Ausgabe 
27.8.1914
 
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Sir. 200

yjcnt Tageszeitung. Donnerstag, oen 27. August 1914.

Bon vielen Seiten wurde bei Eintritt der Mobil­machung angeregt, den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkaffe zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber ausgefordert, die Beiträge für die Erhal­tung der Mitgliedschaft bei den Krankenkaffen für die Dauer des Krieges für ihre Kriegsdienstzcit leistenden Arbeiter zu zahlen.

Eine solche Malrnnhmc Hai jedoch nur Wert hei den verschwindend wenigen Aasten, die seit­her Familietinnierstntrnng gewährten und diese auch ntährend des Krieges dcidehaltc».

Ans dieser Erloägung herauL haben die beiden Kranken- kassenverbände iin Gioßhcrzagtum Hessen im Einvernehmen mit dem Direktor des Großh. Oberversichcrungsanites be­schlossen, eine Hessische Kriegsvcisichcrnng aus Gegenseitig, feit für de» Krieg 1914 ins Heben treten zu lassen lind ec- lasscil den iiachstcheudell Ausrus.

Seite

Auch die Ära,llculassen wollen in dieser großen Zeit niithelfen. Die ans Fricdenszeiten berechneten Vorschriften der Neichsversichciung bilden aber keine geeignete Grund­lage, um den zum Dienst einberusenen Mitgliedern und ihren Angehörige» entsprechende Fürsorge zu verbürgen.

Außerordentliche Zeiten verlangen außerordentliche Maßnahmen. Es haben daher die beiden Krankenkass.-nver- bände unter dem Vorsitz des Direktors des Großh. Ober- vcrsicherungsoints nach dem Vorbild der für den Regierungs­bezirk Wiesbaden bereits ini Kriege 187071 mit größtem Erfolg tätig gewesenen ulid daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Nassauischen Kricgsvcrsicherung zur llnterstütz- ll»g der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine Unterstüß- nngsknssc ans Gegenscitigkeit errichtet unter der Bezeich­nung:

Hessische

Kriegsversichernng

auf Gegenseitigkeit für den Krieg 1914.

Wir hassen hierbei auch ans die Opferwilligkeit der Ar- beitgebcr. Um jedoch den Angehörigen einer möglichst gro­ßen Anzahl der zu den Fahnen Einberufenen die Möglich­keit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern aus alle anläßlich der diesmaligen Mobilmachung zum Dienst Eingetretencn ausgedehnt werden. (8 1 des Gesetzes, kctr. die llnterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften vom 28. II. 1888). Der Anteilschein kostet 10 Mk. Es können jedoch für jeden Einberufenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werde». Jede Krankcnkaffe und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen nimmt Anmeldungen entgegen.

Falls die Verluste nicht größer sein werde» loic tut Kriege 187071 werden aus jeden Anteilschein mindestens 290 Mark verteilt werde». Sind die Verluste geringer, kann erhöht sich dieser Betrag, sind sie größer, dann ernie­drigt sich der Betrag.

Arbeitgeber, versichert Eure Angestellten und Arbeiter,

Eltern, versichert Eure Söhne, Frauen, versichert Eure Männer!

Die gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so daß hierfür abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen Kosten nicht entstehen.

Großh. Ministerium des Innern hat zugcsagt, die Be­strebungen der Hcsjischen Krjcgsbersichcrung 1914 zu unter- stützen.

Erle tut Not!

Bedingungen:

§ 1. Die Teilnahme steht allen im Eroßhcrzogium Hetzen wohnhasten oder vor ihrer Einberufung zuletzt wohnhaft ge­wesenen Personen, die zur Kricgsdienstleistung beim Heere ein- geteet.n: sind (§ 1 des Gesetzes, beweisend die Unterstützung von Familien in den Dienst getretener Mannschasten vom 28. Fcbr. l£Sti) vsscn und erjolgt durch Lösung von mindestens l Anteil­schein über ÜJ Mark. Die Lösung der Anteilscheine, deren Ausgabe übereil durch die Kranlcnkatzcn und deren örtliche Verwaltungsstellen oder durch sonst kenntlich gemachte Annah vicsirllrn resvtgt, lau:, für die bereits in den Hecrcsdicn't Ein getletencn auch du:ch deren Arbeitgeber, Angehörige asm. bc wirii werden und hat in bar zu geschehen.

8 2. Für jeden in den Heereedienst Eingclrctcnen können mehrere, höchstens jedoch 20 AntelH,Heine gelöst werden.

8 3. Für bereits Gesäten- oder Aewruadwc könne» An- trUschcine nicht mehr gelöst werde», irlia > >(.. To.lsrehe den Anmeldcndcn bekannt mar. Diese Bcstimmung triss: ri.h: zu, wenn eine Gesamtheit van Personen, z. liz. >i: lnn.i,scheu An- gestellten und Arbeiter einer Fabrit uersichrr! werden.

8 4. Die Leistungen der Lesse b.-st-hen darin, daß di« a». gesammelte» Gelder aus die eingetretencn Krlegsslerbcsstle an die Hinterbliebenen verteilt werden. Als llrie - sterbr-älle ge! tcn alle Todesjälle, die PerstP-rte mehrend des Krieg- »der infolge einer im Kriege erlittcuen Verletzung oder erworbene» Krankheit bis spätestens 2 Monate nach Beendigung des Krie­ges erleiden. Die Angehörigen haben etwaige Stcrbcsällc der Versicherte» alsbald der GesthästssieN« Obervcrsicherungsamt. Kiiegsversich-erung Darmstadt, Reckarstrahc 1 . mitzutcilc». Di^ Abrechnung erjolgt drei Monat« »ach Beendigung des Krieges und wird auszugsweise össcatlick bekannt geacbc». 2lbschlags-

zahlungcn dürfen aus Wunsch schon früher geleistet werden. Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine und darf an den Inhaber der Anteilscheine erfolgen.

Z b. Die Geschäfte werden unter dem Vorsitz des Großher- zoglichen Oberverficherungsamts durch die beiden hessischen Krankcnlassenocrbändc geführt.

8 0. Alle etwaigen Streitfälle werde» endgültig unter Aus­schluß des Rechtswegs durch dis Bejchlußkammcr des Obcrver- sicherungsamtes engchieden.

8 7. Werde» in andere:! Boodesstaaten ähnliche Einrich­tungen getroffen, so ist die Verwaltung berechtigt, sich mit die­se» zu einer Kriegsveesitz-cenng «ns derselben Grundlage im Interesse einer Ausgleich!:,,g de-- Risikos znsammcnzvschlicßen Darmstadt, den 90. Anglist 1914.

Verband der Kraukenkaffru und Gemeinde» als Träger der Krankenversicherung für das Großhcrzogtlnn Hessen.

Großherzoglichrs Lbcrvcrsicherungsamt. Krankenkasscnvcrbaiid für das Grvßhcrzogtnm Hessen.

Für das VioU ftrettf

Geschäftsstelle des Roten Kreuzes Haagstraße 16. Tel. 213.

Es gingen weiter ein:

1. Geld:

Herr Zörb II. 1b X; Herr Ernst Windecker I. 206 X; Her: Lehrer Diener 16 X; Herren David Erödel Söhne 7V.3L .lt: Hr. Dr. M. Trapp :>ü X; Frl. Marie Dambniaim 3 X; Herr F. S. Friedberg 5 X', Für verlaustes Brot und Gemüse 8 X: Orts­ausschuß zu Bönstadt (Ergebnis einer Sammlung) 174 X; Po- lizeiioinmisiariat Wickstadt (Ergebnis cincr Sammlung) 163.13 X: Bolisbildungsvcrein Fiicdbeig 200 X; Herr Theod. Groß 26 X; Gemeinde Niederflorstadt (Ergebnis einer Sammlung! 486 X; Radfahlerverein Melbach 30 X: Herr Zörb II. b X; Herr Ernst Windcckcr 200 X; Sammlung der Loge am lg. Aug. 10.60 X; Herr Emil Rothschild 60 X; Herr H. Strauß (vor­läufig) 10 X; Frau Jeanette Metzler Ww. 20 X; Herr Karl Kiefer b X; Herr Friedrich Umsonst ö X; Herr Rentner Zoll 10 X; R. 9t. zum Andenken an den 22. August 3 X;

Sammeistellc Mathildenstist Fricüberg.

R. R. Erlös für einen Ring 0 X; Herr Direktor Hieronl- mns 20 X; Herr Rechner Faatz 20 X; Herr Kontrolleur Len- hard 20 X; Herr Gehilfe Albert b X.

(Fortsetzung folgt). _

Wir machen unsere verchrlichen Leser darauf aufmerk­sam, daß wir mehrfachem Wunsche gemäß, Schilder mit der Aufschrift:

Unbcfugtrn ist das Bctretc» der Stallungen strengstens untcrsngt!

angefertigt haben.

Das einzelne Schild ist zum Preise von 25 Pfennig in unserer Expedition erhältlich.

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eingerichtet, laust >. n i( Klcbcrger, Melbach.

Grummetgras-

Verstergernng.

Montag, den 31. August

k. Zs., vormittags 10 Uhr anfangend, soll das dies­jährige Erummetgras der Cemeindewicsen an Ort und Stelle versteigert werden, krsis-horloff, den 28. Aug. 1914. Kr. {iiirgcrmtiltfrfi <unis=§orlof|. Bormann.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher! l Anteilnahme, die zahlreichen Kranz-1 ! spenden, den Nachruf des Kirchen­oorstandes, sowie die trostreichen > Worte des Herrn Pfarrer V o fl c I am Grabe unseres lieben Entschlafe-1 nen sagen

herzlichen Tank.

Familie Fleischhauer.

Reichelsheim (Ulrilfrmi), 26. Aug. 1614.

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Karl Müller I!.. Okarben.

ürger Friedbergs!

Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigende Gewißheit haben, daß ihre Lieben daheim versorgt find und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nöttge Pflege zu Teil wird.

Der Einwohnerschaft unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften beizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege der Verwundeten und Kranken erforderlich sind.

In gleicher Weise gilt cs aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gckonimen sind, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen.

Die Stadtocrordncten-Versaiiimllmg hat deshalb beschlossen, ähnlich wie in

anderen Städten eine

Zentralsaiumlrmg sür Kriegsfürsorge

einzurichlen.

, Wir richten deshalb an die Einwohnerschaft die herzliche Bitte, die Durch, fiihrung dieser Ausgabe durch reichliche Eclv- und sonstige Spenden zu unterstützen. Spenden werden von den Unterzeichneten Vereinen und im Stadthaus, Zimme»

Nr. 4 entgegengenoinmcn

Tcr Bürgermeister: Stahl. Alice-Frauen-Verein:

N e b-e l.

Verein vom Noten Kren;:

G e o r g i. Urjedberger Hilfsverein: K l e b e r a e r.