Ausgabe 
14.1.1915
 
Einzelbild herunterladen

bericht gerung u bis⸗ e. Die den zu. ohlener Sturm. en dit le, die zor den ge von ich die kurzem ajee⸗ bis auf Festung

ö Organ für die Interessen des werktätigen Volles ö der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Izeit

Die Oberbessische Volksgeituns erscheint jeden Werktag Abend in gießen Der Avonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 0 Pfa. einschl. Bringerlohn Durch die Vost bezogen vierteljährl. 180 ME

Redaktion und Ervedition Gießen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwengasse⸗ Televbon 2008. a

Inserate kosten die 6 mal gespalt Kolonelzeile oder deren Raum 15 ig. Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bis abends 7 Abr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben

Nr. 11

Gießen, Donnerstag, den 14. Jauuar 1915

10. Jahrgang

Der mißverstandene Karl Liebknecht.

Genosse Dr. David schreibt der Parteipresse:

Die Presse des feindlichen Auslandes hallt wider von be⸗ beisterten Lobsprüchen auf Karl Liebknecht wegen seiner Protest⸗ tion gegen die Bewilligung der zweiten Kriegskredite. Nur mit hr. gemischten Gefühlen wird Genosse Liebknecht diese Beifalls⸗ 1 ndgebungen lesen. Von der Times, dem Temps, dem Matin und 0 lättern ähnlichen Schlages gerade in dieser Sache gelobt zu zerden, mag ihn bedenklich stimmen. Die Organe der englischen 10 französischen Chauvinisten, Imperialisten 9 ben doch nur, was ihren JInteressen dient.

Aber auch die Jubelhymnen, die Liebknecht in der sozia⸗ stischen Presse des Auslandes gesungen werden, können ihm

90 stmöglich Freude bereiten. Dieser ganzeRuhm ist eine schöne zeifenblase, die beim ersten Anhauchen in ein trübseliges Tröpfchen ler Flüssigkeit zusammensinken muß. Und der Gefeierte lb st ist verpflichtet, dieses schillernde Scheingebilde anzu⸗ kuchen, und zwar kräftig, wenn er's mit der Wahrheit 9 elten und sich selber treu bleiben will.

Liebknechts Lobredner in Paris, London usw. sind nämlich in iem groben Mißverständnis befangen über den eigentlichen inn und Zweck seines Protestes. Sie meinen, er habe damit tr die Zustimmung der deutschen Sozialdemokraten zu den riegskrediten verurteilen wollen. Die Liebknecht'sche Er⸗ rung hat diesen Irrtunm freilich mitverschuldet, da sie den uptanteil der diplomatischen Schuld am Ausbruch des Krieges f die österreichisch⸗deutsche Seite legte. Daraus, meinen nun die ranzosen und Engländer, leite Liebknecht für die deutschen So⸗ alisten die Pflicht her, gegen die Kredite zu stimmen; für sich bst aber folgern sie daraus, daß Liebknecht ihre Sache als die er echte anerkenne, also auch ihr postitives Eintreten für die rchführung des Krieges billige.

So hat es aber Liebknecht nach seinen mündlichen Aeußer⸗ gen in der Fraktion keineswegs gemeint. Nach seiner Auf⸗ ssung ist der Krieg vom Standpunkt eines jeden Landes aus ge gen Ein verwerfliches,imperialistisches Unternehmen, das einzig ud allein den Interessen der Kapitalisten dient, dem gesamten ternationalen Proletariat aber schadet. Ein solcher imperfalisti⸗ er Krieg darf von keiner sozialistischen Partei unterstützt wer⸗ m. Darum haben sich nach Liebknechts Meinung die englischen d französischen Sozialisten nicht weniger als die deutschen gegen esen Krieg zu kehren: sie dürfen keine Kriegskredite bewilligen d überhaupt nichts tun, was seine Durchführung positiv fördert.

Die deutsche sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat diese ebknechtschen Auffassungen gekannt und verworfen. Wir haben 5 von der Anschauung leiten lassen, daß es unsere Pflicht sei, es was in unserer Macht steht, zu tun, um zu verhindern, daß ferm Volke zu den Opfern des Krieges auch noch die Schrecken ner Niederlage aufgezwungen würden. Wir sind der A berzeugung, daß die Verteidigung unseres Landes, f

und Kriegshetzer

die Offen⸗ tung seiner politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwick⸗ ligsbahn ebensosehr im Interesse der Arbeiterschaft wie in dem ir gesamten Nation gelegen ist. Die große Mehrheit der politisch, kverkschaftlich und genossenschaftlich organisierten Arbeiterschaft it die Haltung der Fraktion durch die praktische vaterländische at, draußen in den Schützengräben und bei den sozialen Kriegs⸗ fgaben in der Heimat, längst bestätigt und gebilligt.

Genau so haben die französischen und englischen zialisten für ihre Länder gehandelt. Ja, mehr noch! Ihre krlamentarischen Vertreter haben nicht nur einmütig die Kriegs⸗ dite bewilligt auch Macdonald und Keir Hardie haben das kan, obgleich sie die Hauptschuld am Kriege der englischen Diplo⸗ nntie zur Last legen!: sie haben sogar ihre volle Solidarität mit hrenimperialistischen Regierungen durch Eintritt in diese skätigt. Praktisch haben sie also noch viel schärfer als e deutschen Sozialdemokraten gegen die Liebknechtschen Wei⸗ ungen verstoßen.

Trotzdem klatschen sie ihm Beifall und feiern ihn als den bedererwecker des sozialistischen Geistes in Deutschland und dem stünftigen Erneuerer der Internationale. Angesichts dessen ist 6 notwendig, daß der Irrtum in dem sie sich hinsichtlich der Lieb⸗ en Lehre befinden, möglichst rasch und griindlich aufge ert wird. 5

Diese Lehre ist im Grunde identisch mit der früheren Theorie gustave Hervés, daß das Vaterland nurdas Vaterland der Kapi⸗ cisten sei, das zu verteidigen der Proletarier keinen Anlaß habe. derbe hat diese Theorie inzwischen preisgegeben und ist ler der eifrigsten Anfeurer des kriegerischen Elans im französi⸗ den Proletariat geworden. Statt seiner marschiert nun Liebknecht den verlassenen Fußtapfen eines vaterlandslosen Kosmopolitis⸗ nus und schleudert seine Anklage nicht minder scharf gegen die tune hichenVerräter an der Internationale wie gegen die lütschen. 965

Peter Renaudel veröfffentlicht in der Humanits vom 5. enber einen Artikel, der die Ueberschrift trug: Bravo, Lieb⸗ echt! und mit den Worten begann:Endlich das von den dialistischen Herzen Frankreichs erwartete Wort! Man darf ge⸗ punnt sein, wie die sozialistischen Herzen Frankreichs sich nun au an wahren Liebknechtschen Worte stellen werden. Wollten sich i französischen und englischen Sozialisten nicht selbst ins Gesicht klagen, so müssen sie die Liebknechtsche Anklage ebenso zurüg⸗ osisen, wie dies von der deutschen Reichstagsfraktion geschehen ist. de sollten dann aber auch endlich begreifen, daß wir deutschen zwzialisten genau dasselbe Recht haben auf natio⸗ lle Selbstbehauptung, wie die Sozialisten jedes an⸗ en Landes. Die deutschen Sozialdemokraten sind gute Deutsche aud wollen es bleiben. Das erklären wir ebenso nachdrücklich wie % französischen Sozlalisten immer wieder betonen, daß sie als

De⸗

angerichtet hat.

Jitglieder der Internationale nicht aufgehört Ua ene hte Frangosen zu sein. Nur auf dieser allerseits ehrlich

anerkannten Grudlage kann der Bau der Internationale wieder begründet werden.

Die Liebknechtsche Lehre mag gut sein für eine kosmopolitische Sekte mit anarchosozialistischer Kampfmethode. Für eine Partei, die reale Politik treiben und das Vertrauen der Volksmassen nicht verlieren will, ist sie gänzlich un annehmbar.

Deutsche Brandbomben in Warschau.

Aus Krakau wird gemeldet: Hiesige Blätter berichten über ein großes Feuer, das vorgestern große Verheerungen in Warschau 5 Am erwähnten Tage erschien ein deutscher Aeroplan über der Stadt und warf mehrere Bomben ab, deren eine in der vornehmsten Straße, dem Moskowski Prospekt, explo⸗ dierte und die Lagerstelle einer Linoleumfabrik in Brand steckte.

Der Krieg im Orient. Russische Faschmeldungen.

Konstantinopel, 10. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Ver⸗ spätet eingetroffen. Gegenüber den falschen Meldungen der russischen Presse über türkische Niederlagen veröffentlicht das Hauptquartier eine Depesche des Befehlshabers der kankasi: schen Armee vom 9. Januar über die militärischen Operationen in den letzten zwei Wochen. Die Depesche berichtet: Auf der Hauptfront entrissen unsere Truppen dem Feinde die jenseits unserer Grenze gelegenen beherrschenden Stellungen. Die Operationen bei Olty und Ardakhan werden durch tiefen Schnee und heftigen Frost aufgehalten. Unsere in Aserbeidschan vorrückenden Abteilungen verfolgen trotz des schlechten Wetters den Feind, der sich zurückzieht, nachdem wir Rumi (Urmia) und Kotur besetzt haben. Die Russen behaupten, die Divisionskommandeure eines Armeekorps gefangen ge⸗ nommen zu haben. Diese Meldung wird für falsch erklärt. In Wirklichkeit hat eine russische Abteilung in einem russischen Dorfe einen Zug Verwundeter angegriffen, unter dem sich auch ein schwerverletzter Brigadekommandeur befand. Dieser ist gefangen genommen worden; die anderen wurden getötet.

Nussische Dum⸗Dum Geschosse.

Konstantinopel, 12. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Durch Berichte des Sanitätsbienstes der Armee und des Roten Halbmondes, die von Photographien begleitet waren, ist festgestellt, daß die Russen in den Kämpfen um Batum Dum-Dum⸗Kugeln verwenden. Die osmanische Regierung protestierte bei den Botschaftern der be⸗ freundeten Mächte gegen die unmenschlichen, der Petersburger und Haager Konvention widerstreitenden Akte und baten die italienische Botschaft, die die russischen Interessen vertritt, Rußland mitzu⸗ teilen, es werde im Falle der Wiederholung solcher Geschehnisse mit Repressalien vorgehen

8 8 111 14 8

Freundschaftliche Besprechungen.

Zürich, 12. Jan.(J. U.) Wie Schweizer Blätter melden, haben sich die Vertreter der kriegsführenden Staaten im inter⸗ nationalen Friedensbureau in Bern zu einer freundschaft⸗ lichen(2!) Besprechung versammelt. Die Vertreter des Drei⸗ verbandes stellten sich dabei auf den Standpunkt, daß Friedensversuche nur auf der Grundlage all⸗ gemeiner Anerkennung der vor dem Kriege be⸗ stehenden Verträge und internativnalen Garantien(Belgien) möglich seien. Die deutschen und österreichischen Vertreter konnten diesem Standpunkte nicht beipflichten, worauf, wie ein Telegramm der Münchener N. N. meldet, die Kon⸗ ferenz abgebrochen wurde.

Wir glauben, daß es sich hier um eine fette Ente handelt. Zu diesen Friedensgerüchten bringt die Frankf. Zig, folgenden Beitrag:

Seit einiger Zeit tauchen im Auslande Gerüchte auf, daß der bekannte russische Staatsmann Graf Witte nach Deutsch⸗ land reisen wolle oder schon gereist sei, um irgendwelche Frie⸗ densverhandlun gen einzuleiten. So hat noch vor einigen Tagen eine angesehene holländische Zeitung, das Amsterdamer Algemeen Handelsblad mit großer Bestimmtheit die Nachricht ver⸗ zeichnet, Witte habe sich vor kurzem,natürlich mit Wissen der deutschen Regierung, in Berlin und Köln aufgehalten und sei dann wieder nach Rußland zurückgereist. Sein Besuch stehe damft in Zusammenhang, daß am russischen Hose nach den Mißerfolgen des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch die Friedenspartei wieder die Oberhand bekommen habe. Ob dies letztere der Fall ist, wissen wir nicht. Wir wissen aber auf Grund von Erkundigungen an maßgebender Stelle, daß an der Nachricht von der Reise Wittes nach Deutschland kein wahres Wort ist; ein solcher Besuch würde weder der politischen Lage noch der in den kämpfenden Staaten herr⸗ schenden Stimmung entsprechen, am allerwenigsten der deutschen Stimmung. Vielleicht bildet man sich bei unseren Feinden ein, Deutschland sei müde und suche den Frieden; darum dürfen solche Gerüchte nicht ohne Widerspruch gelassen werden.

Verletzung der Genfer Kon vention durch

Rußland.

Von einem krassen Fall der Verletzung der Genfer Kon⸗

Hention durch Rußland erfährt das Berliner Tageblatt: Am

seltkrieg.

21. November vorigen Jahres wurde in Brzeziny bei Lodz eine Sanitätskompagnie, bestehend aus 45 Mann unter Führung eines Chefarztes, überfallen und gefangen genom⸗ men. Die drei Oberärzte konnten, da sie beritten waren, sich retten, die übrigen gerieten in Gefangenschaft. Zu den Gefangenen gehören der Oberapotheker Dr. Hans Mayen aus Adlershof, der Inspektor Georg Haase, Beamter aus Berlin, und der Inspektor Walter Ritter, Lehrer in König⸗ wusterhausen. Nach Mitteilungen, die diese drei Herren am 6. Dezember aus Ufa an ihre hiesigen Angehörigen sandten, befinden sie sich auf dem Wege nach Sibirien.

Frauzösische Verleumdungen.

Unter dieser Ueberschrift tritt die Nordd. Allg. Ztg. einem Be⸗ richt entgegen, den eine französischeUntersuchungskommission über Verletzungen der Menschenrechte durch die Deutschen erstattet hat. Das offiziöse Blatt schreibt:

Dieser Bericht bildet, soweit er bis jetzt aus französischen Ver⸗ ffentlichungen bekannt ist, eine eingige Kette niedrigster haltloser Verleumdungen, durch welche nur Haß erzeugt und das Volk gegen bie deutsche Invasion aufgepeitscht worden soll.

1. Soweit den Deutschen allgemein und ohne nähere Angabe von Zeit, Ort, dem Täter, und dem Beweismaterial Mord, Plünderung. Brandstiftung, Vergewaltigung von Frauen vorgeworfen wird, soll offensichtlich der Eindruck erweckt werden, als ob die Deutschen auf ihrem Sieges zunge überall planmäßig derartige Greuel zu verüben pflegten.. 2 5

Demgegenüber stoht sest, daß die deutsche Heeresbeitung mit allen Mitteln und mit dumchgreifendem Erfolge die Erheltung der Man⸗ nesgucht und die strenge Beobachtung der Regeln des Kriegs rechts auf sämtlichen Kriegsschauplätzen durchzusetzen gewußt hat. Mithin trifft die französische Regierung und nicht minder die von ihr ge⸗ leitete und beeinflußte Presse, die sich nicht scheut, die deutschen Heer⸗ führer als Mitwisser und Anstifter von Schandtaten hinzustellen, der Vorwurf der Lüge.

2. Soweit man sich französischerseits bisher bequemt hat, Einzel⸗ fälle anzuführen, ist selbstverständlich von der deutschen Regierung sofort eine eingehende strenge Untersuchung veranlaßt worden, deren Ergebnis in vollem Vertrauen auf den deutschen Charakter mit Ruhe entgegengesehen werden kann, und welches seinerzeit ver⸗ öffentlicht werden wird. 15

Zu dem Vorwurf, daß die Deutschen in Luneville grundlos 70 Häuser eingeäschert hätten, stellt die Nordd. Allg. Ztg. fest, daß die dortige Zivilbevölkerung am 25. August ein Hospital, in dem deut Verwundete lagen, beschossen hat; auch am folgenden Tage wurden bayerische Truppen in gleicher Weise aus den Häusern von Ziwil⸗ personen beschossen. Dieser Hergang ist durch die eidlichen Ver⸗ nehmungen zahlreicher Zeugen einwandfrei und objektiv festgelegt.

Den französischen Truppen wird dann vorgeworfen, daß sie im eigenen Lande geplündert und geraubt haben und dann wird fest⸗ gestellt:

Auch der den deutschen Truppen grundlos entgegengeschleu⸗ derte Vorwurf des Mordes fällt auf den Verleumder mit erdrücken⸗ dem Gewicht zurück. An dieser Stelle sei nur erwähnt, daß die Franzosen auf dem Schlachtfelde deutsche Verwundete in übe vaus zahlreichen Fällen bestialisch verstümmelt und hingeschlachtet haben. Vielfach ist gewiesen worden, daß Fälle vorgekommen sind, in welchen die sranzösischen Soldaten hilflose deutsche Verwundete durch massenhafte Bafonettstiche in Leib, Kopf, Augen, durch Kolbenschläge, Durchschneiden der Gurgel und andere Schandtaten grausam ums Leben gebracht haben. Einsperren von Verwundeten, Anbinden an Näume und Pfähle, Erschießen Kampfunfähiger aus nächster Nähe, Ermordung hilfreicher Sanitätsmannschaften aus dem Hinterhalt, Abschneiden der Geschlechtsteile, Aufschlitzen des Bauches, Ausstechen von Augen, Abschneiden von Ohren, Festspießen Verwundeter auf dem Erdboden, zahlreiche Beraubungen von Verwundeten umd Toten alle diese Schandtaten sind nachgewiesen worden, wo französische Truppen gekämpft haben, und bilden ein beredtes Zeug⸗ nis dafür, auf welcher Seite die Schänder von Kultur und Sitte zu suchen sind.

Die sämtlichen vorstehend erwähnten schmachvollen Handlungen der französischen Truppen werden durch eidliches Zeugnis einwand⸗ freier Persönlichkeiten bestätigt und werden seinerzeit der Oeffent⸗ lichkeit zur Kritik überantwortet werden.

Die englische Antwortnote.

Haag, 12. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courant kritisiert die englische Antwortnote und findet, daß sie keinen sehr befriedigenden Eindruck macht. Das Blatt weist auf die Unbestimmtheit der Antwort, nament- lich in der Lebensmittelfrage, hin. England wolle kein end⸗ gültiges Versprechen geben. Eine solche Antwort sei kaum befriedigend zu nennen, wenigstens wenn der von Reuter gesandte Auszug einigermaßen vollständig sei. Nicht minder

unbestimmt ist der in der Antwort gebrauchte Ausdruck Jeind. Wir wissen nicht, ob die feindlichen Armeen oder

die ganze Bevölkerung des kriegführenden Landes gemeint ist. Der gänzliche Mangel eines Maßstabes, um zwischen den für den Feind und den wirklich für die Neutralen be- stimmten Gütern zu unterscheiden, macht den Wert dieser Unterscheidung gleich Null und öffnet allerhand Willkür die Tür. Das Blatt hofft, daß der Text der Antwortnote Er⸗ gänzungen und Verbesserungen zu dem Reutertelegramm bringe.