Ausgabe 
3.9.1914
 
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Nr. zoa

Erna und Ille.

Roman von D. Feußner.

38 (Sortierung). »

Strahlenden Auges sah sie träumerisch in die Ferne, als eröffne sich ihr eine beglückende Perspektive zählte doch ein Feldpostbrief aus Ostasien für sie stets zu den wichtigsten Ereignissen. Klopfenden Herzens und mit zitternder Haud erbrach sie das Kuvert, durch­flog den Brief bis zu Ende, um dann sofort und gründlicher wieder mit der Lektüre zu beginnen. Vor dem Schlafengehen las sie Roderichs Zeilen dann noch zu wiederholten Malen und verwahrte sie schließ­lich in einer zierlichen Kassette.

Vater, weißt du Näheres über die gegenwärtigen Verhältnisse in China?" unterbrach sie das kurze Schweigen.

Man erfährt ja nicht allzuviel darüber," sagte dieser,nur soviel scheint sicher, daß das Expeditions­korps aufgelöst werden wird und nur noch eine Be­satzungsbrigade bestehen bleibt. Der größte Teil der Truppen soll schon in der ersten Hälfte des August von Taku oder Shanghai abgehen."

O Eott, wäre doch Roderich unter den Heim­kehrenden! Denn noch ein Jahr fern von ihm ich würde ich glaube ich Sie stockte, als sie den ängstlich forschenden Blick des Vaters gewahrte. ^^^Wa^laubst^du^ind?^^raqt^diese^esor^b^^

Donnerstag, scn s. weptemoee iai«

Ach laß, Vater," lenkte Ilse ab,ich mcinle nur. Es würde mir recht schwer werden die Trennung von Roderich noch länger zu ertragen."

Das Unabänderliche muß man erdulden, Ilse, nicht aber sich durch Ungeduld und Auflehnung gegen ein unvernrcidliches Schicksal die Tage verbittern Du warst doch sonst stets gefaßt und über Kleinliches er­haben," fügte er hinzu.

Gewiß, Vater, ich selbst suhle, daß eine Ver­änderung mit mir vorgegangen ist. Eine mir selbst unbegreifliche Sehnsucht nach etwas Unbekanntem, Namenlosem erfaßt mich bisweilen mit einer Kraft und Stärke, wie ich es nie vorher empfand."

Ruth war in tiefes Nachdenken versunken. Schon mehrfach war Ilse ihm in letzter Zeit rätselhaft er­schienen, im Grunde ihres Wesens verändert, und auch körperlich war sie sich nicht gleich geblieben: Das schmale Eesichtchen war noch bleicher geworden und die tiefer liegenden Augen von dunklen Schatten umgeben. Bisher hatte er sich mit der Annahme ge­tröstet, daß allein die Trennung von dem geliebten Manne dies bewirkt haben könne, und daß mit der Ursache auch die Wirkung wieder verschwinden werde. Ihre soeben geäußerten Worte aber, im Verein mit dem müden, apathischen Ausdruck ihres Eeiichtcs ließen sein Herz in banger Sorge um das ° geliebte Kind erbeben.

_____ Seite«,

Gewiß, Vater, ich bin ganz gesund! Nur manch» mal überfällt mich ein Gefühl der Vereinsamung, der Betlcmmung. das ich auf die Sorge um Roderich zu- rückführcn möchte. O käme er doch bald," setzte sie

nach einer Pause hinzu.

Auch ich hoffe, daß er bei de» Heimkehrenden sein wird," tröstete der Vater..

Und welchen Grund lönme es haven, wenn er noch länger sein bleibt? Steht cs ihm nicht frei zu kommen oder zu bleiben?"

2n diesem Punkte befindet sich der Offizier und der im Offiziersrang stehende Beamte dem Unter­offizier und den Mannsihaflen gegenüber im Nachteil, denn jener hat dem Kommando zu gehorchen und darf keinen Einspruch erheben, während die letzteren, falls sie nur ein Jahr kapituliert haben, auf ihi gutes Recht pochen können."

Ilse schwieg.

Ein leiser Windstoß rüttelte an den Kronen der alten Bäumet es war gleichsam eine Mahnung an die Ausflügler, das schützende Dach aufzusuchcn, denn am westlichen Himmel zog langsam eine gelbliche Wolkenschicht herauf. Die Vögel piepten ängstlich und das alte Reh zog es vor, mit seinen Jungen das Waldcsdickichi aufzusuchen. In dumpsent Rollen erklang die mahnende Stimme des Donners.

hlst du dich wohl, ntein Kind?" fra gte er liebe voll.

(Sortierung folgt).

tfieue Tageszeitung.

Bekanntmachung.

Tir Impfung im Stadtteil Fauerbach findet Sauiftag, den 5. d. Mts., vormittags 9t/, Uhr im Stadtthaus in Fauer­bach statt. Die Nachschau wird eine Woche später 'ivrgc- nommen.

Es köntien zur unentgeltlichen Impfung gebracht wer­den:

t. Alle im Jahre 1913 geborenen Kinder.

2. Die in den 6 ersten Monaten dieses Jahres geborc- neu Kinder;

3. besonders auch alle von auswärts zugezogenen noch nicht geimpften Kinder und die aus früheren Jahren Rück- ständigen. Aus Familien mit ansteckenden Krankheiten dürfen Kinder nicht gebracht werden.

Friedberg i. H., den 2. Sept. 1914.

Der Bürgermeister.

, . , Stahl.

Bekanntmachung.

Infolge Aufstellung von Neuformationen ist noch eine sehr grotze Anzahl von ehemaligen aktiven Offizieren und solchen des Bcurlaubtenstandes für Aufstellung von Rcu- formationcn erforderlich.

Ehemalige aktive Offiziere und Offiziere des Beur­laubtenstandes, welche sich zu einer solchen Verwendung be­reit erklären, wollen sich bis spätestens 12. September 1914 unter Angabe der Dienstverhältnisse beim Bezirkskommando mündlich oder schriftlich melden. Bei dem großen Bedarf an Ausbildungspersonal ist ihre Inanspruchnahme selbst bei beschränkter Dienstsähigkeit unbedingt nötig. Wünschen be­treffs Derwendungsart- und Ort wird, wenn irgend tunlich- cntsprochen werden.

Ferner werden diejenigen Beamten, die für unabkömm­lich erklärt wurden, aber überzeugt sind, daß die Gründe für ihre Unabkömmlichcit nicht mehr so zwingend sind, ous- gefordcrt, sich bis 12. September 1914 beim Bezirkskomman­do zur Verwendung im Heere zu melden, lieber ihre Ab- könnnlichkcit wird das Generalkommando entscheiden.

Großh. Bezirkskommlindo.

von Branconi, Major und Bezirkskommandeur.

Bekanntmachung.

Die nachstehende Zuschrift bringe ich hierdurch zur ösf- utllichen Kenntnis.

Friedberg, den 2. September 1914.

Ter Bürgermeister Stuhl.

Ter Großh. Bürgermeisterei Friedberg teile ich ergc- ocnst mit, daß das Bataillon morgen Vormittag 8 Uhr per Ertrazug nach Straßburg i. Elf. fahren wird.

Das Bataillon wird vorerst zur teilweise» Besatzung von Straßburg verwendet.

Hierbei unterlasse ich nicht, der Großh. Bürgermeisterei für die hülfrciche Unterstützung bei Unterbringung des Ba- taillonS sowie der verehelichen Bürgerschaft Friedberqs fiir die anerkennen?werte Quarfferverpflcgung der Mannschaf­ten meinen verbindlichsten Dank im Namen von Offizieren und Mannschaften auszufprechcn.

Ich darf bitten, dies zur Kenntnis der hiesigen Bürger­schaft bringen zu wollen.

Friedberg, den t. September 1914.

Hochachtungsvoll Weimer, Oberst z. D. u. Kommandeur des Laudslurni- Jnfanterie-Bataillons Fricdbcrg.

Lctr.: Sicherheitsmaßnahmen im Kriege.

Bekanntmachung.

Wegen dringlicher Besetzung einer Anzahl Sicherheits­wachen innerhalb des Stadtgebiets für die nächste Zeit reichen die sich seither zu diesem Zwecke freiwillig zur Dersiigung ge­stellten Bürger nicht aus.

Ich fordere daher sämtliche dahier anwesenden Ortseinwoh­ner von dem vollendeten 26. bis zu dem vollendeten 48. Jahre aus. sich umgehend, und zwar in der Zeit vom 3 . l. Mts., vor­

mittags 710 Uhr bei der Potizeiveewaltuiig ;ti Zimmer Nr. 8 des Stadthauses zu melden.

Friedberg, den 2. September 1911.

Der Bürgermeister: Stahl.

Für das Pole Fi reu;

Es gingen weitere Spenden ein:

2 . Wäsche und Eebiauchsgegenstände:

Frau Hilbrecht: 6 getr. Hemden, 4 firantentaffen; Fiäut. Alwohn: 6 Teller, 4 getr. Hemden, 2 Handtücher; Frau M. Eouder: 3 getr. Hemden, 3 P. Unterhosen, 2 fiopsiiberzüge, 2 Bettücher, 1 lleberzug, 12 Gabeln; Frl. Marie Stroebel. 4 Wassergläser, 1 Wafferslasche, 6 Teller, 6 gebr. Handtücher, 1 Kamm, 1 Tischchen, altes Leinen; Frau Gerber Harr: k Mes­ser und 6 Gabeln; Frl. Anna Stern; 4 getr. Hemden, 4 Ga­beln, 1 Messer, Frau Lehrer M.; 4 getr. Hemden, 2 P. Unter­hosen, 2 P. neue Socken, 4 P. gebr. Socken; Förster Haun: 3 P. gebr. Strümpfe, 3 P. getr. Hemden; Frau Oberlehrer filoos 2 P. neue Hosen, 8 Messer, b Gabeln; Frau Max Strauß: 6 gebr. Unterjacken, 13 gebr. Taschentücher, 0 Teller, 3 Taste», 3 Weingläser, 3 tl. Gläser, ß Gabeln, 8 f(. Lössel, 1 Stock, 1 Pack altes Leinen; Frl. Blum: 3 P. neue Socken, 1 P. getr. Socken; Frau Schub: 2 P. neue Socken; Frau Zahnarzt Metzler: 8 P. Unterhosen; Frau Jl.: 2 P. neue Hausschuhe; Frau fi: 2 P. Unterhosen, 4 Hemden; Herr Jul. G.: 4 P. getr. Socken, 2 Un- terjäckchen, I Unterhose; Frau SR.: 6 getr. Hemden, 2 P. getr. Strümpfe; Herr Ed. Oppenheimer: 3 getr. Hemden, 2 Leibbin­den, 2 Ueberzüge; Frl. Schneider: 8 gebr. Taschentücher, 3 ge­tragene Hemden; Vorbach, Okarben: getr. Hemden, 8 P. Un­terhosen, 8 Unterjacken, Strümpfe und Bettücher; Frau Phil. Hottes Ww.: 22 Hemde», 2 fiopstisten, Fußlappen, 4 fiopfbe- züge, Handtücher, getr. Socken, Pulswärmer; Frl. R. Helmke: 2 P. Socken; Frau Schmidtberger: 8 P. getr. Socken, 3 getr. Hemden, 11 Unterhosen, 1 Ueberzug; Frau B.: 8 getr. Hem­den, 2 Unterhosen, altes Leinen; Frl. Liefe! Prester: 3 Paar Stauchen; Frau Lehrer Dirlam: 3 Wastergläser, 2 Weinglä­ser, 3 Taschentücher, 1 Wasserflasche, 1 Pack altes Leinen; Frau Goldschmidt: 1 Kolter, 10 getr. Hemden, 3 Hosen, 2 Bettücher, 2 Ueberzüge, 3 P. neue Socken, getr. Socken, 3 neue Pulswär­mer; Frau H. Strauß: Bücher; Herr Diehl: 15 neue Hemden, 15 P. neue Socken, 1 Dtzd. Waschlappen, 10 Kämme, 6 Taschen­tücher, 3 P. Fußsohlen, 2 Haarbürsten, 2 Halstücher, 3 getr. Unterjacken, 5 getr. Hemden; N. N. rust. Student: 1 Fernglas; Frau Helmke: 5 P. neue Socken, 1 Unterhose, 1 getr. Hemd; Frl. Schneider: 5 P. neue Pulswärmer; Frau Eoßner, Leid- Hecken: 3 P. neue Pulswärmer; Frau Pfarrer Rheinsürth, Leidhecken: 4 neue Pulswärmer, 1 P. neue Socken; Frau Leh­rer Mohr: 4 neue weiße Hemden, 2 getr. Hemden; Frau Major Gudewill: g P. getr. Unterhosen, 8 Hemden, 7 Unterjacken, 4 P. Bettschuhe, 1 P. Hosenträger, 12 Tasten, 12 Untertasten, 12 Destertteller, 9 große Teller; Frau Eg. Schmidt: 8 Messer, 8 Gabeln 8 Lössel, 24 Teller; Herr Kreisamtmann Schniltsp"hn: Bücher, Herr Friedr. Heste: 12 Lössel, 12 Mester, 12 Gabeln: Herr Ph. Holler, Fauerbach: 3 Tassen, 3 Untertasten, 5 Ga­beln, 3 Pulswärmer; Herr August Stern: 12 Handtücher, 2

Ueberzüge, 4 dkl. Ueberzüge; Herr Schl.: 12 Taschentücher, 6 Lössel, Zahnbürste, Kämme, Spiegel; Frau Kilb: 3 P. Haus­schuhe, 3 P. Pulswärmer, 12 Taschentücher; Frau Zahnarzt Landau: 5 getr. Hemden; Frau Amtsgerichtsdiener Dreher. 6 gebr. Bettücher, 3 Hemden, Kopfbezüge; Frau Kreisbauinspek­tor Witzler: 10 P. Hausschuhe, Bücher; Gemeinde Beienheim: 100 getr. Hemden, 3 Ueberzüge, 4 Kopsbeziige, 7 Bettücher, 4 Unterhosen, 28 P. Strümpfe, 1 P. Pulswärmer, 8 Taschen­tücher, altes Leinen, 1 Dtzd. Obertassen.

3. Naturalien.

Frau Oekonomierat Alles, Nieder-Florstadt: Gemüse;

Frau Daubertsheim, Nieder-Florstadt: Gemüse; Frau Adolf Engel: 10 Gläser eingemachte Mirabellen; Fran Pfarrer Rit­ter: 8 Gläser eingeniachte Birnen und 8 Gläser eingemachte Kirschen; Herr Kilb: 1 Kiste; Herr Aug. Stern: 5 Pfd. Kaffee; Herr Otto Petri: 30 Eier; St. 5t. Wölfersheim: Gemüse; Frau Kreisbauinspektor Witzler: 10 Fl. Rotwein; Herr Franz Jor- dio: Mehrere Schränke aufgeschlagen und Gestelle zur Verfüg­ung gestellt; N. 5t.: Seife; Frau Kilb: Chokolade; Herren S. Ehrmann Söhne: 12 Fl. Himbeersyrup, 12 Fl. Cognak; 5t. SR,: Tabak, Zigarren, Ehokolade, 1 Fl. Wein; Frau Geometer Mi­chel: Gemüse, Milch; Herr Oswald Türk: 100 Zigarren, 130 Pakete Zigarette». 4 Fl. Wein, skrau Oberlehrer Schaum: 1

Fl. Himbeersyrup; Frau Ferd. Damm: 2 Fl. Himbeersprup, Marmelade.

Allen Geber» herzlichsten Dank.

Zweigverein vom Roten Kreuz, Friedberg.

Aufruf

an die Turner des Gaues Weiteran!

Ich fordere hiermit alle Turner des Gaues Wctterau auf, sich wo es erforderlich ist unter Leitung ihrer Turn­warte oder Vereinsvorsteher willig der Gemeindebehörde zu unterstellen, gleichgültig welche Hilfeleistung von ihnen ge­fordert wird, sei es Sammlung von Geld, Kleidungsstücken, Naturalien fürs Rote Kreuz oder sonst eine Tätigkeit für kranke und verwundete Soldaten. Kein Opfer fürs Vater­land darf dem Turner zu groß sein. Auch werden die Ver­eine des Gaues Wetterau aufgefordcrt, Geldbeiträge zum Besten des Roten Kreuzes an den Schriftführer des Gancs Wctterau, Herrn Ehr. Schutt, Wölfersheim einzuf.'ndcn. Tue jeder seine Pflicht auf dem Platz, an den ihn das Schick­sal gestellt hat, und bedenkt: Es muß alles herangezogen

werden, sonst geht Freiheit und Vaterland verloren» '

Wölfersheim, den 30. August 1914,

Wilh. Dorsch, ßinwcrfrftfr.

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