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erzählte mir ein Arttlleriehauptman» aus der Garnison Reims iezcichncnde Züge.
Die Engländer gehören ins Konior, begann er, aber nicht >uss Schlachtfeld! Die werden im Leben keine brauchbaren Soldaten stellen können. In ihren Kolonien mögen sie mit >en Wilden fertig werden, aber gegenüber einer Festlandsar- nee stehen sie da, wie ein Ochs vor einem Gemälde von Rügens. Sie vermögen einfach in den Geist des modernen Heeres nicht einzudringen. Einige leidlich gut vorgebildete Führer ausgenommen, sind die Offiziere, auch wenn sie noch so kaltblii- ,g ihre Befehle geben, gar nicht fähig, selbstschöpferische Aktio- ren auszudenken. Ihnen fehlt die Konzeption, der Gedanke, Sie sind Automaten, die einem mechanischen Druck nachgeben, Oie ganz unverhältnismäßig große Zahl an Toten, welche die Engländer zu beklagen haben, beweist dies schlagend. Wenn re sich weiter wie bisher auf die Schlachtbank führen lassen wie die Kälber, dann kommen noch nicht zehn Prozent lebendig in ihre Heimat zurück, O, wenn sie nur drüben geblieben wären; Sie haben ja die Hauptschuld an der heillosen Verwirrung bei Maubcuge, Charleroi und vor Ramur. Ohne die Engländer wären wir aus keinen Fall geschlagen worden! Jetzt gilt es, die ganz ungeheuerlichen Fehler schnell wieder gutzumachen. Man setze die Engländer zur Ruhe irgendwohin, wo sie keinen Schaden anridjten; aber um Eotteswillen nur keine Vereinigung mehr mit den Elitctruppen der Franzosen. Stellen Sie sich vor: Mit dem Diktionär in der Hand halte» wir miteinan-
|3rid)iirt die Jirirgüiinlfilifii! |
der die Verbindungen im wütendsten Schlachtgetümmel ausrecht. Doch Sie können es sich ja gar nicht vorstellen, welch groteske Mitzverständniffe infolge ungenügender Aussprache der Meldereiter, dann der kooperierenden höheren Offiziere entstanden sind. Mein Regiment war drauf und dsrv^gegen eine Division Engländer das höllische Feuer zu erüfsnen7"-«!as sie in einer Viertelstunde niedergemäht hätte, wenn von seiten der Euglän- Scr nicht im letzten Augenblick ein Parlamentär wegen der Uebcrgabe erschienen wäre. Auch sie mutzten nicht, datz wir nicht die Feinde waren. Hätten wir srüher einmal zusammen manövriert, nimmermehr würde geduldet worden sein, datz England auch nur 1888 Mann UNS zu Hilfe schickte,"
Ans England.
Die Engländer in Maubeuge.
Die Hosfnung, datz sich unter den 48 888 Gefangenen recht viele Engländer befinden würden, hat sich leider nicht erfüllt, Es waren nur 120 versprengte Engländer, zumeist Bürschchen im Alter von 18—20 Jahren darunter. Als diese die Festung verliehen, ging ein Murnreln des Unwillens durch die Reihen der deutschen Truppen, In ihm gelangte zum Ausdruck, wie das deutsche Volk so recht das perfide Albion als die Triebscder und den Anstifter des ganzen gegenwärtigen Blut- acrgietzens ansieht. Die englische» Jünglinge hatten die Naivität, dem deutschen Sieger als Zeichen des Besiegtseins die Hand zu bieten. Sie wollten damit nach aller englischer Sitte die Angelegenheit aus der Welt jchajsen, wie man cs bei Futz- ballkampfen zu tun pflegt. Unsere Truppen wiesen jedoch diese Zumutung mit abweisenden Eeberden ab.
Das Kommando der englische» Mitlelmeerflotte
Rom, 13. Sept. Der seitherige kommandierende Admiral des in den türkischen Gewässern besindlichcn englischen Geschwaders übernahm de» Oberbefehl über das Mittelmcergeschwaders, dessen bisheriger Kommandant abberufen wurde, wie man annimmt, wegen mangelnder Aktionskrast.
Englische Furcht vor Aegypten.
Wien, 11, Sept, Die „Wiener Sonn- und Montagsztg," meldet aus Konstantinopcl: Hier verlautet, datz England be- absichiige, den Khedivc, der sich gegenwärtig in Konstanti- ncpel befindet, während der Kricgsdauer an der Rückkehr nach Aegypten zu verhindern.
Ans Rußland.
Der Zar und der Krieg.
Wie von wohlunterrichteter Seite gemeldet wird, soll der Zar den auf Dräirgen der Großfürstenpartei erlassenen Mobilijiernngsbefehl dreimal wieder vernichtet haben. Erst als sich auch der Minister des Aeutzeren Sasonow uns die Seite der Kriegspartei gestellt hat, hat der Zar zum vierten Mal das Mobilijiernngsdekret unterzeichnet und dabei ist eS 'geblieben, lieber die Vorgänge, die sich vor dem Kriegsausbruch ani Zarenhofe abgespielt haben, berichtet ein Mitarbeiter der „B, Z. am Mittag": „Der 25. Juli war siir Rußlands Geschick ein kritischer Tag allererster Ordnung. An diesem Tage nämlich erschien Nikolaus Nikolajewitsch beim Zaren und stellte ihm im Namen der Großsürstenpar- tei ein Ultimatum: entweder' abdanken oder die Mobilmach- ungSorder unterschreiben, lieber die unerhört schroffe Form, in der diese Forderung dem Zaren gestellt wurde, über die Heftigkeit, mit der die Auseinandersetzung stattfand, erzählt man sich die seltsamsten Tinge, Fest steht aber jedenfalls, datz der Zar am 25. Juli dem je",' -en Ge- neralisjimuS die Mobilrnachnugsorder iibergeberi, sich dann au> mehrere Tage in sein Zinuner eingeschlossen und weder Snsvnolv, geschweige denn den Kriegsminister vorgelassen hat. Am 27. Juli konnte dann der rirssische Kriegsnrinister öeni deutschen Militärbevollmächtigten ehrenwörtlich erklä- reu, es sei kein Mobilrnachiurgsbefehl ergangen. Am 2l», Juli hat der russische Geueralstabsches diese ehrenwörtliche Erklärung wiederholt. Nun wissen wir ja, datz man ein russisches Ehrerrwort nicht auf die Goldwage legen darf: abor der Schern bleibt gewahrt, denn weder der Kriegsminister noch der Geueralstabsches haben am 27. oder 29. Juli
Neue Tageszeitung. Dienstag den 15. September 1914
den Zaren zu Gesicht bekommen, während die Mobilrnach- ungsorder sich schon arn 25. Juli in der Tasche des Generalissimus befand. Damit wäre eine der Lücken in den Über den Krieg veröfsentlichten Weißbüchern geschlossen. Der Großfürst hat eben ohne Wissen und Willen der anderen Instanzen denr Zaren am 25, Juli die Mobilnrachrrngsorder nicht etwa abgelisret, sondern abgetrotzt, abgezwungen, ab- gepreßt."
Er» gefangener russischer Offizier als Meuchclinörder,
Einem dem „Tag" zur Verfügung gestellten Brief eines Berliners von der Ostgrenze wird entnoinmen: .... „Tie Russen hatten bei dem Gefecht etwa 200 Tote und Berwundete. Unter diesen befand sich auch ein russischer Leutnant, der an der linken Hand verwundet war. Man hatte ihn nicht so genau untersucht, und er hatte noch euren Revolver in der Tasche. Zwischen den Verwundeten bewegte sich ein deutscher Oberst, der die Rrrssen ausfragte. Er wurde hinterrücks von dern russischen Leutnant erschossen. Ihm ging es unn auch nicht anders, er nrrrßte sich selbst sein Grab graben, und wurde von uns ersckfdjsen durch fünf Schuß.
— Diese Maßregel klingt ja zunächst etwas hart, aber sie wird sich als praktisch erweisen. Anders ist eben die ausländische Meerchelnrörderbande nicht zu kurieren.
Ter russische Gcrreral und die Bowle des preußische,r Land- rntö.
„Bei den Kämpfen, die sich östlich von Neidenburg am 30. und 31. August unmittelbar an die cigcntlidje Schlacht von Tanncnberg vom 27.—29. August anschlofsen, wurde auch der Kommandierende General des 15, russischen Armeekorps, als er im Auto entfliehen wollte, gefangen geuornmen. Natürlich wurde der Kraftwagen Sr. Ereellenz alsbald durch einen Offizier einer eingehenden Revision unterzogen, und da fand sich: eine silberne Bowle a»S dem Besitze des Landrats von Neidenburg."
Es handelt sich also um einen „echt russischen" General.
Wo bleiben die Verlustlisten?
Wir sind wirklich nervös geworden. Wenn einmal einen Tag keine Sicgesbotschast kommt, werden wir ungeduldig, wenn die Feldpostbriefe nicht pünktlich anlommen, beklagen wir UNS und immer und immer wird die Frage gestellt: Wo bleiben die Verlustlisten der hessischen, kurhessische» und naffauischen Regimenter, Man glaubt vielsach, der Vertrieb müßte so ganz ruhig weitergehen, ganz wie in Friedenszeiten. Gewiß geht auch bei uns im Kriege alles wie am Schnürchen, aber man mutz doch auch ein Einsehen haben. Die schnell vorwärts stürmenden Regimenter nehmen sich nicht und haben auch wohl nicht die Zeit, Verlustlisten aufzustellen, und man kann das begreifen, wenn man weiß, datz die Truppe in der Regel spät am Abend todmüde, „fast bewußtlos", wie es in einem uns vorliegenden amtlichen Schreiben heißt, hinsinkt. Die Regimenter sind tagelang, von morgens 1 bis nachts 12 Uhr, auf den Beinen: da ist ihnen die kurze Ruhe nach der Heldenarbcit des langen Tages sicher zu gönnen. Es müssen die Tage abgewartet werden, an denen mehr Ruhe ist, bevor an die Zusammenstellung der Verluste gedacht werden kann, zumal, weil die Verlustlisten so einwandsfrei wie möglich fein müsien. Sie müsien über jeden Zweifel erhaben fein. Schon aus diesem Grunde allein erklärt sich, bei der im deutschen Heere herrschenden Ee- wissenhaftigleit, das späte Einreichen der Listen. Dazu kommt, datz die Listen von einer Zentralstelle, in Berlin, zusammengc- stclli werden, denn das gäbe ein schönes Durcheinander, wenn ein jedes Regiment feine Liste für sich veröffentlichen wollte. Häufig gehen die Listen verloren, sie sind verbrannt, einige Male den Franktireurs in die Hände gefallen ujw. Alles das wolle man beherzige» und sich mit Geduld rüsten, bis die Verlustlisten von dem oder jenem Regiment auch veröffentlicht werden.
(*m Feldpostbrief.
Eine hiesige Familie stellt uns einen Brief und eine Postkarte ihres INI Felde stehenden Sohnes zur Verfügung:
Belgien, den 24. 8. 14.
Liebe Eltern und Geschwister!
Wir haben am Samstag die erste blutige Schlacht gehabt und die Feuertause erhalten. Ilnserc Division war noch im Anmarsch und noch nicht entwickelt, als uns die Franzosen plötzlich mit Feuer überschütteten. Wir hatte» nur 2 Infanterie Regimenter mit Maschinengewehren, 2 Artillerie-Regimenter und etwas Aufklärungskavalleric zur Verfügung, während der Feind, »ach der Aussage verwundeter Franzosen, ein ganzes Armeekorps stark war. Wir kamen jedoch bis dicht an die französischen Stellungen heran, bis der Feind feine ganzen Kräfte einfetzcn und wir zurückmutzten. Wir halten an 38 Prozent Verluste, aber meist Verwundete und nur wenig Tote, dagegen waren ziemlich viele Offiziere tot und verwunde!. Von den drei Leutnants unserer Kompagnie ist einer tot und zwei verwundet. Unser Hauptmann ist daoongskommcn, auch ich bin heil und unversehrt, trotzdem ich plötzlich auf 138 Meter vor feindlichem Maschinengewehr lag. Es war ei» Glück, datz ich mich gerade in einem hohen Kornfclde befand und dir Feinde uns nicht sehen konnten. Es war unterdetz Abend geworden, tausende von tote» Franzosen bedeckten das Schlachtfeld, ganze Schützenlinien lagen tot in ihren Stellungen, unsere Artillerie hatte vorzüglich gearbeitet, unsere Infanterie hatte dem Feind verhältnismäßig wenig Schaden zugejügt. Am Tage darauf, am Sonntag, rückten die Franzosen tolonnen- wcise vor, sie wurden aus allen Stellungen geworfen und mutzten weit zurück. Wir kamen gegen Abend durch das Schlacht jcld und konnte» dies alles beobachten. Auch heute, am Montag, verfolgen wir den Feind weiter und sind schon bis auf 28 Kiloineter von der französischen Grenze gekommen. Gebe der liebe Gott, datz unsere Infanterie nächstens mehr Gelegenheiten 5 » größeren Taten gegeben werden, datz wir namentlich ein besseres Schntzfeld bekommen, den» daran hat es gefehlt, so datz untere Artillerie das meiste allein machen mutzte. Ich mul:
nun schließen, da es wieder weiter geht. Hoffentlich leben wi, uns bald wieder: geht unsere Sache so gut weiter, dann sehen wir uns vielleicht schon Weihnachten.
Herzlichen Gruß!
Fritz
Postkarte v. 38. August.
Am Donnerstag und Freitag waren wir im Gefecht in den Wäldern bei Sedan. Die Franzvjen wehrten sich verzweifelt ohne datz sie ihre Stellungen aufgaben, wir haben sie aber doch herausgeworfen. Gleich zu Anfang des Gefechtes wurde unser verehrter Hauptmann getroffen und war sofort tot. Ich bin noch gesund und munter.
Herzlichen Gruß!
Fritz.
Zur Zilhrrlitliiiilg drr ^IrilrijofrJöraimg.
Berlin, 12. Sept. Rach Kriegsausbruch sind übereil! Schlachtungen von noch nicht schlachtreifen Rindern trotz der reichlichen Versorgung Deutschlands mit Schlachtvieh, b-sondcr- mit Schweine» vorgenommcn worden. Zur Sicherstellung der künftigen Flcischoersorgung und Erhaltung des Nachwuchses har daher der Bundesrat laut „Nordd. Allg. Ztg." angeoiöiict, daß Schlachtungen von Kälbern mit weniger als 73 Kilogramm Lebendgewicht und von weiblichen noch nicht sieben Jahren allen Rindern für die Dauer von drei Monaten vom 11. Sept. ab gerechnet verboten sind. Das Verbot findet leine Anwendung auf Weideinastvieh, auf vom Ausland cingcfiihrtes Schlachtvieh und auf Notschlachtungen. Ausnahmen können in Einzelfälle» zugelasien werden. Der Zweck der Maßnahme ist die Sicherung der Fleischversorgung für das kommende Jahr zu erträgliche» Preisen. Ferner wurden die Verwaltungen der größeren preußischen Städte angeregt, für den baldigen umfangreichen Aufkauf von Schweinen zur Verarbeitung von Dauerware, besonders Speck, Pökelfleisch, Schinken und Wurst zu sorgen. Auch die preußische Heeresverwaltung wird in ihren Konservenfabriken Schweinefleisch in größerem Umfange als bisher verarbeiten lasten.
Der Leutnant UN» 28 Mann.
Die „Bost. Ztg." meldet aus Babenhausen: Erbgraf Fuggen Babenhausen, der beim Eardekorps steht, hat bei einem Patrouillenritt mit 28 Mann eine ganze englische Schwadron gefangen genommen.
Deutsche Kriegsbriefe.
Bon unserem Kriegsberichterstatter. *J
VI.
(Kriegssonntag an der Westgrenzes.
Heller Sonnenschein liegt über der ältesten Stadt Deutschlands, der ehrwürdigen Augusta Trevirorum am grünen Moselstrand. Po» den roten Sandsteinwänden der gesegneten Rc- benhiigel widerhallt der Klang der Glocken, die zum Gebet in die kühlen Hallen des hohen Domes laden. Und in langem Zuge nahen die katholischen Landwehr- und Landsturmleute, die heute zum letztenmal auf deutscher Erde stehen und mit den Gläubigen der Stadt den Sieg aus Alldeutschlands Fahnen herabflehen wollen, Wohl an keinem anderen Orte des Reiches dringen so viele geschichtliche und damit auch kriegerische Erinnerungen aus den aus dem Innern Deutschlands Kommenden ein wie gerade hier, wo bereits Cäsar im Kampfe gegen den Eallierstamm der Treverer stand und nach ihrer Riedcrringung Kaiser Augustus den Grund zu dem heutigen Trier legte. Be Teils im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt, besten heilt ger und heißumstrittener Rock die größte Sehenswürdigkeit des auf dem Unterbau einer römischen Markthalle erbauten Domes bildet, hatte die Stadt 88 888 Einwohner und blieb bis ins vierte Jahrhundert hinein eine gern besuchte Residenz der römischen Kaiser. Aber auch heute noch, wo Trier trotz einer regen Ecwerbetätigkeit und vor allem als Mittelpunkt des Mosel-, Saar- und Ruwerwcinhandels die Einwohnerzahl der römischen Zeit nicht wieder erreicht hat, ist es hier gut sei» Das hat auch unsere Heeresleitung erkannt und anerkannt, indem sie hier das Hauptquartier des segensreichen Roten Kreu zes errichtete. Draußen auf dem großen Hauptbahnhof rollt Zug um Zug mit Verwundeten ein, die hier die Heimat grüßen und von der opferwilligen Bürgerschaft mit rührender Sorgfalt zum ersten Mal auf deutschem Boden mit deutschem Brot und deutschem Wern verpslegt werden. Denn den Moselanern ha! man naturgemäß nicht mit dem Alloholverbot kommen dürfen. Sie haben die edelsten Sorten in tausenden von Flaschen als Medizin durchgeschmuggelt und manchem halbverschwachteten von der glühenden Sonnenhitze dieser Tage ausgedörrten braven Jungen damit neuen Lebensmut eingeflötzt. Aber auch andere Stärkung finden sic. Mit einer großen Kaffeekanne bewaff net, geht die Gattin eines Trierer Redalteurs von Wagen zu Wagen und die geistige Stärkung bringen die Jünger des Bischofs Korum, die gleich den evangelischen Geistlichen den schwarzen Rock und das Rote Kreuz am Arm tragen, um jedem, der ihrer bedarf, ein freundliches Wort zu sagen und kleine Gefälligkeiten aller Art zu erweisen. Dazwischen tauchen barm herzige Klostcrschwcstern auf, die Freund und Feind neue Verbände anlegen, die Strohlager auflockern und mit ihrer milden gütigen Hand a» andere Hände erinnern, die in dieser Stunde dahcim in der kleine» Dorfkirche zu Gebet und Flehen gefaltet sind.
Im Dome zelebriert heute der Bischof selbst das Hochamt Gallier. Römer, Franken und Normannen haben dieses wahrscheinlich älteste Heiligtum auf deutscher Erde in bunter Folge nufgcbaut und zerstört und wieder dringt der Kriegsruj in seine stillen Räunre. Erschütternd braust das Kyrie eleison durch den historischen Bau und rings liegt das Volk am Schluß des tränenreichen Gottesdienstes aus den Knieen.
Aber draußen im hellen Sonnenschein, wo die würzige Lust des schönen Moseltales den Weihrauchdujt ablöst, schlagen die Herzen höher, denn es geht ja doch auch für dies herrllche
*) Genehmigung zur Veröjjentlichung erteilt «m 7. 9 1911 I A des Chefs des Gencralstabes des Feldheeres (gez.j von Rohrscheidt, Maior im Großen Generalftab.


