Ausgabe 
7.1.1915
 
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g 1 flüür England!

Verwendung von Kartoffelmehl zum Brotbacken und ähnlichen Er⸗ scheinungen des Alltagslebens in Kriegszeiten spvechen. Die fran⸗ zösische Presse beutet natürlich diese Klagen zu ihren Zwecken aus und es wäre ohne Zweisel besser, wenn die Angehörigen der deut⸗ schen Kriegsgefangenen in Frankreich in ihren Briefen sich auf rein persönliche Angelegenheiten beschränken würden.

Das Echo de Paris stellt die unzutreffende Behauptung auf, daß die französischen Kriegsgefangenen in Deutschland und zwar sowohl die Offiziere wie die Mannschaften, nicht denjenigen Sold erhielten, der durch die internationalen kriegsrechtlichen Bestim⸗ mungen vorgeschrieben sei. Infolgedessen habe auch die französische Regierung den Sold der kriegsgefangenen Soldaten und Unteroffiziere auf 5 Cent. pro Tag, den Sold der Leutnants auf 75 Franes und für die Offiziere vom Hauptmann aufwärts auf 125 Francs pro Monat herabgesetzt.

Zum englisch⸗amerikanischen Konflikt.

Der Londoner Berichterstatter des Nieuwe Rotter damsche Courant hatte einem Rotterdamer Tageblatt zufolge eine Unerredung mit einem englischen Diplomaten über die amerikanische Note. Dieser erklärte ihm, daß man in englischen diplomatischen Kreisen davon überzeugt sei, daß der deutsche Botschafter Graf Bernstorff und Dern⸗ burg hinter der Sache stecken. Besonders Dernburg se! einer der klügsten Köpfe, über welche Deutschland verfüge, und er habe mit einem ganzen Stabe von Helfern Amerika bearbeitet, mit zu dem Zweck, die dortige öffentliche Meinung zu beeinflussen, und er habe auch diese Artikel in der ameri⸗ kanischen Presse inspiriert. In England, so sagte der Diplomat, wisse man sich betreffs der Beantwortung der Note noch keinen Rat. Die Position sämtlicher neutraler Mächte sei durch die Note sehr gestärkt worden. Kein an⸗ deres Land außer Amerika hätte es gewagt, eine solche Sprache England gegenüber zu führen, sogar Italien wäre mit einer überlegenen Gebärde abgewiesen worden, falls es in dieser Weise protestiert hätte. Jedenfalls sei die Streitfrage die schwierigste, womit sich die englische Diplomatie seit dem Ausbruch des Krieges zu befassen ge⸗ habt habe. Der holländische Journalist bemerkte dazu dem Diplomaten, daß England doch wohl nachgeben müsse. Der Diplomat antwortete: In der Kupferfrage können wir um keinen Zoll zurückweichen, darin sind Grey die Hände gebunden. Churchill und Lord Kitchener stecken hinter ihm und schreiben ihm seine Handlungen vor. Der große Schul⸗ dige in der Kupferfrage sei Italien; und Sie können darauf rechnen so schloß der Diplomatdaß die Engländer ihre Konterbande politik italienischen Schmugglern und amerikanischen Händlern zuliebe nicht preisgeben werden. Aber es bleibt eine äußerst schwierige Frage

Enalische Maßnahmen.

London, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Offiziös wird mitgeteilt, daß die englische Regierung die amerikanische Protestnote prüft. Eine amtliche Antwort werde vorbereitet. Diese werde nicht nur diplo⸗ matische Erwägungen, sondern auch die kriegerischen Erfordernisse berücksichtigen.

Die englische Presse meldet, die amerikanische Regierung habe die Reeder aufgefordert, auf den Konnossementen peinlich genaue Angaben zu machen und keine Konterbande unter anderen Waren zu verbergen.

Amerikanische Flottendemonstration?

Die Neue Freie Presse meldet: Die amerikanische Re gierung hat Auftrag gegeben, daß die Flotte, die im Begriffe war, zur Eröffnung der Weltausstellung in San Francisco nach dem Stillen Ozean abzudampfen, im Atlantischen Ozean zurückgehalten werde. Dies ist selbstverständlich nicht so zu deuten, daß sich in den Beziehungen zwischen Washington und London eine Krise, die über diplomatische Reibungen hinausgeht, vorbereitet, aber diese Maßregel zeigt, daß Präsident Wilson durch die öffentliche Meinung des Landes gedrängt wird, seinen Standpunkt in der für Amerika so wichtigen Schiffahrtsfrage tatkräftig geltend zu machen und in London durch unzweideutige Kundgebungen merken zu lassen, daß seine Forderungen berücksichtigt werden müssen.

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Es dämmert!

Als Zeichen beginnender Ernüchterung in den Reihen der französischen Arbeiter zitiert der Vorwärts aus der Bataille Syndicaliste folgende Sätze des alten Kommunarden Jean Grave:Der Fehler vieler unserer Genossen besteht darin, daß sie bei der Rechtfertigung ihrer Teilnahme am Kriege und in der Predigt der Ver teidigung unserer Rechte und unserer Freiheit alle Gren⸗ zen überschreiten. Sie vergleichen die heutige Situation mit der Lage im Jahre 1792. Sie sprechen von denWehen der Freiheit und daß Euro pa gegen Deutsch⸗ land mobil gemacht habe. Dies alles sind nur leere Phrasen, die natürlich jetzt angewendet werden. Im Jahre 1792 zerbrach Frankreich die Ketten der Willkür und der absoluten Monarchie. Es vernichtete die letzten Ueber⸗ reste der feudalen Sklaverei, es eroberte die politischen Frei⸗ heiten; es wurde die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz proklamirt. Das Volk befreite sich, weil es an seine Be⸗ freiung glaubte. Es hatte noch nicht an Erfahrungen gelernt, daß politische Freiheit und Gleichheit ein trügerischer Wahn sind, solange nicht die ökonomische Gleichheit besteht. Uns standen damals alle reaktonären Mächte Europas gegenüber: wir mußten innerlich und außerhalb des Landes gegen die Reaktion kämpfen. Jetzt jedoch verteidigen wir nicht die Freiheit, denn wir besitzen sie nicht. Der Krieg hat sogar das wenige beschränkt, was wir besaßen hinter ihm steht die am wenigsten freie Nation Europas(Rußland). Wir kämpfen bloß gegen die Möglichkeit einer noch größeren Bedrückung, gegen eine Doppelexploitation. Wir ertragen den Krieg genau so wie die Unterdrückung und die Ausbeutung des bestehenden sozialen Mechanismus, denn unsere Zahl ist zu gering, um diesen umzustürzen, und die Dummheit der Ausgebeuteten gestattet den Ausbeutern, die Unterdrückung nach wie vor aufrechtzuerhalten.

Brüderlichkeit Meuschli keit!

Der Frankf. Ztg. wird aus London geschrieben:

Die englischen Zeitungen sind voll von Erzählungen über die merkwürdige Verbrüderung von englischen Soldaten mit deutschen, die über einen großen Teil der Frontlinie an den Weihnachtstagen in Flandern erfolgt ist. Allenthalben wurden danach Zigarren, Eßwaren und selbst Photographien aus⸗

getauscht; man lachte und sang zusammen Lieder und Choräle, wo⸗

bei einige deutsche Soldaten Mundharmonika spielten, und nahm dann wehmütig von einander Abschied. In einem Brief, den die Daily News veröffentlicht, erzählt ein Feldwebel vom 6. Cheshire⸗ Regiment voller Entzücken, daß die Deutschen sogar an einem eng⸗ lischen Fußballmatch teilgenommen hätten. Andere berichten erstaunt, wie gut die Deutschen aus gerüstet sind.Sie haben vollauf Kleider, Stiefel und Munition, jedermann hat einen Feld- stecher und eine wundervolle Uhr, sagt der Kanonier Carson von der 45. Brigade voll Bewunderung. Das spontan aufflammende Bedürfnis, die Ausübung der furchtbaren Vernichtungspflicht durch Bekundungen reiner Menschlichkeit zu unterbrechen, ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen dieses Krieges. Wie in einem Brief eines englischen Offiziers in der Morning Post zu lesen ist, ging es so weit, daß eine ganze deutsche Kompagnie, die abgelöst werden sollte, noch zuvor zu den Engländern herüber⸗ kam, um von den Feinden Abschied zu nehmen!

Die Morning Post veröffentlicht auch einen Brief eines briti⸗ schen Offiziers aus einem Hospital in Frankfurt a. M., der an die Mutter eines englischen Soldaten gerichtet ist, der in Frank⸗ furt seinen Wunden erlag. Die Mutter, die den Brief richtig er⸗ halten hat, bringt ihn zur Veröffentlichung, in der Erwartung, daß er manch anderer Mutter Beruhigung verschaffen werde. Der Brief lautet:Wenn Sie irgend etwas trösten kann, so ist es, wie ich wohl sagen kann, der Gedanke, daß alles, was nur überhaupt für Ihren Sohn zu tun möglich war, auch geschehen ist. Ich selbst bin hier vier Wochen mit zwei schweren Wunden gewesen und ich kann nicht genug des Lobes sagen über die Geschicklichkeit, die Freundlichkeit und die Höflichkeit des Verpflegungspersonals. Was auch immer über die Abneigung zwischen den beiden Völkern anderswo gesagt werden mag solche Abneigung fehlt hier vollkommen und alle-Beamte, mit denen die Patienten in Berührung kommen, sind Gentlemen im besten englischen Sinne. Der Geistliche, der Ihren Sohn beerdigte, besuchte mich und ich kann Ihnen sagen, daß die Beerdigungsfeier sehr würdig von

statten ging. Die Tatsache, daß Ihrem Sohn ein militärisches Be⸗

genau als ob er ein Sohn des d.

i i rde, gräbnis zu teil wur und seine S

Volkes gewesen wäre, zeigt, wie sehr sein Rang gewürdigt wurden.. Die Unabhängige Arbeiterpartei England

Dieser Tage sprach Keir Hardie in der alljährlich schottischen Abteilungsversammlung der Unabhängigen beiterpartei in Glasgow. Anwesend waren 82 Delegier die 120 verschiedene Sektionen vertraten. Die Presse wurd

zugelassen, jedoch verständigt, daß die Verhandlungen er. 10 traulich seien. Die Rede Keir Hardies soll später in ö Na 15 Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden. Zwei Polizist 10 gage und zwei polizeiliche Stenographen wurden ersucht, die B r. Ver 0 sammlung zu verlassen. Es lag ein Vorschlag der Sektion 155 von Mary Hill vor, daß jedes Mitglied, das die Regierung

bet ihrer Rekrutenwerbng unterstütze, aus 1 Pa Arbeiterpartei ausgeschlossen werden solle. Man be 1 fan öf dauerte sehr, daß Mitglieder der Parlamentsfraktion af 5 irg Rekrutenwerber mit Mitgliedern anderer Parteien der Re Fbomme gierung Hilfe geleistet haben. Schließlich wurde ein Besch Indust angenommen, der alle Mitglieder der Unabhängigen Ar 00 Arb beiterpartei auffordert, sich dem Feldzug der Regierung be Lund 0

der Truppenwerbung fernzuhalten. 5 lich au Die deutschenMörder. zu mer

Der Pariser Matin hält es für nötig, gegen die kamerad⸗] Porste schaftlichen Beziehungen zu protestierendie sich an ein⸗⸗ wiegen zelnen Punkten der Schlachtlinie zwischen den Insassen franz ö

scher und deutscher Schützengräben herausgebildet haben; 1855 a Die französischen Offiziere hätten die Pflicht, ihre Soldaten davor Heima zu warnen, daß sie den Deutschen trauten, die doch nur Mör dene lich, ol seien. 5 a 5 dieser Die erste Enteignung. Die preußischen Ministerien für Handel, für Landwirtschaft ind 8 das Ministerium des Innern haben folgende Verfügung erla 75 Die Trockenkartoffel⸗Verwertungsgesellschaft mit beschr 10 der Haftung zu Berlin wird ermächtigt, die Besitzer von Kartoffelf 0 Kartoffelwalzmehl, Kartoffelstärke und Kartoffelstärkemehl aufzu⸗ lus 1 fordern, ihr bestimmte Mengen dieser Gegenstände Zu überlassen 9 Eine solche Aufforderung hat die Wirkung, daß Verfügungen über 8 Er die von ihr betroffenen Gegenstände nichtig sind; den rechtsges chäft⸗ im lichen Verfügungen stehen Verfügungen gleich, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder Arrestvollziehung erfolgen. Die A 9 forderung wird unwirksam, wenn sie nicht binnen etner Woche, nachdem sie dom von ihr Betroffenen zugegangen ist, durch Erlaß zuhelf der Behörde bestätigt wird. Zuständig sind die Landräte(in Hohe merk zollern die Oberamtmänner), in deren Bezirk sich die Gegenstände l befinden; für den Landespolizeibezirk ist der Polizeipräsident von Legel, Berlin zuständig. 8 jehach Die ostpreußischen Flüchtlinge. notlei Königsberg i. Pr., 5. Jan.(W. B. Nichtamtlich) u ale d einer Versammlung von Ostpreußen in Berlin wurden die eingez Zeitungsnachrichten erwähnt, aus denen hervorgeht, daß die Aufge Zahl der aus Ostpreußen geflüchteten Personen insgesamt h auf 500 000 bis 600 000 zu schätzen sei, und daß der Ober dunn

präsident der Provinz Ostpreußen annehme, 200 000 bi 300 000 Flüchtlinge würden nicht mehr in die Heimat zurüc 2

kehren. Diese Angaben sind, wie schon der Vorsitzende jenet gester Versammlung betonte, völlig unzutreffend. Es ist keine Red fl davon, daß eine halbe Million oder mehr Ostpreußen ihr ni Heimat verlassen haben. Die Zahl der Flüchtlinge ist auß stunde 200 000 bis 300 000 zu schätzen. Selbstverständlich ist ni Munit

mand der Ansicht, daß die Flüchtlinge in der Anzahl, die si der letzten Ziffer nähert, nach Friedenschluß nicht mehr nach f

der Heimat zurückkehren werden. Daß ein Teil, insbesom hene dere solche Personen, die schon in anderen Provinzen Ver 05 wandte wohnen haben, endgültig fortbleiben werde, ist leide gester zu befürchten. Die große Heimatsliebe bei der überwiegen fassur den l der Ostpreußen und die Maßregeln, welche del ande Staat später zur wirtschaftlichen Förderung der Zur kehrenden zu ergreifen entschlossen ist, bieten aber die G 9 währ, daß bei weitem die Mehrzahl der jetzt Geflüchte 1 0 zurückkehren wird. Darüber hinaus muß aber nach den die 8 Kriege alles daran gesetzt werden, um durch Maßregeln Fanz inneren Kolonisation und durch die Förderung der Ente dem lung aller Gewerbe, vor allem durch die Zurückführung von 990

Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 15⁴

Falscher Mann, du hast sie gestohlen! schrie der Lappe. Gib sie heraus! Wo ist sie?

Hier! Mortuno, hier! Was du für ein närrischer Junge bist, und wie schrecklich du deine Augen verdrehst. Gula hat uns selbst eingeladen, sie hat uns Nachricht von ihrem Aufenthalt gegeben, wie hätten wir sie sonst auffinden können? Ihr innigster Wunsch ist, wieder bei uns, bei ihrem Wohltäter Helgestad und bei ihrem Freund Björnarne zu leben. Wie kannst du darüber so böse sein?

Du lügst! rief Mortuno.Ein Geschrei hat mich auf geweckt; ich habe das Tier gefunden, Gulas treues Tier, das du gemordet hast. Wohin dein Fuß tritt, ist Blut, wohin dein Auge sieht, verdorrt Gras und Blume.

Ich habe es immer gesagt, lachte Paul, indem er lang sam sein Gewehr aufhob und den Hahn spannte,daß du ein Poet bist, und du hast mir einen Gesang versprochen. Den will ich jetzt haben, mein guter Junge, oder ich will dich anders singen lehren. Rühr' dich nicht, ich bitte dich darum, denn so wie du eine Bewegung machst, gibt es ein Unglück. Heda, Egede, Olaf! geht zu ihm und reicht ihm eure brüderlichen Hände.

Indem er dies sagte, hörte Mortuno einen gellenden Schrei. Er stand der Büchsenmündung des listigen Schreibers

gegenüber, der auf ihn angelegt hatte, und zweifelte nicht, daß die geringste Bewegung ihn niederstrecken würde. Bei dem Schrei jedoch rollten seine Augen nach dem Steine hin. Er sah Gula nicht, aber es war ihre Stimme, und mit Blitzes schnelle duckte er sich zusammen, machte einen Sprung dem Versteck entgegen und drückte seine unbehilfliche Waffe in demselben Augenblicke auf Paul ab, wo die Gefangene zwischen den Steinen hervor ihm entgegenlief. Paul schoß mit einem Fluche nach dem Lappen, der jedoch ohne Zweifel unverletzt geblieben wäre, hätte nicht fast zugleich noch ein Schuß geknallt, welcher besser traf. Mortuno stürzte laut⸗ los nieder, und Gula warf fich über ihn hin, ohne einen

weiteren Versuch zur Flucht zu machen, die nicht gelingen konnte, denn Björnarne war dicht hinter ihr, und Olaf sprang mit seinem rauchenden Gewehr an ihr vorüber. Aber alle blieben stehen, und selbst Paul, so boshaft und unrührbar er war, sagte kein freches Wort, als er das arme Kind an der Seite des unglücklichen Jünglings knien sah. Sie hatte ihm das Haar zurückgestrichen; ein paar kleine blutige Rinnen liefen über seine Stirn. So blickte sie in seine starren, ge brochenen Augen, ihre zitternden Hände auf seinen Kopf, und plötzlich schien ihr eine Hoffnung zu kommen. Der Körper regte sich, die Füße zuckten, als wollte er sich auf richten; es war, als gewönnen seine Blicke noch einmal Leben und Verständnis.

O! wache auf, rief sie ihm zu;hörst du mich, Mortuno, hörst du mich? Hat mein Ruf, den du über Seen und Wolken hören wolltest, keine Macht an deinem Ohr?

Der Sterbende tat seine Augen noch einmal auf, und indem er sie tief und starr ansah, lag er als Leiche vor ihr.

Helft ihm! helft ihm! schrie Gula kläglich. Ihrem Schrei folgte ein Wimmern, als sie den Kopf an sich preßte und ihn aufzurichten suchte.

Warum habt ihr sie schreien und laufen lassen, sagte Paul zornig.Wäre das nicht gewesen, so hätten wir ihn lebendig bekommen. i

Sie hatte Björnarne flehentlich gebeten, ihre Arme loszuschnüren, antwortete Olaf,und wurde wie toll, als sie den Burschen hörte.

Sie wird ihn niemals mehr hören, murmelte der Schreiber.Einen guten Zoll tiefer hast du ihm seinen Meisterschuß durch deinen Hut zurückgegeben, das reicht hin für alle Zeit. Aber, wahrhaftig, fuhr er fort, indem er an seine Seite faßte, ich glaube, der Schelm hat nicht allein dir den Hut, sondern mir Rock und Hemd verdorben.

Er merkte jetzt erst, daß Mortuno eine Kugel in seinem Lauf gehabt, und als er in seine linke Seite faßte, brachte er die Finger blutig zurück.

Olaf sah hin und sagte dann:Die Haut ist fortgerissen;

ein ziemlich langes Stück Fleisch und Fell sind verloren ge⸗ gangen..

Wie kann man so niedrig rachsüchtig sein, spotte Paul,einem Menschen, der so wenig Fleisch übrig hat, noch

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dies wenige verkürzen zu wollen. Jetzt aber müssen wit f dieser Szene ein Ende machen. Da kommt Egede mit den in E Pferden, gib acht auf sein liebenswürdiges Lächeln, wenn 0

er den Burschen, den er so lange haben wollte, ohne ihn 1 1

bekommen zu können, jetzt als einen stillen Mann vor sich sieht, der ihm nie wieder entspringen wird. Hier trennt sich unser Weg, fuhr er fort.Ich m

geradeaus an den Lyngenfjord, wo morgen der Markt er⸗ scht öffnet wird, du wirst mit Egede und dieser betrübten Puppe kan linkswärts auf die hohe Jaure losziehen, die soeben im Morgenschein sich sehen läßt. Es ist die Reisajaure, hinter ihr liegt der Quänarnerfjord. Egede ist dort gut bekannt, sein

er hat eine Art Vetter oder Freund an der Lachself wohnen, dessen Boot euch zu Diensten steht. 5 Und dann? fragte Olaf. N Du willst sie nicht mitnehmen? Nicht Helgestad geben? Nein, sagte Paul,ich habe es anders überlegt und habe meine Gründe dafür. Erst muß der Markt vorübe sein. Brächten wir Gula dahin, es würde Lärm und Ge schrei entstehen; morgen früh gebe es keinen Stein in de Finnmarken, der nicht davon erzählte. Sie muß verschwin? den, bis wir den alten Schelm in unserer Macht haben, 5* je geheimer wir es halten, um so eher wird es geschehen.

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Und Björnarne? e

Ich nähme ihn am liebsten mit mir, antwortete der a Schreiber,aber er wird nicht gehen wollen. Du mußt mit,] Olaf, denn Egede würde dem armen Dinge den Hals um 0 drehen, ehe sie den Quänanger sähe. Björnarne aber muß 00 wiederum dich bewachen, setzte er hinzu,damit die fe 0 rigen Augen der kleinen Hexe keinen Schaden anrichten..

Höre, erwiderte Olaf mit einem finsteren Blicke, 0 bin kein Mann für deine Witzeleien. Ich habe den Bursch 0 niedergeschossen, weil ich nicht anders konnte, weil er au 1 dich losbrannte, und weil er es verdient hat, aber lachen kann

ich weder darüber noch über den Jammer und die No Dirne. Alles Böse in dieser Sache fällt auf dich. (Fortsetzung folgt.)