Sic „itcnc I 0croicitiino“ crdjcint leben üvcrltag. Regctmätzlge Beitagen „Ser Lauer au» Velken", „yie Splunliubr". L-elugoprei»: Be, den Postanstatlc» oiea«l,äyr»ch U'if. U-t cci den Agenten monatlich 50 Psg. H,n,u tritt Postgebühr oder Trägeriohn. An,eigen. Ernndieile 30 Pig^ lokale 15 Plg, Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme ergobe» _Eelüllungsort ,,riedberg. Srfiriftltituwg und Verlag Friedberg tHestenl. Hanaier trage IS Zerniprecher 18. Postlcheck-Eoat» sie, 185S. Amt sirentsurt a. M.
Nummer 204
Diensruy, den 1. Sentember 10! r.
7. Jahrgang
Ein zweites Sedan im Osten!
Siegreicher Bormarich im Westen. — brünstiger Stnnd der Niesenschsachi in Galizien. - 80 Kilometer von Paris'. — 3 rustifche Armeekorps verninpet, (»0000 Rufien gefangen!
Hiebe hüben wie drüben.
Ter herlichc Lieg in Ostpreußen gestaltet sich non Tag zu Tag großartiger. Zuerst wurde von gar keinen Gefangenen gemeldet, dann wurden 30,000 gezählt und heute ergibt die ouitiichc Zählung über 00,000 Mann, worunter sich 2 konnuandiercnde Generäle befinde». Mit anderen Wor- tcn, die stolze rujfifchc Armee, die nach Berlin marschieren und vor der nach den Worten Poincarü's ganz Deutschland zittern sollte, ist vernicht c t. Tic weiter nördlicher stehenden Russen haben auf diesen Schlag hier sofort de» Rück- zug angctrcten.
Das ist eine Waffentat, die ruhmvoll in der deutschen Geschichte erstrahlen wird. Eine an Kräften schwäclreres Heer hat dank der Ucberlegenheit der Führung und dank der unvergleichlichen Tapferkeit der Truppen den weit überlegenen Feind geworfen und vernichtet. Eine schönere Gabe für den Tag von Sedan, der morgen gefeiert wird, hätte uns unser ruhmvolles Kriegsherr nicht beschecrcn können.
Auch aus dcnr W csi c n konrmcn Siegrsbotschas- t e ,i. Tic am nördlichsten stehende deutsche Armee unter G e n e r a l o b c r stv. K l u ch hat den Feind bei C o m b l c s geschlagen. Dieser Ort liegt nur 40 Kilometer von A in i- e n s. G e n e r a l o b e r st v. B ii l o w schlug die sranzösi- sche Armee bei St. O u e n t i n vollständig. Seine Truppen befinden sich im Vormarsch auf Paris. Offenbar sind cs Truppen dieses Armeekorps, die bereits nach feindlichen Angaben in Compiögne, 40 Kilometer von Paris, gesittet wor- den sind. Die Armee des Ge n e r a l o b e r st e n v. H a u s c n ist bereits vor Rethel an dem Flusse Aisne angelingt, dieser Ort liegt nnr 45 Kilometer von der alten französischen Krönnngsstadt Reims. Daß in de» Franzosen immer noch starke Gegner z» überwinden sind, hat die Armee des Herzogsvon Württemberg erfahren müssen, sie niußte vor überlegenen feindlichen Kräften wieder tciltveise über die Maas zurück. Sie gewann jedoch wieder Halt und eilt nunmehr »ach abermaliger lleberschreitung der Ri ras ebenfalls den, Flusse Aisne zu. Auch die Arnree des K r c n - Prinzen befindet sich im Vormarsch n. im Süden, wo in Lothringen fortgesetzt gekämpft wird, steht alles gut. Die Festung Montmcdtz siel uns säst von selbst in unsere Hände, nachdem die gesamte Besatzung bei einem Ausfall gefangen genommen wurde. Alle diese Erfolge haben uns dem größten Ziele, dem endgiltigcn Sieg wieder um einen kräftigen Schritt näher gebracht.
Auf der ganzen Front der Ricscnschlacht in Ostgaiizicn wird bereits sechs Tage lang erbittert gekämpft. Die Oesterreicher machen stetige Fortschritte. Nachdem ihr linker Flügel bis jetzt in siegreichem Vordringen begriffen .st befindet sich setzt auch das Ccntrun, der östcrrcich. Stellung siegreich iiu Vordringen, so daß die Hosfnung aus einen jnr unseren Biuidcsgenosjen siegreichen Ausgang immer gew.i,er
wird. . .
In der 1. Schlacht bei Krasnik »inchten die Oester ;er 6000 Gefangene und erbeutete» 3 Fahnen und 23 Geich ide und viele Maschinengewehre. Tic Deutschen Siege in Ostpreußen werden hoffentlich aneisernd mif unseren Bunde?- genossen wirken, auf daß sie auch cndgillig die zarische Macht ;>, Boden werfen.
Der Sieg in Ostpreußen und der Jlimnarldi in Frankreich.
Amtliches Telegramm.
Grosics Hauptquartier, 31. August. (2ß. T. B.) Tie Armee dcö (öc»cratol>crjt t>. Kluck Ijat einen durch französische »i»-äste «uternommeucn Lersirch eines französischen Flankcna»?ri?,s geqe» «c- «,b les durch ein Ariucekorps zuruckgesch.aeeu.
Tic Armee des Generaloberst v. Bülotv hat eine überlegene französische Arnice l ei St. Lucntin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ei» englisches Infanterie-Bataillon gefangen genommen hatte.
Tie Armee des Generaloberst von
Hansen hat den Gegner auf Aisue bei Acthel zurttlkgcdräugt.
Tic Arrncc des H c r z o g S v. SÖ ü r t -- teuiberg hat bei der Fortsehnng -ss llcbcrgangö über die Maas den Feind zunächst mit Bortruppcn überrascht, muhte aber bei de«» Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte tektwcife wieder über die Maas zurück. Tie Armee hat dann die Maasübergälige wieder getrommen und befindet fich w i e d e v im Vorgehen gegen die Aisire. Tas Fort Lefoyellcs hinter dieser Armee ist gefallen.
Die Aru-ee des deutschen Kronprinzen setzt ihren Vorinarfch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant von Montmedy mit der ganzen Besatzung der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen worden war, ist die Festung gefallen.
Die Armeen des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten von Heeringen stehen noch in fortgesetztem Kämpf in Französisch-Lothringen-
Der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten v. Hindenburg ist von weitaus gröberer Bedeutung, als bis jetzt übersehen werden kann. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Neidenburg angrisfen, ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden.
3 Armeekorps find vernichtet.
80,000 Gefangene,
darunter zwei kommandierende Generale, viele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gefallen.
Tte noch itn nördlichen Ostpreuhen stehenden rrissische» Truppen haben de?» Rückzug «»betreten.
§ü' (5nin - aipiirtifrit.!fifi<T v. Stfin.
Die butScheidurrgsschlachL in Galizien.
Die t'ecc rntjorrr Verbündet:« ist weiter günstig.
Tic Schl.chtcn lei Lemberg dauern »och weiter an. Das Eingreifen eine: neuen österreichisch-ungarische» 0!r»p- pc gegen Tcinafzew schließt die ungeheure Schlachtensru»!. Alle verfügt':.» 5irß'.'e sind aus beiden Seiten konzene- ricrt. Die östcrrrichifchc Situation ist weiter günstig.
Eieg-.teulc nur der Schiacht lei Krnenik.
Das hiesige öst.ereichisch-nngarische Generalkonsulat stellt „ns folgende Zir'ulardcpcsäic des Grasen Berchtold zur Verfügung:
„Laut Aiutcehefchl: General Dank!, 26 .A»g.
In d:r ersten Schlacht bei Krasnik oin 23. und 21. Ang. wurden 6000 Gefangene gcuwcht, drei Fahnen. 28 Geschütze und viele Maschinengewehre erbeutet."
Aus Wien wird geiueldet: Tic lebten gestern rein rus- sischen Kricgsschanplab cingctrosfcaen Nachrichten »leiden für unsere Truppe» eine» günstig:» Stand der Käiupsc. Der „Vosl. Ztg." wird aus de,» österreichischen Hauptgiur- i.ir berichtet: Die Kämpfe dauern ans der ganzen Freut - . sch:» de» sechsten Tag u:>grsch'.rä<t strt- Die Lifr:,- s ec unsere« linken Fiügclo g'gen Lublin ir.echt »eitere stetige Frrtschritr. Auch die Arme: in Osgalizi'u liiv-pst erfolgreich. Andauernd prachtvolles Wetter lf i-*t ni'.icr Vrvrüuc:, in K rgreß Polen. Die Stiv a.unz ist r.llcnihalbrn zuverstchtlich.
Der militärisch« Mitarbeiter des „Berl. Taget!.' be. tre.e t c die Lage cus d'm östlichen jtricgsschauplaH heute , ls günstiger. Tcr österreichische linke Flügel gewinnt an Ge- lä: iund die österreichischen Ecitendkckitngru zwischen Tc- inaschew und- am Wieprz-Fluß sind alle siegreich gewesen. Hieraus rrgsit sich, daß der russische recht: Heereerlüerl der
langen Tchlachtlinie nördlich Lemberg keine »ngrsährbekt Anlehnung mehr hat. sodaß sein Wanken wahrscheinlich >. ird. Nach der Ausdehnung des großen KampsscldeS »»d »ach amtlichen Nachrichten darf inan die Stärke der lllusien di: gegen das nördliche Galizicn a,«gesetzt wurden, ans 1-00,000 (5 Armeekorps) bei Kratnik »nd Lublin schätze».
Die englischen Sccräuvcr.
Berlin, 31. August. (W. B.) Noch einer Meldung aus Las Palmas ist der als Hilfskreuzer ausgerüstete Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm der Große" van dem englischen Kreuzer „Highflqer" zm» Sinken gebracht worden, als er in den neutralen Gewässern der spanische» Kolonie Rio bei Oro vor Anker lag. — Gegen diese jedem Völkerrecht widersprechende Verletzung der Jfeu- tralitätsgesctze m»ß Protest erhoben werden. Grotzbrita- nicn hat durch die Mißachtung der stets von allen Nationen theoretisch und praktisch anerkannten tlnvcrlctzlichkesit neutraler Hohcitsgcwässer gezeigt, daß cs sich nicht scheut, über die Hoheitsrechtc neutraler Staaten hinwegzugehen.
Der Dank des Kaisers.
Berlin, 31. Aug. (W. B. Amtlich.) Tcr Kaiser Hot den siegreichen Feldherr» im Osten, General v. Hindenburg zum Gcucrnlobcrsteu ernannt, ihm das Eiserne Kreuz 1. Kl. verliehen und ihm folgendes Telegramm gesandt: „Großes Hauptquartier, den 20. August. Durch den in dreitägiger Schlacht errungenen vollen Sieg über die russische Ueber- mach! hat die Armee sich für immer den Tank des Vaterlandes erworben. Mit ganz Dcntschlnnd bin ich stolz ans diese Leistung der Armee unter Ihrer Führung, tleüee- mitteln Sic den braven Truppen meine warme kaiserliche Anerkennung. Wilhelm k. R."
plf Ausnahme in Oesterreich-Ungar«.
Wie», 31. Aug. (W. B.) Ter cutschcidendc Tieg des Generals v. Hindenburg wird als eine günstige Vorbedeutung für den endgültigen Ausgang des großen Ringens zwischen den Völkern Oesterreich-Ungarns und den Risiscn von der Weichsel bis zum Tnjcster angesehen. Tic Blätter weisen daraus hin, daß der dcntiche Sieg bei Ortelsbnrg eben zur rechte» Zeit kam, um die Wahrhaftigkeit des Herrn Poincarü ins richtige Licht zu rücken. Man wird in Paris bald von ganz anderen Siegen hören müssen als von dem erschwindelten Vormarsch der Russen nach Berlin.
stiiigrstiiudnig dkr rnlstjcht« Uiedtrlagl'.
Stvelholm, 31. Ang. Ans russischen Onellcn wird hier bestätigt, daß die Cinsallarmcc i» Ostpreußen sich seit de», Eintreffen von Verstärkungen bei der deutschen Front zu- riickzieht.
tfnmikü Ansgtdot drr frei«?. Sfrritmadjt.
Gens, 31. Aug. Tcr sranzöusche Kricgsminister bc- schlo». die Jahrcsklasse 1014, die Reserve des aktiven Heeres, sowie die älteren Klassen der Territorialarmee cinznbeenfen tvelchc vorläufig zurückgestellt waren.
Ettgiisdzc lrrieysichiife yesttttirett?
Berlin, 3t, August. Eleich nach der Kriegserklärung zwischen England und Deutschland brachten amerikanisch. Blätter eine anscheinend amtliche sehr vielsagende Meldunz aus England, in der mitgetetlt wurde, Latz man sich durch on> sangliche unglückliche Ereignisse zur See nicht in der festen Zu- verficht wankend niachcn lassen dürfe, datz England schlietzlich doch den Sieg davontragen müsst. Der Ausdruck „unglückliche, Ereignis (dilastrons cvent) war so gebraucht, datz man darunter annehmen konnte, cs seien bereits tatsächliche Ercigniste kingetrclcn, die sür die Engländer peinlich wären. In Amerika wurde d:»a auch von der Press« gemeldet, datz am Humber an der Ostlüstc Englands in der Nähe des Kohlenhafens Hüll ln den ersten Tage» »ach der Kriegserklärung zwei bis drei größere cnolsiche Echiffe, vermutlich Linicnschisfe, durch unsere bis a:> die ciiglsiche Ostlll'tc vcrgcdruugenen leichten Etreitkräf'.« vernichtet worden wären. Die „Deutsche Tageszeitung" ersohrt durch Pcisünltchkeiten, die in den letzten Tagen
«och aus England nach Deutjchtand zurückgekehrt sind, datz tat- iächlich >,n Humber Wracks mchrcree Schisse liegen sollen. Eine Kontrolle dieser Nachricht ist aus erllärlichen Gründen natürlich unmöglich. Immerhin besteht dis Möglichkeit, datz diese Meldung ein:,! tatjächlichrn Kern enthält, und datz das vo: einigen Taaen brrichtetc schneidige Voracben unserer Unterice-


