beim Ausbohren eines Schüssen schwer, daß der eine, Wollenweber aus Daaden, sofort tot war. Der Bergmann Schöb aus dem benach⸗ barten Derschen wurde im Gesicht so verbraumt, daß sein Augenlicht verloren gegangen ist. Die Zunahme der Unfälle im Bergbau dieses Revievs wird geradezu unheimlich.— Die Arbeiter Josef Böhmer aus Birken und Heinrich Alzer aus Katzenbach bei Kirchen waren am Schlackensandbora der Alfvedshütte in Wissen beschäf⸗ tigt, und zwar laut Sieg⸗Blätter in einem Stollen. Während der Arbeit stürzten einige 100 Kubilmeter Sandmassen ab und begruben die beiden Genammtem, die dadurch den Erf ickungstod erlitten. Seit wann ist es denn zulässig, in die als sehr gefährlich Schlarkenhalden Stollen zu treiben?
Von Nah und Fern.
„ Saubere Kriegslieferanten. In Sachsen wurde kürzlich vin höchster amtlicher Stelle in einer Mitteilung an die Pvesse scharf gerügt, daß die Fab vikanten und Verkäufer von Waren, die als Liebesgaben oder sonst für militärische Zwecke bestimmt sind, der Profitfucht häufig in der unverantwortlichsten Weise frönten. Ein krosser Fall solcher Apt wurde jetzt vor einem sächsischon Landgericht verhandelt. Ein Miihlenbesitzer und ein Mehl indler batten sich wegen Nahrung mittelfälschung und Verkau schter Nahrumgs⸗ lich große
bekannten
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mittel zu vevantworten. Ein Brotfabrikant Hatte te qa kengen Brot für die gefangenen Russen im Königsb zu liefern, alb mit dem 9 händler in Ges Sverbindung.
ch, vocht billiges Mehl zu besorgen, das der mitange⸗ Wie letzterer vor Gericht behauptete, habe gesogt,„das Mohl kann fressen allos“. Durch die Müllergesellen, die die Mehl⸗ enden
e, der ohne jeden Nährwert s allen Fällen das Produkt verschlechtere und auch gesumdhei sei 0
Isch schlecht.— Nach d rawie nahame wurden der Müller zu
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Mark Geldstrafe verurteilt. Ueber zu große Härte des Urteils brauchen sich die Verurteilten micht zu beklagen.. beiden in der Mühle Beschäftigten micht so gewissenhaft gewesen, dann wäre wahrscheinlich aus dem„Mehle“ Brot für die gefangenen Russen gebacken worden.
Narteinachrichten.
Das Jubiläum seines 25jährigen Bestehens 15 konnte am 16. Januar unser reußisches Parteiblatt, die Reußische Tribüne, begehen. Zuerst Kopfblatt des Erfurter Parteiorgans. erschien die Reußische Tribüne zweimal, vom 1. Mai 1890 bis 31. August 1892 dreimal wöchentlich, von da ab täglich. Vom 1. September 1892 bis 30. September 1906 wurde die Reußische Tribüne in einer Privatdruckerei hergestellt seit 1. Oktober 1906 in der in Gera errichteten Filiale der Leipziger Volkszeitung. g
Im ersten Jahrzehnt des Bestehens hatte das Blatt eine Reihe
schwerer Prozesse zu bestehen. Insgesamt sind bis jetzt gegen die 15
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