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Gedankens nicht nur erschwer ed 1 schweren, sondern vielleicht un⸗ 8 n So wird die Durchführung dieses mae e jetz gar als eine vaterländische Pflicht angesehen Natürlich mit Recht. Es sche Geist auch so groß ist, daß die Idee zur Prapis führt.
Aus den Verlustlisten.
Infanterie⸗Regiment Nr. 116. Gi . Gießen. 2. Bataillon. 1 5. Kompagnie. Wehrmann Heinrich Körbächer, Od ö i ieß 5 8 5 ich Körbächer. O enhausen, Kreis Gießen, ver⸗ wundet, 27. 9. 14— Krgfr. Karl Schäfer, Gießen, durch Unfall low. Berichtigung früherer Angaben. . 155 Kompagnie. inj. Freinv. Utoffz. Karl Hahn, Nieder-Florstadt, bish. verw gestorben.— Einj. Freiw. Ernst Karl Eibach, Büdingen, bisher vermißt, verspreugt zum Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 88.— Gefr. Richard Hedrich, Eibelshausen, bisher vermißt, verw.— Gefr. d. Res. Wil⸗ helm Pabst, Babenhausen, bisher vermißt, gefallen.— Gefr. d. Res. Hermann Roth, Nieder⸗Ohmen, bisher verw., gefallen.— Gefr. Johann Baptist Rauch, Diedelshausen, bisher verw., ge⸗ fallen.— Res. Georg Klee, Altenburg, Kreis Alsfeld, bisher ver⸗
mißt, gefallen.— Krgsfr. Ernst Bender, Hun isher
i len.— Krgsfr. der, gen, bisher ver⸗ mißt, verw. in Gefgsch. 85 Res. Hermann Rock, Queckborn, bisher verw., gefallen.— Musk. Johann Adam Faust II., Münster,
bisher verw., gefallen.— Musk. Leo Guittre(Gaitre), Wangen⸗ burg. bisher verw., gefallen.— Res. ade i Fellerdilln, bisher verw., gefallen.— Musk. Ludwig Pfaff; Kub⸗ bach, bisher verwundet, gefallen.— Res. Wilhelm Schlosser Elbenrod, bisher vermißt, gefallen.— Res. Gustav Führ, Feller⸗ dilln, bisher vermißt, gefallen.— Res. Luis Bast, Solms⸗Ils⸗ dorf, bisher vermißt, gefallen.— Res. Ludwig Loth, Rüddings⸗
hausen, bisher vermißt, gefallen.— Res. Konrad Fiedler, Lauterbach, bisher vermißt, gefallen.— Res. Karl Knieriem, Danterode, bisher vermißt, gefallen.— Res. Hermann Olbrich,
Dornholzhausen. bisher vermißt, gefallen.— Musk. Anton Michel, Neuhausen, bisher verw., gefallen.— Res. Arnold Hrch. Neuß, Plettenberg, bisher verw., gefallen.— Musk. Rudolf Becker II., Dexbach, bisher verw., gefallen.— Musk. Georg Wörle, Reinheim, bisher verw., gefallen.— Res. Heinrich Bo⸗ denbender, Fellerdilln, bisher verw. gefallen.— Res. Wilhelm Hartung, Düsseldorf, bisher vermißt, z. Tr. zurück.— Res. Heinrich Weigel, Garbenteich, bisher vermißt, verw.— Res. Heinrich Weitzel Stumpertenrod, bisher verw., vermißt.— Musk. Heinrich Wetz, Holzheim, bisher verw., verw. i. Gefgsch.— Musk. Heinrich Weide, Sterzhausen, bisher vermißt, verw.— Res. Philipp Wallhäuser, Bosenheim bisher vermißt, verw.— Musk. Heinrich Schaub, Mühl⸗ heim, bisher vermißt, verw.— Gefr. Franz Hoffterheide, Buer⸗ Bülse, bisher vermißt, versprengt zum Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 88.— Res. Wilhelm Port, Ruppertsburg, bisher vermißt, verwundet.— Res. Alfred Müller, Lang⸗Göns, bisher vermißt, verw. und ge⸗ storben.— Musk. Joseph Meyer, Wennemen, bisher verw, ge⸗ storben.— Res. Wilhelm Stock, Plettenberg, bisher vermißt, ge⸗ fallen.— Res. Wilhelm Lein, Ruppertsburg, bisher vermißt, z. Tr. zurück.— Musk. Karl Harres, Romrod, Alsfeld, bisher ver⸗ mißt, i. Laz.— Musk. August Schulge, Schönebeck, bisher vermißt, 3. Tr. zurück.— Res. Friedrich Köhler, Freiensteinau, bisher verw., gestorben.— Res. Karl Karle, Groß-Felda, bisher vermißt, ver⸗ wundet.— Wehrm. Heinrich Stumpf, Maulbach, bisher vermißt, verw.— Musk. Wilh. Kraft, Gießen, bisher verm., verw. 6. Kompagnie.
Ein. Hans Haagner, Nürnberg, bisher verw., gefallen in Clermont⸗Ferrand 26. 9. 14.— Ref. Ludwig Bamberger, Muschen⸗ heim, bisher verwundet, gefallen 6. 9. 14.— Musk. Adolf Drei⸗ fuß, Heßloch, bisher verwundet, gefallen Kriegslazapett Vou⸗ ziers 18. 9. 14.— Musk. Aug. Riedel, Heinrichsdorf, bisher verw., gefallen Gießen 6. 10. 14.— Einj. Freiw. Julius Weinberg, Gersfeld, bisher verw., gefallen 15. 11. 14.— Musk. Heinr. Launspach, Beuren, bisher verwundet, gefallen 2. 11. 14. beer⸗ digt Charleroi⸗Süd.
—„Ju ein deutsches Haus gehört in dieser Zeit kein Kuchen!“ Diese Mahnung zur Sparsamkeit war am Don—⸗ nerstag in großen Lettern in unserem Blatte zu lesen; außerdem befand sich noch auf der 3. Seite der Beilage eine Notiz, in der auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, mit dem Weizenmehl möglichst sparsam umzugehen, weil unser Weizenvorrat mangels der Einfuhr nur noch bis April reichen würde, wenn es mit dem Verbrauch wie bisher weiter gehe. Auch in der Notiz ist wieder gesagt, daß jetzt kein Kuchen mehr in ein deutsches Haus gehöre. Diese Auf forderungen sind uns von verschiedenen Lesern übel genom- men worden, weil dadurch der Anschein erweckt werde, als schwelge das arbeitende Volk in Kuchen und feinen Bäckereien, als würde ein großer Prozentsatz des Arbeits- lohnes bei dem Konditor umgesetzt. Ganz begreiflich, wenn die Mahnungen mißbilligt wurden, jeder sagte sich mit Recht, daß wir doch ganz genau wissen, wie die Verhältnisse liegen; daß die Arbeiterbevölkerung mit ganz wenigen Aus⸗ nahmen sich nur zu den hohen Feiertagen ein Stückchen Kuchen leisten kann, sonst aber das ganze Jahr keins zu sehen bekommt. Wie lächerlich daher, eine solche Auffor⸗ derung wie die obige in einem Arbeiterblatte ergehen zu
lassen! Ganz richtig. Wir hättens auch nicht getan. Diese Aufforderungen gehen nämlich mi cht von uns aus, sondern
es sind Inserate einer Firma und zwar der„Kriegs Getreide⸗Gesellschaft“ m. b. H. in Berlin. Wir halten es für zweckmäßig, darüber noch einiges zu erklären, denn die Sache verdient trotzdem 2 achtung: f Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Getreide—
1
vorrat, der dem deutschen Volke in diesem Jahre zur Ver— fügung steht, beträchtlich geringer ist, als in normalen Frledenszeiten. Im Durchschnitt der Jahre 1908/09 bis
1912/13 waren in Deutschland nach Abzug der Aussaat zum menschlichen Verbrauch, für Viehfütterung und industrielle Zwecke an Roggen, Weizen und Spelz(unter Einschluß der
auf Gotreids umgerechneten Nettoeinfuhr an Mehl) verfüg⸗ bar: 15 000 000 Tonnen. Davon brachte die Nettoeinfuhr
durchschnittlich 1 200 000 Tonnen oder rund 8 Proz. Mit der Einfuhr kann, obschon es falsch wäre, von einer völligen
Unterbindung derselben zu sprechen, während des Krieges
nicht gerechnet werden.
Was unsere Ernte angeht, so ist etwas geringer einzuschätzen als die de f ferner zu bedenken, daß in Teilen von Ostpreu elsaß die Felder verwüstet, die 7 5 1 daß Deutschland überdies an die Schweiz Getreide abgegeben hat. So erhöht sich der Fehlbetrag an Brotgetreide, der 55 schon aus der Unterbindung der Einfuhr ergibt, noch ar lich er dürfte auf 15, vielleicht auf 20 Pro zn veran;
diese im Jahre 1914 3 Vorjahres. Es ist
ßen und Ober-
fragt sich nur, ob der vaterländische
Vorräte vernichtet sind und
sein. Gleichwohl kann die Sorge um die Ernährung de deutschen Bevölkerung bis zur nächsten Ernte unbedenklic abgewiesen werden, weil die bekannten Maßregeln zu Streckung der Getreide-Vorräte auch ihre Wirkung ausüben. e Immerhin erscheint es notwendig, nach Möglichkeit schon jetzt Vorsorge für eine angemessene Verteilung der Vor⸗ rate und für eine Sicherstellung des Bedarfs in den kritischen Monaten vor Hereinbringung der neuen Ernte zu treffen. Zu diesem Zwecke hat die preußische Regierung unter starker Beteiligung der deutschen Städte mit über 100 000 Ein⸗ wohnern und eines Teiles der großen Industrie eine Ge— sellschaft mit beschränkter Haftung mit bedeutendem Kapital gegründet. Dieser Gesellschaft, die mit dem Recht der Enteignung ausgestattet wird, ist die Aufgabe zuge— wiesen, große Mengen von Brotgetreide zu erwerben, zu
lagern und vornehmlich für die Sicherung des Bedarfs der letzten Monate des Erntejahres zu sorgen. Die Gesellschaft ist eine gemeinnützige, ihre Dividende
ist auf höchstens 5 Proz. des eingezahlten Kapitals beschränkt, etwaige darüber hinausgehende Gewinne sind dem Reich für
gemeinnützige Zwecke, insbesondere zugunsten der Kriegs und Hinterbliebenenversorgung zu überweisen. Gründung und Organisation dieser Gesellschaft gehör:
zu den Mitteln, die viele Leute nicht gern in Gebrauch ge— nommen sehen, während andere in ihnen ein Stück Sozia⸗ lismus erblicken. In einer Zeit, da das Wirtschaftsleben bis auf den Grund gestört ist, geht es ohne solche Mittel nicht, was immerhin als eine Konzession an den Sozialismus be— urteilt werden mag. Nach dem Kriege werden solche Mittel schnellstens wieder verschwinden und alle jetzt aus Gründen der Not ausgeschalteten„Regulatoren“ der kapitalistischen Warenproduktion wieder in Aktion treten.
Eine Erfüllung der bereits zu Anfang des Krieges von Partei und Gewerkschaften gestellten Forderung ist die Gründung der Kriegs⸗Getreide-Gesellschaft auf keinen Fall. Und ganz entschieden muß davor gewarnt werden, daß man jetzt von einem Extrem ins andere fällt. Noch heute ist eine vernünftige Regelung der Verteilung der Vorräte nicht vorgesehen, obwohl man viel zu lange da⸗ mit gewartet hat; dann setzte man viel zu spät die Höchst⸗ preise fest, nicht, ohne trotz aller fachmännischen War⸗ nungen allerhand Fehler dabei zu machen und nun wird in einigen Gegenden Deutschlands schon mit einem Kuchen⸗ verbot begonnen, um zu verhindern, daß zu viel Weizen: mehl konsumiert wird. Möglich, daß es allgemein ratsamer gewesen wäre, um die Zeit der Festtage etwas sparsamer mit dem Weizenmehl umzugehen, als es geschah.
Soweit aber die Arbeiterschaft in Frage kommt, kann davon keine Rede sein; es sind andere Kreise der Vevölkerung, wo„zu viel“ Kuchen und Weizengebäck konsu⸗ miert wird; wo die Mahnungen der Kriegs-Getreide-Ge— sellschaft am Platze sind. Zu bezweifeln ist aber sehr, ob sie dort die nötige Beachtung finden werden. Bei der arbeiten⸗ den Bevölkerung ist in Friedenszeiten der Konsum von Kuchen nicht so stark, viel weniger während des Krieges bei Teuerung aller Lebensmittel!
— Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Adam Gregorius aus Gießen, Feldartillerie-Regiment Nr. 33.— Gefr. Philipp Rühl aus Ruttershausen, Res.⸗ Infant.⸗Regt. Nr. 83.— Gefr. Fritz E ckhardt aus Hochel⸗ heim, stud. math., Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 223.—. Wehrmann Wilhelm Koch und Wehrmann Wilhelm Brauer, beide aus Waldgirmes, Inf.-Regt. Nr. 143.— Ersetzreservist Friedrich Schatz aus Blasbach, Inf. Regt. Nr. 99.— Er⸗ satzreservist Peter Schaub aus Bermoll, Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 222. — Allerhand Schwindel. Der Gouverneur der Festung Köln macht bekannt, daß vielfach eiserne Fingerringe mit der Inschrift „Gold gab ich für Eisen“ in den Handel gebracht und zu hohen Preisen zum Kauf angeboten würden. Unvereinbar mit der historischen Bedeutung solcher Ringe sei der käufliche Erwerb; es bestehe ferner die Gefahr, daß das Publikum getäuscht und die Vorstellung erweckt werde, der Kaufpreis werde im vaterländischen Interesse verwendet. Daher würden das Feilhalten und der Ver⸗ kauf derartiger Ringe unter Androhung einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre verboten.
— Arbeitslosenfürsorge. Das Correspondenzblatt der General- kommission der Gewerkschaften Deutschlands gibt einen ausführ- lichen Bericht über eine am Ende September erlassene Umfrage bei den Gewerkschaftskartellen. Dazu wird gesagt:„So anerkennens⸗ wert es ist, daß verschiedene Gemeinden, zum Teil bereits in den ersten Kriegswochen, Fürsorge für die Arbeitslosen getroffen haben, so bedauerlich ist es, daß auch heute noch zahlreiche Ge⸗ meinden nicht das Geringste auf diesem Gebiete taten. Es gibt in Deutschland 3740 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern: davon 2441 mit 2000 bis 5000, 1028 mit 5000 bis 20 600, 223 mit 20 000 bis 100 000 und 48 mit über 100 000 Einwohnern. Die meisten der Gemeinden mit 2000 bis 5000 Ein⸗ wohnern dürften in Industrie und Handwerk tätige Arbeiterschaft haben, die unmittelbar unter, der Wirkung des Krieges leidet. Die Umfrage betreffend Arbeitslosenfürsorge erging au 800 Gewerk- schaftskartelle. Von diesen wurden Angaben für 61² Gemeinden gemacht. Nach den Berichten i u; 3 01 dieser Ge⸗ meinden in irgend einer Form etwas für die Arbeitslosen ge⸗ tan. Auch das Geringste, was nach dieser Richtung hin geschehen ist, wurde in unseren Tabellen verzeichnet, sei es nur die gelegent⸗ liche Gewährung von Naturalien, selbst wenn die Mittel hierfür aus Sammlungen oder von Privatpersonen kamen. Für 120 Ge⸗ meinden wird berichtet, daß keine oder nur sehr wenige Arbeits⸗ lose vorhanden sind. Es sind dies Orte, in denen die Industrie sast ausschließlich Kriegsmaterial herstellt, oder Grenzorte, in denen die männliche Bevölkerung bei Schanzarbeiten tätig ist. In letzteren Orten gibt es aber vielfach eine größere Zahl weiblicher Arbeitslosen, welche der Fürsorge dringend bedürfen.“ 795 Wie nur ein Teil der Gemeinden eine gexegelte Arbeitslosenfürsorge ein⸗ geführt hat, so gibt es nach den Ermittelungen, der Gewerkschafts⸗ kartelle auch in der Art und Höhe der Unterstützungen sehr erheb⸗ liche Unterschiede. Gießen gehört mit zu den Gemeinden, in denen noch nichts auf diesem Gebiete getan worden ist.
— Gewerkschafts⸗Unterstützungen. Im T abakarbeiter⸗ Verband haben Vorstand und Ausschuß in einer gemeinsamen Sitzung, die am 27. Dezomber d. J. in Bremen abgehalten wurde, beschlossen, vom 1. Februar 1915 an alle im Statut vorgesehenen Unterstützungsrechte(Rechtsschutzunterstützung, Erwerbslosenunter⸗ stützung, Umzugsumterstültzung und Sterbeunterstützung) wieder in Kraft treten zu lassen mit der Einschränkung, daß bis auf weiteres die Erwerbslosenunterstützungssätze bei Arbeitslosigkeit und bei Krankheit nur in Höhe von 75% der im Staut vorgesehenen Unter⸗ stützungssätze(d Ja und he) gezahlt werden sollen. Die Unter⸗
. bel Erwerdslosigkeit betragen demnach vom 1. Februar 0. J. an in:
Im Falle der Arbeitslosigkeit. Kl. 1 0,60/ pro Tag 3,060 pro Woche; Kl. II 0,90% pro Tag= 5,40 pro 8 7 Kl. III 1,20 4 pro Tag= 7,20% pro Woche. Im Falle r Krankheit: Kl. 1 030/ pro Tag= 1,80 pro Woche; II 0,5 Mark pro Tag= 2,70„ pro Woche; Kl. III 0,60% pro Tag= 3,60 Mark pro Woche
1 Die erste Auszahlung düeser so sestgesetzten Unterstützungssätze ersolgt zum ersten Male am Samstag, den 6. Februar d. J. für die Woche vom 1. bis 6. Februar 1915.
0 Die an 7 er in der für sie sestgesetzten 78 wöchigen Un⸗ terstützungsper gezahlte Erwerbslosen⸗Unterstützung(Unter⸗ stützung bei A si oder bei Krankheit oder Fahrgeldunter⸗ stützung! ist don Erwerblosen-Unterstützung beziehenden Mitglie⸗ dern in Anrec zu bringen.
Die aus v den lüssen sich ergebende Erweiterung der Unterstfitz⸗ rd sicherlich in den Kreisen der Tabaf⸗ arbeiter frerdig 8 5 mit Recht die Hoffnung zu⸗ lassen, daß bald der Augen n sein wird, wo die vollen statutarischen Unterstsitzung r in Kraft gesetzt worden können.
— Feldpostwinke für das Publikum. Von postalischer Seite wird auf eine Reihe von Dingen aufmerksam gemacht, die bei Ver⸗ sendung von Postsachen zu beachten sind. Die wichtigsten davon wollen wir hier anführen:
1. Man schreibe nicht jeden Tag einen Feldpostbrief an denselben Empfänger und schicke ihm nicht mehr Päckchen, als er mit Nutzen gebrauchen kann. Ülk- und Bierkarten sind unseren Kriegern gegenüber nicht am Platze!
2. Man verwende für die Briefe und Postkarten an mobile Truppen nur Briefumschläge und Postkarten mit Vordruck, weil von einer klaren und übersichtlichen Aufschrift die unver⸗ zögerte Beförderung der Sendungen wesentlich abhängt. 5
3. Man gebe einen Bestimmungsort nur den Feldpost⸗ briesen, deren Empfänger sich in festen Standorten(Garnisonen) des Deutschen Reiches befinden. Wo es sich dagegen um Sendungen an mobile Truppen handelt, lassse man den Bestimmungsort un⸗ bedingt weg. ö
4. Man lasse sich durch den Vordruck auf den Feldpost⸗Bries⸗ umschlägen und ⸗Poftkarten nicht verleiten, bloß um diesen Vor⸗ druck auszufüllen, etwas niederzuschreiben, was der Empfänger aus dem Felde nicht mitgeteilt hat. Der Vordruck„Armeekorps“ wird oft unausgefüllt bleiben müssen, bei manchen Formationen vielleicht der ganze Vordruck. Für alle Fälle kann der Vordruck. nicht passend gemacht werden; er gilt in erster Linie den großen Massen der in gewöhnlicher Weise zusammengesetzten Truppen.
5. Bei Niederschrift der Feldadresse unterscheide man genau. ob es sich um einen Linien-, Reserve⸗, Er satz⸗, Land⸗ wehr⸗ oder Landstu r m truppenteil handelt, und beachte, daß daneben u. U. noch ein Ersatzbataillon und ein Rekrutendepot vor⸗ handen sind, die alle dieselbe Nummer tragen, meist aber ganz ver⸗ schiedenen Verbänden angehören.
6. Man vermeide in der Feldadresse jede Abkürzung. Kürzt man z. B.„Garde“ mit„G“ ab, so wird G leicht für 9 ge⸗ lesen; Sendungen für das„Garde-Reservekorps“ gelangen dann zum„9. Reservekorps“ und werden dort unanbringlich. Solche zusätzlichen Bezeichnungen„Garde“,„bauer.“ usw. müssen bei allen entsprechenden Angaben der Aufschrift stehen: schreibt man z. B. bei Feldpostsendungen an Angehörige des 22. bayer. Infanterie Regiment den Zusatz nur beim Armeekorps, läßt ihn aber beim Regiment weg, so gelangen die Sendungen leicht an das Infanterie⸗ Regiment Nr. 22, also an ein preußisches Regiment, und werden dort unanbringlich. Feldpostsendungen mit unverständlichen Ab⸗ kürzungen des Truppenteils werden von der Post nicht befördert.
7. Oft genügen scheinbar nur kleine Fehler oder Abweichungen in der Feldadresse, um die Sendung im Felde unanbringlich zu machen oder doch sehr zu verzögern. So sind „Sanitäts⸗Kompagnie Nr. 2 des Garde⸗Reservekorps“ und„Garde⸗ Reserve⸗Sanitäts⸗Kompagnie Nr. 2“ zwei ganz verschiedene Trup⸗ penteile. Die Feldadresse soll daher peinlichst genau nieder⸗ geschrieben werden. ö
— Der Neubau des Hotel„Einhorn“ ist soweit gefördert, daß das Dachgebälk aufgeschlagen werden konnte. Die bisherige gelinde Witterung war der Fortführung der Bauarbeiten glünstig; leider kann von einer regen Bautätigkeit nicht gesprochen werden; wie wir früher bereits einmal bemerkten, sind in Gießen nur sehr wenige Neubauten in Angriff genommen. Auch für das Frühjahr sind die Aussichten erklärlicherweise nur gering.
S. Darmstadt, 2. Jan. Ein schweres Autounglück er⸗ eignete sich am Donnerstag nachmittag auf ber Landstraße Mör⸗ folden⸗Langen, anscheinend durch Versagen der Steuerung. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert und der Besitzer, Privatier Georg Hennig aus Frankfurt, der den Wagen lenkte, getötet. Die beiden Franksurter Mitsahrenden, der Kaufmann K. Nagel aus der Niddastraße, wie der Kaufmann R. Haak in der Elisabethenstraße, wurden schaver verletzt. Drei andere Insfassen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die ersten Ermittelungen hat das Amtsgericht Groß-Gerau angestellt..
Kreis Wetzlar.
* Betrügerische Ausbeutung der Aermsten unter frommer Maske. Amtlich wird im Bochumer Volksblatt mitgeteilt: Der Kellner Karl Biene, geboren 14. 2. 1887 zu Köpenick, hatte in Frankfurt a. M. eine Filiale der sogenannten„Grund ⸗ mannschen Hausmission“— auch Grundmannschen Institut— eingerichtet, dessen Hauptsitz sich in Berlin, Invaliden⸗ straße 127, befindet. Gegen den Gründer Mar Grundmann wird bei dem Untersuchungsrichter 2 in Hamburg unter D. III. 969/12 bereits Vorunterfuchung wegen Betrugs geführt. Grundmann läßt durch Hausierer Postkarten oder Briefpapier in Umschlägen verkaufen, die außer kirchlichen Emblemen folgende Aufschrift tragen:
Die Stellungslosen bitten herzlichst sie durch Kauf von Karten für den Preis von 10 Pfg. zu unterstützen; damit ist ihnen geholfen. Wir sagen unseren herzlichsten Dank für Ihre liebe Mit⸗ hilse. Grundmannsche Hausmission
zur Bekämpfung der Stellungslosigkeit. (Stempel der Station.)
Hierdurch wird der Irrtum erregt, offizielles oder halboffizielles wohltätiges Unternehmen, das den Erlös zur Unterstützung Arbeitsloser verwendet. Dieses ist aber nicht der Fall, sondern die„Hausmission“ ist eine rein private Schöpfung des Grundmann, mit dem Zweck, ihn zu bereichern. Die angeblichen„Arbeitslosen“ sind seine eigenen Hausierer, die für ihn die Karten usw. absetzen. Um das Unternehmen noch einträglicher zu gestalten, richtet er Filiglen in den verschiedensten Städten Deutschlands ein. Vor Ankauf der genannten Gegenstände wird gewarnt.— Was übrigens jetzt alles gesammelt und aus„Wohl- tätigkeit“ verkauft wird, geht ins Aschgraue. Es ist bei diesen Dingen jederzeit Vorsicht geboten.
h. Für Ostpreußen hat der Kreis Altenkirchen bis jetzt 16 000 Mark gespendet, wie aus einem Dankschreiben des Oberbürger⸗ meisters von Königsberg hervorgeht.
Westerwald und Unterlahn.
Traurige Folgen des Spiels mit Schießgewehren. In Limburg spiolten am Donnerstag mehrere Jungen mit einem Terzerol. Als einer der Jungen zu schießen versuchte, ging der Schuß nicht sofort los. Der 14jährige Karl Faust, Sohn des Kauf⸗ manns Faust in Limburg, wollte den Jungen, der die Wafse in der Hand hatte, über den Gebrauch derselben aufklären. In dem Mo⸗ ment ging ein Schuß los und traf den Genaunnten aus unmittel⸗ barer Nähe in die Bauchgegend. Der Schwerverletzte wurde so⸗ fort im Krankenhause operiert; er starb jedoch Samstag nach ⸗ mittag an seinen schweven Wunden.
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