Ausgabe 
15.1.1915
 
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mehrere tausend Tonnen Lebensmittel au Bord. Für die Waren, die auf der englischen Konterbandeliste stehen, hat die norwegische Regierung die nötige Gavantieerklärung abgegeben. Das Auf⸗ bringen des Schiffes erscheint daher merkwürdig.

In dem norwegischen Regierungsbericht über den Zustand des Handes wird Ab bestätigt, daß die englische Regie⸗ rung zwei Panzerschiffe, die Norwegen in England be⸗ stellt hatte, mit Beschlag belegt hat.

Neutrales aus Amerika.

In dem Brief eines in Newyork lebenden Deutschen, den das Hamb. Fremdenbl. veröffentlicht, heißt es:.. Hoffent⸗ lich geht Deutschland als Sieger aus dem furchtbaren Ringen hervor, und zwar recht bald, bevor all das Kriegsmaterial fertig ist, das hier für die Alliierten gebaut wird. Die Neu⸗ tralität unserer demokratischen Regierung ist eine Schande für die ganze Nation. Für viele hundert Millionen Dollar werden hier Getreide, Schuhe, Wollsachen, Pferde, Gewehre und Munition an die Engländer und Franzosen verkauft. Schwab(der Leiter der Carnegie-Werke) allein hat Aufträge für über hundert Millionen Dollar für Unterseeboote und anderes Kriegsmaterial. Allerdings darf er sie nicht hier bauen, aber mit amerikanischem Geld und Arbeitern in Kanada. Wenn aber ein Schiff mit Petroleum geladen wird für Deutschland, darf es nicht abfahren, und was hilft da alles Protestieren der hiesigen Deutschen und Irländer, die fast alle auf Seite Deutschlands sind. Unser einziger Trost ist, daß wir es die Herren bei der nächsten Wahl fühlen lassen und daß Deutschland nach dem Krieg die Gesellschaft so be⸗ handelt wie sie es verdient.

Die Ueberlebenden vom Falklands⸗Seekampf

Berlin, 13. Jan.(Ctr. Bln.) Im Reichsmarineamt ist jetzt die Liste der Geretteten von unserem ostastatischen Kreuzergeschwader, das bes den Falklands⸗Inseln vernichtet wurde, einge⸗ troffen. Danach wurde von dem FlaggschiffScharnhorst nie⸗ mand gerettet. Von dem PanzerkreuzerGneisenau sind ge⸗ rettet 17 Offiziere und 171 Deckoffiiere, Unteroffiziere und Mann⸗ schaften: von dem Kleinen KreuzerNürnberg: kein Offigier, 7 Unteroffiziere und Mannschaften, von dem Kleinen KreuzerLeip⸗ zig: 4 Offiziere und 15 Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mamm⸗ schaften. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich die Zahl der Geretteten um den einen oder anderen noch vermehrt. Von den beiden Begleit⸗ schiffen des Geschwaders, derBaden und derSanta Isabella, 15 die gesamten Besatzungen gerettet; die Namen liegen jedoch noch nicht vor.

Tagung des imternationalen Friedensbureaus.

Bern, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Der Ausschuß des inter. nationalen Friedensbureaus hielt hier eine Tagung ab, auf der fast alle neutralen und kriegführenden Staaten vertreten waren. In einem Arbeitsprogramm wurden die Grund sätze festgelgt, auf denen sich nach der Auffassung der Pazifisten der zukünftige Friede gründen müsse, wenn er von Dauer sein solle. Alle Friedensvereine wurden eingeladen, dieses Programm zu unterstützen. Alle internationalen Organisationen sowie die Intellektuellen aller Länder werden ebenfalls um ihre Mitarbeit ersucht. Diese Kundgebungen sollen unverzüglich veröffentlicht werden. Ein Vorschlag, den Bundesrat einzuladen, die Initiative zu einer Friedens intervention der Neutralen zu ergreifen, wurde verschoben.

Generalstreik in Horkshire!

Die Morning Post meldet, daß eine Versammlung der Berg⸗ arbeiter der 7717775 von Porkshire einstimmig beschlossen habe, zum Generalstreik zu schreiten, wenn nicht eine be⸗ stimmte Lohnerhöhung, die allen zugestanden worden war, eingeführt würde. Ungefähr 50 000 Mann würden alsdann in den Streik ein⸗ treten. Ein Beschluß darüber wird in den nächsten Tagen gefaßt

werden. Ein Interview mit Vandervelde

veröffentlicht der frühere Londoner Korrespondent einiger deutscher Parteiblätter, M. Beer, im Daily Chronicle. Vandervelde, der bekanntlich Vorsitzender des Internationalen Sozialistischen Bureaus war, sagte da u. a.:

Die durch den Krieg geschaffene Lage ist voll der größten Schwierigkeiten; der sicherste Weg für uns ist, nach bestem Wissen und Können der Sache der natio⸗

Freiheit gerecht zu werden. So werden wir auch den Inter⸗ essen des internationalen Sozialismus dienen. Ich glaube, daß dieser Krieg zu einer internationalen Schlichtung führen wird, die den nationalen Eifersüchteleien und Bedrückungen ein Ende machen und damit der gegenseitigen Achtung und freien Entwicklung der Völker den Weg ebnen wird. Das ist wenigstens der Wunsch und der Leitstern der demokratischen Elemente im Dreiverband. Ueber die voraussichtlichen Wirkungen des Krieges auf den Sozialismus äußerte sich Vandervelde folgender⸗ maßen:Die Frage ist schwer zu beantworten. Soweit Belgien in Betracht kommt, bin ich sicher, daß wir vorwärts⸗ gehen werden. Die kräftige Verteidigung, die unsere Ar⸗ beiter und Sozialisten geleistet haben, hat sehr viele Vor⸗ urteile gegen den Sozialismus entwaffnet. Selbst die Konservativen unter den Belgiern mußten jetzt einsehen, daß Sozialismus nicht gleichbedeutend mit Landesverrat ist. Ich sprach in den Schützengräben zu unseren Soldaten und forderte sie auf, ihre Pflicht als Sozialisten wie als Bürger zu tun, als Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit und die nationale Freiheit. Und wenn das Resultat des Krieges die Diskreditierung des Militaris⸗ mus sein wird, dann wird er sicherlich eines der Hindernisse weggeräumt haben, die dem sozialistischen Fortschritt im Wege stehen. Schwedisches Verbot für Waffenschmuggel nach Rußland.

Das in nuher Berührung mit offiziellen Kreisen stehende Stock⸗ holmer Dagblad erfährt nach der Frankft. Zig. daß die schwedische Regierung den von russischer Seite geplanten Waffenschmuggel über Narwik, Boden und Karungi nicht zulassen wird. In diesem Sinne ist eine vom 9. Jannar datierte Verordnung erlassen worden, die unter Berufung auf das Ausfuhrverbot vom 22. August und vom 9. Oktober 1914 nun auch die Durchfuhr von fertigem, wie unbear⸗ beitetem Kriegsmaterial und anderen zu Kriegszwecken dienlichen Gegenständen, wie Motorräder, untersagt. Diese energische Maß⸗ nahme erweckt in allen schwedischen Kreisen Zufriedenheit, weil man in ihr das Bestreben der Regierung erkennt, sich ernsthaft für ihre Neutralitätspolitik einzusetzen.

Ein kräftiges Wort. Der Vorsitzende des Staats⸗ und Gemeindearbeiter-Ver⸗ bandes, Genosse Heckmann, schreibt irgendwo aus dem Westen vom Schützengraben her an den Redakteur des Verbands⸗ organs:

Deinen im Schreiben vom 9. 12. 14 entwickelten Ansichten kann ich mich im allgemeinen anschließen, besonders die Not⸗ wendigkeit der Bewilligung der Kriegskredite scheint mir schlagend dargetan. Was mich aber ein wenig wundert, ist die Tatsache, daß Ihr Euch mit solchen Beweisen überhaupt abquälen müßt! Vielleicht denken und empfinden wir, die wir im Felde stehen, eim wenig anders als ge⸗ wisse Maulhelden und Prahlhänse, die mit fein geputzten Stiefeln daheim hinter dem Schreibtisch fitzen und das Bedürfnis empfinden, der staunenden Mit⸗ und Nachwelt ihre verschrobenen Ideen mit großartiger Pose vorzutragen, damit ihre werte Person Ia icht vergessen werde. Gewiß haben wir den Krieg icht gewollt, aber nun er eimnal gegen unseren Wil⸗ en daist, können wir nicht mit den Händen in den Hosen⸗

taschen zufehen, als ob uns die Sache nichts anginge, son⸗

dern wir müssen alles tun, um in dem uns aufgezwungenen Kampf

Sieger zu bleiben! Wer das unsägliche Elend der Be⸗

völkerung in den Gebieten kennt, in denen der Krieg tobt

(von dem oft unersetzlichen Verlust materieller Güter ganz abge⸗

sehen), der bedarf keiner weiteren Gründe mehr für die Be⸗

willigung der Kriegskredite, denn er müßte ein Narr sein oder noch Schlimmeres, wenn er nicht alles auf⸗ böte, die Schrecken des Krieges möglichst von unseren

Grenzen fernzuhalten. Schließlich steht das Wohler⸗

gehen umseres eigenen Volkes und damit auch der Ar⸗

beiter höher als die Träume unverbesserlicher

Träumer. Vielleicht setzen wir uns nach dem Kriege

einmal mit den Leutey auseinander, jetzt wäre das

unnötige Zeitverschwendung. 5

Es ist unsere feste Ueberzeugung, daß so ähnlich die drei viertelmillion organisierten Parteigenossen denken, die im Schützengraben liegen. Sie sehnen den Frieden herbei, wie übrigens alle Kriegsteilnehmer, sie leiden schwer unter den Strapazen und Entbehrungen des Feldzuges, besonders jetzt

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durch die Bilder des Grauens und der Verwüstung, die Krieg und besonders den gegenwärtigen Maschinenkrieg gleiten, aber es ist ihnen selbstverständlich, daß Deutschland geschlossen zusammenhalten muß, bis die Gefahr, die der Krieg über alle Glieder des deutschen Volkes, namentlich auch über die Arbeiter bringt, abgewendet ist. Möge diese An schauungsweise von denen, die es angeht, gewissenhaft b

achtet werden!

Was der Jugend fehlt. 1 Wir lesen in unserem Kölner Parteiblatt, der Rheinischen Zeitung: 1 In einer großen rheimsschen Stadt wurde die seit einggen Wochen übende neue Jugendwehr an einem Sonntag im Dezem⸗ ber zu einer Besichtigung befohlen. An der Spitze eines Stabes von Offizieren ließ sich ein General die Leistungen der Jung⸗ mammschaften vorführen. Beim Abschreiten der Front fielen il eine Anzahl körperlich noch unentwickelter junger Leute auf, ihm noch nicht das vorgeschribene Mindestalter(16. Lebensjahr zu haben schienen. Der General war etwas erstaunt, als er er-

fuhr, daß sie alle das 16. Lebensjahr schon vollendet hätten. Er wandte sich an seine Umgebung mit den Worten:Sehen Sie, meine Herren, das sind die Ergebnisse unserer heutigen Schulen und der langen Arbeitszeit in den Bureaus, den Kontoren, den Werkstätten, den Fabriken. Die jungen Leute werden im Wachs⸗ tum gehindert. 1 9 Wir freuen uns, Sr. Exzellenzz vollkommen zustimmen zu können. Wir unterschätzen den Wert der körperlichen Aus⸗ bildung der Jugend durch Turnen und andere Uebungen keineswegs. Aber wer die Großstadtjugend vor geistiger und körperlicher Verkümmerung bewahren will, muß dafür sorgen, daß nicht die 14jährigen eine nahezu ebenso lange Arbeitszeit bekommen wie die Erwachsenen, sondern jeden Tag ausgiebig weiteren wissenschaftlichen und beruflichen Unterricht und körperliche Ausbildung erfahren. Das kann natürlich nur bei einer weitgehenden Herabsetzung der Ar⸗ beitszeit der Jugendlichen durchgeführt werden. Wir sind überzeugt, daß jeder, der sich ein Jahr lang ernsthaft der Jugendpflege widmet, zu dieser Einsicht kommen muß, die z. B. auch von dem ganz rechtsstehenden Richard Nor d⸗ hausen vertreten wird. Hoffentlich helfen nach dem Frieden gerade die Militärs mit, das durchzusetzen, was zur Erhaltung der deutschen Wehrkraft unerläßlich ist. i

Die Cholera in Deutschland erloschen. Die Cholera ist im neuen Jahre bei der einheimischen Bevöl⸗ kerung vollständig erloschen. In der Woche vom 3. bis 9. Januar sind nach einer Mitteilung des Kaiserlichen Gesundheitsamts in Rosonberg im Regierungsbezirk Oppeln eine Erkrankung bei einem österreichischen Militärarbeiter umd eine Erkrankung in Torgau im Regierungsbezirk Merseburg bei einem deutschen Soldaten fest⸗ gestellt worden, der in einem Lazarett eingeliefert worden war. Außerdem sind einige Cholergerkrankungen unter russischen Krie gefangenen in den Regierungsbezirken Marienwerder, Stettin, Kös⸗ lin, Bromberg, Oppeln, Merseburg und Hannover in den Gefange⸗ nenlagern vorgekommen g

Wichtiger Fortschritt im Westen. Der Nieuwe Rotterdamsche Courant führt in einer Uebersicht über die militärische Lage aus, daß die Deutschen,

salienist Wege er Etwas Hen soll. gellen e hishe retet

nachdem sie in den Argonnen die Römerstraße erreicht haben, k 90 neben den Erfolgen von Soissons einen wichtigen Fort⸗ mmen, schritt zu verzeichnen haben. Die Zeitung kommt nach Langen einer militärischen Erörterung zu dem Schluß, daß die duch Dei Deutschen zwischen Aisne und Aire einen Keil von zirka

10 Kilometern in die französische Front getrieben haben Aus und der Kreis um Verdun damit bis zur Hälfte geschlossen ite sei, während südlich von St. Mihiel die nördliche Krümmung Saat u

in der französischen Front von den Deutschen abgeflacht wor⸗

den sei. Englisch⸗französische Abwehr. g Die Tijd meldet aus Sluis, daß in den letzten Wochen in aller Stille größere englische Truppenmassen in den französischen Küstenstädten gelandet und nach der Küste transportiert wurden. In London wird ein Spezialkorps zur Abwehr von Luftangriffen organisiert. Bis jetzt sollen diesem Korps 800 Offiziere und 1 0 Mannschaften einverleibt worden sein. 9

Auf burden fr 3 t 0 b d unr ungehör Etr.⸗G.

nalen und internationalen Gerechtigkeit und sin den tropfenden Unterständen, ihre Seele ist schmerzbewegt Die französische Armee hat nach neueren Angaben seit 1 0 2 graz billig und recht, wenn du Ersatz begehrst, nehme also das Ge-] Glaubens sind, in einigen Stunden alles umsonst haben zu 1 9

Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. 159

Es ist eine Schande! rief einer der Kaufleute, der eben hereintrat,ein solcher Tag ist noch nicht dagewesen. Ist das ein Markt, wo man kein Schreien, kein Lachen, keine Lustig⸗ keit und keine Betrunkenen hört und sieht, wenn es Mittag werden will? Im vorigen Jahre lagen sie an der Kirche dort in ganzen Reihen. Die Geiker saßen im Kreise, brüllten, bis sie umfielen und fortgeschleppt wurden, und mancher von den armen Inselleuten und Kolonisten kaufte ein fettes Tier für einen Spezies, einen Pelz für die Hälfte, eine Mütze für acht Schillinge und ein paar prächtige Komager für einen frischen Schluck. Heut stehen die Schufte und grinsen uns an, ver schlingen unsere Waren mit den Augen, als wollten sie dam't fortfliegen, mögen aber selbst nichts hergeben, denn für bares Geld und hohen Preis. Ich kann es den Männern nicht verdenken, die in ihrer Wut über ein Paar der höhnen 105 Schelme hergefallen sind und sie ordentlich abgedroschen haben.

Jetzt trat auch Helgestad herein, aber der grimmige große Mann hatte mehr Hohn in seinem Gesicht als Aerger Ist richtig kalkuliert, sagte er,wird uns aber nichts helfen. Sind verstockte Geschöpfe, die auch durch Prügel nichts besser werden. Müssen Geduld haben mit ihnen, wer den zum Einsehen kommen, ehe es Abend wird. Geht jetzt hinaus ihr Mädchen, fuhr er fort, indem er sich zu der Ge sellschaft wandte.Helft den Markt lebendig machen und begleitet Ilda, die Paul Petersen erwartet. Will ihr ein Hochzeitsgeschenk kaufen, das beste, was er finden kann. Helft suchen, wo das schönste Mäntelchen von Federn zu haben ist. Trefft vielleicht den lustigen Mortuno, hat der Schelin sonst immer gute Sachen. Er legte auf Hannas Schulter eine seiner mächtigen Hände und grinste sie an.Bist wire im Sinn, rief er,weil dein Schatz ausbleibt? Sollst dich

schenk auf mich. Wähle, was du willst, kaufe, was dein Herz begehrt, komm dann und hole Geld und laß es nicht wenig sein. Bist Niels Helgestads Schwiegerkind, muß Ilda selbst dir weichen.

Das Erstaunen war nicht gering, als der genaue Han⸗ delsmann trotz des schlechten Marktes zu möglichst vielem Geldausgaben aufforderte. Aber er war ja der Reichste im Lande, und Fandrems Tochter brachte ihm gefüllte Kasten in sein gefülltes Haus. Die jungen Mädchen beneideten ihre Freundinnen um das Glück, das Teuerste und Beste ohne Beschränkung wählen zu können, und weil das Wetter besser geworden war, liefen sie hinaus, nach dem Prächtigsten zu suchen.

Helgestad blieb an der Tür stehen und blickte von dort in seine Warenzelte, wo seine Schaffner vergebens Käufer an riefen. Ein paarmal ging er auf und ab, stampfte heftig auf und bekämpfte seine Ungeduld, bis Paul Petersen herein trat, der lustig lachte und nach Ilda fragte.

Ist eben gegangen, dich aufzusuchen, sagte Helgestad. Wart einen Augenblick, Paul. Bin doch in Sorgen um die Dinge, die da kommen sollen; wollte, Björnarne wäre hier, wollte, hätten den Höllenkerl erst beim Leibe. Bin in Zweifel, ob er in dein Netz läuft.

Seid doch ohne Sorge, erwiderte der Schreiber.Wes⸗ halb warten die Lappen und stecken die Köpfe zusammen? Sie warten auf ihn und denken, daß der Tanz dann losgehen soll. Alles, was ich erfahren habe, stimmt damit überein, daß sie von allen Seiten gekommen sind, um ihre Klagen vor den Vogt zu bringen. Afraja und Mortuno samt ihren Helfers⸗ helsern haben seit Wochen in allen Gammen gearbeitet, um das furchtsame Gesindel auf die Beine zu bringen. Was es gefruchtet hat, seht Ihr. Die Weiber und Greise haben sie zuhause gelassen, ein paar tausend rüstige Burschen treiben sich hier umher; viele darunter möchten uns mit Vergnügen den Hals umdrehen und den Markt plündern. Daß sie nichts

können. Helgestad grinste voll Hohn und Verachtung auf den Kirchplatz hinaus, aber Paul fuhr lächelnd fort:Glaubt mir, damit wäre nicht zu spaßen, wenn Mortuno mit seiner 1 Bande kommen könnte und überhaupt nur ein paar mutvolle, ö den Tod verachtende Männer darunter wären. g 1 Wirst mir niemals einreden wollen, sagte der Kauf- mann,daß Lappen uns auf offenem Markt angreifen 9 könnten. auß Sie würden Euch noch ganz andere Dinge beweisen, an wenn wir es dazu kommen ließen. Doch die Umstände haben sich geändert. Mortuno schießt weder den Vogt von seinem 1 1 lud Stuhl noch den Sorenskriver oder Niels Helgestad vom 0 größten Warenballen. Ein anderer wagt das nicht.. Habt das Mädchen also an den Maursund geschafft? Sie ist sicher aufgehoben. 1 Waren wilde Nächte, murmelte der Alte.Wird kein Unglück geschehen sein? 1 Wo soll Unglück herkommen? Was wir wollten, ist un? geglückt, und alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, um 0 nichts zu fürchten. Ueberlaßt mir alles. So wie wir den Vogel haben, soll er in einen guten Käfig. Er soll nicht einen Laut von sich geben, ich bürge dafür. Da liegt die Schalußpe a fertig, die ihn nach Tromsö bringt: wie ich winke, soll er am Bord sein. Und schon dauert es den Tölpeln zu lange, ehe ihr berühmter Meister erscheint, fuhr er lachend fort.

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Schon fangen sie an zu schachern und zu trinken. Kommt er 1 in der nächsten Stunde nicht, so haben sie ihn vergessen. Geht, 0 Schwiegervater, und seht nach Handel und Geschäft. Haben en wir den alten Burschen, so wollen wir Silber aus seinen 0 schlechten Streichen pressen, und dann habe ich Lust, Euch 1 einige andere Vorschläge zu machen. N 20

Nuh! sagte Helgestad,wirst aufrichtig sein? f Aufrichtig wie ein Däne! rief Paul,aber da ist Ildag Ich will zu ihr hin, seht, wie ihre Augen umhersuchen, um wen kann sie anders suchen als mich. 4

trösten, Mädchen, denke, er bleibt nicht lange. Ist jedoch

kaufen, hat, so wahr ich lebe, den einzigen Grund, weil sie des

(Fortsetzung folgt.)