Ausgabe 
1.10.1914
 
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')jr. Zdu

ial 5 als lange widerstandssähig a-agesehcn worden. Ihre lusgnbe war. die Zusuhrwcgc des Feindes zu sperren. Diese iiissio» haben sie ersullt. Die Hauptinteretzen richten sich nigcnblicklich auf die Gegend von Pcronne, wo sich die seind- ichcn Heere in einer grotzen Schlacht befinden. Viele gute und rsuhrene Ossizicre habe» kein grobes Vertraue» aus die jetzt II der Bildung begrissene Armee. Nicht, weil sie die Ouali- ät des Menschcninatcrials an Körper und Geist bezweifeln, adern weil sie sie nicht vor Ablaus von achtzehn Monaten sür chig zum Feldzuge, zumal gegenüber der modernen Artillerie, alten, und selbst dann laum, wenn sie durch Beru>soi,r>>erc ausgebildet werden würde. Aber die Anzahl der Ossizicre l nicht nur an sich beschrankt, sondern sie wird auch durch die rotzen Verluste sortdauernd verringert.

Ans Frankreich.

Ei» Pariser Verlagsbuchhändlcr über Len Krieg.

Einer Nachrichtenstelle liegt ein Rundschreiben -ine- o:- anntcn Pariser Verlagbuchhändlcrs an seine ausländ.sche Uiidschast vor, aus dem man sich über die Stimmung der ge. ildeten Kreise in Frankreich in bgzug aus den Krieg ein Bild lachen kann. Aber auch aus die Haltung des belgischen Vol :s gegenüber der Flüchtlingen wirft das Schreiben beachtens- erte Streiflichter. Es wird zunächst mitgeteilt, dag der Vcr- rg, wie alle anderen in Paris, geschlc ien sei. da das gesamte iersonal vom 20. bis zu», 45. Lebensjahre eingezogen wurde, bgeschen von einigen Tageszeitungen, die aber auch bald aus iangcl an Papier zu erscheinen aushörcn würden, seien alle eitschristen cingegangen. Es Hecht daiin weiter.

Kein verständiger Arensch hat in Frankreich deii Krieg gewollt: ich hasste noch immer, er köniite vermieden werden: denn der friedliebende Geschäftsmann hat dabei zwar alles zu verlieren, aber nichts zu gewinne». Mein gesamter Be­sitz, die Werke meines Verlages, das Wohnhaus, alles be­wegliche und unbewegliche Eigentum, die Frucht 41 ,übriger Arbeit, mutzte ich Verlusten. Wie auch das Ende dieses 'urchtbaren Krieges fein möge, für den jchlietzlichen Sieger wird der Erfolg die surchtbaren Schrecken des Kriegse nicht auswiegen, besten erste Wirkungen ich beim Ueberschreiten zweier Grenzen, der jranzösisch-belgische» und der belgisch- holländischen, zu sehen Gelegenheit harte. Tausende von armen Flüchtlingen und Vertriebenen, wehklagende Män­ner, Frauen und Kinder sah ich, die alles verlassen mutzten, um eines Krieges willen, mit dem sie jede Eemeinschast ab- Ichnen. Ich habe Vertriebene aller Nationen gelrossen, die durch sranzösische Bahnen an eine Grenzstation gebracht wa­ren, fliehend bei Nacht und Nebel, zu Futz, nur mit dem Notdiirstigsten versehen, arme Kinder, die kaum lausen konnten, Mütter mit Säuglingen im Arm, Greise und Kranke, Verwundete ohne Zobl. Aber das belgische Volk mar grausam gegen die Vertriebenen. In langen Reihen strömten sie nach belgischen Bahnstationen, jedoch auch aus Belgien wurden sic vertrieben und mutzten ihre Wanderung wieder aujnehmen bis zu einer holländichen Grenzstation, wo sie die Bahnhöfe umlagerten, auf den Stratzen nächtig ten ohne Geld und ohne jede Hille. Diese Summe von Elend mutz man gesehen haben, um das Matz von Verant­wortung derjenigen beurteilen zu können, die schuld an dem Kriege sind."

Die Beschädigungen des Doms in Reims sehr geringsügig. Gegenüber der immer von neuem ausgestellten Behauptung, 'atz der Dom von Reimsbeinahe" zerstört sei, .möchten wir olgende Feststellungen eines Vrrtrc ers derDaily Mail" oiedergeben, der doch in diesem Falle gewitz ein unverdächtiger senge ist:

Die Türme und Mauern siche» noch, und die Schram­men an den schönen gotischen Ornamenten, die von de» deutschen Granaten verursacht wurden, sind nicht leicht zu unterscheiden von denen, die der Zahn der Zeit durch 600 Jahre genagt. Nur die grasten Tore gähnen jetzt nackt, den» die alten eichenen Türen sind verbrannt. Man er­zählte mir, datz einer der Türme beschädigt sei, aber soweit ich fcststellen konnte, besteht die Möglichkeit, die Kathedrale ganz wiederherzustellen. Das grotze Fenster an der Rose im Westen, das aus wundervollen, bernsteinfarbenem Glas besteht, ist glücklicherweise erhalten, nur einige Lecher sind darin."

Auch ein anderes englisches Blatt jagt rund heraus, die ranzösische Regierung sei sehr schlecht unterrichtet gewesen, als die Behauptung ausstellte der Tom sei zerstört.

Strenge Getifnr. Vorder, » r, 30. 2ept. (W. B.) stille erd hat für allst Tage das Erscheinen desHoimne stbre verboten, da Gleneencean sich geweigert hat, einige stellen eines Artikels zu slrrillcn. Ta» Weine,' um S»s- enbicrung des Blattes war van h ., lommgi-dicrendeg (Le- ieroI be-3 17. Militärbezirks cusacivnaer.

2er Fall von Mnubrugr. London 7 2l't (W

Nichtamtlich.) Tie ..Times" m tdrt ans Paris unterm b. September: Der Fall von Maul,enge ist j.-.,r Fennk- mch allgemein bekannt geworden, obwohl er bis j. . amt- ") noch nicht Angegeben wilb.

Ans Engend.

Echt englisch!

Md ~ ic Herrn Krupp v. Bohlen

2achtGermania" befindet sichn- rr dm, von den Engländern genommenen Fahrzeugen. Das gestrige Priscugerillst ordnete die Einbehaltung der Jocht an, die icmerjctt m Sonthginpto» einiros, um an den N"- Satte» in Cowcs teilzunehmen I

Eine Ansprache Lord Roberts

' incr Meldung au« London hat T* w rr t§ 6cl hct E'nschissnng des 10. Bataillons der ^"s.l.ere -w- Ansprache gehalten, in der er sagt' SWunc Empfindungen für Enll, sind die grober Bewnu.

Neue Tageszeitung. Donnerstag, den 1. Vttover 1»14

derung. Wie verschieden ist Eure Haltung von der jener Leute, die fortfahren, Kricket und Fußball zu spielen, als ob

die Existenz des Landes nicht auf dem Spiele stände. Es ist nicht der Augenblick zu spielen. Wir besinde» »»§ in einem Kampf auf Leben und Tod,

Alls iuT Mit dkü Islams.

Die Sperrung der Dardanellen. K o u st a n t i n o p e l, 30.

Srpt. Eine halbamtliche Note stellt zur Rechtfertigung der vollständigen Sperrung der Dardanellen sest, datz eine eng­lische und eine sranzöstiche Flotte seit einiger Zeit am Eingang der Dardanellen kreuzten, wobei sie die ein- und ausfahrenden Schiffe anhielten, durchfuchlen und die Besatzung aussragten, was der Freiheit der Schifsahrt in den Dardanellen tatsächlich Abbruch tat. Deshalb hat die Regierung beschlossen, die Dar- danelleii zu sperren und nicht wieder zu öffnen, bis die genann­ten Flotten sich von der Meerenge enlferiit Hütten und die bis­herigen abnormalen Verhältnisse geschwunden seien, j Die russischen Presseverlrcler verlassen die Türkei. Wien, 2g. Scpt. Die Blätter mcldeii aus Konstantiuopel: Die hiest- geii Bcrtreter russischer Blällcr haben gemätz der ihnen von der russischen Regierung erteilten Weisung die Türkei verlassen. Von russischer Seite wird die Maßregel damit erklärt, datz man von der Absicht der türkische» Regierung, alle russischen Zci- lungslorresopndeiiten aus dem ottomanischen Gebiet auszuwei- stn, Kenntnis erlangt und es für zweckmützig erachtet habe, der Ausführung des Planes zuvorzukommcn.

Russische Verluste. K o n st a n t i II o p e l, 30. Sept.Jk- dam" erfährt, datz der Pcrserstami» der Sumai bei Bachsale an der Grenze die russische Stellung von Sirdsthick angegrissen hat. Zwei russische Ossizicre und 200 Mann wurden getötet, 4 Offiziere und 40 Mann verwundet. Der Rest der Russen ist geflohen und hat 4 Maschinengewehre, Wasse» und Munition zurllckgelassen,

Sprengung eines Tunnels, Konstantinopcl, 30. Scp. Gestern hier eingelrofienc persische Blätter enthalten die Be­stätigung eines Zwischcnsalts bezüglich eines Tunnels an der russisch-afghanischen Grenze. Die Russe» hätten seit Jahren heimlich an einem Tunnel von der Grenzstadt Kuscht »ach He­lot gebaut. Der Eouoeriieur von Herat sei hiervon verständigt gewesen. Der Emir von Afghanistan hat die Zerstörung des Tunnels angcordnct. Gerüchten zufolge sind 2000 Russen und zahlreiche Arbeiter in dem Tunnel umgekommen. Der Zwi­schenfall hat in den Beziehungen zwischen Rutzland und Afgha­nistan eine grotze Spannung hervorgerufen.

Russen und Muselmanen, konstant ino pel, 30. Sept. Die hiesige offiziöse Agentur erfährt: Die russische Regierung wollte muselnianischeFreiwillige" in de» russischen Distrikten am Schwarzen Meer, insbesondere in Adschara, Tschurusku und der Umgebung Batums, in ihr Heer einreihcn. Da die Mu­selmanen sich weigerten, wurden die Rotadcln eingekerkert. Die muselmanische Bevölkerung sei sehr erregt. Die Einwohner Adscharas hätten zu den Waffen gegrisfen.

Trostlose Lage in Serbien. Wie», 30. Sept. Wie die Südslawische Korrespondenz" meldet, sagen die in Sarajewo eiligetrofscnen serbischen Kriegsgefangenen übereinstimmend aus, nur ein kleiner Teil der Ofsizierspartei sei in Serbien noch f ü r den Krieg und halte, von Rutzland angetrie­ben, den Widerstand der Armee noch mit grötzter Anstrengueg ausrccht. Vevöikerung und Armee seien längst kriegsmllde und bereit, die Waffen zu strecke». Bei einem kürzlich stattgchabten Kampfe wurden neuerdings inehrcre serbische Geschütze erobert. Eine feindliche Batterie, die wegen des schwierigen Terrains vorerst nicht in Sicherheit gebracht werden konnte, wurde durch Entfernen der Verschlüsse unbrauchbar gemacht. Ungefähr 3000 Gesangenc sind neuerdings ins Laudcsinnere abgeschoben wor- dr». Ihre Zahl dürste sich in der nächsten Zeit wesentlich ver- mehren.ba bezüglich der in Bosnien cingedrungenen Abieil- ungcn bekanntlich eine Akiion ciugeleitet worden ist.

Bandenkümpse in Mazedonien. Wien, 30. Sept. Die Rcichspost" meldet aus Saloniki Der Kompf zwischen den Auf­ständischen und den Militorbanden dauert unvermindert an. Die Zahl der Freischarrn wird immer grötzer. Im Kreise Wa­les kam cs bei dem Dorfe Skatsthanzi zu einem erbitterten Gcsechte. Die Serben verloren 180 Leute und konnten nicht verhindern, datz die Eisenbahnstrecke auf fünf Kilometer weit zerstört wurde. Am anderen Tage erhielten die Ausständischen i Verstärkungen, durch 300 wohlbewaffnetc Männer, worauf die von dem Major Stapanowitsch kommandierte Serbenbande in

Die des rulfilrJjrn Gnikrulißiiiiug aus Mkltrnra.

Ueber den Aufrnihalt des Erotzfürsten Nikolaus und des Generals Rencnkamps in Insterburg und ihre Flucht berirbiet der , Käiiigsierger Anzeiger" folgende Einzelheiten: ,,I» dem Dc'jaucr °ms", in dem der Erohsürst Nikolai und General , Rennenknmps neu bnt hatten, der Grotzsürst vcrabschi-ocie , s> h »c» \ " Wirt mv den Worten:In vierzehn Tagen I.-Hen wir n 'i i-.oer:" sicht N>"N jetzt wieder deutsche llnisor- INN' Der Air, tesDesiaucr Hofes"' hat in den neunp.'hn ^ Igen, i» denen der russische Eeneratstab bei ihm wohnte, sehr i^rrctzante Ersahrnngen gemocht. Als das Oberkommando im 2 eisauer Hos' Wohnung nahm, wurde erst das ganze Haus nach Bomben abgesucht. Die im Keller liegenden Kohlensäure- slaschen hielten die Russen sür Höllenmaschiiien und lietzen sie weit hin-, s auf einen freien Platz bringen. Erst als ihnen das Bier n.ifl! mundete, und der Wirt ihnen die nötigen Er- llllrnngen gno. wurde eine der Flaschen unter starker Bedeck, ung berbeigeholt, »nd die Nutzen überzeugten sich von der Iln- gri. .'.lichkeit derBomben". Natürlich haben die Russen im ere rl sehr gut gelebt und brr Sekt slotz in Strömen, »nd der Ad,utant des Gratzfürsten Nikolai, Oberst v. Grämen, forderte i'en dem Wirk, datz er die Kellner durch Damcnbedienung er- etzc. Als General Renne,ikamps bei seiner Rückkehr von die- scrNeuerung" erfuhr, war er nicht sonderlich davon erbaut und schrie:Hinaus mit dem Weiberpack!" Die russischen Os- st-.icre gaben sehr viel Geld aus Als schlirtzlich dem Adiutan-

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ten des Erotzfürsten es an Geld mangelte, blieb er de::- Wir: die Hotelrechnung schuldig und versprach ihn-, sg^ .

Kolonialwaren zu schicken. Als die Waren in bi* rc::

Insterburg kamen, halle jedoch schon die russische H-rrsthait ihr Endc erreicht und die Bagage siel in die Hände der d.i. v, c , Truppen. Der Abzug der Russen vollzog sich ziemlich r-gch. Erotzsürst Nikolai und General Neimcnlampj verließen. hastig Insterburg, aber noch in Unisorm. Erst i» Gumbinnen legten sic Zivilkleider an. Die wenigen russischen Patrouille:,, die noch in Insterburg waren, warfen, als die deutsche Kavallerie onrückte, die Gewehre hin und ergaben sich.

Dtr 3ulaimttrnbrud) der roten Jntmutfoinlr.

Die sozialdemokratischeSchwäbische Tagwacht" versnstent- Ncht einen längeren Leitaussatz, der mit folgenden Sätzen be­ginnt:

Wenn cs schon beim Beginn des Krieges keinem Zwei­fel unterliegen konnte, datz die Jniernaiionole in ihren Grundfesten wankte, so hat der Ausruf, den belgische und französische Sozialdcmolraten an das dculsthe Volk erlassen und die Antwort, die der deutsche Parteivorstond daraus gegeben hat, den letzten Schleier vo» der Tatsache xe'og:n datz die Internationale zerlrümmert am Boden liegt. Es darf und soll nicht bestritten werden, datz die Antwort d?s deutschen Parteivorstandes herausgefordert worden war, aber sich bemühte, den Ritz nicht tiefer zu ziehen, als die notwendige Abwehr crsorderle. Das ist für jeden dcutP en Parteigenotzen ein Trost, allein, wenn er sonst je den Ge­danken von der internationalen Solidarität des Proleta­riats in seiner ganzen Erhabenheit crfatzt hat, doch nur ein magerer Trost. Der Zusammenbruch eines gewaltigen Ge­bäudes, sür besten Errichtung seit nunmehr gerade einen halben Jahrhundert unsere grotzen Vorkämpfer den kostbar­sten Schweitz ihrer Hirne und ihrer Hände geopfert haben, bleibt eine erschütternde Tatsache, über die man nicht mit diesem und jenem Trostgrunde, noch weniger mit wohlfeilen Redewendungen und am wenigste» mit pharisäischem Ge­baren hinwegkommen kann."

Feldbriks eines wetteraiier fthrers.

Oestk. Reims, IS, Sept. 7811.

Liebe Redaktion derNeuen Tageszeitung"!

Zum Dank für eine mir gütigst übersandte Nummer der Neuen Tageszeitung" stelle ich nachfolgendes Stimmungsbild aus dem Kriege für die Zeitung zur Verfügung:

Meine Heimatzeitung erhielt ich heute mit der Feldpost. Ist freilich schon vom 24. August. Schadet aber nichts. Ist es doch eine Nummer, die mich besonders interessiert. Erstens, weil von unserem Sieg bei Anlog berichtet wird und dann, weil ich in einem Berichte von Holzhauscn lese, wie tätig meine Schüler sür das Rote Kreuz sind. Ich kann Sie ver­sichern, ich habe die Zeitung von vorn bis hinten durchgeelen, alles war mir interctzant. Verkörperte sie doch sür mich die Heimat, zu deren Verteidigung wir ausgezogen sind. Liebe Menchen, mit denen ich manch« fröhliche Stunde verlebte, stei­gen vor meinem geistigen Auge auf. Gott gebe den Tag, wo wir ein fröhliches Wiedersehen feiern können! Doch vorläu­fig donnern noch die Kanonen um den Marnekanal. Sie don­nern seit dem sür uns Hetzen so ruhmreichen Tage von Anloy. Selten gibt es eine Unterbrechung. Ost liegen wir im feind­lichen Eranatseuer. man achtets kaum noch: Rur noch einen

kurzen Blick für verwundete Kameraden, was uns anfangs ei» Ereignis war! Der Krieg macht stumpf. Eben führen sie ge­sungene Franzosen vorbei. Finster der Blick, mutlos das Herz traurig ihre Zukunst! Man schaut auch einmal hin und be trachtet ihre Gesichter. Der einzelne Franzose ist ja schlirtzlich auch unschuldig am Krieg« und doch ist's das Volk in seiner Gesamtheit!

Glorreich sind unsere Waffentaten, würdig unserer Väter Und doch geht ein Sehnen nach Frieden durch unsere Reiheich wie es auch wohl die meisten der verehrten Wettcrauer Leser wünschten. In den schönen Augusttagcn war mehr Mut da, letzt im ewigen Regenwetter heitzt s alle Krast zusammenge- »ommen, um nicht mutlos zu werden. Und wir diirscn nicht erlahmen, bis dieser letzte verzweifelte Widerstand der Fran­zosen gebrochen ist. Ein Kamerad »ach dem anderen sinkt da­hin, eben hörte ich wieder von zweien, die mir nahe standen, die die Kanonenkugel zerschmetterte. Gott nehme sie auf! Dar feindliche Feuer wird schwächer die Sonne durchbricht di, Wolken. Schau hin, wo sie steht, ist die Heimat. Krast mutz dir der Gedanke an die Heimat geben, auszuharrcn. Keine Gegend, durch die ich gekommen, gleicht meinem Oberhetzcn, meiner Wetterau. Wie ist da alles im Ausblühcn! Hier alles steril in Frankreich. Moderne Maschinen sind genug da. Aber die Früchte, die damit abgemacht werden, sind bei uns in schlechtesten Jahren bester! Die Leute sind scheinbar weiter vor in derKultur", wie meine obcrhessischen Volksgenotzcn' aber das ist gerade das schlimme, die Naturwüchsigkeit fehlt. Solange wir sie noch haben, kriegt man uns nicht unter. Auch uns hat die Kultur schon stark belebt. Als wir neulich nachts im kalten Regen lagen, jammerte gar mancher und die pol­nischen Sominermädchen machen im strömenden Regen Zucker­rüben aus. Das verhindert salietzlich nicht, datz auch die Rus­se» ihre Hane bekommen. Noch ein wichtiger Punkt fällt ir die Wagschale der Geist der Nation. Mit dem ^fs bei uns gut bestellt. Wo solche OpferwUligkcit herrscht, wie bei »ns im kleinsten Dörfchen, mutz der Ersolg sicher sein. Manch ei­ner hätte sich der Krieg anders vorgcstellt: Eine grotze Schlacht dann noch einige Scharmützel. Aber der ganze Krieg ist eine Schlacht. Gibt cs auch mal einig« Tage der Pause, so dienen sie dazu, zu marschieren und den Feind wieder auszusiichen. Ruhetage flibfs im mooernen Kriege niat. Alles Marsch- Mersch-Tcinpo, unserer modernen Zeit gemätz. Gott schenke uns bald den Friede», den wohl alle Völker nötig brauchen.

Fr. Br.

.Hurra!

Der Forderung, die Eie in Ihrer Nummer 228 erheben, ..die deutsche Spiaid« von vnnötiaew Irkwdlänpilcktew