Meeren des Sudens und Nordens, in sernen Kolonten oder auf deutschem Boden, in den Sümpfen des Ostens oder in den Schützen⸗ gräben des Westens, überall betätige es furchterregende Energie und unbeugsame Tapferkeit.„Und gegen ein solches Volk,“ fährt der Artikel fort,„wollen die Narren und Verbrecher in Italien uns hetzen: Dieser unser angeb⸗ licher Feind hält ganz Belgien und acht Provinzen Frankreichs besetzt; er hat die Russen in zwei fürchterlichen Schlachten niederge worfen und ihr Heer der ersten Linie fast total vernichtet. Er hat zwölfhundert Kilometer strategischer Bahnen auf französischem Boden ge⸗ baut, um seinen Offensivmarsch in Frankreich wieder aufzu⸗ nehmen und besitzt nach der Versicherung der Times noch über vier Millionen Mann Reserven, die fast alle der berühmten Landwehr angehören. Und warum sollten wir uns in dies furcht⸗ bare Abenteuer stürzen gegen ein Volk, das uns nie etwas zuleide tat, das über dreißig Jahre unser Verbündeter war, dem wir die Erfolge von 1859. dem wir Venedig und Rom verdanken? Wie konnte dieser plötzliche, dieser blutige Haß gegen diese Nation entstehen?“ Scarfoglio weist auf Italiens Interesse hin, die Slawen von der Adria fernzuhal⸗ ten und mit Oesterreich vereint große Politik zu treiben. „Wir sind fest überzeugt,“ schreibt er,„daß binnen wenigen Monaten Rußland und Frankreich aus dem Konflikt ausscheiden werden. Schon zeigen sich in Rußland zahlreiche Symptome der Kriegsmüdigkeit und Friedensstimmung, und das⸗ elbe wird mit Naturnotwendigkeit in Frankreich eintreten müssen. Je mehr die Illusion der französischen Offensive sich als Trug er⸗ weist und die Franzosen die. Unmöglichkeit des Marsches nach Berlin erkennen, desto offener wird sich die Wahrheit bahnbrechen, die Wahrheit, daß dieser ganze entsetzliche Krieg mit seinen unermeßlichen Opfern an Menschenleben und Volkswohlstand ein⸗ zig und allein geführt wird, um das Weltreich Eng⸗
land von deutscher Konkurrenz zu befreien. Diese Erkenntnis wird den französischen Geist schrecklich lähmen. Trotz
der tönenden Phrasen Vivianis wäre es Wahnsinn, anzunehmen, daß Frankreich England zuliebe das Los Belgiens teilen wollte. Der Sommer wird darum kaum ins Land gehen, ohne daß der unge⸗ heuere Konflikt auf seine natürlichen Grenzen, nämlich auf ein englisch⸗deutsches Duell zurückgeführt sein wird.“ Scarfoglio schkießt mit dem Hinweis auf ein kanftiges besse⸗ res Verständnis zwischen Italien und Oesterreich, die angesichts der gewaltigen Weltprobleme ihren kleinlichen alten Groll endlich begraben und vergessen werden, um zusammenzu⸗ arbeiten. Das seien die großen Ziele, auf die man den Geist der Italiener hinlenken müsse. Ihn durch beständige Lügen aufhetzen und benebeln, sei ein Verbrechen, denn das Eingreifen Italiens hätte heute keine andere Folge, als die große Menschen⸗ schlächterei noch um ein paar weitere Monate zu verlängern.
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht
Wien, 7. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 7. Januar
nachmittags: An der ungarisch⸗galizischen Front herr scht Ruhe. In den höher gelegenen Gebieten ist leichter Frost
und Schneefall eingetreten. Am Dunajec und in Russisch⸗Polen stellenweise Geschütz kampf.— Die im Karpathen⸗Vorlande der süd lichen Bukowina vorgeschobenen Sicherungstruppen wurden vor überlegenen feindlichen Kräften näher an die Hauptpässe zurückgenommen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Kriegspressequartier, 7. Jan. Das noch anhaltende Tauwetter und die heftigen tagelangen Regen- güsse haben den ganzen polnisch⸗galizifchen
Kriegsschauplatz in ein Meer von Kot verwandelt, das jegliche Bewegung hemmt. Die Ruhe auf der ganzen Linie von der unteren Weichsel bis zum Uszoker⸗Paß dauerte tags⸗ über an. Selbst die Karpathen sind schneefrei; über ihre Hänge strömen überall förmliche Sturzbäche, die in den Tälern Hochwasser hervorriefen. Dazu herrscht vielfach starker Nebel, der im Verein mit den anderen Umständen jede Gefechtsmöglichkeit verhindert.
Frhr. Kurt v. Reden, Kriegsberichterstatter.
Die Kämpfe mit den Russen.
Wien, 7. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Fremdenblatt hebt hervor, daß der Vorstoß der Kussen gegen den Südflügel der
Verbündeten bislang keinerlei Erfolg schwere Verluste verursacht strategisch etwas ausgerichtet habe. wie vor die Zügel der Geschehnisse in der Hand und setzten ihre operativen Absichten durch. Das verdanken sie vor allem ihrem einheitlichen Zusammenarbeiten. Während auf dem Südflügel der Anprall der russischen Massen an einem starken Damm zerbrande, dringe im Norden das deutsche Schwert immer tiefer in den Leib des Gegners. Da der Sucha⸗ Abschnitt, parallel zur Rawka, durchschnittlich 10 bis 15 Kilometer von ihr südöstlich sich hinziehe, sei der deutsche Vor⸗ stoß um ebensoviel weiter ostwärts gedrungen und neuerlich ein Keil in die russische Widerstandskraft getrieben worden, die in ihrem Gefüge aufgelockert und zermürbt weroͤe. An die Meldung der Basler Nachrichten über die Weihnachtsruhe der russischen Garden anknüpfend meint das Fremdenblakt, daß hiermit nur die Tatsache des erzwungenen Rück zagers, vielleicht sogar der völligen Erschöpfung der Kampfkraft verschleiert werden solle. Die weitere Meldung aus derselben Quelle, daß aus ganz Rußland neue Regimenter in den Raum von Warschau vorgeschoben würden, bedeute ein Eingeständ⸗ nis, daß die Kämpfe am Nordflügel die Russen bereits ungeheure Verluste gekostet und daß sich die fortschreitende Eindrückung des rechten Schlachtflügels der Heeresleitung stark fühlbar mache. Eine andere Frage sei es, ob die neuen russischen Regimenter einen voll⸗ wertigen Ersatz für die Verluste bedeuteten und ob sie angesichts der andauernden Verschärfung der taktischen und operativen Verhält⸗
*
nisse noch eine Wirkung haben könnten. Amerika und England.
Die Antwort auf die amerikanische Note.
„Morning Post“ erfährt aus Washington, der ameri⸗
kanische Botschafter in London teile den Inhalt von Greys Antwort auf die amerikanische Note folgendermaßen mit:
gehabt habe, daß er und ebensowenig taktisch wie
Die Frage nach dem Recht der englischen Marine, ameri⸗ lauische Schiffe zu durchsuchen, beantwortete England
sreundschaftlich; die englische Regierung halte aber au dem Standpunkt, daß England berechtigt sei, Artikel von der Liste der bedingten Konterbande in die der abso— luten Konterbande zu versetzen, fesst. Die englische Note werde in den nächsten Tagen in Washington überreicht wer— den. Deutschland hoffe, die Vereinigten Staaten wür⸗ den in der Lage sein, die englischen Bestimmungen zu mil⸗ dern, so daß Deutschland Zufuhr an vielen Artikeln, deren es dringend bedürfe, bekommen köune, namentlich an Futter⸗ mitteln; Deutschlands Futtermittelvorräte würden bald er⸗ schöpft sein. Angeblich sollen große Konservenfabriken West⸗ amerikas gewaltige Aufträge von Deutschland bekommen haben; sie köunten aber nicht garantieren, daß es jetzt ge⸗ lingen werde, die Waren zu verschiffen.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen.
*
Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Vereinskalender. Samstag, 9. Januar. 5 Gießen. Buchdrucker. Abends ½9 Uhr Hauptversamm⸗
lung im Gewerkschaftshause. Wieseck. Gesangverein % Uhr Generalversammlung im Vereinslokal. pünktlich erscheinen! Sonntag, 10. Januar. Gießen. Gemeinde⸗ und Staatsarbeiterver⸗ band. Nachmittags 3 Uhr Generalversammlung im Gewerkschafts⸗ hause. Kassenbericht und Neuwahl des Vorstandes.
Bekanntmachung. Mit der Schnakenvertilgung wird in den nächsten Tagen durch Ausbrennen der Keller begonnen werden. Gießen, den 6. Januar 1915.
„Sängerkranz“. Abends Zahlreich und
Die Verbündeten hätten nach
Bekanntmachung.
Die hier ansässigen Ehepaare, welche im laufenden Jahr das Fest der goldenen Hochzeit begehen und Anspruch auf Zuwendung der Gabe aus dem im Jahre 1879 anläßlich der goldenen Hochzeit des Deutsch Kaiserpaares errichteten Stiftung erheben wollen, werden hierdurch aufgefordert, sich alsbald bei der Bürgermeisterei zu melden. g 1 Gießen, den 4. Januar 1915. g Der Oberbürgermeister: ö Keller.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. (Forstwartei Gießen I, Forstwart Brück-Rödgen.)
Montag, den 11. Januar 1913, vormittags 9½ beginnen, wer⸗ den in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Rain und Hubertusbrunnen(Abt. 50a, 51a und 54) versteigert:
264, Rm. Buchen⸗Scheitholz, 24,5 Rm. Eichen⸗Scheitholz, 1 Rm. Erlen⸗Scheitholz, 1 Rm. Aspen⸗Scheitholz, 58,6 Rm. Buchen⸗ Knüppelholz, 9,5 Rm. Eichen⸗Knüppelholz, 3460 Wellen Buchen⸗ Reisig, 190 Wellen Eichen-Reisig, 46,8 Rm. Buchen⸗Stockholz. 48 Rm. Eichen⸗Stockholz. 3 1
Die Zusammmenkunft ist auf der Wannenschneise an der Kreu⸗ zung mit der 8. Schueise.
Gießen, den 4. Januar 1915.
Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald.
Verstorbene. Clara Lor sch in Alsfeld.— Elisabeth Lich in; Gießen, 90 Jahre alt.— Karl Schmidt in Großen⸗Buseck, 70
Freie Turnerschaft
leßen. Samstag, den 16. Januar, abends 8 ½ Ahr, im Gewerlischaftshaus(Doppelzimmer)
General⸗Versammlung.
ersucht
24
In Anbetracht der sehr wichtiger Tagesordunn. ker gan
um vollzähsiges Erscheinen Der Vorstand. Jologischen
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Al- Aeder dlesseh! Anschlu
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Direktion: Hermann Steinagoetter 11 7 19 ee 0 72 055 1 39 5 guter Familie, an e„ eb. 1„ hö.
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Geselligkeit. Schriftliche Angebote
unter H. H. 20 an die Oberhess. kunkeil es
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zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desdewerkschaftshauses un- terstützt der Arbeiter sein eig. Leim
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