Ausgabe 
6.1.1915
 
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deutschfreundliche

reiche wichtige Fragen über Kriegsmaßnahmen erörterk Vesonders nachdrücklich wurde allerseits die Ueberzeugung ausgedrückt, daß zur Regelung der Nahrungsmittelfrage zielbewußte energische Maßregeln aller beteiligten Stellen erforderlich seien. Besonders notwendig erscheint zur Zeit die sofortige Verwertung des starken Ueberauftriebes von Schweinen durch Herstellung und Ankauf von Dauerwaren In letzter Hinsicht könne auch die Bevölkerung, indem sie selbst den zukünftigen Bedarf deckt, tatkräftig mitwirken. Ein Spiona eprozeß. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts verhandelte Montag

gegen den Schreiber Alfons Reutenauer aus Ki . r Alfons 5 Kiel wegen 5 suchten Verrats militärischer Geheimnisse. Zu der Waage

waren vier Zeugen, darunter ein Korvettenkapitän der Kaiser Marine und zwei militärische Sa delensige der Anpie e Der Angeklagte, der 1881 in Wittesheim(Kreis Schlettstadt) ge⸗ boren ist und in Straßburg die Bürgerschule besuchte, hat von 1907 bis 1913 in der 2. Matrosendivision gedient und ist während dieser Zeit wiederholt bestraft worden, u. a, wegen Singens der Mar⸗ seillaise. Später war er in Kiel als Schreiber tätig und ist hier vom Kieler Landgericht wegen Urkundenfälschung und versuchten Betrugs verurteilt worden. Er ist beschuldigt, im vergangenen Jahre in Kiel und im Ausland versucht zu haben, Gegenstände, die im Interesse der Sicherheit des Deutschen Reiches geheim zu halten waren, zur Kenntnis des französischen Nachrichtendienstes zu bringen. Auf Antrag des Reichsanwaltes wurde für die Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen, da eine Reihe von geheimzuhaltenden Einrichtungen der deutschen Kriegsschiffe zur Sprache kommen mußte. Das Urteil lautete unter Einrechnung der noch nicht verbüßten Strafe des Landgerichts Kiel auf 4 Jahre, 0 Monate, 1 Woche Zuchthaus und 10 Jahre Verlust der bürger⸗ lichen Ehrenrechte.

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Erbitterte Kämpfe im Osten.

8 Genf, 5. Jau.(TU.) Nach einer hier eingelaufenen Meldung nimmt in Polen im Raume Bzura und Rawka die Schlacht mit größter Heftigkeit ihren Fortgang. Man berichtet von fürchterlichen Angriffen, welche die Deutschen mit Warschau als Ziel an der Bzura unternommen haben. Mit der gleichen Erbitterung toben die Kämpfe östlich von Lowicz. Ueberall macht sich gewal⸗ tiger Kraftaufwand der Deutschen bemerkbar, um die russische Front zu durchbrechen.

. Rotterdam, 5. Jam.(TU.) Reuter meldet aus Petersburg: Die Deutschen versuchten am Samstag, am rechten Weichselufer festen Fuß zu fassen wurden aber zurückgeschlagen. Russi⸗ scherseits wird zugegeben, daß die Russen nordwestlich von Rawa an Boden verloren haben. Nachts zwischen 1 und 2 Uhr machten sie wütende Gegenangriffe, vermochten aber nur einen Teil des verlorenen Gebietes zurückzugewinnen.

Der Warschauer Times⸗Korrespondent berichtet vom 31. De⸗ zember: Die Deutschen nahmen die Offensive an der Bzura mit größter Heftigkeit wieder auf. Ihr Ziel war ver⸗ mutlich Sochazew. Dieser Angriff, der vermutlich der Jlow⸗Stel⸗ lung zur Stütze diente, wurde nicht erwartet. Der Kampf begann morgens früh. Im Laufe des Tages machten die Deutschen 7 75 russischen Stellungen 15 Sturmangriffe nachein⸗ ander.

Die letzte Meldung, die von einem soeben eingetroffenen Offi⸗ zier herrührt, besagt, daß bis jetzt alle Angriffe der Deutschen ab⸗ gewiesen seien. Da die Deutschen über eine offene Fläche gegen die russischen Flußstellungen aufmarschieren mußten, ist es möglich, daß ihr Verluste erheblich sind. Alle Meldungen darüber sind aber mit Vorbehalt aufzunehmen. Derselbe Offizier erklärt, daß die Deutschen mit unglaublicher Tapferkeit kämpften, aber wegen der Anstrengungen der letzten Wochen der Er⸗ schöpfung nahe seien. Man drückt in Warschau jetzt die Hoff⸗ nung t ans, daß die Russen nicht zu weiterem Rückzug ge⸗ zwungen sein werden. Falls sie sich doch zurückziehen, darf dieser Umstand nicht beun ruhigen, da wie verlautet, im russi⸗ schen Feldzugsplan die Bzura⸗Linie nur als vor ü bergehende Widerstandslinie gedacht ist.

Friedens⸗Propagande in Paris?

Köln, 5. Jan.(TU.) Von französischen Flug⸗ schriften, die gegenwärtig in Paris für die Frie⸗ denspropaganda verbreitet werden, weiß das Echo de Paris zu berichten. Das Blatt kennzeichnet sie als eine In famie und hält sie natürlich für deutschen Ur⸗ sprungs. Das Flugblatt wird danach in Häuser und Wohnungen eingeführt und beginnt mit den Worten:M an täuscht uns. Die den Krieg herbeigeführt haben, sind Rußland und England, die katholische Partei und die französische Regierung. Frauen, ruf: alle, es lebe der Frieden. Nach demselben Blatte hat die Polizei alle Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbreitung der Schrift zu verhindern.

Eine französische Milliarden Rüstung.

WB. Paris, 5. Jan. Die Regierung hat die Ausgabe von Obli⸗ gationen in Höhe von 2 Milliarden Frances angeordnet. Bisher sind Millsarde gezeichnet worden.

Die Offensive gegen Montenegro.

Triest, 5. Jan.(J. U.) Italienischen Blättermeldungen zufolge haben die österreichisch-ungarischen Truppen auf der ganzen Grenze gegen Montenegro eine heftige Offensive er; griffen. Drei österreichische Flieger bewarfen die montene grinischen Stellungen bei Grahomowa mit Bomben.

Portugal und der Krieg.

Paris, 5. Jan.(Spezialtelegramm der T. U.) Die noch immer ausbleibende offizielle Kriegserklärung Portugals an Deutschland beunruhigt die hiesigen politischen Kreise aufs hösch ste. Nach hier vorliegenden Informationen gewinnt die Partei im Senat ständig an Einfluß und beginnt ihrerseits auch Anhänger unter, den radi⸗ kalen Parteien der Kammer zu finden. Die Pariser Presse be⸗ fürchtet nun, Portugal friedlichere Wege einschlagen zu sehen und schlägt gegenüber der kleinen Republik eine äußerst bedrohliche Sprechweise an. Der Temps widmet der zukünftigen Haltung der Republit einen langen Artikel, in dem er die Regierung in Lissabon auf die Folgen einer schwanlenden Politik hinweist.

Eine griechische Ablehnung. Konstantinopel, 5. Jan.(T. U.) Die griechische Re gierung verweigerte hier eingetroffenen Meldungen zufolge die Landung von für Serbien bestimmten 22 Geschützen und

30 Maschinengewehren.

Eine Note an Persien. 5 een 5, Dan.(r. U.) Nach Peters bene Meldungen überreichte der englische Gesandte in Teheran der persischen Regierung die Forderung Rußlands und Eng. lands auf Zurückrufung der mit den Türken kämpfenden

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Der Mon t Jauuar.

Die kürzesten, düstersten Tage des Jahres liegen hinter uns. Langsam wandelt der Winter aus dem traurigen Dunkel wieder aufwärts. Der Januar verhilft dem Licht zum Sieg,der Tag beginnt zu langen. Mit der zunehmenden Tageshelle sinken aber noch die Temperaturen: der Januax wird zum eigentlichen Winter⸗ monat.Hartmond pflegen ihn die Alten zu nennen. Und das ist der passeudste Namen für ihn, denn er ist einharter Mann, der alles steinhart zusammenkittet und über Bäche und Flüsse im Nu feste Eisbrücken legt. Für gewöhnlich ist der Januar der käl⸗ teste Monat des Jahres und bringt für unsere Gegend nach dem Durchschnitt der Jahre 22 Frost⸗ und 8 bis 9 Wintertage. So ist es in der Ordnung, wie es die Erfahrung gelehrt hat, daß die sagt: Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken. Gar nicht erwünscht ist ein milder, feuchter Januar, im Volks⸗ mund heißt es:Januar warm, daß Gott erbarm. Von alters⸗ her achtet man auf die Witterung am Neujahrstag, denn:So wie am 1. Januar, wird es meist im ganzen Jahr. Vom 6. Ja⸗ nuar will man wissen:Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Weinjahr. Daß im letzten Drittel des Monats der vorgerückte Stand der Sonne zur Erde seine Wirkung zeigt, daß also der Winter wieder fällt, will die alte Bauernregel, die an den 20. Januar anknüpft, zum Ausdruck bringen:Fabian und Sebastlan lassen den Saft in die Bäume gahn.

Mahnungen zur Sparsamkeit mit Lebensmitteln er⸗ gehen jetzt von allen Seiten, damit die Nahrungsmittel bis zur nächsten Ernte ausreichen. Diese Mahnungen sind ge⸗ wiß sehr am Platze und verdienen allseitige Beachtung. Vor allem wird darauf hingewiesen, daß keine Brotfrucht an das Vieh verfüttert werden darf. Ferner soll mit dem Brote überhaupt sparsam umgegangen und nichts vergeudet werden. Man kann öfters sehen, daß Brotstückchen, von Kindern weggeworfen, auf der Straße herumliegen; die Kinder müssen dazu erzogen werden, daß sie das Brot achten. Beim Essen soll man auch kein Stück Brot liegen lassen, das dann vertrocknet, sondern soll nicht mehr ab schneiden, als man zu essen gedenkt. Bei Kartoffeln wird gespart, wenn man sie in der Schale kocht; werden sie erst geschält, so geht viel verloren. Und nicht blos mit Brot und Kartoffeln soll man sparen, sondern auch mit anderen Lebensmitteln. Vor allem muß dafür gesorgt wer⸗ den, daß nichts verdirbt und umkommt. Was natürlich von allen Kreisen beachtet werden muß, was aber nicht immer geschieht. So wird berichtet, daß viel Kartoffeln bei den Landwirten verdorben wären, weil sie von diesen zurückge⸗ halten wurden. Wie aus Berlin berichtet wird, soll eine

weitere Vorschrift des Bundesrats zu erwarten sein, nach welcher den Bäckereien neue Beschränkungen in der Ver⸗ wendung ihrer Materialien auferlegt werden, die im

Interesse der Lebensmittelversorgung unerläßlich sind. Um zu erreichen, daß diese Bestimmungen auch überall in ihrem Umfange befolgt werden, wird eine ständige Kontrolle der Bäckereien als notwendig erachtet, die vom Organ der Polizeiverwaltung oder durch Sachverständige, wie z. B. Nahrungsmittelchemiker ausgeübt werden soll. Für die Ausübung dieser Kontrolle dürften eingehende Bestim⸗ mungen erlassen werden.

Die Bestimmungen allein werdens nicht tun. Für die Bäckereien hat nämlich die Herstellung vonKriegsbrot mit Kartoffelmehlzusatz seine Schwierigkeiten. Es wird darüber geschrieben:

Das als Zusatz nötige Kartoffelwalzmehl ist zurzeit sehr schwer erhältlich. Die Fabriken sind mit Aufträgen überhäuft und nicht imstande, die vielen Bestellungen auszu⸗ führen. Einzelne Fabriken nehmen überhaupt keine Be stellungen mehr an. Die Bäcker beschränken sich nun auf den gesetzlich vorgeschriebenen fünfprozentigen Zusatz, denn sie müssen haushälterisch umgehen mit ihren Vorräten, um dem Gesetz zu genügen. Das Verfahren aber, die Kartoffel sebbst zuzubereiten, ist, wenn auch gesetzlich gestattet, allzu um⸗ ständlich und mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, da die Kartoffel erst geschält, gekocht und zerrieben werden muß. Es wäre wohl Sache der Regierung, Abhilfe zu schaffen. Es muß dafür gesorgt werden, daß die Bäcker Rohmaterial in ausreichenden Mengen erhalten.

Letzteres ist zweifellos richtig. Es muß auch folgenden Sätzen unseres Frankfurter Parteiblattes zugestimmt werden:

Ungeheuer wichtig und als wahrhaft patriotische Tat angesehen würde, wenn die Regierung sich endlich auch dazu aufschwingen könnte, Höchstpreise für Roggen⸗ und Weizenmehl festzusetzen, oder aber die Verteilung der Mehlvorräte selbst in die Hand zu neh⸗ men. Heute ist es so, wer Geld hat, kauft! Und zwar kauft man zu den höchsten Preisen, weil niemand weiß, ob ge nügend Mehl vorhanden ist oder nicht. Der Spekulation ist also Tor und Tür geöffnet. Wenn das so fortgeht, wer den jetzt die Vorräte für die höchsten Preise aufgekauft und in den Monaten April, Mai und Juni stellt sich schließlich heraus, daß übergenügend Mehlmengen vorhanden sind: der Kladderadatsch ist da. Ist das eine gesunde Wirtschafts politik und ist es notwendig, die Brotpreise derartig in die Höhe zu treiben? Was in großen Garnison- und Festungs gebieten möglich ist, wo heute schon die Behörden den Vorrat seststellen lassen, um den Verbrauch zu regeln und den eisernen Bestand zu ergänzen, sollte von der Regierung all gemein im Reiche durchgeführt werden. Das mag vielen Geldleuten nicht besonders in den Krasn passen, aber nur solche praktische Maßnahmen könnten uns helfen. Mit Sparsamkeitsartikeln, namentlich wenn sie an die arbeitende Bevölkerung gerichtet sind, kann wenig erreicht werden.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten: Wehrmann Wilhelm Dietz aus Höingen, b. Homberg, Inf. Regt. Nr. 116. Friedrich Kuhlmann aus Wetzlar⸗ Niedergirmes, Inf.-Reg. Nr. 222. Res. Friedr. Wagner aus Skeindorf b. Wetzlar, Pionier-Bataillon Nr. 25. Wehre aun Heinrich Faulstich aus Alten-Buseck, Landw. Inf Rig, i.

Auszährungsverordnung über die Einigungsämter. Vor

Einigungsämter, die zwischen Mietern und Ver⸗ mietern oder zwischen Hypothelenschuldnern und Hypotheken⸗ gläubigern einen billigen Ausgleich vermitteln sollen, bekannt ge⸗ geben. Danach ist der Antrag auf Verleihung des Rechts, das Er⸗ scheinen einer Partei zu erzwingen, die Parteien zur Auskunft zu veranlassen und von ihnen eine eidesstattliche Versicherung der. Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Auskunft entgegenzunehmen, an den Minister des Innern zu richten.

Die anderen wesentlichsten Bestimmungen der re verordnung gehen dahin: Den Vorsitz bei den Verhandlungen des Einigungsamts hat ein für das Richteramt oder den höheren Verwaltungsdienst befähigtes Mitglied zu führen, das vom Ge⸗ meindevorstand ernannt oder bestätigt wird. Die Pflicht zum Erscheinen ist in der Regel eine persönliche. Aus Gesetzen oder Generalvollmachten sich ergebende Vertretungsbefugnisse sind anzuerkennen.

Von der Verhängung einer Ordnungsstrafe ist, wenn die Zu⸗ widerhandlung durch die persönlichen oder wirtschaftlichen Ver⸗ hältnisse des Verpflichteten entschuldigt wird, 1 in der Regel dann abzusehen, wenn sie erstmalig erfolgt. ie Höhe der Ord⸗ nungsstrafe ist nach der wirtschaftlichen Lage des Betroffenen unter den Gesichtspunkten der Wirksamkeit und des Grades des Ver⸗

schuldens abzumessen. Vor der Verhängung der Ordnungsstrafe ist diese unter Bestimmung eines neuen Termins anzudrohen.

Das Nichterscheinen der Beteiligten ist in der Regel als ent⸗ schuldigt anzusehen, wenn sie einen zur Auskunftserteilung schrift⸗ lich bevollmächtigten Vertreter entsenden, der mit ihren für die Vermittlung erheblichen Verhältnissen vertraut ist. Auswärtige Vermieter können sich durch ihre Hausverwalter vertreten lassen. Auswärtige Hypothekengläubiger können nur dann in eine Ord⸗ nungsstrafe genommen werden, wenn sie vor dem von der Ge⸗ meindebehörde ersuchten Gemeindevorstande ihres Wohnortes oder Aufenthaltsortes unentschuldigt nicht erscheinen und auch einen Vertreter nicht entsenden.

Schweben vor einem Einigungsamt mehrere Sachen, an denen ein und derselbe Vermieter oder ein und derselbe Hypotheken⸗ gläubiger betiligt ist, so sind diese Sachen möglichst derart mit⸗ einander zu vereinigen, daß nur einmaliges Erscheinen dieser Be⸗ teiligten erforderlich wird.

Das Verfahren vor dem Einigungsamt ist nicht öffent⸗ lich. Die Mitglieder des Einigungsamtes haben die Verhand⸗ lungen sowie die hierbei zu ihrer Kenntnis gelangenden Verhält⸗ 1 geheim zu halten. Der Vorsitzende hat sie hierauf hinzu⸗ weisen.

ueber die Kosten des Krieges brachte der Vorwärts dieser Tage einen Artikel, der am Schluß zu folgenden Ergebnissen kommt: Die ersten fünf Kriegsmonate hatten somit 30,5 Mil⸗ liarden Mark gekostet, ohne die Verluste der Industrie und die Kriegsschäden zu rechnen. Die indirekten Kriegskoften der Industrie sind aber nach Guyot noch größer als die unmittelbaren Ausgaben. Dann die Kriegsschäden. Diese werden in Belgien allein auf 5,32 Milliarden Frank, für Ostpreußen auf 400 Millionen Mark geschätzt. Dann aber kommen noch Polen, Galizien, große Teile Frankreichs, der Reichslande hinzu. Außerdem die ungeheuerlichen Verluste an Schiffen und Schiffsladungen. Man wird wohl nahe an der Wirklichkeit sein, wenn man die ge⸗ samten Kriegsverluste für die erste Kriegsperiode auf 45 bis 50 Milliarden Mark ansetzt. Dadurch erhöhen sich die Kriegskosten auf 70 bis 80 Milliarden Mark, also auf ungefähr die Summe, die das Anlagekapftal der Eisenbahnen der kämpfenden Länder in Europa(1910) betrug.

80 Mikliarden! Mit soviel Geld hätte man sicher die ganze Wüste Sahara kultivieren und in fruchtbares Land ver⸗ wandeln können, das viele Millionen Menschen ernähren würde!

Oeffentliche Bücherhalle. Im Dezember wurden 1869 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf;: Erzählende Literatur 996, Zeitschriften 252, Jngendschriften 167, Literaturgeschichte 16, Länder⸗ und Völkerkunde 46, Kulturgeschichte 19, Geschichte und Biographien 99, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Tech⸗ nologie 75, Heer⸗ und Seewesen 22, Haus⸗ und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 37, Staatswissen⸗ schaft 24, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 36 Bände. Nach auswärts kamen 53 Bände.

Altenbuseck. Wieder hat der mörderische Krieg zwei Ein⸗ wohner unseres Ortes hinweggerafft. Nach hierher gelangten Mit⸗ teilungen sind die Arbeiter Ludwig Brück und Heinrich Faul⸗ stisch gefallen. Ersterer fiel einer Krankheit zum Opfer, während Faulstich durch einen Granatsplitter getötet wurde. Ein merk⸗ würdiges Zusammentreffen ist es, daß beide am 1. Weinachtsfeier⸗

hinterlassen auch eine gleichstarke Familie, nämlich Frau und 3 Kinder. Sie erfreuten sich als fleißige und solide Arbeiter des bestens Ansehens. Einige auf dem russischen Kriegsschauplatz befindliche Altenbusecker haben seit längerer Zeit nichts von sich hören lassen.

Watzenborn⸗Steinberg. Bei Weidenau an der Sieg wurde der Arbeiter Johannes Burger aus Watzenborn als Leiche aus der Sieg gezogen. Wie die Siegbl. berichten, wäre ein Un⸗ glücksfall nicht anzunehmen, weil an der Stelle ein Drahtzaun zum Schutze angebracht ist, der den Fluß abschließt. Verschiedene An⸗ zeichen lassen die Annahme zu, daß sich Burger selbst das Leben genommen hat.

Lich. Unser trische Beleuchtung, die nicht vollzogen, sondern ht, das in den Warteräumen schlechten Geruch und auch pfeisendes, Dauer höchst unangenehmes Geräusch verursacht, Von einem schritt kann also hier in diesem Falle nicht die Rede sein.

Von Nah und Fern.

Berlin, 5. Jan. Anton von Werner gestorben. Prof. Anton von Werner, der berühmte Berliner Maler und Direktor der Berliner Akademie, ist gestern in seiner Wohnung, Potsdamer⸗ straße 110 zu Berlin, im Alter von 72 Jahren gestorben.

Eisenach, 5. Jan. Der Winter. Im Thüringer Wald herrscht seit gestern nach einer Meldung des Berl. Tageblattes an⸗ haltender Schneesturm. Der Schnee liegt an manchen Stellen 60 Zentimeter hoch. Der Verkehr ist vielfach gestört. Mit Schnee⸗ pflügen müssen mühsam die Wege wiederhergestellt werden.

Budapest, 5. Jan. Eisenbahndiebe. Die Polizei hal eine große Diebesbande entdeckt, die mit Hilse des wachthabenden Polizeikommissars große Warenmengen vom Engelfelder Güter⸗ bahnhof im Werte von mehreren 100000 Kronen weggeschafft hat und sich der Hilfe von 25 Hehlern bediente. Die Mitglieder der Diebesbande und die Hehler befinden sich in Polizeigewahrsam. Die Hehler sind alle vermögend.

Telegramme.

Tagesbericht deß Großen Hauptguartitts.

Bajonettkämpfe im Elsaß. In Polen vorwärts. W. B. Großes Hauptquartier, 5. Jan. vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: g Nördlich Arras sprengten unsere Truppen einen Schützengraben von 200 Meter Länge und machten dabei einige Gefangene. Spätere Gegenangriffe des Gegners

scheiterten. In den Argonnen wurden mehrere

Städtchen hat schon seit längerer Zeit elek⸗ Bahnstation hat aber den Anschluß noch benutzt Petroleum⸗Glühlicht, das besonders auf die Fort⸗

französische Vor.

persischen Stämme. Nach der Petersburger Agentur soll die diplomatische Note befristet gewesen sein.

eintaen Tagen wurde die Ausführungs verordnung zu der Bundes⸗ ratsbetauntmachung vom 15. Dezember über die kommunalen

slößze zurückgewiesen.

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tage starben; hier wohnten beide in einem Hause zur Miete, beide