Ausgabe 
4.9.1914
 
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Seite 9.

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schrieb dem Führer der portugiesischen Royalisten. Eonrinh« er fordere alle ehemaligen Untertanen und insbesondere seine Anhänger auf, für den Dreiverband zu kämpfen; er seihst habe seine Dienste dem König von England ange- Mcn.

SJhrfnmrMg wie sich bei unseren Feinden alle Lumpen znsammenfinden!

Ans Rußland.

Barbarisch« Kriegssührung.

Me uns von zuverlässiger Seite mitgc:<lt wurde, haben ote Russen in den Kämpfen um Hohenstein und Tannenburg deutsche Frauen und Kinder, die sic bei ihrem Einfall nach Deutschland mitgeschlcppt haben, vor ihre Front gestellt, um die Deutschen am Schießen zu verhindern.

Die Lage in Odessa.

Stockholm, 3. Scpt. Trotz aller Dementis der russi­sche» Regierung herrscht nach dem Bericht eines soeben von Südrutzland heimgelchrlen schwedischen Ingenieurs in Odesia Revolution. Die Stadt ist vom telephonischen und tele­graphischen Verlehr mit der Außenwelt abgeschnitten.

Stockholm, 2. Scpt. Schon anfangs des russisch-deut­schen Krieges tauchte ein Gerücht auf, daß die Hälfte des vor- nehmcn Pavlo-Earde Husaren Regiments niedcrgemäht sein sollte, aber russische Zeitungen dementierten. Aus sicherer Quelle ersährt ihr Berichterstatter, daß nicht nur dies Regi- inent, sondern auch mehrere der vornehmsten Garderegimentcr,

,. B die Konnogardc, die Chevaliergardc, die roten Husaren, die Petcrhos-Ulanen und die gelben Kürassiere sehr große B e r l u st e erlitten haben und jedes Regiment ungefähr 15 bis 20 Offiziere verloren habe. Die Offiziere gehören den al- leroornehmstcn Familien Rußlands an. Diese Regimenter worden während des russisch-japanischen Krieges beschuldigt, sich dem Krieg entziehen zu wollen. Jetzt haben sie ersucht, so- sort nach der Front geschickt zu werden. Eämtliche Eroßsürsten sührcn ihre eigenen Regimenter an.

Die Ikan-'iiiavillhtn tiiii-cr.

Kristiania, 3. Sept. Bei der heutigen Immatrikulation hielt der llniocrsilätsprosesior Gerhari Gran vor den Studen­ten eine Ansprache, in welcher er unter anderem ausführte: Man kann seine Sympathien und Antipathien haben, wo man will. In einem trifft sich die ganze Welt in diesen Tagen in erstaunter, hingerisiener Bewunderung der deutschen Tatkraft, die überwältigt. Diese gewaltige Tüchtigkeit beruht vor allem daraus, daß kein anderes Volk so durchsetzt von Wisienschast ist, wie das deutsche. Man hat viel von dem preußischen Kriegsgeist gesprochen, aber darin stehen die Preußen sicher hinter vielen Bölkern Afrikas und Asiens zurück und nicht da­raus kommt es an, in einem modernen europäischen Kriege, sondern aus die Wissenschaft diese imponierende Eenauig- liit, die fast unfehlbar ist. Jeder Knopf trifft seine Leitung, jede Leitung führt nach der Zentrale. Diese wunderbare Or­ganisation ist, fast einem Hirne gleichend, kompliziert, wie ein unübersehbares Retz sich kreuzender, gleichlaufender Bahnen, wovon jede nach der ihr bestimmten Station hingeht, die sämt­lich zu einem- gemeinsamen Ziele hinführen, das der Bestim­mungsort ist. Es wurde oft verächtlich gesagt, der preußische Soldat sei zu einer bloßen Nummer hcrabgesunken. Das ist falsch. Nummern wären in dem gegenwärtigen Kriege wert­los. Jeder Leitungsdraht führt schließlich zu dem individuell bewußten Willen, der beseelt von dem Geiste der Wisienschast, der Genauigkeit und von Eifer das Aeußerste voll bewußt tun wird. Der geringste Mißgriff kann da unheilvoll werden. Ka- meradfchaftsgesühl, gemeinsame Baterlandsliebe, das kommt alles zusammen. Diese Organisation müssen wir bewundern, diese Eedankenenergie, mit der ihr Grund gelegt ist, diese rvis- senschafUiche Konsequenz, mit der sie durchgesührt wird. Hierin haben alle Nationen von den Deutschen zu lernen. Die ge­samte Abcndpresie bringt den angeführten Teil der Red«, die von den Studenten begeistert ausgenommen worden ist.

Malmö, 3. Sept.Sydsvenske Dagbladct" schreibt: Wir bewundern wohl alle in dieser Stunde die unerhörte Energie und Kraft, den großartigen Mut und das Selbstvertrauen, wo­mit das deutsche Volk gegen drei, um nicht zu sagen, gegen vier Großmächte kämpft. Abgesehen von der sittlichen Kraft im deutschen Bolle, ist es die gute Heeresorganisation, durch di« das deutsche Volk ein Volk in Waffen ist, der die bisheri­gen Erfolge zu danken sind und welche die Möglichkeit gibt, auszuhalten oder sogar zu siegen in dem ungleichen Kampfe. Was bisher in erster Linie ausschlaggebend war, die militärische Erziehung, ist der verketzerte und verhöhnte deutsche Drill, der nun Triumphe feiert.

Stockholm, 3. Scpt. Wie man au, zuverlässiger Quell« erfährt, hat di« englisch« Regierung abermal» und In bestimm­ter Form a» die nordischen Länder da, Ansinnen gestellt, die Lcbensmittelzufuhr nach Deutschland ei»,»stellen. Schweden

hat in ebenso bestimmter Form di« von England gewünschte, Verletzung des Völkerrechts abgelehnt.

Nom Kalkan.

Ein rnssischer General Oberkommandiereader des montene­grinischen Heere«.

Wien, 1. Sept. Nach einer Jnsormatron aus Serajewo hat der russische General Potapow, der langjährige Militär- Bevollmächtigte Rußland, in Monteuegro, die Leitung der ge­samten Operation de» montenegrinischen Heeres übernommen. Auch in den Reihen der montenegrinischen Truppen haben rus­sisch- und serbische Offiziere di- Führung, so daß unter den lei- senden montenegrinischen Militärs, die sich.-Eckgefetzt fühlen,_ große lfti Zufriedenheit entstanden ist. -

3>te XVUl r, ____e.,, _

M- sttnTMnUntpit, 8. sSept. vßr MMlnftüfkr T»» Haas! ist von seiner Mission an» Bukarest pnd Sofia zurückge- llchrt. Di« muselmännisch. Presse schreib! mit Befriedigung »e»tsL»i^r»«»K«^LktNtkreich «d Rußland.

Der Khediv« von Aegypten stattet« gestern dem deutschen vatfchaster in dessen Eommerresidenz in Therapia «ine» Besuch ob.

Russisch« Intrige, aas dem Balkan.

Wien, 2. Sept. Die russischen Pressionen auf Bulgarien dauern fort. Di«Südslawische Korrespondenz" meldet, daß der russisch« Gesandte die Opposition versammle und ihr für den Fall wohlwollender Neutralität in einem russisch-türki­schen Krieg die Grenzen von San Stefano oder die Linie Enos- Midia versprochen habe. Die Opposition verlangte einen Krön- rat, den der König aber verweigert. In Wiener offiziellen Kreisen ist man bezüglich Haltung Bulgariens beruhigt.

R o m, 2. Scpt. Wie verlautet, versuchte Rußland noch kürz­lich Bulgarien dadurch zur Intervention für den Dreiver­band zu bewege», daß es Abtretungen jetzt serbischer Gebiete in Mazedonien versprach. Der egoistische russische Plan ist je­doch an der Weigerung Serbiens gescheitert, bindende Ver­pflichtung zu übernehmen. Darauf griff Rußland, wie schon von anderer Seite gemeldet wurde, zu Drohungen. Es erklärte, Warna bombardieren zu wollen, falls Bulgarien den Durchzug türkischer Truppen gestatte.

KritMlikIchrill bfutlrtjrr Katholiktii.

Köln, 2. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) DieKölnische Volkszeitung" veröffentlicht eine Kricgsdcnkschrift an das Kardinalkollcgium in Roni, die von einer Anzahl hervor­ragender Führer der deutschen Katholiken veranlaßt wurde. Es wird darin die Uebcrzcugung dargelcgt, daß Recht und Gerechtigkeit auf Seiten Deutschlands sind, wobei betont wird, daß in dem deutschen Weißbuche von keiner Seite auch nur die geringste Unrichtigkeit nachgcwiesen werden konnte, daß auch von keiner Seite eine Ergänzung versucht wurde, welche deni Bilde eine andere Farbe hätte geben können. Ferner wird auf die Frömmigkeit der deutschen Katholiken hingewiesen. Auch hier gehe der Kaiser mit dem erbaulichsten Beispiel voran. Jede Depesche aus dem kai­serlichen Hauptquartier enthalte den Beisatz, daß der Sieg dem Herrn der Heerscharen zu danken sei. Die Denkschrift verteidigt die deutsche Armee gegen die Verleumdungen und hebt hervor, daß sie die bestdisziplinierte Armee ist. Ter schwerste Angriff in dem jetzigen Weltkriege komme von dem orthodoxen Moskowitcrtum, dessen Sieg die schwerste Schädigung des Katholizismus darstellen würde. Zum Schluß werden in der Denkschrift die Kardinale gebeten, sie möchten nur die Ueberzeugung gewinnen, daß das Deutsche Reich um seine Existenz kämpfe, in diesem Kampfe aber schon große Siege errungen habe. Das deutsche Volk vertraut auf Gott und seine gerechte Sache und wird den Sieg an seine Fahnen heften.

Papst Benedikt XV.

Kardinal belle Ehiesa wurde zum Papste gewählt und er hat den Namen Benedikt angenommen.

Kardinal bella Ehiesa, der Erzbischof von Bologn«, hat unter dem Namen Benedikt XV. den Stuhl des heili­ge» Petrus bestiegen. In so kurzer Zeit, wie noch selten, ist das Konklave beendet und die Papstwahl vollzogen worden, schon nach dem Verlauf eines Tages konnte die Botschaft der Welt verkündet werden: Habemus papam: Wir haben wieder einen Papst!

Wir wollen nicht dem Beispiel jener Blätter folgen, die jetzt mit Untersuchungen über die Gesinnung des neuen Pap- - ihre Spalten füllen. Wir sind überzeugt, daß Gott die

»er, die zur Wahl berufen waren, mit dem richtigen Geist ..ilt hat und daß demgemäß ihre Wahl ausgefallen ist. Be- nediktus heißt der Gesegnete, der Wohltäter. In diesem Sinne ist der Name des heiligen Baters verheißungsvoll. Möge Papst Benedikt XV. nicht nur als Wohltäter seiner Kirche, sondern auch als Wohltäter der Menschheit sein gesegnetes Wirken ausllben.

Ueber die Verkündigung der Wahl erfahren wir: Um 11,20 Uhr empfing Msgr. Misciatelli, der Gouverneur des Konklaves, die Benachrichtigung seitens des neugewählten Papstes, die ihn ersuchte, die Gitter der Pcterskirche zu öffnen, denn in kur­zer Zeit ersolge die Bekanntgabe der Wahl. Um 11.25 Uhr erschien der Zeremonienmeister Msgr. Respigh! aus dem Mit­telbalkon der Außenseite der Peterskirche und ließ einen roten Teppich ausbreitcn. Die vielen Tausende auf dem Platze vor der Kirche spendeten lebhaften Beifall. Um 11.35 Uhr erschien Kardinal della Polpe, der älteste Kardinaldiakone, aus dem Balkon, ihm zur Rechten Msgr. Capotosti mit dem päpstlichen Kreuz undsprach die übliche Formel: Habemus papam. Er

fügte hinzu: Der Papst hat den Namen Benedikt XV. ange­nommen. Die Menge brach in begeisterte Zurufe aus und be­gab sich in das Inner: der Peterskirche zur ersten Segenscr- teilung des neuen Papstes. Jakob della Ehiesa ist 1851 geboren, steht also in dem für einen Papst verhältnismäßig jungen Al­ter von 80 Jahren. Seine Wiege stand in Genua. Er wurde Staatssekretär und kam 1g07 als Erzbischof nach Bologna. Im April vorigen Jahres wurde er Kardinal. DieGermania" rühmt den neuen Papst als hervorragenden Diplomaten, der sich auch als Gelehrter eines hohen Rufes erfreue. In seiner Diözese wird er wegen seiner Güte und Menschenfreundlichkeit geliebt und geehrt. Das Blatt hofft, daß er jetzt in seinem neuen Amte der zerrissenen Welt den Oelzweig des Friedens reichen werde, Dessen sie, so sehr bedarf

' Ans der Heimat.

Friedberg, 4. Sepk. Den Lazaretten in Friedberg wurden 1« den letzten Tagen aus Friedberg and den umliegenden Or­te» fo reichhalttge Liebesgaben gespendet, daß es nicht mög­lich ist. allen Gebern einzeln zu danken. Es feien besonders erwähnt: Wäsch«, wie H«»rd«n, Unterzeug, Taschentücher, altes Leinen, ferner rohe» eingemachte» Obst, Marmelade und Ge­le«. Lebensmittel, wie Würste, «t-r, Gemüse, Kuchen, Pud- Mog«. weiter Bücher, besonder» <ruch täglich einig« Nummern HerReuen -lkgaeszeituna". Landkarten vom Kri«a»><b°»olad

und Zeitschriften. Außerdem Geschirr, Tassen und Gläser, so- wie Blumen zur Ausschmückung der Krankenzimmer und Lie­gestühle. Allen sei für ihr srcundliches Erdenken herzlichst ge­dankt. Es ist aus diese Weise möglich, unseren tapferen Kriegern ihren Aufenthalt im Lazarett zu erleichtern und ftcundlichcr zu gestalten.

* Friedberg, 4. Sept. Wie uns mitgeteilt wird, l»-t sich der hiesige Vertreter der Brauerei Binding, Herr N ö - ding, bereit erklärt, den Ertrag von allem Eis, das er vom Tage der Mobilmachung an verkauft, dem Roten Kreuz und anderen den Krieg betreffenden Wohltätigkeitsanstalten zur Verfügung zu stellen. Alle Achtung!

* Friedberg, 4. Sept. Don Freitag, den 4. September ab werden die Schnellzüge FrankfurtBerlin und Frankfurt- Hamburg wieder eingestellt.

Friedberg, 4. Sept. Wir brachten neulich die Trauer­binde, daß Leutnant Schmidt vom hiesigen Bataillon gefallen sei. Die Nachricht war hier allgemein, selbst in militärischen Kreisen verbreitet und uns wurde sie zudem von einer Seite bestätigt, die jeden Zweifel auszuschließen schien. Um so freudiger empfanden wir cs, als uns gestern ein Verwandter Leutnants Schmidt mitteilte, daß die Nach- richt nicht zutreffend sei. Erst dieser Tage habe Leutnant Schmidt geschrieben, er sei Gott sei Dank! wohlauf. Wir freuen uns dieser Botschaft und hoffen auch, daß in diesem Falle der Volksglaube zutreffend sei, daß die Totgesagten recht lange leben.

* Friedberg.Fauerbach, 4. Sept. Anch er starb den Tod fürs Vaterland! Laut hier cingetrofsencn Nachrichten hat der Gefreite Karl Sänger von hier, der Sohn des hiesigen Weichenstellers Sänger, den Helden tod in den letzten Kämpfen gesunden. Im Geiste legen wir den, wackeren Krieger einen Lorbcerreiser auf sein Grab.

* Friedbrrg-Faucrbach, 4. Scpt. Samstag abend 0 Uhr findet in dem Vereinslokal von Willi. Sang eine außer - ordentliche Generalversammlung des Krieger- und Militär- Vereins mit wichtiger Tagesordnung statt. Die noch an­wesenden Mitglieder werden um recht zahlreiches Erscheinen gebeten.

* Gießen, 4. Sept. Vorgestern Nacht kamen zwei Züge Verwundete und zirka 5000 französische Gefangene hier durch. Unter den letzteren befand sich auch ein ganzer Eisenbahnzug voll Turkos. Die deutschen Begleitmannschasten dieses Zuges wurden hier verköstigt und während dieser Zeit von einer Ab­teilung Landsturmmänner abgelöst. Als dieselbe», zufällig Leute der 1. Kompagnie, die mit ihrem Eardemaß und den kleidsamen Landwehrschackos einen recht imponierenden Ein­druck machen, am Bahnsteig aufmarschiertcn, schauten alle Tur­kos neugierig aus ihren Wagen und betrachteten den neuen, nicht feldgrauen Feind. Dann erscholl das KommandoGe laden", in gleichem Takte rasselte» die Gewehrschlösser des Landsturms auf und zu und im Moment waren alle grinsenden Turkosgesichter verschwunden. Es war ihnen nicht mehr recht geheuer, wahrscheinlich hatten sie Angst, sie würden jetzt er­schossen. Das schnelle Verschwinden erregte bei den Landsturm­männern allgemeine Heiterkeit. Diele französischen Gefange­nen, die schon ein bischen deutsch gelernt haben, sagen, wenn sie hier noch das viele Militär sehen:O, viel Soldat, Vater­land kaput!"

* Gießen, 3. Scpt. Einen schwierigen Erkundigungsflug führte in Belgien in vergangener Woche ein Offizier vom 110. Infanterie-Regiment (Gieße») aus. Als der Feind des Flug­zeuges ansichtig wurde, ergoß sich ein Kugelregen über dasselbe und der mutige und kühne Flieger erhielt einen Schuß in den linken Oberschenkel. Trotzdem blieb der Offizier oben, bis er sich seines Auftrages entledigt hatte. Nach ei»-- halben Stunde ging er zur Erde nieder mit wertvollen Mcldunaen über die feindlichen Stellungen.

Hessen-Nasiai«.

* Höchst o. Sit., 4. Scpt. Den Veteranen im Kreise Höchst a. M. wurde am Sedantage aus den von den Familien von Meister, v. Lucius und v. Brüning für diesen Zweck zur Der sügung gestellten Mitteln durch Landrat Klausel ein Ehrenge schenk von je 25 Mark überwiesen.

* Wiesbaden, 4. Scpt. Der Hauptmann Pctry, seither in Mörchingcn in Garnison, wurde schwer verletzt durch einen Schuß in den Oberschenkel, den er in der Schlacht zwischen Metz und den Vogesen erhalten, von Straßburg, wo er seither im Lazarett lag, nach Wiesbaden verbracht. Seine Gattin, di« bei Ausbruch des Krieges mit ihren zwei Kindern ihren Wohn­sitz von der Grenze nach Wiesbaden verlegt hatte, holte de« Schwerverletzten am Bahnhof ab und fuhr mit Automobil mich der Wohnung ihres Vaters, des Rentners Rcinhold Erüirall. Dieser verweigerte jedoch seinem schwerverletzten Schwieger­sohn die Ausnahme in seinem Heime, auch dann noch, als seine Tochter und seine Enkel begütigend auf ihn einredeten. Ein Prioathaus in der Nachbarschaft »ahm den schroff zurückgewie­senen Schwerverletzten auf, seine Familie verließ sofort das Elternhaus und zog in eine Pension. Die Bewohner der Ilm­gegend waren und sind empört über das Verhalten des Rent­ners zu seinem Schwiegersohn.

* Wiesbaden, 4. Sept. Zn welcher Weise Uiisere Jugend für die nationale Sache begeistert ist, kennzeichnet ein Schreiben eines Igjährige» Fürsorgezöglings an den Landeshauptann in Hessen. Es lautet:Unterzeichneter bitte! UNI die Geneh­migung, daß ich die >75 Mark, welche sich auf der Darlehnskasse bcjinden, zu freiwilligen Zwecken für Krankenpflege für Ver­wundete im Kriege sende. Ich selbst werde in 24 Stunden ab­rücken usw. Aus Wiedersehen! Musketier W."

Frankinrter Wetierberichi.

Voraussage: Wolkig, zeitweise Regenfälle, kühler^ nordwestliche Winde. 1

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e I. Friedberg; für den Anzeigenteil: K. S ch in i d t, Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeit,ii-.a". A. G.. Friedbera i.