Ausgabe 
15.1.1915
 
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gewehre und 1 Scheinwerfer erbeutet. Eine glänzende Waffen⸗ tat unserer Truppen unter den Augen ihres allerhöchsten Kriegsherrn!

Die Gesamtbeute aus den Kämpfen des 12. und 13. Januar nordöstlich Soissons hat sich nach genauer Fest⸗ stellung erhöht auf 3150 Gefangene, 8 schwere Geschütze, 1 Revolverkanone, 6 Maschinengewehre und sonstiges Material.

Nordöstlich des Lagers von Chalons griffen die Franzosen gestern vor- und nachmittag mit starken Kräften östlich Perthes an. An einigen Stellen drangen sie in unsere Gräben ein, wurden aber durch kräftige Gegenstöße hinaus und unter schweren Verlusten in ihre Stellungen zurückgeworfen. Sie ließen 160 Gefangene in unseren Händen.

In den Argonnen und Vogesen nichts von Be⸗ deutung.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Südöstlich Gumbinnen und östlich Lötzen sind russische Angriffe abgeschlagen worden, wobei mehrere hundert Gefangene gemacht wurden.

Im nördlichen Polen ist die Lage unverändert.

b In Polen westlich der Weichsel wurden unsere Angriffe fortgesetzt.

Auf dem östlichen Pilica⸗Ufer ereignet sich nichts

Besonderes. Oberste Heersleitung.

Schrecken in England!

Unterseeboote in Sicht!

Amsterdam, 14. Jan.(Ctr. Blu.) Reuter meldet aus Dover: Gestern abend um ½12 Uhr sind zwei Kanonen⸗ schüssse in dem Hafen von Dover abgefeuert worden. Es soll ein feindliches Unterseeboot im Hafeneingang gesehen worden sein. Ein anderer englischer Bericht sagt: Gestern abend liefen hartnäckige Gerüchte um über die Anwesenheit von Unterseebooten im Kanal. Von verschiedenen Stellen der Küste aus sind heute morgen zwei feindliche Unterseeboote auf der Höhe von Dover gesehen worden. Die Batterien eröffneten das Feuer. Der Angriff wurde abgeschlagen. Weiter wird gemeldet, daß zweimal auf die Unterseeboote aus den schweren Kanonen der Zitadelle ge⸗ schossen worden sei. Der Angriff wurde im Dunkeln unter⸗ nonimen, aber die Scheinwerfer hatten die Anwesenheit der Unterseeboote festgestellt.

W. B. berichtet aus London: Der gestern nacht er⸗ folgte zweite Angriff deutscher Unterseeboote ist mißglückt. Das Feuer schwerer Geschütze verursachte einige Aufregung, aber man sah nichts. Die Wache meldete, daß ein deutsches Unterseeboot, welches gefeuert hatte, im Dunkel verschwunden war. Heute näherte sich ein zweites Unterseeboot dem Hafen, löste einige Schüsse, wurde aber von den Batterien vertrieben, ohne daß es etwas ausrichtete.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Alle feindlichen Angriffe gescheitert. Wien, 14. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: In Westgalizien und in Russisch⸗ Polen ist der gestrige Tag im allgemeinen ruhig verlaufen. An unserer festgefügten Front entlang der Nida scheiterten alle feindlichen Angriffe der letzten Tage. In den Ostkarpathen und in der südlichen Buko⸗ win a neuerdings unbedeutende Rekognoszierungsgefechte. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Felbmarschalleutnant.

Ein harter Schlag für Rußland.

Kein Waffenschmuggel über Schweden!

Stockholm, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Die hiesigen Abend⸗ blätter bringen die ersten Kommentare zu dem schwedischen Regierungsbeschluß, der den Waffenschmug⸗ gel nach Rußland endgültig unterbindet. Die Bedeutung der getroffenen Entscheidung liegt darin, daß Rußland nun der letzten Möglichkeit einer Waffemn⸗ zu fuhr aus dem Ausland beraubt ist. Afton⸗ bladet schreibt: Die Russen können die entstehenden Lücken in

ihren Kriegsvorräten infolge dieser schwedischen Maßnahme

nicht mehr aus England oder Amerika auffüllen. Unsfere Regierung wird sich alle denkbaren Folgen ihres Beschlusses klargemacht haben. Ihre Entscheidung steht in vollkommener Uebereinstimmung mit den Lebensinteressen Schwedens in diesem Weltkrieg. Wir begrüßen sie als Zeichen ihrer starken und zielbewußten Neutralitäts⸗ politik. In ähnlicher Weise äußert sich die konservative Nya Daglig Allehanda, die ferner folgendes ausführt: Ruß⸗ land war von aller Zufuhr von Kriegsmaterial abgeschlossen außer über Schweden. Hätten wir unter diesen besonderen

Umständen den Transithandel stillschweigend zugelassen, so

wären wir Rußlands Gehilfe geworden. Schweden

hat durch die nunmehr gefallene Entscheidung seine Stellung

e lung

klar und unparteiisch dokumentiert. Nicht e Form, sondern insbesondere in der Sa ch e.

Der Krieg im Orient. Die Türken in Täbris. Konstantinopel, 14 Jan.(Ctr. Frkft.) Die kürkischen Vortruppen rückten in Täbris ein. Die persische Bevöseß e empfing sie mit großer Begeisterung. Das türkische Hauptquartier teilt mit: Unsere Truphen rücken, unterstützt von persischen Kontingenten, beständig

in Aserbeidschan vor, um das Land von 1 e

Joche zu befreien. Sie haben dort einen neuen großen Er folg davongetragen, indem sie gestern Täbris Selmas, die beiden letzten russischen Stütz punkte in dieser Gegend, besetzt haben. Di Russen, welche die Absicht hatten, sich hartnäckig zu ver. leidigen, verließen in Unordnung diese beiden Orte. Eine Anzahl Meharisten, die einen Teil der englischen Besatzungs⸗ truppen in Aegypten gebildet haben, haben sich unserer

hut ergeben.

Ueber Petersburg kommt das russische Einge⸗ ständnis, daß die persi ische Bevölkerung dem türkischen Vorrücken keinen Widerstand entgegensetze. Von Djulfa sind 15000 Flüchtlinge in Eriwan angelangt. Türkische Vortruppen haben 2 Täbris besetzt.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 1 Verlag von Krumm& Cie., Gießen.

Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

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