Nr. 23t____
Italien schwankt nicht wie Buridans Esel zwischen Heu- biindeln; es will weder das eine noch das andere. Aber wir »erden uns nicht der Falschheit und des Treubruchs schuldig machen und unser- Freunde hinterrücks ansallen. Nicht cin- mal Macchiavelli war- in der Aufrcchterhaltung der Staats- doltrin zu einem solchen Zynismus heruntergesunken. Ueber alles geht die Würde einer Nation. Der Mensch lebt nicht non Brot allein, sondern auch von seiner Würde und Ehre. Wir wissen nicht, ob der Dreibund noch vorteilhaft ist, dürse» aber den Gewinn nicht vergessen, den er UNS in drei Jahrzehnten gebracht hat. Es sind heute Symptome vorhanden, daß das Land ebenso wenig sur einen Krieg gegen wie mit Oesterreich begeistert ist. Vielleicht wird er gewünscht von den Republikanern und Nationalisten, sicher nicht von allen. Das Land will überhaupt keinen Krieg, es braucht den Frieden. Wir haben schon mit dem lybischen Krieg übergenug. Wir wissen nicht, was der Sieg bringen würde, wisien aber gewiß, ^ dag eine Niederlage den Zusammenbreuch des Landes zur Folge hätte.
Au- R o m meldet der „Berl. L.-Anz.": Di- Versammlung der liberalen Partei in Montecitrio lehnte di- Tagesordnung Arlottas mit ihren irredcntistischen Anspielungen und der Erklärung, daß der Krieg heilig- Verträge verletze und Italien aller Vertragspslichten entbunden habe, nahm eine maßvolle Tagesordnung Erippo an, die die Neutralität billigt. Bezeichnenderweise stimmte auch der Führer der Nationalisten für diese Entschließung. Sie wurde durch eine Abordnng dem Ministerpräsidenten überreicht.
Die „Neutralität" Belgiens.
Der in London ansässige italienische Journalist Dr. Vitto- -io Ambrosini hat einen Bries geschrieben über seine Eindrücke während eines Ausenthaltes in Brüssel und der Reise durch Belgien. Wir erhalten so ein wertvolles unparteiisches Urteil von zum Teil vielleicht schon bekannten Vorgängen und Zuständen: „Am 2«. September, einem Sonntag, bin ich in Brüssel eingetrossen. Mein erster Eindruck war ein Erstaunen, denn alles sieht so friedlich aus, so friedlich, daß man denken könnte, die deutschen Soldaten seien hier zu Besuch geladen. Von einer Soldateska, die, wie man in London behauptete, plündert und raubt, ist nichts zu sehen; es sind alles anständige, ruhige Leute, die überall bar bezahlen. Man kann fragen, wen man will, niemandem hat ein deutscher Soldat Böses getan. Der Ordnungsdienst in der Stadt wird von belgischen Polizisten ausrechtcrhalten. Das Nachtleben steht dem aus normalen Zeiten wenig nach. Die Lasehäuser sind voller elegan- .er Leute und die Boulevards bunt belebt. Am nächste» Morgen ging ich zum deutschen Kommando. Ich kam ein- Stunde zr» spät, weil man sich in Brüssel nun nach der deutschen Zeit richtet, die mit der belgischen nicht zusammensällt. Das Kommando besindct sich im Eenatspalast, und ich hatte genügend Zeit, mich überall umzusehen, und stellte gleich sest, daß Wände, Bilder und Möbel sich im besten Zustande befanden. „Ich muß gestehen", benlerkte ich, „daß ich nach dem, was in den englischen Zeitungen zu lesen war, nicht erwartet hatte, alles so tadellos zu finden. Ich habe von angeblichen Plündercien nichts gesehen." Mein Nundgang durch die Stadt bestätigte meinen ersten günstigen Eindruck von der milden Herrschaft der Eroberer und der strammen Ordnung. Mit der größten Hüs- lichlcit steht jeder Soldat Rede und Antwort. Alle gehen ohne Massen wie aus dem Kasernenhof, um sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen und sich Andenken zu kaufen. Die meisten Geschäfte und Warenhäuser sind offen. Die Milde des deutschen Regiments geht so weit, daß man sogar deulschseind- liche belgische Zeitungen verlausen darf, wie z. B. „La Flandre liberale". Man läßt den Belgiern vielleicht nur zu viele Freiheiten. „Hier darf jeder treibe», was er will, solange er den Deutschen nicht schadet", ist die liberale Formel des deutschen Kommandos. In dem Easthof, wo ich wohnte, waren auch deutsche Soldaten untergebracht, deren Betragen die Inhaberin sehr lobte. Zum Thema der belgischen Neutralität meinte der Kommandant: „Wir haben jetzt den Beweis, daß Belgien
schon lange vorher bereit war, die englischen Truppen durch- lommen zu lassen. Ich kann Ihnen Dokumente zeigen, die Sic überzeugen dürften, daß die Deutschen nicht die ersten gewesen sind, die die belgische Neutralität gebrochen haben." Der Kommandant wies mir ein blaugebundencs Aktenbündel vor, das den Titel trug: Projet du» debarqucment de troupes an- glarscs cn Belgique, zu deutsch: Plan einer Landung englischer »ruppen in Belgien. Die dazu gehörigen Mappe» waren in der Vielzahl. Die erste handelte von den Häsen, in denen die englischen Truppen landen sollten: Dünkirchen, Boulogne, Calais. Die zweite von den Eisenbahnftrccken, welche die Truppen benützen sollten: nach Brügge, Eent und Brüssel: die dritte und vierie behandelten die Versorgung mit Munition und Proviant. Die eine von den Häfen, die andere von den Strek- len. Sic enthielten ferner Abbildungen der englischen Truppen, um sie erkennen zu können, Stoffmuster und Zeichnungen. Außer diesen Dokumenten sand ich ein zerlegtes und in eine zlstc verpacktes englisches Gewehr vor. Wahrscheinlich wurde s von der englischen Regierung der belgischen als Muster ge-, chiät. Dem gleichen Zwecke diente ein englisches Seitenge- vehr. Die Unterzeichnete« Dokumente waren in französischer Sprache abgesagt. dursten „der in Brüssel ausgearbeitet waren sein und tragen das Datum 199«.
r!kr (fiiliililjof non \\t\m als Zenac tiir die deullcht zimksltitiliia.'
Rom, ‘29. Tept. Ter „Popolo Romano" gibt einm llnrf des Erzbiselzofs von Reims, Kardinal Lncon, toiob’V,
» dem es beißt, das; die Türme, die Fassade und die Orgel icr Kathedrale zu Reines „nbeschädigt find. Ta? Blatt neint dazu, die Künstler und Gelehrten hätten gescheit-.',: dann getan, genaue Nachrichten ab,»warten, bevor sie ihrm Protest losliehen.
Cu: andere? italienische? Blatt drückt sich allgemein da- in an?, dast der Erzbischof von Reim? den Bericht de? dent-
Sieue Tageszeitung. Freitag, oen 2. Oktober 1914
fchen Gencralstabes über die Beschießung des Domes bestätigt habeidamit würde der Erzbischof auch dafür Zeugnis abgelegt haben, daß die Franzosen das Gotteshaus zu Militär- ischeu Zwecken mißbrauchten und deshalb allein die Schuld
an seiner Beschädigung tragen.
Die Türken und Polier.
Konstamtinopel, 30. Sept. Der offiziöse „Jkdam" beschäftigt sich in seinem Leitartilel mit den brüderlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Persien und gibt seiner Teilnahme an Persiens Leid in der Vergangenheit und seiner Befriedigung Ausdruck über die besonders feit dem Regierungsantritte des liberalen Kabinetts Mostowfi-el-Memalik bemerkbaren Fortschritte und Wandlungen. Dasselbe Erwachen könne man in der ganzen islamitischen Welt, besonders in Afghanistan, konstatieren. — Der Korrespondent des „Tasvir-i-Efkiar" in Sofia meldet: Erklärungen des Ministerpräsidenten Ra- doslawo und Eenediews ihm gegenüber sowie Feststellungen anderer kompetenter politischer Kreise ergebe», daß Buxtons Bemühungen wirkungslos geblieben feien. Ebenso wenig Erfolg bei der Regierung oder der öffentlichen Meinung habe die propagandistische Tätigkeit der Opposition. Radoslawo habe auf die innigen türkisch-bulgarischen Beziehungen verwiesen, die das gegenwärtige Kabinett entschieden aufrecht erhalten werde. Rach den in hiesigen persischen Kreisen -vorliegenden Nachrichten haben die schiitischen Eeistlichen und die Oberhäupter von Kerbelah und Redschcf (Türkei), die als oberste religiöse Instanz für die Perser gelten, eine Kundgebung an die Nation und die persischen Stämme gerichtet, in welcher es heißt, daß der Augenblick für die Befreiung Persiens vom russischen Joche gekommen sei. Der Führer des Stammes Kar- dar, Jalik Khan, soll mit den Schachsevennen die russische Grenze überschritten haben und in Transkaukasien bis Kisil Agatsch bei Lenkoran vorgedrungen sein.
Ans Frankreich.
Die französtiche Kriegsvorbereitung.
Köln, 1. Okt. Als Beweis, daß die seinblichen Kriegsvor- bereitungen bereits im April getrosten wurden, veröffentlicht der römische Korrespondent der „Kölnischen Volkszeitung" einen Brief, wonach eine Mailänder Firma am 1. April auf- gesordert wurde, Angebote aus Lieferung einer großen Zahl beweglicher Feldöfen und Feldküchen an die französische Militärverwaltung zu machen. Der Zuschlag sollte bereits am 1t. April erfolgen, der Auftrag blieb aber unausgeführt,
„Der Mensch i» Ketten".
Aus Gens wird dem „Berl, Tagebl," gemeldet: Da der
Kriegsminister Clemenceaus Blatt „L'homme livre" (der freie Mensch) auf eine Woche verboten hat, läßt Clemenceau jetzt eine neue Zeitung „L'homme en chaines" (der Mensch in Ketten) erscheinen.
7000 Zuavcn vernichtet.
Berlin, 1, Okt, Ein Mittagsblatt gibt eine Unterredung wieder, die der Korrespondent der „Daily Mail" in Paris mit einem unverwundetcn Zuavenoffizier hatte. Dieser erzählte, am 20. September sei eine Brigade von 8000 Z u a v e n in das deutsche Maschinengewehrscuer gerate» und bis auf 1800 Leichtverwundete ausgcriebe n worden.
Die Schändlichkeiten der Turkos.
O f e n p e st, 30. Sept. Einer der Reisegefährten des aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Grafen Michael Ka- roly, Ingenieur Friedrich, berichtet, daß die Gefangenen in einem engen Raum zusammengepfercht worden seien. Eines Tages wurden auch verwundete Turkos dorthin gesteckt. Jeder Tnrko batte an einer Schnur abgefchnittene Ohren, Rasen und beringte menschstche Finger, die sie mit bestialischem Triumph- gehcul jedermann vorwiescn.
Das sind die Kämpfe: für — Zivilisation!
Aus Belgien.
Die Stimmung in Antwerpen. Bordeaux, 1 . Oktober. Ueber die Stimmung in der belagerten belgischen Hauptstadt berichtet sehr anschaulich ein Brief, den der belgische Gesandte in London an eine politische Persönlichkeit in Bordeaux gerichtet hat. Der Brief enthält die Worte: Wir fechten mit den letzten Trümmern unseres kleinen Heeres. Wir leisten Wider- üand. um die Zuversicht der Verbündeten nicht zu zerstören, doch habe ich wenig Hoffnung, daß unsere Anstrengungen einen sichtlichen Erfolg bringen werde». Die Uebcrmacht unseres Feindes ist zu groß. Wir selbst haben die geschulten Soldaten fast gänzlich cingebüßl und beschränken uns jetzt auf die notdürftige Ausbildung willcnskräftigcr Bürger.
Aus dem westlichen Belgien. Rotterdam, 30. Sept. Der „Rotterdanische Courant" meldet aus Eindhoven vom 29. September: Hier sind 300 Flüchtlings aus Mall eingetrosten, das Samstag »och von ciu.r Abteilung belgischer Infanterie besetzt war. Eine starke deulsche Truppenraacht mit Artillerie : scheint den Ort besetzt zu haben. — Am Sonntag srüh ist Alost von de» Bewohnern verlassen worden.
Ans England.
Ein zutrestendes englisches Urteil über die englischen Lii- gennnchrichten. Rotterdam, 29. Sept. In seltener Selbsterkenntnis haben die „Times" den englischen Lügenfeldzug gekennzeichnet. In einer Polemik mit der „Kölnstche» Zeitung" bezeichne:« das Eityblatt Nachrichten, die durch Vermittlung der holländstchen Presse als Miltcilungcn des englische» Ministers des Auswärtigen in die Lestentlichkeit gelangten, als „Depeschen aus einer Liigenfabrik". Der „Nisuwe Rotter- dumsche Courant" weist nun den „Times" »ach, daß die betres- f nden Mitteilungen am 11. September durch die englische Gesandtschaft im Haag an die holländische Presse ausgegebcn worden sind. Die englische Gesandtschaft hatte die Nachrichten ausdrücklich mit der Notiz gekennzeichnet: „Alle diese Mittei-
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Iungcn tragen die Unterschrift des Ministers für Auswärtig,
Angelegenheiten Erey". Wenn die „Times" diese Nachrichten als aus einer Lllgcnsabrik stammend bezeichnen, so ist gegen das Urteil nichts einzuwcnden.
„Timcs"-Phantasic. Rotterdam, 30. Sept. Die „Times" schreibt: Allgemein wundere man sich darüber, wie schnell die schwere Artillerie der Deutschen vor Maubcugc das Feuer eröffnen koitute. Man könne sich dies nicht anders erklären, als daß die Deutschen bereits vor Kriegsausbruch die nötigen Vorbereitungen zur Ausstellung ihrer schweren Geschütze getrossen hotteii! ^znr ^zuli 1911 seien die nahe der Stadt gelegenen Waldungen von einem gewissen Herrn Gilbert Murty au- Brüssel angekauft worden, der jedoch nur der Strohmann des wirklichen Käufers, Krupp in Essen, gewesen fei. — Die Neichtümer der Bank von England sind ärmlich gegen dieses Ucbcrmaß Lberschlauer Phantasie!
Englische „Fricdcnsschalmrikn". Unter dieser Uebrc- schrift berichtet ein holländisches Blatt:
Rotterdam, 26. Sept. Die oft als offiziös angesp-ock,- cne „Wsstmiiiftcr Gazette", die aber mit mehr Recht lvoh! als das Sprachrohr Greys angesehen werden darf, erklirr, Endlands Ziel sei nicht die Vernichtung Deutschlands. Je- der Frieden, der Wunden und Revancheidecn zurückiasse- vcrfchle seinen Zweck, und darum sei England bereit, sofern Deutschland nach dem Grundsatz „Lehen »nd leben lassen" handeln wolle, den glimmenden Hoffnunzsfuukm nicht auszuläschcn.
Wir lasten dahingestellt sein, ob das holländische Blatt, den Sinn der Aeußerungcn der „Wcsstninster Gazette" richtig wicdergegcbcn hat: in Dcntschland weiß man jedenfalls, woran man mit England ist: daß nämlich England die Hauptschuld an diesem Kriege gegen uns trägt, und daß England vermutlich auch alle seine Kräfte daran setzen wird, Deutschland niederzuringen oder doch möglichst schwer zu schädigen. Darnach werden und können wir allein unsere Haltung gegenüber England cinrichtcn. Die gütigen Anerbietungen des englischen Blattes, Deutschland nicht zu „vernichten", können uns also, auch von ihrer windigen Prahlerei abgesehen, völlig gleichgültig lassen.
Albion stiehlt wieder Kriegsschiffe. Rotterdam, 29. Sept. Wie der „Amsterdamer Tclegraas" aus London meldet, wurden die zwei auf englischen Wersten im Bau befindlichen spanischen Kriegsschiffe von der Admiralität beschlagnahmt.
Ein „Kanadier" fordert den Deutschen Kaiser. Rew-
pork, 28. Sept. Die hiesigen Zeitungen veröffentlichen die Zuschrift eines Kanadiers, der den Weltkrieg durch ei't Gottesgericht aus der Welt schaffen will. Zu diesem Zweck hat er angeblich den Deutschen Kaiser gefordert. Er nennt Kitchener und French als seine Zeugen, und erwartet von dem Kaiser, daß er ihm gleichfalls seine Zeugen nennen solle. Bezeichnend für die deutsch-feindliche Gesinnung eines Tei- lcs der amerikanischen Presse ist der Umstand, daß sie die Forderung des guten Mannes, der nur Reklame für sich machen will, ernst nehmen und den offenen Brief an den Kaiser zum Abdruck bringen.
Ncuyork scheint neuerdings nach — Arizona verlegt zu
sein.
Ein britischer Dampfer im Schwarzen Meer gesunken.
A m st e r d a m, 30. Sept. Aus London wird gemeldet: Die „Times" erhielten ein Telegramm von Lloyds .wonach der triiische Dampfer „Belgian King" in der Nähe von Kap Kurcli nach einer Fahrt aus Trapezunt auf dein Weg nach Konstantinopel gesunken sei. An Bord befanden sich 120 Passagiere und Mannschaften. 98 von ihnen wurden von dem rnssischcn Dampfer „Prinzeß Eugenie" gerettet. Der Wert des Schiffes, das anßerdeni 3000 Schafe »nd 4Ö0 Ochsen geladen hatte, beläuft sich auf etwa 15000 Pfund Sterling. -
Leider wird nicht gesagt, wodurch da? Sinken des Dampfers veranlaßt wurde.
Verschiedene Stimmung bei den Buren. Wie über Rotterdam berichtet wird, hat sich gelegentlich einer Versammlung von Buren in Lichtenbcrg (Transvaal) ein Zwischenfall ereignet, der ziemliches Aufsehen erregt hat. Nachdem die Generäle Beyers und de Wct ihre Haltung verteidigt hatten, entfalteten mehrere Zuhörer unter lautem Beifallc die alte Flagge des Freistaates. Ter Vorsitzende der Versammlung rügte zwar die Kundgebung, tat es aber sehr lau. — Wir legen unsererseits ans derartige Stimmungsknnd- gebungen kein besonderes Gewicht, glauben sie aber verzeichn nen zu sollen.
Ans Ztntzlnnd.
100,000 Russen in Galizien gefallen. Zürich, 1. Okt. (W T. B. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Neuen Züricher Ztg." veröffentlichen die Londoner Blätter glaubwürdige Meldungen über die Verluste der Russen in Ost- prcußen und Ostgalizien. Darnach seien auf dem gnlizischen Schlachtseide gegen 100,000 Russen gefallen.
Wie gut wir die Russen behnndcl». Stockholm, 30. Sept. „Tagblad" zufolge wird Stockholm von Russen überschwemmt, die aus den Badeorten Deutschlands an- koniineu. Alle sind voll Bewunderung für das deutsche Volk, weil sie trotz des Krieges und ihrer Nationalität in Deutschland so liebenswürdig behandelt worden sind. Sie versichern, sie ‘würden nicht versäumen, von Per erfahrenen guten Behandlung in Rußland zn berichten.
Die Beraubung des Lcmbergcr Museums. K r a k a u, 30. Sept. Zu der Fortschassung der Schätze des OstolrneumS von Lemberg nach Petersburg wird noch gemeldet: Dieser Verlust wird in der dortigen Bevölkerung überaus schmerzlich empfunden. Das Museum bestand aus einer Bibliothek von etwa 112.000 Bünden. 5000 Handschriften, Auto-


