Ausgabe 
15.1.1915
 
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bird im Pariser Journal mit dem

zussischen Niederlagen in Ostpreußen

. Wien, 14. Jan. eldet

len solle. 5 ellen erfolgen sollte, wäre Italien gezwungen, aus seiner 1. streng bewahrten Neutralität herauszu⸗ sreten.

0 ssentengruppen in Aussicht, Staat und für andere Zwecke in Anspruch genommen wird.

siuß man fsugemutet wird tlaubt! buch

deginn des Krieges über lestandes verloren.

. Wa den masurischen Seen.

e' Deutschen auf den masurischen Seen 1 8 z i epanzerte Motorboote als reger 1 95 i. Zusatz besproche ie D 1 16 59 75 Interesse daran, die wasarischen Seen an assterbar zu machen. Die engen Stellen zwischen dem Seen⸗

60 Prozent ihres Pferde-

febiet zusammen mit den Seenflächen felbst seien für eine Front

80 Werst eine fast uneinnehmbare Schranke.

3 Es tracht im Gebält!

openhagen, 14. Jan.(T. U.) Hier si ialisti⸗ ch e Abgeordnete der e offen, denen es gelungen ist, über Schweden aus Rußland u ent ko mmen. Sie entgingen dadurch ihrer Verhaftung den Berichten der Flüchtlinge ist zu entehmen, daß bisher llein in Petersburg seit Kriegsausbruch über 2009 olitische Verhaftungen erfolgt sind und daß die

fückbe förderung der Garderegimenter des

aren aus Polen nach Petersburg zu dem ausgesprochenen

zwecke des Schutzes des Kaiserhauses und der

erzeitigen Regierung erfolgt ist. Die großen und Polen sind in

zetersburg durch die Briefe der eingezogenen Soldaten be

annt geworden. Der Zar ist erkältet.

Kopenhagen, 14. Jan.(T. U.) Aus zuverlässiger Quelle ver⸗ hutet, daß der Zar seit der Rückkehr von der e sch 450 5 Erkältung leidet und das Bett hüten muß. Infolge⸗ sessen sind die Neujahrsempfänge bedeutend eingeschränkt.

Der Krieg im Orient. Die Kämpfe im Kaukasus.

Amsterdam, 14. Jan.(T. U.) Der Daily Telegraph ieldet aus Petersburg: Den Kämpfen im Kaukasus wird ier die größte Bedeutung beigelegt, größere 2 i chtigkeit als irgend einem anderen Vorgang auf dem driegsschauplatz. Die türkische Armee kämpft helden⸗ aft um Sarykamischs Es erscheine unklar, wo die Ver⸗ kär kungen herkämen, vielleicht aus Erzerum. Auf eden Fall sind sie da. Die Türken haben eine gute Stellung une. Die Kämpfe dauern seit drei Tagen mit ununter⸗ rochener Kraft an. Aus Petersburg wird verschiedenen Blättern über London be⸗ 5 die türkische Vorhut in Täbris einge⸗

t.

Italiens Neutralität gefährdet.

(T. U.) Das offiziöse Wiener Fremdenblatt

aus Konstantinopel: Nach sicheren Meldungen hat die

stalienische Regierung in London und Paris auf deplomatischem

Wege erklärt, daß sie nicht untätig bleiben könne, wenn twas gegen die Dardanellen unternommen wer⸗ Wenn nichtsdestoweniger eine Aktion gegen die Darda⸗

Den Engländern entwischt?

An Bord eines italienischen Dampfers sind laut Berl. Tagebl. e Genua 200 deutsche Reservisten aus Spanien ange⸗

jommen, die den Nachstellungen der feindlichen Schiffe glücklich ent⸗

angen sind. Die Reservisten wurden von dem deutschen Konsul

fach Deutschland weiter befördert.

Bayrische Bierpreiserhöhung? Aus München läßt sich das Berl. Tagebl. melden, eine Bier⸗ reiserhöhung sei in Bayern nach den Angaben der Inter⸗ weil die Gerste hauptsächlich vom

Ein Abtreibungsprozeß in Sicht.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft beim Landgericht 1 Berlin urden Mittwoch vormittag mehrere Berliner Frauen⸗ rzte, zum Teil mit großen Namen, sowie mehrere verheiratete nd unverheiratete Frauen, die meist den besten Gesellschaftskreisen

6 und einige Hebammen wegen Verletzung des 8 218

und Nachbargebiete.

essen a Gießen und Umgebung.

Gemeiner Schwindel. Es ist schon mehrfach in der

1 Presse die Rede von allerlei Schwindel gewesen, durch den lumme Defter schon wurde vor

geprellt werden. solchen Betrügern gewarnt, die Dummen werden aber bekanntlich nicht alle. Nebenbei treiben eber auch noch Muckersekten ihr Wesen, die es vielleicht nicht n erster Linie auf finanziellen Gewinn, sondern mehr auf

und abergläubische Menschen

Sirnverkleisterung der Menschheit abgesehen haben, worin

ahnehin schon von den verschiedensten Seiten und auf allen möglichen Gebieten Staunenswertes geleistet wird. Staunen nämlich darüber, was den Leuten alles zu glauben und was ein großer Teil auch wirklich Neben andern unheilvollen Folgen hat der Krieg die gehabt, daß bei manchen Leuten der gesund. Menschenverstand erschüttert oder etwas getrübt worden ist, 0 daß sie das unsinnigste Zeug glauben. Das machen sich atürlich die Schwindler zu Nutze. So wird uns aus dem Zogelsberg ein sogenannterHimmelsbrief zugeschickt, mit em ein Schwindler in Berlin Dumme zu fangen sucht. Das Ding ist mit der Schreibmaschine geschrieben; es wird zunächst uf eine Notiz der Verliner Morgenpost vom 9. Dezember ingewiesen, nach welcher viele deutsche SoldatenHimmels briefe tragen,die ihrem Träger Schild und Schutz gegen lle Fährnis des Leibes und der Seele bieten. Dann olgt dieses Reim⸗Gestotter: N Kein Waffen kann verwunden Kein Krankheit be⸗ allen, Jed Gefahr und Not Wunden und Not Bird siegreich bestanden! Heil und. gesund vom Unglück leibt der Träger des Himmelsbriefes. Zuletzt folgt die Hauptsache daß nämlich diese Himmelsbriefe gegen Ein⸗ endung von drei Mark und 30 Pfg. Nachnahme das Stück von H. L. Diegmann, Verlag, Pankow-Berlin. gersendet wird. Das ist also der Schwindler. Ob sich die Staatsanwaltschaft den Menschen nicht mal etwas genauer unsieht? ö Unsere Leser sollten, wo sie einem derartigen Schwindel

Schaden bewahrt bleiben. Daß es heute noch solche gibt, daran trägt die Schule auch einen Teil der Schuld.

Offenhalten der Apotheken an Sonn⸗ und Feiertagen. Von nächsten Sonntag ab ist von 3 Uhr nachmittags an die Nacht hindurch nur noch eine Apotheke geöffnet, während früher alle nachts Rezepte anfertigten. Bis 3 Uhr nach⸗ mittags sind sämtliche geöffnet, welche den Nachtdienst hat, wird regelmäßig bekannt gegeben. Nächsten Sonntag ist es die Pelikan⸗ Apotheke.

Veranstaltung imSoldatenheim. Uns wird ge⸗ schrieben: Im Gießener Soldatenheim(Café Ebel, Burggraben, Eingang von der Marktgasse aus) wird am nächsten Samstag, den 16. d. M., um Uhr eine Nach⸗ mittagsvorstellung stattfinden. Außer musikali⸗ schen Darbietungen werden ernste und heitere Dichtungen seitens der Herren Göttig und Holcker zum Vortrag kommen. Alle Verwundeten und Kranken der Gießener Lazarette, aber auch alle Angehörigen der Gießener Garni son sind hierzu freundlich eingeladen.

Kriegsauskunftsstelle für Arbeiter⸗ und Angestelltenversiche⸗ rung bei ber Landes versicherungsanstalt in Darmstadt. Wie schon vor einiger Zeit bekannt gegeben wurde, hat der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen in seinem Verwaltungs⸗ gebäude in Darmstadt, Wilhelminenstraße 34, eine Kriegsauskunfts⸗ stelle für Arbeiter⸗ und Angestelltenversicherung eingerichtet. Der Vorstand ist bereit, allen im Großherzogtum Hessen wohnenden Kriegsteilnehmern sowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen kostenlos mündlich und schriftlich Auskunft in allen Angelegen⸗ heiten der Arbeiter⸗(RNranken⸗, Unfall⸗, Invaliden⸗ und Hinter⸗ bliebenenversicherung) und Angestelltenversicherung zu, erteilen. Schriftliche Anfragen wolle man an den Vorstand der Landesver⸗ sicherungsanstalt Großh. Hessen in Darmstadt, Wilhelminen⸗ straße 34, richten. Wir machen auf diese Einrichtung, von der bereits sehr Gebrauch gemacht wird, wiederholt aufmerksam und empfehlen deren Benutzung.

Die organisterten Bäcker und die Bäckereij⸗Verordnung. Die Bäcker⸗ und Konditoren⸗Zeitung, das Organ des Deutschen Bäckerverbandes, macht zu der Bäckerei⸗Verordnung längere Aus⸗ führungen. Aus diesen ist folgendes hervorzuheben: Die Bäcker hätten gewünscht, daß dieses Verbot der Nachtarbeit nicht so plötzlich gekommen wäre, sondern eine gewisse Uebergangszeit in die neuen Verhältnisse zugelassen worden wäre. Aber es scheint, daß die Reichsregierung dieses Verbot der Nachtarbeit zur Streckung der Getreidevorräte und dabei besonders des Weizens für unbedingt notwendig gehalten hat und damit erzielen will, daß der Verbrauch von kleinem Weißgebäck in der 0 ganz bedeutend eingeschränkt werden soll; daß ferner größeres Weizen⸗ gebäck(über 100 Gramm Gewicht) überhaupt nicht mehr herge⸗ stellt werden soll: und daß alles Roggenbrot erst 24 Stunden nach seiner Herstellung, also mindestens einen Tag alt, zum Verbrauche kommen soll.

Durch das Verbot der Nachtarbeit gan abends 7 und morgens 7 Uhr) wird unzweifelhaft erreicht, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung auf den Genuß des kleinen eiß⸗ gebäcks verzichten wird, denn wenn die Bevölkerung dasselbe nur in altem Zustande(abends hergestellt und am anderen Morgen zum Verkauf geboten) zum Genusse bekommen könnte, wird ste zum größten Teile auf diesen Genuß verzichten.

Vielleicht wird dann die Bevölkerung etwas mehr zum Nach⸗ mittags⸗Kaffee von dem dann eventuell frisch zum Verkaufe kom⸗ mendem kleinen Weißgebäck konsumieren.

Durch das Verbot der Nachtarbeit werden die meisten Groß⸗ betriebe, die in der Hauptsache für die Versorgung der Be⸗ völkerung mit Brot in Frage kommen, ihre Betriebe und Be⸗ triebsmittel(Backöfen und Maschinen) nicht mehr wie bisher täg⸗ lich 24, sondern nur noch 12 Stunden ausnutzen können. Es wird deshalb zunächst auch ein empfindlicher Mangel an Brot eintreten, der sich aber bald wieder beheben dürfte, indem die Kleinbäckerelen wieder zur Herstellung des Brotes in größerem Maße als bisher anstelle des bisher hergestellten Weißgebäcks übergehen, außerdem viele Großbetriebe die Zahl ihrer Backöfen vermehren werden, um größere Quanten Brot herzustellen.

Diese bedeutsamen Veränderungen bringen zunächst eine arößere Arbeitslosigkeit unter den Bäckereiarbeltern mit sich, aber aus oben angedenteten Gründen dürfte bald wieder ein Ausgleich geschaffen und diese vorübergehende Arbeitslosiakest vermindert werden. Auch die bedauerlicher Weise eintretende Ar⸗ beitslostakeit so vieler Brotausträger und ⸗Trägerinnen dürfte bald weniger in die Erscheinung treten, weil auch hier sich ein Ausgleich einstellen wird.

Die organfsierten Bäckereiarbeiter werden alles daran setzen, was in ihren Kräften steht, daß größere Schäden der Versorgung der Bevölkerung mit dem notwendiasten Nahrungsmittel ver⸗ mieden werden. Nun sie aber so plötzlich ihre so alte und be⸗ recktjate ForderungBeseitjaung der Nachtarbeit durch die Ver⸗ ordnung erfüllt bekommen haben, werden sie auch alles daran seten, daß dieselhe vollständia durchgeführt wird und dann auch als dauernde Einrichtung erhalten bleibt.

Der Großbetrieb in der Bäckerei. Um die schnell wachsende Bevölkerung mit Brot zu verseben, ist in der Bäckerei eine Wand⸗ lung zum Großbetrieb eingetreten. Mam findet in Volkswirtschafts⸗ kreisen vielfach die Auffassymg, daß die einfachen Kleinbetriebe beute aufterstande seien, die gensscende Brotmenge für die Großstadk⸗ bevölkerung zu schaffen. Die Bindesratsverordpumng greift in diese Großbetriebe tief ein und es wird sich zeigen, ob diese sich den ge⸗ forderten Verhältnissen ameywassen und dabei doch ihre Aufgabe als Brotlieseranten zu erfüllen vermögen. Der Konsumvevein Leipzig⸗Plagwitz prodysierte im Jahre 1913/ö14 550 191 Stick 4⸗Kilogrammm⸗Brote und 7020 114 Stück 2⸗Kilograrpan-Brote, das ist von der ersten Sorte, das Fahr zu 300 Arbeitstagen ge⸗ rechnet, pro Tag 1834 S'ück, von der zweiten Sarte pro Tag 23 400 Stück. Außerdem wurden obye größere Weißibvole und Kuchen 34 Millionen Weißgebäck. 2 Stück a 5 Pfg. hergestellt. Der seit 1866 besteßende Konsumverein in Breslau, der nabe an 40 Back⸗ öfen im Betriebe hat, auch nur 8 Stunden pro Tag seine Arbeiter arbeiten läßt und gar kein Wesßgabäck herstellt, ist noch stärfer in seiner Brotproduktion. Im Nohre 1913 produszerte er 22867 846 Kilogramm Schwarebrot, das ist pro Tog. das Jahr zu 300 Arbeits⸗ tagen, 76 223 Kilogramm oder 1524,76 Zentner.

Alle Schriftstücke und Beweise aufbewahren! In jetziger Zeit ist es von größter Wichtigkeit schrieb dieser Tage die Frankf. Ztg., daß alles das, was an einem umserer Krieger oder über ihn oder von ihm geschrieben wird. sorgfältig aufbewahrt wird Nicht nur als teure Erinnerung, sondern unter dem Gesichtspunkte, daß solche Schriftstsicke möglicherweise einmal als Ergängungen zu amtlichen Feststellungen des Verbleibs von Vermißten oder Ver⸗ wundeten oder Gefallenen von größter Bedeutung werden können. Wer je in amtlichen Auskunftsstellen Gelegenheit hatte zu beob⸗ achten, wie wenig sorgfältia Nochrichten aus dem Felde, z. B. Briese oder Postkarten von Truppen, Feldwebeln, Kameraden, die den Tod eines Kriegers den Angebörigen mitteilen, von diesen natür⸗ lich aus Unkenntnis der Folgen behandelt werden: wie diese Schriftstlicke verknittert, verwischt, beschrieben werden: wie mam sie andern Händen anvertraut, sie mit der Post versendet, ins Feld, vielleicht auf Nimmerwiedersehen der fühlt sich zu der ernsten Mahmung verpflichtet:.

Bewahrt wie ein Kleinod alles, was ihr von solchen Schrift⸗ stücken erhaltet Macht euch Abschriften, oder laßt euch solche fertigen, vergeßt dabei nscht scheinbar unwichtige Kleinigkeiten, wie Stempel und Aufschrift, und sorgt womöglich für eine amtliche Beglaubigung der Abschriften. Gebt die Urschriften nicht ohne Not weg ste

auf die Spur kommen, mit dazu beitragen, daß solche geistig Arme, die etwa darauf hereinfallen wanen.

andere stellt die Namen der Mitteeiler sest, schreibt es auf und laßt die Betressenden es unterzeichnen, wenn es geht. Und hütet das alles getreu und mit Liebe. f 0 Aus einem französischen Gefangenenlager. Ein Feldwebel Bauer schreibt aus dem Gefangenenlager von Camp de Cos tguiden(Wesifrankreich) an die Köln. Volksgztg.: Vor allem hervscht hier kein Rauchverbot, es werden im Gegenteil jetzt auch Sendungen von Tabak, Zigarren usw. aus Deutschland am⸗ standslos ausgefolgt, nur keine Streichhölzer. Die Postverbindung mit der Heimat ist eine vegelmäßige geworden, so daß täglich etwa 300 Pabete und etwa 1000 bis 1500 Karten oder Briefe hier am⸗ kommen und jeden Tag etwa 350 Karten und 50 Briefe hier ab⸗ gehen. Jeder Gefangene hat die Erlaubnis, je eine Karte in der Woche zu schreiben; oft werden, wenn nötig, auch mehr erlaubt, und in besonderen Fällen auch Briefe. Die Feldwebel dürfen, Briefe schreiben, während den Kompagn hrern(Feldwobeln), welche die beinahe selbständige Führung ihver Kompagnien übertragen ist und welche für ihre Leute bie Verantwortung tragen, auch den Verkehr mit der Kommandantur vermitteln zu jeder Zeit gestattet ist, Briefe zu schreiben. Geld aus Geldsendungen werden jeden Tag aus⸗ bezahlt, und zwar sollen die Gefangenen 25 Franken die Woche aus⸗ bezahlt erhalten. Die Ernährung geschieht in drei Küchen durch die Gefangenen selbst, und zwar erhalten sie morgens Kaffee und mittags sowie abends je eine Suppe, worin sich Fleisch und Kar⸗ toffeln, auch Reis befindet; dazu ein halbes Brot gleich 375 Gramm den Tag. Bis zum 10. Dezember erhielten die Gefangenen eine

Löhnung von 5 Pfg. pro Tag, jedoch für geleistete Arbeit keine Ver⸗ gütung. Jetzt gibt es keine Löhnung mehr, seitdem bekannt ge⸗

worden ist, daß die Gefangenen im Deutschland trotz der Genfer Vereinbarung keine Löhnung erhalten; dafür werden nun die⸗ jenigen Gefangenen, wolche bei Unternehmern oder für die fvanzöst⸗ 0 sche Armee beschäftigt werden, mit 20 Pfg. pro Tag bezahlt. Die Arbeit ist nicht zu schwer, auch nicht für diefenigen welche in dem Steinbrüchen arbeiten. Holzwpantoffoln sind fast für joden Mann und Hemden in großer Anzahl für die Bedürftigen ausgegeben worden. Die Behandlung ist durchweg gut. Das einzig Unan⸗ genehme ist, hervorgerufen durch die immerwährenden Regengüsse der letzten Wochen, der aus Lehn bestehende durchweichte Boden, wogegen man aber machtlos ist. Im allgemeinen ist die framzösi⸗ sch Regterung bemüht, uns das Leben so erträglich wie möglich zu machen, und geht uns in jeder Weise an die Hand, um die Ver⸗ bindung mit unseren Lieben in der Heimat zu erleichtern und immer mehr zu verbessern. Dies gilt auch ganz besonders für die

for schuwelche von dem Roten Kreuz und auch direkt einlaufen. Mit diesen Nachforschungen ist spoziell ein Feldwebelleutnant be⸗ auftragt, welcher täglich durchschnittlich 10 bis 20 Anfragen zu beantworten hat..

Wenns überall so it, muß man zufrieden sein..

Der liebe Gott in Verlegenheit. Norbert Jacques schil⸗ dert in der Fruft. Zig. seine Reise durch Frankreich während der gegenwärtigen Kriegszeit. Wir lesen da: 80

Ich Kung in Dijon an einem Sonntagmorgen ins Hoch⸗

amt der Kathedrale des Hl. Benignus. Der Bischof saß unter seinem Baldachin, groß, mit einem stolzen bürgerlichen Kopf, wie ste die gotischen Heiligen haben, und dann ging ein Geistlicher auf die Kanzel und las das Wochenprogramm der Kirchen von Dion. Mehrmals hieß es: Gebete und Messen sür die Belgier. Eine Nummer des Prograumms aber lautete:St. Jean, am Mittwoch ie die militärische und kommerzielle Niederlage Deutsch⸗ ands.

In Deutschland wird der liebe Gott natürlich eifrig ange

Te in umgekehrtem Simme zu verfahren, und Franzosen, Russen, ngländern und sämtlichen Hilssvölkern einemikitärische und kom⸗ merzielle Niederlccge zu bereiten. Der Herrgott hat es nicht leicht, es allen Nationen recht zu machen.

Verfehlte Spekulation. Aus Marburg wird berichtet: Die Karloffelkrise drohte in Marburg im Monat Oktober v. J. einen ernsthaften Charakter angunehmen. Fir Geld und gute Worte waren keine Kartoffeln von den Bauern und Händlern zu erhalten. Der Magistrat sah sich daher veransaßt, einen Höchswreis von 3.50 Mark festzusetzen. Die Fosge war, das keine Kartoffeln zum Ver⸗ kaufe feilgehalten wurden. Der Magistrat nahm die Versorgung der Stadt mit Kartoffeln dann selbst in die Hand. Anerkannt muß werden, daß trotz aller Schwserigfeiten der V erkauf durch die Stadt gelungen ist. Die Händler erklärten öffentlich, daß sie keine Kartoffeln beschaffen könnten. Da mum ingwischen alle Haus⸗ haltungen versorgt sind, rücken eingelne Händler so nach und nech mit dem Angebot von Kartoffeln heraus. Um die Sache etwas schmackhafter zu machen, schsitzt man Platzmangel vor. Sollten ssch die Herrschaften diesmal nicht verrechnet haben?

Der Kommandeur des Landsturm⸗Bataillons Gießen, Herr Oberst Chalons, ist, wie wir hören, von hier versetzt worden. 5

Stadttheater. Nochmals sei in letzter Stunde auf den heutigenVaterländischen Abend in Ernst und Scherz von Prof. Marcell Salzer hirgewidsen, der nach den auswärtigen Berichten gang besonderen Genuß verspricht. 0

Watzenborn⸗Steinberg. Aus unserm Orte hat der Krieg schon verkältnismäßsg viele Opfer gefordert. Bis jetzt werden im ganzen 13 Mann Gefallene gezählt, worumter sich natürlich eine Angahl Familienväter befinden. 5 5

Alten⸗Buseck, Seit Boginn des Krieges sind von hier 99 Mann zum Kriegsdienst eingezogen. Davon sind bis fetzt fieben Mann gefallen und einer ist in Frankreich an einer Kranbheit gestorben. Drei sind schon seit längerer Zeit vermißt, fünf erkrank⸗ ten im Felde und 19 wurden verwundet. Von Letzteren befindet sich wieder eine Ansahl nach erfolgter Heilung im Felde.

Frankfurter Viehmarkt. Auftrieb: 136 Rinder, 10 Ochsen, 128 Kühe, 851 Kälber, 316 Schafe, 1256 Schweine. Geschäft bei Kälbern flau, bei Schafen rege, Schweinen gedrlickt, bleibt Ueberstand.

Kreis Wes sar. In dem Wetzlarer Gefangenenlager sind fetzt 6400 Gefangene

(fast nur Franzosen) untergebvocht. In Hohensolms wurden vor einigen Tagen zwei belgische Zirilüsten festgen amen. die e Nee

0 5 Gießener Gefangenenlager entflohen waren. Sie wur

nach Gießen zurückgebracht.

Telegramme. Tagesbericht des Großen Hauptquartiers.

Eine glänzende W'e ffentat im Wesien. In Polen vorwärts. W. B. Großes Hauptquartier, 14. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz:

In den Dünen bei Nieuport und südöstlich Npern Artilleriekümpfe. Besonders starkes Feuer richtete der Feind auf Westende⸗Bad, das er bald gänzlich zerstört haben wird. Feindliche Torpedoboote verschwanden, sobald sie Feuer erhielten.

In Fortsetzung des Angriffs vom 12. Januar nordöstlich Soissons griffen unsere Truppen erneut bei den Höhen von Vreguy an und fäuberten auch diese Hochfläche vom Feinde. Im strömenden Regen und tief aufgeweichtem Lehm⸗ boden wurde bis in die Dunkelheit Graben auf Graben im Sturme genommen und der Feind bis an den Rand der Hoch- fläche zurückgetrieben. 14 französische Offiziere und 1130

können verloren gehen, und damit Beweisstslcke von unschätzbarem Wert. Und was ihr mündlich ersehrt durch Kameredan und

Mann wurden gefangen genommen, 4 Geschütze, 4 Maschinen⸗