Die „Hleue ^agrszeitung" nw.t ieden B/erltag. Negelmätzige Beilagen „Der Dauer aus riesle»", „Die Kpmnstubr". Denrgapreis: Bei den Postanitalt'n vierlelrährlich Mk. 1,95 lei den Agenten monallich 50 .» v,im,u Uitt Postgebühr oder Trägerlohn. Aukeigen: Grund',eile 20 Pfg., lokale 15 Psg^ Anzeige» von auswärts werden dur h Po'tnr.hnah?ns erhoben ErfüNungsorr ^riedberg. Schriftleilung und Verlag ^riedberg (Hessen). Hanauer'trage 12. Fern precher 48. PostschrL-Lsnto Nr. 4859, Amt Franlsurt a. ivl.
Uummer 330
Donnerstag, den 1. (Oktober 1014
1 . Jahrgang
Zwei Forts von Antwerpen zerstört. — Offensive in (Galizien. — Greneltaten der Franktireurs.
Gärung unter den Mohameudauern.
Gs geht voran!
Tie Franzosen setzen ihre ganze Hossmmg zum glück- Tin :it Allegange der Riesenschlacht an der Man'.e'.Ma.i? Ais- ne-Oije aus ihren linken Flügel, der anfangs die schrächsie, weil Vorgeschobenste Stellung der Tciltschen bedeute!.'. Mehrfach mit ungeheuren Verlusten zurückgeworsen, setzten sic mit lrncnten Kräften stets von neuem ein, ohne bessere Erfolge zu erzielen. Gestern wurde wieder gemeldet, daß auf dcni deutschen rechten Flügel — dem französischen linken — heftige Kämpfe tobten, deren Ausgang noch unentschieden fei. heut; komint die Botscl>ast, daß dieser abermalige Angriff aus unseren rechten Flügel wiederum, u. zwar mit schweren Verlusten für die Franzosen zurückgeworfen worden sei.
Unterdessen reift die Entscheidung imnier näher heran; je mehr Erfolge wir an der Maaslinie gegen di; französi- schen Spcrrforts erzielen, u:. , mißlicher wird die Lage der feindlichen Arince, die sich nach dem Durchstoß au diesem Flügel der ungeheuren Schlacht, schwerlich einer Umklammerung wird clitziehen können. Aus diesem G-und wird im Centrum nur schwach vorgestoßen, um die französische Front nicht vorzeitig zum Weichen zu bringen. Französische Der- luche im mittleren Elsaß vorzudringen ” irden kräftig zu- rückgeworfcn.
Vor Antwerpen wird's jetzt ernst. Nicht allein, daß die Forts so kräftig in Bearbeitung genommen wurden, daß 2 davon bereits zerstört sind; auch im Osten der Festung umklammern deutsche Armeen die Stadt und haben verschiedene wichtige Stelsimgcn bereits eingenommen. Hoffentlich ist dieser letzte Hort der belgischen Schlangenbrut für die Eroberung zur Reife geschritten.
Daß von dem ö st l i ch c n Kriegsschauplatz noch nichts neues zu melden ist, klingt verheißungsvoll.
Aus dem letzten Bericht des stellvertretenden General- stabschess Höfcr wird man mit größter Freude von dem Zu» sauunenwirken der verbündeten deutschen und österreichisch- ungarischen Streitkräfte Kenntnis nehmen. Man kann an- nchmcn, daß die neuen Operationen der verbündeten Armeen, die mit so schönem Erfolge beginnen, nur die Einleit- ung neuer großer Kämpfe bcdeutou und wie wir hoffen dürfen, auch neuer großer Erfolge.
Jur Kriegslage.
Amtliche 'eltgtamm.
Großes Dliuptguarticr, 30. Scpt. (SK?. T. B-> Abends 0.30 Uhr. Nördlich und südlich von Albert vorgchendc überlegene feindliche Kräfte sind unter schweren Verlusten sür sic zurückgeschlage». Aus der Front der Schlachtliuic ist nicht-s Neucs zu melden. Bei den Argonnen geht unser Angriff stetig, wenn auch langsam vorwärts. Vor den Spcrrforts an der Maaslinic keine Veränderung. In Elsaß Lothr. i- gcn stieß der Feind gcstekn in den mittleren Vogesen vor; seine Angriffe wurden kräftig zurückgeworsen.
Vor Antwerpen sind zwei der unter Feuer geuoinmcnm Forts zerstört.
Vom östlichen Kriegsschauplatz ist noch nichts Besonderes zu melden.
ssrchmgg frirörirf) m (Offtrrrfirij iibrr die ßriegsilm.
Wien, 39. September, (Amtlich).
Der Oberkommandant Erzherz. Friedrich erläßt einen Armer- bcsehl, in dem cs unter anderem helft:
Ti- Sltu-ti-n ist für uns r.n» "r das deutsche Heer gä-i- stig. Die russische Ossensio- in Galizien ist im V-gri s z: -' menznbrechcii. Gegen Frankreich steht ein neuer ".roher Sieg bevor. Ans dem Valkaukriegsschauplatz lt'Mpsr:: wir glelchsalls im Feindesland. Innere tir.ruhen, Ausiiaud, Eiend und '' gersnot bedechen unsere Feinde im Böcken, r ; ' ^ die Mo
narchie und dos verbündete Deutsche Z'.:'. elr.i; I d u Zuversicht dastehen, um'diesen uns aufz.'Zirrnrrr.::: Krieg t'x zum siegreichen Ende dnrchzvsiihrcn.
Krjchiching dkr uon Aimucr^'.
Amsterdam, 30. Scpt. Ein offizieller bei.:, xx ü'.t.cM sagt, daß gestern den ganzen Dag über die Antwerpen.'!: Anßenforts Waclhciu, Kathclyne und Wavrc durch die Deut- scheu beschossen worden seien. Zeitweise seien dir Forts- in Rauchwolken verschwunden, die durch die Ezplosio» der deutschen Granaten entstanden seien. 15 Meter doch sei der
Schutt in die Luft geflogen. Tic gewaltige Beschießung habe aber den Mut der Truppen nicht gebrochen. Verein- zelle Granaten seien auch gegen die Forts Liczelc u. Brrru- donk gcslogcu. Tic belgischen Truppen seien in den Räumen zwiscl>en den Forts ausgestellt.
Aus weiteren Berichten geht hervor, daß die Teutscheu von Moll aus auf Turnhout vorrückcn und nur wenige Kilometer von dieser Stadt entfernt stehen. Auch von Hcyst op den Berg aus begann die Beschießung der Antwerpener Au- ßenforts. Ebenso wird der Ort Licr beschossen. Tie Deutschen halten Mccheln vollkommen besetzt.
IIöiu liiööillidjrii KliegsjchaiiM.
Budapest, 30. Scpt. (SB. B. Nichtamtlich.) Ein aus Ilzsok cingctroffcner hoher GcneralstabSoffizicr hat dem Obcrgespan die amtliche Meldung erstattet, daß die Kämpfe, die vorgestern und gestern um ilzsok stattgesunden haben, von Erfolg begleitet waren und die Russen bis Sianki zurückgedrängt wurden. Ter Uzsokcr Paß befindet sich wieder in unseren Händen. Tie Russen haben sehr schwere Verluste erlitten. Aus dem Gebiete des Ungerkoniitats befindet sich kein Russe »ichr.
Nene Taten des Emden.
London, 39. Sept. (Nichtamtlich).
Die Admiralität gibt bekannt, dah während der letzten Tage der deutsche Kreuzer „Emden" die vier Dampfer „Tumc- rico", „Kinglud", „Riberio" und „Toyle" weggenommcn, in de» Grund gebohrt und ein Kohlenschiff weggenommen hat. Die Bemannungen der Schisse wurdcn auf dem Dampfer „Ey- sedale", der ebenfalls weggenommcn, aber wieder sreigekasicu wurde, nach Eolomba gebracht, wo sie gestern früh eintrascn.
Kämpfe in Tsingtau.
Tokio, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Reuterm.'kd- img. Tie Japaner haben ani Sonntag die Deutschen 5 Meilen von Tsingtau entfernt angegrisfen.
Tokio, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Eine ämtlichc Mitteilung besagt: Bei ihrem Landangriff auf die nächsten Umgebungen von Linatao hatten die Javaner drei Tote und 12 Vcrivundete
Amtlich tjfiiiflbfte ssirrurltattn der Frap-Ktireurs.
Großes Hauptquartier. 39. Scpt. (Slmtlich). Der Generalstabsarzt der Armee und Ehe; des Feldsanitäiswesens v. S ch j c r n > u g hat dem Kaiser folgende Meldung erstattet: Vor einigen Tagen wurde in Orchics ein Lazarett von Franktireurs überfallen. Vci der am 24. September gegen Dickstes »ntcrnrnnuciicn Strafexpedition durch das Landwehrbataillon Ar. :stieß dieses aus überlegene feindliche Truppen aller Gattungen und mußte unter Verlusten von acht Toten und s.i Verr uud.tcn zurück. Ein am nächsten Tage ent- sandtes bayerisches Pionierbataillon stieß aus keinen Feind mehr. Es fand Dickstes von den Einwohnern verlassen. Fm Orte wurden 29 beim Gefecht am vorhergehenden Tage verwundete Deutsche grauenhaft verstümmelt ausgc- sunden. Ohren und Aasen waren ihnen abgeschnitten und man halte sie durch Einfuhren von Sagemehl in Mund und Aase e l st i ck t. Die Richtigkeit des darüber aufgenom- inenen Befundes ist von zwei htzanzostschen Geistlichen unter- schriftlich bcftätigi. Drchies ist dem Erdboden glcichgemacht.
Ein Teil der Franzosen ist über die Niederlagen ihres Heeres in eine geradezu sinnlose Wut geraten, die sich über jede MeuschiiL-rit hinwegsetzt und Schandtaten begehen läßt, gegen Li: Gräuel, wie sie im Balkon und anderen halbwilden E'gendrn rorgekommcn sind, geradezu Kindereien gewesen sind. Diese Schandtaten lassen sich nicht damit entschuldigen, daß cs sanatisierte Vcllsinaffcn gewesen sind, von denen sie be gongen woroen, nein die Verbrecher, von Lenen Frankreich r' giert wird, sind die eigcnllichen Urheber jener Gräuel di: z.:.-i Himmel schreien. Ein Beweis ist die Handhabung der "r- tuugezciisur di!ich die sranzosische Regierung. So lat der P.i- riser „B'atin" essen zur Ermordung der deutschen G c - sangencn au-gesvrdert. während die Zensur d.n T.-d.l der ..Huvianlie" über solche Roheiten gestrichen hat. Der brtres- scndc Satz des „Matin" lautet nach dem „Avanti' w-riiich: „Und 'ein Mitleid in Len nächsten Kämpfen, wenn wir diese iiichiswürdigeii Verbrecher gegen Las gemeine Rech! in unsere: Gewalt haben werde», aus denen Wilhelm II. vielleicht siine Leibwache gebildet hat, die aber wert sind, abgcschlachtet zu werden wie die Schweine! Ganz Frankreich würde einen v;t- widcrstehlichrn Protest ciuicgen, wenn es glauben oder sürchtcn sollte, daß man cs mit derartigen Gefangenen belästigen mochte.
Sic sind keinen Pardon wert! Sie müssen »iedergcmacht werden wir wilde Tiere."
Eine Gesellschaft, die so etwas zu sagen wagt, muß von Gott und den Menschen verlassen sein, denn der vergiftete Pfeil, der damit auf den Bogen gelegt wird, würde grausam aus den heimtückischen Schützen zurückprallcn. Haben wir doch weit über 139 999 französische Gefangene, an denen sür jede Schandtat, die an deutschen Gefangenen verübt wurde, grausame Rache genommen werden könnte, — wenn unsere Regierung aus ocnfelbcii schlechten Kerlen bestände wie i» o.I- reich.
Dank des Kaisers.
Berlin, 30. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) 91»; daS von der Versammlung der deutschen Erwerbsstäude an den Kaiser gerichtete Huldigungstelcgramm ist beim Dentschen Han- dclstagc nachstehende telegraphische Antwort cingcgangen:
Rcichstagspräsidcnt Kacmpf, Berlin. Ter einmütige Zusammenschluß der Vertreter des gesamten deutschen Wirtschaftslebens und die kraftvolle Bekuudnng des testen Willens, den unserem Vnterlandc ausgcdrängtcn Eristenz- krieg auch auf wirtschaftlichem Gebiete siegreich durchzufüh- rcn, haben mich außerordentlich erfreut. Mein herzlicher Tank und ineine wärmsten Wünsche geleiten diese ernste patriotische Arbeit. Gott der Herr kröne das Werk mit seinem Segen und lasse alle schweren Opfer unserer Tage zu einer guten Saat werden sür die glückliche Zukunst des deutschen Volkes und Vaterlandes. Wilhelm I. 13.
Pa*« MiiilgMrbot mm ssiiylai,-.
Berlin, 30. Sept. (W. B. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde über die Erstattung der Jahresberichte der Gcwcrbeaussichtsbeamten für 1914 Beschluß gefaßt. Dein Entwurf einer Bekanntmachung betreffe id Zahsuugsvcrbot gegen England wurde die Zustimmung erteilt.
Aeldpoftscndrmgen.
Berlin, 30. Scpt. (W. B. Amtlich.) Vom Montag den 5. Oitober bis einschließlich Sonntag den 1l. Oktober werden versuchsweise Fcldposisendnngcn im Gewicht von 250 bis 500 Gramm gegen eine Gebühr von 20 Pfennig nnge- nomnicn. Tie Gebühr für Fcldpostsendnngen im Gewicht von über 50 bis 250 Gramm wird gleichzeitig dauernd aus 10 Pfennig herabgesetzt.
(kngiilchkg Zindium brr dkMkn?Jfi!üfl! :ri en.
Die cutzlischr Presse studiert eifrig die amtlichen deutschen Derlustlisten, die sie über Rotterdam erhält. Sic hat hcraus- gesvnde». Laß die deutsche Mobilisierung „unerschöpfliche Mengen Soldaten" liefert lDailp News"1, weil zu den seltsamsten Bezeichnungen gegriffen werden müsse, um die Truppcnre-rper zu tennzcichue». So finde man nicht nur ein Regiment 93, sondern ein erstes und zweites Rcscrvcregiment 93, ein Land- wchiregiment 93, ein Ersatzbataillon zum Landwehrrcgiment v i. Ersatzbataillone zum zweiten Reserveregiment 93 und anderes mehr. Die Friedensstärke sei glatt ocrviersacht, wahrscheinlich aber versünfsacht, denn alle diese Formationen seien kiiegestarr. Sämtliche Eaidercglmcnter aller SlZasscngattun- ge» seien dreimal vorhanden. Man dürfe nicht glauben, daß die Reseroereginiriitcr keinen Littirucharalier hätten, denn unter d:n G.sallencn dieser Reseiveregimentcr befinde sich aktive Manvsthäst neben Sl-servist-n. In Landwchrrcgimcutern seien auch Reservisten eingestellt, wohl weil ihrer zu viel vorhanden sind. An Dstiziercn Herr,che kein Mangels denn bei ein und derseibrn Keuipaguie finde man als getötet oder verwundet so viele Ls-i.'i-re, daß man drei andere Ziompagnien damit versehen 1 Aussehen erregen die vielen Reserocformation-n
! bei der Frld-riMerte, weil sie aus gewaltig- Gcschützbcstände ichstrß:: lassen. Die englische Presse hat beim Studium der i Ve-.l"' . . , re.'.tdrckl, daß ven der schweren Artillerie und
' der O :» n.'sar-illerie des deutschen Heeres bis jetzt fast
leine .'ritast-'x» rerzcichiicn sind, weil diese Artillerie wahr- scheinttch a:'.er d:.:i Schußbereich der Festungen sin aufstellen tönne.
A, M dcs 5ktis LhiM-des-Romains.
Le:, do:i, 3!. Sept. Der militärische Mitarbeiter der „Tii.'.es" ltäsici sich iibrr den Fall des Forts Camp-dcs-Ro- ain folz.nderr. . :: Der Fall des Forts ist sehr traurig. Aber der sranzosische rech!- Flügel besitzt starke Reserven. Wir erwarten, daß im Lause ganz kurzer Zeit die Deutschen wieder zuri -oeirieben werden. Die sranzäsischen Sperrsart» Lud nie-


