Sir. 187
Seife 4.
fitat Tageszeitung. Dionrag, Mn 23. Angnst 1314
Bürger Friedbergs!
Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigende Gewißheit haben, dag ihre Lieben daheim versorgt sind und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nötige Pflege zu Teil wird.
Der Einwohnerschast unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften beizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege der Verwundeten und Kranken erforderlich sind.
In gleicher Weise gilt es aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gekommen sind, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen.
Die Stadtverordneten-Versammlung hat deshalb beschloffen, ähnlich wie in anderen Städten eine
Zentralsammlung für Kriegsfürsorge
cii'.zurichten.
Wir richten deshalb an die Einwohnerschaft die herzliche Bitte, die Durchführung dieser Aufgabe durch reichliche Ccld- und sonstige Spenden zu unterstützen.
Spenden werden von den untcrzeichnelen Vereinen und im Stadthaus, Zimmer Nr. 4 entgegengenommen
Der Bürgermeister: Stahl.
Alice Frauen Verein: Nebel.
Verein vom Roten Kren;:
E e o r g i. Friedberger Hilfsvcrein:
Kleberger.
Sorget für kommende Zeiten, Lagt nichts umkommen.
Mehr wie in früheren Jahren gelten jetzt dies« Worte.
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von Bohnen, Kurten, Obst
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’-iW % lio«« Friedberg i. H.
SS . J rn.« aiLS», Kaiserstraße 162^64.
—— .J- i n— u. ' ur. — ;gjygg
Frühobst-Verfteigernng.
Donnerstag, den 27. ds. Mts. nachmittags 4 Uhr
werden 39 Bäume Birnen (Honig- und Einmachbirnen) und 8 Bäume Aepsel öffentlich versteigert.
Zulammenkllnft am Rathaustreppchen.
Friedberg (Hessen), den 24. August 1914.
Der Bürgermeister: _ Stahl.
Grummetgras-Versteigenmg.
Das der Stadt Friedberg gehörige Erummeigras soll Freitag, den 28. August ds. Zs. versteigert werden und zwar: vormittags 10 Uhr von den Wiese» der Gemarkung Friedberg im Saale über den städtischen Pserdeställen (Eingang von der Haagstrasie).
Vormittags IIVs Uhr von den Wiesen der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach im Siadthausedaselbst. Friedberg (Hessen) den 24. August 1914.
Der Bürgermeister:
__ Stahl
Betr. die Verpflegung von Einwohnern der Stadt Rietz:
Aufforderung.
Diejenigen Einwohner, die Einwohner der Stadt Metz bei sich ausgenommen haben, werdeil hierdurch aus- gesordert, diese unter Vorlage der erforderlichen Ausweise binnen 24 Stunden bei der Polizeioerwaliung im Stadthaus Zimmer Nr. 9 anzunielden.
Friedberg, den 23. August 1914.
Der Bürgermeister: Stahl.
Kckannlmachung.
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Zustellung der Eemeindesteucrzeitel ain 1. Angust l. Js. beendigt war.
Friedberg (Hessen), den 23. August 1914.
Der Bürgermsistcr: Stahl.
Betanntinachrmg.
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen KnniniS, daß die
Kinderkrippe
eingerichtet und eröffnet worden ist.
Fronen, die Lohnarbeit verrichten, können ihre Kinder im Alter bis zu 2 Jahren in dem südlichen Neb.'ngeb.ü'dc des Bürgerhospitals zur Pflege annielden und abged.-n. Friedberg, den 20. August 1011.
Der Bürgrrmeisirr.
4—5 Suftler
■uf Militärarbeit fofort gesucht.
A. Wi((mann,
Friedberg (Seifen).
Atittwoch, Ä*. UKo.rjt rcr.cu.e auf f)ic]i em Markt, dcr ijoj= apotI;c'c zum Gucd ß: 0 c.ü(bet
mehrere 1060 Mr.rfcn
I» kiSie.n rreifnt. F. K-rrnann.
^ejchliliostclic Dr0 Rolui MrcnjcS, §n.figjiiöüc l(j.
Es gingen weitere Spenden ein:
1. Geld.
Herr Forstmeister Spieler 20 M; Herr E. M. Reuß lüg M; Sammlung am Bahnhof 10 Jl; Frl. Moxtcr, Friedberg 5 M; N. N. 3 Jl; Frau Hofuhrmacher Hanau 10 Jl; Frau Hauptm. Domizlaff Ivü Jl; Frl. M. R. Friedberg 8 Jl; Herr Freiherr Eilbrecht Löw von und zu Steinfurth aus Nieder-Florstadt 700 M; Herr Berhard Rosenthal, Friedberg 1ÜÜ Jl; Herr Jof. Krämer, Friedberg 100 Jl; Herr Alex. Lcwy (Fa. Geschwister Rkayer) 30 . u ; Herr Bankvorstand Aletter 30 Jl; Gemeinde Beienheim (Ergebnis einer Sammlung) 188.3b Jl; Frl. Elise Wien 3 Frl. Marie Döpp 2 M; Bürgermeisterei Dorn- Affenheim (Ergebnis einer Sammlung) 368 jU.; Bürgermeisterei Bönstadt (für verkaufte Postkarten) 10 Bürgermeisterei Bönstadt (Kirchenkollekte) 13.80 M; Gemeinde Bönstadt 150 Jl; Gemeinde Heldenbergen (Ergebnis einer Sammlung) 610 Jl; Herren I. S. und F. 8. (Skatgelder) 3 Jl; von 51. 5i. durch Herrn Regierungsrat Herberg 10 Jl; Herr Nathan Rothschild 30 Jl; Herr Dir. Er. Will,. Winheim 30 Jl; Frl. Reg. Horn 3 Jl; Herr August Müller, Rentner 30 Jl; Herr Ecrichts- diener Lohnes 5 .6; Herr Forstmeister Ohl 20 ,8; Frau Et. Aug. Trapp 40 Jl; Erlös vom Bazar zum Besten des -loten Kreuzes in Bad-Nauheim durch Herrn Medizinalrat Dr. -lebe! 840 Jl; Miitwochs-Kegelgefellfchaft Kasino, Friedberg 100 M; Herr Eg. Ewald, Kreisamtsgehilfe 3 Jl; Herr K Jfcnbur- ge: 10 Frau Ernst Schneider, Fa. Hch. Mack 20 .8; Herr Taubstummenlehrer Krüll 15 Jl; Beterinar-med. Verein der Provinz Oberheffen durch Herrn Veterinürarzt Eebb in Klein- Karben 200 Jl; Herr M., Friedberg 100 Jl; Herr Fabrikant Haller 100 ^8; Frl. Blum 10 .8; Frau Reichenberg Ww. 30 Jl; Frau Direktor Basier 20 Jl; Herr F. Sch. 3 Jl; Für verkaufte Naturalien 83.70 Jl.
Sammelstelle bei Herr» Pfarrer Ritter:
Frau Apotheker Oehring 3 Jl; Herr Amtsgerichtsrat Wietz- ncr (erste Gabe) 10 Jl; Frau Anna von Helmolt Ww. 3 Jl; Frau Schulrat Sütz 20 Jl; Frau Maurermeister Reutz 10 M; Frau Oberförster Rumpf geh. Strack 10 Jl; Herr Pfarrer i. P. Suppes 20 Jl; Herr Pfarrer Kleberger 10 ^8; Herr Bahnbeamter Otto Siegel 3 Jl; Herr Fritz Scriba, Obertertianer 3 Jl; Herr Pfarrer Ritter (voläufig) 25 Jl; Herr Fr. 21. 10 .8; fjt. Hofmetzger Haustein 10 Jl; Herr Eg. Emmerich Haustein 10 Jl; Hilfsausfchutz Rieder-Rosbach 07.75 Jl; Herr und Frau R. v. Helmolt, Fauerbacher Hof 100 Jl.
2. Naturalien.
Frau Elfncr, Friedberg: Gemüse; R. R. und Peter: Kaffee; Gemeinde Wölfersheim; Gemüse; Herr Bald. Bogt, Fried- berg; 10 Pfd. Fett.
3. Wäsche und Gebrauchsgegenstände.
Frau Schcnberg: 6 getr. Hemden, 3 getr. Unterjacken, 4
Paar neue Pulswärmer, 2 Paar Socke», 1 Pack altes Leinen, 8 Teller, 8 Tassen, 2 Töpschen, 1 Fl. Chompagner. Frl. Else Ohl: 2 Paar Pulswärmer; Frl. Reutz; 11 getr. Hemden; Frau Schneidt Ww.: altes Leinen; Frau Prof. Helmke: 7 Paar getragene Sone»; Frl. Ruth Helmke: 1 Paar Pulswärmer; Frau Eljncr: 100 Zigarren, 130 Zigaretten; Frau Bald. Bogt: 4 P. getr. Unterhofen, 4 Unterjacken, 1 Hemd, 1 Jacke; Herr Rentner August Müller: 10 getr. Hemden; Herr Schleimer: 12 P. neue Socken, 27 P Pulswärmer, 12 Handtücher, 30 Tajchen- tücher, 24 Zahnbürste», 23 kämme, 104 Teller, 100 Tasten, 2 Bettpfannerr, 24 Spiegelchen; Herr Frijeur Fürder; 12 Kämme, 12 Zahnbürsten; Herren Retfcher ». Hauck: 4 neue Hemden, 3 Paar neue Socken, Frau Lehrer Faber; 8 oetr. He, den, 2 B Unterhofen, 3 P. Socken; Frl. Karg: 3 P. neue Socken; Fran Ewald; 3 getr. Hemden; Fra» Ernst Schneider: 12 neue Hemden. P. >:- ::e Socken; 3 P Pulswärmer, 2 Dutzend Futzlap Fr» r Lehrer Diehner: 1 Pack altes Leinen; Frau Tb. C,eJ: !>v.: - rrtitel; Herr Semlnarlehrer Schäfer; 1 Tifch-
i. \; Fr a Lehre: Klitsch: desgl.; Frau B.uiinfxcHo.- W'tzler' 2 Tifchch.:.; Frau Finauzrat Hros: 1 Tijchchen; Geu:e:»de T'.'.ckerh:'.:::: g.fammelt durch Herrn Lehrer Kuh», Weckesheim: 40 Gabeln, 38 Mester, 00 Löffel, 02 Teller, 1 Butterdose, mehre:» Platte:: und Schüffel», 1 Küchenteller, 100 Tasten nnd Untertasten, 10 Weingläser, 24 Wrsterzläfcr, 30 geir. Hemden, 10 ge'-r. Bettücher, 13 Handtücher. 10 neue und 10 gebe. Tafiben-
tücher, 2 P. getr. Socken, 2 getr. Unterhofen, 1 Unterjacke, alte» Leinen; Frl. Blum: 3 Tische, 1 Bett, 7 Löffel, 8 Gabeln, 4 -Rester, 3 kl. Löffel; Frau Schieferftein: getr. Socken, 1 getr. Hemd; Frau Kaufmann Wrnbecker: 24 Tasten, 28 Teller, vier Waster- und 8 Weingläser; Frl. Marie Schäfer: 30 Teller; Frl. Schneider; 2 getr. Hemden, 3 P. Unterhofen, 5 P. Socken; Frau Schuhmacher Weckerling: 6 getr. Hemden; Frau Bopp: 12 tief» Teller, 12 flache Teller, 12 Tasten, 12 Löffel, 12 Wasterglüfer, 0 Zahnbürsten, 6 Kämm»; Frau Marianne Reichenberg: 12 Kopskisten, 0 gr. Ueberzüge, 8 Bettücher, 6 Taschentücher, z Handtücher, 6 getr. Herrenhemden; Frl. Michel: 6 neue Tack fchentücher; Frl. Reuhos: 2 Krankeutasten; H. M.: 2 Fl. Wein, 4 getr. Hemden, 2 P. Unterhofen; Frl. B.; 4 Tasten, 2 Waster- gläfer; Frau E. Rothschild; 3 getr. Hemden.
Allen Gebern herzlichen Dank.
Zweigverein vom Roten Kreuz Friedberg.
Der Wofferschosr.
Eine zeitgemäße Fabel.
In unseres Herrgotts großem Garten wuchs ein jchöner Baum der hieß Germania. In seinen Jugendtagen hatte der Gärtner das wilde Blut gar mächtig zurückgefchnitten, und manches stolze Zweiglein hatte fallen müssen. Aber jetzt war cr zur ruhigen Kraft herangewachjen und >oar ein gar schöner Baum. Jeder Zweig trug seinen Namen. Ta war der starke und vielverästelte Zweig der Deutschen, mit den Donaudeuifchen und den Rheindeutschen, den Deutschen der Ebene und denen der Berge, alle gewachsen aus einem Holz — da war daneben der Zweig der Belten, gestählt im Kampf gegen tückischenFeind — und dann die Zweige der Dänen und Schweden und Norweger ausgezeichnet durch die zartweiße Haut und das reine Gemüt des Nordländers und dem zur Seite etwa — klein aber fein — der Zweig der Niederländer sauber bis ins letzte Ritzchen hinein — jo wuchs der Baum zur Freude des Gärtners und trug reiche Frucht, jeder Zweig nach seiner Artl Aber siehe da — über Nacht war noch ein Zweig gewachsen! Ein stolzer Zweig gerade u. mächtig ging er in die Höhe und dünkte sich besser als seine Brüder. Als aber am Morgen der Gärtner kam und den neuen Zweig besah, da schüttelte er das Haupt nnd sprach: Ein Wasserschoßl Doch ich will ihn noch einmal stehen lassen, vielleicht wird ein Fruchtholz draus. So sprach der Gärtner in seiner großen Geduld, aber der Wasserschoß dachte gar nicht daran ein Fruchtholz zu werden. Im Gegen- teill So gefiels ihm viel besser I Alle Kraft und Saft des ganzen Baumes zog er an sich, und ward dick und fett, und je mehr er fraß umso unersättlicher ward er. Ja wenn der Gärtner kam, dann tat er schön! Dann blinkte -r "mit seinen Blättern und machte ein scheinheiliges sronimes Gesicht, aber in Wirklichkeit dachte er nur an sich selbst und an seinen unersättlichen Bauch! Und all die Fruchtzweige muß, ten sich vor ihm ducken, sonst wurde er gelb vor Neid und Eifersucht. Und als sich einst das kleine Tänenzweiglün auch ein Stückchen hatte nehmen wollen, u. hatte eine klein» Flotte gebaut, da fiel er hämisch darüber her und schiugs ihm in Stücke. Eines Tages aber da besann sich der größte der anderen Gezweige. Der Zweig der Deutschen — bei dem gings immer etwas langsam, das lag an seiner Gründ- lichkeit — der besann sich und sprach: es kann nicht so weitergehen, der ganze Baum geht ja zu Grunde, ich will wieder Frucht tragen wie früher! Und so tat er! Denn er war ja langsam in seinen Entschlüssen, der Zweig der Deutschen, aber er war denn auch gründlich. Und er trug wieder Frucht, still und friedlich und tat niemand etwas zu Leide. Und die andern Aeste, als sie das sahen, freuten sich und faßten frischen Mut, u. trugen auch wieder friedlich ihre Frucht, jeder nach seiner Art! Hei! wie da der Wasserschoß aiifbe- gehrte, wie er grün und gelb wurde vor Neid! Wie er schrie und zeterte, man nehme ihm fein Recht und sein Teil Ja der Wasserschoß war ein rechter Wasserschoßl Früher hatte er noch ein Stückchen gutes Blut, aber das hatte er ausgetrieben, daß es drüben über dem Weltmeer sich hatte pflanzen müssen, und trug eigene Frucht nach eigener Art — und seitdem dies letzte gute Stückchen weg war, war er ein rechter Wasserschoß, frech und dick und eingebildet, aber in Wirklichkeit ohne Wert und Kraft! Darum schrie und zeterte er wohl, gegen die Zweige auf dem eigenen Baum, aber »nie Großmäuler sind, so war auch er viel zu feig selber anzufangen! Da ging er heimlich in dcr Nacht zu den Dorm sträucheru im Garten und beredete mit ihnen, wie sie den eigenen Mutterbaum sollten überfallen und vernichten, damit er der Wasserschoß allein möge übrig bleiben, und sich könne mästen wies ihm gefalle! Die Dornsträucher lachten und warenS gern bereit, und dachten sich ihr Teil, über den dmumstolzen Wasserschoß.
Aber da kam der Herr des Gartens, und sah was der Wasserschoß getan hatte, und ward sehr zornig. Und er sprach: Solange habe ich Geduld mit Dir gehabt, aber nun isis genug! lind nahm «in scharfes Messer und schnitt den Wasierjchoß aus bis auf den Stumpf!
Kiebesyabe,».
Als geeignete Liebesgaben für unsere tapfer,n Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Eenefende In der Heimat sind besonders, zu empfehlen:
Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pfeisen, Chotoladc Kcrn-cffe (keine feinen parfümierten Seifen), Hemden, Unter- Hefen. S!r! mpfe, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden aus Flanell. (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nachthemden und Unterhofen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Tefchcntücher und Pantoffel.
Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Sc fchüftsst ell - des Roten Kreuzes, Haagftratzc 18. abmgebeu, von wosiejenachWllnfchdesEcbers, auf dem Kriegs- fcharplatzc oder in der Heimat Verwendung finden.


