Sir. in«
Sette,.
(fr tut und Ilse.
Bloiuan von D. Feußncr.
So (Fortsetzung).
Mcchniüsch erbrach ec den zweiten Brief. Er war von Jls. und lautete:
X., den 25. 8. 00.
Mein lieber Roderich!
Tic schmerzlich mir der Abschied von dir geworden, hast i i >a seihst mit erlebt, ich will daher nicht mehr darauf zu- i: ck'ommen, umsomehr, eis Worte nicht beredt genug sind, tun meinen namenlosen Schmerz zum Ausdruck zu bringen, i'ijt du mit meiner Standhaftigkeit zufrieden gewesen?
Ich hoffe, daß du e? nicht bereut hast, mir dein Wort > 'N'seindet zu haben, und wenn du mich auch heute noch mißt liebst, wie du einst Erna geliebt hast, so will ich doch geduldig aus die Stunde warten, in der du mir sagen wirst, daf> es einen zweiten Liebcsmorgen gibt, der, wenn auch nicht so strahlend schön und wolkenlos wie der erste, so doch warm und mild genug, um die Hoffnung auf künftiges Glück in uns erstehen zu lassen, ja, vielleicht uns dieses selbst zu bringen. Glaube, Hosfnung und Vertrauen sollen mich geleiten durch die schwere Zeit der Trennung ’"tt dir, bis uns, will's Gott, ein neuer, schönrcr Morgen wgts
Solltest du aber nicht zurückkchren, sondern auf dem Felde der Ehre dein Leben lassen müssen, so möge dein letztes Gedenken dem Mädchen gelten, das dich am innnigsten liebte, die durch deinen Tod eine schwere unheilbare Wunde erleidet: dein Scheiden würde auch ftir mich gleichbedeutend sein mit dem Rufe zur Heimkehr in die ewige Heimat. —
Sieut Tageszeitung. Mittwoch, den 28. August 1314.
Ferner berichtete Ilse von ihrem Bater, seinen Beschäs- tigungcn usw. und schloß mit den Worten:
Mögen meine Gebete und Wünsche dich auf deinen gefahrvollen Wegen geleiten, dich schützend umschweben und einst zuriickkehren zu deiner sich in Sehnsucht verzehrenden und dich über alles liebenden
Ilse.
„Du edles Mädchen,' murinelte Roderich, nackchem er den Brief gelesen, „deine Worte baden mir meine Pflicht wieder klar vor Augen geführt und mir die Kraft gegeben, sie zu erfüllen."
Als sich Roderich am Abend dieses Tages zur Ruhe legte, fand er lange nicht den erquickenden Schlummer, sein Geist war zu erregt und die Gedanken kehrten immer wieder zu dem zurück, was sich aufs neue und in den schärfsten Konturen vor sein geistiges Auge drängte.
Am anderen Morgen schrieb er einen langen Brief an Erna, versicherte sic seiner unwandelbaren Liebe, sagte ihr aber unumwunden, daß ihn sein Versprechen nunmehr an eine andere band. Er erwähnte seiner Begegnung mit Ilse, schilderte deren Gemütszustand und den Verlauf der letzten drei Tage seines Derweilen? in X.
„Kein Irrtum war meine Liebe zn Ihnen, sondern ein holder Traum!" schrieb er ihr unter anderem.' —
An Ilse sandte er Rachrichlcn von Colombo, Siugavore. Schaug-Hai, Taku und Tient-sin, woselbst er zu vorläufigem Aufenthalte verblieb.
Beide Mädchen, sowohl Ilse als auch Erna schrieben häufig an ihn: die Briese der crstcreu atmeten die volle
Glückseligkeit der hoffenden Braut während aus Ernas Zew len trotz aller Selbstbeherrschung doch unverkennbar die tief« Trauer schmerzlicher Entsagung sprach: auch fühlte Rode« rich heraus, daß sie ihn um seiner edlen Selbstverleugnung willen noch höher schätzte als sonst.
„Lassen Sie mich fortan Ihre Schwester sein, und ich' will dem Mädchen, das Ihnen die gleiche Liebe entgegen» bringt wie ich, eine treue, aufrichtige Freundin werden.* schrieb sic am Schlüsse eines Brieses.
Wechselvoll und interessant war das nun folgende Leben Roderich?, und die Gelegenheit sein Wissen zu vermehren bot sich ihm in reichem Maße und nach wiclen Richtungen hin. —
Aus dem Peiho fiug das Grundeis an zu bersten, der strenge Winter rüstete sich zuni Rückzuge und der Knabe Frühling, der hastigen Schrittes seine Stelle einnahm, weckte nüt feurigem Kusse die schlummernde Erde, die sich in ihren blumengestickten Brautschleier hüllte. Welch ein Dufte» und Blühen, Knospen und Wachsen! Doch bald sing der „Knabe Lenz" an ungemütlich zu werden, eine allzu in- teusive Hitze, die sich einstcllte, war fast unerträglich! Doch die große Anpassungsfähigkeit des Menschen, die sich nicht nur fremden Sitten und Gebräuchen, sondern auch ungewohnten Tempcraturvcrhältnissen gegenüber geltend macht, half auch diese Schwierigkeit überwinden. -
(Fortsetzung folgt).
Herzlichen Dank
für die meiner lieben Frau
Sophie Weckerliug,
während ihres langen Leideus erwiesene Liebe und Freundschaft und für die Teilnahme bei ihrem Heimgang.
Friedberg, 23. August 1914.
Zm Mnikil -er Familie: Dr. Weckerlmg.
Amtliche Dotierung der Frankfurter Uieh- marktpreise vom 24. August.
Zum Verlaus ltanden: 1470 Rinder, darunter 395 Ochsen V, Lullen, 981 Fällen und Kühe, 357 Kälber, 194 Schafe, 2243 cd) meine.
Preise für 1 Zentner
Uebenb«
gewicht
Schlacht
gewicht
A
L Stoib«
A. Ochsen:
a) 1. oollileisch. ausgemästele höchsten Schlachtwerts, 4—7 Jahre alt
54-62
100-110
2. Die noch nicht gezogen haben (ungejochte) .......
—
d> lange, jleischtge. nicht ausgemästete und ältere ausgemästete , , , . c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere
48-52
87-95
43-47
79—87
ll. Lullen:
,) ooUtleückügc. ausgemästele höchsten
47-51
78-85
Echlnchtwerts
M «v. llileijchlge. jüngere , . . ,
42—46
72—tO
c> mäßig genährte, fung« und gut genährte ältere ,,,,,,,,
_
—
0. F ü : i e n und Kühe: i) vdllileiichige. ausgemästete Fgrsri:
höchsten Schtachtwerts.....
o) vetljleiichtge. ausgemästete Kühe bötiten Schtachtwerts bis zu 7 I.
46-50
83-90
43-48
80—85
c> t. wenig gut entwickelte Färsen
37—41
71-79
2. ältere ausgemästete Z^ühe . .
35—39
(55-72
d> mäßig genährte Kühe und Färsen e> gering genährte Kühe und Färsen
30—:,4
G0-i:8
24-18
55—04
0. fficung genährtes Jungvieh (Fresser!
—
—
11. Kälber:
a) Torpcllende: icinjte Ma>» . . .
!,! letniie Ai.utlälber......
c l mittlere Mau und beste Sauptälbe, ü) geringer« Mast, und gute Saugkälber.
40-46
GS—78
35-40
. 9- GS
') aennacre rr^nokälber . , , ,
~
1J1 Schafe:
,) A^eidemaftschase: .....
•> ■ iirtmi'u: und Iviasthammet .
42—43
! 2-9-1
.1 gcrtnzere tbrasthanimel und Schale
—
\) oii’Ktü cunntjue öarjiinel u.
—
lMerzjchaiel .......
—
—
IV .vcttschwcrne:
.i .7c:nchwc»nk übe, 3 ,iu. Lebend^;-.
65-:o
wicht
1)0 — oO
i Ui ..Ileiltbrt.' Sckmxkne über 2‘Ä ,^Ir
Ledenbaea icht......
.•1 oillikii.t iie Schweine über 2 Ztr E'ebendgewicht.......
53-50
G5 - 70
52--EG
61-63
d) ocllfleiiii :n- Schweine bis zu 2 Ztr. E'eder.dgcivtchl........
52-50
! C4 C3
e 1 licuchige Schweine ......
—
() Sauen , ,
—
1 —
Marltvertauf: Am Rindermarlt ruhiger, am Kl.'invlelj- »ud Schweinemartt gedruckter Handel. Bei allen Viehgattunge» Ueberstand
Sorget für lammende Zeiten, Lagt nichts nmlouimcn.
Mehr wie in früheren Zähren gelten setzt diese Worte.
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Donnerstag, den 27. ds. Mts. nachmittags 4 Uhr werden 39 Bäume Birnen (Honig- und Einmachbirnen) und 8 Bäume Aepfel öffentlich versteigert. Zusammenkunft am Rathaustreppchen.
Friedbcrg (Hessen), den 24. August 1914.
Der Bürgermeister: _ Stahl.
Gnmlmctgras-Vcrsteigcrrmg.
Das der Stadt Friedberg gehörige Erummetgras soll Freitag, den 28. August ds. Is. versteigert werden und zwar: vormittags 1v Uhr von den Wiesen der Gemarkung Friedberg im Saale über den städtischen Pferdeställen (Eingang von der Haagstraße).
Vormittags 11'/, Uhr von den Wiesen der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach im Stadthause daselbst.
Friedberg (Hessen) den 24. August 1914.
Der Bürgermeister: ___ Stahl
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Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Moselstratze 6a.
Telefon-' nner 9208 Amt I»
Bürostunden: Montag n. von 5—7. — Dienstag nachm, von 5—7. — Donnerstag nach»,, von 5—7. — Freitag nachm! von 5—7 Uh
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