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dadurch Fleisch zum Preise von 30 Pfennigen das
Augenblicklich handele es sich darum,
schen unerschöpfliche Reserven Anderseits hätten die Franzosen alle verfügbaren Kräfte eingesetzt.
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0 don Pfund ge— boten, und wenn nur die gesetzlichen Bestimmungen über 16
aher diese jungen Tiere beseitigt würden, so 80 5 e 1 behoben.— Wir fürchten n Arbeiterfamilien wird trotzdem der S ten ein unerreichbarer Genuß bleiben..
Fran ösische Resignation.
Lyon, 12. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Lyon Republicain schreibt in einem Artikel über die militärische Lage die ganze Front der deutschen Armeen in Frankreich gleiche einer sta rken Festung, deren Einnahme eine lange, erschöpfende Belagerung erfordere. Ganz Belgien bis um Rhein sei aufs beste verschanzt und befestigt. Es würde 100. geheure Opfer kosten, die Deutschen zurückzu⸗ treiben. Es sei äußerst schwierig, wenn nicht unmög⸗ lich, ganze Reihen von Schützengräben zu erobern, ohne sich in die größte Gefahr zu begeben. Joffre sei z u klug,
um 5 Versuch zu unternehmen. Die Deutschen f würden Belgien viel schneller räumen, als man glaube; 31 sie würden nicht mit Gewalt vertrieben wer⸗ den. Zwange von Ereignissen, deren Verwirklichung man erwarte,
Ihr Rückzug werde freiwillig sein unter dem nämlich der Landung der Engländer bei Zeebrügge, einer Diversion auf einer anderen Stellung der Front und des Einfalles der Russen in Schlesien.
b 5 auszuhalten, vorzurücken, wenn man könne, sowie den Feind möglichst zu
4 schädigen.
1 Aehnlich schreibt General Cherfils im Echo de Paris: Stellen wir uns vor, daß hinter den ersten einzunehmenden Schützengräben unendlich viel andere liegen, daß wir unsere Kräfte unnütz verbrauchen, wenn wir unser Gebiet Schützen⸗ graben um Schützengraben wiedererobern wollten! Wir müssen geduldig sein. Warten wir in fester, ent schlossoner Defensive. Sie sollen sich abnützen.
Selbst eine japanische Intervention könnte uns
nur wenig Hilfe bringen, da ein Vormarsch in dem von Schützengräben durchzogenen Gelände ungeheure Opfer kosten würde.
Die gescheiterte Offensive im Ober⸗Elsaß. N Basel, 12. Jan.(J. U.) Französische Verwundete er⸗ zählen, daß man in französischen Heereskreisen sich sehr viel von der französischen Offensive im Ober-Elsaß ver ⸗ spro chen habe. Man habe gehofft, längstens bis Neu- jahr wieder in Mülhausen einrücken zu können. Zum mindesten aber glaubte man, mit dieser Offensive die deutsche Front in Flandern und Nordfrankreich zu schwächen. Französische Offiziere erzählen, es sei einfach den deutschen Truppen nicht beizukommen gewesen. Diese Lücke der deutschen Verteidigungslinie sei rasch wieder ausgefüllt worden, gerade als ob die Deut⸗ aus dem Boden stampften. beim Beginn der Offensive
Deutsche und Franfsosen.
Basel, 12. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Oberst Müller, der vor kurzem Gelegenheit hatte, mehrere von den Deutschen besetzte sranzösische Dörfer zu besichtigen, gibt von dem Verhältnis zwischen der einheimsschen Bevölkerung und den Deutschen folgende Dar⸗ stellung: Ueberall hätten die Leute auf seine Frage, wie sie mit den Deutschen auskämen, versichert, diese seien sehr höflich und der Verkehr mit ihnen gestalte sichsehr angene bm. In einem Hause, in welchem 20 Deutsche einquartiert waren. habe er die junge Frau nach dem Betragen der deutschen Soldaten gefragt. Diese habe lebhaft und nicht ohne Wärme geantwortet, sie seien sehr llebenswürdig und sehr anständig. Sie habe geklagt, wie groß früher die Not des Dorfes gewesen sei, jetzt jedoch sei die Versorgung der Bewohner mit Lebensmitteln, wie überall, wo die deutschen Truppen französisches Gebiet besetzt hätten, geordnet: die Naturalten würden durch die Heeresverwaltung herbeigeschafft und an die Bevölkerung abgegeben. Die deutschen Soldaten teilten selbst ihr Brot mit der Bevölkerung. Auf seine Bemerkung, die Deutschen seien also anscheinend keine Barbaren, habe sie mit Leidenschaft geantwortet: Sicher lich nicht, aber der Krieg regt die Leute so auf, daß sie sich gegenseitig verleumden und Uebles von einander
reden. Deutsches Fliegergeschwaderüber London
Kopenhagen, 12. Jan.(T. U.) Ein großes deutsche⸗ Flugzeuggeschwader von mindestens 16 Flugzeugen erschien gestern vormittag in der Nähe der Themsemündung, wahr⸗ scheinlich in der Absicht, einen Angriff auf London zu unter: nehmen. Das Wetter war aber ungünstig. Es herrschte dichter Nebel. Das Geschwader flog darauf die englische Südlüste entlang bis Dover, wo einige Bomben geworfen wurden. Darauf flog das Geschwader in Richtung Dünkirchen weiter. 10 Flugzeuge von diesem Fluggeschwader erschienen über Dünkirchen und eröffneten ein heftiges Bombardement auf die von den Engländern besetzten Teile der Stadt. Das Geschwader erschien auch über Ostende. Im ganzen wurden 40 bis 50 Bomben geworfen, die erheblichen Schaden an. richteten. Eine Anzahl Personen wurde getötet und ver wundet. Die deutschen Flieger blieben von englischen Flug⸗ zeugen unbehelligt. Schließlich kehrten die deutschen Flug⸗ zeuge unbeschädigt an ihren Aufstiegsort zurück.
Der Krieg im Orient.
Englische Niederlage in Mesepotamien.
Konstantinopel, 12. Jan.(T. U.) Aus dem Haupt⸗ quartier wird mitgeteilt: Auf ihrem Vormarsch längs des Tigris haben die Engländer bei Irak eine empfindliche Niederlage erlitten. Zwei Bataillone englischer Infanterie. unterstützt von zwei Gebirgs⸗Schnellfeuergeschützen, wollten ein Lager arabischer Stämme in der Gegend von Kiana überraschen. Die Engländer mußten jedoch nach zweistün⸗ digem Kampfe unter Zurücklassung von 125 Toten und Ver⸗ wundeten fliehen. Die Araber hatten nur 16 Verwundete.
England und Amerika.
London, 12. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Newyork: Staatssekretär Bryan sagte: er wünsche eine Aeußerung zu der Antwort Greys auf die amerikanische Note zu verschieben, bis er den vollständigen Text erhalten haben würde. Hohe Regierungsbeamte halten jedoch den
Ton der Antworr für durchaus freundlich und glauben, die Erörterung werde in gleicher Weise fortgesetzt werden. Die Kontroverse werde sich nicht in eine Prinzipienfrage auflösen, sondern eine Frage von aktueller Notwendigkeit behandeln. Bezüglich der Kupferausfuhr sind sie der Ansicht, England solle wirksame Vereinbarungen mit den an die Kriegführen⸗ den grenzenden Neutralen treffen. Im ganzen wird die Ant⸗ wort als befriedigend angesehen, obwohl das Staatsdeparte⸗ ment eine Statistik beibringen wird, die den von Grey ange⸗ gebenen Ziffern widerspricht. Die Bemühungen um Persien.
Genf, 12. Jan.(T. U.) Der Herald meldet. daß ein neuer Schritt Rußlands und Englands bei der persischen Regierung un⸗ mittelbar bevorstehe, nachdem die letzten Versuche des englischen Gesandten in Teheran, Persien auf die Seite des Dreiverbandes zu bringen, keinen Erfolg gehabt haben. f
Die zarischen„Befreier“.
W. B. Paris, 12. Jan. Die Humanitée erfährt aus Obessa: Der sozialdemokratische Führer Adamowicz und 73 seiner Genossen sind wegen der Herausgabe eines Gewerk, schaftsblattes, das nicht zensiert war, verurteilt worden, und zwar Adamowicz zu lebenslänglicher Verbannung nach Sibirien, zwei seiner Genossen zu mehrjähriger Zwangs⸗ arbeit und die übrigen zu längeren Festungsstrafen.
Vom Burenstaat.
Rotterdam, 12. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courant veröffentlicht eine Reutermeldung aus Bloemfontein, nach welcher fünf Beamte verhaftet wurden, weil sie ein verbotenes Manifest verbreitet haben.
W. B. Koblenz, 12. Jan.(Privattelegramm.) Der Rhein, der am Sonntag mit 5,4 Meter Wasserstand seinen Höhepunkt erreichte, fällt setzt wieder langsam. Da die Mosel ebenso wieder im Zurlic⸗ gehen 8 ist, scheint die Gefahr beseitigt zu sein. Das Hoch⸗ wasser verschtedentlich Schäden angerichtet. In Bobenheim hatte der Rhein seit 5 Jahren seinen höchsten Wasserstand und gleicht einem reißenden Strom, in Bad⸗Kreugnach ist die unterhalb der Stadt gelegene Lindenmühle von seglichem Verkehr abgeschnstten, und in Hochstetten ist der Zugang zum Bahnhof unterbunden, fodaß die Relsenden ihn nur auf Umwegen erreichen können.
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
— Vorsicht. Das Kreisamt gibt bekannt: Vom Ersatz⸗ Bataillon Infanterie⸗Regiment Nr. 116 wird am Donners⸗ tag, den 14. Januar, Freitag, den 15. Januar und Samstag, den 16. Januar 1915 nördlich Großen⸗Buseck vom„Alte Berg“ aus in der Richtung auf Treis a. d. Ida. Schießen mit scharfer Munition abgehalten. Als Gefechtsfeld kommt in Betracht das Gelände nördlich der Straße Großen ⸗ Buseck—Beuern und die Waldfläche zwischen Beuern, Clim⸗ bach, Treis(Lumda), Daubringen, Alten⸗Buseck und Großen⸗ Buseck.— Das gefährdete Gelände darf von vor mittags 8 Uhr bis nachmittags 5 Uhr nicht betreten werden.
— Worte und Taten. Unter dieser Ueberschrift wird uns geschrieben: Bei vielen Menschen stehen Worte und Taten stark mit einander in Widerspruch. Das trifft be⸗ sonders auf Herrn Rinn, Mitinhaber der Firma Rinn& Cloos zu. Diese verdankt ihren großen Aufschwung doch auch ihren Arbeitern, denkt aber nicht daran, deren Lage etwas zu verbessern. Im Jahre 1907 sagte z. B. Herr Rinn in einer Versammlung in Heuchelheim gegenüber den Red⸗ nern Schnell und Deichmann, diese hätten Recht,„die Löhne in der Zigarrenindustrie sind niedrig; wenn die Industrie Arbeiter behalten will, muß sie höhere Löhne zahlen“. Das waren die Worte. Und die Taten? Nun, diese Firma war schuld, daß die große 9 e:. ung im Jahre 1907 kam, welche wohl niemals ganz enden werden wird. 1910 machte dasselbe Geschäft wieder einen Vorstoß und wollte die 14 tägige Lohnzahlung einführen; jedoch erfolgte aller orts ein energischer Protest der Arbeiter gegen diese Ver⸗ schlechterung und so unterblieb sie. Nun in der Kriegszeit, wo von dem Burgfrieden geträumt wird(den nur die Ar; beiter halten sollen), glauben die Herren Rinn& Cloos diese Verschlechterung durchdrücken zu können. Man fragt die Arbeiter nicht, sondern diktiert einfach. Mangel an Kontorpersonal soll zu der Aenderung nötigen. Wir sind der Ansicht, daß, wer auskömmliche Löhne zahlt, immer ge⸗ eignete und genügende Kräfte haben wird. Diese Verschlech⸗ terungen der Arbeitsbedingungen miissen für die Tabak⸗ arbeiter eine Mahnung sein, fest zu ihrer Organisation zu halten, durch die sie allein ihre Interessen wirksam vertreten önnen. Weniger auf die Worte der Herxen ist zu achten, sondern vielmehr auf ihre Taten!
— Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Otto Schink aus Wetzlar, Landwehr⸗Infant.⸗ Regt. Nr. 73.— Wehrmann Ludwig Bitz aus Gießen, Res.⸗ Inf.⸗Regt. Nr. 116.
— Der Tabakarbeiter im elde. Dem Fachblatt des Tabakarbeiterverbandes schreibt ein Mitglied aus dem Felde: Es ist keine Kleinigkeit, was wir im Felde leisten müssen. und die unangenehmen Einwirkungen auf den Körper sind mancherlei Art. Zuerst furchtbare Märsche und nun das Aushalten in nassen Schützengräben. Stellt Euch einen Higarrenmacher vor, der nicht mehr die Elastizität der Jugend besitzt, der jahrelang stramm vorm Brett(d. h. vor dem Arbestsbrett. Red.) gesessen und wohl auf die Minuten- schufterei, aber nicht aufs Marschieren mit schwerbepacktem Affen eingerichtet ist. Wer immer Muskelarbeit verrichtet hat, dem fällt es nicht so schwer. Zu Anfang war es denn auch für mich kaum zu ertragen und ich dachte mehr als ein mal, daß ich zusammenbrechen würde. Aber allmählich ge⸗ wöhnt sich der Körper an größere Strapazen, die Muskeln soweit ein Zigarrenmacher überhaupt welche hat, schmerzen nicht mehr so sehr. Und dann denkt Euch weiter in die Situation eines Zigarrenmachers im Felde hinein: Da hat man die langen Jahre im Zimmer gesessen, abgesperrt von der Luft, selbst ein Fensterchen darf ja manchmal nicht geöffnet werden, denn ein Hauch frischer Luft ist„Zug“, und da glauben die Kollegen schon, sie mülssen sterben. Nun
sitzen wir Stubenbewohner wochenlang im morastigen Schützengraben, unser Zeug wird auch vom Regen tagelang nicht trocken, Verhältnisse also, die auf einen Zigarrenmacher erst recht ungemütlich wirken und ihn bedrücken können, namentlich wenn man als alter Landwehrmann schon in Jahren ist, die unter uns Tabakarbeitern schon als ans Greisenalter grenzend empfunden werden. Aber schließlich hat man zum„Empfinden“ nicht allzuviel Zeit und Gelegen ⸗ heit, und wenn es nur halbwegs geht, hält man sich gerade und macht mit. Ich habe nur den einen Wunsch, falls mich die Kugel verschont, daß ich nicht mit einem Knacks nach Haufe komme, damit ich meine Familie weiter wie bisher ernähren kann.
— Die Bäckereiverorbnung. In Frankfurt wurde am Sonntag ein Obermeistertag des Zentralverbandes der Bäcker⸗ Innungen abgehalten. Diese Versammlung befaßte sich mit der Ver⸗ ordnung des Bundesrats betreffend den Mehlverbrauch und Verbot der Nachtarbeit und faßte schlie lich folgenden Beschluß:
Mit Befriedigung wurden die Maßnahmen des Bundesrats auf⸗ genommen, welche zur Ersparung des Mehles getrossen worden sind, um unser Vaterland im Interesse der Volksernährung genügend zu versorgen. Leiber wird die Verordnung wogen A bf chaf fung der Nachtarbeit dem Bäckergewerbe Schäden zufligen, die zurzert noch nicht zu übersehen sind. Wenn auch die Verordnung vom nationalen Standpunkt aus gerechtfertigt erscheint, so bringt sie doch in der Praxis Härten mit sich, die dem größten Teil eines ehrbaren Handwerks in kurzer Zeit zu Grunde richten. Einerseits werden die Steuerkräfte des mittleren und Kleinmeisters unseres Hondwerks erheblich vermindert, anderseits werden eine überaus große Zahl von Arbeitnehmern brotlos werden. Trotz der großen Schäden, wesche die Verordnung mit sich bringt, werden sich die Bäckermeister in Erfüllung ihrer vaterländischen Pflicht be ereit⸗ willig st unterordnen, erwarten jedoch vom Bundes rat, daß die scharsen Maßnaßnnen imrr flür die Kriegsdauer gedacht sind. Gleichteflig bitten die Funmungen, daß der Bundes rat eine Verord⸗ nung über Festsetzung von Höchstpreisen für Mehl analog der Festsetzung von Höchstpreisan für Getveide alsbald verfügen möge. Die Berliner Bäcker äußerten in einer Versamm lung schwere Beenden gegen das Verbot der Nachtarbeit und, ersuchten die Regierung für bie Uebergangszeit Milde walten zu lassen.— In Leipzig versangten die Bäcker, daß wenigstens eine Halde Stunde Nachtarbeit gestattet wird, darnit vorbereitende Arbeiten(Ansetzen und Säuern des Teiges) vorgenommen werden können.— Die Nürnberger Bäcker beschlossen. die Staatsregserung zu er⸗ suchen, zu gestatten, daß bis zum Verbrauch der vorhandenen Vor⸗ Fate von minderwertigen Sorten von Weizenmehl dem Noggen mehl 15 Prozent Weizenmehl beigemischt werden darf, daß möglichst an allen Wochen tauen Kuchen gebacken werden darf und daß an den Sonntagen von 6 Uhr morgens bis mittags gearbeitet werden darf, ferner anzuordnen, daß die gesamte Hausbäckerei ver⸗ boten oder möglichst eingeschränkt werden müsfe.— Wahrscheinlich 5 dbe Landes regierungen noch Ausfiihrungsbestümmungen er⸗ sassen.
— Leihgestern. Vorige Woche derumallickte der hier wohnende Eisenbahnschaffner Karl Schmidt in Cassel im Dienste und blieb dabei sofort tot. Die Leiche wurde hierher gebracht, wo die Be⸗
erfolgte. 5 Kreis Metzlar.
h. Augebrachte Maßnahme. Wie bereits früher berichtet wurde, lte man in der Wetzlarer Untetoffizterschule, ble nach dem Kriegs⸗ clsb ruch in ein Laparett ungewandelt wurde, den Hantinenbetrieb weiter bestehen. Obwohl den Verwundeten der Wirtshausbesuch verboten war, donmten sie in der Kantine allerlei alkoholische Ge⸗ trände erhalten. Jetzt ist der Betrieb dieser Kantine eingestellt wor⸗ den; das Lazrvett foll überhaupt aufeyelöst werden. i
h. Betriebseinschränkung des Wetzlarer Volksbades. Wahr⸗ scheinlich infolge des Krieges ist auch die Benutzung der Wetzlaxe städtischen Badoanstalt stark zurlickgeganmem. Der Bürgermeister gibt deshalb bekanmt, 1 die Anstalt vorläufig Montags, Dienus⸗ und Mittwochs geschlossen bleibt.
tags Diese Maßnahme ist sicher zu bedauern, aber wohl auch auf berechtigte Sparsamkeit zurückzuflthren, da das„Echmwichfästchen“ der Stadt Wetzlar jährlich
verschledene Tausend Mark Zuschurß bostet.
n. Furchtbare Strafen. Das Kriegsgericht in Coblenz verhandelte gegen den Steinhauer Johann Schmitz aus Mayen wegen tätlicher Wider standsleistung mit einer Waffe. Er war beim Wildern von einem Feldhüter betroffen worden und hatte auf ihn geschossen. Als er fest⸗ genommen war, widersetzte er sich. Das Urteil lautete wegen Verbrechens gegen den§ 8 des Gesetzes über den Belage⸗ rungszustand auf 11 Jahre 1 Monat Zuchthaus.— Weiter wurde verhandelt gegen den Schiffer und Taglöhner Mentgens aus Mülheim an der Mosel wegen unbefugten Waffentragens. Auch hatte er einem Polizeibeamten Wider⸗ stand geleistet. Er wurde auf Grund desselben Paragraphen zu 10 Jahren 3 Monaten Zuchthaus verurteilt. — Ein Kaufmann aus Mayen, der an einen Schüler Mu⸗ nition verkauft hatte, erhielt 4 Wochen Gefängnis.
N Mefterwald und Unterlahn.
Tod im Sumpfe. Bei Hachenburg im Wester⸗ wald gerieten zwei ältere Frauen, Schwestern, auf dem Wege zwischen Steinbach und Linden infolge des stürmischen Wetters von der Straße ab. Sie kamen in ein sumpfiges Gelände, in dem sie beide ihren Tod fanden. Die Leichen wurden erst nech einigen Tagen entde⸗“ Beide waren Witwen.
Tagtsberig des Großen Hauptguarliers.
Hautes Rin gen in Weft und Ost.
W. B. Großes Hauptquartier, 12. Jan., vorm.(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz: 0
Südlich des Kanals von La Bassee finden gering⸗ fügige Kämpfe statt, die bisher ohne Ergebnis waren. Nörd⸗ lich Cron n griffen die Franzosen gestern abend an, wurden aber unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Heute früh lebten die Kämpfe hier wieder auf.
Ein gestern nachmittag in Gegend öͤstlich Perthes unternommener französischer Angriffsversuch brach in unserem Feuer zusammen. Der Feind hatte sehr schwere Verluste.
In den Argonnen wurde an der Römerstraße ein französischer Stützpunkt erobert. 2 Offiziere und 140 Mann fielen dabei in unsere Hände.
In den Kämpfen im östlichen Teil der Argonnen sind den Franzosen seit dem 8. Januar leinschlieslich des Ge⸗ meldeten) 1 Major, 3 Hauptleute, 13 Leutnants und 1600 Mann an Gefangenen abgenommen, so daß ihr Gesamtverlust einschlieflich Toter und Verwundeter in diesem beschränkten
Gefechtsraume auf 3500 Mann geschätzt wird.


