Ausgabe 
4.1.1915
 
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vorwärts kämen.

5 Telegramme. Tage Neo 1559 2 Tagesberichte des Großen Hauptguartiers Dentsche Fortschritte auf der Westfront. Weiter vorwärts auf Warschau. W. B. Großes Hauptquartier, 2. Jan, vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen in und an Dünen nördlich Nieuport wurden abgewiesen. In den Argonn en machten unsere Truppen auf der ganzen Front weitere Fortschritte. Heftige französische An⸗ griffe nördlich Verdun sowie gegen die Front Ailly⸗ Apremont nördlich Commerey wurden unter schweren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen, 3 Offi⸗ ziere und 100 Franzosen gefaugen genommen. Es gelang unseren Truppen hierbei, den heiß umstrittenen Bois⸗ Brulsé ganz zu nehmen.

Kleinere Gefechte südwestlich Saarburg hatten den von uns gewünschten Erfolg. Die Franzosen beschießen in der letzten Zeit systematisch die Orte hinter unserer Front. Im Unterkunftsraume einer unserer Divisionen gelang es ihnen, 50 Einwohner zu töten.

Die französischen amtlichen Berichte meldeten, daß die Franzosen in dem Dorfe Steinbach Schritt für Schritt Von Steinbach ist unsererseits kein Haus

verloren. Sämtliche sranzösische Angriffe auf den Ort sind zurückgewiesen.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

An der ostpreußischen Grenze ist die Lage un⸗ verändert. Oestlich des Bzura- und Rawka⸗Ab⸗ schnittes gingen unsere Angriffe bei einigermaßen günstigem Wetter weiter vorwärts. In Polen östlich der Pilica keine Veränderung. Oberste Heeresleitung.

* V. B. Großes Hauptquartier, 3. Jan, vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Vor Westende erschienen gestern mittag einige von Tor⸗

pedobooten begleitete feindliche Schiffe, ohne zu feuern.

Auf der ganzen Westfront fanden Artilleriekämpfe statt. Ein feindlicher Jufanterieangriff erfolgte nur nordwestlich Menehould, der unter schwersten Verlusten für die Fran zosen abgewiesen wurde.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Ver⸗

Hinderung. b 0 In Polen westlich der Weichsel gelang es unseren Trup⸗ pen, nach mehrtägigem hartem Ringen den besonders stark befestigten Stützpunkt der russischen Hauptstellung Bor⸗ zynvow zu nehmen, dabei 1000 Gefangene zu machen und 6 Maschinengewehre zu erbeuten. In drei Nachtangriffen versuchten die Russen Borzynow wieder zurück zu gewinnen.

Ihre Angriffe wurden unter großen Verlusten zurückge wiesen..

Auch östlich Raun kamen unsere Angriffe laugsam vorwärls.

Die in den russischen Berichten mehrfach erwähnten

russischen Erfolge bei Inowlodz sind glatt erfunden. Sämk⸗ liche russischen Angriffe in jener Gegend sind sehr verlust leich für die Russen abgewiesen und gestern nicht mehr wie derholt worden. Im übrigen ist die Lage östlich der Pilica unverändert. Oberste Heeresleitung.

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Französische Berichte. . Kopenhagen, 2. Jan.(Etr. Frkft.) National-Tidende Lrfährt aus Paris: Die Kämpfe zwischen Ypres und dein Meer entwickeln sich sehr heftig. Die Deutschen be mühen sich, die Stellungen nördlich Nieuport und Dir⸗ muiden möglichst zu kräftigen und das Vorrücken der Alliierten zu hemmen. Sie suchen durch ausgedehnten Brückenbau über zahlreiche Wasserläufe Gebiet zu gewinnen. Bei Lombartzyde ist der Kampf am erbittertsten.

Die

Alliierten versuchen dort den Durchbruch der deutschen Linien. Lombartzyde und Westende liegen in Ruinen; es

gibt dort keinen einzigen Einwohner mehr. *

Genf, 3. Jan.(Tu.) Aus Flandern und Nordfrank reich werden starke Schäden durch deutsche Flie⸗ gerbomben gemeldet. Nächst Furnes, dem Haptquartier König Alberts, sind getroffen Romiremont und Umgegend. Die Militärtransporte werden durch Taubengeschosse schwer besthädigt. Infolge geschickt kombinierter hartnäckig durch geführter Tag⸗ und Nachtangriffe sind die deutschen Fort- schritte bei Arras, Albert und Roy, im Woevpregebiet und auf den Maashöhen sehr bedeutend gewesen. Gegen unsere schweren Geschütze in der Reimser Umgegend sind erbitterte Kämpfe im Gange. Im Gruerie⸗Gehölz des Argonnen waldes, wo die Deutschen neulich starkefortgeschritten sind, wurden die Fortschritte fortgesetzt.

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Der Kampf um Warschau. Russische Hoffnung.

Laut Lokal⸗Anzeiger meldet die Daily Mail aus Peters burg: Der Kampf un Warschan hat begonnen.

unmittelbarer Nähe der Stadt ist eine große Schlacht im Gange., Die Deutschen zogen bedeutendere Reserven heran.. Die Times meldet aus Warschau, daß auf der Ostfront sechs deutsche Armeekorps plötzlich verschoben worden seien. Die Russen gäben sich infolgedessen der Hoff nung hin, daß die Franzosen in Belgien einen derartigen Druck ausgeübt hätten, daß dort Verstär kungen nötig seien.. Das Reutersche Bureau berichtet aus Petersburg; Der Kampf an der Bzura und Rawka trug einen wahnwitzi⸗ gen Charakter. Die Deutschen haben es fertig gebracht, nachts die Flüsse zu überqueren, und beim Morgengrauen befanden sie sich drei Viertel englische Meilen von den russi⸗ schen Stellungen entfernt, über welche sie nun wie toll her⸗ fielen und wo sie die Russen zum Weichen brachten. Doch sammelten sich die Russen wieder und umringten die Deut⸗ schen. Es kam zu einem furchtbaren Bajonett⸗ kampf. Pardon wurde nicht gegeben und nicht verlangt.

Wie die Russen hausen.

Die Krakauer Nowa Reform berichtet, daß die Russen im Petroleumgebiet von Drohobyez arg gehaust haben. Ju Drohobycz selbst wurden große Verwüstungen angerichtet. Viele Häuser wüur⸗ den eingeäschert. Mehrere mit Bomben und Einrichtungsgegen⸗ gegenständen vollbeladene Waggons wurden weggeführt. Die Petroleumgruben französischer, englischer und belgischer Firmen in Voryslaw blieben unversehrt. Dagegen ließen die Russen mehr als 200 Zisternen Rohöl aus den Gruben des galizischen Landes⸗ produktenvereins auslaufen.

Der Untergang desFormidable

Die Heldentat eines deutschen Unterseebootes.

Berlin, 3. Jan.(W. B. Amtlich.) An:

1. Javuar 3 Uhr vormittags hat eines un⸗ serer Unterseeboote. wie es durch Funk⸗ spruch meldet, im englischen Kanal unweit Plymouth, das englische Linienschiff Formidable durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht. Das Boot wurde durch Zerstörer verfolgt, aber nicht beschädigt. Der Stellvertretende Chef des

Admiralstabes: Behncke.

Die Sperrung des Kanalzugangs mit Minen vermag die englische Flotte und die englische Handelsschiffahrt ebensoweng zu schützen, wie solche Minensperren bie englische Küste vor Angriffen deutscher Kriegsschiffe zu bewahren vermocht hat. In der Nähe des eigenen Hafens ist das LinienschiffFormidable angegriffen und vernichtet worden, also unter Bedingungen, die dem deutsch Unterseeboot so ungünmstig wie möglich waren. Es zeugt ebensosehr von frischem Wagemut wie von außer- ordentlichem Geschick, daß der Angriff so glänzend gelang, und mit besonderer Freunde muß es erfüllen, daß das Unterseeboot und seine tapfere Besatzung nach diesem Erfolg unversehrt den Rückweg antreten konnten.

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Oesterreichisch⸗ungarische Tagesberichte.

Wien, 2. Jau.(W., B.) Amtlich wird verlautbart: 2. Januar 1915 mittags: Die allgemeine Lage ist unver änder: Nach den erbitterten Kämpfen in den letzten Tagen im Raume süd lich von Tarno w und in ben mittleren Karpathen ist vorübergehend Ruhe eingetreten. Die om Uzsoker⸗Paß tämpfende Gruppe wurde vor überlegenen seindlichen Kräften von den Kammhöhen etwas zurückgenommen.

Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs: u. Höfer, Feldmarschalleutnant.. *

Wien, 3. Jau.(W. 3.) Amtlich wird verlautbart: 3. Januar 1915 mittags: Die abermaligen Versuche des Feindes, uusere Schlachtfront westlich und nordwestlich Gorlice zu durchbrechen, scheiterten wieder unter schweren Ver⸗ lusten des Gegners. Während dieser Kämpfe, die den ganzen Tag andauerten, wurde eine vielumstrittene Höhe südlich Gorlice von unseren Truppen im Sturme genommen, ein feind⸗ liches Bataillon niedergemacht, ein Stabsoffizier, 4 Subalternoffiziere und 850 Mann gefangen, 2 Maschinen⸗ gewehre erbeutet. Auch ein Aeroplan des Gegners, der herab⸗ geschossen wurde, gehört zur Siegesbeute.

An der übrigen Front keine Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: n. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Arbeiterbewegung. Weihnachtsunterstützung im Schneiderverband.

In welchem Maße die Gewerkschaften für die wirtschaftlichen Opfer des Krieges zu sorgen sich bemühen, zeigt eine Zusammen⸗ stellung des Schneiderverbandes, nach der als Notstaudsunter stützung 122 378,50 Mk. ausgezahlt wurden. Davon entfallen auf Arbeitslosenunterstützung rund 109 000 Mk. und auf Familien- unterstützung 213 462 Mk. Der Vorstand hat trotz dieser Ausgaben beschlossen, allen Mitgliedern, die sich auf der Reise befinden, ohne Rücksicht auf die Dauer ihrer Mitgliedschaft für die beiden Weih⸗ nachtsfeiertage 4 Mk. und auch für den Neujahrstag 2 Mk. Unter⸗ stlizung zu zahlen. Da außer der Notstandsunterstützung im J. Quartal noch an Kranken⸗ und Reise⸗Unterstützung sowie an Sterbegeld insgesamt 58 000 Mk. ausgezahlt worden sind, so über⸗ steigen die Ausgaben um ein wesentliches die Einnahmen; es wird damit gerechnet, daß mindestens 300 000 Mk. aus der Hauptkasse an Unterstützungen mehr gezahlt, wie an Beiträgen eingenommen wor den sind, und zwar an Unterstützungen, die den Mitgliedern über

die statutarischen Rechte hinaus gewährt wurden.

Für die durch den Krieg schwer heimgesuchten Reichs klang Elsaß⸗Lothringen sind bei dem Sberbürgermeister weiter ei angen: 5 5 5 ebene Gießen 25 Mk. Rechtsanwalt Mendelsohn 20 Mk., Architekt Hamann 20 Mk., Hoflieferant Franz Brück; 15 1 N. W. 20 Mk., M. L. Kattrein 10 Mk., E. K. 3 Mk. Kt. 5 Mk., Ph. K. 10 Mk., Stadtkasse⸗Kassierer Röhrich 3 Mk., Friedrich Kühnhold 10 Mk., Marie Nagel Ww. 5 Mk., G. E. 20 Mk. M. O. N. 10 Mk., Siegmund Hammerschlag 25 Mk., Postsektreär Hölgel 10 Mk., Hein⸗ rich Freund II. aus Alten⸗Buseck 5 Mk., Gemeinde Bellersheim 25 Mk., M. E. A. 10 Mk., Pfarrer Hainebach⸗Großen⸗Linden 5 Mk., Bäckermeister Ernst Muth 20 Mk., zusammen 276 Mk. 10

Mit herzlichem Dauk für diese Gabon wird um weitere Zu⸗ wendungen gebeten. 0 5

Für die durch den Krieg besonders schwer heimgesuchte Provinz Ostpreußen sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingegangen:;

Von Hauptlehrer Knauß 5 Mk., fünf Oberrealschülern aus Großen⸗Buseck 3 Mk., Louis Stroh 10 Mk., Rechtsanwalt Mendel⸗ sohn 20 Mk., Architekt Hamann 20 Mk., L. Kattrein 10 Mk., Tertia des Realqymnasiums 10 Mk., P. H. 3 Mk., Ph. K. 10 Mk. Staßt⸗ kasse⸗Kassterer Röhrich 3 Mk., Frau M. Eckhardt 20 Mk. Friedrich Kühnheld 10 Mk., Marie Nagel Ww. 5 Mk., G. E. 20 Mk., O. N. 10 Mk., W. W. 5 Ml., Siegmund Hamnerschlag 25 Mk., eine An⸗ zahl Gumnasiasten 5 Mk., Quinta des Realgumnasiums 10 Mk. Klasse 1b der erweiterten Mädchenschule 13,25 Mk. Pfarrer Haine⸗ bach⸗Großen⸗Linden 10 Mk., Bäckermeister Karl Sommer 10 Mk. Väckermeister Ernst Muth 30 Mk., zusammen 287 Mk. 25 Pfg. l Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird unn weitere Zu⸗ wendungen gebeten...

Verstorbene. Gberhardt DI T. in Alten⸗Buseck, 79 Jahre alt. Frau Marie Wil l, geb. Feu, in Kleinlinden. Jakob Oppenheimer in Lich, 65 Jahve alt. Frau Ida Wagner, 0 geb. Hofmann, in Wetzlar, 34 Jahre alt. Jakob Dörr, Ge⸗ meindevorsteher in Erda b. Wetzlar,(65 Jahre alt.. 1

Wochen marktpreise in Gießen 1 age am 2. Januar 1915 4 0 Butter ber Pfd. 1.30 1.40 Mk.] Schweinefleisch ver Pfd. 8096 Pfg. die Mah Milch Liter 22 Pfg.] Hammelfleisch per Pfd. 7090 5 0 säcünken, Hühuereier Stück 1213 Pfg. Kartoffeln p. Malter 00 Mk. Abesterpfan Gäusceeier Stück Pfg.] Kartoffeln 1 Pfd. 4 Pfg. 2 Negierung Küse Stück 68 Pfg.] Zwiebeln ver Pfund 1215 Pfau, swendung de düsematte 2 Stück 56 Pfg. Blumenkohl per Stck. 1530 Pfg. shfhrung be Tauben per Paar 0.80 1.20 We Kohlrabi Stck. 510 Pfa. I Kartoffeln Hühner per Stück 1.201.80 Mk.] Weißkraut p. Haupt 812 Pfg. Wie kom Hähne ber Stück 1.502.50 Mk. Rotkraut p. Haupt 1525 Pfg. fsnteit nicht l Gänse per Pfund 0.80 0.90. Pfg.] Wirsing p. Haupt 1020 Pfg. Alen Eten un Ochseufleisch per Pfd. 0.8690.94 Mk.] Aepfel per Pfund 1220 Pfg. selennechl g. Kalbfleisch ver Psd. 7080 Pfg. Birnen Pfund 1015 ie.. ben Grun Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 8084 Pfg.] Nüsse 100 Stück 4045 8. ö fange zur 90 eim Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 75 en dn Verlag von Krumm& Cie., Gießen. eorders die

Drück: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. et daran, a. 5 1505 b übervoll, ö Torten un

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Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mit⸗

teilung, daß unser lieber Sohn

Alter von Jahren plötzlich verschieden ist.

Mit der Bitte um stille Teilnahme. bug 2 f 2 2 u erwägen Die trauernden Hinterbliebenen ae,

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Otto Heyder nebst Fran und Kinder.

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Nasionaler Frauendienst Allg. Dentscher Frauenverein

Ortsgruppe Gießen. Das Verbacken, Schreiben und Adressieren von Feldvostsendungen besorgt bereitwilligst und unentgelllich Montags, Mittwochs und Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags

L 9 2 12 Frau Professor Kalbfleisch 1 Südanlage Nr. 4, 2. St. ale Außerdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe gern und unentgeltlich in ihrer Sprechstunde die 1 e 9*

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