nach dem Kriege zu lösen haben wird, ist umso erfreu⸗ licher, als der englischen Arbeiterpartei in dieser zu⸗ künftigen Entwicklung eine sehr wichtige Rolle zufallen dürfte. Ihre Mission wird es wahrscheinlich sein, auch die Verständi⸗ gung zwischen den französischen und den deutschen Sozialisten wieder anzubahnen und damit die Grundlagen zu schaffen. auf denen ein neuer, stärkerer Bau errichtet werden kann.
Verschärfte ueberwachung der Deutschen
in England.
Ueber Kopenhagen wird gemeldet, daß die Erbitterung über das deutsche Bombardement der englischen Ostküste an den in Eng⸗ land noch aufhältlichen Deutschen ausgelassen werde. Das englische Blatt Globe fordert die Regierung auf, alle Deutschen in England zu verhaften, soweit sie es noch nicht sind. Die Regierung fordert übrigens, daß alle Deutschen, die in englischen Küsten⸗ städten wohnen, 30 englische Meilen landeinwärts ziehen. Auch die Deutschen, die die englische Nationalität angenommen haben, werden von der Maßnahme betroffen, die die Regierung damit be⸗ gründet, Beweise erhalten zu haben, daß die Deutschen vom Lande aus den deutschen Kreuzern Signale gegeben haben. Die Deutschen werden von den neuerlichen Maßnahmen schwer betroffen und er⸗ leiden in wirtschaftlicher Beziehung große Verluste. Die Adressen aller Deutschen werden auf dem nächstliegenden Polizeiamt einge⸗ tragen. Wie es bisher schon in einer Reihe von Städten gehalten wurde, so darf sich jetzt überhaupt kein Deutscher mehr als fünf englische Meilen vom Wohnsitz entfernen er muß sich wöchentlich dreimal auf dem Polizeiamt einfinden und seine Papiere vorzeigen.
Der Burenaufstand nicht zu Ende! Die Deutsche Tageszeitung läßt sich aus Rotterdam melden: Wie hiesige Handelshäuser vertraulich aus Kapstadt erfahren, hat die Regierung der Südafrikanischen Union einen großen Fehler begangen, daß sie die in ihre Hände ge— fallenen Führer des Burenaufst andes er⸗ schießen ließ. Dieser brutale Akt sowie das aufgetauchte Gerücht, daß General Dewet ein gleiches Schicksal drohe, hat den Burenaufstand erst recht zum Aufflammen gebracht. Zwar ließ Ministerpräsident Botha das Gerücht, Dewet würde gleichfalls hingerichtet werden, dementieren, doch schenkt man diesem Dementi keinen Glauben. Wenn es nun auch der Regierung gelang, mit Hilfe von Automobilen überall dorthin, wo Burenkommandos sich zeigten, größere Truppenabteilungen zu werfen, und auf diese Weise durch Uebermacht verschiedene Erfolge wie auch die Gefangennahme Dewets zu erzielen, so wurde doch der Aufstand selbst noch lange nicht niederge⸗ schlagen. Die Buren sammeln ihre Streitkräfte, wie bereits gemeldet, in den Waterbergen, die für Kraft⸗ wagen unzugänglich sind, und treten jetzt, wie ja schon das siegreiche Gefecht zeigt, das General Maritz am 22. De⸗ zember den Unionstruppen lieferte, nicht mehr in schwachen fliegenden Kolonnen, sondern in stärkeren A bteilun⸗ gen auf, sodaß sie auf diese Weise der Automobil- taktik des Feindes gewachsen sind. Aus diesem Grunde sieht sich denn auch die Unionsregierung veranlaßt, zwei Reserveklassen in Transvaal und im Nordwesten der Kapkolonie einzuberufen, woraus auch deutlich hervorgeht, wie gefährlich der Aufstand der Buren auch in Transvaal schon geworden ist. N 5 Der„Matin“ am Pranger. Unter diesem Titel schreibt die Basler Nationalzeitung:
„Wir haben vor acht Tagen in einem Artikel, den wir„Ver⸗ kennung und Verblendung“ überschrieben hatten, auf ein erbärm⸗ liches Pamphlet des Matin hingewfesen, worin zwei„Schweizer“ Aerzte die beiden Kaiser Deutschlands und Oesterreichs auf Grund körperlicher Gebrechen in unflättaster Weise der allgemeinen Verachtung preisgaben. Wir drlickten schon damals Zweifel an der Waschechtheit dieser Schweizer aus. Nun hat unterdessen die Neue Helvetische Gesellschaft dank ihrer Beziehungen zu lokalen Gruppen der Welschschweiz in Montreux, Lausanne und Genf genaue Nachforschungen unternommen. Dabei hat sich heraus- gestellt, daß
1. der Doktor Fromlet aus Montreux, der als Verfasser den Leitartikel im Matin unterzeichnete, gar nicht existiert:
2. der Doktor Neipp, auf den sich vorgenannter Fromlet berubft, ebenfalls nicht existiert; 6
3. die Gesellschaft welsch⸗schweizerischer Aerzte, welche im 7 5 15 Aktsonssphäre des Herrn Neipp genannt wird, nicht existiert:
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Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. Wohl eine Stunde verging. Es war völlig Tag geworden, Afraja hatte einen großen Vorsprung gewonnen und ver⸗ schwand auf der Höhe des Fields, während sein verdrossener Begleiter sich die besten Stellen zur Nachfolge suchte. Als er endlich oben stand, war niemand zu sehen. Gewaltige Trümmer und Rollsteine, die vor Jahrtausenden von einem hergestreut wurden, bedeckten die weite Hochebene. Dlüstere gestreut wurden, bedeckten die weite Hochebene. Düstere verwetterte Massen, aus Sumpf aufstarrend oder seltsam über einander geworsen, hier eingesunken in zermalmten Schutt, dort auf die Spitze gestellt oder übereinander gelehnt, hemmten seinen Weg. Bleiches Grün, Flechten und Moose klammerten sich um ihre Füße und Rücken, doch wohin irgend ein belebender Lichtstrahl drang, hatte er den Halm aufge⸗ weckt und Wurzeln in den dürren Stein geschlagen. Als Johann eine zeitlang vergebens nach seinem Begleiter umhergesehen und gerufen hatte, glaubte er dessen Spur in dem weichen Boden zu erkennen, der die Gasse zwischen den nächsten Steinlagern füllte. Er ging darin fort, kletterte übe: ausgewachsene Blöcke, und stand plötzlich vor einem kleinen Grund, in dessen Mitte Afraja saß und eine menschliche Ge— stalt betrachtete, die ausgestreckt vor ihm lag. Das war der Platz, wo kurze Zeit vorher Mortuno geendet hatte. Johann stand auf derselben Spitze, wo vor weniger als einer Stunde Paul stand. Als er in das blutige Gesicht des Toten sah, stieß er einen Schrei des Entsetzens aus. Wer konnte ihn erschlagen haben? Wer hat diese Tat vollbracht? Wie kam Mortund hierher?!— Sein zersplitterter Schädel, das Blut, das eine Lache bildete, und der rund umher zertretene Boden bewiesen daß Kampf und Tod auf dieser Stelle erfolgt sein mußten. Eine Ahnung kam über ihn, aber er mochte sie nicht aus— sprechen. Afrajas Gesicht war ernst und würdig, sein Schmerz
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das Eutachten„Neipps“ erschienen daß also die ganze Geschichte von Schon
4. die Zeitschrift, in der sein soll, auch nicht existiert, Anfang bis zu Ende erstunken und erlogen ist. der Briefmarkenschwindel des M Diese neue Machenschaft ist aber noch viel perfider. Man will uns auf diese Weise offen bar bei den Deutschen verhaßt machen. Je mehr uns die Deutschen hassen und feindselig behandeln, spekulieren die Hintermänner des Matin, um so mehr werden wir dann wohl oder übel den Fran
zosen in die Hände getrieben. Den Matin kennen wir nun. Er hat sich für den Rest der Kriegszeit als einer der gefährlichsten d
zeinde unserer Neutrali⸗ tät gebrandmarkt. Darum seien wir auf unserer Hut.“
Run än ische Kriccsvorbereitungen? Aus Budapest wird gemeldet: Den Schulkindern, die in die Weihnachtsferien gegangen sind, sind Briefe an die Eltern mitgegeben worden, worin diese gebeten werden, die Kinder nicht eher zur Schule zurückzuschicken, als sie von den Schul⸗ behörden benachrichtigt werden. Die Schulen werden näm⸗ lich daraufhin untersucht, inwieweit sie als Lazarette dienen können. Albauisches. Mailand, 11. Jan.(TU.) In Durazzo wird die Lage immer gespannter. Essad Pascha schickte Jussuf Effendi als Parlamentär zu den Aufständigen, der jedoch keinen Erfolg hatte. Gestern um 9 Uhr morgens griff Essad die Aufständigen an. Den ganzen Tag hörte man Infanteriefeuer. Gegen abend vertraute Essad Pascha die Verteidigung der Stadt Mustapha an und wandte sich nach Rodoni, um die Aufständigen von der Nicksefte anzugreifen. Aus dem Innern Albaniens kommen beunruhigende Nachrichten, Essads Truppen wurden bei Kawaja geschlagen und sind ohne Munition und Lebensmittel. Eine würdige Ansprache. Unter der Ueberschrift„Deutsche und Franzosen“(Allemands & Francais) veröffentlicht die„Gazette des Arden nes“, die von der deutschen Verwaltung für die besetzten Teile Frankreichs herausgegeben wird, einen Leitartikel, aus dem wir folgende Stel⸗ len wiedergeben: „In unsrer neulichen Besprechung der mann⸗Hollweg schrieben wir:„Unter. b es keinen einzigen Soldaten, der Haß für die Franzosen empfindet.“ Wir fligen dem hinzu, daß auch in Deutschlanc selbst eine gewisse Sympalhle für Frankreich vorhanden ist, das man als ein Opser der selbststichtigen Politik Englands be⸗ trachtet. Von dieser Meinung ausgehend, ist mam geneigt, Frank⸗ reich vieles zu verzeihen oder milder zu beurteilen. 1 Anders als die tiefgehaßten Engländer, werden die Franzosen von den Deutschen nur als Gegner angesehen, die mit jenen gehen. Im allgemeinen hat dieses volkstümliche Gefühl auch seine berech⸗ tigten Ursachen. Trotzdem mehrt sich die Zahl derer, die sagen, daß die wohlwollenden Gefühle für Frankreich zu weit gehen. Vor allem gibt die Haltung der französtschen Presse zu denken. Wir lieben keine großen Worte, aber wir miissen feststellon, daß dieser Kampf mit Verlewendungen, diese Verunglimpfungen widerwärtig sind.“ Der Artikel gibt dann Proben aus der berlichtigten französischen „Noch betrübender ist es, daß s an diesem Syndikat der ge⸗
Rede des Herrn v. Beth⸗ den Deutschen gibt
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Chauvinistenpresse und fährt fort: selbst die ersten Geister Frankreich häfsigen Ausschreitung beteiligt sind. Wir wollen von den Aba⸗ demikern sprechn. Wir weisen nur auf Maurice Barr 23, der, es ift nicht large her, so schöne Bücher geschrieben, und der heute in die Arena des niedrigsten politischen Kampfes hinabgestiegen ist. Wir nennen auch Rene Bäazin, den Verfasser so vieler Romane von gefunder und feinsinniger Gemütsart, und Alfred Capus, der uns nicht mehr zur Heiterkeit anregt wie ehemals. Und— die Feder sträubt sich fast, den Namen zu schrelben— wir sehen selbst den besten. unter den zeitgenössischen französischen Schriftstellern, Anatole France, in der Clique der Gescheiterten. Es ist keine Literatur mehr, die diese Herren erzeugen, es ist nur ein Gemisch von Verleumdungen in französtscher Prosa. Wir wollen die Frango⸗ sen nicht schmähen und sie auch nicht verantwortlich machen für die geschilderten Zeitungsartikel, aber wir sind genötigt, festzustellen, daß sich der von jenen Blättern unaufhörlich gepredigte Haß im Herzen des Volkes und der Behörden festgesetzt hat.“
Hierfür werden die Verurteilung deutscher Aerzte und andere Dinge angesührt, worauf es danm weiter heißt:
„Diese Journalisten, die noch niemals die armen Verwun⸗ deten gesehen haben, die vom Schlachtfelde geführt werden, die noch keinen Augenblick unter den krepierenden Haubitzen verbracht haben, die den Krieg nur von weitem kennen, würden in vielen Fällen zu feige sein, sich einer andern Wasse als der Feder zu be⸗ dienen. Wir können für diese Art Krieger niedrigster Sorte nur unsre Verachtung ausdrsicken.
Vom obersten Heerführer bis zum jüngsten Rekruten haben alle Soldaten Achtung für ihre Gegner; sie fühlen sich gewisser⸗ maßen als Waffengefährten. Der deutsche und der franzö⸗ sische Soldat wissen beide,
atin war ein arges Stückchen.
daß sie dieselbe höchste
ee
hr Vaterland erfüllen, daß sie
licht gegen i Pflicht gegen zu all den Briefen fr
Leben weihen! Und was sagt man 31 sischer Kriegsgefangener, die ständig die gute Behandlung lo die sie in Deutschlamd genießen. Wenn jene erst einmal Frankreich zurückkehren, werden sie ihren Landsleuten die öffnen. Sie werden es laut verkünden, daß sie keine graufan Barbaren, keine wilden Stämme augetroffen haben, sondern im Gegenteil eine gerechte und gültige Bevölkerung. 1 3 5
Das könnte uns dazu führen, zu glauben, daß es später lich sein wird, gute Beztehungen zu Frankreich 3 unterhalten, vorausgesetzt, daß Frankreich dazu kommt, d Eigenschaften des Volkes, das es bekämpft, mit denen seiner eig Verbündeten zu vergleichen.
Die tapferen Helden der Feder haben noch nir klärung über den wahren Wert ihrer russtschen Freunde And andern Verbündeten zu verbreiten. Obwohl wir schr wohl wissen, daß das offizielle Frankreich nicht so uns chuldig an dem Kriege wie es glauben machen will, sühlen wir uns frei von Haß n Rohelt. Wir warten kühl und geduldig, bis sich die öffentlich Meinung gegen uns in Frankreich voll ständig gewendet und Vol und Presse endgültig den Weg schenutziger Verleumdung giftigen Hasses verlassen haben wird.“
Belgiens Neulralitätsbruch vor dem
Reichstage. 3
Wie die Braunschweigische Landeszeitung erfährt, werd e dem Reichstage nach seinem Wiederzusammentritt Dokumen über Belgiens Militärbudget und sein Uebereinkommen mi den Mächten der Tripleentente vorgelegt werden. Es damit der Oeffentlichkeit der Beweis erbracht werden, daß belgische Neutralität von Belgien selbst lange vor Ausbruch des Krieges gebrochen worden sei.. 1
Die Nachwahl in Metz. 4 Die Regierung hat das Mandat des seitherigen Reichstags abge⸗ ordneten Dr. Weill deshalb für erloschen erklärt. weil diese seines Staatsbürgerrechts für verlustig erklärt worden ist. dadurch notwendigen Reichstagsersatzwahl darf man mit Int eutgegensehen, falls die Partesen nicht, wie dies dem Bu frieden entsprechen würde, die Vesetzun des Mandats de Sozialdemokratie zugestehen sollten. Die Reschslande haben in Jahre 1874 erstmalig Vertreter zum Reichstag gewählt, damal stegte in Metz der Abg. Dupont de Loges mit 13 054 Stimmen. bezeichnete sich als Wild⸗Kleritaler. Die Nationalliberalen, ebenfalls einen Kandidaten aufgestellt hatten, brachten es auf 2 Stimmen, die wohl in der Hauptfache von den eingewanderten Be amten herrührten. Von 1877 bis 1882 vertrat den Kreis der Pro testler Bésancon, dem eim anderer Kandidat überhaupt entgegengestellt wurde; die deutschen Beamten libten Stim haltung. Besancon starb 1882, für ihn wurde dann der Protestler Antoine gewählt. 1884 und 1887 standen sich zwei Protest gegeniber, beide Male siegte Antoite, der damn am 11. März 1 sein Mandat niederlegte. In der Ersatzwahl wurde der Protef Belles gewählt, der auch bei den Hauptwahlen von 1890 er blieb. Bei dieser Wahl stellte die Sozialdemokratie einen Kand⸗ daten auf, der es auf 717 Stimmen brachte. 1893 erschtenen ö den Sozialdemokraten auch die Antisemiten auf dem Plan. Sozialdemokratie, für die Liebknecht kandidier brachte es auf Stimmen, die Antisomiten auf 3407; gewählt
nicht gewagt, Al
mii
licht 8
1 55 der Protest Dr. Haas(Metz) mit 9895 Stimmen. Dr. Haas legte sein Mande aber 1 am 18. Oktober 1895 nieder und fand einen Nachfolg in dam Prot kratische Stimmengahl auf 382 362 Stimmen und hatten dami 1 kam der sozialdemokratische Kandidat mit Person in die 0 Letzterer siegte mit 7445 Stimmen gegen den Genossen Martin 440 Stimmen erhielt. 1903 erhielt Jauweg(fraktionslos) 10 Stimmen, das Zentrum 4419, die Sozialdemokratie 5490 Stimm ersterer war gewählt. 1907 erhielten im ersten Wahlgang: Gr.
Es keiner Partei) 9723, Dr. Jovet(Zentrum) 8956, Schle Soz.) 8043 Stimmen. In der Stichwahl siegte Gregoire
12 919 Stimmen über das Zentrum, das es auf 12 693 S nit brachte. Im Jahre 1912 stsog die Stimmenzahl der iald kratie auf 11 102, der lothringische Kandidat erhielt 11 602, ein raler 7318 Stimmen. In der Stichwahl siegte dann Weill f 15 885 Stimmon, der Lothringer erhielt 12 840 Stimmen.—
Stimmenzahl der Sozialdemokratie ist somit in diesem Kreise Wahl zu Wahl stelig gostiegen und dieser Umstand läßt er daß das Mandat, komme es nun, wie es wolle, in unserm 8
bleibt. Ueberfluß an Fleisch. ö In den Landesteilen, wo bisher die Schweinezucht star betrieben worden ist, weiß man mit den Ferkeln nicht recht wohin. Prof. Dr. Neumann in Herford sucht jetzt in eine Veröffentlichung der Bevölkerung Nordwestdeutschlands den Spanferkelgenuß annehmbar zu machen. Dem Volke werd
1, die Antisemlten gingen zurlick g t in diesem Kreise An A 8
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den Leichnam betrachtete, schien er in Nachdenken versunken, bis er zuletzt nach der Sitte seines Volkes eine Totenklage zum Lobe des Geschiedenen begann.
Afraja erhob sich und deutete auf die Spuren ver- schiedener Füße. ieh hier,“ sagte er,„das waren Männer, die feste Sohlen an ihren Stiefeln trugen, und hier erblickst du Hufe von Pferden.— Es waren zwei Pferde und drer vier Männer.“— Er blickte aufmerksam. hin, verstummte, stand auf und bückte sich. Dann ging er auf das Felslager, betrachtete es und sah die Blutstropfen an, welche den Stein benetzten.„Mortuno schoß,“ murmelte er,„aber sein Kopf war schwer.“ Noch einmal kehrte er zu der Leiche zurück, und nach ihrer Lage schien es ihm gewiß zu werden, daß die töd— liche Kugel von einer andern Seite kam.
Nun lief er nach dem Felsstück, hinter welchem Olaf ge⸗ zielt hatte, und plötzlich nahm er etwas auf, das im Winkel lag. Es war ein kleines blaues, mit roten Fäden gesticktes Tuch; auf der Stelle erkannte er, wem es gehört hatte. Der Stab fiel ihm aus den Fingern, er hielt den Fetzen mit beiden Händen vor sich ausgestreckt, gedankenlos, stier, als könne er nicht glauben, was seine Augen sahen.
Da bellten Hunde an der Elf, und aus der Tiefe ihrer Schlucht sprangen Männer in braunen Kitteln. Die Hunde heulten laut, wie sie an dem alten Häuptling aufsprangen. als wollten sie ihm Unheil verkündigen; die Männer sahen wild und entsetzt aus. 5
„Guter Vater!“ schrie der vorderste,„was ist geschehen — o! was ist geschehen!? Deine Gamme ist leer, deine Tochter haben Räuber genommen. Alles liegt zerschlagen, das weiße Tier, das Gulas Freude war, hat ein Messer ge— stochen. O! wehe, wehe! was sollen wir tun?“
Da brach Afrajas Mut zusammen. Seine Fäuste ballten sich und streckten sich in ohnmächtiger Wut zum Himmel. Hohn, Grimm und Verzweiflung malten sich in seinem Ge⸗ sicht. Seine Augen wurden groß und flammend, seine Lippen zitterten, er konnte keine Worte finden.—„Verflucht ihr alle!“ kreischte er endlich.„Verflucht in deinem Himmel!
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schlecht, falscher Jubinal, so helft mir, die ihr im Erdfeuen wohnt!“— Er stieß einen wirren Schrei aus, fiel mit de Gesicht zu Boden und faßte mit seinen Händen in Stein un Staub. a Was halfen da Trostworte und Klagen. Endlich hob Johann auf, der alte Mann schien in einem fast füh Zustande zu sein. Er antwortete auf keine Anrede; fein Diener trugen ihn dem Kilpis zu. Andere verfolgten mn ihren Hunden die Spuren der Räuber. Marstrand schloß fil voll Zorn und Abscheu ihnen an.
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8. 1 An der Lyngenkirche wurde zwei Tage darauf der geb Herbstmarkt gehalten, und damals gab es keinen bedeuten deren im ganzen Lande. Von allen den vielen Sunden und Fiorden, von den Inseln und Außeninseln bis nach Soröe hinauf kamen manche der kleinen Anbauer, Quäner, ange siedelte Bölappen, Kolonisten und Fischer, um ihre Win 5 eintäufe teils bei den Kaufleuten, noch mehr aber bei den Feldlappen selbst zu machen, die mit ganzen Herden fe Renntiere, mit Pelzwerk, Häuten, Mützen von Otte Komagern, Taschen, Gürteln und starken Riemen und Le leinen von ihren Bergen herunterstiegen. Auch sie woll Handel und Wandel treiben, ihre Vorräte versilbern obs vertauschen und mit Pulver und Blei, Leinenstücken um Wollendecken, Nadel und Zwirn, Stahl und Eisengere aller Art, vorzüglich aber auch mit Mehl und Brannkwe ihre Winterlager versorgen. Der Herbstmarkt war für abt diese Menschen der entscheidende Wendepunkt ihrer vorneh 1 lichsten Leiden und Freuden. All ihr Sinnen ging date hin, zu sammeln und zu sparen, um auf dem Lynge kaufen und verkaufen zu können, und jedenfalls wa Lappen die Hauptsache dabei, denn die Märkte Lappenmärkte, und damals, wo das unglückliche Volk imm, noch achtzigtausend Köpfe zählte, war der Verkehr w größer, wie er jetzt ist, wo kaum der sechste Teil meht zu versorgen bleibt. 33
mußte groß sein; doch er wußte ihn zu tragen. Während er
Verflucht auf deinem Wolkenthron! Verrätst du dein Ge⸗
(Fortsetzung folgt.)
stler Plerson; bel dieser Nachwahl stieg die sostastem
vorzul schädic A
Stelle Schültz Kräfte graben müsse
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Selbst
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