7. Jahrgang
Eic „i.(uc v nrfsjrituno" ci^.einl lcCcn sttetUog. Regelmäßige Beilagen „0er iV.ucr au» Hessen", „Pie HpiliilssuOr". Orzngvprris: Bei ben Postanstalten vicrieli-ihrlich Mk. 1,95 bei de» Agenten inonallich 50 ¥fg. f'"iu tritt Zollgebühr odee Trägerlohn. Trigen: Grund,eile 20 Psg„ lolale 15 Ptg„ Anzeigen von -u-watt-werden dui.h Pa lnachnaerhoben _ErMungsott Iriedberg, ftdiriftlcitimg und Verlag Friedberg fHessenj. Hanauer,tiaße 12. Fernlprecher «8. Packs hea.Loaio Sie, «8.-.0, ?lmt Franllurt -. Al.
Unmmrr 199 __ Mittwoch, den 26. August 1914.
Namur gefallen!
Wirkungen des 42 eu». Geschiihes. — Belgien unter der deutschen Berwaltüng.— Oesterreichifcher
L^orstos; im Osten. — Die Wahrheit in Frankreich.
Jtftuip frin fptifrniö für dcutlchc Trupptn.
Wenn es in dein bekannten knappen Kriegsbericht vom Sonntag geheißen hat: Vor Nainur donnern deutsche Kanonen, so verstand der Kundige, daß der Fall der Veste te- vorstche. Gestern kam die Botschaft, daß die Stadt und fünf Außenforts genommen und der Fall der übrigen vier Forts bevorstchcttd sei. Nachdem Lüttich und Namur auf deren Mauern die Franzosen ihr höchstes Vertrauen gesetzt hat- ten, gefallen sind, steht die Maaslinie zum Einfall noch Frankreich osscn u. keine Festung, die uns behindern könnte liegt unseren Truppen im Rücken.
Abermals hat unser Heer gezeigt, daß Festungen kein Hindernis mehr für deutsche Truppen sind. In wenigen Tagen zwingen sie unsere 42 Centimetcr-Geschütze zur lieber- gäbe. ES bestätigt sich also, was man zu Beginn des Krie- gcs geheimnisvoll raumen hörte, daß den Feinden eine unangenehme Ileberraschnng bevorstände. Wir besäßen nämlich ein Geschütz, dessen Dasein bisher ein Geheimnis wäre und das geradezu Ungeheuerliches leiste, ja in der Tat eine vollständige Umwälzung ein Fcsttmgskrieg hcrvorriesc. Für die Niederwerfung der »ns noch im Wege stehenden französischen Festungen ist dieser Umstand von verheißungsvoller Bedeutung.
Belgien steht unter deutscher Verwaltung.
Welch' eine Wendung durch Gottes Fügung I möchte nian wie vor l t Fahren auch heute ausrufen. Zu spät wird das betörte Land bedaiteru, seinen falschen Freunden vertraut und die sreundschastlich gebotene Hand Deutschlands zurück- gcwicsen zu haben. Immerhin wird die deutsche Verwaltung dafür sorgen, daß die Ordnung in das verwirrte Land einkehren werde.
Unsere Verbündeten rücken rechts und links der Weichsel vor. Zwei sich ihnen in der Nähe von Lubin, etwa 90 Kilo- inctcr von der Grenze, cntgcgcnstellcndc russische Armeekorps wurden unter großen Verlusten zurückgeworfen. Daß wir bald von unserem tapferen Heer im Osten ähnliche Sicges- botschaslen hören mögen, dessen sind wir gewiß und wir hoffen die Siegesbotschaften recht bald verkünden zu können.
Namur in deutschen Händen.
Berlin, 25. Ang. (W. B.) Von der Festung Namur sind fünf Forts und die Stadt in unserem Befih. Vier Forts werden noch beschossen.
Fakt steht aber in kur bevor.
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Jft ScnerufqiiArlimiicijlct: ti. Stein.
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Bauvcrwaltung, ist in Aussicht genommen. Generalgouvcr »cur Gcncralsrldmarschall Frhr. o. d. Goltz hat sich zur lieber nähme seiner neue» Tätigkeit bereits nach Belgien begeben.
v. d. ('»-ölst Ceneralgonverncnr.
Berlin, 20, August. Mit der Bei aal.'ung der ollnpier- tcn Teile des Königreichs Belgien l>t vom Kaiser unter Crii;:»iu;tg zum Grnrralgounrrnrur Gencralsrldmarschall Frhr. u o. Goltz beaustragt worden. Tie Zivilaerwaltuug isi dem juui Peru altungschcs ernannte» Rrgicrungsp.äiideulru von T a n d t lAachcn) iibrrtragr» wcadcu, dca, jiie die Dauer sei- :>er Tatigtei! das Prädikat „Erzrllcnz" beigclrg! ist.
Dein Berwaltungschrs sind beigegeben Obeiregieruagsr-.t s. Wussow (Kassel), Landial Dr. K a u i m a » » (Euslirchcn) Fnsttzrat Teimboen, Milglied des N-ichstags, (Köln), der bisherige Konsul in Brüssel Legationsrat Kempsf, sowie der Bürgermeister v. Loebell (Oranienburg), Die Berufung weiterer Beamten, insbesondere von Technikern der Berg- und
Oesterreichs Offensive.
Amtliches Tclcgramni.
Wien, 2b. August. Das Keiegspresirquaetirr meldet: Dir Ossrnsioe unserer Truppen drängt beiderseits der Wricksel »n- ausbaltsam vor. Westlich des Flusics haben unsere Kräfte ini Anschluß an die deutschen Verbündete» unter kleinen Kämpfen die Lysagoea überschritten. Eie erreichten gestern den Abschnitt de» Kamionslusies zwischen Kietze und Sladom. Oestlich d-r Weichsel warfen unsere siegreich oorürinzcnde» Kräfte am 22. August bei Krasnik aus dem Wege »ach Lublin eine starke Kruppe zweier russischer Korps zurück. Ucbrr tausend Russen, darunter viele Offiziere, sielen unuermundrt in unsere Hände, auch wurde eine Anzahl Fahnen, Maschinengewehre und (5c schütze erbeutet. Ein Vorstoß von 20 000 Russen, größtenteils Reiterei, gegen die Grenze bee Bukowina wurde bei Rowosir- litza vollständig zueückg»Klagen. Dem Feind wurden mehrere hundert Ersangenr nbgenommrn. In überstürztem Rückzüge ließe» sie aus dem Kampsplatze viele Kriegsgeeäte zurück.
Telegramme des Kaisers.
Telegramm an die Kronprinzessin Ce eilte-Berlin:
Innigsten Dank, mein liebes Kind. Freue mich niit Dir über Wilhelms ersten Sieg. Wie herrlich hat Eott ihn, zur Seite gestanden. Ihm sei Danl und Ehre. Ich habe ihm das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verliehen. O s l a r soll sich auch brillant mit seinen Eirenadieren geschlagen haben. El hat das Eiserne Kreuz zweiter Klasie bekommen. Sage das Ina Marie. Eott schütze und helfe den Jungens auch weiter und sei auch mit Dir und den Frauen allen. Papa Wilhelm.
Wie der „Schwäbische Merlur" berichtet, hat der Kaiser folgendes Telegramm an den König von Württemberg gerichtet:
„Mit Gattes gnädiger Hilfe hat Albrecht mit seiner Herr, licheu Armee einen glanzenden Sieg erfochten. Du wiest mit mir dem Allmächtigen danken und aus die Sieger stolz sein. Ich habe Albrecht soeben das Eiserne Kreuz 2 .und 1. Klasse verliehen. Eott segne weiter unsere Massen und die gute Sache Wilhelm."
Ausmckuim dcs ftronimnp non Oanfni.
Die „£orr. Heismann" meldet: Der Kaiser hat dem Kronprinzen von Bagern das Eiserne Kreuz 2. und >. Klasse verliehen.
Print irrtiif?! v. S*ad|irn=JHfiiiingfn gefafifR.
Räch einer amtlichen Mitteilung des Geheimen Kabinettsrats des regierenden Fürsten zu Lippe ist dem dortigen Hose heute Mittag die amtliche Nachricht zugegangen, daß in den Kämpfen der letzten Tage der Schwager des Fürsten, Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen, von Granatsplittern getros- sen, den Hieldentod für das Vaterland gestorben ist. Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen batte sich vor einigen Wochen dem Kaiser zur llebernahme eines Kommandos zur Verfügung gestellt. Er war mit der Führung einer Ariilleriebrigade be- auslragt worden.
Dlijj.iiin dcr fionip fnijf arrrtfr^
2Bic die ..Kreuzzeitung" mittcilt, befindet sich Korvettenkapitän Sicrmann, der die „Königin Luise" kommandierte, als sie an der Themse-Mündung Minen legre, unter den Geretteten.
ssiu «TagtCiLirfrM an die baijCiiMifn sslniiM.
Vom westlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet: Der kommandierende General des 2. Armeekorps he.i jolgenden Tagcs- leirhl o.» die Truppen ertasten:
Soldaten des 2. Armeekorps, heute stehe:, wir els Sieger aus d:w. Veden, den wir ver einigen Tagen aus höheren Deseh! ft.iwilllg verlasse:, mussten. Eurer hingcbeilde:, Treue und Tapferkeit ist es zu verdanken, daß der übermütige Feind wie der von deuilchem Boden vertrieben worden ist. Ich spreche ollen Angehörigen dev Armeekorps für die cusgczei'»,:te Haltung meine vollcke Anerkennung aus. Ehre den tapse::» Ee- sallcnen. Alit Gott sür König und Aaterland.'
Tic Neutralität Ftalicrrs.
Den in die Zuverlässiglcit seiner Neutralität gesetzte» Zweifel» begegnet Italien durch rasch auscinandersolgende assi ziose Erllürunge». Die heutige, die sich gegen die Nachricht wendet, daß 80V 000 Italiener zum Kampfe gegen Oesterreia bereit ständen, wird hier mit Genugtuung begrüßt «nd mit der Hessnung, daß dir Entwicklung der letzten Tage es der italienischen Regierung erleichtern wird, an seiner Neutralität sestzu- halten. Die „Germania" bemerkt dazu: „Welche Gründe auch immer für Italiens Neutralität maßgebend sein mögen, sie sind seit dem Tode des heiligen Vaters Pius X, um einen weiteren vermehrt worden. Italien hat als freiwillige Earantieniacht für die Freiheit des Heiligen Stuhles die Pflicht, die erforderliche Papstwahl zu ermöglichen. Ohne Zweifel liegt ihm viel daran und mutz ihn, von seinem Standpunkt aus viel daran liegen, zu beweisen, datz es in der Lage ist, auch in so schweren Zeiten wie denen eines Weltkrieges das Zusammentreten de» Konklave sicherzustellen. Es liegt aus der Hand, daß das unmöglich werden würde in demselben Moment, da Italien selbst altiv in den Krieg eingreifen würde."
Papst Pins X. und der 2rieg.
Wien, 20. August. Die „Reichspost" meldet aus Rom: Der Arzt des verstorbenen Papstes Dr. Marchiasava äußerte sich gegenüber einem Korrespondenten der „Reichspost'F daß der Papst dringend gebeten worden sei, mit seiner großen Autorität gegen den Ausbruch eines Krieges zu intervenieren. Der Papst erklärte daraus wörtlich:
Der einzige Herrscher, bei dem ich mit 'Aussicht aus Ersolg intervenieren lönnte, weil dieser Monarch stets in Treue dem heiligen Stuhl ergeben mar, ist Kaiser Franz Joses, Aber gerade bei ihm kann ich nicht intervenieren, denn der Krieg, den Oesterreich sührt, ist gerecht, nur allzu gerecht.
Die Wahrheit kommt lanalam in Frankreick an's (Tauifoli(t)t.
Berlin. S5. August. Nach einem italienischen Blättern zugcgangcnen nno ans Rom iibcrmttlcllcrr offizielle» Bericht >st in Paris am 24. August um 11 Uhr abends folgendes ossizielles Communigue ausgegeben worden:
Westlich der Maas wurde unsere Armee von den Deutschen angegrisscn und hielt bewundernswert stand. Zwei französische Armeekorps, darunter afrilanische Truppen, rückten vor und wurden von einem mörderischen Feuer enipsan- gen. Sie wichen jedoch nicht. Al» aber die preußische Garde eine» Gegcnangriss aursührte, mußten sie sich zurückzichen Der Feind hatte enorme Verluste. Westlich der Maas hatten die Franzosen in schwierigen, Gelände eine Vorwärtsbewegung gemacht und wurden dann heftig angegrissen Nach sehr lebhastem Kampfe niußien sie zurückgehen. Südlich dos Seuiois nahmen englische »nd franzöflsche Truppe» eine gedeckte Stellung: sie blieben intakt. Unsere Kavallerie hol nicht gelitten. Der physische und moralische Zustand unserer Truppen ist ausgezeichnet. Die französische 'Armee wird jetzt dcsensiv bleiben, um die Lssensive Im geeigneten Moment wieder auszunrhme». Unsere Verluste sind bedeutend, aber noch nicht genau anzugeben.
Der Goinmuniqu« erklärt schließlich, es fei z» bedauern, daß der Angrisfsplan seinen Zweck nicht erreicht habe, und sägt dann hinzu, die Defensivstellung der Franzosen bleibe gegenüber dem Feinde, der schon geschwächt sei, vollkommen fest. Teile einer selbständigen deutschen Kaoalleriedivision aus dem äußersten Flüge! seien in das Gebiet von Roubaix-Toureoing eingedrungen, das nur von Territorialtruppen verteidig» wurde.
I» Pariser Meldungen Kopenhagener Blätter wild nach telegraphischen Meldungen aus Kopenhagen die ftanzosische Niederlage bei Metz von den Franzosen jetzt in folgender Form eingestanden: „Die letzten Operationen in Lothringen waren
weniger ersolgreich als an den vorhergehenden Tagen. Die französische Vorhut stieß aus sehr siarlc scindliche Stellungen und sah sich nach einem Gegenangrisj aus das Hauplkorps gezwungen, sich aus die (Seilte und bei, Marne Rhein-Kanal zu- riickzuziehen."
Der „Frankfurter Zeitung" wird gemeldet: Die Berichte
der italienischen Presse aus Frau lr eich, die in den erster. Tagen überaus enihusiastisch und zuversichtlich klangen, lassen jetzt erkennen, datz man in Paris ansängt, niedergeschla- n c n zu sein. Die Pariser Zeitungen ermahnen in Leitartileln das Publikum, ssch nicht von einer Panik ergreifen zu lassen, sondern des Heldenmutes der Väter zu gedenken.
Ueberaus peinlichen Eindruck niüssen Vorgänge in einer Division des 15. Armectorps gemacht haben. Senator Gervais boiie in einem Biatte erklärt, die Niederlage der Franzosen iij


