Ausgabe 
8.1.1915
 
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1 650 000 an.

Gräben hergestürmt kamen, sodaß die Russen i

Zeit hatten, ihre Toten fortzuschaffen. Die 50 0 fl ziere feuern ihre Leute zum Siege an. Man kann sich kaum ein Bild von dem fürchterlichen Anblick dieser Kämp⸗ ser machen, die geschlossen beim Aufleuchten der Scheinwerfer vorstürmen, die Augen weit aufgerissen, mit wilden Blicken . 8 Spitze, stürzen sie unter

ein as 1 i r Feuer der russischen

Die bisherigen Verluste der Russe.

Der Pariser Matin gibt die Zahl der Verluste der R an Toten, Verwundeten bis zum 22. 1 1914 1555

8 ne e Kriegs⸗Kosten.

en, 7. Jan.(Privattel. T. U.) Die Korresponde* schau meldet: In den ersten 10 Kriegswochen hat 259 an russischen Angaben die russische Staatsschuld eine Steigerung von 1714 Millionen Rubel erfahren. Die Kriegskosten belaufen sich bis zum 13. November auf 1785 Millionen Rubel. Täglich kostet

der Krieg(vor Eintritt des Kriegszustandes mit der Türkei) an

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5 militärische Distrikte geteilt.

Bucht vier englische Kriegsschiffe

um unsere Truppen zu erreichen, und

14 Millionen Rubel. . In Erwartung der Invasion. Amsterdam, 7. Jan.(TU.) Wie aus einem Timesbericht

hervorgeht, gibt England seiner Bevölkerung jetzt auffallende

Verhaltungsmaßregeln für den Fall einer Invasion für Hull.

Nichtkämpfer, Frauen und Kinder dürfen nicht die Haupt⸗

wege von Hull einschlagen. Diese müssen für die Truppen freibleiben. Sie sollen, falls sie Truppen auf dem Wege be⸗ gegnen, sich abseits in die Felder begeben. Alle Männer soll⸗ ten dem Cast⸗Yorkshire⸗Freiwilligenkorps für die Verteidi⸗ gung der Heimat beitreten. Hull wird Standquartier für drei Doppeldivisionen. Außerdem wird ein Bataillon Zivil⸗ garde zusammengestellt werden. Nachdem der Feind gelandet ist, darf die Zivilgarde die Waffen ergreifen. Hull wird in Wenn die Deutschen landen, soll der Zvilbevölkerung freigestellt werden, zu bleiben oder die Stadt in der angedeuteten Weise zu verlassen. Aehnliche Maßregeln wie für Hull sind auch für andere Städte Eng⸗ lands getroffen worden.

Der englische Vorstoß gegen Kuxhaven.

Genf, 7. Jan.(T. U.) Einer Rotterdamer Courant⸗Meldung zufolge wurden bei dem mißglückten Vorstoß gegen die deutsche beschädigt. Sie befinden sich zurzeit in den Marinedocks zu Portsmouth zur Reparatur.

Französischer Völkerrechtsbruch.

Berlin, 7. Jan. Unter der UeberschriftEin neuer Völkerrechtsbruch der Franzosen teilt der Berl. Lok.⸗Anz. mit, daß eine deutsche Offiziers⸗Kavallerie⸗ patrouille im September mit einem Auftrag gegen Fontainebleau 80 Kilometer vor die Front vorgetrieben wurde. Als sie nach Vollziehung ihres Auftrags zurück wollte, sah sie sich hinter der französischen Armee. In ständigen Zusammenstößen mit dem Feinde verlor sie die gesamten Pferde. Drei Wochen lang marschierte sie zu Fuß, sah sich schließlich ge⸗ sich zu ergeben. Nunmehr wurde sie vor ein cht gestellt wegen Zerstörung feind⸗

zwungen, Kriegsgeri

licher Hindernisse und Plünderung, deren man

sie ohne weiteres anklagte. Sie wurde zu fünf Jahren Ge⸗ fängnis verurteilt.

Der Lokalanzeiger hegt das sichere Vertrauen, daß die deutsche Regierung in diesem Falle mit genau derselben Energie eingreifen werde wie sie anläßlich der Verurteilung deutscher Sanitätsoffiziere und Mannschaften an den Tag gelegt wurde. 5..

Der Krieg im Orient.

Neuer türkischer Erfolg.

Konstantinopel, 7. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Mit⸗ teilung des Großen Generalstabs: Unsere aus der Richtung Sowai und Bagirgue vorrückenden Truppen haben Urmia, einen wichtigen Stützpunkt der Russen, besetzt.

Nach dem unentschiedenen Seegefecht, das gestern zwischen der russischen Flotte und türkischen Kreuzern statt⸗ fand, hat die russische Flotte ein italienisches Kauffahrteischiff in Grund gebohrt, obwohl es seine Flagge gehißt hatte..

Verschiedenen Blättern geht über Mailand die Nachricht aus Kairo zu, daß auf der Sinai⸗Halbinsel ein großes Treffen stattgefunden habe. Der Transport von Särgen auf Kanonen durch die Sahara von Kairo lasse auf größere Verluste des englischen Heeres an Offizieren schließen.

Zürich, 7. Jan. N a russischen Residenzzeitungen mitgeteilt, daß die Sunniten Persiens sich in großer Zahl nach Bagdad begeben, um sich dort mit den Türken zu vereinigen und gegen Rußland zu

kämpfen.

(T. U.) Aus authentischer Quelle wird

Regierung hat n e die sich in Verbot erlassen, sich von ihrem 1 8 zu entfernen, und ordnete an, daß die Zivil⸗ und Schul⸗ verwaltungsbehörden für die Ausführung Anordnungen Sorge zu tragen haben. Polizeiagenten überwachen die Bahn⸗ höfe, um die Abreise von deutschen Untertanen zu verhindern, Die Schiffahrtsgesellschaften verkaufen denselben keine Billets. Hafenpolizei wird dafür Sorge tragen, daß kein Deutscher auf em Seewege abreisen kann. Gestern wurde ein Zirkular in diesem Sinne an die Zivilgouverneure gesandt.

Partei⸗Nachrichten. Verbot von wietenensan urg. 1 In Hamburg hat die Polizeibehörde auf Grund einer Vec⸗ 175 5 ede Kommandierenden Generale did n haltung der regelmäßigen Bezirksversammlumgen der sozia! 9 15 kratischen Partei verboten. Das Verbot wurde der Par 0 leitung erst am Tage vor dem Versammlungstermin(5. an mitgeteilt. Das Hamburger Echo bezeichnet dieses Verbot u nen Polizeistreich, der im Widerspruch stehe nicht nur mit den Erk! 0 gen des Reichskanzlers über den Burgfrieden, sondern 0 0 1 einer Bekanntmachung des(letzt im Felde stehenden) e dierenden Generals im 9. Armeekorpsbezirks vom. 1 85 Dort war ausdrücklich erklärt, daß niemand. der die ele ea 15 in seinem Tun und Wirken beschränkt werden solle. 3 7 8 Polizei unsere Versammlungen verbiete, weil sie auf 25 2 10 scher Grundlage beruhten, wie es in ber Verfügung he bt,

das zwecklos und schädlich. Zwecklos, weil unsere Partei sich trotz des Verbots zu helfen wissen werde schädlich, weil schon die Nachricht von dieser Maßregel im Ausland ein umgünstiges Bild von den Zuständen in Deutschland hervorrufen müsse, und bei den im Felde stehenden Sozialdemokraten die Hoffnung auf ein freie res Deutschland, das aus diesem Weltkrieg hervorgehen sollte, herabgedrückt werde. Sache der Reichsregierung werde es sein, dafür zu sorgen, daß nicht jetzt schon wieder die Schuriegelei des inneren Feindes beginne.

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Erleichterung des Bezugs elektrischen Lichtes. Aus Berlin wird berichtet, daß der dortige Magistrat für die Dauer des Krieges seine Zustimmung zu einigen von den Berliner Elektrizitätswerken vorgeschlagenen Maßnahmen erteilt hat, die die Beschaffung elektrischer Einrichtungen in Wohnhäusern erleichtern sollen. Hiernach sind die B. E. W. bereit, zu den Kosten der Installationsarbeiten einen Bei⸗ trag zu leisten, der in monatlichen Raten zuzüglich eines Aufschlages zurückzuerstatten ist, der für den Fortfall der tarifmäßigen Gebühren erhoben wird, die bisher als Be⸗ nutzung der den B. E. W. gehörigen Hausanschlüssen, für die Aufstellung der Pfähle und für Prüfung der betreffenden Anlagen zu zahlen waren. Diese Erleichterungen kommen Hausbesitzern, Mietern und Installateuren zugute.

Ueber die Bäckcreiverordnung, welche der Bundes⸗ rat erlassen hat, herrscht in Berlin unter den Bäckermeistern große Unzufriedenheit, sogar Bestürzung, wie der Frankf. Ztg. von dort berichtet wird. Namentlich scheint das Verbot der Nachtarbeit, wodurch der Bäckereibetrieb auf eine ganz andere Grundlage gestellt wird, große Be⸗ sorgnisse zu erregen. Man befürchtet von den neuen Be⸗ stimmungen einen solchen Rückgang des Verbrauches an Weizen, daß zahlreiche Betriebe ruiniert würden und zwar alle die Betriebe, die ihren ganzen Gewinn aus dem Früh⸗ stücksgebäck ziehen, nachdem die Brotbäckerei mehr und mehr dem Großbetrieb anheimgefallen ist und beim Absatz der Bäcker ausgeschaltet werden kann. Man fürchtet, daß zahl⸗ reiche Gesellen und all das Hilfspersonal, das bei dem Ver⸗ kauf und dem Austragen des Frühstückgebäcks Verdienst findet, entlassen werden wird, und diesen Befürchtungen schließen sich auch die Bäckergesellen an, die zum mindesten gewünscht hätten, daß der Verordnung eine Be⸗ schlagnahme der Getreidebestände vorangegangen wäre. Ratlos stehen den Dingen einstweilen auch die großen Ber⸗ liner Gasthöfe gegenüber, von denen nur wenige einen eigenen Bäckereibetrieb unterhalten. Die Bäckermeister wollen sich mit diesen Fragen in einer Versammlung be⸗ schäftigen und versuchen, eine Aufhebung oder Milderung des Nachtback⸗Verbotes herbeizuführen.

Ueber Aufbewahrung und Behandlung von Kar⸗ toffeln brachten wir vor längerer Zeit einen Artikel. Es schadet aber nicht, wenn nochmals darauf hingewiesen wird, wie die Kartoffelvorräte in guter Beschaffenheit erhalten werden. Zweckmäßige Lagerung ist bekanntlich die Haupt⸗ sache; richtige Aufbewahrung ist um so nökiger, als man hier und da Klagen hört, daß die Kartoffeln sich nicht gut hielten. Das ist aber je nach Sorte verschieden, kommt auch auf dem Boden an, auf dem sie gewachsen sind. Freilich verfügen die

Verbraucher auch häufig nicht über geeignete Lagerräume. Voraussetzung ist die vollkommene Gesundheit der Kak⸗ toffeln. Sie müssen gleich nach dem Einkaufen sorgfältig

verlesen werden. In jedem Jahr befinden sich unter den ge⸗ ernteten Kartoffeln angefaulte Knollen, die eine ständige Ansteckungsgefahr für die gesunden bilden. Die kranken Knollen sind aber nicht immer leicht zu erkennen, besonders wenn ihnen Erde und Schmutz anhaftet. Kranke Knollen zeigen nasse, eingesunkene Flecken oder blauviolette, ebenfalls eingesunkene Stellen, unter denen beim Durchschneiden das Fleisch braun verfärbt ist. Gefärbt sind vor allem die Knollen, die angefressen oder sonstwie verletzt, gedrückt oder angefroren sind. Diese müssen also sorgfältig ausgelesen und rasch verbraucht werden. kühlen, luftigen, dun keln Orte aufbewahrt werden, am besten in frostfreien Kellern oder Speicherräumen. Sinkt die Wärme des Raumes auch nur einige Tage auf den Gefrier⸗ punkt, soerfrieren die Kartoffeln. Lagern die Kartoffeln zu warm, so keimen sie leicht aus. Ist die Luft sehr trocken, so werden sie bald welk. Die Kartoffeln sollen nicht in Säcken aufbewahrt werden, da diese keinen genügenden Luft⸗ wechsel gestatten. Sie müssen öfter nachgesehen werden.

Gesallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Frei⸗ williger Johannes Macrander aus Wetzlar, Inf.⸗Reg. Nr. 116. Freiw. Carl Heyn aus Alsfeld, Res.⸗Inf.⸗Reg. Nr. 222. Wehrmann Ludwig L eipp aus Lollar, Landw. Inf.⸗Regt. Nr. 87. Paulus Jakob Horn aus Steinbach dei Gießen, Landw.⸗Inf.⸗Reg. Nr. 87.

Sonnenfinsternis in diesem Jahre. Während uns das vorige Jahr zwei Sonnen⸗ und zwei Mondfinsternisse brachte, inden in diesem Jahre nur zwei Verfinsterungen der Sonne statt, die eben⸗ falls im Gegensatz zu dem vorigen Jahre bekanntlich konnte am 21. August 1914 in unserer Gegend eine partielle Sonnenfinsternis und am 12. März 1914 eine ebensosche Verfinsterung des Mondes beobachtet werden beide in Deutschland micht zu sehe n sein werden. Die erste Finsternis, die an der Ostküste Südafrikas im Indischen Ozean auf den Sunda⸗Inseln in Australien und Mela⸗ nesien sichtbar sein wird beginmt am 14. Februar, 252 morgens, und endigt um Uhr. Die zweite Verfinsterung ist ebenso wie die erste ringförmig. Sie ist an der Ostküste Asiens, in Japan, auf den Philippinen, in der nördlichen Hälfte Neu⸗Guinoas und im Stillen Ozeam zu sehen und dauert vom 10. August, abends 9 Uhr, bis zum 11. August, 224 Uhr morgens. Der Mond wird im Jahre 1915 nicht verfinstert.

Ungeeignete Liebesgaben, versamdfeytiger, Feldpostpakete werden öfter Pulver und Kapseln akoholfreien Punsch usav. angeboten. muß gewarnt werden. Untersuchungen haben ergeben, daß Grog⸗ würfel und Punschpulver meist Mischungen aus gefärbtem umd parfüümiertem Zucker mit etwas Weinsäure sind, für den genannten Zweck völlig wertlos, aber übermäßig teuer verkauft werden, umd deren Genuß sehr fragwürdig und gesundheitlich nicht unbedenklich

Es ist schon mehrfach von Ankauf gewarnt worden. Zum Beispiel zur Herstellung vonGrog. Vor Ankauf solchen Zeugs

Die Kartoffeln sollen an einem

d Scarsoglio schildert

ist. Zu den Kakao-, Kaffee⸗ und Teepastillen, die teils mit, teils ohne Zuckerzufatz hergestellt werden, wird erfahrungsgemäß nicht

erstklassige Ware verarbeitet. In dieser Aufmachung werden aber Kakao, Tee und Kaffee das Pfund bis zu 20 Mk. bezahlt. Das unkundige Publikum unterstützt leider solches auf Betrug abz lelem⸗ des Gebaren einiger Fabrikanten, weil es meint, fertige Zube⸗ reitungen seien praktischer und balliger. Das ist ein Irrtum, und es kann deshalb öffentlich nicht dringend genug vor dem Kauf solcher Kakab⸗, Tec⸗, Kassoe⸗, Grog⸗ und Punscherzeugnisse in Tabletten und Pulvern oder Extraktsonn gewarnt werden: mindestens ist dabei Vorsicht zu liben. Unserem Casseler Parteiblatt wird von einem Landslurmmann über die Liebesgaben u. a. geschrieben: Doch eins möchte ich Dir im Intevesse aller Soldaten, besonders aber der Landsturmleute, sagen über die Liebesgaben. Es hat sich ja eine wahre Liebesgabenindustrie entwickelt. Was da alles auf den Markt geworfen wird, geht manchmal über die Hutschnur. Zigarren und wieder Zigarren, daß man glauben könnte, nichts würde dem Soldaten notwendiger sein als die manchmal vecht zweifelhafte Qualität Glimmstengel und er könnte mit diesen den oftmals knurrenden Magen befriedigen. So ein halbes Pfund gute horte Wurst oder geräuchertes Fleisch würde sicher mamchem Krieger mehr willkommen sein. Bei ums wenigstens ist dies allgemeine Ansicht.

Frankfurter Viehmarkt. Gestern waren aufgetrieben 126 Rin⸗ der, 6 Ochsen, 1 Bulle, 119 Kühe, 604 Kälber, 218 Schafe und 1301 Schweine. Das Geschäft war bei Kälbern und Schafen ruhig, bei den Schweinen rege; es blieb geringer Ueberstand.

Kreis Wetzlar.

1 Ausmusterung von Refservisten, Landwehrleuten usw. Alle in der Stadt Wetzlar sich aushaltenden Mannschaften der Reserve, Landwohr I und II, der Ersatzreserve, sowie des gedienten Land⸗ sturms in der Stadt Wetzlar, die bereits eingestellt und entweder wegen dauernder oder zeitiger Unfähigkeit für den Feld⸗ begw. Garnisondienst von ihrem Truppenteil wieder entlassen, oder die am Gestellungstage als überzählig. unfähig, untauglich oder krank entlassen worden sind, müssen sich am Montag, 11. Januar, vor⸗ mittags 11 Uhr, im Schützengarten in Wetzlar zur Aus musterung stellen, wenn diese nicht schon am 16. oder 17. Oktober erfolgt ist. In der Bekanntmachung des Blürgermeisters heißt es noch:Die als umabkmmlich Anerkannten(Post⸗, Bahnbeamten und Lehrer) werden von diesem Aufruf nicht betroffen. Zum gedienten

sturm gehören alle, die bis zum 1. August 1914 ihr 45. Lebensjahr nicht vollendet hatten. Nichtgestellung wird bestraft.

n. Abermaliger Appell an die Vaterlandsliebe der Bauern und Fruchthändler. Kaum ist den Landwirten des Kreises Wetzlar ihr wenig schönes Verhalten in der Kartoffelfrage von amtlicher Seite vorgehalten worden, so wird jetzt wieder aufs neue mit Zwangs⸗ maßregeln gedroht, wenn es nicht innerhalb weniger Tage gelingt, den Hafer für Heeresbedarf freihändig anzukaufen. Es wird da⸗ bei hervorgehoben, daß es nicht im Kreise an Hafer mangelt, son⸗ dern daß dieser zurückgehalten wird, um später höhere Preise zu erzielen. Der Kreis Wetzlar ist verpflichtet, 7000 Zentner Hafer für die Heeresverpflegung zu liefern und ist als eintziger Aufkäufer zu freihändigem Ankauf die Firma Jakob Rosenthal in Wetzlar beauftragt worden. Der Kreis Altenkirchen hat 8000 Zentner Hafer zu liefern und sind die Herren Karl Link in Altenkirchen, Gottfried Flemmer in Vollergem und die Firma Wendel, Krof u. Co. zum freihändigen Aufkauf bestimmt.

Von Nah und Fern.

Genossin Rosa Luxemburg ist aufgefordert worden, sich bis spätestens 15. Januar im Frauengefängnis in Berlin zur Ver⸗ büßung der einjährigen Gefängnisstrafe einzufinden, die ihr das Frankfurter Landgericht vor längerer Zeit zudiktiert hat.

* Ein Eisenbahnunglück ereignete sich am Mittwoch bei Dörnigheim an der Strecke Frankfurt Hanau. Drei Wagen des um 3 Uhr 20 Min. von Frankfurt⸗Oft abgegangenen Personen⸗ zuges entgleisten und stürzten um. Die Witwe Frau Anna Lang⸗ meyer, die Mühlbruchstraße 30 in Frankfurt wohnt, blieb auf der Stelle tot; sieben weitere Reisende wurden mehr oder weniger verletzt. Von Frankfurt aus wurde sofort ein Hilfszug mit Aerzten und Sanitätsmammschaften nach der Unfallstelle beordert, um den Verletzten Hilse zu leisten. Eine schwer verletzte, Frau wurde nach Hanau gebracht; zwei Männer und eine Frau, die schwere Brust⸗ quetschungen davongetragen habem, wurden mit dem Hilfszug nach Frankfurt und dann im Automobil mach dem städtischen Kranken⸗ haus befördert. Das Ungllick entstand durch Entgleisen des Zuges, die drei letzten Wagen kippten um. In zwei dieser Wagen befan⸗ den sich je 2025 Reisende.

Worms, 7. Jan. Ein Herr aus der Bergstraße hat kürzlich in Worms 10000 Mark in bar und in Wertpapieren verloren. Der rodliche Finder hat sich noch nicht gemeldet.

Tagesbericht des Großen Hauptgnartiers.

Erbitterte Teilkämpfe im Westen. Schlechtes Wetter im Osten. W. B. Großes Hauptquartier, 7. Jan. vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz:

Eugländer und Franzosen setzten die Zerstörung der belgischen und französischen Ortschaften hinter unserer Front durch Beschießung fort.

Nördlich Arras finden zur Zeit noch Kämpfe um den Besitz der von uns gestern Schützengräben statt.

Im Westteile des unsere Truppen weiter vor.

erbitterte erstürmten

Argonnenwaldes drangen

Der am 5. Januar im O st⸗ teile des Argonnenwaldes(Bois⸗Courtel-Chaussee) erfolgte Angriff gelangte bis in unsere Gräben. Der Gegner wurde aber auf der ganzen Linie unter den schwersten Ver⸗ lusten wieder aus unserer Stellung geworfen. Unsere Ver⸗ luste sind verhältnismäßig gering.

Westlich Sennheim versuchten die Franzosen sich gestern abend wieder in Besitz der Höhe 425 zu setzen. Ihre Angriffe brachen in unserem Feuer zusammen. Die Höhe blieb in unseren Händen.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Im Osten keine Veränderung. Die Fortführung der Operationen litt unter der denkbar ungünstigsten Witterung. Trotzdem schritten unsere Angriffe langsam fort.

Oberste Heeresleitung.

Ein Italiener zum Weltkrieg. Ein vernünftiges Wort.

Im Mattino veröffentlicht nach dem B. T. Edoardo Scar⸗ foglio, der Gatte der Matilde Serao, einen Leitartikel, der allen seinen Landsleuten vor Augen gehalten werden sollte. Sarfoglio, der bisher nicht zu den Freunden Deutschlands gehörte, beginnt, indem er das unerhörte Verbrechen begeht, den Wahnsinn des hier⸗ zulande grassierenden Belgierkultus zu verspotten und die Demonstranten für Belgien alsNarren zu bezeichnen. Die Sprache, die man in Italsen führe, sei nicht das Produkt, gesunden Realismus, sondern eines alkoholischen Delirin m s. alsdann in beredten Worten die unüber⸗ windliche Kraft Deutschlands, das wie ein stählerner Wall hundert Feinden krotze und sicher sei, sie zu besiegen. Ueberall, wo Deutschland kämpfe, in der Luft, unter dem Wasser, in den