Ausgabe 
31.8.1914
 
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«r. Z03

9(cne Tageszeitung. Montag, den 3z. August 1914,

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Die deutsche Reiterei.

Der deutschen Kavallerie gebührt ein ganz besonderes Verdienst um den Sieg über die Engländer bei St. Quentin. Als die englischen Truppen bei Maubeuge von den Deutschst geschlagen wurden, schoben sich deutsche Kavalleriemassen vor die in der Richtung auf Saint Quentin fliehenden, eng- lischen Hecrcsmasse» und hielten sic so lange auf, bis unsere sic verfolgenden Armeekorps sie nochmals entscheidend a». greifen konnten. Tie Niederlage ist vrlli mdig: die Eng­länder sind nun gänzlich von ihren räartigen Verbin­dungen abgcschnittcn und können nur ans einen der Land­ungshäfen Dünkirchen, Calais, Le Havre oder Cherbourg laufen.

Deutscher Einmarsch im Kongo.

Eine Depesche aus Libreville, der Hauptstadt von iyrnn- zösisch-Kongo, meldet den Einmarsch deutscher Truppen in Belgisch Kongo. Die Truppe,, können, wie derBerliner Lok.-Anz." hinzusiigt, entweder unmittelbar ans Deutsch Qst-Asrika eingcrückt sein, da-:- cn Belgisch Kengo angrenzt, oder aber ans de», deutschen Kamerun, wobei sic aber den französischen Kongo passieren mussten. Letzteres ist wahr- schcinlichcr, weil sonst die Meldung nicht aus der Hauptsladt von Französisch-Kongo gekomuic» wäre.

fransöfiiöit Drohiingkn geeen die llrniralrn.

Berlin, 29. August, Die Norddeutsche Allgemeine Zei­tung" schreibt über die französischen Drohungen gegen die Neu­tralen: Am vergangenen Samstag, als schon in aller Welt die ersten schweren Niederlagen der Franzosen bekannt waren, führte die sranzösischc Presse gegen die Nculralen noch eine sehr droh­ende Sprache. Der Senator Gervais schilderte an jenem Tage imMatin" die diplomatische Situation Frankreichs in den ro­sigsten Farben. Den Italienern gab er hochmütig zu >erstchcn, daß diejenigen, die sich keinen Erfahren aussctztcn, auch an der Beute keinen Anteil haben würden. Qssenbar denkt Italien jetzt über diese wichtige Frage nach. Wir haben den Italienern keine Ratschläge zu geben. Sie wisten, wo ihre wahren Jn- teresten sind, wir schenken ihnen unser Vertrauen und unseren Kredit. Ebenso hochnäsig war bie Sprache gegenüber Holland. Wir müsten mit gewisten Erscheinungen einer unsiche,ren Neu­tralität nachsichtig sein. Diese Gefühle haben wir auch gegen­über Holland. Es scheint, daß es alle Maßregeln ergriffen hat, um seine territoriale Neutralität zu sichern. Es bedarf aber auch der politischen und wirtschaftlichen Neutralität: über diesen Punkt sind besondere kontrollierte Zusicherungen unum­gänglich. Den Türken wird schließlich für bald eine Abrech­nung I» Aussicht gestellt. Etwas el gischer behandelt an die­sem Tage schon Jean Hcrbette im . Echo de Paris" die Tsirlei. Er meint, daß Frankreich Verwicklungen im Orient nicht brau­chen könne. Den Franzosen müsse daran liegen, daß das Kriegs- theatcr nicht unnötig ausgedehnt werde und daß ihren Freun­den, den Serben, nichts vom Balkan her geschehe. Alles das ist nun heute leeres Gerede, hinter dem keine Macht mehr steht.

Ern französischer An/ruf.

Herr Poiucarä hat den Beweis geliefert, daß französi­sche? Maiilsieldentiinioch nicht erstorben ist; er hat mit seinen Spießgeselle» einen Aufruf erlassen, der seinem Landsmann, dem tüchtigen Tartarin von Tarascoli, der berühmten Ausschneider, alle Ehre «nacht. Ganz befand: s schön nimmt sich heute, wo 30,000 Russen in deutsch.",' ft'e- fangcnjchast ge-»;», sind, die Stelle alle-, d'h. Berlin von der Angst vor den Russen beherrscht werde. Ta-? Doku nön: französischer Prnblsiicht lautet:

Franzosen! Tie Regierung nahm vc'' dem Kinps- pkntz Besitz. Da? Land weiß, das; cS ans Wachsamkeit lind Energie zählen kann, Ivciß, daß ihr ganzer Geist dem Lande gilt. Tic Regierung weiß, daß sie ans da? Land zählen kann. Seine Söhne vergießen ihr Bliit für das Vaterland, und die Freiheit an der Seite der englischen und belgischen heldenmütigen Arince, sie kalten ohne Zittern den ftircht- barsten Sturm von Eisen und Feuer au?, den je ei» Volk überschüttet bat. Alle bleiben giisrechi. Ruhm den Leben­den und Ruhm den Toien! Mensche» fallen, aber die Na­tion bleibt bestehen. Ter endgültige Sieg ist gesichert; ein sicher großer, aber nicht entscheidender Kamps beginnt. Wie nuch der Erfolg sein wird, der Krieg wird sortdauern. Frankreich ist nicht eine so leichte Beute, wie ein unduldsamer Feind sich eingebildet hat. Ter Franzosen Ptlicbt ist tragisch aber einfach: den Eindringling zurückzuwersen, ihn za ver- folgen, unseren Boden von seiner Gegenwart, die Freiheit von seinen Fesseln zu befreien, auszuhalten bi? zum Mög- lichsten, bis zun, Aeußersten. falls nötig bi? ans Ende, un­seren Geist »nd iinscre Herzen über die Gesehren hinaiis- hcbcn, Herr unserer Gesrl i.se bleiben.

Während dieser Zeit marschieren unsere Verbündeten, die Russen, ruit entschlösse.:» Schritten am die Hauptstadt de? Deutschen Reiches zu. die von Angst b:herrscht zu wor­den beginnt. Ta? Beibringen von Sm» »,, viele Nieder- lagen werden vom Lande alle Qvfer fordern, alle Hilfs­kräfte verlangen, die es rni Menschenk, oft neben kan».

Seien wir daher fest entschlossen. S't.3 nationale Leben, unterstützt von sinanzielleii und administra­tiven Maßnahinen, wird nicht unterbrochen. Laßt ans De>- trau:» haben zu uns selbst und alles ve> "slen, was nicht da? Vaterland betrifft. Wenden wir da? Oi-'Vt dj«

Grenze. Wir haben eine Methode, einen Willen. Wir wer- de,i fiegrn!

Der Aufruf ist van allen Ministern imterzeick -:t.

Ansrnhrilöik Slimtmiiia in Paris.

s Köln, 28. August. Der Berliner Korrespondent der .Köl­nischen Volkszcitung" meldet: Wie ich erfahre, sind in Palis in den letzten Tagen veeschicdentlich anstLhreriichr Bewegungen ausgebrochen. Es ist auf das Volt icharf gcschosien worden.

Gkfangklie Kongontgkl in Kami.

fierten Distrikt auf die leitenden Persönlichkeiten zählen kann

Rotterdam, 30. August. In der jetzt von unseren Trup­pen vollständig eroberten Festung Nnmur befand sich nach deinRoticrdamschc Courant" auch eine Legion eingebore­ner Kongoncger. - . ,

Die belgischen Verluste.

Amsterdam, 28. August. Nach der hiesigen ZeitungLa Metropole" betragen die belgischen B e r l u st e an Toten und Verwundeten bisher 19999 Mann. Bor allem hat das Offizierkorps stark gelitten. Einige Kompagnien sollen ihre säintlichen Offiziere verloren haben.

(Tflcpmm non König (örora an König Albert.

H a ag, 28. August. Köllig Georg hat an König Albert folgendes ziemlich naive Telegramm gerichtet:Höre mit Schrck- le». daß Ihr in Gefahr wäret, durch deutsche Luftbomben. Hof- sentiich haben sich die Königin und die Kinder nicht erschrelkt. Mit Bewunderung folge ich den Heldentaten unserer Heere."

Die fteindea Orden des OtMalllalislhkfs u. Ml!Ke.

Großes Hauptquartier, 28. August. Wie wir er­fahre», hat der Ehes des Großen Eencralstabes, von M o l t k e, angeordnet, daß seine sämtlichen russische», japanischen und c n g li scheu O r d c », die zum Teil mit wertvollen Bril­lanten besetzt sind, zu Gunsten des Roten Kreuzes verkauft wer­den sollen.

ssnglillhe stlinißer als Derlanimliingsredner.

London, 29. August. (Nichtamtliche Reutcrmeldung.) Premierminister Asquith hat an die Lordmayors in London, Dublin und Cardiff und den Lord Provost in Edinburgh ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet:Die Zeit ist ge- kommen, in diesem größten Konflikte, indem unser Volk je­mals gestanden hat, der öffentlichen Meinung und der öff­entlichen Betätigung eine Organisation zu geben. Er chlage vor, daß in jedem Distrikt des Vereinigten Königsreichs un­verzüglich V e r j a in in l ii n g e n abgchaltcn werden, in de­nen jedermann klar gemacht wird, daß man von ihm ver­langt, daß er seine Pflicht tue. Ich selbst bin bereit, soweit meine Amtsobliegenheitcn es mir erlauben, nach besten Kräften mitzuhelfen und werde gern an die Mitbürgers n- sprachcn richten. Ich weiß, daß ich in jedem pnliElch organi­sierten Distrikt auf diclcitende» Persönlichkeiten zählen kann..

Revolution in Ddesta.

Wien, 28. August. DasNeue Wiener Journal" meldet aus Bukarest: Nach einer Meldung an die hiesige russische Botschaft bombardiert der rujsische PanzerkreuzerPcnteleimon" die Stadt Odessa, wo cs den Revolutionären gelungen ist, die Herrschaft an sich zu reißen. Die ganze Woche hindurch dauerten die blutigen Straßenkämpfc an und endeten mit dem vollsten Siege der Revolution. Die Entscheidung führten die Truppen selbst herbei, die nach der Niedermehelung der Of- sizicre sich der revolutionären Bewegung anschlosien. Der Po- lizcimeiftcr, der Gendarmerieches und Polizeikommisiäre wurden bei dem Sturm aus da« Gefängnis getötet. In allen öfsent- lichcn Gebäuden, die beflaggt sind, arbeiten Revolutionäre, Ko­mitees. Das Bombardement richtet sich hauptsächlich gegen die Gebäude und Kasernen, wo sich die ausrüherischcn Truppen aus- halten. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

MI! Wilhelm ufrläftt Albanien.

Rom, 30. Ang. (W. B.) DieTribun ." meldet g»s Valona vom 27. August, daß dort das Gerücht verbreitet ist, der Fürst von Albanien stche im Begriff Durazzo zu ver­lassen, da zu de» militärischen Schwierigkeiten sich solche wirtschaftlicher Art zcgesellt hätten, Oesterreich-Ungarn sich weigere, weitere Vorschüsse auf eine Anleihe zu machen und die Regierung niemanden mehr bezahlen könne.

Diebayerischen Löwen".

Straßburg, 28. August. Die Nachricht von dem letzten Sieg der deutschen Truppen hat hier eine unbeschreibliche Be­geisterung ausgelöst. I» der sranzösischen Armee heißen die Bayer» schonLes lions de Baviere".

In einem Feldbries heißt es: Die Bayern gehen oor wie die Berserker. Leider hat das bayerische Leibrcgi- mcnt große Verluste gehabt.

Znlammenkimst dkg Kailkrs nnd dkr Kailerin.

B a d - 9! a j f o u , 29. August. Der Kaiser und die Kai­serin »äsen heute Nachmittag in Bad-Nasiau zusammen, um in schicksalsschwerer Stunde sich zu begrüßen. Die Zusammen- knnsl sond im Schlosse des Freiherrn von und zum Stein statt, in deal die Majestäten mehrere Stunden in Zurückgezogenheit verweilten. Die Majestäten begrüßten dann in teilnehmenstcr Weife jeden einzelnen der zahlreichen verwundeten Krieger, die sich gegenwärtig in Bad-Nassau befinden. Die Kaiserin be­suchte vor ihrer Rückreise nach Homburg das Kurhaus sowie das als Nescrvc-Lazarctt eingerichtete Henrielte-Thercsiensi-it. und zeigt jedem einzelnen Soldaten die wärmste persönlich» Teilnahme.

Auskunft über fjfrrreangrijijr'gf.

Berlin, 29. August. In zahlreichen an den Ecncralquai- tiermeister gerichteten Zuschriften wird Auskunft über den Ver­bleib und Aufenthalt einzelner Hecresangehöriger . beten. Solche Auslunit vom Großen Hauptquartier aus "bei einen Einzelnen zu erteilen, liegt außerhalb jeder Möglichkeit. Die Zuichristen werden daher dem Zentralnachweisbnreau in Ber­lin, Dorotheenstraße, zugeleitet, bei dem alle Nachrichten über die Verluste beim Feldheer zusammenftiesien. Es emoiieblt sich

daher dringend, sowohl im Interest« der Beschleunigung wie auch der Eeschästsentlastung, derartige Zuschriften numittekbar an das Zentralnachwcifebureau zu richten.

Ernährung -kr Zol-atku in le-hs Mm.

In derAllgemeinen Schweiz, Militärzcitnng" stellte Dr. med. Grandjcan, Chefarzt der diätetisch-physikalischen Kuranstalt Jnterlakcn, um den Nachweis zu erbringen,daß sowohl für schwere Manövcrleistungen in gebirgigen oder unwirtüHen Ge­genden wie für Kriegsverhältnisse die Tagesrationen derE: ne." zersoldaten zu niedrig gehalten sind", einen Vergleich der Kriegsrationen (Tagesration) verschiedener Heere aus Danach kommen auf den Soldaten folgende Rährwerteinheiten: Schweiz 27992899. Frankreich 3.789, Oesterreich 3828, Italien 32Ö5, Ver­einigte Staaten 3239, Deutschland 3799.

Ein russisches Ehrenwort.

Berlin, 29. August. DieAgcnce Hoves" verbreitet fol­gende Meldung: Man erfährt aus Petersburg, daß die rnistfche Mobilisierung, die am 23. Juli begonnen hat, om 2t. August vollkommen beendet worden ist. Man erinnert sich, daß der russisch« Kriegsminister Suchemlinow am 27. Juli de» d-ulichrn Militärbcvollmächtigtcn in Petersburg unter Ehren!»»-! cr- klärte, daß noch kein Mobilmachungsbefehl ergangen fei. Zwei Tage später schloß sich der Ecncralstabschcf unter Ossiziereparole dieser Erklärung an. Die Meldung derAvance Havos" zeigt, wie hoch man die russische Ossizicrsehre zu bewerten hat.

Daß Rußland tatsächlich schon vor dem 1. August mobilge­macht hat, geht auch aus der Tatsache hervor, daß cs gegenwär­tig in den heißen Entscheidungsschlachten bei Lemberg jo große Heeresmassen in's Fel» zu führen in der Lage ist.

Deutsche Kriegsbriefe.

Von Paul Schweder.

IV.

Bon unseren Kriegsberichterstattern Schweder u. Hertzsch. (Genehmigung zur Verösfentlichung erteilt 27. August I9II. I. A. des Chefs des Gcneralstabes des Feldheeres (gez.) von Rohrscheidt, Major im Großen Eeneralstab).

Großes Hauptquartier, 27. August.

Bom Großen Hauptquartier nach Lüttich und Namur.

(Schluß).

Der Besuch des Forts Loucin war beendet und damit eigentlich auch der Zweck unserer Fahrt nach Lüttich. Allein die Herren vom Großen Eeneralstab lieben die Uebcrraschnngen und zwar die angenehmen, nicht nur in ihren Mitteilungen vom Kriegsschauplatz aus, sondern auch in ihren Mitteilungen an die Kriegsberichterstatter. Denn in dein Augenblick, wo unsere Automobile den Weg nach Lüttich von der Höhe aus zurückneh- men wollten, hieß cs: wir fahren jetzt »och ein Stück nach Na- m » r zu! Um diese Zeit war natürlich von dem erst zwei Stun­den vorher erfolgten Fall der vier Hauptforts noch nicht das mindeste bekannt und so machte man sich insgeheim auf alle Eventualitäten gefaßt, zumal die Reise zunächst zwischen Ge­treidefeldern an einsamen Gehöften vorüber ins Ungewisse ging. Erst sehr spät kamen wir ins Maastal hinunter und fanden dort die lange Heerstraße von Proviantkolonnen angc- füllt, die alle Namur zustrebten. Eigenartig machten sich dabei die ausgehobencn Bauernwagcn aus der nächsten Umgebung Berlins, aus Weimar, Gera und Saalfeld. Daß die Belgier sämtliche Wegweiser durch Ueberstreichcn mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht hatten, nötigte der Leitung der Kolonne nur ein mitleidiges Lächeln ab. Mit so kindlichen Spielereien hält man ja heutzutage nicht einmal mehr den Vormarsch mon­tenegrinischer Hammeldiebe auf, umsoweniger, als diese nicht einmal die Inschriften lesen können. Hier und da sind aus dem Wege nach Namur noch die Spuren von Barrikaden und Weg­graben zu sehen. Aber nichts hat die Unsrigen aushalten lön- nen, und mit wachsender Zuversicht schauten wir jenen nach, die nach den letzten Nachrichten noch vor der Stadt liegen sollten.

Das Tal der Maas ist eine der schönsten Gegenden Belgiens, wo gerade in diesen schönen Sommertagen, zumal in seinen pit­toresken Badeorten, die alljährlich sonst von Fremden nbcrlau- scn werden, trotz aller ossiziellen Ablcugnungcn das Glücks­spiel ebenso geblüht haben soll, wie in den benachbarten Arden­nen und am belgischen Strand. Aber nun ist der Krieg in die heiteren Gefilde eingedrungen und hat ihnen für lange Zeit Sonne und Glanz geraubt. Das Städtchen Huy, einer der ma­lerischsten Plätze der Gegend, ist zugleich das Mittelglied der Maasbefestigung zwischen Lüttich und Namur und bot den Un­seren den ersten Widerstand nach Namur. Stark gekämpft muß hier namentlich in dem engen Winkel vor der Maasbrücke ge­worden sein, denn hier sind säst alle Fensterscheiben und Läden zertrümmert und auch die Mauern weisen Spuren eines hefti­gen Straßen- und Nahkampfes auf.

Die Eifenbahnbrücke über die Maas ist in dem Augenblicke gesprengt worden, als sie ein Kohlenzug passierte und traurig steht cs aus, wie einer der Kohlenwagen mitten durchgeriffen hoch Uber dem Fluß hängt. Aber gleich unten wieder ein ab­solut heiter stimmendes Bild. Da haben drei der Unseren ein elegantes Ruderboot ausgegabelt und sahren aus der Maas da hin. Als Ruder aber dient den Wackeren zur Fortbewegung ein Spaten. Drüben am anderen User tummeln sich Hun­derte von Mannschaften in der kühlen Flut.

Im nächsten Dorf müssen wir Benzin nachfüllen und haben also Zcit, mit den dortigen Truppe» zu sprechen. Wir hören, daß Namur schon gegen Mittag gejallcn sein soll und trinken daraus mit de» Leuten den schönen Rotwein dieses gesegnete» Tascs. Inzwischen passieren etwa 299 belgische Gefangene der Ort. Auch zwei Ossizicrc befinden sich darunter und sie werden ebenso artig gegrüßt wie auch sie grüßen. Wie alle eingcbrach ten belgischen Gefangenen, so sehen auch diese nicht vertrauen­erweckend aus und man hat den Eindruck, daß sie zu den allzu vielen Soldaten der Gegenpartei gehören, die nach dem ersten Ansturm unserer Truppen panikartig die Massen sortgeworjen und sich ergeben haben, während von unseren in Belgien fech­tenden Truvoen im gamen lteldzug aucki nickt ein einzig er Falt