Ausgabe 
14.9.1914
 
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»ir. Z15 _

©eite der Chaussee kehren die leeren Gefährte zurück, und wieder konstatiere ich mit Vergnügen, daß z. B. die Wagen des Magdeburger Konsumvereins hier am Ufer der Maas

norb durch ihre auffallenden Inschriften Mitglieder zu wer­ben suchen, und daß eine Karlsruher Brauerei des Glaubens zu sein scheint, ihr Bier würde demnächst auch in Stenay Eingang finden. In Wirklichkeit enthalten natürlich alle diese Wagen Schanzkörbc, Heu und ©trotz und ähnliche schöne ©achcn. Merkur muh schweigen, wo Mars sprich!!

Zn Stcnay geht cs überaus geschäftig zu. Zn einem Hause am Marti hat sich bereits die deutsche Feldpost einge­richtet und verlaust die zu de» Ansichtskarten erforderlichen dcuischcn Marken, Dabei ist die Stadt kaum 2t Stunden IN unserem Besitz, Mich treibt die Neugier durch die Stadt. Hier und da wird ein verschüchterter Kops sichtbar, aber bei meiner Annäherung zieht er sich sofort wieder ins Dunkel des Keller- Halses oder des Heuschobers zurück. DerPrussien" ist eben in der französischen Prcsie immer noch der Barbar, der den Leu­ten den Bauch aufschncidet, Kinder am Bajonett aufspießt und Pendulen stiehlt. Dabei steht vor dem einzigen Zuwelicrladen der Stadt ein besonderer deutscher Posten, und wiederholt hörte ich unsere Soldaten den verängstigten Leuten hinter ihren ver- Ichlossenen Läden gut zureden, doch zu öffnen, da sic für gutes deutsches Geld kleine Einläufe machen wollten. Allein, wenn es nach diesen Leuten geht, kann man in Sttknay verhungern, und so kroch ich kurz entschlossen in einen dunklen Hausgang hinein, um mit irgend etwas meinen seit 5 Uhr früh leeren Magen um diese späte Nachmittagsstundc zu füllen. Da o Wunder, es riecht so angenehm nach Kaffee, und ich höre un­verfälschtesFrankforderisch".

Mitte» i» der Feldküche sieht ein riesiger Sergeant der geheimen Feldpolizei und kocht für mehrere Kameraden, Im Handumdrehen ist ein Frankfurter Rollschinken, herrliches Weiß­brot und ein Glas alten Burgunders da, um den halbver- schmackitcten Zeitungsmann zu stärken. Sogar ein srischgesange- ner Maasfisch soll daran glauben, als man hört, daß es heute für uns kein Mittagesicn gibt, aber ich lehne ab, weil man so zu schwelgen sich sörmlich schämen muß, zu einer Zeit, wo da draußen im heißen Sonnenbrände Tausende an derattige Sa­chen überhaupt nicht denken, Zcd« Bezahlung lehnen die Wackeren vom Main mit Entrüstung ab, aber der Mutter Adresie bclommc ich von jedem freudig überreicht, als ich er­kläre, ihr eine Zeitungsnummcr mit diesem Reisebricf senden zu wollen.

Als sich kurze Zett danach unser Automobilzug wieder in Bewegung setzt und wir an den schönen alten Ecwerbslauben de» Städtchens vorüberfahreu, sieh«, wer taucht da im Rahmen einer Ladentür auf: der Herr Oldenburg », Janufchau, ftöhlich und guter Dinge, wie damals im Extrazuge nach Kassel, und »oller Genugtuung, daß er sein Ziel erreicht hat.

Die Artillerie in Bereitschaft.

Run geht es, immer am User der Maas entlang, über Mouzay nach Du» sur Meuse. Wieder genießen wir ein herrliches Stadtbild, aber sobald wir um He von einer zer- hhossciicn Kirche gekrönte Anhöhe hcrumkommen, erblicken wir auch hier die Greuel der Verwüstung, Einer Berwüstung, de­ren sich di« gr'anzosen selbst schuldig gemacht haben, da ihre Artillerie bei einem Ausfall au» Verdun zu niedrig schdß und dadurch fast den ganzen Ort zerstörte. Mitten in der Maas ruht die zerstörte Straßenbrücke, Doch schon haben auch hier wieder unsere Pioniere gute Dienste getan. Denn mit fast un­verminderter Geschwindigkeit sausen unsere schweren Automobile über die von ihnen hergestcllte Pantonbrücke, Fröhlich winken di« in de» Pontons fitzenden Mannschaften zu uns herüber, ob­wohl die Hitze fast unerträglich geworden ist und der Fluß ihnen nur geringe Kühlung bietet. Das Großartigste aber ist, daß für den Abend bereits eine elettrische Beleuchtung der Brücke montiert ist. Und immer noch rollen Munition»- und Provantkolonnen an uns vorüber. Es ist hochinteressant, zu beobachteu, wie stets die eine Seite der Straße dem Nachschub an Menschen, Pferden, Lebensbedürfnissen, Munition, Sani- täts und Poftpersonal dient, während aus der anderen all das abgeschoben wird, was die Schlagfertigkeit der Truppen beein­trächtigen könnte, also leere Gesährte, eroberte Waffen, Muni­tion» und Lebensmittel, Verwundete, Gefangene, unbrauch­bares Kriegsmaterial, abgefcrtigte Post und unsichere Kanto- niftcn aller Art, Unter den letzteren beobachteten wir mehrfach Soldaten, die mit dem Umziehen noch nicht ganz fertig gewor­den waren. Auch in französischen Tornistern ist nämlich oft Zi­vilzeug gefunden worden, und cs fchcint, daß cs sich hier um solche Vcrwaudlungskünstlcr handelt, die nach dem belgischen Vorbilde das ftiedlichc Gewand des Bürgers anlegten, um dann noch etwas Franktireurs zu spielen. Um ihnen das aus- zntrelden. hatte man sie fest an die Iransportwagen angebun­den und wird wohl daheim wenig Umstände mtt ihnen machen.

Ein schönes kriegerisches Bild hatten wir dann noch, als wir kurze Zeit danach unserer schweren Feldartilleric begegne­ten, Wir sahen die aus drei verschiedene Gesährte verladenen Ungeheuer vvn Mörsern, die vor wenigen Stunden noch Tod und Verderben gespieq^chatten und schon wieder für Verdun tu Bereitschaft gesetzt wurde». Mitte» zwischen den eitrig putzenden und schmierenden Mannschaften aber stand ihr Häuptling und gab uns, mit dem Moncl« im Auge, seine in­teressanten Erläuterungen, nicht al» ob er in den nächsten Augenblicke» vielleicht schon aus de» vier gewaltigen Feuer- fchlünden aus die Grüße aus Verdun zu antworten hätte, san­ier» als ob es sich um eine Kasinounterhaltung handle. Diese jiimofe Ruhe und Sicherheit wittt« hier geradezu verblüssend, Welchen Einfluß muß dieser Manu in der Stunde der Gefahr vitf seine ganze Umgebung auszuüben imstande sein! Und dann gleich iu der Nähe eine unjcrer Lustschisferabteilungen, Auch hier ganz kühle Berechnung und absolut« Ruhe in ' er Dispo­sition,

Es würde zu weit führe», wollte ich alle uns genannten Zahlen und Angaben wiederholen, deren Endresultat es ist, daß so ein Beobachtungsschiff in 1520 Minuten nach dem Ein tresscn der Abteilung nicht n»r anfgefüvt ist, sondern auch schon i» 11t! Meter Höh« schweb«, ,« durch Telephon und Signale

Reu« Tageszeitung. Montag, den »1. Septemvcr I8i*.

eine Geschoßwirkung beim Feinde zu melden. Sinnreiche Vor­richtungen ermöglichen dann auch den Wciterttansport des schwebenden Ballons selbst über Bäume und Telcgraphcnleitun- gen hinweg und schließlich gestattet eine überaus rasch wirkende Ankerwinde die Rettung des durch feindliche Geschosse gefähr­deten Ballons. Am unvergeßlichsten aber wird mir die halbe Stunde sein, die ich dann noch auf dem Hof der Chanzy-Kaserne im Kreise unserer Ossizicrssliegcr verbringen durste. Sie er­zählten von ihren am frühen Morgen über den Sttaßcn von Paris vollführten Erkundigungssahrten, als wenn sic von- bcritz nach Berlin geflogen wären, und ich mußte immer wie­der daran denken, daß dieses junge Blut doch nur deshalb so gelassen sein kann, weil cs dem Himmel schon alle Tage so viel näher ist, als der alten guten Mutter Erde.

Auf fitim Schlachtfeld im Argonneiimald.

Und immer weiter ging unsere tolle Fahrt, bis sie schließ­lich zu Füßen des Argonncrwaldes bei Epinonville und dem brennenden Montfaucckn ein sehr plötzliches Ende erreichte. Denn zum erstenmal in diesem Kriege standen wir hier unmit­telbar auf einem noch ganz frischen Schlachtfclde und den letz­ten Dingen dieses Lebens gegenüber. Erst eine und dann im­mer mehrere, schließlich hunderte von Leichen feindlicher Krie­ger lagen am schmalen Feldrain und drüben in den niederge- trctcncn Haferscldcrn, während in der Ferne unsere Truppen die letzten Reste unserer Braven bereits der kühlen Erde über­gaben. In Gräbern zu je acht bis zehn Mann wurden sie bei- gcsetzt und stets zeigte ein schmuckloses Holzkrcuz an, wo wieder ein paar Tapfere ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten. Rach Möglichkeit wurden Feststellungen über Namen und Art gc- trosfen und da hier nur Znsanterie gewirkt hatte, so konnten eingehende Angaben an den Gedenktafeln und für die Hinter­bliebenen gemacht werden. Ich hatte mir den Anblick eines modernen Schlachtfeldes weit grausiger vorgestellt und war er­staunt über den fast friedlichen Ecsichtsausdruck der durchweg von Kopfschüssen gctrosjencn Franzosen. Die vielfach noch kind­lichen Gesichter machten de» Eindruck, als ob der Tod im Schlaf gekommen fei und boi manchem mußte ich mich wirklich fragen, ob denn der Mann tot sei oder nur träume. Aber ein entsetzlicher Geruch, der einem das Atmen fast zur Unmöglich­keit machte, ließ mich die traurige Wahrheit erkennen und er­schüttert wandte ich mich ab. Drüben aus der anderen Wegseite hatten schwarze Scnegalschützen gekämpft und hier sah man schon mehr verzerrte Gesichter, Besonders der Anblick eines riesigen Negers, der ganz in sich zusammcngekrümmt dalag und um dessen breitgeöffneten Mund mit dem prachtvollen Gebiß ein unheimliches Grinsen spiegelte, wird mir unvergeßlich sein,

Rings um Verdun.

Jedenfalls war ich froh, als in diesem Augenblick unser Führer mit all der ruhigen Gelassenheit die unsere General­stäbler nun einmal auszeichnet, konstatierte, daß wir uns ziem­lich nahe den Kanonenschlünden von Verdun befänden und daß bei einem etwaigen Ausfall wir nahe an der Feuerlinie wären. Alsbald waren die Motoren an unseren Wagen ange­kurbelt und fort gings, den Berg hinab über Dannevoux an die Maas zurück und heimwätts über Dun, Auch Dannevoux mit feiner originellen Barockkirche stand in Hellen Flammen, aber niemand dachte in diesem Augenblick ans Löschen, denn unsere braven Truppen standen in schweigender Erwartung des Feindes mit dem Gewehr in der Hand und den Patronenkranz um den aHls, Trotzdem mußten sie unwillkürlich über die fratzenhaften Gesichter in unseren Wagen lächeln, denn die 12- stündige Fahrt durch den undurchdringlichen Staub der luxem­burgischen, belgischen und französischen Landstraßen hatte uns alle vollständig unkenntlich gemacht und noch 48 Stunden spä­ter hat man das Gefühl, ein schönes Stück Frankreich mitsamt einem verteufelten Kadaver- und Brandgeruch überhaupt nicht inehr aus der Lunge- herausbckommen zu können.

Noch weitere acht Stunden waren erforderlich, um uns in den Erdenwinkel zurückzubringen, in den uns der Große Ec- neralstab einlogiert hat. Und kaum, daß wir mehr tot als le­bendig gelandet sind, kommt die Kunde, daß es nächstens wie­der nach dem Norden in die Linie Maubeuge-Antwcrpcn gehen soll. Hoffentlich kommen wir gerade zu dem Fall einer der beiden gewichtigen Festungen zurecht, dann soll uns trotz aller Sttapatzen auch dieser Tag ein gesegneter sein.

Paul Schweder, Kriegsberichterstatter,

Ans der Heimat.

Die amtlichen Verlustlisten

liegen in unserem Geschäftszimmer zu Jedermanns Einsicht auf.

Wer nicht genau Bescheid weiß, wie die Adressen an Ange­hörige des Heeres fTruppenteil, Rcgiemnt, Kompagnie usw) bei Feldbriefen anzugcben ist, dem geben wir gerne Auskunft und sind bereit die Adressen zu schreiben.

Schriftleitung der .Neuen Tageszeitung".

* Dorheim, 14. Sept, Als ganz besonders anerkennenswert dürste hervorzuheben sein, daß auch die aus dem Dorheimer Hof beschäftigten Schlesinger Arbeiter darunter 12 russischer Nationalität unter sich eine Sammlung für das Rote Kreu- veranstaltet hohen, Dieselbe ergab einen Betrag von lg Mk,

* Frankfurt a. M 14, Sept. Wegen der israelitischen Feiertage finden folgende Biehmarkts-Verlegungen statt: Von Montag, den 21, 9. auf Mittwoch, den 23. 9., von Montag, den 5, 10. auf Mittwoch, den 7. 10,, von Montag, den 12, 10, auf Mittwoch, den 14, 10, Der Kälberhauptmarkt und zweite Rin vermarkt findet in diesen Wochen unverändert Donnerstags statt.

Hesse».Nassau.

* k Usingen, 14. Sept Die hiesigen Bäcker haben aus An­laß der haßen Mehlpreise, bi« Brei!« kür Brot erhöht: er ko-

Eeite 3,

sten jetzt erste Sorte 80 Pfg,, zweite Sorte 58 Psg,, dritte Sorte 50 Pf, der Laib. Die sogen. Zu- und Dreingaben bei Bröt- chen fällt weg, dieselben weiden nur »och zu 3 Psg, das Stück, ohne Unterschied aus die zu entnehmende Zahl verkauft, Da nach eincrMittcilung der Landwirtschastskammcr der beabsich­tigte Ankauf dänischer Pferde gescheitert ist, ist die Landwirt­schastskammcr in Wiesbaden bereit, auch den Ankauf von gut gefahrenen Zugochsen zu vermitteln.

* Höchst o. 9)1., 14. Sept, Der Jagdschutz»ereilt, Abteilung Höchst a, M,, wendet sich an die Waidmiiencr des Kreises und bittet, während der jetzigen Hühner- und Fasancnjagd das er­legte Wild den verwundeten und kranke» Krieger» in den ver­schiedenen Vercinslazarctten im Kreise zu Gute kommen zu lassen,

* Vom Main, 14. Sept, Di« Maul und Klauenseuche ist weiter in Okriftel, ebenso aus der Rettbcrgsau im Kreise Wiesbaden-Land unter den dort untcrgebrachte» Rindern der Proviantamts 9)kainz ausgcbrochc»,

* Wiesbaden, 14. Sept, Der Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments v, Eersdorff Nr, 80 in Wiesbaden, von Hake, ist verwundet worden und wird in Wiesbaden cintreffc», Der durch einen Brustschutz bei den Kämpfen in Nord-Frank- reich verwundete Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, der bei den Ulanen in Hanau als Leutnant steht, wird demnächst so­weit hergestellt sein, daß seine Uebcrsührung nach der Heimat möglich wird,

* Wiesbaden, 14. Sept, In der Frühe des 23. August, ain Tage nach dem blutigen Waldgcfccht bei Bertrix i» Belgien, wo die Infanterie-Regimenter 81 und 80 besonders tapfer fochten, wurde der Wald nach Verwundete» und Tote» durch­sucht. Hierbei wurde festgcstcllt, daß z. V. der Füsilier Kugel­stadt von der 5. Kompagnie des Regiments Nr, 80, der tage zuvor einen Bauchschuß erhalten, jedoch am Abend nach der Schlacht noch am Leben war, von einer feindlichen Kugel noch­mals durchbohrt, tot am Boden lag. Der Füsilier Kilian aus Erbenheim von demselben Regiment, der einen Beinschuß da- vongctragen und über Nacht in dem Walde liegen blieb, mel­dete, daß leichtverwundete Franzosen im Walde sich nachts er­hoben hätten und mehrere Verwundete der Unftigen in ihrem hilflosen Zustande erschossen hätten. Einige leichtvcrwiindcte von unseren Kameraden, die das mit angesehen, seien jrdost herzugeeilt und hätten diese Barbaren in französischer Uniform einfach rücksichtslos mit dem Gewehrkolben totgeschlige»,

* Marburg a. d, Lahn, 14, Sept, Der Landwirt Plug i» Treysa, ein Veteran von 1870, hat sieben Söhne unt-r die Fab nen gesandt im Alter von 1930 Jahren, Bei dem Jüngsten hat der Kaiser in üblicher Weise Pathe gestanden. Hierbei kam Vater Plug etwas in Berlegenheit, b«nn in der Namens­reihe der ersten sechs Kinder befand sich bereits einWilhelm" Was nun tu»? Doch Plug half sich auf eine verblüffend ori­ginelle Weis« und nannle seinen JüngstenWilhelm II."

Starken bürg.

* Darmstadt, 14. Sept, 54 Feldgeschütze, 2 Maschinenge­wehre, 1 Gebirgshaubitze, über 100 Munitionswage» mit vic len tausenden von Geschossen aller Art kamen am Freitag in 3 Sonderzügen vom ftanzöfischen Kriegsschauplatz wieder hieran sodaß in den Räumen des Artilleriedepots der Platz schon ziem­lich beschränkt wird,

* Darmstadt, 14. Sept, 106Geiseln" aus Französisch Loth­ringen kamen am Freitag hier durch, wurden hier gespeist und dann nach einer deutschen Festung gebracht, nach kurzem Auf­enthalt, Wie wir erfahren, sollen dieselben als Ersatz für deutsche Geiseln, welche von den Franzose» w«ggeschleppt wur den, zurückbehalten und evtl, ausgctauscht werdeii. Es siiid männliche Personen jeden Alters von lg-70 Jahren und da sie von den Franzosen nicht mehr für militärtauglich befunden werden, kann man sich deuten, daß cs nicht gerade die hübsche­sten Figur»» waren und nicht den besten Eindruck machten. Festgenommen wurde der etwa 25jährige Kupferschmied W, dahier, der einen hiesigen Treibriemenjabrikanten mit einem Revolver schwer verletzte, sodaß dessen Ausnahme in das Kran­kenhaus erfolge» mußte, Der preußische Gesandte am Hess, Hof, Frhr, v, d, Lancken-Walenitz, der als Rittmeister beim Garde du corps am Kriege gegen Frankreich tcilnimmt, ist nunmehr der deutschen Verwaltung Belgiens Ziigcteilt worden und hat seinen Wohnsitz in Brüssel genommen,

* Darmstadt, 14. Sept, Das Ersatz-Pferde Depot des 18, Armeekorps läßt am Mittwoch, den 16, d, M,, vorm, 10 Uhr in der neuen Train-Kaserne dahier vier zugkräftige französische Maulliere, die in einer der letzten Schlachten erbeutet wurden, meistbietend versteigern, da die Tiere, welche seither meist zum Transport der Ecbirgskanonen verwendet wurden, jür unsere militärische Zwecke wenig geeignet scheinen. Außerdem kam Nie» noch etwa 20 zum Militärdienst nicht geeignete ausgeho- dene Zugpferde zur Versteigerung, Ueber 200 Kinder, deren Väter im Felde stehen, bekommen seit kurzem täglich in der hauswittschastlichen Fortbildungsschule dahier ihr Mittagessen, Es sind selbstverständlich nur Angehörige unbemftteltcr Fami­lien. Die Frauenhülse, Lehrer, Lehrerinnen und sonstige Kreise suchen die nötigen Mittel für die Massenspeisung aufzu- bringen und nehmen Spenden von Gartenbesitzern usw, ent­gegen.

Sriefliafirn.

Nack, Vleichenbach, Eine hessische Verlustliste erscheint nicht, da die hessischen Regimenter zur preußischen Armee ge- hören. Die Verlustlisten selbst können wir nicht veröffentlichen, da sie zuviel Raum cinnchnien. So weit es angeht, werden wir die Gefallenen und Verwundeten aus dem Verbreitungs­gebiet unserer Zeitung im Auszug bringen.

Fxanksnrler Wetterbericht,

Voraussage: Ziemlich bedeckt, Niederschläge, kühl, südwcst liche Winde,

Verantwortlich für den politische» und lokalen Teil: Otto H i r s ch e I. Fricdberg: für den Anzeigenteil: K. Schin i d l. Friedbcrg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung", A. ® lkriedbera > f!