S r. 221
Neue Tageszeitung. Montag, Sen 21. September 1814.
Seite 1
Erna und Ilse.
Noman von D. Fcußner. lFortsetzung).
Raum hatte Erna das Zimmer verlassen, als der 9W> icrgiitsbesitzcr bei seinem Kinde eintrat.
„Tn bist so sonderbar erregt," sagte er arf einen prüfenden Blick ans die Kranke.
„Erna hat mir eben ein Liedch::» r- : '• dar mich
so ergriff, daß ich weinen mutzte »nd da/.'. " Sic 'chwicg.
„Und dann?" fragte ihr Vater.
„Dringe nicht in mich, Vater, Wenigs!'.:s letzt nicht! Aber —" fuhr sie fort, „kannst du nur mchco üiäheres über die beiden Mädchen sagen?"
„Ich weiß nur, daß sic die Töchter eines Berliner Kons, nianns sind und Lange heißen."
„Lange sagst du? Lange? O mein Gott, nun weis; ich alles!" Ihre Stimme hatte einen foiibcuv.rcu Tonfall. „Vater," fuhr sic erregt fort, „soll ich dir sagen wer Erna ist?"
„Nun?"
„Meines Nodcrichs angcbcteteS Ideal!
„Was sagst du, Kind? Woher weißt Ln das?"
„Ich weih es bestimmt, Vater und irre mich nicht."
„Weiß Erna auch wer du bist? Kennt sic deine. Beziehung zu Noderich?"
% ,Sic kennt sic."
„Dann wirh sie dich hassen! Doch nein," verbesserte er sich, „sic liebt ja Noderich nicht, sie hat darum auch keinen Grund dich zu hassen."
„Sie liebt ihn nicht? £) glaube mir, Vater, sie liebt ihn mit jeder Faser ihres starken Herzens, aber um mich zu hassen, dazu ist dieses Herz zu edel."
Sie sagte das aus vollster Ueberzeugnng, denn was eben noch in Mysterien gehüllt vor ihr lag, erschaute sie jetzt mit dem, dem Weibe eigenen Scharfblick.
„Weißt du dies gewiß?"
„Ich las cs aus ihrem Blick. Aber sprich, Vater," fuhr sic fort, „ist es. ein Wunder, daß sie Roderichs Ideal lrar? Kannst du ihr irgend ein anderes Weib würdig zur Seite stellen? Sie ist eine -von denen, welche mit sieghafter Gewalt den Mann, und : > auch der stolzeste und stärkste,
zu ihren Füßen nie!*,... ..»gen, um deren Willen er zun» Märtyrer, ja zum Verbrecher werden könnte. Ich glaube dem Manrre vergeben zu können, der um ihretwillen zum Verräter würde."
Noch nie hatte der V>ü.r sein Kind so sprechen hören; sie war wie verwandelt und er freute sich dessen, denn wo war hier Selbstsucht, Eigenliebe und Stolz? Sie schützte Erna höher als sich selbst und glaubte tur Sprache, die deren Augen und Mund redeten. Inden» er dies bedachte, 'chlich sich sachte das Sorgengcspenst an ihn heran und streckte seine Polypenarme nach ihm muS. O wie er iein Kind liebte! Wie hatte er die zarte Blume gepflegt, wie oft hatte er ihr zngcrufcn: „Ranke dich empor an einem starken
Stamme, damit du zu Zeiten, wo das Ungewitter vielleicht auch über dich hcr'cinbricht, einen Halt, eine Stütze habest, an die die zarte Blüte sich anschmiege." Und kann» war ihr dies zuteil geworden, kauin durfte sic sich anlehnen an die Brust des starken, geliebten Maane-s. da wurde ihr der
selbe entrissen für lange, lange, ja vielleicht auf allzu lange Zeit. —
„Ich hoffe, daß alles noch gut wird, mein Kind," sagte er liebevoll, und strich ihr die blonden Locken ans der seuch- tcn Stirn. „Fühlst du dich wohl?"
„Gewiß, Papa, ich danke dir."
„Der Forstmeister hat mich gebeten, ihn ein Stückchen in den Wald zu begleiten; hoffentlich gibt es heute kein Unwetter. Auf dem Rückwege beabsichtigte ich im Kurhause nachzufragen, ob die Post angekoinmen ist."
„Ach ja, tue da?," sagte sie freudig erregt und bot ihm die Stirn» zum Abschicdskuß. —
Als Erna noch ganz in Gedanken versunken durch den Garten schritt, begegnete ihr Hedwig. „Was fehlt dir?" rief diese ihr schon von weiten» zu, „du bist ja bleich wie »in Geist."
„Wie du weißt bin ich immer bleich."
„Aber doch nicht in dem Grade."
„So begleite mich ein Stückchen und du wirst die Ursache erfahren."
Wortlos gingen sie zunächst einige Schritte nebeneinander her, bis Erna fragte: „Weißt du, wer das hübsche, kranke Mädchen, »rnsere neue Ha»»sgenossin ist?
„Bis jetzt noch nicht. Du weißt, ich bin nicht neugierig und habe darum noch keinerlei Erkundigungen »ingc- zcgcn."
„So will ich dir sagen, was ich weiß. Das Mädchen heißt Ilse Ruth und —"
(Fortsetzung folgt.)
Am 8. September starb den Heldentod sür's Vaterland mein innigstgeliebter Eatte, der treubesorgte Vater seines Kindes, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Pate
Bicefeldwcbel der 11. Komp. Füsilierregimcnt von Gersdorff, Kurhess. Nr. 80 Vad-Homburg
im 32. Lebensjahr.
Nodheim o. d. H.. Slieder-Slosbach. den 21. September 1314.
In tiefstem Schmer;
J>» kanten der Irmrickn Hinterbliebenein
Fron An«« Crudee geb. Hensel und Kind.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem I Hinscheiden unserer lieben Eattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante
geb. GrünewalS
insbesondere für die liebevolle Pflege der Gemeindeschwester und die zahlreichen Blumenspenden sagen wir innigsten | Dank.
Dorheim, den 21. September 1914.
§ie trauernden Hinterbliebenen:
Z. d. 91.:
Heinrich König.
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die mit oder ohne Pension ver- mietet werden lollen, wollen baldigst auf dem Sekretariat der Stadt. Polytechnischen Lehranstalt angemcldet werden.
Friedberg. September 1914. Der Bürgermeister:
S tahI.
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Lang-Göns (Hessen.) Erstklass. Zuchttiere von vor- zügl. Abstammung stets vorrätig.
FMMeL,
das Kilograinm zu 8 Psg.
werden in llcinen Mengen abends von 5—7 Uhr im Rathaus abgegeben.
Friedberg, 14. Sept. 1914.
Der Bürgermeister. Stahl.
zL7So,üg1-ir,ieii
hat abzugebcn Hermann Ricolaq,
Blo eld b. Reichelsheim i. d. W.
Tüchtiger KroWlknkbkiter
sucht sofort Beschäftigung. Off. unter I. B. 2435 an die Neue Tageszeitung._
Lehrling gesucht.
Für ein hiesiges Kolonialwar«»- Geschäst wird ein anständiger braver Junge mit guten Schulzeugnissen in die Lehre gesucht. Kost und Wohnung im Hause. Näheres unter H. F. 2483 durch die Neue Tageszeitung.
Ein lüchliger
Käckervnrlche
in eine kleine Landbäckerei für Lauernd gesucht. Zu erfragen in der Exp. der Neuen Tagcsztg. unter K, O. 2406.
V- Stück
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1 Stück IO Pfg., 100 Stück sortieit Bk. 9.—
Friedr. Streckfuss, MW i. II.
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Salomon Roth
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Er. Seestrahe Nr 11.
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Montag, den 21. Sept. 1914, abends 8 Uhr.
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Hessisches Volksschauspiel aus schwerer Zeit in 3 Men mit einem Prolog, Gesängen und lebenden Bildern.
Ülrtrllllf 4- 11 hp ♦ Aufführung für die Schüler der £UlUjlU. JMJF . höheren Schulen in Jil-db-rg.
Johannes Kreihoh, Theaterdirektor.
Inhaber verschiedener Diplome für höheres Kunstinteresse.
Betr.: Die Jnpflichwahme der Schornsteinsegergehilfen Karl Elbcrt und Hans Schuster, beide in Friedberg.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Schornsteinsegergehilfen 1. Karl Elb-rt, geboren am >2. Dez. >913 zu Zielewzig und 2. Hans Schuster geboren am 28. März 1894 zu Neuhaus in Bayern, beide bei Schornsteinsegermeister Kordel in Stellung, für den Bezirk der Stadt Friedberg einschließlich des Stadteils Fauerbach verpflichtet worden find.
Friedberg (Heffen), den 17. September.
Der Bürgermeister: __ Stahl.
Kekamltmachimg.
Verlegung von 8tfliigchi>chtst»tism betresst»-.
Nachbenannte Leistungszuchtstationen sollen ander- wellig innerhalb der betreffenden Kreise untergebracht werden:
1) Die Leistungszuchtstationen für Eindener Gänse, seither in Schlitz, Kreis Lauterbach (Heffen).
2) Die Leistungszuchtstation für rebhuhnfarbige Italiener, seither in Nieder-Wöllstadt, Kreis Friedberg (Heffen).
Bewerber um dieselben wollen sich bis zum 1. Oktober d. Is. bei dem Landwirtschaftskammer-Ausschuß sur Oberhessen in Gießen melden, woselbst auch die Vertragsbestimmungen erhältlich sind.
Gießen, den 10. September 1914.
Prima ZMauer
SpeitoZiaiebeln
gesunde. trockene, mittrldickc Ware
das Beste was geliefert werden kann.
20 50 2.40m, 1 ^Ir. 4.50 m
bei
Adolf Rechstein,
Am nli.yollnmt. Frletlfoerg i. II. Sdjnlftr. 15. Telefo»» 459. Telefon 459.


