Pnrnmer 197 ___ Montag, sen 24. August 1914. 7. Jahrgang
11 „.iMic *' agevieitung" erichernl >«dcn Werltag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer an» Hessen", „vie Spiunltnbe". Seiugoprri«: Bei den Postanstalten vreneliähriich Mt. l,yö n Den ','igcnten monailid) 50 1% fitn^u Iritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeige, > : Grundzeile 20 Psg.. lokale 15 Psg^ Anzeigen von auswärts weiden durch Pornahnapne erzodc» _ _ Eriullungsor, Friedberg. 6diriftltitung und Verl», Frieddrrg lHesien), -an-uer trage 12. Fernlprechrr 48. Postscheck-Santo Re. «Si9, Am! Franlsurt o. Sk.
Bon Sieg zu Sieg.
Siege im Westen und Sieg im ^sten. — IW Kilometer von Paris! — (5ine englische Kavatleric vrigadc geschlagen. — Liege Oesterreichs. — (*inc deutsche Antwort an Japan.
Das Strafgericht
für unsere Feinde beginnt. Schlag auf Schlag folgen die dcuifchc» Siege, fo daß inan kam» die Zeit finden kann, sie zu verzeichnen. Ter herrliche Sieg auf den Schlachtfeldern bei Metz ist von unseren Truppen rastlos verfolgt worden, sie sind gestern bereits in Luncville cingezogen. Die Früchte dieses Sieges gestalten sich immer rcich'icher, über 1Ü0 Geschütze und zahlreiche Feldzeichen wnrö.-n erbeutet, und die Zahl der Gefangenen wird >ercu,zsichtlich die ursprünglich geuieldetc Zahl 10,000 weil ..oersteizln.
Inzwischen stürzte sich auch di« Armee des dcuij-hcn Kronprinzen, brennend vor Kainpsbegicrde, die die Feinde, errang einen glänzenden Sieg und drang alles vor sich nie- derwerscnd, bis Longwy, nicht allzuweit von Sedan, vor. Der Herzog Albrccht von Württemberg schlug in blutiger Schlacht die über den belgischen Fluß Scniois vordringen- den Franzosen aufs Haupt. Eine unermeßliche Kriegsbeute Geschütze und Feldzeichen wurden erobert und Tausende von Franzosen, darunter viele Generäle zu Gefangenen gemacht. Tie Deutschen befinden sich auf der Verfolgung des geschlagenen Feindes. „Westlich der Maas befinden sich die Deutschen im Vorgehen auf Maubeugc" so lautet weiter schlicht und einfach die Meldung des Gencralquartiermeisters und doch wie viel sagt ihr Inhalte Bis auf 190 Kilometer stchrn »ir Druljchril brreirs vor Paris! Wenn denfiche Kanonen oor Nainur erdröhnen, dann wird der Fall der Festung nicht lange auf sich warten lassen. Daß in Belgien eine englische KavaUrriebrigadc von deutscher Kraft zu Boden geschlagen wurde, erhöht die Siegcsfreude um ein Bedeuten- des.
Mit furchtbarer Gewalt bricht also bereits das Straf- gericht über den gefährlichsten unserer Feinde herein. In osscurr Fcldschlacht, der größten anscheinend, die jemals geschlagen worden ist, wurden 8 französische Armeekorps vollständig geschlagen und in schiinpslichc Flucht gejagt. Von ll Seitru her, den Feinden Verderben bringend, dringen dcnt- schr Truppcnmasjcn von Belgien aus in Frankreich ein. Be- reits ist das französische Herr ansrinandrrgesprengt. Als nichtig hat sich dir versprochene englische Hilfe erwiesen. Bleiches Entsetzen faßt bereits die republikanischen Machthaber an der Seine. Notgedrungen müssen sie den Parisern bereits cingcstchen, daß die sranzösischen Heere im Rück- marsch sind und mit Zähneklavpern sehen sic den Tag kommen, da ihre Herrschaft zerschellen wird.
Auch im Osten haben deutsche Brüder im Reiche >nd in Oesterreich getreue Grenzwacht gehalten. Gen Gnnibinncn onrdringcndr Nüssen wurdrn gcsäsiagcn und unter Zurücklassung von SÖOO Gefangenen und zahlreicher Kriegsbeute zurückgeworsc». Weitere Kämpfe stehen bevor und nach dem Stil unserer amtlichen Nachrichten z» urteilen, sind ur.s weitere Siege sicher. Auch Lcstcrrcich hat den Sieg an seine sturmerprobten Fahnen gefesselt. Tie Nüssen wurden in großen Schlachten, deren Einzelheiten »och der Bekanntgabe harren, geschlagen und verloren auch dort Gefangene und Geschütze in Menge. Daß auch den Serben wieder eine blutige Niederlage bcigcbracht wurde, das macht Oesterreich nur so nebenbei.
Eine deutsche Antwort hat die Reichsrcgicruug den, gelben Gesindel in, Osten von Asien gegeben: Aus solch' rine Zumutung gibt's keine Antwort. Das war Deutsch gesprochen, Wie einst der heldenmütige Spartcrkönig Leo- »idas aus das Ansinnen des asiatischen Fürsten Xcrz.'S die Antwort gegeben hatte: Komm und hole sie! so ist gar keine Antivort für die moderne asiatische Hinterlist auch eine treffende Antwort.
Wir stehen erst drei Wochen in, Kriege. Wenn >v-r an diese Tage zurückdenken. Wie war cS vor drei Wochen? Und was ist mir Gottes Hilfe heute schon c -o -M worden! Zu Wasser und zu Lande beseelt »ns ein Geist und ö: r deutsche Volk kann sprechen:
»Ihr wolltet stören meinen Herd,
Ich zeigte Euch die Manncssehne.
Und lachend trockne ich niei» Schwert
Au meines Rosses schwarzer Mahne!"
Weitere fiestreiche Erfolge unserer Truppen in Frankreich.
Nördlich von Metz hat der deutsche Kronprinz mit seiner Armee zu beiden | Seiten ans Longwy vorgchend den gegen- überstellenden Feind gestern siegreich znrückgeworfen.
Tie in Lothringen siegreiche Armee unter Führung des Kronprinzen von Bayern hat ans der Berfoigung des geschlagenen Feindes die Linie Lnneville B l a m o n t erreicht und setzte die Verfolgung fort.
Bor N a m n r (Belgien) donnern seit Freitag Abend die d cutschen Geschützc.
Der Kriegskorrespondent der Frkf. Ztg. bemerkt dazu: Ter Sieg der kronprinzlichen Armee bei Longwy ist vollkommen, da hier eben falls der Rückzug der Franzosen in voller Auflösung erfolgte. Eine sofort nach stotzende Kavallerie-Division fand die Rückzugsstrasze mit Ausrüstungsstücken, Gewehren, Tornistern und Käppis übersät. Die Verfolgung wird energisch fortgesetzt.
Tie bei Metz geworfene» französischen Hecrestcile gehe» weiter zurück. Die Franzosen fochten teilweise gut, doch zeigt die grotze Anzahl französischer Gefangener ein Nachgcbcn des Geistes der Truppen, aber sie sind auch ein Beweis für die ausgezeichnete deutsche Führung. Weiter wird der Mnt der deutschen Truppen gelobt, die alles über den Haufen werfen.
Nene deutsche Erfolge
im Osten.
i*5§0 Rüsten gefangen.
WTB. Berlin, 22. August. Starke russische Kräfte sind gegeir die Liuie Gumbinnen— Angerburg im Borgeheu. Das erste Armeekorps hat am 24». August den auf Gumbinnen vor- gehendcn Feind angegriffen und geworfen. Dabei sind 15000 Gefangene gemacht und «5 Geschütze erbeutet tvordcn. Bon einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavallcricdivisioir war längere ;)<it keine Nachricht da. Die Division hat sich mit 2 feindlichen Kavallerie-Divisionen herum gesklilagc». Cie traf gestern bei dein I. Armeekorps mit 500 Gefangenen wieder ein. Weitere russische Verstärkungen sind r i rdlich de» Prege! und südlich der masurische!: Seen- linie in, Vorgehen begriffe».
Ucker da» weitere Vorgehen unserer Ost- ar:::cc mns; noch Schweigen bewahrt werden, uni dem Gegner unsere Maßnahmen nicht bor- ;cii * i erraten, lieber die Fortschritte im Westen werden in Kürze weitere Mitteilungen
i folgen. Ein neuer Versuch des Gcg- ! »erö, im O b c r e l f a st v o r z n d r i n g c n , | ist durch den Sieg in Lothringen vereitelt. Der Feind befindet sich auch im Oberelsatz im Abzug.
Sieg und Sieg!
klerlin, 23. August. Dir ffrupprn, bir unirr Führung bfs üroupriitirn non gtaqrrn in kolhringru grftral Huden, Hoden die fitiir -nnroille-Ülamonl kirni iibrr* schrillen. Das 21. Armeedorps ist heule in fnttrinflc eiiigeiogen. Hit Verfolgung beginnt reiche Früchte in tragen. Auhrr fahlreichen Ketangenen nnd Fetbicichen hat der an und in den Vogesen oorgehrnbe linke Finget bereits löst Keschüde rrdrulet. — Die iArmrr bes brutschen fimprinif» hat heute bei, Kampf unb bie Verfolg, nng oorivärts Fongioy fortgesedt.
Die zu beiden Seite« non Uenkchatca» vorgehcnde Armee res Herzogs AI - brecht von Württemberg hat heute eine über den Semois vorgedrnngehc französische Armee vollständig geschlagen und befindet sich in der Verfolgung. Zahlreiche Geschütze. Feldzeichen und Gefangene, u. n. mehrere Generäle, sind ihr in die Hände gefallen.
vlettlich ber Maas linb unsere struppui im Vorgehen gegen Maudeuge. 8inc vor ihrer Front anlirc- jeiibc rnglische kaoalleriebrigabc ist geschlagen.
Ter Gencralquarticrmcister v. Stein.
Die Antwort auf das japanische Ultimatum.
Berlin, 23. August. Tas Wolfs Burcan meldet: Aus das Ultimatnm
Japans hat die deutsche Regierung dem hiesigen japanischen Geschäftsträger folgende mündliche Erklärnng abgegeben:
Auf die Forderung Japans hat die deutsche Regierung keinerlei Antwort zu geben. Sie sieht sich daher ver- anlaszt, ihren Botschafter in Tokio ab- znrufen und dem japanischen Geschäfts- träger die Päsie zuzustellen.
Aelitlchland grüOt jeinc tapffrn Söljtif!
Di« ^Norddeutsche Allgemeine Zeitung", das Organ der Deutschen Regierung, schrcrbt:
Weithin durch die deutschen Laude und in alle Welt hinaus klang die Kunde von unserem herrlichen Siege bei SD! c tz. Vorbereitet mit allen Mittel» moderner Kriegssüh- rung, crscchte» durch höchste Krasrlcistung von Man» und Retz daheim erwartet in Geduld und ohne Zagen, Was dieser große Sieg siir unser Voll bedeutet, weitz jedermann bei UNI und die verklärte» Gesichter überall bezeugen es. Drei Woche» lind verlange«, seildein der Kaiser die Mobilmachung des deutschen Heeres und der Marine besohlen hnt. Drei Wochen eines wunderbaren Aufschwungs der ganzen Nation, Wochen unermüdlicher Arbeit im Felde und in der Heimat, Wochen, worin jeder einzelne an seinem Platze das hergad, was in ihm ist. Eine erstaunliche Wandlung ging in unserem Volke vor. Vor den, Ernst der Zeit ist hinwcggcbla- sen, was >m Frieden, im Kampfe der Parteien und Interessen nue eine schier unüberwindliche Schranke zwischen den verschiedenen Gruppen unseres Bollcs zu stehen schien. Es ist, als ob in dem Feuer, das der Hatz unserer Feinde rings um uns an- oesacht har. die deutsche Ration zu einem stahlharten Block


