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Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Redaktien und Expedition Giehen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwengaße. Telepbon 2008.
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Gießen, Dienstag, den 5. Januar 1915
10. Jahrgang
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Irith D. Oberdessische Volksseituns erscheim eden Werktag Abend in An- ietzen Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich . Pig. einschl Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährl. 10 ML ne
M. Nr. 3 Ju. — Jalob ner, „Ge⸗ —— 1* 0
Gegen die Verschwendung! 0 Ng. Die Mahnungen, den Genuß von Weizenbrot und Kuchen ein— YM. chränken, haben nicht viel genutzt. Weihnachtsstollen und 1g. vesterpfannkuchen sollen in großen Mengen gekauft worden sein; ö Pfg. du Regierung sieht sich genötigt, neue Maßregeln gegen die Ver⸗ 0 Ng. schwendung des Weizenmehles anzukündigen. Man spricht von der 0 Usg. führung bestimmter Backtage für Kuchen und von der Erhöhung 2 Pfg. deß Kartoffelmehlprozentsatzes im Brot. J Ufa. Wie kommt es, daß die Aufforderung der Regierung zur Spar⸗ 0 Pig. sahikeit nicht befolgt wurde? Schließlich wird doch jetzt so viel an 0 If a0 n Ecken und Enden gespart, daß die Verschwendung, die mit dem 0 Wiz 2 izenmehl getrieben wird, doppelt auffällt. Will man der Sache 5 Pig! a den Grund gehen, so muß man vor allen Dingen bedenken, daß, ä gange zur Kuchenbäckerei reines Weizenmehl verwendet werden
darf und keinerlei Grenzen für die Menge der gebackenen Kuchen gogen sind, der Weizenmehlkonsum immer viel zu groß sein wird. Msonders die wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung denken niht daran, auf Kuchen und Torten zu verzichten, die Konditoreien d übervoll, genau so wie in Friedenszeiten, ungeahnte Portionen 50 Torten und Schlagsahne werden vertilgt. Ist es da verwunder⸗ lig, wenn die minderbemittelten Familien, soweit sie noch in der Lage sind, noch Weißbrot und Sonntag die billigeren Sorten von lüchen kaufen? Sie müssen doch annehmen, daß genügend Weizen⸗ ahl vorhanden ist, wenn in den Konditoreien weiter solche Mengen guchen verzehrt werden dürfen, und sie sagen mit Recht, daß die lhabenden zuerst einmal auf Torten und Kuchen verzichten en, ehe sie daran denken, weniger Weißbrot zu verbrauchen. Zweifellos war es auch nicht gerade geschickt, den Preis für sogenannte K-Brot und für das Brot, das nur die vorge⸗ riebene Menge Kartoffelmehl enthält, ganz gleich festzusetzen. U diese Weise wurde dem minderbemittelten Konsumenten jeder lreig, K⸗Brot zu kaufen, genommen. Wäre das Vrot mit 20 pozent Kartoffelmehlgehalt um 5 Pfennige billiger als das mit rozent Kartoffelmehlzusatz, so würden sich schon Käufer finden. Bei der Ausgabe neuer Vorschriften für die Bäckereien wird m erwägen müssen, ob nicht überhaupt nur eine Sorte Weizen⸗ at erlaubt sein soll. Es ist durchaus nicht nötig, während des eges mehrere Sorten zum Verkauf zuzulassen, ja man könnte gar, wenn wirklich einmal Weizenmehl gespart werden soll, das cken von Brötchen einstellen und nur Kranken auf ärztliche Ver⸗ solnung hin den Genuß von Weißbrot gestatten. Vor allen Dingen lahr kann man nicht der Masse des Volkes Sparsamkeit predigen, rend die oberen Schichten im Ueberfluß leben. Die sind in Fall noch besser gestellt. Die Hausbäckerei entzieht sich ontrolle durch den Staat, und die Köchinnen von Berlin W. in den reichen Vierteln anderer Städte verstehen das Kuchen⸗ 1 Tortenbacken ausgezeichnet. Man könnte vielleicht noch ver- lingen, daß reines Weizenmehl nur gleichzeitig mit einer be- siamten Menge Roggenmehl verkauft werden darf, dann hätte kun wenigstens eine gewisse Gewähr dafür, daß beides nur ge⸗ 1 scht verwendet würde.
ö Was auch beschlossen werden mag, man hüte sich vor den halben die nur den weniger kaufkräftigen Konsumenten Opfer Produzenten wie die vermögenden Ver⸗ Es muß beizeiten gespart werden, damit Mangel an Weizen eintritt, aber an dem Kreise der Bevölkerung in gleichem Maße
ußregeln, erlegen, dagegen die rer nicht berühren.
icht später ein großer Haren sollen sich al le Heiligen.
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Gegenüber der fortgesetzten Mahnung der Behörden, Kriegs⸗ tet herzustellen und zu konsumieren, wird dem Berliner Lok.-Anz. shrieben: 35 5 73
„Das als Zusatz nötige Kartoffelwalzmehl ist zurzeit sehr her erhältlich. Die Fabriken sind mit Aufträgen überhäuft und it imstande, die vielen Bestellungen auszuführen. Einzelne sabriken nehmen überhaupt keine Bestellungen mehr an. Die fäxer beschränken sich nun auf den gesetzlich vorgeschriebenen gozentigen Zusatz, denn sie müssen haushälterisch umgehen mit den Vorräten, um dem Gesetz zu genügen. Das Verfahren aber, de Kartoffel selbst zuzubereiten, ist, wenn auch gesetzlich gestattet, Au umständlich und gerade für die Berliner Bäcker mit be⸗
deren Schwierigkeiten verbunden, da die. Kartoffel erst eicher
ö locht und zerrieben werden muß. Es wäre wohl Sache der Re⸗ erung, Abhilfe zu schaffen. Es muß dafür gesorgt werden, daß
0 e Bäcker Rohmaterial in ausreichenden Mengen erhalten.
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Englischer Schmerz.
Das Handelsblad berichtet aus London: Die Blätter er Amen an, daß die englische Nation durch das Sinken des Formidable“ einen großen Verlust erlitten hat. i Daily Telegraph sagt:„Der Feind hat uns einen ke lag beigebracht, der sehr schwer ist, wenn er 1 linen Einfluß auf die endgültigen Erfolge ausübt. Aber ner Ziel wird endlich erreicht werden. Weder dos ertrauen des englischen Volkes noch der Mut der Marine unter diesem Schlage leiden. Der Geist unserer Väter lid uns stärken, bis der Feind endlich besiegt und ver⸗ lichtet ist durch die größte Seemacht der Welt.. Reuter meldet aus London: Einer der Geretteten der Formi⸗ ole“ erzählt: Am Freitag morgen herrschte schwacher eenaß litzlich hörten wir eine furchtbare Exploston, und das ee 1 am sofort in das Schiff einzudringen. Die Feuer wurden 915 115 0 die Heizer kamen auf Deck. Glücklicherweise eee berkammer nicht, sonst wäre niemand mit dem Leben 05 demmen. Als ich auf Deck kam, hatte das Schiff ee igen an der Steuerbordseite. Die Boote wurden 1 0 . Kutter sank sedoch, während die Pinasse mit großer. e urn gelassen werden konnte. Wir ruderten weg, jedoch 9 0 7 , was wir tun konnten, war, daß wir uns über Wasser ha
konnten. Wir sahen die„Formidable“ hinwegsinken. Ungefähr dreiviertel Stunden nach der Explosion hörten wir immer noch das Hornsignal der„Formidable“. Der Kapitän blieb bis zum Ende auf seinem Posten. Das Lichtsignal flimmerte, als das Schiff kenterte und unterging. Soweit man bis jetzt feststellen konnte, sind 201 Mann von der„Formidable“ gerettet: es wurde nämlich noch ein Boot mit 40 Geretteten bei Lyme Regis an der Südküste von England aufgefunden.
London, 3. Jan.(WB. Nichtamtlich.) Die Polizei von East Suffolk hat alle Lichter an der Seeküste verboten. Die Küstenpatrouillen haben Auftrag, auf jeden, der Lichtsignale gibt,
zu feuern. Ein weiterer Verlust.
Amsterdam, 2. Jan.(Ctr. Frkft.) Aus einer Gerichts- verhandlung in Scarborough geht hervor, daß das englische Minenschiff„Night Hawke“ auf eine Mine gestoßen und gesunken ist. Nur ein Teil der Mannschaft wurde gerettet.
vr ge—* Das französische Admiralsschiff Courbet untergegangen.
Wien, 3. Jan.(Ctr. Frkft.) Das Neue Wiener Tage⸗ blatt erführt aus italienischer Quelle, daß das französische Admiralsschiff„Courbet“, das in der Straße von Otranto von dem österreichisch-ungarischen Unterseebvot „U 12“ torpediert wurde, vor Valona gesunken i st. Der Admiral und der größte Teil der Bemannung wurden von anderen Schiffen gerettet. Der„Courbet“ hatte durch den zweiten Torpedotreffer ein furchtbares Leck mitt⸗ schiffs erhalten. N a 6
Das französische Unterseeboot„Bernouilli“ ist gleichfalls gesunken. Von dem„Bernouilli“ wurde eine Telephonboje bei der Insel Lagosta gefunden.
Eine amtliche österreichische Meldung über das Ereignis liegt noch nicht vor, die Nachricht ist also nur mit dem Vorbehalt der amtlichen Bestätigung aufzunehmen. Ist die Meldung richtig, dann hat die französische Flotte einen empfindlichen Verlust er⸗ litten. Das Admiralschiff„Courbet“ gehört zu ihren modernsten Linienschiffen. Es ist erst im Jahre 1911 vom Stapel gelaufen und faßt 23 500 Tonnen. Seine Geschwindigkeit ist 21,7 Seemeilen. Armiert war es mit 12 Geschützen von 30,5 Zentimeter, 22 von 14 Zentimeter und 4 von 4,7 Zentimeter-Kaliber. Die Bemannung zählte 1085 Personen.
Das Unterseeboot„Bernouilli“ gehörte zu den in den Jahren 1910—13 gebauten. Es hat 400 Tonnen Deplacement.
Der Untergang zweier französi cher Torpedoboote.
Eine interessante Meldung hat kürzlich der Matin ver— öffentlicht. Er ließ sich aus Toulon melden, am 7. Dezem⸗ ber wurden zwei Marineoffiziere vor ein Marinekriegsge⸗ richt gestellt, weil sie sich wegen des Untergangs von zwei Kriegsschiffen, die sie befehligten, zu verant⸗ worten hätten. Es handle sich um die Torpedo boote Nr. 347 und 348, die in der Nacht vom 9. Oktober— an⸗ scheinend als sie einem Kreuzer auswichen— zusammen⸗ stießen und beide untergingen, wobei ein Unteroffizier seinen Tod fand. Die kleine Notiz scheint den wachsamen Augen der Pariser Zensurbehörden entgangen zu sein.
Der Bund über die Kriegslage.
In seiner Neujahrsbetrachtung über die Kriegslage stellt der Berner Bund zunächst fest, daß Ru ß land heute nach fünf Monaten bereits sein ganzes Westheer einschließlich aller ab⸗ kömmlichen asiatischen Korps und verfügbaren Reserven erster und zweiter Linie an den Feind gebracht und daß Frankreich alles bis auf 400 000 Mann vermindert Wehrfähiger unter den Waffen habe, darunter die sämtlichen verfügbaren afrikanischen Reserven weißer und dunkler Farbe und sogar Anamiten, daß ferner Eng⸗ land alles eingesetzt haben dürfte, was es herzugeben hat, daß es allerdings im Frühling mit neuen Truppenkörpern aufzu⸗ treten imstande sei, die freilich das treffliche Jeldheer an Aus⸗ bildung nicht entfernt erreichten, da nicht nur Routine, sondern auch Ausbildungskräfte fehlen. Der Bund resümiert:„Wir können also damit rechnen, daß der Dreiverband mit seinen Auf⸗ wendungen jetzt das höchste Maß militärischer Bereitschaft li ber⸗ schritten hat, sosern nicht Japan einspringt. Oester⸗ reich-Ungarns Truppen haben sich vorzüglich ge⸗ halten, ihre Kampfkraft ist noch nicht verbraucht. Deutsch⸗ land überraschte seine Gegner durch die Unersch öpflichkeit seiner Reserven. Die Feldarmee hat in den ersten Monaten die Last des Krieges allein getragen. Heute stehen große Truppen⸗ körper im Felde, die aus Reserve und Landwehr gebildet sind. Noch ist im Innern des Landes an neuen Nachschüben kein Mangel. Auch an Kriegsmatertal fehlt es nicht. Der Offiziers⸗ mangel wird durch den durch das. Ausscheiden der Schlachten⸗ kavallerie ermöglichten Uebertritt von Reiteroffizieren zur Fuß⸗ waffe sowie durch die verfügbaren zahlreichen langgedienten Unter- offtziere zum guten Teil ausgeglichen.“ 5 J
Türtische Erfolge gegen die Russen.
Die Einnahme von Ardakhan.
Konstantinopel, 3. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das
Hauptquartier meldet: Unsere Truppen nahmen am 1. Ja.
langsam an Steuerbord
unar Ardakhan, worüber folgende Einzelheiten zu be⸗
Der siegreiche Halbmond.
richten sind: Eine Abteilung unserer Truppen, die im Tscho⸗ rusgebiet operierte, traf bei ihrem Vormarsch auf Ardakhan am 28. Dezember westlich von Ardakhan auf Kosaken, die zurückgetrieben wurden. Ardakhan wurde von 3000 Mann Jufanterie und 1000 Kosaken verteidigt, die über sechs Feld⸗ geschütze und 2 Maschinengewehre verfügten und unter dem Befehl des Generals Zachen standen. Unsere Abteilung zögerte trotz ihrer geringeren Zahl nicht, am 29. Dezember morgens die gut befestigten, durch Artillerie verstärkten Stellungen des Feindes anzugreifen. Die blutige Schlacht endete gegen Abend mit der Flucht der Russen, die große Ver⸗ lu ste hatten. Unsere Verluste sind unbedeutend. Vor ihrer Flucht brannten die Russen einen großen Teil der Stadt, ihre Munitions⸗ und Lebeusmittelmagazine an, plünderten das Eigentum von Muselmanen, unter⸗ warfen sie tausenderlei Folterungen, töteten zahlreiche unbewaffnete Männer und Frauen mit dem Bajonett und stachen einem Manne die Augen aus. Eine große Menge Munition, Kriegs⸗ material und ein Teil der Truppentransportmittel des Fein⸗ des fiel in unsere Hände. Die Freude der vom russischen Joche befreiten Bevölkerung ist ungeheuer. Die von den Freiwilligen, die an der Seite unserer Armee kämpften, bewiesene Tapferheit ist des Lobes würdig.
In Persien zeigen unsere persischen Brüder die gleiche Ergebenheit. Unsere Truppen schlugen im Verein mit persischen Stämmen 4000 Russen, die über zehn Ka⸗ nonen verfügten, bei Meyan Duwah Sis(2), 50 Kilo⸗ meter nordöstlich von Saudschbulak, vollständig. Die Russen hatten über 200 Tote, eine Anzahl von Verwundeten und verloren sechs Kanonen. Wir erbeuteten eine Anzahl Gewehre, Munition und Kriegsmaterial..
Nach einer Meldung aus Erzerum befinden sich große Transporte von russischen Kriegsgefangenen aus den letzten Kämpfen auf dem Wege dorthin. 600 sind bereits eingetroffen.
Die Besetzung des kleinen Städtchens Ardakhan, das 1835 Meter über Meer an der Kreuzung einiger wichtiger Straßen liegt, ist nach den Ausführungen der Frankfurter Zeitung vielleicht der größte Erfolg, den die türkischen Truppen bisher gegen das russische Kaukasusheer davongetragen haben. die glücklich eingeleitete Offenfive gegen Batum dem Ab⸗ schluß entgegenzuführen, da die Russen, so lange sie Ardakhan besetzt hielten, von Kars aus stets eine Flankierung der im Tschorok⸗ gebiet operierenden Türken versuchen konnten. Auch politisch ist der neue türkische Erfolg von großer Tragweite. Er bestätigt nunmehr auch den Neutralen, die bisher vielleicht die russi⸗ schen, die Sachlage durchaus verschleiernden Bulletins erust nehmen mochten, daß nunmehr der Krieg auf russischem Gebiete geführt wird. Einige Reste der vor wenigen Tagen im Murad⸗ tal geschlagenen Russen mögen noch auf türkischem Boden stehen: ihr Rlickzug ist aber unvermeidlich. Von Lasistan aus ist die türkische Offensive am weitesten vorgedrungen; Ardakhan liegt dem nächsten Punkte der Grenze schon über 50 Kilometer entfernt. Aber auch bei Olty gehen die türkischen Truppen immer weiter vor und auf der direkten Straße von Erzerum nach Kars stehen die Türken, wie nunmehr selbst die russischen Berichte zugeben müssen, vor Sarikamysch, wo seit dem Herbst 1913 die russische Bahnlinie endigt. Daß die Bevölkerung dieser erst nach dem Balkankrieg 1878 der Türkei entrissenen, fast durchweg muselmanischen Gebiete das türkische Heer als Befreier begvüßt, ist felbstverständlich. Unbe⸗ greiflich erscheint dagegen das Verfahren der Russen, die vor ihrem Abzug aus Ardakhan ein Pogrom veranstaltet haben. Die Kunde davon wird sich blitzschnell über das ganze Kaukasusgebiet verbreiten und die Erregung der Musel⸗ manen natürlich noch steigern. Es ist kaum anzunehmen, daß diese Greuel mit Wissen und Willen der russischen Behörden und Offi⸗ ziere geschehen konnten, die wissen müssen, was dabei auf dem Spiele steht. Man wird sie daher als Anzeichen einer bedenklichen Locke⸗ rung der Disziplin unter den kaubasischen Truppen Rußlands zu betrachten haben.
Nicht minder bemerkenswert ist die Meldung vom Kriegsschau⸗ platz in Aserbeidschan, wo die türkische Armee, die hier mit Ver⸗ stärkung kuwdischer Freiwilliger vorgeht, schon 50 Kilometer über Sautschbulak hinausgekommen ist. Der in der Meldung genannte Orte dürfte nahe bei der Stadt Merhamed Abad liegen, die noch einige veraltete Forts besitzt; vielleicht handelt es sich um diesen Ort selber. Die türkische Avmee kann nach diesem Erfolge bald an Ostufer des Urmiasees auftreten, wo die blühende, durch ein tausendjähriges astronomisches Observatorium berühmte Stadt Maraga ihr nächstes Ziel sein dürfte.
Weitere türkische Siege.
Konstantinopel, 3. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Die Kaukasusarmee setzt ihren siegreichen Vormarsch fort. Ein Teil unseres Heeres, der bis Sarikamysch vorrückte, trug nach einer erbitterten Schlacht einen endgültigen Sieg davon. Seit dem 25. De⸗ zember haben unsere Truppen mehr als 2000 Russen ge- fangen genommen, 8 Kanonen, 13 Schnellfeuergeschütze, eine große Menge Waffen und Munition sowie Kriegsmaterial und Lebensmittel erbeutet. Unsere Truppen bemächtigten
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Sie erst ermöglicht es,


