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pefähr in der Mitte der beiden Gräben treffen sich nun diese vie. Mann, begrüßen sich und schütteln sich kräftig die Hände. Etwa fünf Minuten unterhielten sich diese Vier. Als dann unsere beiden zurückkehrten, hörten wir, daß einer der beiden Franzosen Lehrer und der andere Notar sei. Sie hätten gesagt, wir sollten nicht schießen, die meisten von ihnen wären Familienväter. Sie wollten auch nicht schießen. Bald darauf stieg aus einem Schützengraben, der unserm linken Flügel gegenüberliegt, auch ein Franzmann heraus. Auch dem schickten wir einen Mann entgegen, welcher mit ihm Schokolade eintauschte. Die beiden saßen zwischen den beiden Schlitzengräben in einem Granatloch und machten die größten Zicken miteinander. Dann schickten wir ihnen einen Zettel rüber, wenn sie sich ergeben wollten, sollten sie bei Abendanbruch rüberkommen. Doch sie antworteten, das ginge nicht, schon wegen ihrer Offiziere könnten sie das nicht machen. Doch jedenfalls hatten wir dadurch einen gemütlichen Nachmittag. Es wurde von beiden Seiten nicht mehr geschossen. Nur die Artillerie machte nicht mit. Die Gra⸗ naten sausten bei diesen Verhandlungen immer über unsere Köpfe
8 Stadttheater. Es sei hiermit darauf hingewiesen, daß die heutige Aufführung des ungemein beliebten, fröhlichen Spieles„Als ich noch im Flügelkleide“ außer Abonnement und bei kleinen Preisen stattfindet.— Am Freitag, den 15. d. M. findet ein Vaterländischer Vortragsabend in Scherz und Ernst von Professor Marzell Salzer statt. Der Name des ersten deutschen Vortragskünstlers allein schon dürfte genügen, das Theater zu füllen, zudem der Künstler schon öfter bewiesen hat, daß er es vorzüglich versteht, auch im Ernst ergreifende Töne anzuschlagen. Es gelten für diesen Abend gewöhnliche Preise, die ja dieses Jahr ermäßigt sind und es wer⸗ den jederzeit Vorbestellungen im Theaterbureau angenommen.
Frankfurter Fruchtmarkt. Der erste Markttag im neuen Jahre zeigt dasselbe Bild, wie die Märkte im alten Jahr. Das Angebot in Weizen und Roggen ist klein, die Nachfrage lebhaft. Es wurde motiert Weizen 27,65, Roggen 23,65, Gerste 22,50, Hafer 22,30, alles zab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision. Weizen⸗ mehl 4244,50, Roggenmehl 35,50—36, Futtermittel fest, Kleie 15 für 100 Kilogramm ohne Sack.
Kreis Wetzlar. * Ersatzwahlen zum preußischen Landtage. Für die er⸗ ledigten Mandate zum preußischen Landtag sollen so rasch als möglich die Ersatzwahlen vorgenommen werden. Dabei stößt man aber insofern auf Schwierigkeiten, als ein Teil der Wahlmänner sich im Felde befindet. Wie die Kreuzzeitung mitteilt, werden in einer zu diesem Zwecke stattfindenden Besprechung die Zweifel darüber zu beheben sein, wie es mit den Ersatzwahlen für diejenigen Wahlmänner, die zum Heere eingezogen sind, zu halten ist. Wird die Auffassung, daß solche Wahlmänner infolge der Einberufung zun Heeresdienste ihre Stimmberechtigung als Urwähler ver⸗ loren haben, als richtig anerkannt, so würde, um die Vor⸗ mahme von Ersatzwahlen zu ermöglichen, die Wahl anderer Wahlmänner erforderlich werden.
Kreis Mardurg⸗Kirchhain.
5 Vom Zuge überfahren. Am letzten Abend des alten Jahres fand der Fabrikarbeiter und jetzige Postgehilfe Dietrich Herberg aus Marburg im dortigen Hauptbahnhofe einen gräßlichen und plötzlichen To d. Er war damit be⸗ schäftigt, seinen Postkarren über die Gleise zu drücken, als er von einer herankommenden Lokomotive erfaßt und voll— ständig zermalmt wurde.
Westerwald und Unterlahn.
* Wieder ein Bahnbewachungsposten vom Zuge über⸗ fahren. In der Nähe von Station Arfurt der Lahntalbahn
15 10 wurde der Wehrmann Wilhelm Korte von einem Schnell—
zuge überfahren und getötet. An der Lahntalbahn sind schon mehrere solcher Unglücksfälle vorgekommen. Es ist überhaupt nicht verständlich, warum die Leute auf den Gleisen herumlaufen; das ist doch sicher nicht vorgeschrieben.
Ueberfahren wurde der erst 15 Jahre alte Lokomotip⸗ heizer Kleine aus Wilgersdorf, der am Bahnbau in Dill⸗ brecht bei Haiger beschäftigt war. Er lief unter die von ihm bediente Maschine, wobei ihm beide Beine abgefahren wurden. Auf dem Transport nach dem Krankenhaus in Haiger verstarb der Unglückliche. Sollte man es für möglich halten, einen Jungen von 15 Jahren für solch ge— kährlichen Posten zu verwenden?
f Von Nah und Fern.
* Ein neuer Postwagenbrand. Unlängst ist wieder eine größere Postladung, offenbar durch Selbstentzündung einer Sen⸗ dung, verbrannt, nämlich auf der Station Altenessen, als ein mit Postpaketen beladener Eisenbahnpostwagen dort rangiert wurde. Aus dem Wagen schlugen plötzlich die hellen Flammen heraus. Als man ihn öffnete, war der Inhalt schon in voller Glut, so daß nur noch wenige Pakete gerettet werden konnten. In dem Schutt des Wageninhalts sind u. a. Behältnisse gefunden worden, die augen⸗ sscheinlich mit Benzin oder dergleichen gefüllt gewesen sind. Aus der Selbstentzündung eines solchen Pakets erklärt sich auch das außerordentlich schnelle Umsichgreifen des Feuers: denn der Wagen brannte mit seinem Inhalt, der etwa 500 Pakete umfaßte, binnen wenigen Minuten bis auf das Untergestell nieder.— Es wird er⸗ neut vor der Versendung feuergefährlicher Gegenstände durch die Post dringend gewarnt. Wer sich darüber hinwegsetzt und leicht entzündbare Gegenstände versendet, kann die Allgemeinheit auf das empfindlichste schädigen und dabei auch die Wohltaten zu⸗ nichte machen, die Liebe und Opfersinn unsern Soldaten im Felde zugedacht haben.
Telegramme.
Augesbericht des Großen Hmuptmattier,
Erbitterte Kämpfe im Ober⸗Elsaß. Fortschreitende Angriffe an der Rawka. W. B. Großes Hauptquartier, 4. Jan. vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz:
ö Abgesehen von mehr oder weniger schweren Artillerie- kämpfen herrschte an der Front im allgemeinen Ruhe. Nur bei Thann im Ober⸗Elsaß zeigte der Feind lebhafte Tätig⸗ keit. Nach einem überwältigenden Feuer auf die Höhe west⸗ lich Sennheim gelang es ihne in den Abendstunden, unseren zusammengeschossenen Schützengraben auf dieser Höhe und anschließßend das von uns hartnäckig verteidigte— — in den letzten Tagen öfters erwähnte— Dorf Stein⸗ bach zu nehmen. Die Höhe wurde nachts im Bajonett⸗ angriff von uns wieder genommen. Um den Ort Stein be wird noch gekänapft.
Oestlicher Kriegsschauplfaß: Die Lage im Osten hat sich nicht verändert. Unsere An⸗ griffe in Polen östlich der Rawka werden fortgesetzt. Oberste Heeresleitung.
Schütze grabenkämpfe im Osten.
Mailand, 4. Jan.(TU.) Der Secolo erfährt aus Petersburg: Am linken Weichselufer dauern die Artillerie duelle an, ebenso die Kämpfe um die Schützengräben, die oft erobert und wieder verloren werden, wobei es zu wütenden Bajonettkämpfen kommt. An der Front Sachaozew⸗Rawa trachten die Deutschen mit wilder Macht darnach, die russische Front zu durchbrechen und nach Warschau zu gelangen.
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 4. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 4. Januar 1915. In den hartnäckigen Kämpfen im Raume südlich Gorlice, die sich unter den schwierigsten Witterungsverhältnissen abspielten, sicherten sich unsere braven Truppen durch Besitznahme einer wich⸗ tigen Höhenlinie eine günstige Basis für die weiteren Ereignisse, In den Karpathen keine Veränderung. Im oberen Ungtale nur kleinere Gefechte. Während der Kämpfe der Weihnachtszeit wurden am nörd⸗ lichen Kriegsschauplatz 37 Offiziere und 12698 Mann gefangen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutuant.,
Die Kämpfe in den Karpathen.
Budapest, 4. Jan.(Ctr. Frkft.) Im Unger Komitat, wo die Russen in der Silvesternacht mit großer Uebermacht eindrangen, kam es, nachdem unsere Truppen bei Patakofalu und Kisvoelgg ein Umgehungsmanöver der Russen ver⸗ citelt hatten, bei Ligetes zu einem erbitterten Kampfe, in dessen Verlaufe Oberst Csermak fiel. Es gelang, die Russen bei Csontos aufzuhalten. Aus strategischen Gründen wur⸗ den Nagyberezua und einige kleinere Ortschaften geräumt.
Neuerliche Beschießung Belgrads.
Aus Nisch wird gemeldet: Da die österreichischen Donau⸗ monitore neuerdings Belgrad beschießen, erwarten die Serben eine neue österreichische Offensive gegen Belgrad und haben deshalb ihre Truppen um Belgrad verstärkt.
Der Krieg im Orient.
Russische Grausamkeiten.
Konstantinopel, 4. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Pressebureau teilte mit: Der Wali von Erzerum berichtet, daß die Russen bei ihrem gegenwärtigen Rückzuge 40 Dörfer, die sie vorher besetzt hatten, eingeäschert, einen Teil der männlichen Einwohner getötet und den Rest als Gefangene nach Rußland gebracht haben. Als Beweis für die Ver⸗ wüstungen möge dienen, daß der Wali allein in drei Dörfern, die er besichtigte, 75 Leichen gesehen hat.
Kopenhagen, 4. Jan.(Ctr. Frkft.) Polititen erfährt aus Paris, die Türken befestigten, wie aus Athen gedrahtet werde, die Inseln des Marmarameeres und die Gegend um San Stefano und Kadiköi. Der Exsultan Abdul Hamid sei ins Innere Kleinasiens geführt worden. Die türkischen Be⸗ hörden sollen den fremden Banken verboten haben, Staats⸗ angehörigen aus den Ländern des Dreiverbands Darlehen zu geben und ihnen Wertpapiere zurückzugeben.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. (Forstwartei Gießen I, Forstwart Brück⸗Rödgen.)
Montag, den 11. Januar 1915, vormittags 9g beginnen, wer⸗ den in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Rain und Hubertusbrunnen(Abt. 50a, 51a und 54) versteigert:
264, Rm. Buchen⸗Scheitholz, 24,5 Rm. Eichen⸗Scheitholz, 1 Rm. Erlen⸗Scheitholz. 1 Rm. Aspen⸗Scheitholz, 58,6 Rm. Buchen⸗ Knüppelholz, 9,5 Rm. Eichen⸗Knüppelholz, 3460 Wellen Buchen⸗ Reisig, 190 Wellen Eichen⸗Reisig, 46,8 Rm. Buchen⸗Stockholz, 4,8 Rm. Eichen⸗Stockholz.
Die Zusammenkunft ist auf der Wannenschneise an der Kreu⸗ zung mit der 8. Schneise.
Gießen, den 4. Januar 1915.
Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald.
Bekanntmachung.
Betrifft: Aufnahme in die Militärvorbereitungsanstalt Weilburg. 1. Junge Leute, die mindestens das 16. Lebensjahr vollendet haben, am Tage der Einstellug jedoch nicht älter als 16% Ja!
vollendetem 17. Lebensjahre felddienstfähig sein werden, kön 0 sich bis spätestens 13. Januar bei einem Bezirkskommando des
Weilburg melden.
Lebensjahre erfolgt, eine vorwiegend militärische Ausbildung.
Die Einstellung erfolgt am 20. Januar 1915 und bei nacht räg lichen Anmeldungen an später noch zu bestimmenden 8.
2. Die Aufnahme erfolgt nach ärztlicher Untersuchung. ö Bewerber müssen vollkommen gesund und frei von körperlichen Ge⸗ brechen und wahrnehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten sein. Eine Prüfung auf Schulbildung findet bei der Aufnahme nicht statt..
Erlittene leichte Strafen schließen die Annahme nicht aus.
3. Eine Verpflichtung, über die gesetzliche Dienstpflicht hinaus zu dienen, erwüchst den Aufgenommenen nicht.
4. Diejenigen Freiwilligen, welche mit vollendetem 17. Lebens⸗ jahre noch nicht felddienstfähig sind, können auf ihren Wunsch eimer Unteroffizier⸗Schule überwiesen oder bis zur erlangten Folddienst⸗ fähigkeit in der Anstalt belassen werden. Andernfalls würde ihre Entlassung notwendig sein.
5. Bei der Demobilmachung können die Aufgenommenen auf ihren Wunsch, soweit sie noch nicht ausgebildet sind, in eine Unter⸗ offiziervorschule, soweit sie sich bereits bei einem Truppenteil be⸗ finden, in eine Unteroffizierschule unter den für diefe Schuhen vor⸗ geschriebenen Bedingungen, die auf den Bezirkskommandos einzu⸗ sehen sind, aufgenommen werden.
Frankfurt a. M., den 30. Dezember 1914. 5 3314
Der Kommandierende General: gez. Freiherr von Gall, General der Infanterie.
W Bebanntmachung wird mit folgenden Zusätzen ver⸗ öffentlicht:
Jeder sich Meldende hat Geburtsurkunde, polizeiliches Führungszeugnis, sowie eine Eimpvillungserklärung des gesetzlichen Vertreters(Vater, Mutter, Vormund oder Pfleger) nach n stehendem Muster vorzulegen:
Einwilligungs⸗Erklärung.
Meinem Sohn— Mlindel n.. geboren am.. a Geis erteile ich hiermit die Genehmigung zum freiwilligen Eintritt in die Militär⸗Vorbereitungs⸗Anstalt
Weilburg und mit dem 17. Lebensjahr in die Truppe.
.„ dem ßʃtʃtũ⁊́.ĩnmn 8 1 Die eigenhändige Unterschrift de wird beglaubigt. „„o.: 755
(L..)(Polizei.)
Ferner ist es erforderlich, daß die Freiwilligen bei der Mel⸗ dung über Gewerbe, Stand, Vermögens⸗ und Militär verhältnis ihres Vatems genau unterrichtet sind. ö.
Gießen, den 1. Januar 1915. g 125
Großherzogliches Bezirkstkommando: Naumamm, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur.
Verstorbene. Richard Striegnitz in Lollar, 34 Jahre alt.
Täglich frischs
Kuchen und Torten
sowie alle sonstigen. Backwaren Ludwig Muller, Bahnhofstr. 52a
Martin Krug, Gießen
1 g Schulstraße 5 5 Zigarren⸗ Spezial⸗ Geschäft
2 1 5 5 empfiehl, seine aus rein überseeischen Tabaten hergestellten Fabrikate bestens
Zigaretten u. Zigarrilos, Nauch⸗, Kau⸗ u. Schunpftabale.
Lig. Deusscher rabeuveren
Ortsgruppe Gießen. +
1 Aus kunftstelle
für Frauenberufe.
1 1 1 N N 1 1 1
1
Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Aus⸗ kunft für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplatz 14. Diens⸗ tags nachm. von 6¼ 7 Uhr.
Rechtsschutzstelle.
Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechts angelegenheiten
im alten Rathaus Marktplatz 14 Mittwoch nachmittags von 6/ bis 8 Uhr.
Gadl-Tusder biesse
Direktion: Hermann Steinaoetter
Dienstag, den 5. Januar 1915, abends 8 Uhr
Außer Abonnement:
U ich och im Plägedeide
Ein fröhliches Spiel in 4 Aufzügen von Albert Kebm u. Martin Frehsee nach 10 ¾ Uhr. Kleine Preise.
2
und
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1 1
1 2 2 1 1 2
1
— 1
2
Feldpostmappen, Karten
Auffilebezettel und wasser⸗ dichtes Oelpapier
Obethessische Volkszeitung
Gießen, Bahnhofstraße 23.
FDD
F
Teldposlschachleln
2
in allen Größen.
-Kartenbriefe
empfiehlt
alt sind, und von denen mit Sicherheit zu erwarten ist, daß sie mid Korpsbereiches zur Aufnahme in die Militär⸗Vorbeveitungsanstalt 1
Sie erhalten in dieser Anstalt bis zum Uebertritt zur Trude, 1 welcher, die Felddienstfähigkeit vorausgesetzt, mit vollondetem 17)
Kaffee⸗ und Teegebäck
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