11 1 rung unrerzurrriegen pft.
stützt sich nicht allein auf die Stärke unserer Heeresmacht und auf ihre gute Organisation, Ausbildung und Disziplin f sondern vor allem auf die Vaterlandslieb e, 555 der alle Deutschen ohne Ausnahme einig lind und bereit, für dessen Verteidigung jedes O p fer 3 u brin gen, Mag der Krieg noch Monate oder Ja 5 7 e dauern, er wird das Volk eher fester Fu en schweiß en und seine Kräfte ins Ungeahnte wachsen lassen Die Hoffnung, daß Deutschland in diesem Ringen schließ⸗ lich doch noch unterliegen werde, mögen die Feinde getrost aufgeben. Eher würden sie selbst verbl 1 e n und in den Stau b sinken. Deutschland ist es, das am kräftigsten aus diesem Weltkrieg hervorgehen wird!“
Vieles Setopwertrrauen
8 ‚ Peuen 15g cc solche Maßnahmen? 8 Geg en esischen Sekretär des L bei Eure Genossen Grützner, war ein Verfahren Sehe A a den Win fälschung(1) eingeleitet worden, weil er Beschwerden von 55 eriegerfraunen wegen verweigerter Familienunterstützung 1 e mit deren Namen unterzeschnet hatte! Natifrlich geschah das im lich Ein ver st ändnis mit den Frauen und deshalb mußte das it el Verfahren jetzt eingestellt werden. Wozu stiften die der Landräte erst solche verbitternde Maßnahme an? An der Bzura. schaf An der Bzura soll wegen schlechten Wetters ein Still⸗ 0 st a n d der Operationen eingetreten sein. Die Times bezw. Mor der Mailänder Corriere melden aus Warschau, die deutsche 55 0 Offensive setze zur Zeit aus, die Deutschen stellten Be⸗ m festigungen her an der Bzura. Die Ursache des augenblick⸗ . lichen Stillstandes bildet das Tauwetter, das die 79 sh Straßen in Schlamm verwandele und die Felder derart auf⸗ — 1 weiche, daß für schwere Artillerie kein Fortkommen sei. 2 8 * Vergebliche Balkan⸗ Hoffnungen. ast u Dem Temps schreibt ein Petersburger Berichterstatter ch Gap Die russische Presse erörtert noch immer eifrig die Haltung . der Balkanstaaten. Nach dem dringenden Aufruf in Bukarest
und 1 und den bisherigen Vorwürfen gegen Sofia ist man müde i sche, geworden, tauben Ohren zu predigen. Bulgarien hat 8 seine Beschützer verärgert, Rumänien sie enttäuscht.
Man hört auf, sich für sie zu interessieren, denn man sieht ein, daß der Sieg nicht von ihrer Hilfe abhängt. Dagegen habe ich festgestellt, daß eine mißtrauische Stimmung sich bemerkbar macht. Bukarest und Sofia sollten erwägen, was sie zu verlieren haben, wenn sie der neuen Stimmung freien Lauf lassen.
Ein Angriff auf die Dardanellen.
Die türkische Heeresleitung soll der Deutschen Tages⸗ zeitung zufolge überzeugt sein, daß die Alliierten einen 5 großen Angriff auf die Dardanellen vor⸗ bereiten. Die Türken befestigen ihre Werke fieberhaft.
Mißglückter Landungsversuch der Russen. 9 1 Konstantinopel, 4. Jan.(T. U.) Vot Jaffa ist der russische Kreuzer„Askold“ erschienen. Als der Kreuzer unter dem Schutze seiner Geschütze Truppen zu landen versuchte, eröffneten die Türken Feuer gegen die Landungsabteilung, die sich unter Verlusten zurückziehen mußte.
Russische Greueltaten.
Konstantinopel, 4. Jan.(T. U.) Nach der Flucht der Russen aus den Grenzgebieten Ost⸗Anatoliens wurden zahlreiche Greuel⸗ taten festgestellt. Die Russen brannten über 40 osmanische Ort⸗ schaften nieder, metzelten an mehreren Orten die ganze männliche Bevölkerung nieder oder schleppten sie als kriegsgefangen weg.
Wie Rußland sich Geld verschafft.
Die Baseler Nachrichten melden, daß der
geinsan
Intelg Prolt russische
Haft 6 Ministerrat einem Vorschlag der französischen Regierung zu⸗ Fponden gestimmt habe, demzufolge sie 25 Millionen Pud Ge—
kreide und 6 Millionen Pud Zucker von Rußland erwirbt. Obwohl die Lieferung auf mehrere Monate ver⸗ teilt worden sei, habe Frankreich bereits die ganze Kauf⸗ summe der russischen Regierung gutges chrieben und die Transport⸗ und Versicherungskosten vorausbezahlt.
Rückgabe invalider Kriegs⸗ Gefangener.
Für die Rickbeförderung invalider Kriegsgefangener wird Genf die Zentralstelle sein. Dem Danke der internationalen Ge⸗ fangenenintendantur an Kaiser Wilhelm und den Papst schließt
sich laut Berl. Lok.⸗Anz. die Schweizer Presse in schwungvollen
Artikeln an. Auch aus anderen neutralen Staaten werden solche Kundgebungen gemeldet.
Die Kämpfe in Deutsch⸗Ostafrika.
Kopenhagen, 4. Jan.(T. U.) In London ist man sich klar 9 1 darüber, daß der Kampf um Deutsch⸗Ostafrika langwierig und
Die Deutschen leisten gewaltigen Widerstand in Tabora erwartet 500 Soldaten von Dar⸗ Begebenheiten vor.
blutig sein wird. stark befestigten Lagern.. ern Es⸗Salam. Dort bereiten sich wichtige
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und umgebung.
Der Waschlappen mit dem Eisernen Kreuz
Herausgeber, Frhr. von Grotthuß,
Im Türmer schreibt dessen unter vorstehender Ueberschrift: 5 a „Ich spreche natürlich von keinem, der da lebt. Sondern nur von einem, der gewoben ist und aus einem Berliner westlichen Kaufhause stammt, einem leinenen Seifenlappen mit dent schwarzen, ernsten Eisernen Kreuz in natürlicher Größe mitten wee f Es gehörte zu der Schönheit der Mobil machungstage, daß wir
mit einem Schlage so vieles Erkünstelte wegsinken und dafür Takt und rechten Sinn wieder an die Oberfläche dringen sahen. Aber auf die Dauer scheint es dem gegenwärtigen Geschlecht nicht ge⸗ geben zu sein, das Große und Verehrungswürdige nicht unn lich im Munde oder auf seinen geschäftlichen Erzeugnissen zu führen. ö Man kann nicht dankbar und herzlich genug an unsere Mannschaften denken, aber gerade dann verstimmt es den Empfindlichen, wenn er auf ausgehängten Schaufensterplakaten.o süßlich gur 1 an„unsere braven Truppen“ die ihnen oft entbehrlichsten egen stände auspreisen steht. Ich mache keine Anklage daraus, daß man den berühmten 42⸗Zentimeter⸗Granaten in den unmöglichen Materialien und an den unmöglichsten Orten. in Nachbildungen begegnet: Kindlichkeit will ihr Spiel haben, die Parodie ist nun ein⸗ mal ihr Weg, um sich dem Großen und Ueherlegenen In ee und der Geschäftsgeist macht das teils aus erfahrungsreicher Klüg⸗
chkeit, teils auch, weil er selber nicht anders beschaffen ist mit.
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Srune vorretnmmirch fern, daß fan sre perautagrscht, Trqzestert und ihr Bildnis verwaschlappt. Wie wenig wird doch, soviel man sie liest und auslegt, die Bibel in ihren erzieherischen Feinheiten be⸗ griffen! Und wie wenig wird von der großen Zahl dieser Zeit⸗ genossen, die im Nachahmen und Uebertragen so überaus eilig und beflissen sind, über das, was sie dann damit tun, noch irgendwie selbstkritisch nachgedacht.“
Etwas ähnliches ist's mit dem Eisernen Kreuz als Broschen, in Armfloren, Schlipsen, Schlummerrollen(„Nur ein viertel Stündchen“) und— Hauspantoffeln!
Aus den Verlustlisten.
Nef. K. eee Nr. 116, Gießen.
Res. Karl Decher(2. Komp.), gestorben infolge Krankhelt, Krgs.⸗
Laz. St. Quentin 16. 11. 14. f f f. Berichtigung früherer Angaben.
Kriegsfreiw. Theodor Henn(1. Komp.), Braunfels, bisher verm., low.— Res. Paul Breitländer(2. Komp.), Unna, bisher
verm., gefallen.— Wehrmann Ludwig Klingelhöfer(2. Komp.), Oppenrod, bisher verw., gestorben Res.⸗Laz. Sachsenhausen 8, 12. 14.— Musk. Karl Trapp(2. Komp.), Nonnenrod, bisher low., ge⸗ fallen.— Kriegsfreiw. Karl Spies(3. Komp.), Gießen, bisher schwv., gef a len.— Res. Karl Caspar(4. Komp.), Heimerte⸗ hausen, bisher vw. gestorben Feldlaz. Nr. 7 Orainville 23. 9. 14.
5. Kompagnie: Res. Otto Jost, Rainrod, bisher verm., gefallen.— Nes. Moritz Jost, Ulrichstein, bisher verw verm. 8 Re. Jakob Schneider aus Nieder⸗Girmes, nicht Mathias Schneider aus Herbstein, gefallen.— Res. Heinrich Weigel, nicht Weichel, Garbenteich, verm.— Res. Jakob Hagner, nicht Friedrich Hagner(6. Komp.), Oberbiel, gefallen. Musk. Hermann Knöß(6. Komp.), Ettingshausen, bisher verw., ge⸗ storben in franz. Gefgsch. 25. 9. 14.— Gefr. Herm. Launspach
(6. Komp.). Beuern, bisher schwo, gestorben 2. 11. 14.— Res. Karl Heinrich Schmidt(7. Komp.), Offdille, bisher verm., lwo. Musk. Heinrich Deichmann(8. Komp.), Schalke, bisher schwo, ge⸗ storben Krgs.⸗Laz. Chateau Roumont 31. 8. 14.
10. Kompagnie: Wehr. Ludwig Steinmüller, Allendorf, bisher verm., vw.— Wehrm. Eberhard Vogel, Alten⸗Vufeck, bisher verm., vw.— Gefr,. d. Res. Karl Steuernagel, Groß⸗Felda, bisher verm., vw.— Tamb. Adolf Schäfer, Diez, bisher verm., vw. Musk. Siegfried Katz, Rauschholzhausen, nicht gefallen, sondern in Gefgsch.— Gefr. Jakob Loos, Holzheim, bisher verm., vw.— Ref. Adolf Grotensohn II., Altena, bisher verm., in Gefgsch. Res. Wilhelm Friedr. Beckmerhagen, Dahle, bisher verm, ge⸗ fallen.— Res. Heinrich Dippel, Eifa, bisher verm., gestorben. — Res. Heinrich Maar, nicht Mahr, Homburg, verm.— Res. Otto Schulte, nicht Schelte, Ohle, verm. Res. Christian Walbott, Garbenteich, verm.— Res. Heinr. Zimmer, Ulsa, bisher verw., vm. — Res. Karl Bischoff, Michelbach, bisher verm., vw.— Gefr. Otto Bischoff, Frankfurt a. M., bisher verw. verm. Res. Otto Edel⸗ mann, Stornfels, bisher verm., ow.— Musk. Adolf Engelbrecht, Ahausen, bisher verm., vw.
Neserve⸗Infanterie⸗Re siment Nr. 116, Gießen. Res. Konr. Rhein(4. Komp.), gestorben infolge Krankheit Res.⸗
Laz. Mlinster i. W. 24. 11. 14.
1 Berichtigung früherer Angaben.
Ref, Joh. Stockum(1. Komp.), Erbach, bisher low, gestorben Res.⸗Feldlaz., 68 Comines 13. 11. 14. Musk. Heinrich Braun (5. Komp.), Daubringen, bisher low., gestorben Res.⸗Laz 2 Trier 2. 12. 14.— Res. Heinrich Fischer(5. Komp.), Storndorf, bisher low., gestorben Res.⸗Laz. Northeim 4. 12. 14.— des. Karl Brund
Spieß(6. Komp.), Nordhausen, bisher verm,⸗, gestorben Laz. Comines 11. 11. 14.— Res. Philipp Jakob Tückel(9. Komp.),
Dornheim, bisher schwervw, gestorben Vereins⸗Laz. München 3. 12. 14.— Gefr. Konr. Reinhardt(9. Komp.), Gambach, bisher verm., i. Laz.
In ein deulsches Haus gehört in dieser Zeit kein Kuchen! 1 Kriegsopfer. Fast jeder, der im Kriege gefallen ist, hat Angehörige, die sein Fehlen schmerzlich empfinden. Am
schmerzlichsten ist es natürlich für die Familie, die ihren Vater und Ernährer verloren hat, wo die Witwe sich nun
mit ihren Kindern mühevoll durchs Leben kämpfen muß. Doch nicht minder schwer ist für Eltern der Verlust ihrer
Söhne, an deren Erziehung und Ausbildung vielleicht alles nur mögliche gewendet wurde, während die Eltern sich Ent⸗ behrungen auferlegten. Nun der Sohn soweit war, sich auf eigene Füße zu stellen, die Sorgen der Alten geringer wur⸗ den— trifft ihn die tödliche Kugel! Wie zahlreich sind diese Fälle. Auch unser Genosse Theodor Leipart, der erste Vorsitzende des Holzarbeiter⸗ Verbandes hat einen derartigen schweren Verlust erlitten. Sein einziger Sohn, dessen geistige Begabung zu den fchönsten Hoffnungen
berechtigte, ist auf dein Schlachtfelde gefallen. Unter schweren Opfern hat ihm sein Vater eine höhere Schuk⸗
bildung zuteil werden lassen, und Ernst Leipart ihm entgegengebrachte Liebe durch regen Fleiß, wobei ihm seine natürliche Veranlagung das Lernen leicht machte. Beim Ausbruch des Krieges stand er nahe vor dem Abgang zur Universität. Alle, die Theodor Leipart kennen und seine großen Verdienste um die Arbeiterbewegung würdigen, wer⸗ den an seinem Schmerze aufrichtigen Anteil nehmen.
— Feldpostbriefe nach dem Feldlager im Gewicht über 250 Gr. bis 500 Gr. werden für die Zeit dom 11. bis e i n⸗ schließlich 17. Januar 1915 von neuem zugekassen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg. Die Sendungen müssen dauer⸗ haft verpackt sein. Nur sehr starke Pappkasten, fe stes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsstoffes ist die Natur des Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegen⸗ stände sind nach Umhüllung mit Papier oder Leinwand aus⸗ schließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden fest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Aus⸗ dehnung in mehrfacher Kreuzung. Die Aufschriften sind auf die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befestigen und miüssen deutlich und richtig sein.— Außer kleinen Bekleidungs⸗ und Ge⸗ brauchsgegenständen sind auch Lebens- und Genuß mättel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Bef 6 r* derung mit der Feldpost eignen. Ansge⸗ schlossen sind leicht verderbliche Ware, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuer gefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschen⸗ feuerzeuue mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüs sigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeit in einem starken sicher verschlossenem Behälter enthalten und dieser in
vergalt die
Pappe sest verpackt ist, und sämlliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespähnen oder einem schwammigen Stoffe so angefüllt sind, daß beim Schadhaftwerden des Behälters die F it f Die Postanstalten sind an⸗ gewiesen, Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, unweigerlich zurückzuweisen.
— Vom Urbeiter⸗Turnerbund. Unter dem Titel„Ein Opser⸗
8
jahr“ bringt das
frühen Tod gefunden. Männer der kriegführend zu Boden gestreckt wo 8 Dreimal größer dürfte die Zahl derer sein, die dauerndes Siechtum oder Ver⸗ krüppelung als Erinnerung für das ganze Leben davongetragen haben. Und noch ist kein Ende zu sehen. Furchtbar sind die Opfer, die allein von den Angehörigen unseres Bundes gebracht worden sind. Nahezu 2000 wackere Turngenossen find gefallen, bis zum 23. Dezember waren 1633 Tote gemeldet. Da aber mehr als der dritte Teil unserer Vereine jede Tätigkeit hat einstellen müssen, so werden auch die Verluste dieser Vereine uns nicht gemeldet. Die Zahl der gefallenen Genossen dürfte also noch wesentlich höher sein.“ Im weiteren weist der Artikel auf den großen wirtschaftlichen Schaden hin, den der Bund erlitten hat infolge von geringeren Beitragseinnahmen usw. und fordert zu lebhafter Agitation für die Arbeiter⸗Turnsache auf. Zum Schluß heißt es:„Das kommende Jahr wird noch Monate hindurch unter der Herrschaft des Krieges stehen, es ist nicht einmal sicher, ob Mars es nicht ganz regieren wird. Wir wollen schon jetzt mit aller Kraft an unsere gewohnte Arbeit gehen, um am Tage des Friedens völlig gerüstet dazustehen. Freilich wird uns noch manche Lücke gerissen werden, die Musterung des Landsturms führt noch manchen Turngenossen hinaus, der bis⸗ her den Verein zusammenhielt. Sorgen wir dafür, daß jede Lücke sofort wieder geschlossen wird. Sorgen wir aber auch für unsere finanzielle Rüstung. Das Opfer, das wir unserer eigenen Sache bringen, ist verschwindend klein gegen die Kriegsopfer, die wir alle tagtäglich bringen.“— Diese Mahnungen gelten im gleichen Maße für Partei und Gewerkschaften!
— Die Lederpreise sind in den letzten Wochen ganz gewaltig in die Höhe gegangen und die Folge davon ist, daß auch die Preise der Stiefel und Schuhe steigen und die Reparaturen werden eben⸗ falls teurer. Auf dem Ledermarkte ist aber wie auf manchem anderen Gebiete auch die Spekulat kon gesthäftig gewesen, die Preise hochzutreiben. Man kennt ja die Leute, welche den Weltkrieg als Gelegenheit benutzen, sich dabei die Taschen zu füllen. An dem Kartoffelmarkte im Herbste war das ja ebenfalls zu beob⸗ achten. Woher die hohen Lederpretse kommen, darüber führte Herr Belling aus Hannover in einer Versammlung der Bremer Schuh⸗ macherinnung u. a. aus, daß das Schuhmachergewerbe schwer unter den gestiegenen Lederpreisen leide. Als Beispiel für die Steigerung der Fellpreise führte der Referent an, daß in zwei Städten in gleicher Gegend, die gleiche Materialien auf den Markt bringen, sich die Höchstpreise für Rind⸗ und Kuhleder wie folgt stellten: in Konstanz im Mai auf 78½ Pfg., in Heilbronn im November auf 1,64 Mk. pro Pfund. Für Kalbfelle stiegen die Preise von 1,19 auf 1,59 Mk. im November, und es ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, da neuerdings Dinge aus Kalbleder verfertigt werden, für die früher anderes Material benutzt wurde. Da zwei Pfund rohe Haut im allgemeinen ein Pfund Leder geben, so stellt sich dieses bei einem Durchschnittsfellpreise der Haut von 1,45 Mk. auf 2,90. Mark; hinzu kommen noch die Kosten der Gerbung usw. Das Schlimme ist, das im Lederhandel die Spekulation eine be⸗ deutende Rolle spielt. Bei Ausbruch des Krieges war eine Menge
1
Rohmaterial vorhanden, aber die Felle wer den zurückge⸗ halten, zeitweise auch das Leder. Unter Zustimmung. der Versammlung verurteilte der Referent das Treihen der
Lederspekulanten aufs schärfste und betonte die Notwendig⸗ keit, auch Höchstpreise für das Leder festzusezen als äußerst dringend, was nach Gründung der Kriegs⸗Leder⸗Aktiengesellschaft hinsichtlich der Felle bereits geschehen ist. Wenn der Fellpreis um 100 Prozent gestiegen ist, so ist eine Steigerung der Lederpreise um 200 Prozent völlig ungerechtfertigt. Die Spekulanten müßten an den Pranger gestellt werden. Ueber die Lederpreise machte der Referent dann noch folgende Mitteilungen: Rindleder, das vor dem Kriege pro Pfund 2,50 Mk. kostete, stellt sich heute auf 7,50 Mk., Boxcalf ist pro Quadratfuß von 1,05 Mk. im Jahre 1900 auf 1,75 Mark gestiegen und steigt weiter. Bodenleder hat während des Krieges eine Steigerung von 2,70 Mk. auf 5 Mk. pro Pfund er⸗ sahren. Der Referent bemerkte, daß unter diesen Umständen das Schuhmächergewerbe mit der bisher vorgenommenen Erhöhung der Preise namentlich für Reparaturen nicht lange mehr auskommen könne, sicher nicht, wenn das schon vorhandene Material aufge⸗ braucht sei und neue Lederankäufe nötig würden.
— Ueber den Getreidemarkt wird berichtet: Besondere Auf⸗ merkfamkeit wurde den Meldungen zu Teil, daß bereits Ent⸗ eignungen von Getreide auch in ungedroschener Form vorge- kommen seien, auf deren weitere Wirkung man um so gespannter ist, als sie zum Teil auch bei Händlern erfolgten, dse sich weigerten, zu den Höchstpreisen abzugeben. Man wird gut tun, die Be⸗ deutung diefer Maßnahmen nicht gar zu hoch anzuschlagen. Die Neigung zur Zurückhaltung, die nun einmal in Produ⸗ zenten⸗ sowie in Händlerkreisen(trotz des Bestehens der Kriegs⸗ getreibe⸗G. m. b. H., die bekanntlich zu dem Zwecke gegründet wor⸗ den ist, für den Schluß des Erutejahres vorzusorgen) anschefnend nicht auszurotten ist, dürfte auf diesem Wege um so wenfger be⸗ kämpft werden können, als Interessentenkreise auf Erhöhungen der Höchstpreis⸗Notierungen hinarbeiten. Durchgreifend können nur Beschlagnahmen im großen helfen, bet denen man sich nicht von der Erwägung leiten läßt, wie die Tatsache der Beschlagnahme, sondern wie die beschlagnahmte Menge auf den Markt wirken wird. Ob die häufig ausge⸗ sprochene Meinung, der Witterungsumschlag der letzten Zeit werde angebotsteigernd wirken, sich bestätigt, ist noch fraglich. Kleiner als in Roggen noch ist das Angebot in Weizen, während das Hafer⸗ kleinhandelsgeschäft hie und da etwas größere Lebhaftigkeit geigte.
— Deutsch⸗französische Annäherung im Schützengraben. In einem im Hamburger Echo veröffentlichten Feldpostbriefe wird
erzählt:„... Wir hatten ja mun bisher auch schon allerhand er⸗ lebt, aber was ich gestern erlebte, habe ich doch nicht für möglich gehalten. Ich will Euch diese kleine Geschichte, die uns passiert ist, erzählen, ohne irgendwelche Uebertreibungen. Wochenlang liegen wir nun schon hier und beschleßen uns gegenseitig. Einen Tag ragnet es, ant mächsten Tag ist wieder ganz schönes Weiter. In der Nacht vom Sonntag auf Montag setzte ein genvaliger Regen ein. Am Montag morgen waren wir alle durchnäßt. Den Franzosen wird diese Feuchtigkeit auch übel mitgespielt haben, denn ihre Schützengräben lagen tiefer im Grunde. Nun war es vielleicht so gegen 12 Uhr mittags, as sich eigger der Unsrigen den Witz machte und seine Zeltbahn ein paarmal hoch in die Luft warf. Darauf saheu wir, daß drüben eintge Franzosen plötzlich mit der Mütze winkten. Das erweckte fatürlsch Gelächter. Kurg, das Wiütken wurde hüben und drüben stärker. Ein Frautzmann wurde schon so frech, daß er sich mit der ganzen Bvust zeigte, unnd wir hörten ihn rufen:„Nicht schieße, alte Kamerad.“ Wie ein Blitz ginng es du
unsern Schlitzergraben, daß keiner schießen sollte. Auf beiden
Seiten wurde man zutrastlicher unnd es daterte wensce Alrgefblicke, so gut wie drüben alles mit der Der Hauptmacher der spraug nun quis Mann
so zeigte sich auf unsorer Seite gangen Brust über dem Rasnd des Grabens. Franzosen, der uns züerst zugerufen hatte hatte, seinem Graben und bedentete uns, wir folften ihm einen entgegenschicken. Ein Gefreiter unserer Konspagnto, Postassistent, wolcher einigermaßen französisch fpricht, 5 und geht ihm entgegen. Als dann auf französischer Seite
11 esch e Bei alledem sollte man sich über die Grenze, klar sein, wo man en entweihen beginnt. Das Oahe und das Heilige sollen nicht in dem
nem durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker
einer heraussteigt, schicken wir auch noch einen Man daus.


