Nummer £11
WMwoiü, den 9* September 1914.
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40.000 GchiMk. 4 (Griirrillr asii 400
Maubcugc gefallen. — Vorriicken der deutschen Truppen in Russisch Polen. —
des deutschen Kaisers an den Präsidenten Wilson.
^inc Botschaft
fiiiiiitiilniiüi! von lUnuf-niar.
Grostcs Hauptquartier, 8. Lept. Mauvcuge hat gcster» kapituliert. 40 000 Llriegsgefaugene, 4 (Seneräle, 400 beschütze, sowie zahlreiches Kriegögcrät sind in unsere Hände gefallen.
Der (ijrnmiliiuürtifrüififlfr v. Strin.
Vorwärts im Westen u. Osten!
Nun ist auch die letzte und stärkste Festung im Norden Frankreichs in deutsche Hände gefallen. Nach den letzten Telegramm aus deni Hauptquartier war der Fall dieser Veste zu erwarten. Reu ist nur die über alles Erwarten große Kriegsbeute von 40,000 Gefangenen, darunter 4 Generalen, über 400 Geschützen u. mächtiges Kriegsmaterial. Das ist nichr als 1870 in Straßburg erbeutet worden ist, wo doch eine nwnatclange Belagerung der Uebergabe vor- auSgegangcn ist. Die Einnahme von Manbeuge bestätigt abermals, daß die feindlichen Festungen, und seien sic noch so stark, der Tapferkeit unserer Truppen und der lieber- lcgcnheit unserer Artillerie nicht Stand halten können.
Maubeuge hatte eine Besatzung von 10,000 Mann, daß nun so viel mehr Soldaten gefangen genommen wurden, darunter 4 Generäle, bestätigt, daß ein Teil der ini Felde stehenden Armeen in die Festung gedrängt worden und nunmehr zur llebcrgabe gezwungen worden ist. Da sich die englische Armee in dieser Gegend hcrumgctrieben hat, so ist zu hoffen und anznnehmen, daß sich auch etliche tausend Beefsteaks unter den Gefangenen befinden.
Abgesehen, davon, daß sich der Zorn des deutschen Drl- ke? in allererster Linie gegen die englischen Heuchler und Kriegshetzer richtet und jede englische Niederlage bei uns mit besonderem Jubel ausgenommen wird, wäre jeder Erfolg gegen die Engländer auch um deswillen zu begrüßen, damit ihnen ihr großes Mundwerk gestopft werde. Was diese Gesellschaft jetzt noch an Lügen herausgibt, das geht auf keine Kuhhaut. So gibt der englische Botschafter in Nom den italienischen Zeitungen einen Bericht über die Taten der englischen Korps in Frankreich, der in Teutscl,- land große Heiterkeit erregen wird. Es heißt da nämlich, der englische Soldat sei dem deutschen weit überlegen. Die Stoßkraft der deutschen Jnsantcrie sei ärmlich, während der feurige Mut der englischen Bataillone jede deutsche Ko- lonnc vernichtet habe. Tie englische Kavallerie habe endgültig ihre Ucberlegenhcit bewiesen: die deutschen Patrouillen flöhen einfach vor ihr. Tic deutschen Truppen seien keinen Schuß englischen Pulvers wert. Der bisherige Per- lauf des Feldzuges habe der englischen Armee Gelegenheit gegeben, ihren Ruhm bedeutend zu vermehren. Sn diese Triaden schüchtern cingestreut finden sich dann die Bekannt- uissc des fortgesetzten Rückzuges und die Angabe der las- l erigen Verluste mit sünfzehntauscnd Mann.
Vor Paris donnern bereits die deutschen Kanonen und die Einwohner der sog. Lichtstadt werden bald genug dcs Elend des Krieges, das sic in die deutschen Gauen zu tra- gen gedachten, am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Nichts haben ihnen, wie groß sic auch taten, die Engländer geholfen und die Nüssen werden bald ihre ganzen Kieste zusammennehnten müssen, um sich der heranstürmmdeu Deutschen und Oesterreicher zu erwehren.
Aus Russisch-Polen kommt die bezeichnende Meldunr. daß Radom bereits von dcutsckien Truppen besetzt sei. Ra- dom.liegt 200 Kilometer von der deutschen Grenze und nur noch etwa 50 Kilometer von der Wechsel entfernt. Eine Vereinigung der Deutschen mit der verbündeten österre'ch- isrlicn Armee dürfte demnach bald bevorstclien. Tie Russen in Radom hat, als sic hörten, die Deutschen k--ni"-e- blei- ches Entsetzen gepackt. Sic wissen warum, cs ist hoffentlich )as Vorspiel dazu, daß auch an der galizisü n Grenz m die russischen Darbarenscharen bald in ihre heimischen Steppen znrückgeworfcn werden.
Kanonendonner vor Paris.
WTB. Berlin. 8. Scpt- (Richtamtl.) Tic »Vssfi'ae Zeitung" meldet aus Rom: Aus Paris wird am -- > 2 cp.- ,rm 11 Uhr Nacht? berichtet: Seit beute früh hört man l-,er
Kanonendonner. Am intensivsten ist da? Feuer in der Richtung von Mraux (25 Kilometer östlich von Paris). Die Stadt ist ruhig, doch ist die Spannung sicberhast, ja fast unerträglich.
Nach einer weiteren Meldung aus Paris hört mau seit dem 7. Scptcinber früh den Kanonendonner, den min in den letzten Tagen wie fernes dumpfes Rollen vernahm, klar und deutlich, Schlag aus Sckilag, als ständen die Geschütze an der äußeren Linie der Forts.
Die Deutschen in Radom.
Berlin, 8. Sept. Die „B. Z. a. M." meldet aus Wien: Nachrichten aus Krakau besagen: Die russischen Truppen verließen am 26. August Radom. Am 27. August morgens kehrten fie in Stärke von 2660 Mann zurück. Als am Abend sich die Nachricht verbreitete, daß deutsche Truppen herannahten, entstand unter den Rüsten eine fürchterliche Panik und sie verließen in großer hast und Unordnung die Stadt. Die russische Infanterie hielt sechs Werst hinter Radom und überschüttete russische Kavallerie, die sie für Feinde hielt, mit einem Hagel von Geschossen, wobei es viele Tote und Verwundete gab. Am 29. August besetzten die Deutschen Radom.
Ein (Tflfgramm dtg Kailtrs an den König von Schien.
Dresden, 8. Sept. Die „Sächsische Staatszeitung" meldet: Der Kaiser hat an den König am 7. Sept. folgendes Telegramm gerichtet: Ich telegraphierte heute dem Generalobersten v. Hausen folgendes: Seit dem Beginn des Krieges er
reichte die dritte Armee durch anstrengende Märsche, durch vieltägige verlustreiche und noch andauernde Kämpfe mit den feindlichen Truppen und den verräterischen Landeseinwohnern große Erfolge und hat es allen anderen Armeen an Ausdauer und Tapferkeit gleichgetan. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen und Ihren braven Truppen meine höchste Anerkennung und meinen kaiserlichen Dank auszusprechen. Ich ersuche Sie, dieses Ihrer Armee bekannt zu geben. Es gereicht mir zur besonderen Freude, Dir dieses mitzuteilen. Wilhelm.
ßotldioft dkg deutschen Kailers an Ulillon.
Berlin, 8. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht nachstehendes Telegramm, das der Kaiser an den Präsidenten Wilson gerichtet hat:
„Ich betrachte es als meine Pflicht, Herr Präsident. Sie als den hervorragendsten Vertreter der Grundsätze der Menschlichkeit zu benachrichtigen, daß bei der Einnahnic der Festung Longwy meine Truppen dort Tausende von Tum-Tum-Geschossen entdeckt haben, die durch eine besondere Regierungswerkstättc hergcstellt waren! ebensolche Geschosse wurden bei verwundeten Soldaten und Gefangenen, auch bei britischen Truppen, gefunden. Es ist bekannt, daß solche Geschosse grausame Verletzungen verursachen und daß ihre Anwendung durch die anerkannten Grundsätze des internationalen Rechts streng verboten ist. Ich richte daher an Sie einen flammenden Protest gegen diese Art der Kriegführung, welche dank den Methoden unserer Gegner eine der barbarischsten geworden ist, die man in der Geschichte kennt. Nicht nur haben dieselben diele grausamen Waffen angewendct, sondern die Regierung hat die Teil- nähme der belgischen Zivilbevölkerung an dem Kampfe auch offen geduldet und seit langem sorgfältig vorbereitet. Tic von Fronen und Kindern und Geistlichen in diesem Gncril- lakrieg begangenen Grausamkeiten, auch an verwundeten Soldaten, Aerztepcrsonal und Pflegerinnen (Aerzte wurden getötet. Lazarette durch Gewehrfeuer angegriffen) waren derartig, daß meine Generale sämtlich gezwungen waren, die ärgsten Mittel zu ergreifen, um die Schuldigen zu bestrafen und die blutdürstige Bevölkerung von der Fortsetz- ung ihrer fürchterlichen Mord- und Schandtaten nbznichrc- nen. Manches berühmte Bauwerk und selbst die alte Stadt Löwen mit Ausnahme dcs schönen Stadthauses mutzte in gerechter Selbstverteidigung und zum Schutze meiner T,up- pen zerstört werden. lJnzwischen hat sich bekanntlich brr- ausgestellt, daß zum Glück nur ein kleinerer Teil von Löwen zerstört worden ist. T. Red.) Mein Herz blutet, da selche Maßregeln unvermeidlich geworden sind und wenn ,ch an die zahllosen unschuldigen Leute denke, die ihr Leben und Eigentum verloren haben infolge dcs barbarischen Betragens jener Verbrecher I
Ger. Wilhelm 7. 17."
Dit fifqrridjf ld)if(ji(fif tiiiiöivthr.
Amtliches Telegramm.
Breslau, 8. Sept. Bon dem hiesigen stellvertretenden Generalkommando wird mitgcteili: Unsere schlesische Landwehr hot gestern nach einem siegreichen Eefecht 17 Ossizicre und 1003 k-llann vom russischen Eardekorps und dritten kautnsischen Korps grfnnge» genommen.
siiidikkhr für (Orbminq in (Oftprrnlini.
Allen st ein, 8. Sept. Nachdem vor einiger Zeit auf eine in allgemeinen Dorschristcn begründete Anordnung des Mi- Visiers des Innern die Verlegung der hiesigen Regierung wegen der Kriegslage stattgefunden hat, ist der Regierungspräsident mit der Regierungshauptlaste und einem Teil der Beamten am vergangenen Sonntag von Danzig hierher zurückgelehrt.
irnnjölildjf Aiidklikrn in JHiilljfliilfn.
Mülhausen (Elsaß), 8. Sept. Die französischen Militär- behörden haben in unserer Stadt ein unangenehmes Andenken Hinterlasten. Zwar haben sich die Truppen hier keine Greuel- laten und Grausamkeiten zu Schulden koninien lasten, wie einige Zeitungen melden — sie benahmen sich Im Gegenteil gut und befleißigte» sich eines guten Tones, um bei der Bevölkerung einen angenehmen Eindruck zu machen — aber die Mili. tarbehörden machten bei verschiedenen GeschLstsleuicn und Warenhäusern große Einläufe, die sie zu begleichen vergesten haben. So wurden Wagen voll Hemden, Unterhosen, Socken, Bettdecken und vor allem Schuhe erworben, die den Soldaten zur Bersügung gestellt wurden. Allgemein freute man sich, doß unsere Eeschäftsleuie in dieser schweren Zeit, in der Handel und Wandel fast ganz darniederliegen, durch die Einläufe ein gutes Geschäft machten, da nicht lange gehandelt und gemarktet wurde. Als es aber ans Bezahlen ging, erhielten die Berkön- fer einfach Gutscheine, mit denen sie an die Stadtverwaltung verwiesen wurden. Unsere ohnehin schon arg milgenom- mene Stadt wird somit — wenigstens vorläufig — für alle diese Ankäufe, die zwischen 56 066 und 66 066 Mark betragen aufkommen mästen.
Pie nnif ^rirgeanlciljf.
Berlin, 8. Sept. Die neue Kriegsanleihe gelangt nun demnächst zur Ausgabe. Aufgelegt werde eine Milliarde Mark öproz. Reichsschatzanweisungen zu 97.56 pCt. und ferner eine 5proz. Renhsanleihe. unkündbar bis 1924, die in ihrem Höchstbetrag nicht begrenzt ist und ungefähr zu dem gleichen Kurse begeben wird.
Vier Löhne fürs Vaterland!
Die Braucrcidirektorswitwc Köhler in Heidenhcini hat vier Söhne für unser tapferes Heer hergezcbcn. Alle 1 starben den Tod fürs Vaterland! Dank uni Ehre den Heldensöhncn, Dank und Ehre der Heldenniutt.-rl
Die Irrbiidif Uifkrlnqc bri Mitrowich.
BIIdapest , 8. Sept. Rach einem Privaiielegramm der „Franlsurier Zeitung" werden über den siegreichen Kampf gegen die Serben bei Mitrowitza an der Save noch folgende Einzelheiten bekannt: Ein großer Teil der Timokdivision, ans den serbischen Elitetruppen bestehend, erhielt in der Nacht aus Sonntag den Auftrag, in Mitrowitza einzubrechen, wahrscheinlich in der Annahme, die gegen Rußland beschäftigte Monarchie könne jetzt keinen richtigen Widerstand gegen einen serbischen Borstoß leisten. Die Serben setzten, von unseren Truppen unbehindert, unter dem Schutze der Nacht aus Booten und einer improvisierten Brücke an mehreren Stellen, besonders bei Mitrowitza, über die Save und rückten gegen Ruma, wo von einer Division ungarischer Truppen, die im Halbkreis Ausstellung genommen hatte und die von der bei Sasine und Iarok aufgestellien Artillerie unterstützt wurden, die Serben von einem mörderisihen Feuer empfangen und umzingelt wurden. Es entwickelte sich ein größeres Gefecht, das bis Sonntag in den Abendstunden andaucrte. Bon den Serben wurden etwa 5066 gefangen, ebensoviel sielen oder er- tranken während der Flucht über die Save. Unter den Ee- sangenen sind etwa 66 serbische Ossiziere. Auch sehr viel Kriegsmaterial ist in unsere Hände gelangt. Bon den Teilnehmern an der tollkühnen Expedition über die Save haben im besten Falle nur einige wenige wieder das serbische User erreicht.
MM dkr polnildifn ffqionärf.
Wien. 8. 6cpt. Unter zahlreicher Beteiligung von Würdenträgern fand aektern Nachmittaa unter patriotischen Kund*


