Ausgabe 
5.9.1914
 
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Kt. zu* ___________

njje lasse, »Hes in naher Zukunft unwahrscheinlich erscheinen. Iber die Verlegung der Regierung wurde für nötig erachtet, un die notwendige Bewegungsfreiheit im Lande zu bewahren.

Die Stimmung in Frankreich.

Zürich, 4. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Ein Pariser Brief betZüricher Neuen Zeitung" spricht von zahlreichen Truppcniiachschübcn, und besonders viel Artillerie nach Norden. Die Bevölkerung aus der Gegend von Valcn- ciennes und Maubcuge sei kopflos und habe selbst ankoin- nrcnde Engländer für Preußen gehalten. Auch die Zeit- rngsbcrichte vermochten sic nicht zu beruhigen. Tie Marsch- leschwindigkcit der Deutschen jage Schrecken ein. Der Feld- oostverkehr sei säumig und die Zensur streng. Soldaten rzählten, im Ober-Elsaß seien Territorialtruppen zurück- lckassen, welche Befehl hätten, beim Vorgehen der Tent- chen das Gebiet zu räumen. Je weiter die Reisenden sich wn Paris entfernten, um so fühlbarer wurde die Entspann­ung der Nerven, aber auch um so ohnmächtiger die Resig­nation, mit der sie ihrem künftigen Geschick entgcgcnsehen. Die ihnen begegnenden Verwundctcntransporte stimmten ic traurig. Die Soldaten seien vor llebermüdung ausge- aiergelt. Eine heitere Note fehle vollständig. Die Sol­daten sprechen mit größtem Respekt'von den Deutschen, die hrcn -Offizieren bewunderungswürdig folgten. Die Ma­schinengewehre der Deutschen wirkten verheerend. Das feldgrau sei vorzüglich. Der Gegner sei wie im Jahre 1870 überlegen. Die französische Artillerie sei erfolgreich.

Der Erfinder der Melinitpatrone, Ingenieur Turpin, eil dem Kriegsministcr ein neues Erplosiv übergeben ha- >cn, dessen furchtbare Wirkung alles bisher Dagewesene -bertreffe. Jcn Volksnuinde spiele diese Bombe TurpinS ine große Rolle und werde als künftigerdeics er luachina" mgeschen. Der deutsche Ansstcllungspavillon in Lyon sicht unberührt unter sranzösischer Flagge da.

Ei Tagesbefehl Jossres.

Paris, 4. Sept. General Josfre erließ einen Tages- befehl über die Fehler der bisherigen Kampfesweise der Franzosen. Der Grund der starken französischen Verluste 'ei ihr Vorgehen in zn dichter -Ordnung ohne genügende Artillerie-Vorbereitung. Sofort nach Eroberung eines Stützpunktes mnß dieser befestigt und mit Artillerie besetzt uerben, auch müßte die Reiterei beim Vorgehen durch Jn- anterie gestützt werden, wie dies bei den Deutschen geschieht, velche die Infanterie auf Automobilen der Reiterei vor- uisführcu.

Amilichc franiöfilrfjf firifgebfridjtf.

Die Mitteilungen des französischen Kriegsministeriums ,»d immer recht interessant. Nach schweizerischen Blättern autet eine sülche vom 1. September datierte Mitteilung:

In der Gegend der Vogesen und in Lothringen, wo seit 2 lagen ein wirklicher Belagern ngslricg ausgefochien wird, Ulken wir langsam vor. Die Leistungen der Batterien der Armee des Kronprinzen in der Gegend von Spittcourt (bei Icontmcdy) und von Longupon waren unvergleichlich. In der legend von Ncujchatcau und Paliseul zwangen uns vereinzelte sichlappen, uns gegen die Maas zuruckzuziehen. In der Gegend wischen Maas und Rethcl wird j>-tzt eine zusammengesetzte -lttion ins Werk gesetzt. In der Gegend von Le Lateau und !0N Cambrai zogen sich die französisch-englischen Truppen, nach- >em sie von einem sehr überlegenen Feind angcgrisse» worden waren, nach Süden zurück. Die Hauptschlacht entwickelte sich wrgestern im Gebiet von St Quentin und zugleich in der Gegend von Han, Peronne. Unser rechter Flügel wars die reugischen Truppen aus die üise zurück, aber wegen des Vor- silkens des rechten deutsche» Flügels zogen wir uns von neuem urück. Unseren Armeen wurden nirgends wirklich durchbro- ycn. Der Geist der Truppen ist ausgezeichnet. Die crlitte- ,en Verluste wurden durch Nachschübe aus den Depots ersetzt.

Eine Mitteilung des französischen Kriegsministeriums vom l. August ü Uhr 45 Min. besagt.

Die allgemeine Lage hat sich nur aus den Flügeln verän­dert. Aus ihrem rechte» Flügel haben die Deutschen ein wenig Gode» gewonnen. Im Zentrum sind keine merklichen Vcrände- ungen erfolgt. In Lothringen haben wir neue Erfolge cr- > ungen.

(frliiintiigiingsfli!!; bri Srtnii.

Die nachstehende Schilderung eines Erkuudiguugssluges weier Fliegerojfiziere, der leider »nt dem Tooe des einen Of- ,ziers endete, wird von einem Leser demLübecker General- nzeiger" zur Versügung gestellt. Der tapfere Ossizier schreibt i. a.:

Lieber Batet!

Ich liege hier in einem schönen belgischen Schlosse, das von inem Besitzer verlassen >st, und wo die Fasanen zu Hunderten .-rumlansen. Als ich Dir den letzten Bries schrieb, ahnte ich och nicht, datz ich i» den letzten Tagen so viel erleben sollte nd nur durch ein Wunder n,il dem Leben davongekonimen bin. ch slog an, 22 . morgens bei nebligem Wetter mit Leutnant I., ncm vortrefflichen Flieger, nach Sedan, und stellte de» Bor- >arsch feindlicher Truppen nach Norden jest. In der Gegend .ertrix tamcn wir in schwere Regenwolken und mutzte» aus '00 Nieter heruntcrgehcn. In diesem Augenblick hörten wir uch schon das Ausschlagen feindlicher Artillericgcschossc gegen ie Maschine und schien unter uns eine ganze französische Di- ision in Bereitstellung. I. erhielt eine Kugel in den Leib, 'er Motor blieb stehen, und di- Maschine sank steil herunter, litte» auf die seiudlichen Truppen zu, die ein rasendes Feuer uf uns abg.ibc». In bvv Meter bäumte sich die Maschine auf, h drehte mich ilin und sah I. mit einem Schutz mitten durch ,e Stirn tot daliegcn. Run ergriff ich über die Lehne des Atze» das Steuer, und es gelang nur, so den braven Doppel ck« wieder in Glcitslug zu bringe». Der Wald jenseits der ranzojcn war mein Ziel. Die Minute», in denen ich in 20 » steter Höhe über dem Feind dahiilglitt, wurden zu Ewigtci .-i». Ein Hage, vou Geschosse» jaulte mir dauernd »m di»

Reue Tageszeitung, vamsrag, »en s. »epremver (Sil.

Ohren. Plötzlich fühlte ich einen heftigen Schlag gegen die Stirn, das Blut lies über beide Augen. Aber der Will« siegte. Ich blieb bei Bewußtsein und dachte nur daran, die Maschine über den Feind fort und glatt herimterzubringen. Da warf ein Windstoß die Maschine herum, und da mein toter Kamerad auf dem Seitensteuer lag, konnte ich nicht anders, als mitten im Feinde zu landen. Daber überjchlug sich die Maschine, die an einen Zaun anrannte. Ich slog in hohem Bogen hinaus. Bon allen Seiten liefen die Rothose» auf mich zu, immer noch schießend. Ich zog die Pistole und streckte »och drei zu Boden, dann fühlte ich ein Bajonett auf der Brust. Dann kam ein höherer Ossizicr und rief: Laßt ihn leben, er ist ein tapferer Soldat! Ich wurde zum Kommandierenden General des 17. französischen Korps gebracht, der mich ausfragte. Natürlich ohne Erfolg. Dann sagte er mir, ich würde als Eesangener nach Paris gesandt werden, wo schon vier Fliegeroffiziere wä­ren. Da ich jedoch durch den starken Blutverlust sehr schwach war, blieb ich zunächst an Ort und Stelle. Zwei Aerzte zogen das Geschoß, dessen Wucht durch den Sturzhelm gebrochen war, aus meiner Stirn, die nicht durchschlagen war. Ich wurde verbundcu und erhielt Notwein. Uebcrhaupt benahmen sich die Offizier: sehr nett und achtungsvoll zu mir. In meinem Kopfe lebte aber nur ein Gedanke, der, aus der Gefangenschaft zu entfliehen. Der Donner der deutschen Geschütze kam immer näher, Eewehrscuer klang dazwischen, und nach zwei Stunden platzten die ersten deutschen Granaten in unserer Nähe. Da eilten die Franzosen an ihre Pferde. Ich benutzte den unbe­wachten Augenblick und kroch unter einen Busch. Dort blieb ich liegen, bis der französische Rückzug hinter mir mar. Dann schleppte ich mich nach Bertrix, wo ich im Hospital sreundliche Ausnahme für die Nacht fand. Am nächsten Morgen brachte mich ein deutsches Auto zu meiner Abteilung zurück.

Ans Belgien.

iilif&fi'brrllfiiiing jrrftörtrr (filmbnlinlinint Hilf bfüi bdflild'rn Kritgsichliuplatr.

Magdeburg, 1. Sept. Am Dienstag nachmittag ist eine von der Eisenbahndircktion Magdeburg zusammengestellte und aus Eisenbahnbcan.ten und Arbeitern bestehende Eisenbahn- bau- und Betriebs-Kolonne nach Brüsiel abgereist. Die Ko­lonne ist 420 Mann stark und steht unter der Leitung des Re­gierungsbaumeisters Goldschnüdt-Magdcburg. Eie begibt sich IN beschleunigter Fahrt aus Anordnung des Chess des Feld- ciscnbahnwesens nach dem belgischen Kriegsschauplätze, um die zerstörten Eisenbahnlinien im Rücken unseres Heeres wicder- herzustellcn und in Betrieb zu nehmen.

Die Wahrheit über Löwen.

Die Verleumdungen und Lüg:n unserer Feinde und die scharfe Kritik, die an der Zerstörung Löwens vereinzelt auch in den Blättern neutraler Staaten geübt worden ist, macht cs notwendig, nochmals unverdächtigen,Zeugen der Ereignisie in Löwen das Wort zu geben. Belgische Dominikaner, die in Köln angekommcn sind, schildern die Vorgänge, die zu der Zer­störung Löwens geführt haben, wie dieKöln. Bolkszeitung" berichtet, folgendermaßen:

Die belgische Negierung erließ (nach dem Einzug der deut­schen Truppen) eine Bekanntmachung, die zur Ruhe aufsorderte und besonders vor dem Schießen warnte, da sonst schwere Stra- scn verhängt würden. Die Geistlichen wurden angewiesen, diese Kundmachung am Sonnlag, den 23., zu verkündigen und dem Volke cinzuschärscn. Von dem deutschen Militär waren Geiseln fcstgrnommen worden, die, da alles ruhig blieb, am 21. abends wieder sreigelassen wurden. Am Dienstag, den 2v., morgens wurde noch einmal in allen Kirchen zur Ruhe und Be­sonnenheit ermahnt. Am Nachmittag dieses Tages kamen um ö Uhr neue deutsche Truppen an, die, wie auch die vorher­gehenden, die mittlerweile Löwen wieder verlaßen hatten, in der Stadt einquartiert wurden. Bald daraus verbreitete sich in der Stadt das Gerücht, Engländer und Franzosen seien von zwei Seiten im Anzug. Man hörte um diese Zeit Kanonen­donner und Gewchrseuer. Alsbald wurden schon aus den Häu­ser» vereinzelte Schüsse aus die Soldaten abgegeben, was zur Folge hatte, daß um 7.30 Minuten abends die Soldaten unter die Waffen gerusen wurden. Da begannen die Bürger in grö­ßerer Zahl aus den Häusern auf die Deutschen zu schießen. Die Truppen antworteten mit Gewehr und Maschinengewehrseuer. Der Kampf dauerte die ganze Nacht hindurch. Schon gingen Häuser in Flammen aus, besonders in der Bahnhofstraßc. Die große Petcrskirche, in der man Massen gefunden hatte, wurde zusammengeschossen. Jeder, der sich am Fenster zeigte, wurde beschossen.

Die Geiseln wurden von neuem cingezogen und aufs Rat­haus verbracht. Darunter bejanden sich der Dizerektor der Universität Coenraets, der Subprior der Dominikaner und noch zwei Priester. Vom Rathaus wurden diese Geiseln unter mi­litärischer Begleitung durch die Straßen gcsührt, damit sie an den Straßenecken die Bewohnerschaft in Französisch und Flä­misch zur Ruhe mahnten. Das dauerte bis 4 Uhr nachts. Gleichwohl wurde während dieser Zeit aus den Häusern ge­schossen. Die Soldalen erwiderten das Fencr und die Brände mehrten sich.

Am Mittwoch mittag wurden die Geiseln von neuem durch die Straßen gcsührt, und sic verkündeten in beiden Sprachen, datz sie selbst erschossen würden, wenn der Widerstand nicht ein­gestellt werde. Es nützte nichts: selbst während dieses Rund- ganges wurde das Feuern nicht eingestellt: man schoß sogar

aus die Soldaten, die die Geiseln bcgleiteien, cbenso aus den Arzt. Die ganz: Nacht aus Donnerstag letzten sich diese Schäudlichkeitc» fett. Besonders aus dem Boulevard gingen nun immer mehr Häuser in Flammen aus.

Am Donnerstag, 27. August, um halb g Uhr vormittags louunt ein deutscher Ossizicr in Begleitung einiger Soldaten > in das Kloster und fordert einige Patres aus, überall zu vcr- j künden, datz die Stadt nun bombardiert werden würde. - Es wurde den Bewohnern geraten, alles stehen und lieoen au

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laßen und sich nach dem Bahnhos zu begeben. Kurz daraus be­gann das Bombardement der Stadt. Um g Uhr waren die Patres am Bahnhos. Man hatte die Verwundeten, belgische und deutsche, die sie im Kloster, wo sich eine Station vom Ro­ten Kreuz befand, verpflegt hatten, dorthin gebracht und in den Wartesaal gebettet. Die Patres bekamen die Erlaubnis, um 2 Uhr abzufahrcn, und zwar einen Zug mit Gefangenen zu be­nutzen. Bei ihrer Abfahrt brannten dieHallen", die Gebäude der katholischen Universität und die Bibliothek.

Ans England.

Ein englischer Schlachtcnbrricht.

DerTag" läßt sich die Kriegsberichte der neuesten eng lischen Blätter telegraphieren, aus denen hervorgeht, daß man zwar in London die schmählichen Niederlagen der Expeditions- armee noch mit Phrasen zu bemänteln und zu beschönigen sucht, aber daß die Wahrheit doch allmählich durchsickert. Die mili­tärisch gebildeten Kritiker in London erklären z. T., angesicht? der Landkarte und der Truppenbewegungen nicht an die ossi- ziell behaupteten Teilerfolge der englischen Massen glauben zu können. Am cindrllcklichsten aber macht den Londoner» ein Ar­tikel desDaily Telegraph" den Standpunkt klar. Ei» in der Schlacht Verwundeter soll danach folgendes gesagt haben: Glauben Sie mir, es war die Hölle. Ich habe den Boxerscld- zug und auch den Burcnfcldzug von Anfang bis zu Ende inctgc- macht, aber ich habe niemals etwas so Schreckliches gesehen wie das, was dort passierte. Es geschah alles so unerwartet. Wir glaubten die Deutschen einige fünfzehn Meilen entsernt, und mit einem Male cröffnetcn sie ein Feuer mit ihren großen Ge­schützen. Laßen Sie mich Ihnen sagen, was dem T. . . Regi­ment passierte. Als nach der Schlacht die Leute ausgerufen wurden, antworteten von meiner Kompagnie nur drei Mann, ich und zwei andere! Das Unerwartete und so Schreckliche wai die Attacke des Feindes, und so überwältigend war ihre Zahl daß es keinen Widerstand gab. Ehe das Feuer eröffnet wurde flog ein deutsches Flugzeug über die englischen Truppen, uni die Verwundeten zogen aus seinem Erscheinen die Schlutzsolge- rung, daß es als eine Art von Index für die genaue Feststell­ung der Stellung, die wir innehatten, dienen sollte, und sei­ner, datz die Deutschen so genau war ihr Feuer dieses Schlachtfeld vorher genau studiert hatten, und eine genaue Kenntnis des Landes auswciscn. Schützengräben, die unsere Leute gegraben hatten, bildeten gar keinen Schutz." Derselbe Verwundete sagte dem Aussrager:Kein Mensch hätte einer solchen mörderischen Attacke widerstehen können. Es war ein Regen von Blei, eine Ucberschwemmung von Blei, und ich kann es immer noch nicht glauben, was geschehen ist. Es wa ren geradezu Teufe I."

Der englische Versucher.

Kopenhagen, 4. Sept. Der englische Gesandte in Kopenhagen, Sir Lowthcr, veröffentlicht in der hiesigen Presse täglich Telegramme Grcys, um das dänische Publi kum zu Gunsten Englands zu beeinflussen. Der Gesandte erklärte einem Mitarbeiter derPolitiken", daß kein Zwe fel an dem endlichen Sieg Englands herrschen könne, wei England das Geld habe und auf den Meeren Herr sei. Eng laud beherrsche den Handet, verfüge über ausreichende Nah­rungsmittel, unerschöpfliche Rohwaren zur Industrie und ungeheure Truppenmassen, die auf den Kontinent hinüber- geworfen werden könnten. Aus allen Kolonien könnten Truppen geholt werden, namentlich hunderttausend au: Indien, die von Kampfeslust erfüllt seien. Der Gesandte will das englische Weißbuch in dänischer Sprache veröffent­lichen, um zu beweisen, daß England für die Gerechtigkei'. und für die Sache der kleinen Nationen kämpfe.

Wie inan in England Rekruten wirbt.

London, 4. Sept. Die Rekrutenwerbnng in England nimmt eine für unser Empfinden zirkusmüßige Form an. Nicht genug damit, daß Premierminister Asquith und Bo nar Law Propagandameetings veranstalten, durchreiten phantastisch gekleidete Damen im Herrensattel den Hyde- park mit Plakaten:Zögert nicht, zu den Waffen für König und Land zu gehen."

Wie ein englisches Bataillon verhaftet wurde.

In dem vorletzten Bericht des Generalquartiermeister? von der französischen Front ist mitgeteitt, daß die Armee des Generalobersten v. Bülow eine überlegene sranzösiichr Armcc vollständig geschlagen habe, nachdem im Vorm.rrscv bereits ein englisches Bataillon gefangen genommen sei. Die Art, wie diese Gefangennahme vor sich ging, wird dem Wiesbadener Tageblatt" aus guter Quelle wie folgt ge­schildert: Das betreffende englische Bataillon wurde in ei­nem Militärzug an die Front geschafft. AP es an der vor­gesehenen Ausladestelle ankam, war diese schon von de»tscl)en Truppen, deren Vormarsch inzwischen fortgeschritten war besetzt. Der Zug wurde umstellt. Mit den Worten:Bitte meine Herren, steigen Sie aus", wurden die Engländer em­pfangen. Das ganze Bataillon war also sozusagender-

Ans Nnhlnnd.

Der Ortelsburger Sieg in russischer Beleuchtung.

Petersburg, 1. Sept. Ein Communique aus dem Stab? des Generalissimus besagt: 3 m südlichen Ostpreußen führ­ten die Deurscheu erhebliche Verstärkungen von der ganzen Front herber und griffen mit erheblich überlegenen Kräften unsere beiden Armeekorps an. Diese erlitten schwere Verluste durch schwere Artillerie, welche die Deutschen aus den benach barten, au der Weichsel gelegenen Festungen herangebracht hat tcn. In diesem Kampfe fiel der General Samsonow. Wir sind weiter in Fühlung mit dem Feinde und haben neue Der stärkungen herangesührt. Der Kaiser hat dem General Ren nenkamps für Tapferkeit den St. Wladimir-Orden mit Schwer­tern verlieben.