Nr. ZU5
der Jnsanterie, zum Kommandierenden General des 5. Armeekorps ernannt und am II. September 1907 in gleicher Eigenschaft zum 1. Armeekorps versetzt. 1909, am Geburtstage des Kaisers, erhielt er den Adel. Am 10. September 1910 stellte ihn sein allerhöchster Kriegsherr a la suite des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpr.) Nr. Z. Am 1. Oktober 1913 wurde er Ecneralinspektor der damals neu errichteten 8. Armeeinspektion.
Generaloberst Karl von B ü l o w , der bisherige Gc- neralinspektor der Z. Armee Inspektion in Hannover, wurde IM 21. März 1816 zu Berlin als Sohn eines Oberstleutnants and dessen Gattin, gcb. v. Waldow, geboren. Nachdem er rus )em Wilhclmsgymnasium seine Vorbildung erhalten hatte, trat er am 21. Dezember 1861 beim 2. Garde-Regiment auf Beförderung ein und zog im nächste» Jahre, zum Fähnrich ernannt, als solcher in den Krieg 1886. Hier wurde er im ersten Gefecht bei Soor am 28. Juni leicht verwundet, nahm indessen schon am folgenden Tage am Gefecht bei Königinhos und an der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli wieder teil. Er erwarb sich hierbei das Militäroerdienstkreuz erster Klasse und wurde wenige Tage nach der Schlacht bei Königgrätz zum Leutnant befördert. Den Krieg 1870-71 machte er zum Teil als Bataillons-, zum Teil als Regimentsadjutant des 2. Earde-Land- wchrregiments mit und nahm a» den Belagerungen von Strafj- burg und Paris und an der Schlacht am Mon! Valerien am 19. Januar 1871, der letzten Ausfallschlacht der Pariser Besatzung, teil. Mit dem Eiserne» Kreuze ausgezeichnet, kehrte er heim, wurde am 11. Dezember 1871 zum Prcmierlcutnant be- sördert und im folgenden Jahre als Adjutant zur Inspektion der Jnfanterieschulen kommandiert. Am Königsgcburtstage 1903 wurde er mit der Führung des 3. Armeekorps beauftragt und am 18. April desselben Jahres zum Kommandierenden General dieses Korps ernannt. Am 13. September 1901 wurde er General der Infanterie und 1908 a la suite seines alten Regiments. des 1. Garde-Regiments, gestellt. Er gehörte auch zur Kommission, die uiiser neues Jnfanlcriereglement bearbeitete, wie er schon das neue Artillerie-Exerzierreglement seinerzeit mitgeschajfen halte. Er ist auch Ritter des hohen Ordens vom Schwarzen Adler und besitzt auch das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub. Schon feit langem galt er als einer der Armecführer in einem etwaigen Kriege.
Max Frhr. n. Hausen entstammt dem uradligcn ober- fränkischen Geschlecht der Freiherren und Herren von Hausen. Er wurde am 17. Dezember 1816 als Sohn des früheren Stadtkommandanten von Dresden geboren, trat 1839 in das Kadettenkorps und 1863 als Portepeefähnrich beim damaligen 3. Jä- gerbataillon ein, das später in der deutschen Armeerangliste die Nr. 13 erhielt. Im Jahre 1816 erhielt er das Leutnantspatent und zog mit dem Bataillon 1866 in den Feldzug, wo das sächsische Kontingent sich bekanntlich ganz hervorragend schlug. Der Frhr. von Hausen zeichnete sich in der Schlacht bei Königgrätz persönlich aus. Am Feldzugs 1870-71 nahm er als Adjutant des Jägerbataillons Nr. 13 (Kgl. Sächsisches Nr. 2) teil, machte »je Schlachten bei St. Privat, Bcaumont »nd die Belagerung von Paris mit und kehrte mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und dem Ritterlreuz 1. Klasse des Albrechlordens mit Schwertern geschmückt aus dem Feldzüge heim. 1901 wurde er zum General der Jnsanterie ernannt und 1902 als Nachfolger des vcrftorbenen General der Infanterie Edler von der Planitz als Staats- und Kriegsniinister an die Spitze der sächsischen Heeresverwaltung berufen. In dieser v ranlwortungsrcichen Stellung hat der Freiherr von Hausen bis heute gewirkt. Sein König hat seine Dienste belohnt, indem er ihn :m Jahre 1906 a la suite des Jägerbataillons Nr. 12, dessen Kommandeur er gewesen war, stellte und ihm 1909 den hohen Hausorden der Rautenkrone verlieh. Der Kaiser verlieh ihm im gleichen Jahr den hohen Orden vom Schwarzen Adler und ehrte ihn 1910 durch die Ernennung zum Generalobersten. Als besondere Auszeichnung wurde ihm im Jahre 1912 im Kaijrrmanöver in Sachsen die Führung der blauen Partei überwiesen, und j -in König ernannte ihn aus Anlatz seines 30jährigen Militärdienst- jubiläums zum Chef des Jnfanleriercginients Rr. >82 (König!. Sächsisches Nr. 16).
Herzog Alb rech! von Württemberg, der bisherige Befehlshaber des 13. Wiirttembergijchen Korps und bisher-ge Ecneralinspektor der 6. Armeeinspektion in Stuttgart, wurde am 23. Dezember 1883 in Wien als Sohn des Herzogs Philipp von Württemberg und der Erzherzogin Maria Theresia von Oesterreich geboren. Er gehört der katholischen Linie des Wüit- tembergischen Königshauses an und ist der muinaßliche Thronerbe. Am 28. August 1883 trat er als Leutnant in den aktiven Militärdienst, wurde am 9. Juni >8..8 Premierleutnant. Am 16. Juni 1901 zum Eeneralieulnant befördert, erhielt er die Würticmbcrgische 26. Division in Stuttgart und wurde am 22. September 1906 General der Kavallerie und Ka : -naudicrcn- aer General des 1t. Armeekorps in kaffe! di-s er im Februar OOS mit dem 13. (Württemdergischen) Arme tterpa vertauschte. Seiner Ehe mit der Erzherzogin Margareta von Oesterreich sind sechs Kinder entsprossen.
Unser Kronprinz ist ja in seiner miittsixischen Laufbahn unfern Deutsche» wohlbetan:,:. Er geht f , nun in dem herrlichen Reitelgeift seiner Totea.logf Husaren or.
Generaloberst Kronprinz R u p p: e ch ! v. '3 aper», kr bisherige Eeneralinspeltor der 1. Arme, f, tttton i München, wurde am 18. Mai 1869 zu München als ältester Lohn des Prinzregenten Ludwig und dessen Gen: - lin Maria Theresia, Erzherzogin von Oesterreich-Este, geborr v 1886 zum Leutnant im Infanterie-Leib-Regiment ernannt und im folgenden Jahre in Dienst gestellt. 1901 wurde er Kommandeur der 1. Division in München und am 10. April 1008 General der Jnsanterie und Kommandierender General des 1 . bayerischen Armeekorps. Als solcher wurde er im vergangenen Jahre zum Eeneraloberstc» bcsördert. Er steht auch a la suite des prcusif scheu Lcib-Kürajsicrr-gimcnts Großer Kurfürst (Schlesischen) Jit. 1 und des 2. Sccbataillous, und ist Inhaber des bayerijck,. >0. und des 13. ungarijchcn Jnsanterierczim.euts sowie Ritter »es Schwarzen Adlcrordens.
Generaloberst Josias o. Heer in gen. der bisherige Ge oeralinspckteur der 2. Armee-Inspektion, wurde am 9. Märr
Neue Tageszetluag. M>lt»och. 2. beptemder 1914
1830 zu Kassel als Sohn des 1885-«erstorbenen Ehefprasidenten
der Verwaltung des Kurfürstlich Hessischen Hausfidcikommiffrs, Josias v. H., und dessen Gattin, ged. v. Starkloff, geboren und trat aus dem preußischen Kadettenkorps am,11. April 1867 in das hessische Füsilierregimcnt 3iz. 80. Am 10. August 1868 zun, Sekondeleutnant ernannt, ging er als solcher in den Krieg 1870, in dem er sich das Eiserne Kreuz verdiente. Am 20. Juli 1898 zum Generalmajor und Direktor dieses Departements befördert, verblieb er in dieser Stellung, am 7. Juli 1901 Ceneialleutuaitt geworden, bis zum Königsgeburistagc 1903, an dem er zum Kommandeur der 22. Division in Kassel ernannt wurde. Am 24. September 1906 mit der Führung des 2. Armeekorps beauftragt, wurde er am 16. Oktober desselben Jahres unter Ernennung zum Kommandierenden General dieses Korps zum General der Infanterie befördert. Am 11. August 1969 wurde er zum Kriegsminister ernannt und hat dieses schwere und verantworiungsreiche Amt vier Jahre, bis zum-3. Juli 1913, inncgehabt. Sein letztes Werk war die grosse Wchrvorlage des vergangenen Jahres. Schon am 20. März 1911 stellte ihn der Kaiser a la suite des Füsslierregiments Nr. 89, in dem er einst feine Laufbahn begann, und er steht nun feit dem 3. Juli 1913 an der Spitze der 2. Armeeinspektion in Berlin, die vordem Feldmarschall v. d. Goltz befehligte. Bolle elf Jahre gehörte er dem Kricgsminjsterium an, in dem er so viel für unser Heer leisten durste. Auch den hohen Orden vom Schwarze» Adler hat ihm fein Kriegsherr verliehen.
Ans Frankreich.
Paris in Erwartung der Belagerung.
5iopcuhngeu, 1. Sept. (W. B.) (Nichte,intlich.) Nach einer Blättermcidimg der „B. Z." ans Paris erwartet die Stadt die Belagerung. Die Tcrritorialarniec seht daS verschanzte Lager in Vericidigungszustand, die Verpcoviant- ticrung der Stadt sei gesichert. Zahlreiches Bieh fei im Boulogner Wäldchen, auf der Rennbahn von Longchanivs und an anderen Stellen nntergebracht.
Vcrlrgniig der französischen Regierung?
Mailand, 1. Sept. Die Turincr „Gazzeiia del Popo- Io" meldet ans Marseille, nach zuverlässigen Pariser Meldungen werde die französische Regierniig nächster'Tage ihren Sitz nach auswärts, wahrscheinlich nach Lyon, verlegen.
Sic sirgcii weiter rückwärts.
Paris, 1. Sept. Die letzte offizielle Note des französischen Kriegsministcrinnis besagt. Wir dringen langsam in Lothringen und den Vogesen vor und haben das Heer des Kronprinzen bei Spinccourt und Longnyon geschlagen, aber bei Nenfchatcan und Palisenl teilweise Niederlagen erlitten, die ans zwangen, gegen die Mosel zurückzugchcn. Bei Le Chateau, Cambresis und Cambrai wurden die englisch-französischen Truppen von überlegenen Kräften ange- grissen und sind nach dem Süden znrückgeaangen. Unsere Rechte drängte das preußische zehnte und das Gardckorps an die Oise zurück, mußte aber wegen Borschreitens des deutschen rechten Flügels wieder zurückgehen.
Die leiste Hoffnung dcr Frauzoscn.
Hirns, 1. Sept. Die Hoffnung, mit dcr die Paiis-r Presse die Ocfscntlichkeit zu beruhigen sucht, ist augenblicklich die angebliche rnssisck)e Invasion in Deutschland. „Berlin entcnd les chevanr des cosoques!" und „La victoire cst en niarchc cn Prasse!" verkünden triumphierend die Pariser Zeitungen und ans diesen Ton sind ungefähr alle Nachrichten gestimmt, die in Frankreich jetzt vom deutsch-russischen Kriegsschanvlatz veröffentlicht werden. „Ohne übertriebene» Optimismus", so schreibt das „Journal", kann man annchincn, daß die russische Invasion kein ihrer Masse entsprechendes Hindernis finden wird. Es bedarf anderer Tinge, uni eine Flut von mehreren Millionen aufzuhalten! Ter Tag ist nahe, wo die Deutschen nicht inehr einen Ceg- ner unterschätzen werden, der ihnen in den Rücken füllt, und an diesem nicht fernen Tage werden wir die Fruchte unseres Abwartcns pflücken! Wie bitter muß die Enftänschung sein, wenn erst dcr Zusammenbruch der russischen Armee in Ostpreußen bekannt wird.
Abermals ein deutscher Flieger über Paris.
Rom, 1. Sept. lieber Paris erschien gestern nachmittag 4 >/. Uhr abermals ein deutscher Acroplan, diesmal ein Far- man-Eindecker. Cr flog so niedrig, daß inan das Geräusch des Motors hörte. Tie Menge beobachtete den Apparat und hielt ihn zunächst für einen französischen, bis der Flieger eine Bonibe warf, die ani Pont Nenf in dcr Nähe des Tenkinals Heinrichs IV. nicdcrsiel, ohne Schaden anzurich- ic«; auch ein fandbcschwcrtcr Sack mit dcr deutschen Fahne und einem Brief, der die Ankündigung des Sieges bei St. Oncnün enlhieit, wurde niedergelassen. Darauf bemäch- ligte sich der Menge ein lebhafter Schrecken. Es wurde ans den Are.! lan geschossen, aber vergeblich.
Ans England.
Englische Jnvasionssnrcht.
Amsterdam, 29. August. Ans London wirb gemeldet, daß die Stimmung privaten Gerüchten zufolge, die hier cinge trofsen sind, eine recht gedrückte ist. In den Klubs kritisiert man bereits sowohl die Militärischen wle die politischen Führe: und selbst über den Sieger von Omdur.nan Lord Kit- ch-ner. dessen Autorität bis vor wenige» Wochen unangefochten war, hört mon bittere Urteile. Die Zeitungen fangen bereits an. zu trösten, trotzdem die ganze Wucht der englischen Niederlage» sorgfältig verheimlicht wird.
Englische Ausreden.
Berti», 1. Sept. Der „Berliner Lolaian„eiger' meldet aus Kopenhagen: Die Loiiboiicr „Times" verösiciittichi einen lange» Bericht ihres Korrc>vond-»te» über die letzten
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Kämpfe in Frankreich, welcher zugibt, datz die britische» Truppen große Verluste erlitten hätten, ihr Mut aber ungebrochen sei. Der französische Eeneraistab habe die Kraft des deutsch:» Vorstoßes in Belgien unterschätzt. Die Deutschen seien mit ungeahnter Schnelligkeit vorgedrungen und vorwärts §.- lärmt, ohne auf die Eroberung der Festungen besonderen Wer! ;a legen. Die englische Artillerie habe die deutschen Reihen ni-eder- gemacht, aber neue Reihen seien, wie aus der Erd: gewachst::, vorwärts gestürmt.
Die Engländer in Ostende. *
London, 1. Sept. (W. B. Nichtamtlich). Di: Blätte: melden, Churchill habe mitgeteilt, daß englisch: Seesoldaten Ostende und die umliegende Bezirke besetzt hätten. Lord kit- chener fordere zum Eintritt in die zweite Ersatzarmee (10000C Mann) des regulären Heeres aus! die Altersgrenze betrage 19 und 35 Jahre. Die Zahl dcr Meldungen zum ersten Ersatzhecr sei befriedigend.
Schwere Beschädigung eines englischen Schisses.
London, 1. Sept. „Daily Graphic" berichtet: Die englische Flotte ist vom Helgoländer Gefecht zurückgekehrt Ein Schiss, dessen Name ungenannt bleibt, trug schwere Spuren des Kampfes. Es hatte 11 mit Holzstücken gestopfte Löcher, auch die Brücken waren verbogen. Das Schisi hatte Tote und Verwundete an Bord. Der erste deutsche Schuß hatte die Dynamomaschine getroffen, und das Schiss war in Dunkel gehüllt. Spätere Schüsse fegten die Schornsteine weg, zerstörten Geschütze und drangen in die Ossizicrsmesse ei».
Deutsche Flottcnersolge in Oftasscn?
Nach einer Kabelmeldung des „Newyork Journal os Eo- merce" aus Schanghai vom 11. August liefen zwei Kriegsschiffe, jedes mit vier Schornsteinen, arg zugerichtei und mit vielen Verwundeten an Bord, am 13. August Im Hafen von Hongkong ein. lieber die Identität der beiden Kriegsschisse verlautet in Schanghai nichts offizielles, doch glaubt man, datz es entweder die beiden englischen armierten Kreuzer „Mino- tower" und „Hampshire" oder die französischen Kreuzer „Duplex" und „Montcalm" sind. Sie sollen einen Zusammenstoß mit deutschen Kreuzern gehabt haben.
Ans Belgien.
Flucht der belgischen Königskinber.
Antwerpen, 1. Sept. Die Königin hat Antwerpen am 3t. August vormittags verlassen, um ihre Kinder nach London zu begleiten.
Deutsche Eisenbahner in Feindesland.
München, 1. Sept. Zu den in Betrieb genommenen Eisciibahustrecken in Feindesland sind heute vierhundert bayerische Eisenbahnbcamie und -arbeitei abgereist.
Deutsche Post in Lüttich.
Düsseldorf, 1. Sept. Ein Oberpostinspekior uno zwanzig Postbeamte gingen von hier nach Lüttich ab, wo deutsche Post eingerichtet wird.
Petrograd!
Petersburg, 1. Sept. Nach einem kaiserlichen Befehl wird Petersburg künftig „Petrograd" genannt.
Wir Deutsche haben Anlaß erfreut zu sein, daß fortan die deutsche Sprache nicht mehr dadurch geschändet werde, zur Tragung des Namens der Hauptstadt des russischen Barbareureiches benutzt zu werden. Zu wünschen wäre auch, daß die deutschen Namen in der russischen Arniec verschwän- den, die namentlich bei den Heerführern Vorkommen. Auch sie inüßtcn russisiziert und in Namen wie Knntowiisch, Be- trunkowitsch und dergl. umgeändert werden.
Lin Arrt über das ftani. Infanicriegkllhos!.
In der Feidärztlichen Beilage zur „Münchener Medizinischen Wochenschrift" bespricht Prof. Walther Straub (Freiburg i. Br.) das französische Jnsanicriegeschotz vom ärztlichen Siand- punlt aus. Er schreibt: Es ist die Meinung unter unscrm
Soldaten verbreitet, bas französische Jnsanicriegeschotz wäre dadurch besonders gesährlich, daß cs Deranlassung zu Vergiftung aus chemischem Wege gebe. — Aus den Kämpfen bei Mülhausen sind mir französische Patronen zur Untersuchung gegeben worben. Die unversehrten Patronen trage» teilweise einen schwarzen, etwa 1 Millimeter breiten Steife» an dcr Stelle, wo das Geschoß in der Patronenhülse steckt. Dieser Streifen wird besonders argwöhnisch beurteilt. Bei seiner Untersuchung stellte sich heraus, datz cs sich um einen Lackriug handelt, der völlig harmlos ist. Es ist eine Maßregel rein technischer Natur zum Zwecke der Dichtung an der Stelle der Einfügung des Geschosses in die Patronenhülse. Der Lack sitzt autzerordentlich fest, denn ich fand ihn zum gratzen Teil nach erhalten nn Geschossen, die aus Verwundeten entfernt worden wäre»! er hat also die Passage durch den Gcwchrlauf unversehrt ausgehalten. Patronen mit anderen Jabrilationszeichen trugen übrigens den Lackring nicht. Das Geschoß selbst ist massiv mit einem äußerst dünnen, offenbar galvanisch aufgelegten Kupsermaniel überzöge»! der Mantel ist so dünn, datz er, selbst wenn er absplcttern sollte, keinen Schaden anrichten kann. Die chemische Analyse des Geschosses ergab die Anwesenheit von Kupfer, Zink und Nickel und zwar i» quantitativer unverbindlicher Schätzung etwa 96 Prozent Kupfer, 8 Prozent Zinl Nub 1 Prozent Nickel. Es fehlten Arsen, Phosphor, Antimon. Demnach ist das Geschoß ein Massivgeschotz aus ssh> gutem Material. Eine akute Vergiftung mit den im Geschoß enthaltenen Metalle» erscheint ausgeschlossen. Die Frage, cd ein derartiges, cingehcilles Geschoß etwa eine chronische V-r giftung nach nachträglich verursachen -könnt«, ist zurzeit nicht -.nlsche'dbar. Tierversuche über das Verhalten ciugehettiel derartiger Geschosse sind im Gange, bis jetzt sind keinerlei Re- altionserfcheinungen zu beobachten, was auch mit den Beobah tungeu der Aerzte über de» Heiiuugsverlauf Verwundeter mit nicht entfernten Geschossen übcreinstimmt. Ucber die Resorption von Kupfer ans metallischem Depot und dadurch ent- iiebende chrauücke K»vierncraist»ng ist io gut wie nickt»,


