Nr. 204
»reue Xagtejcuung. Dienstag, vrn 1 . teeplcmbct 1014
Cefflnf
Erna und ZI je.
Roman von D. Feustner.
87 (Fortsetzungj.
„Ich bin nicht müde, mein Kind und glaube im Gegenteil, das; mir eine kleine Fußtour gute Dienste tun wird, denn schon spure ich den stechenden Schmerz nicht mehr so stark wie früher."
„Jetzt sind wir am Ziele," ries Ilse und deutete nach einer kleinen Fichtengruppe, in deren Schatten eine Anzahl steinerner Bänke angebracht waren. Etwa hundert Schritt weiter befand sich ein srischgrüner Rasenfleck, auf den, ein Reh mit seinen zierlichen Jungen äste. Mit klugen Augen betrachtete die Rehmutter die beiden Ankömmlinge, ohne jedoch an Flucht zu denken; haben doch die meisten Tiere instinktiv ein feines Empfinden für das Wohlwollen der Menschen.
„Wirklich ein idyllisches Platzte'- sagte der Vater, und liest sich neben seiner auf einer
der Bänke nieder.
„Nicht wahr?" rief Ilse, und sich an den V-Ler schmiegend fuhr sie fort: „lind hier an diesem stillen friedlichen Ort, der eine so besänftigende Wirkung ausübt, versuche es noch einmal mich von der völligen Haltlosigkeit jenes Gerüchtes zu überzeugen, das immer wieder gleich einem gespenstischen Schatten vor mir auftaucht und mich in steter Unruhe erhält?
„Kind, Kind! Ich hoffte, dies sei nun auch für dich ein überwundener Standpunkt! Habe ich dir nicht die Unwahrscheinlichkeit jenes Gerüchtes erschöpfend dargelegt?"
„Gewiß, lieber Vater, und ich wiederhole mir selbst gar oft alle Vernunjtgründe, die für die völlige Haltlosigkeit jenes Gerüchtes von dir ins Treffen geführt wurden, und dennoch vermag ich die innere Angst und Sorge nicht zu bannen, wenn meine Gedanken bei dieseni Punkte weilen. Gefühle sind eben undefinierbar und lassen sich nur selten durch Vernunftgründe ertöten."
„Und doch will ich cs noch einmal versuchen, will meine geringe Beredsamkeit aufbieten und dir klar machen, wie falsch es ist, einen solchen, durch nichts verbürgtem Gerücht irgend welchen Einslust auf unser Denken und Empfinden einzuräumen. — Du fragtest mich, wieso das Gerücht habe entstehen und verbreitet werden können. Gerüchte bilden sich gleichsam wie Elektrizität in der Lust und ziehen sich wie diese zu einem Gewitter zusammen, das schliestlich durch geschwätzige Zungen zur Entladung gebracht wird, bisweilen unsagbares Unheil anrichtend. Im vorliegenden Falle ist cs nun Gott Lob nur ein kalter Schlag gewesen, der uns erschreckte; die erst gestern zu unserer Kenntnis gelangte Verlustliste enthielt Roderichs Namen ebensowenig, als die früheren. Damit sollten doch nunmehr auch deine letzten Zweifel behoben sein."
„Und doch erhielt ich seit acht Wochen keine Nachricht mehr von ihm," klagte Ilse.
„Auch dafür glaube ich jetzt eine Erklärung gefunden zu haben. Ehe wir weggingen habe ich die soeben angekommenen Zeitungen durchflogen und fand unter^den „Neuesten Nachrichten" diese Notiz. Während des Sprechens hatte er eine Zeitung aus der Brusttasche gezogen, die er Ilse reichte, mit dem Finger den betreffenden Arttkel bezeichnend.
„In Shangai ist die Post verbrannt," sagte -iese nach beendeter Lektüre bedauernd; „wer weist, wieviel Liebes und Schönes, das für mich bestimmt war, dabei in Flammen aufging!"
„So kommst du also selbst zu diesem richtigen Schlüsse," sagte der Vater.
„Und was noch mehr ist - ich freue mich sogar darüber, datz die Briefe verbrannt sind!" rief Ilse in kindlicher Unüberlegtheit.
Ruht lächelte über ihre Naivetät.
„Gerade diese Nachricht hat mich völlig beruhigt, denn sie lästt mich hoffen, daß in einigen Tagen die Heist ersehnte Antwort eintrifft! Und vielleicht ist dieselbe schon in allernächster Nähe, denn gestern ist ein Postdampfer angelangt, der sicher auch für mich Briefe gebracht hat! Wie ich mich darauf freue, endlich wieder die geliebte Handschrift zu erblicken!"
(Fortsetzung folgt)
Für die vielen Beweise herz-j ! licher Teilnahme während dem J Kranksein und der Beerdigung; | unserer lieben, treubesorgten Eltern und Grosseltern sowie für die Hilfsbereitschaft und liebevolle! Unterstützung in Unter-Widdersheim sagen innigen und herzlichen I Dank
Familie Stoll, Riedmühle.
Feldposf- Senduien
Aufruf!
| einschließlich vorschrifts-1 mäßiger Packung.
Zigarren
4 Stück 7er r« Pfg.
4 Stück 8er 3 4 Pfg.
| unsere langjährig beliebten und bewährten Marken.
E*©r*o25*«*i
zu versenden.
r --->
Während der Abwesenheit der hiesigen Aerzte nehme ich jede Art von ärztlicher Tätigkeit an.
Sprechstunden von 8—9 Uhr vormittags und um 12 Uhr.
Anmeldungen für Besuche werden möglichst frühzeitig erbeten.
^_Dr. Nevcl, Fried berg.
Feine Speise-
| Schokolade!
j 2 gr. Tafeln Ffg, [
1 Tafel >,< Pfund feine Berger-
I Schokolade
und 1 Rolle
Pfetforminz- [tahletten 50 Pf.
Zirka 0,4 Pfund
Eisbonbons 25 Pfg,
C ausschließlich
20 Pfg. Porto. J
Hätte ich doch ftiife: gewußt, daß die Bun-Präparale ein.so mild wirtendes und doch so vorzügliches Mittel gegen Gallensteine sind. Ich liit jo unaussprechlich an Eallenjteinlolilen, daß lchließlich nichts anderes übrig blieb, als die Gallenblase herans- nehmen zu lassen. Leiber war die Folge davon eine schrecklicher Nachdem die Wunde vernarbt war, lamen die Koliken wie zuvor, sa noch furchtbarer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Magenkrämp-e und Erbrechen, so daß ich bis säst zum SIlett abmagerte. Mein Zustand war ein hoffnungsloser und qualvoller, und als ich wieder operiert werden sollte, ließ ich es nicht zu und griff zu den D>»»- pille». Gleichzeitig legte ich mir ein elwa 20 cm breites Tun- yflnfter wie einen Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder, verspürte last augenblicklich Linderung, die Kämpfe und das Erbrechen ließen nach und ich tonnte wieder besser essen. Nach 3—4 Wochen hatte ich bereits >0 Psund zugenommen. Nach e.nigen Wochen bekam ich noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene Gallenstein, der bei der Operation nicht gesunden worden war, abgino. Non diesem Tage an, während ich Pillen und Lalbe weiter nehme, habe ich bereits I Jahr lang weder Kolilen, noch Krampfe, noch Erbrechen re. gehabt und außerdem weitere 25 Pfund zugenommen, jo daß ich mein altes Gewicht wieder habe und alle schweren Hausarbeiten wie früfjer verrichten lann. ja daß ich mich noch lebensjioher und gesünder suhle. — Im vergangenen Sommer haben die Irinpiltcn und -Salbe meinen Jungen Max, als er an Masern erkrankte, innerhalb t! Tage» wiedcrhcigestellt, desgl. später bei einem Anfall an Diphtherie und Halsentzündung. 0. 8. (130) D. I 1 . (1.30) D. Z (! 0).
Darmstadt, 22. 9. 1912.
Frau L. Muttere
(Unterschrijr ortszcrichtlich beglaubigt.)
Von nie versagendem Erfolg gegen Flech'e.i. Bin ich neu, Katarrh, Influenza. Keuchhusten, Nhenmaüsmus, Ischias, Hexenschuß »nd Brandwirndeit.
Zu haben in ürpothelen oder durch Vermittlung der Fabrik Hand .<>>eiö ii. (Sa., Drin-Präparate. G. irr. b. H„ Tarmstadt, Roßdörleiitraße 22. Prospekt kostenlos und frei.
FriMtkgtr HMam
;mn Dörren von Obst u. Cemüfe für die kommende Zeit glänzend bewährt
empfiehlt
W. A.
Frlcdberg t. H.
Die glänzende Entwicklung unseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen; sie must im Gegenteil mit allen Mitteln weiter gefördert werden, damit die jüngste Waffe mit vollem Erfolg für die Verteidigung des Vaterlandes miteingesetzt werden kann!
Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und die Marine ist durch besondere Maßnahmen gesichett worden. Die Verwendung der Zioilpiloten im Heeresund Marincdienst ist eingeleitet. Die Fliegerschulen setzen ihren Ausbildungsbetrieb fort. Aber die Möglichkeit großer Abgänge, mit denen im Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge für die Ausbildung weiterer Flugzeug-Führer für den Krieg. Die Meldungen von Kriegsfreiwilligen überschreiten zwar — wie bei allen Waffen so auch bei der Fliegertruppe — den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen muß hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden und auch von den Ausgewählten werden im Laufe der Ausbildung noch viele zurücktreten müssen.
Es kommt deshalb darauf an, von vornherein die geeignetsten als Kriegs freiwillige cinzustellen, d. h. solche, die neben der erforderlichen Intelligenz und tüchtigen Charaktereigenschaften im besonderen auch schon Vorkenntnisse in der Bedienung und Pflege von Flugmotoren besitzen. Solche Persönlichkeiten werden sich namentlich unter denjenigen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sonderfach zugewendet haben. Außerdem werden geübte Mechaniker und Monteure gebraucht.
Kriegsfreiwillige
melden sich zur Ausbildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilfsmonteure
bei der Königlichen Inspektion der Fliegertruppen in Berlin-Schöneberg, Alte Kaserne (Fiskalische Straße) — Auswättige schriftlich. —
Berlin, den 13. August 1914.
___ Knsteg sminist erimn.
Bürger Friedbergs!
Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigende Gewißheit haben, daß ihre Lieben daheim versorgt sind und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nötige Pflege zu Teil wird.
Der Einwohnerschaft unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften bcizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege ^der Verwundeten und Kranken erforderlich sind.
In gleicher Weise gilt es aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gekommen find, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen.
Die Stadtverordneien-Versammlung hat deshalb beschlossen» ähnlich wie in
anderen Städten eine
Zentralsammlung für Kriegsfürsorge
einzurichten.
Wir richten deshalb an die Einwohneischaft die herzliche Bitte, die Durch- H führung dieser Ausgabe durch reichliche Geld- und sonstige Spenden zu unterstützen.
Spenden werden von den Unterzeichneten Vereinen und im Stadthaus, Zimmer
Nr. 4 entoegcngcnommen
Der Birrqermcifter: verein vom Roten Kreuz:
Stahl. Georg i.
Alice Frauen Verein: Friedberger Hilfsverein:
Nebel. Kleberger.
nässende und trockn. Schuppcnflechtc Bartflechte. Adcrbcinc. Bcinschädcn
offene Füsse
Hautaussch
■ s .r.oph. Ekzema, böse Winden sind oft sehr
Wer bisher vergeblich auf Heilung hoffte versuche noch die bewährte und iirzt 1 . cnipfoh'ene
Uino-Salbc
rrc' von schädlichen Bestandteilen.
Dose Mk. 1,15 und 2,25.
Man achte cuf den Namen R i no u. Firma Rieh.Schuberts Co, Wcinböhla-Drcsdc. Wachs. Oel, ven. Tcrp, je 25, Teer, S.Vic, Bors, c I. big, 20 Proz.
Zu t.f.'oon ln a'Ien Apotheken.
yieuc
mit abnehmbarem Vot. Neue
Jagdwagen 31 nie BreaL
ferner verschiedene gebrauchte Wagen als
Landauer, Kupee's, Halbverdeck, Break
empfiehlt
Ludwig Hanstem
Lrledhcvg. -^ie?on 341.


