Nr. 203
fUac Tageszettnng. Montag, o*n 31. *iugu|t 191«
Von vielen Seiten wurde bei Eintritt der Mobilmachung angeregt, den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkasse zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber aufgeso.dert, die Beiträge für die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen für die Dauer des Krieges für ihre Kriegsdienstzeit leistenden Arbeiter zu zahlen.
Gtne solche Walirrahme hat jedoch nur Werl bei den verschwindend wenige» Kaisen, die seither Familieunntcrsliibnng gewährten «nd diese auch während des Krieges beibchalten.
Aus dieser Erwägung heraus haben die beiden Krankenkassenverbände ini Eroßhcrzogtum Hessen im Einvernehmen mit dein Direktor des Größt). Oberbersicherungsauites bc- schlossen, eine Hessische jlriegSvcrsicheruug ans Gegenseitig, kcit für den Krieg 1914 ins Leben trete» zu lassen und erlassen den nachstehende» Ausruf.
Einigkeit macht stark!
Auch die Krankenkasse» wollen in dieser großen Zeit mithelfcn. Die auf Fricdcuszeitcn berechneten Vorschriften der Rcichsversichcrung bilden aber keine geeignete Grundlage, um den zum Dienst cinbcrusencn Mitglieder» und ihren Angehörigen entsprechende Fürsorge zu verbürgen.
Außerordentliche Zeiten verlangen ausserordentliche Maßnahmen. Es haben daher dir beiden Krankenkassenvcr- bände »nter dem Vorsitz des Direktors des Grohh. Obcr- versichernngsamts nach dem Vorbild der für den Regierungsbezirk Wiesbaden bereits int Kriege 1870 — 71 mit größtem Erfolg tätig gewesenen und daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Nassauischeu Kriegsversicherung zur Unterstützung der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine Unterstütz- nngckassc ans Grgcnscitigkcit errichtet unter der Bezcich- nung:
Zahlungen dürfen auf Wunsch schon sei, her geleistet werden. Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine und darf
an den Inhaber der Anteilscheine erfolgen.
8 5. Die Eeschäste werden unter den, Vorsitz des Eroßher- zoglichcn Obcrversicherungsamts durch die beiden hessischen Krankenkassenverbände geführt.
8 6. Alle etwaigen Streitfälle werden endgültig unter Ausschluß des Rechtswegs durch die Befchlußiammer des Obcrvcr- sicherungsamtes entschieden.
8 7. Werden in ordere» Bundesstaaten ähnliche Einrichtungen getroffen, so ist die Verwaltung berechtigt, fich mit diesen zu einer Kriegsverstchernng auf derselben Grundlage im Jniercste einer Ausgleichung des Risikos zufammenzufchliesten Darmstadt, den 20. August 1914.
Verband der Krankenkassen und Gemeinden als Träger der Krankenversicherung für das Großherzogtum Hess-».
Großherzvglichcs Obcrversichrrungsamt. Kraiikciikasscuverband für das Großherzogtum Hessen.
Hessische
aus Gegenseitigkeit für den Krieg 1914.
Wir hoffen hierbei auch auf die Opserwilligkeit der Ar. beiigcbcr. Um jedoch den Angehörigen einer möglichst großen Anzahl der zu den Fahnen Einberufenen die Möglich- feit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern auf alle anläßlich der diesmalige» Mobilmachung zum Dienst Eingetretenen ausgedehnt werden. (8 t des Gesetzes, ketr. die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften voni 28. II. 1888). Der Anteilschein kostet 10 Mk. Es können jedoch für jeden Einberufenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werden. Jede Krankenkasse und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen »iinmt Anmeldungen rnlgegen.
Falls die Verluste nicht größer sein werden wie im Kriege 1870 — 71 werde» aus jeden Anteilschein mindestens 2ö0 Mark verteilt werde». Sind die Verluste geringer, dann erhöht sich dieser Betrag, sind sie größer, dann erniedrigt sich der Betrog.
Arbeitgeber, versichert (fitrc Angestellten und Arbeiter,
(«Itern, versichert Eure Löhne, Franen, versichert Eure Männer!
Die gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so daß hierfür — abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen — Kosten nicht entstehen.
Grvßh. Ministerium des Innern hat zugesagt, die Bestrebungen der Hessischen Kricgsvcrsichcrung 1914 zu unter- stübcn.
WM- Eile tut Rot: -MI
Beding» ttgett:
8 1. Die Teilnahme steht allen im Großherzogium Hessen irohnhastc» oder vor ihrer Einberufung zuletzt wohnhaft gewesenen Personen, die zur Kriegsdicnstleistung beim Heere ein- getrclen sind (8 1 des Gesetzes, bctrcsjend die Unterstützung von Familien i» den Dienst getretener Mannschaften vom 28. gebt. 1888) ojsen und erfolgt durch Lösung von mindestens 1 Anteil» schein über 10 Marl. Die Lösung der Anteilscheine, deren Ausgabe überall durch die Krankenkaffen und deren örtliche Verwaltungsstellen oder durch sonst kenntlich geniachte Annah »icstcllcn ersolgt, kann sür die bereits in den Heeresdienst Ein- geiteicncn auch durch deren Arbeitgeber, Angehörige ujiu. be wirli werde» und hat in bar zu geschehen.
8 2. Für jeden in den Heeresdienst Eingcircicnen können mehrere, höchstens jedoch 2Ü Anteilscheine gelöst werden.
8 3. Für bereits Gcsallrne oder Deiwundcic können An ieilscheine nicht mehr gelöst werden, falls diese Tatsache den Anmcldcnbcn belanni mar. Diese Bestimmung irissi nicht zu. wenn eine Gesamtheit vo» Personen, z. B. die sämilichen Angestellten und Arbeiter einer Fabrik versichert werde».
8 4. Die Leistungen der Kaffe bestehen darin, daß die an- gesanlniclicn Gelder aus die eingcireiencn Kriegssierbesälle an die Hinterbliebenen verteilt werden. Als Kricgrsteibesällc gcl teil alle Todcssälle, die Versicherte während des Kriegs oder infolge einer im Kriege erlittene» Verletzung oder erworbenen Krankheit bis spätestens 2 Monate nach Beendigung des Krie gcs erleiden. Die Angehörigen habe» etwaige Slerbesälle der Versicherten alsbald der Geschäftsstelle Obcroerstchcrungsan i. Kriegsvcrsichcrung Darmstadt. Reckarftraßc 1, miizuieilcn. Di-> Abrechnung ersolgt drei Atonale »ach Beendigung des Krieges fund wird auszugsweise össcnilich bekannt gegeben. Abschlags
Freiwillige Gaben
für die Zentralsammlung sür Kriegssürsorgc sind bei der Sammelstelle im Rathaus eingcgangcn von- Herrn Sanitätstat Dr. Becker 20 .4t; Herrn Bernhard Rosenihal 50 .41; Herrn Jos. Krämer 50 Jl; Herrn Kommerzienrat Trapp 100 ,ä; Ungenannt 30 Jl; Herrn Geh. Med.-Rat Dr. Weckerling 20 Jt; Hr». Polizcikommissar Weiß 20 Jl ; Frau Major Eudewili 100 Jl; Herrn H. L. Langsdorf (erste Gabe) 200 .41; der Ekatspiclge- scllschast im Iägerhörnchcn 12 Jl; Herrn Landiagsabg. Damm 25 .11; Herrn Kreisrat Frhr. Schenck 50 Jl; Herrn Dr. Rumpf 15 Jl; Herrn F. Sch. (erste Monatsrate) 5 .ä; Herrn Otto Weiß 5 Herrn Saniiäisrat Dr. Becker für abgelchnie Kranzspende 3 Herrn Proseffor Dr. Reuß 10 .41; Frau Ascher 5 ,k; Herrn Scminarlehrer Dr. Schäfer erste Monatsrate) 25 *«; Herrn Bürgermeister Baurat Stahl 50 Jl; Ungenannt 3 .M; Herrn Kanzleirat Graulich 10 M.
Treffe täglich mit neuen Transporten
Istdor Strauß.
Gbcr-Moltiltadt. Sfltfoti Ziockheim 20.
_ Serke l
Für unsre Verwundeten.
Nm der Ordnuust und Berieiiung willen ist cs dringend notwendig, oaß alle Bücher und Zeitschriften, welche für die hiesigen Lazarette zur Verfügung gestellt werden, an einer Stelle Zusammenkommen. Diese Stelle, auf der die Bücher und Zeitschriften Mit dem Stempel der Garnisonvcrwallung versehen werden, ist errichtet bei Professor Werner, Schützenrain- straße 18.
Unser innigstgeliebter Sohn und | Bruder
Leopold Stern
Unteroffizier d. R. im 81. Inf.-Regiment
I starb am 22. August den Helden- | tod fürs Vaterland.
Familie Mi Stern II.
Friedberg, Haagstr. 47.
Todes Anzeige.
(Sott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe | | Schwester, Schwägerin und Tante
fritllo Iklsütt
I nach langem, schwerem mit großer Geduld getragenem | | Leiden in ein befferes Jenseits abzutufen.
Bad-Rauheim u. Reichelsheim >. d. W., den 30. August 1914.
Kmilien Veitj u. Bmmersheim.!
Die Beeidigung findet Dienstag, den 1. September, | I nachmittags 3 1 /» Uhr in Reichelsheim statt.
Kohlen
sowie alle Brennmaterialien
liefert wieder prompt
Gustav Schwarz und Söhne
E. m. b. H.
Friedberg (Hessen).
1 Dienstmädchen!
sür sofort gesucht.
K. Posrnkchon, Friedberg. Kaiserftr. 43.
Sorget für kommende Zeiten, Laßt nichts umkommen.
Mehr wie in früheren Jahren gellen jetzt diese Worte.
Zum Ginmachen
von Bohnen, Gurken, Obst
empfehle
Steinerne Ltänder «nd Töpfe
in allen Größen bis 40 Pfund Inhalt.
Rer-Clilstr unö Flascht« büliarrc Nava-Rläser
in allen Größen Durch großen Vorrat bin ich jetzt noch in der angenehmen Lage MM" z« alten Preisen "MA alle Größen liefern zu könne». Rnchlieseinngcn sind jetzt ansge- chlossen, deshalb ist baldige Anschaffung nur zu cmpsehicn.
Verla»! nur gegen bare Zahlung.
Fl. Wucht Wlv.
Friedberg i. H.
zunächst der Klostcrkasernc.
Ein )agd!;nnd
fBraunligcr) zugelause». Abzu- gcben gegen Erstattung des Fuiter- geldcs und der Inieratentosttn. Georg Mahl, Illbeuitadt.
Bürger Friedbergs!
Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigend« Gewißheit haben, daß ihre Lieben daheim versorgt sind und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nötige Pflege zu Teil wird.
Der Einwohnerschaft unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften beizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege der Verwundeten und Kranken erforderlich sind.
In gleicher Weise gilt es aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gekommen sind, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen.
Die Stadiverordneien-Versammlung hat deshalb beschlossen, ähnlich wie m
anderen Städten eine
Zentralsammlung sür Kriegsfürsorge
einzurichten.^ deshalb an die Einwohnerschaft die herzliche Bitte, die Durch-
führung dieser Ausgabe durch reichliche Geld- und sonstige Spenden zu unterstützen.
Spenden werden von den Unterzeichneten Vereinen und im Stadthaus, Zimmer Nr. 4 enlgegengenommen
Verein vom Roten Krenz:
E e o r g i.
Der Bürgermeister: Stahl.
Alice Krauen Verein:
Nebel.
Kricdbergcr Hilfsvcrein:
_ Kleb erger. ___ ,
erhält Kat, Zeichnungen und Kosten Voranschläge von
Anton Neubauer, Architekt'»'Ä.
Billige, solide. iweckentsorechende Bauweise.


