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11.1.1915
 
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Organ für die Juteressen des werktätigen Volkes

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r Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Oberbessische Volks * 8 1 e e e 5 10 Redaktion und Expedition Inserate kosten die 6 mal gespalr Kolonelgeile oder deren Raum 15 Pio.

N Uta. einschl. Bringerlobhn Durch die Bost begogen vierteljährl. 1 80 Mk. 1 e 7008. ee 1 e e 2 Na Keen, Nr. 8 f g 5 Gießen, Montag, den 11. Jauuar 1915 10. Jahrgang

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Die Arbeiter⸗Internationale.

Der Krieg hat lähmend, zum Teil auch zerstörend auf di Tätigkeit und Organisation der sozialistischen eee nale eingewirkt. Es war vorauszusehen, daß die bürgerliche Presse er Parteischattierungen sowie die christlich-nationalen und gelben

beiterorgane ob dieser Kriegswirkung ihre volle Genugtuung ssprechen würden. Das geschieht denn auch. Was an Spott und Sheit aufgebracht werden kann, wird jetzt auf die Sozialdemo tie ausgeschüttet. Trotz des sogenannten Burgfriedens! Die bezeichnete Presse fühlt, daß der sozialistischen Arbeiterinternatio nale durch den Krieg ein schwerer Schlag versetzt worden ist, und su nutzt die Gelegenheit aus, ihren Mut an der Sozialdemokratie be zu kühlen gerade jetzt, wo sie weiß, daß die sozial⸗

okratische Presse an eine gründliche Abwehr nicht denken kann.

ch an dieser Stelle können wir den Angreifern nicht die Antwort

9 15 5 wir geben möchten, aber an einige Tatsachen sei doch er

Der Krieg hat alle Beziehungen der Völker untereinander

trs, lh g istört, die sozialistische Arbeiterinternationale macht keine Aus⸗ chen, nahme Selbst das so festgefügte Lehrgebäude der internatio⸗ en. nalen katholischen Kirche hat schwere Erschütterungen

etfahren Und während das Oberhaupt dieser Kirche um den 8. leden der Welt betet, flehen und beten die katholischen Laien und Riester bis zu den Bischöfen hinauf in den einzelnen kriegführenden Saaten um den Sieg der Waffen. Um den Sieg der einen Nation über die andere! Die Zentrumspresse hat also dle Ursache, sich weniger um die sozialdemokratische, als um die kholische Internationale zu kümmern. Und der ihr nahestehenden istlichen Gewerkschaftspresse wird es viel schwerer fallen, die istliche internationale Gewerkschaftsbewegung die jetzt auch erschwunden ist erneut ins Leben zu rufen, als sie sich das de kt. Man muß sich wundern, daß sie sich über die Lähmung der Maldemokratischen Arbeiterinternationale so freuen kann, da doch ö eigene internationale Verbindung noch größeren Schaden als ne erlitten hat. Nicht ein Restchen dieser Verbindung besteht hr. Den Organen der gelben Werkvereine haben wir folgendes t sagen: Der Krieg hat, wie schon gesagt, die Beziehungen der e untereinander gestört, weniger aber die internationalen Be⸗ gehungen der Kapitalisten und Spekulanten. Zum Beispiel ist el ausländisches Kapital in der rheinisch⸗westfälischen Montan⸗ bustrie investiert, einige Werke befinden sich ganz im Besitz aus⸗ ischer Kapitalisten. Riesig lang ist die Liste der ausländischen ren in den Aufsichtsratsstellen und sonstigen Posten in der bntanindustrie. Wir haben bis jetzt nicht gehört, daß diese aus⸗ adischen Herrschaften, die aus der Ausbeutung deutscher Arbeiter ite Profite schmieden, aus der rheinisch⸗westfälischen Industrie sahsgeschaltet worden sind. Im Gegenteil, diese kapitalistische ternationale hat sich als so festgefügt erwiesen, daß selbst der eg vorübergehen wird, ohne das bisherige Verhältnis aufge⸗ ben zu haben. Und was wir der gelben Presse ganz besonders Stammbuch schreiben wollen, ist, daß die gelben Werkvereine n den in der Montanindustrie mitwirkenden ausländischen Kapi⸗ tlisten mit erhalten werden; nicht nur vor dem Kriege war das e Fall, so ist es nochheute! Die Gelben sind also am wenigsten Aan über die internationale sozialistische Arbeiterbewegung zu hitteln. Der Krieg wird zu Ende gehen. Die Regierungen werden die ute unterbrochenen internationalen diplomatischen Beziehungen Reber aufnehmen, die Nationen werden den gestörten internatio⸗ nen Handel wieder in die Höhe zu bringen versuchen, die eng⸗ N 1 en, französischen, russischen, österreichischen, türkischen und deut⸗ n Geschäftsleute richten ihren gegenseitigen Verkehr in, alter se wieder ein: was an religiösen Gütern zugrunde ge Argen ist, wird die Kirche wieder aufbauen. Kurz und gut, es Ard wieder so werden wie vor dem Kriege. Und da der Jem pf zwischen Kapital und Arbeit durch den Krieg micht Krschwindet, unseres Erachtens nicht einmal eine Linderung

anger, ahren wird, werden die klassenbewußten Arbeiter aller Länder, stochtt, E(die Dinge liegen, nicht nur ihre nationalen Organisationen ln, i stärken, sondern auch ihre internationalen Beziehungen wieder u Le Auknüpfen haben Was zur internationalen Solidarität der Ar⸗

nter geführt hat, ist durch den Krieg nicht b eseitigt worden.

(fer selbst wird sogar das Verhältnis zwischen den Arbeitern ir Länder erst recht innig gestalten. Die Schrecken des seges sind zu nachhaltig, als daß die vernünftig denkenden Ar⸗ ter nicht wüßten, welche Lehren sie aus ihnen zu ziehen hätten. un sich die bürgerliche U n tut sie gut, mit ihrem Spott und Hohn gegen die sozialdemo⸗ ische Arbeiterinternationale zurückzuhalten. Diese Inter⸗ tonale ist durch den Krieg geschwücht worden, aber sie ist nicht sie wird zum Leidwesen der Arbeiterfeinde erneut gesunden schließlich auch die Mission erfüllen, die sie zu erfüllen hat.

England und Amerika.

Wie der Nieuwe Rotterdamsche Courant aus London meldet, did der Times aus Washington gedrahtet:. Es hat hier großes Aufsehen erregt, daß wir(die Engländer Denver angehalten haben, ein Schiff, das ein Ladung aumwolle für Bremen hatte und aus Norfolk abfuhr mit einem sertifikat des englischen Konsuls, daß sich keine Konterbande an d befinde Man fürchtet, daß die Beschlagnahme dieses Schiffes vornherein kundmachen wolle, daß England nicht vermöge, 81. merikanischen Plan anzunehmen, nach dem die amerikanischen Jolle mien ein Zertifikat bezüglich der Fracht abgeben, um auf die deise den Aufenthalt auf See zu vermeiden. Erst, bestand der Plau, Tore und Luken der Frachträume durch englische und amer! ische Behörden versiegeln zu lassen. Ein anderer Grund 50 kemeinen Iuteresses des Schicksals derDenver ist die Art 555 dacht. Im ganzen Stiden Amerikas wird eine eifrige deutsche Mon den Eindruck stärlen, daß trotz der durch England gegebanen

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Presse vor Enttäuschungen bewahren will,

ungen der Baumwollhandel mach Deutschland durch Eng⸗

5 Eranzösische Angriffe.

land belästigt werden solle. Mit jedem Tag wächst in der Tat die Gefahr, daß die Mißverständnisse hinsichtlich der Handelsangelegen⸗ heiten zwischen England und Amerika wachsen, wenn nicht rasch eine Aenderung durch verschieden Fragen gefunden wird. Man muß nicht allein in Amerika Handelskonzessionen machen, die sich mit dem Kriegszustand vertragen, sondern man muß auch eine gang genaue Grundlegung der Verhältnisse geben. Warum zum Beispiel wurde dieDenver mit Beschlag belegt? Wenn dafür kein ganz triftiger Grund angegeben werden kamm, wird man stets geneigt sein, anzu⸗ nehmen, daß wenn England auch nicht direkt den Baumwollhandel belästigen will, so doch willkürlich auf bloße Verdachtsgründe hin vorgeht. In England freundschaftlich gesinnten Kreisen wird darauf angespielt, daß die Engländer aus Nervosität übermäßig ängstlich seien und daß unser Verdacht, es läge Schmuggelei vor, mehr auf Mutmaßungen als auf Tatsachen beruhe. So weit bekannt ist, hat die englische Regierung bis jetzt noch keinen positiven und annahm⸗ baren Beweis für die unerlaubten Praktiken der amerikanischen Exporteure geliefert. Wenn der Eindruck an Boden gewinnt, wird ex ums viel Schaden verursachen.

Die Mefnungsverschiedenheit über die Konterbande ist nicht die einzige, mit der wir gegenwärtig zu tun haben. Es steht ziemlich fest, daß eine Reibung durch den Ankauf deutscher Schiffe durch Amerika entstehen wird. Ich habe Grund zu glauben, daß die amerikanische Regierung bereits weiß, daß England gegen den An⸗ kauf derDacia protestieren wird, wenn dieses Schiff unter ameri⸗ kanischer Flagge den früheren Handel nach Deutschland fortsetzt. Die Möglichkeit, daß der Gesetzentwurf betreffend den Ankauf von Schiffen durch die Regierung angenommen wird, kann nicht außer⸗ halb der Betrachtungen gelassen werden, und er wird, wie Senator Root sagte, bei seiner Annahme die Gefahr für manche Verwick⸗ lungen entstehen lassen. Gleichzeitig verdoppeln die deutschen Propagandisten ihre Versuche, indem sie fortdauernd Ströme von Broschitren und andere Lektüve über das Land ergießen, und sie nehmen sich der Zeitungen auf eine Weise an. die der Organisation und der Geldunterstützung einer Kampagne für die Präsidentenwahl alle Ehre machen würde. Der Zweck ist nicht mehr, nur moralische Unterstützung für Deutschland zu erreichen, sondern man trachtet danach, greifbare Resultate zu erzielen. Sie wollen ein Aussuhr⸗ verbot von Kriegsmaterial nach den Ländern der Tripleentente zu erhalten suchen und sie wünschen, daß die Regierung einzelne ihrer Dampfschisse ankaufen solle. Weiter wollen sie die öffentliche Mei⸗ nung bearbeiten, um einen Teil der demnächst erfolgenden deutschen Anleihen zu übernehmen, und vor allem eine Stimmung entstehen lassen, die der Spannung zwischen England und den Vereinigten Staaten förderlich ist.

Englische Zensurfrechheiten.

Als neues Beispiel, mit welcher Dreistigkeit die Zensur der neutralen Post von den Engländern gehandhabt wird, teilt das Berl. Tagebl. folgendes mit:Ein Freund von mir, Holländer, der seit Jahren in Buitenzorg auf Java wohnt. und für gewisse Zahlungen ein Konto auf der Dresdner Bank in Steglitz unterhält, wollte seinen Verwandten, deren Söhne im deutschen Heer im Felde stehen, Ueberweisungen machen und schrieb zu diesem Zweck von dort aus an die Bank. Dieser Brief ist in London geöffnet worden und mit dem bekannten ZenfurvermerkOpened by Censor wieder zurückgeschickt worden, so daß bis jetzt die Ueberweisung unmöglich war. Dieser Fall zeigt wieder einmal, daß die Engländer vor einer Durchsuchung der Briefsäcke, die von einem neutralen Lande kommen, nicht zurückscheuen. Es bedeutet gleichzeitig einen Eingriff in die Rechte der neutralen Staaten, speziell Hol lands; denn die Briefe von den holländischen Kolonien gehen über Holland, scheinen aber von den Engländern abgefangen und zensuriert zu werden. Es paßt dies vortrefflich zu der Zenfur, die sich die Engländer über Postsendungen anmaßen, die über Holland von hier aus ins neutrale Ausland gehen. (Der Fall würde an Interesse gewinnen, wenn man wüßte, ob diese Sendung auch mit einem holländischen Dampfer befördert worden ist. D. Red.)

Deutsche auf italienischen Schiffen.

Berlin, 8. Jan.(WB. Nichtanntlich.) Die Norddeutsche Allge⸗ meine Zeitung schreibt: Die französischen Streitkräfte haben neuer⸗ dings das Vorgehen gegen die auf neutralen Schiffen veisenden Reichs angehörigen noch verschär 16575 auch in solchen Fällen, in denen die deutschon Reisenden nicht nach Deutsch⸗ land heimkehren, sondern nach überseeischen Gebieten sich begeben wollen, also für eine militärische Verwendung nicht in Betracht kommen. Ueberdies wurde die Grenze des wehrpflichtigen Alters von 45 Jahren auf 50 Jahre hinaufgesetzt. Mit Rlicksicht hie vauf schließen jetzt die italienischen Schiffsgesellschaften alle männlichen Personen unter 50 Jahren von der Beförderung mit ihren Dampfern aus.

Der Hirtenbrief des Kardinal Mercier.

Berlin, 8. Jan.(W. B. Amtlich.) Die Norddeutsch⸗ Allgemeine Zeitung bringt heute folgendes Communiqus: Der Erzbischof von Mecheln, Kardinal Mercier, hat zu Weihnachten einen Hirtenbrief erlassen, der seiner Weisung nach am 1. Januar und den darauf folgenden Sonntagen von den Kanzeln verlesen werden sollte. Der Hirtenbrief enthält neben seinen rein religiösen Dar legungen eine Reihe von politischen Ausführungen, die sich mit dem gegenwärtigen Zustand der, Okkupation nicht bertragen und es daher den deutschen Behörden zur Pflicht

machen, gegen seine weitere Verbreitung einzuschreiten. Hierauf vom Generalgouverneur aufmerksam gemacht, er⸗ klärte der Kardinal schriftlich und mündlich, daß es ihm ferngelegen habe, durch seine Kundgebungen aufreizend zu wirken. Er sei im Gegenteil von der Absicht geleitet, die Bevölkerung zu beruhigen und sie unter Schonung ihrer patriotischen Gefühle zur Botmäßigkeit und äußerlichen Unterordnung unter die bestehende deutsche Gewalt zu er⸗ mahnen. Da aber der Generalgouverneur über den Hirten⸗ brief anderer Ansicht sei und von ihm eine aufreizende Wir⸗ kung besorge, so bestehe er nicht auf der Aus füh⸗ rung seiner Weisung an die ihm unterstellte Geist⸗ lichkeit, den Hirtenbrief fernerhin zu verlesen und zu ver⸗ breiten. Verlesung und Verbreitung des Hirtenbriefes untersagt. Hiermit kann die Angelegenheit als erledigt angesehen werden.

Guten Eindwvuck macht eine in Italien bekaumtgegebene Depesche des Deutschen Kaisers an den Papst, die die Behauptungen von einer Verhaftung des Kardinals Mercier dementiert und fest⸗ stellt, daß die deutschen Behörden den Kardinal lediglich ersucht hätten, die deutschfeindliche Propaganda zu beschwichtigen. Die Veröffentlichung dieser Depesche wird dazu beitragen, der Auf⸗ regung der deutschfeindlichen Blätter Italiens in dieser Angelegen⸗ heit ein Ende zu machen. 0

Albanisches.*

Der Aufstand.

Die Aufstandsbewegung soll sich auf ganz Mittelalbanien

von San Giovanni di Medua bis Vojussa ausgedehnt haben.

Die aufständischen Muselmanen sollen die Durchfuhr nach

Montenegro gewaltsam verhindern. Italien hat den Kreuzer

Piemonte nach San Giovanni gesandt. In Berat soll die

türkische Flagge gehißt und darauf der Gouverneur, der Essad ergeben war, geflohen sein.

Griechische Einmischung. Das Erscheinen des griechischen KreuzersHelli vor Durazzo verursacht in den politischen Kreisen Italiens Un⸗

behagen. Da die griechische Kolonie von Durazzo nur einige

wenige Personen zählt, schließt man, daß Griechenland sich als albanische Interessenmacht bemerkbar machen wolle, was Italien nicht dulden könne, da Griechenland nicht auf der Londoner Konferenz vertreten gewesen sei und seine Inter⸗ essen durch die Besetzung von Epirus mehr als befriedigt seien. Oesterreich droht mit Vergeltung.

Der spanische Botschafter in Wien hat die Mehrzahl der in. Oesterreich errichteten Gefangenenlager besucht, trat mit Mannschaften und Offizieren in ungehinderten Verkehr und über⸗

Der Generalgouverneur hatte bereits vorher die

zeugte sich davon, daß deren Behandlung den strengsten Vorschriften

des Völkerrechts und der Humanität entspricht. Nunmehr wird, wie dem Berliner Tageblatt telegraphiert wird, von Oeste rreich⸗Ungarn an die feindlichen Staaten eine befristete Forderung nach einer ebenso zuverlässigen Prüsung des Loses der österreichisch⸗ ungarischen Kriegsgefangenen gestellt werden. Sollte dieses Fest⸗ stellung nicht termingemäß erfolgen oder ein nicht befriedigendes 5 Resultat haben, dann werden, wie an zuständiger Stelle erklärt wird, über die weitere Behandlung der feindlichen Kriegsgefange⸗ nen neue Entschlüsse gefaßt werden. Der Krieg als Lehrmeister.

Die Wiener Arbeiterzeitung schreibt: 5 Lehrmeister und ein, zwei Jahrzehnte nach dem Frieden werden wir noch immer an ihm zu studieren haben. 5

Der Krieg lehrt uns auch wirtschaftlich denken. Die Fürsorge für die Allgemeinheit durch die Allgemeinheit selbst bricht an allen Punkten des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens gewaltig durch. Der Krieg ist ein Uebel, aber ein belehrsames und erzieherisches Uebel: in der furchtbaren Bedrängnis der Volksgesamtheit ersteht auch vor den Augen des Verblendetsten und Blindesten mit einem⸗ mal der große Gedanke: wie gewaltig die Menschengesamtheit und wie armselig neben ihr der einzelne, und wäre er noch so reich oder vornehm! Welch unwiderstehliche Macht ist die Gemeinschaft, schon da, wo sie auf Abwehr und Zerstörung gerichtet ist; wie herrlich wird ihr Wirken erst werden, wenn sie aufbauen und schaffen wird! Wie verständig, wie rationell, wie praktisch, wie wirksam ist vor allem das direkte Schaffen der Allgemeinheit für sich selbst!

Dieses gesellschaftliche System, das nunmehr auch auf das Er⸗ nährungssystem ausgedehnt werden will, ist jedoch kein unbekanntes und namenloses mehr. Wenn auch bis jetzt nur vom Staate anzu⸗ wenden. wenn auch nurStaatssozialismus, so ist es doch das Gesellschafts⸗ und Wirtschaftssystem des Sozialismus. Und wenn es auch heute bloß im Kriege und für seine Dauer berechnet, wenn es auch nur Kriegssozialismus ist, so ist es doch Sozialismus! Das kann nicht mißverstanden werden da es weder proletarisch noch demokratisch ist, ist es auch beileibe nicht Sozialdemokratie. Aber als bewußte Selbstfürsorge der Gemeinschaft trägt es das Grund⸗ merkmal des neuen Systems, für das die Sozialdemokratie kämpft.

Wenn die Waffen rasten, geht ihe Kampf fort; auch sie führt einen ständigen, hundertjährigen Krieg gegen die Erbfeinde des Menschengeschlechtes, gegen Unwissenheit, Krankheit, Armut und Rechtlosigkeit, gegen Ausbentung und Knechtschaft. Gegen sie will sie die menschliche Allgemeinheit mobilisieren und jenen Zustand auf Erden begründen, den sie auf die gesamten gesellschaftlichen Be⸗

ziehungen ausgedehnt Sozialismus nennt und in dem sie die

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Der Krieg ist ein großer